Anatomie der Biene

Quelle: http://www.innovation-naturhaushalt.de/der-bienenstock/scharfe-einblicke/

 

Der Körper der Honigbiene ist im Wesentlichen in drei Teile gegliedert: Kopf – Brust (Thorax) – Hinterleib (Abdomen). Im Brustbereich sitzen die durchscheinenden Flügel, typisch für die Gruppe der Hautflügler (Hymenoptera), zu der auch die Biene zählt. Die insgesamt sechs Beine sind ebenfalls am Thorax verankert. Sie dienen der Fortbewegung, haben aber jedes für sich weitere ganz spezielle Putz- und Sammelaufgaben, die für dieses als besonders fleißig bekannte Insekt so charakteristisch sind.

 

In einem Rasterlektronenmikroskop [REM] sieht der Kopf einer Biene so aus: leicht zu erkennen sind die beiden Antennen. Links oberhalb sowie rechts unterhalb sind die Facettenaugen sichtbar.

 

Quelle: http://www.innovation-naturhaushalt.de/der-bienenstock/scharfe-einblicke/

In einem Querschnittsbild sieht die Biene so aus:

Die einzelnen Organteile und Funktionen werden im unten stehenden Link beschrieben. Das Bild stammt aus dem sich öffnenden Lernprogramm.

http://www.google.de/imgres?sa=X&biw=1152&bih=693&tbm=isch&tbnid=kvO_RBQHgvO6QM:&imgrefurl=http://www.mallig.eduvinet.de/bio/

7insekt/7biene2.htm&docid=MRB6zHL0Ryt_AM&imgurl=http://www.mallig.eduvinet.de/bio/7insekt/

bie2kioo.gif&w=421&h=173&ei=hbwdUoTVCKmx0QX_ioCYDw&zoom=1&iact=hc&vpx=638&vpy=475&dur=103&hovh=

138&hovw=336&tx=160&ty=67&page=2&tbnh=107&tbnw=260&start=24&ndsp=30&ved=1t:429,r:46,s:0,i:226

Sollte das Programm sich nicht öffen, kopieren Sie bitte den Link in Ihren Browser und öffnen ihn dort.

Der Wohnraum der Bienen: die Beuten (1)

 

Heutzutage hat sich für die Bienenzucht die inzwischen sehr weit verbreitete Magazinimkerei durchgesetzt.

Wir alle kennen sicherlich noch das Bild vom Bienenkorb, einem glockenähnlichen Gebilde aus Stroh, als überliefertes und traditionelles Wohnhaus für Bienen. In dessen Inneren bauen Bienen wild drauf los, weil hier keine ordnungsgebende Struktur vorhanden oder vorgegeben ist. Die Wabenwände werden parallel geführt, von oben nach unten gebaut und an den Rändern fest mit dem Korb verbunden. Man nennt dies Stabilbau. Um an den Honig zu gelangen, muß das gesamte Wabenmaterial herausgeschnitten und damit der vorhandene Lebensraum zerstört werden. Das ist natürlich unpraktisch.

Wildbienen leben und bauen in Hohlräumen wie z. B. Baumstämmen, Erdhöhlen. Unsere Vorfahren hatten dieses ausgenutzt und Höhlungen in Baumstämme geschlagen und mit einem Brett teilweise verschlossen. Zum Honigernten mußten sie auf die Bäume klettern. Die Menschen, die diese Tätigkeit ausübten, hießen Zeidler. Sie besaßen das Recht zum Tragen einer Armbrust und waren verpflichtet, Kaiser und Reich zu dienen [1].

Bienen benötigen kein Tageslicht, um sich in ihrer Behausung zu orientieren. Zur Brutpflege ist es wichtig, im Inneren eine Temperatur von 35° Celsius möglichst konstant zu halten. Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Entsprechend wird auch das Bauen bzw. Brüten nach oben bevorzugt.

Unter Beachtung dieser Bedingungen ist in vielen Ländern die sogenannte Magazinbeute als Bienenwohnung entstanden. Über die geschichtliche Entwicklung schreibe ich später.

Es gibt zwei grundverschiedene Typen von Beuten:

bei der Hinterbehandlungsbeute ist der Zugang zum Inneren auf der Rückseite, also hinten, während er bei der Oberbehandlungsbeute von oben erfolgt. In Deutschland war lange Zeit die Hinterbehandlungsweise verbreitet. Die Oberbehandlung kam aus Amerika und hat sich bei uns inzwischen als Standard durchgesetzt.

Im Prinzip haben alle Oberbehandlungsbeuten den gleichen Aufbau. Ich beschreibe ihn analog zum Hausbau:

 

Dachgeschoß Außendeckel aus Blech als Abschluss zum Schutz des gesamten Baus, der flach und überkragend auf dem Innendeckel aufliegt
6. Etage Innendeckel, der die Beute in der Höhe abschließt
5. Etage Absperrfolie, die die Bienen am weiteren Wachstum in die Höhe hindert
4. Etage Zarge für den Honigraum: hier deponieren die Bienen ihren Honig.
3. Etage Absperrgitter: die Maschen sind so gewählt, dass nur die Arbeiterinnen hindurch schlüpfen können, nicht aber die etwas größere Königin. Dadurch ist der Honigraum frei von Bienenbrut.
2. Etage Zarge, die den oberen Brutraum bildet
1. Etage Zarge, die den unteren Brutraum bildet
Erdgeschoß Bodenkonstruktion mit dem Einflugloch vorne und weiteren Einbaumöglichkeiten, nach oben hin offen, nach unten hin meist auch, aber durch ein engmaschiges Gitter für Bienen unpassierbar
Keller nicht vorhanden

 

 

In alle Zargen werden Rahmen gehängt, in die zu Beginn eine dünne Wachsplatte gelötet oder geschmolzen wird. Auf dieser Mittelwand errichten die Bienen zu beiden Seiten ihre Waben. Erst nach deren Fertigstellung können die Waben für die Brut oder den Honigeintrag verwendet werden.

Dieses Prinzip ist für alle Beuten gleich, doch unterscheiden sie sich in vielen verschiedenen Punkten: Größe und Anzahl der Rahmen, Material der Beuten, Aufbau der Zargen, Richtung, in die die Rahmen gehängt werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beutentypen wie Dadant, Deutsch Normalmaß (DN oder DNM), Zander, Langstroth. Darüber schreibe ich an anderer Stelle ausführlich weiter.

Anmerkungen/Quellenangaben

[1] Der Wochenendimker , Karl Weiß, Kosmos Verlag, S. 34, 12. Auflage 2003

Kalkbrut

Ich bin vor wenigen Wochen an einem Praktikumsabend im Frankfurter Imkerverein gefragt worden, ob ich eventuell ein weiteres Bienenvolk übernehmen würde und hatte ja dazu gesagt. Vor wenigen Tagen erhielt ich die Information, dass die in Betracht kommenden Völker aus dem Würzburger Raum an der Kalkbrut erkrankt seien. Damit tauchte dieses Wort zum ersten Mal für mich auf.

Bei Wikipedia habe ich dazu folgendes gefunden und hier hereinkopiert:

„Die Kalkbrut (Ascosphaerose) ist eine Krankheit der Westlichen Honigbiene. Sie wird durch den Pilz Ascosphaera apis verursacht.

Die Infektion erfolgt über Pilzsporen im Futter. Die Larven sterben nach dem Verdeckeln der Zelle im Streckstadium ab und es bilden sich Fruchtkörper, die die Pilzsporen enthalten. Die Krankheit ist dadurch erkennbar, dass die gedeckelten Zellen, die die so genannten Kalkbrutmumien enthalten, beim Schütteln der Brutwaben klappern. Diese Brutkrankheit tritt besonders bei schwachen Völkern auf und wird durch kühle und feuchte Witterung begünstigt.

Die Kalkbrut ist eine Faktorkrankheit. Da der Erreger Ascosphaera apis natürlicherweise in der Umgebung vorhanden ist, sind die zur Krankheit führenden Faktoren zu beseitigen.  Folgende Faktoren begünstigen die Kalkbrut: feuchtkalter Standort, schwach ausgebildeter Reinigungstrieb der Bienen. Folgende Bekämpfungsmaßnahmen können ergriffen werden: Standort wechseln bzw. Umweiseln, bei gleichzeitiger Entnahme der befallenen Waben.

Literatur[Bearbeiten]

Peter Claussen: Entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen über den Erreger der als „Kalkbrut“ bezeichneten Krankheit der Bienen. Parey, Berlin 1921.

Weblinks[Bearbeiten]

http://www.bienen.de/wissenswertes_kalkbrut.php

via Kalkbrut – Wikipedia.“

 

Varroa-Milbe oder Brutmilbe

Die Varroa-Milbe oder auch Brutmilbe ist weltweit der größte Bienenschädling.

Als erwachsenes Weibchen ist die Milbe [Varroa destructor] etwa 1,1 mm lang und etwa 1,6 mm breit. Sie lebt parasitär und kommt ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken oder an Bienen vor. Sie ist außer in  Australien  weltweit verbreitet. Vor allem durch den Transport oder Versand von Bienenvölkern und Königinnen hat sie sich ausbreiten können. Der erste Nachweis von der russischen Pazifikküste stammt von 1952, aus Japan von 1958. In Europa wurde sie zuerst 1967 in Bulgarien gefunden. Der erste deutsche Nachweis stammt aus 1977.

Ihre Lebensweise ist sehr eng an die der Bienen angepasst. Die erwachsenen Weibchen leben zwischen zwei Vermehrungszyklen zwischen den Bauchschuppen der Bienen. Dort saugen sie von den Wirtstieren Blut oder Haemolymphe auf.

Zur Vermehrung kriechen die Weibchen in die Brutzellen kurz bevor diese verdeckelt werden. Dort liegt sie auf dem Rücken im Futtersaft, aus dem sie erst hervorkommt, wenn die in der Brutzelle liegende Larve den Saft aufgefressen hat. Die Eiablage der Milbe beginnt etwa 60 bis 70 Stunden nach der Verdeckelung an die Wand der Brutzelle. Dieses erste Ei ist unbefruchtet und entwickelt sich zu einem Männchen.

Etwa alle 30 Stunden wird ein weiteres Ei gelegt. Diese Eier sind befruchtet, so dass sich aus ihnen die Weibchen entwickeln. Das letzte Ei wird etwa neun Tage nach der Verdeckelung gelegt. Ein Muttertier legt somit etwa 5 bis 6 Eier in ihre Zelle.

Noch in der verdeckelten Brutzelle erfolgt die Begattung der Tochtermilben durch ihren gemeinsamen Bruder. Weil die Verdeckelungsdauer unterschiedlich lang ist, ist auch die Entwicklung der Milben unterschiedlich. Am längsten sind die Drohnenwaben verdeckelt. deshalb lassen sich in ihnen auch die meisten Varroamilben finden.

Mit dem Schlüpfen der Biene verlassen die Mutter und die begatteten Töchter die Brutzelle. Das Männchen und die jüngeren weiblichen nicht ausgereiften  Milben sterben ab.

Sieht man das Zusammenleben der aus Ostasien stammenden Varroamilbe mit unseren westlichen Bienen Apis mellifera unter Gesichtspunkten der Evolution, dann ist dieses noch ein ganz junges Zusammentreffen. In Ostasien hat sich im Laufe der Jahrhunderte zwischen der Varroamilbe und der dort heimischen Biene Apis cerana eine ausgeglichene Wirt-Parasit-Beziehung entwickelt. Davon sind wir im Westen noch sehr weit entfernt. Zwar laufen hier auch entsprechende Zuchtversuche, die aber noch nicht erfolgreich im flächendeckenden Sinne sind.

Aus dem Befall eines Bienenvolkes mit der Milbe kann ein Krankheitsbild entstehen, das heute als Varroose, früher als Varroatose bezeichnet wird. Es entsteht erst dann, wenn die Vermehrung der Varroamilbe im Volk außer Kontrolle geraten ist. Ein Bienenvolk kann daran zugrunde gehen. Hinzu kommt, dass über die Varroamilbe zusätzlich Virenerkrankungen eingeschleppt und übertragen werden können. Deshalb ist die regelmäßige Bekämpfung der Milben von großer Wichtigkeit.

Über die Behandlung und die entsprechenden Konzepte werde ich später schreiben.

 

Bei Youtube habe ich das folgende Video dazu gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=G9-FGA3bwEw

 

 

 

 

 

 

Anderswo

Im Juli und August 2013 sind wir von Oberstdorf nach Bozen über die Alpen gegangen. Im Ötztal und dem anschließenden Südtirol wanderten wir durch unglaublich schöne und vielfältig blühende Wiesen. Ein Paradies nicht nur für das Auge, sondern auch für die dortigen Bienen. Wie ich durch Gespräche mit den Einheimischen dort erfahren konnte, war auch in den Zentralalpen in diesem Frühjahr vieles anders und sehr viel später dran als sonst üblich. Kein Wunder also, dass erst zu dieser Zeit alles in voller Blüte stand.Wir kamen zu Fuß vom Rettenbachferner. In Zwieselstein im hinteren Ötztal marschierten wir an der Venter Ache entlang, als ich plötzlich links vom Weg, erhöht am Hang, eine Unmenge an Beuten erblickte. Ich habe sie nicht gezählt, aber einen kleinen Teil davon als Bild festgehalten. Alle diese Beuten sind Kunststoff- oder Styroporbeuten. Vom Anblick her vermute ich, dass sie nicht im Zandermaß gehalten sind.

Nur ein kleiner Teil der vielen Beuten an der Ache im Ötztal kurz vor Zwieselstein

Nur ein kleiner Teil der vielen Beuten an der Venter Ache im Ötztal kurz vor Zwieselstein

Nur wenige Schritte weiter bot sich das gleiche Spiel, dieses Mal allerdings mit einem Bienenhaus. An seiner nördlichen Stirnseite prangte ein großes weißes Schild:  „ACA“ war groß zu lesen, darunter stand dann „Austrian Carnica Association“. Stimmt ja, Österreich ist das Stammland der Carnica.

Bienenhaus an der Ache im Ötztal bei Zwieselstein. An der nicht sichtbaren Stirnwand steht ein Schild mit der Aufschrift ACA

Bienenhaus an der Venter Ache im Ötztal bei Zwieselstein. An der nicht sichtbaren Stirnwand steht ein Schild mit der Aufschrift ACA

Von Zwieselstein aus sind wir an nächsten Morgen über das Timmelsjoch und von dort weiter nach Moos in Südtirol gewandert. Kurz vor Hochfirst standen am Hang erneut eine Reihe von Beuten.

Beuten am Abstieg vom Timmelsjoch auf der südtiroler oder italienischen Seite

Beuten am Abstieg vom Timmelsjoch auf der südtiroler oder italienischen Seite

 

Zufütterung im Sommer

Der Ablauf eines Bienenjahres  läuft völlig unterschiedlich zum Menschenjahr. Die Bienen haben ihren eigenen Bio-Rhythmus. Auf das Bienenjahr komme ich an anderer Stelle zu sprechen.

Im Juli / August geht es mehr oder minder bereits auf sein Ende zu:

Draußen blüht es immer weniger. Einige Wiesen- und Feldblumen, aber auch viele Vorgärten haben natürlich noch eine Menge an Blüten anzubieten. Insgesamt ist die Menge der Blüten im Vergleich zum Frühjahr jedoch deutlich rückläufig.

Hierdurch ändert sich das Verhalten der Bienen im Stock deutlich: durch das geringere Nahrungsangebot werden nicht mehr so viele Flugbienen zum Ernten benötigt. Folglich geht die Brut in dieser Zeit deutlich zurück. Die Königin reduziert ihre Eiablage in die einzelnen Waben beträchtlich. Was jetzt noch ausgebrütet wird und entsteht, sind die sogenannten Winterbienen.

Durch die fehlende umfangreiche Blüte und wegen des vorher bereits eingetragenen Nektars und Honigs, haben sie einen wesentlich geringeren Stress als ihre Vorfahren: sie müssen nicht pausenlos in die Natur zur Nahrungssuche. Das hat zur Folge, dass sie länger leben. Diese Winterbienen können fast 6 Monate lang leben, also bis in das nächste Frühjahr hinein.

Um so weit zu kommen, müssen aber auch sie genügend Nahrung zur Verfügung haben. Juli und August sind die klassischen Monate der Honig-Ernte des Imkers. D. h. er nimmt den Bienen ihre angesammelten Vorräte weg für seine eigenen Zwecke. Diesen Verlust können die Bienen mangels entsprechenden Blüten nicht mehr ausgleichen.

Damit das Volk erfolgreich überwintern kann, muss deshalb vom Imker nach der Honigernte zugefüttert werden. Dadurch wird die fehlende Nahrungsmenge wieder ausgeglichen.

Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Möglichkeiten und Verfahren:

allen gemeinsam ist, dass jedes Futter Zucker enthält. Manche Imker stellen sich den Futterteig selber her aus einer Mischung von Wasser, Zucker und Honig beispielsweise. Wer sich diese Mühe ersparen möchte, für den gibt es fertige Teige im Imkerfachhandel  zu kaufen. Diese sind entweder als ein riesiger Block von etwa 20 kg oder bereits portioniert in Scheiben von 2,5 Kg zu erwerben. Daneben gibt es noch flüssige Zuckerlösungen.

Diese Lösungen werden in spezielle Behälter gegossen und in der Beute auf die obersten Rähmchen der Zarge gestellt. Die Bienen können durch kleine Öffnungen hinein klettern und sich bedienen. Wichtig ist hierbei, dass den Bienen ein fester Halt geboten wird, damit sie nicht in die Zuckerlösung fallen und ertrinken. Das gilt besonders für offene Wannen, in denen die flüssigen Zucker den Bienen angeboten werden. Auf die Oberfläche müssen kleine schwimmende Inseln gelegt werden, die vom Rande her zu erreichen sind. Bienen sind Nichtschwimmer.

Die festen Teige werden ebenfalls oben auf die Rähmchen gelegt. Von dort holen sich die Bienen jeweils entsprechende Portionen und lagern sie ein.

Zufütterung: der Portionsbeutel liegt angeschnitten auf den obersten  Rahmen
Zufütterung: der Portionsbeutel liegt angeschnitten auf den obersten Rahmen

 

Ziel und Zielgruppe

Seit April 2013 bzw. Mai 2013 sind wir, Matthias und Holmer, mit Bienen beschäftigt. Das ist eine faszinierende Welt, in der es vieles Neues zu entdecken gilt. Durch diese Beschäftigung hat sich auch der Blick auf und in die Umwelt und Natur verändert. Wir schauen viel genauer und interessierter hin, nehmen sehr viel deutlicher oder bewußter wahr, was zurzeit zum Beispiel gerade für Pflanzen oder Bäume blühen.

Durch die Begeisterung kam ich, Holmer, auf die Idee, das festhalten zu wollen und anderen Menschen davon zu erzählen, sie vielleicht ebenfalls zu begeistern. Um das umzusetzen bin ich auf das Bloggen gekommen. Seit Juli 2013 existiert dieses Blog. Noch ist es in der Phase des Ausprobierens und Experimentierens, aber es wird immer besser….

Für mich ist ein Faszinosum hierbei, dass ich dadurch auch mehr über Bienen lerne und zugleich über ein Neuland, das Bloggen. Ich bemühe mich, möglichst breitgestreute Informationen hier einzustellen und zu sammeln, die besonders auch für Nicht-Imker sein sollen. Bienenzüchter und Imker bitte ich deshalb, mir manches nachzusehen, was an fachlichem Wissen bekannt und selbstverständlich ist. Für viele andere ist es das nicht und für mich auch nicht immer. Wie geschrieben: ich lerne selber darüber unglaublich viel über den Titelgegenstand:  Bienen und Bienenzucht.

Etwas anderes könnte dabei noch im Laufe der Zeit entstehen: eine Art Handbuch für Imker und Nicht-Imker.

Natürlich bin ich nicht frei von Fehlern. Deshalb bitte ich die geneigten LeserInnen, mir in diesen Fällen eine Nachricht zukommen zu lassen. Ebenso freue ich mich über Kommentare und Anregungen.

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Varroa-Behandlung (1)

Im Juli und August geht das Bienenjahr rasch auf sein Ende zu. Nur noch wenige Blüten sind in der Natur vorhanden aus denen die Bienen ihre Tracht eintragen können. In dieser Zeit erfolgen die Honig-Ernte und anschließend die Behandlung gegen die Varroamilben.

Unsere drei Jungvölker haben sich unterschiedlich prächtig entwickelt:

im Volk 1 scheint kein freier Platz mehr zu sein und es wiegt immens, wenn wir die Beute zu zweit anheben. Das bedeutet, dass in den Waben sehr viel Honig vorhanden ist. Die Völker 2 und 3 wiegen deutlich weniger, die Waben in den vorher eingehängten Mittelwänden sind vollständig ausgebaut, aber am Rande noch ohne erkennbaren Honig-Eintrag.

Weil unsere Völker als Ableger im ersten Jahr bei uns sind, haben wir ihnen ihren eigenen Honig belassen und nicht geerntet und abgeschleudert. Dieser Honig stellt die Nahrungsreserve für den kommenden Winter dar. Trotzdem haben wir „zugefüttert“. Dafür haben wir oben auf die Folienabdeckung der obersten Rahmen jeweils 2,5 kg eines speziellen Futterteiges aus Zucker gelegt. Innerhalb der Beute ist genügend Platz für die Bienen, um an diesen Futterteig zu gelangen.

Parallel haben wir mit der Behandlung des Volkes gegen die Varroamilbe begonnen. Dabei haben wir uns für eine relativ junge und schonende Methode entschlossen. Üblicherweise wird zu dieser Zeit mehrfach in definierten Zeitabständen  eine mit 60% konzentrierte Ameisensäure in die Beute zum Verdampfen gestellt. Es gibt eine andere Methode, für die wir uns entschieden haben:

hierbei wird eine Wanne mit 3 Litern einer  15%-iger Ameisensäure ganz unten in die Beute gestellt. Der Varroaschieber  muß vorher mit seinem Einsatz natürlich entfernt werden. Aus der Wanne verdunstet die Flüssigkeit innerhalb der nächsten Wochen und vernichtet einen Großteil der vorhandenen Varroamilben. Studien haben ergeben, dass mit dieser schonenden Methode etwa 90 % der vorhandenen Milben abgetötet werden. Natürlich haben wir bei der anstehenden Völkerkontrolle vorher auf dem Varroa-Schieber nach toten Milben gesucht. Bei keinem der Völker konnten wir tote Milben finden. Das bedeutet leider nicht, dass die Völker milbenfrei sind. Die Milben halten sich in der Brut auf. Im Juli / August geht die Brutzeit zu Ende. Deswegen ist zu dieser Zeitraum die ideale Behandlungsmöglichkeit gegeben. Der vorhandene Honig wäre normalerweise abgeschleudert, so dass die Ameisensäure nicht in ihn übergehen kann. Wenn der Honig im Stock verbleibt, schadet es den Bienen nicht, wenn die Ameisensäure in den Honig geht. Nur für den menschlichen Verzehr wäre es nicht so gut……

Die erwähnte schonende Methode hat zudem den Vorteil, dass die Zufütterung und die Varroabehandlung parallel laufen können.

Einfüllen der Ameisensäure in die Bodenwanne     Hier wird gerade die Ameisensäure in die Bodenwanne gefüllt.

Boden mit Wanne zur Varroabehandlung     So sieht es dann von vorne bzw. von hinten aus mit der Bodenwanne. Die Zargen mit den Bienen und ihren Rähmchen werden anschließend wieder auf diesem Boden aufgebaut.

Im Spätherbst oder Frühwinter erfolgt eine weitere Varroabehandlung.

Dieser Zeitpunkt ist auch aus einem anderen Grunde ideal und wichtig: jetzt schlüpfen die letzten Bienen. Diese Bienen sind nicht mehr dem Stress des Frühjahres und Sommers ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass sie länger leben. Eine Biene lebt im Regelfall 42 Tage und durchlebt hierbei ein fest definiertes Aufgabenspektrum. Die jetzt schlüpfenden Bienen haben dieses stressige Spektrum nicht und leben deswegen deutlich länger. Als „Winterbienen“ leben sie in der Regel bis zum nächsten Frühjahr und bereiten nach dem Winter die kommende Saison und Frühjahrsbrut vor.