Fipronil – nicht nur ein Fall für die Eier

Der Eier-Skandal aus Belgien/Niederlande ist derzeit weit in aller Köpfen verbreitet. Kaum ein Medium, das nicht über Fipronil und die Eier berichtet.

Was dabei viel zu kurz kommt: Fipronil ist als Gift nicht nur für uns Menschen schädlich, sondern auch bei den Bienen! Wegen seiner Bienenschädlichkeit wurde es 2013 von EU beim Einsatz in der Landwirtschaft bereits verboten.

Mehr dazu und weitere Hintergründe gibt es in Spiegel-online zu lesen.

Hier der Link dazu:

„Die Geschichte von Eiern und Bienen“

Pflanzenschutzgift beeinträchtig Fruchtbarkeit

EFSA: Risiko für Bienen – Daten einreichen

Bienengiftiges Fipronil als Ameisenmittel

Gift für die Bienen

Agrar heute

 

Flieger im Piemont

Seit gestern bin ich aus den Piemonteser Alpen zurück. Während einer Wanderung vorgestern, leider unserer letzten, sprach mich eine Mitläuferin darauf an, ob ich nicht soeben die Bienen dort mit ihrem Nest gesehen habe. Ich hatte sie nicht gesehen, sondern war in meinen Gedanken beim Wandern auf der Suche nach Blumenmotiven gewesen.

An einem Stein hing eine tropfenförmige von sechseckigen Waben gebildete Struktur, etwa 7 cm lang. Bienen waren zunächst nicht zu sehen. Aber nach einem kurzen Warten kamen zwei „Ufos“ an. Dies waren allerdings keine Bienen, sondern Wespen gewesen. Klassisch waren ihre Wespentaille zu sehen und die gelbe Färbung der Hinterleibsringe zu erkennen. Auch die Wabenstruktur beziehungsweise das Wabenmaterial passte nicht dazu. Bienen bauen ihre Waben aus Wachs und bevorzugen das Dunkel. Hier jedoch waren die Wände aschgrau und eher papier- oder pappefarben. Ein weiteres Argument gegen das Vorhandensein von Bienen an diesem Ort.

Apropos Ort: der Stein mit seinem Wabenanhangsgebilde lag ungeschützt dem Wetter ausgesetzt auf etwa 2000 Meter Meereshöhe oder sogar noch höher.

Im Val Varaita im Piemont an einem Stein
Wespennest im Val Varaita im Piemont

Selten sieht man ein solches Wespennest von außen, meistens sind sie verborgen.

Bienen und Honig in Japan – Teil 2. Von Matthias Adler

Mitten im noblen Ginza-Viertel, über den Flagship-Stores aller bekannten Luxusmarken, über den unzähligen Restaurants und Bars und unweit des Kabuki-Theaters und bekannter Warenhäuser befindet sich im neunten Obergeschoss des Kami-Pulp Gebäudes das Büro des Ginpachi Projects.

Kabuki Theater in Tokyo

„Ginpachi“ ist ein Kunstwort aus „gin“ (Silber; steht für das Viertel Ginza, die frühere Silbermünzstätte in Tokyo) und „hachi“ (Biene, Wespe), also die „Ginza-Biene“. Und wirklich ist der Kern dieser NPO (Non Profit Organization) die Bienenhaltung auf dem Dach des Kami-Pulp Gebäudes. Darüber hinaus ist man jedoch auch in diverse andere Projekte zum Naturschutz und zur Landwirtschaft involviert.

Wako-Kaufhaus

An einem Mittag im Mai treffe ich Herrn Akimoto, der für die PR dieses Projektes zuständig ist. Einige Tage vorher habe ich mit ihm per Mail einen Termin für eine Besichtigung ausgemacht. Unser Gespräch fand in japanischer Sprache statt, aber Herr Tanaka spricht auch ausgezeichnet Englisch! Zuerst zeigt Herr Tanaka mir ein Video, in dem die verschiedenen Aktivitäten des Projektes vorgestellt werden. Für die Mitglieder der Organisation, die bereits über zehn Jahre tätig ist, sind die Räumlichkeiten, die Dachterrasse sowie die Bienenbeuten ein Stockwerk höher die Verwirklichung eines Traumes. Hier werden Naturschutzprojekte verwaltet, landwirtschaftliche Einsätze für Städter in den Nachbarpräfekturen organisiert und mitten im Großstadtmoloch Tokyo Bienen gehalten.

Blick auf die Dachterrasse
Blick vom Dach des Kami-Pulp Kaikan

Also steigen wir über eine steile Stahltreppe hinaus aufs Dach des Gebäudes. An den fünf Bienenbeuten mit westlichen Honigbienen, die an einer Seite des Flachdaches in einem abschließbaren Verschlag stehen, herrscht an diesem warmen Frühlingstag reger Flugbetrieb. Die Bienen sind überaus sanftmütig, also verzichten wir auf Stichschutz. Auf meine Frage, wo die Bienen in diesem dicht bebauten Stadtteil Nektarquellen finden, erläutert Herr Tanaka, dass im üblichen Flugradius der Bienen neben dem kaiserlichen Palastgelände auch weitere Parkanlagen, darunter der Hamarikyû-Garten, liegen. Dort allerdings gibt es eher wenig Trachtquellen. Für die Haupttrachtquellen im Viertel sorgte Gevatter Zufall: die Stadtplaner haben zur optischen Aufwertung der Ginza und zur Erhöhung der Attraktivität für Besucher an den breiteren Straßen des Viertels Alleebäume angepflanzt, deren Arten bewusst so gewählt wurden, dass sie nicht gleichzeitig, sondern gestaffelt blühen. Somit gibt es über die Saison ein stetes, in unmittelbarer Nähe befindliches Angebot an Nektar und Pollen. Die Saison beginnt im März mit japanischer Zierkirsche und geht dann über die rotblühende Rosskastanie, Tangerinen, japanischen Blauregen, Tulpenbaum, Rosskastanie, Tilia japonica bis zum japanischen Schnurbaum, der im August blüht.

Verschlag mit fünf Völkern der westlichen Honigbiene

Entsprechend sind die Erntemengen an Honig. In der Saison wird fast jede Woche geschleudert, die Saisonausbeute von fünf Völkern beträgt sagenhafte eintausend Pfund! Der Honig wird wie hier in Deutschland behandelt, also vor der Abfüllung gerührt. Die Abfüllung erfolgt hauptsächlich in Minigläser mit 36 Gramm Inhalt, die im Büro des Projektes für 1.000 Yen verkauft werden – im Matsuya-Kaufhaus um die Ecke weitaus teurer. Allerdings wird nur ein sehr geringer Teil des Ginza-Honigs im Glas verkauft. Der weitaus größte Teil wird – ganz im Sinne des Projektes, das auch das Miteinander im Stadtteil fördern will – an Patisserien, Restaurants und Bars in der Umgebung geliefert, die damit ihre Backwaren und Speisen aufwerten, aber auch Cocktails kreieren. Herr Tanaka führt aus, dass der japanische Verbraucher für den Konsum zuhause eher Honigsorten bevorzugt, die keinen ausgeprägten Eigengeschmack aufweisen. In Japan gibt es zudem keine Regularien für Sortenhonig, und natürlich liegt die Vermarktungsstrategie des Ginpachi Projects nicht in besonderen Honigsorten, sondern in der Herkunft des Honigs.

Beute mit westlichen Honigbienen

Zum Teil unterscheidet sich die Bienenhaltung doch von der hier in Deutschland. Zur Schwarmverhinderung werden den Königinnen die Flügel geschnitten, natürlich werden zur Schwarmverhinderung auch Ableger gebildet, denn neben den fünf Völkern mit westlichen Honigbienen stehen auch auf weiteren Dächern in der Umgebung noch zusätzliche Völker. Ebenfalls muss gegen die Varroa-Milbe behandelt werden, wobei dieselben Mittel wie in Deutschland zum Einsatz kommen. Ein Blick in den Geräteschuppen zeigt einen deutlichen Unterschied: es gibt Rahmen mit Mittelwänden aus Kunststoff! Herr Tanaka erklärt, dass diese als Drohnenrahmen verwendet werden. Außerdem – und hier unterscheidet sich die Betriebsart in wenig akzeptabler Weise – bestünden die Mittelwände für die anderen Rahmen aus Paraffin, mit dem Zweck, dass die Bienen ihre Energie in die Honigproduktion und nicht in die Wachsproduktion stecken sollen. Gerade hier in Deutschland, wo es unlängst einen großen Skandal um mit Paraffin verseuchtes „Bio“wachs gab, dünkt die Verwendung solcher Mittelwände seltsam an…

Mittelwände aus Kunststoff und Paraffin
Beute mit japanischen Honigbienen

Während Herr Tanaka mich auf der Besucherterrasse, auf der Minze und andere Kräuter für die Bars in den Nachbarstrassen angebaut werden, verschiedene Ginza-Honige probieren lässt, sprechen wir noch über die weiteren Bienenvölker auf dem Dach mit japanischen Honigbienen. Diese werden aus Gründen des Naturschutzes gehalten, da ihr Honigertrag weit unter dem der westlichen Honigbiene liegt, die erst vor etwa 140 Jahren in Japan eingeführt wurde. Durch ihr besonderes Putzverhalten ist bei der japanischen Honigbiene keine Behandlung gegen die Varroa-Milbe notwendig. Imker, die die westliche Honigbiene halten, fürchten die japanische Hornisse (suzumebachi). Bereits vier oder fünf Exemplare reichen aus, um einem Bienenvolk in kürzester Zeit den Garaus zu machen. Die japanische Honigbiene hat jedoch eine Strategie, um Angriffe der Hornissen abzuwehren. Etliche Arbeiterinnen umschließen die Hornisse wie einen Ball, der dann auf eine Temperatur gebracht wird, die die Hornisse (und wohl auch einige Arbeiterinnen…) nicht überleben.

Kontaktdaten:

Ein Besuch gegen eine Gebühr von 1.000 Yen pro Person kann mit einigen Tagen Vorlauf problemlos arrangiert werden.

Von den folgenden Stationen der U-Bahn dauert es nur einige Minuten zu Fuß bis zum Kami-Pulp Kaikan:

  • Ginza-Station auf der Ginza-Linie
  • Ginza-Station auf der Hibiya-Linie
  • Ginza-Station auf der Marunouchi-Linie
  • Higashi-Ginza-Station auf der Asakusa-Linie.

„Ginpachi“ Ginza Honey Bee Project NPO

Mr. Akihito Tanaka, Public Relations

Kami-Pulp Kaikan 10F

3-9-11- Ginza

Chûô-ku

Tôkyô 104-8139

www.gin-pachi.jp

www.facebook.com/ginzamitsubachi

e-mail: ginpachi.akihito@gmail.com

Tel.: (03) 3543-8201, Fax: (03) 3543-8116

 

Doppelgänger erwischt

Während einer Fortbildung in Boppard (am Rhein südlich von Koblenz) ging ich mittags in eine lokale Bäckerei, um mir etwas zum Essen zu kaufen. Dort fand ich in der Auslage folgendes:

Doppelgänger? Imker Matthias Adler in Boppard

Doppelter Zufall: sowohl die Namensgleichheit als auch die Tätigkeit als Imker. Zufall? Oder gibt es dort einen heimlichen Ableger vom Riedberg in Frankfurt..?

 

Bienen und Honig in Japan (von Matthias Adler)

L´abeille – das Honigfachgeschäft

Das Stadtviertel Ginza in Tôkyô wurde in den letzten Jahren wieder zu der noblen Einkaufs- und Flaniermeile, die sie einst vor dem Zusammenbruch der japanischen Bubble-Economy 1990 gewesen war. Während der Hochphase der Immobilien- und Aktienspekulationsblase hieß es immer, die fettesten Krähen seien die auf der Ginza, denn die Vögel machten sich dort über die Reste im Müll der Nobelrestaurants her.

Das Kaufhaus Matsuya gleich in der Nähe der berühmten Ginza-Kreuzung verfügt über eine phantastische Feinkostabteilung im Untergeschoß: Fisch, Schalentiere, Fleisch, Backwaren, ausgesuchte Weine und Spirituosen – alles, was Herz und Magen begehren. Allerdings nur dann, wenn der Geldbeutel prall gefüllt ist. Immer, wenn es in den Medien unberechtigterweise heißt, daß die Lebenshaltungskosten in Japan unglaublich teuer seien, muß der Schreiber seine Informationen an Orten wie dem Matsuya-Kaufhaus gesammelt haben. (Und nicht beim Fisch- oder Obsthändler um die Ecke…)

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Kaufhaus Matsuya

L´abeille betreibt dort nach dem „Shop in shop“-Prinzip einen Verkaufsstand von wenigen Quadratmetern mit mehreren Angestellten. Man handelt dort mit Honigspezialitäten aus aller Herren Länder, aber auch mit anderen Lebensmitteln, für deren Herstellung Honig verwendet wurde. Bei den Produkten handelt es sich weniger um Lebensmittel für den Alltag, sondern eher um aufwändig und geschmackvoll verpackte Geschenkartikel zu besonderen Gelegenheiten. Die Preise liegen um ein Vielfaches über denen des klassischen Lebensmittelhandels. Wen es interessiert: 1 Euro entspricht derzeit etwa 118 Yen.

Internationale Honigsorten:

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Italien: Millefiori

 

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Frankreich: Akazie

 

Taiwan: Lychee
Taiwan: Lychee

 

Äthiopien: Kaffee
Äthiopien: Kaffee

 

Griechendland: Thymian, Orange
Griechenland: Thymian, Orange

 

Neuseeland: Manuka
Neuseeland: Manuka

Lebensmittel mit Honig:

Miso-Honig-Dip mit Ingwer
Miso-Honig-Dip mit Ingwer

 

Honiggetränk mit Zitrone oder Ume-Aprikose; eine Flasche mit 250 ml kostet 1.620 Yen
Honiggetränk mit Zitrone oder Ume-Aprikose; eine Flasche mit 250 ml kostet 1.620 Yen

Honigsortiment in Geschenkverpackung:

Honigsortiment in Geschenkverpackung
Honigsortiment in Geschenkverpackung

Diese Packung zum Preis von 9.720 Yen beinhaltet Akazienhonig aus der Präfektur Akita, Honig von der Ginza (die Füllmenge dieses Glases beträgt nur 36 gr, dieses Glas kostet im Einzelverkauf 1.728 Yen), Honig vom Wachsbaum aus der Präfektur Wakayama, Honig vom Ilex pedunculosa Miq., ebenfalls aus der Präfektur Wakayama, Apfelhonig aus der Präfektur Akita sowie Blütenhonig von Miyakojima, einer Insel der subtropischen Präfektur Okinawa.

Moment! Honig von der Ginza?
Moment! Honig von der Ginza?

Fortsetzung folgt!

Informationen:

Die Adresse des Kaufhauses Matsuya lautet: Ginza 3-6-1, Chûô-ku, 104-8130 Tôkyô-to. L´abeille liegt in der Delikatessenabteilung im ersten Untergeschoß und ist täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Leider muß angemerkt werden, daß die Qualität vieler der ausgestellten Produkte unter offensichtlichen Lagerfehlern leiden dürfte. Es steht zu hoffen, daß dies bei den zum Verkauf bestimmten Produkten nicht der Fall ist.

In Burgund gibt es nicht nur Wein, sondern auch …

Freunde waren im Sommerurlaub in Burgund. Während einer Wanderung in einem Wald aus Eichen und Buchen nahe Vézelay stießen die drei auf lauter Bienenstöcke. Sie alle bestehen nur aus einer Zarge und tragen darüber je ein Dach. Der Hanglage angepasst stehen sie einigermaßen waagerecht auf dem Waldboden. Sie erinnern mich ein wenig an Puppenhäuser.

Bienen in Burgund

Auf den ersten Blick ist das Beutenmaß nicht gut auszumachen. Vielleicht sind es Dadantbeuten, die ja in Frankreich weiter verbreitet sind als bei uns.

Mit der Kraft der Bienen – unglaublich aber wahr

Heute abend habe ich im Gespräch mit Freunden von der folgenden Geschichte erfahren: ein Schwarm von Bienen soll einen Kampfjet in die Knie – sprich zur Landung – gezwungen haben.

Unglaublich, scheint aber wahr zu sein, wenn die folgenden Links stimmen:

Kampfjet Stern

Kampfjet Welt

Kampfjet MOPO 24

Kampfjet MOPO

Kampfjet Focus

 

Honi soit qui mal y pense

So lautet die umlaufende Inschrift auf den Wappen der englischen Königin und der englischen Regierung. Näheres hierzu unter dem Link Honi soit .

Doch schreibe ich das nicht hier herein, um auf Großbritannien aufmerksam zu machen. Die Übersetzung dieses altfranzösischen Spruches lautet: Ein Narr, der Böses dabei denkt.

Der folgende Link hat mich vor wenigen Augenblicken erreicht. Sein Inhalt ist es wert zügig weitergegeben zu werden.

Postillon

 

Honigsüßer Bundestag – Neues von den Bundesbienen

Gestern wurde in Berlin der „Bundeshonig“ geschleudert. Nach langem und bürokratisch-umständlichem Vorlauf – besonders verankert in der Person des Bundestagspräsidenten – steht nun auf dem Bundestagsgelände ein Bienenvolk, dessen Honig geerntet worden ist. Näheres im Link unten.

Bienen im Bundestag

Apitherapie: Stockluft

Im Urlaub sahen wir ein neu errichtetes Bienenhaus stehen, bogenförmig mit großer Glasfront. Neugierig geworden, habe ich nachgefragt und einen Besichtigungstermin dort mit dem Besitzer, Hannes Plattner, vereinbart. Über das Haus als solches berichte ich an anderer Stelle.

In diesem Haus soll ein Zentrum für Apitherapie mit Stockluft erreichtet werden.

Apitherapie heißt zunächst einmal nur Bienen(produkt)therapie. Dazu zählen viele verschiedene Therapieformen. Im Volksmund ist bekannt, dass Bienenstiche angeblich gegen Rheuma helfen sollen. Hierzu gibt oder gab es auch entsprechende Salben mit „Bienengift“ zum Einreiben. Auch mit Bienenhonig kann man behandeln. So wird beispielsweise der neuseeländische Manukahonig in der Therapie von Wundheilungsstörungen angewendet.

Eine andere Behandlungsmöglichkeit stellt die Anwendung von Stockluft dar. Das Einatmen der Luft aus einem Bienenstock würde bei Asthma, chronischer Bronchitis, allergisch bedingtem Asthma, COPD helfen. Wissenschaftliche medizinische Studien, die doppelblind durchgeführt worden sind, gibt es hierzu (noch) nicht. Zwar wurden an kleinen Personengruppen von sehr wenigen Teilnehmern entsprechende „Studien“ durchgeführt, allerdings sind diese nicht sehr aussagekräftig. Hannes Plattner erzählte jedoch, dass zurzeit mehre große Studien mit mehreren Hundert Probanden durchgeführt werden, deren Ergebnisse aber noch nicht veröffentlicht worden sind.

Wie funktioniert nun die Stockluftanwendung?

In den Abschlussdeckel einer Bienenbeute wird ein Ausschnitt gesägt, auf den ein Ansauggebläse mit Schlauchanschluss montiert wird. Der Motor saugt die warme Luft des Bienenstocks an und bläst sie über einen Stutzen nach außen. Hierauf lässt sich ein Schlauchstück mit einer daran hängenden Atemmaske montieren. In ihr kann man die von den Bienen, Waben und Honigraum aromatisierte Luft einatmen. Eine Anwendung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Etwa alle 10 Minuten wird der Bienenstock gewechselt.

Aufsatz auf dem Dach eines Bienenstocks
Aufsatz auf dem Dach eines Bienenstocks
Ein sanfter warmer Luftstrom wird aus dem Bienenstock geblasen
Ein sanfter warmer Luftstrom wird aus dem Bienenstock geblasen

Pro Person rechnet man deshalb mit drei Bienenstöcken, die für dessen Stocklufttherapie benötigt werden. Dieser Wechsel wird damit begründet, dass nach Ablauf von etwa 10 Minuten die Konzentration an Bienenstockaromen deutlich nachlässt. Pro Woche werden zwei bis drei Sitzungen durchgeführt.

Bereits nach wenigen Anwendungen sollen die Symptome schon zurückgehen. Allergiker, die auf manche Blütenpollen mit Asthma reagieren, würden von dieser Therapieform gut profitieren können und sollen hinterher beschwerdefrei sein.

Die Stocklufttherapie kann in der Zeit zwischen April und September durchgeführt werden. Das ist die Zeit, in der die Bienen die Tracht, den Nektar, eintragen und in den Waben, speziell des Honigraumes, einlagern. Deshalb gehört immer ein aufgesetzter Honigraum zu dieser Anwendungsform dazu. Ab September bereiten die Bienen sich auf den kommenden Winter vor und sammeln keinen Pollen und keinen Nektar mehr ein. Deshalb findet in dieser Zeit keine Anwendung mit Stockluft statt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen: in Deutschland ist das gewerbsmäßige Anbieten dieser Therapieform als ein Angebot einer medizinischen Leistung angesehen. Hierzu bedarf es damit eines Fachkundenachweises. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Therapie nicht, weil es keinen Wirksamkeitsnachweis in Form von anerkannten Studien gibt. Das Verwaltungsgericht Jena hatte einem Heilpraktiker diese Anwenungsform gerichtlich untersagt (http://www.imkerpate.de/stockluft-therapie-verbot-bienenluft-bienenstockluft-therapie/). Der Hersteller des Gebläsemotors hat auf seiner Webseite wohl aus diesem Grund auch vom Wellnessbereich gesprochen.

Hier dazu ein Link zu Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=jsBCtwCrjT4

 

 

Obstbau-Museum in Lana/Südtirol: und wieder Bienen

Heute waren wir im Etschtal in Lana und haben dort das Südtiroler Obstbaumuseum besucht.

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Dort gibt es vielerlei über die Südtiroler Landwirtschaft und besonders den Obstanbau zu erfahren. Spannend für mich: wir gingen durch die Museumsanlage und folgten dem Schild:

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Was fanden wir dort am Eingang vor?

So etwas:

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Honigschleuder, Bienenkorb und rechts unten: Bienenstock
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Bienenstock (li.) und Wachspresse für Mittelwände

Spannend! Hier wird nämlich demonstriert, welche wichtige Bedeutung die Bienen und die Imkerei für den Obstanbau haben. Obstbäume sind Fremdbestäuber. Ohne die Hilfe von Bienen wären sie nicht in der Lage bestäubt zu werden und Früchte anzusetzen.

Aktueller Bericht aus Südtirol: Bienenhaus in schlechtem Zustand

Bei unserer heutigen Wanderung im Ultental in Südtirol war ich mitten in Gedanken an Thomas Mann und Sigmund Freud, die beide hier in einem Privatsanatorium zur Kur gewesen waren, als mich Matthias ansprach und fragte, ob ich das soeben passierte Bienenhaus gesehen habe. In meinen Gedanken versunken, hatte ich nicht bemerkt, dass ich justament daran vorbeigewandert bin.

Beim Betrachten konnte ich gut verstehen warum: das Haus wirkte verlassen und ungepflegt, seine Eingangstür stand offen, nur an einem einzigen Anflugbrett war Flugbetrieb zu erkennen. Die anderen Fluglöcher wirkten verschlossen und verschmutzt.

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Bienenhaus-3

Bienenhaus

Spinnweben und kleines Geröll war auf den meisten Anflugbrettern zu erkennen. Auch bei den obigen Bildern ist der verwahrloste Zustand dieses Hauses gut zu erkennen.

Aktuell aus Südtirol: Scheibenhonig

Scheibenhonig. Das Wort ist vielen Menschen bekannt. Meist dient es als vornehmer Ersatz wie „Scheibenkleister“ für eine unanständiges Schimpfwort, das ebenfalls mit Sch.. beginnt.

Aber Scheibenhonig gibt es wirklich. Heute mittag haben wir ihn in Bozen auf dem Markt gefunden:

Waben- oder Scheibenhonig - Eukalyptus
Waben- oder Scheibenhonig – Eukalyptus

In kleinen Plastikboxen wird er verkauft und kostet vor Ort etwa 9 € je Packung.

Waben- oder Scheibenhonig - Akazie
Waben- oder Scheibenhonig – Akazie

Der Händler führte ihn je nach Herkunftsblütenart in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Waben- oder Scheibenhonig - Orange
Waben- oder Scheibenhonig – Orange

Scheibenhonig wurde früher oft in der Heide als Heidehonig verkauft. Um in den Korbbeuten der Heideimkerei an den Honig zu gelangen, mussten die Waben herausgeschnitten werden. So wurden sie scheibenweise verkauft.

Per Definition wäre das allerdings ein Wabenhonig: aus dem Naturbau der Bienen (auch Wildbau genannt) werden ausgeschnittene Stücke samt umgebendem Bienenwachs verkauft.

Beim Scheibenhonig sind die Waben jedoch auf einer zuvor eingesetzten Mittelwand (aus Bienenwachs) gebaut. Sie werden zur Ernte und zum Verkauf aus den Rahmen geschnitten. Wie die Bilder zeigen, können die einzelnen Waben unverdeckelt oder verdeckelt sein.

Übrigens ist die für ein Kilogramm Honig benötigte Menge an Bienenwachs äußerst gering: es reichen 40 Gramm Wachs völlig aus, um diese Menge aufzunehmen. Daran sieht man wieder einmal, wie effizient und sparsam es in der Natur zugehen kann.

 

Bienen in der Drogenfahndung

Beim Besuch im Bienenmuseum Plattnerhof vor zwei Tagen erzählte uns eine Angestellte, dass es inzwischen Versuche gebe, Bienen in der Rauschgiftfahndung einzusetzen.

Es erschien mir schier unglaublich. Gewiss, Bienen haben ein sehr feines Geruchsorgan, mit dem sie ihre Nahrung finden können. Aber in der Rauschgiftfahnung?

Im Internet habe ich dazu ein paar Links gefunden, die ich hier einstelle:

Bild der Wissenschaft

Beecare

Wired

Blick

Kompakt

 

Typisch britisch: das Gasthaus zum Bienenkorb

Vor drei Tagen erzählte mir eine Freundin, Anna M Thane, nachdem sie wieder einmal während eines Besuches bei uns mitgeimkert hatte, dass es in Großbritannien einen alten Gasthof gebe, der als Wirtshausschild bereits seit 1791 eine echte Bienenbeute habe.

Zu gerne hätte ich den entsprechenden Blogbeitrag hier veröffentlicht. Urheberrechtliche Bedenken lassen dieses jedoch nicht zu. Deshalb setze ich nachfolgend einfach einen Link zur entsprechenden Seite in Großbritannien.

Bereits im Titelbild weist die Spitze eines weißen Dreiecks am unteren Bildrand in ihrer Verlängerung auf die Bienenbeute in einem Baum hin.

hier der zugehörige Link: The Beehive

Anna blogt übrigens ebenfalls über eine spannende Zeit in England, das Regency. Hier der Link zu Anna M Thane: AnnaMThane

 

Bienen erobern den Deutschen Bundestag

Heute morgen erzählte mir eine unserer Mitarbeiterinnen, dass in der heutigen Ausgabe Offenbach-Post ein Artikel stehe, in dem darüber berichtet werde, dass im Deutschen Bundestag ein Bienenvolk aufgestellt worden sei. Auf der Website der Offenbach-Post habe ich nichts dazu gefunden, wohl aber in der Online-Ausgabe des Spiegels. Hier der Link dazu:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-ein-bienenstock-gegen-das-bienensterben-in-deutschland-a-1089187.html

Bärbel Höhn von den Grünen und Martin Burkert von der SPD waren die Initiatoren. Die tiefgreifende Angst der Bundestagsabgeordneten vor Bienen kommt im Artikel auch zur Sprache: erst nach einem Probelauf mit  einem Minivölkchen von 2000 Bienen wurde das Aufstellen eines normalen Volkes bewilligt.

Weiteres auch auf der Webseite von Bärbel Höhn:

http://www.baerbel-hoehn.de/meine-themen/umwelt/bienen-im-bundestag.html

oder auf der Webseite von Martin Burkert:

http://martin-burkert.de/meldungen/50-000-bienen-bekommen-ein-neues-zuhause-im-bundestag/

einen weiteren Link hierzu vom Radio- und Fernsehsender rbb:

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/07/bienen-am-reichstag.html

oder hier:

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/honig-bundestag-bekommt-50000-honigbienen-aid-1.5803602

 

 

Klotzbeuten – ein Baumstamm für Bienen

Auf dem ersten Frankfurter Bienenfestival waren sie bereits zu sehen: Klotzbeuten. Sie werden aus Baumstämmen hergestellt und dienen den Bienen als Behausung. In der Frankfurter Rundschau erschien hierzu im März 2016 ein Artikel. Aus urheberrechtlichen Gründen darf ich den Inhalt des Artikels hier nicht veröffentlichen. Über den angegebenen Link gelangt man jedoch direkt in das Archiv der Zeitung und kann den Beitrag dort nachlesen:

http://www.fr-online.de/frankfurt/zeidler-handwerk-ein-baum-fuer-die-bienen,1472798,33939154.html

In Frankfurt ist im Botanischen Garten inzwischen die erste Klotzbeute installiert worden.

Bei Wikipedia gibt es hierzu ein paar sehr unterschiedliche Bilder und eine recht gute Beschreibung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Klotzbeute

 

Bienen im Fußball beim FC St. Pauli

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Eine Mitarbeiterin hatte mich gestern auf einen Zeitungsartikel aufmerksam gemacht, den viele Fußballfan gelesen haben dürften. In der Bundesliga hat der Fußballclub FC St. Pauli Geschichte geschrieben, indem er als erster Fußballverein der Bundesliga auf seinem Stadiongelände am Millerntor in Bienenstöcke aufgestellt hat. Damit will der Verein auf das Bienensterben aufmerksam machen und für ein neues Bewusstsein werben. Mit Hilfe einer Webcam kann man sich die aufgestellten Völker direkt ansehen. Der Honig soll später als erster Bundesligahonig verkauft werden. Unter den Fans dürfte er reißenden Absatz finden.

Näheres dazu im Beitrag auf der Homepage des FC St. Pauli

http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/9542

 

Wo Bienenvölker so überall stehen …

am 19. Januar 2016 stand in der Zeitung Hamburger Abendblatt ein Artikel über acht Bienenvölker, die im Stadtteil Altenwerden auf dem Hafengelände gehalten werden.

Vom Bild her ist deutlich zu erkennen, dass die Beuten, in denen die Bienen leben, Dadantbeuten sind, also Großraumbeuten.

Hier der Link zu dem Artikel:

http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article206939301/Darum-ist-der-Honig-aus-Hamburgs-Hafen-so-hochwertig.html#

 

 

Das 1. Frankfurter Bienenfestival am 19. September 2015

Angekündigt hatte Thorsten Herget es bereits Anfang 2015 auf einer Lehrveranstaltung der Frankfurter Imker: im September solle es in Frankfurt  zum ersten Mal ein Bienenfestival geben.

Am 19. September war es soweit und ging los. Im Botanischen Garten der Universität, neben dem Palmengarten gelegen, fand das 1. Frankfurter Bienenfestival statt. Imker, Honigverkäufer, Künstler, Organisationen, Vereine und Gruppen sowie vor allem Besucher waren in den Botanischen Garten gekommen.

Wir waren ebenfalls dort. Unsere Ape stand im Eingangsbereich zusammen mit anderen Honigverkaufsständen. Matthias und ich haben Photos gemacht, die ich hier im Anschluss zeige.

Unsere Ape als Blickfang im Eingangsbereich
Unsere Ape als Blickfang im Eingangsbereich
Smoker und Waben am Stand der Riedberg-Imker
Smoker und Waben am Stand der Riedberg-Imker
Bienen, die Honigreste aus einer Wabe aufnehmen bei den Riedberg-Imkern
Bienen, die Honigreste aus einer Wabe aufnehmen bei den Riedberg-Imkern
Bienen am Stand der Riedberg-Imker, die Honigreste aus einer Wabe aufbehmen
Bienen am Stand der Riedberg-Imker, die Honigreste aus einer Wabe aufbehmen
Ein Projekt der Künstlergruppe Finger: ein Bienenkataster Frankfurts. Ganz oben in der Mitte sind die Riedberg-Imker
Ein Projekt der Künstlergruppe Finger: ein Bienenkataster Frankfurts. Ganz oben in der Mitte sind die Riedberg-Imker
Ein Projekt der Künstlergruppe Finger: Bienenkataster der Stadt Frankfurt. Ganz oben in der Mitte sind wir, die Riedberg-Imker
Ein Projekt der Künstlergruppe Finger: Bienenkataster der Stadt Frankfurt. Ganz oben in der Mitte sind wir, die Riedberg-Imker
Die Riedbergimker auf dem Katasterplan der Künstlergruppe Finger
Die Riedbergimker auf dem Katasterplan der Künstlergruppe Finger
Ein Nachbarstand - man beachte die endlich einmal korrekte Rechtschreibung
Ein Nachbarstand – man beachte die endlich einmal korrekte Rechtschreibung
Auch eine Möglichkeit Bienenprodukte zu verwenden: Lederfett
Auch eine Möglichkeit Bienenprodukte zu verwenden: Lederfett
Frankfurter Imkerverein und der Verein Perspektiven
Frankfurter Imkerverein und der Verein Perspektiven
Stand des Frankfurter Imkervereins mit Marianne Lepper (rechts vorne)
Stand des Frankfurter Imkervereins mit Marianne Lepper (rechts vorne)
Festival--0688
Helfer und Unterstützer am Stand der Frankfurter Imker (von links nach rechts: Alfred Meixner, Katha Wittig, Manuela Staab)
Festival--0664
Eines der Projekte der Künstlergruppe Finger
Festival-0678
Künstlergruppe Finger
Künstlerguppe Finger: Neues Museum für Bienen (in Frankfurt am alten Flugplatz Bonames)
Künstlerguppe Finger: Neues Museum für Bienen (in Frankfurt am alten Flugplatz Bonames)
Projekt der Künstlerguppe Finger
Projekt der Künstlerguppe Finger
verschiedene Beuten
Variationen von Beuten
Aushöhlen eines Baumstammes für eine Beute
Aushöhlen eines Baumstammes für eine Beute

 

Àgua mel 2015 ist fertig

Nachdem wir im Juli unseren letzten Honig geschleudert hatten, ist aus den „Abfallprodukten“ des Entdeckelns inzwischen auch das diesjährige Àgua mel fertig und abgefüllt.

Àgua mel ist eine portugiesische Spezialität. Es wird aus dem beim Entdeckeln am Wachs anhaftenden Honigresten hergestellt. Im ersten Schritt wird das Gemisch von Deckelwachs und Honig mit Wasser versetzt und erhitzt, bis das Wachs geschmolzen ist. Es sammelt sich an der Oberfläche und wird beim anschließenden Erkalten zu einem festen Block. Dieser Wachsblock wird entfernt und kann später zur Herstellung von anderen Wachsprodukten verwendet werden.

Im zweiten Schritt wird das durchgesiebte Honig-Wasser-Gemisch mit weiteren Zutaten angereichert und langsam eingekocht, bis es eine sirupartige Konsistenz hat. Dieser Prozess geht über mehrere Stunden. Sobald es dickflüssig genug ist, wird es in bereitstehende Gläser umgefüllt, in denen es dann abkühlen kann.

Das klingt einfach. Die große Kunst besteht darin, die Flüssigkeit nicht überkochen zu lassen, also muss sie stets beobachtet und gerührt werden.

Etikett für unser Agua mel
Etiketten für unser Àgua mel
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Àgua mel im Karton

 

Agua mel-0618
Àgua mel im Glas mit Etikett

 

Agua mel-0619
Àgua mel im Glas mit Etikettt

Natürlich ist dieses Àgua mel ebenso wie unser Honig bei uns käuflich zu erwerben.

Honig 2015 – Eintracht und Niedertracht

Jetzt ist es endlich soweit: unsere ersten Honige des Jahres 2015 sind fertig. Abgefüllt ist er bereits in Gläser, darin ist er weiter kristallisiert und fester geworden. Die Zeitspanne zwischen Schleudern und Kristallisieren war in diesem Jahr relativ kurz. Nach dem Abschleudern stand der Honig in seinen Sammelgefäßen bei 15° C im Keller. Bereits nach zwei Wochen war er soweit, dass er gerührt werden musste, weil er sonst als Block in sich fest geworden wäre. Durch das Rühren wird die Kristallstruktur der Zucker mechanisch aufgebrochen und der Honig wird dadurch cremiger. Einen auskristallisierten und fest gewordenen Honig kann man nicht mehr in Gläser abfüllen. Wir haben somit den idealen Zeitpunkt genutzt, um ihn noch in unsere Honiggläser fließen zu lassen, bevor er dann in den Gläsern auskristallisiert ist.

Dieses Phänomen der Kristallisation ist abhängig von der Zusammensetzung des Honigs. Entscheidend ist hierbei das Mischungsverhältnis von Traubenzucker und Fruchtzucker zueinander. Je mehr Traubenzucker in einem Honig enthalten ist, desto fester und kristalliner wird er später. Beim Überwiegen von Fruchtzuckern bleibt der Honig eher flüssig. Klassische Beispiele hierfür sind der stets flüssige Akazienhonig oder der feste Rapshonig.

Die Namen unserer Honige sind wie im letzten Jahr Eintracht und Niedertracht. Bei beiden handelt es sich um die Frühtracht dieses Jahres. Das heißt, dass er bis zum 18. Juni abgeschleudert worden sein muss. Noch sind nicht alle Gläser etikettiert. Diese Arbeit geschieht völlig von Hand, entsprechend lange dauert es dann, bis alle Gläser vorbereitet sind. Ab Montag, den 29. Juni 2015, haben wir genügend Gläser zum Verkauf vorbereitet.

Neben dem Honig haben wir in diesem Jahr noch eine Besonderheit anzubieten: aus dem beim Schleudern angefallenen Resthonig im Bienenwachs hat Matthias nach einem portugiesischen Rezept Água mel zubereitet. Água mel ist eine Art Sirup aus Honig und Gewürzen und wird als besondere Spezialität wie ein Brotaufstrich verwendet.

Die ersten fertigen Honiggläser des Erntejahres 2015
Die ersten fertigen Honiggläser des Erntejahres 2015

Andere Länder, andere Sitten: Swarm collectors in Winchester, Großbritannien

Ein Gastbeitrag von Anna M. Thane

In Hessen fangen Holmer und Matthias in diesem Frühjahr erfolgreich einen Schwarm nach dem anderen ein. In England gibt es die swarm collectors („Schwarm-Sammler“) der National Beekeepers‘Association: Berufsimker oder Amateure, die von Laien, die einen Bienenschwarm sichten, kontaktiert werden können. In Winchester erlebte ich swarm collectors im Einsatz.

Ich verlasse gerade die berühmte Kathedrale, in der ich das Grab der Schriftstellerin Jan Austen besucht hatte, als ich auf der Wiese neben dem Nordflügel zwei Männer in Schutzkleidung bemerke. Sie stehen neben einer Buche. Vor ihnen liegt eine Plastikplane, auf der ein Pappkarton steht. Da ich seit gut einem Jahr www.bienenblog.eu lese, ist klar: Dies ist nicht der Schauplatz eines Verbrechens, und unter Plane liegt keine Leiche. Hier sind Imker dabei, einen Bienenschwarm einzufangen.

Swarm-Collectors in Winchester beim Sammeln eines Bienenschwarms
Swarm collectors in Winchester beim Sammeln eines Bienenschwarms

Ich sehe mir die Sache aus der Nähe an. Der Bienenschwarm hat sich auf einer Buche niedergelassen. Zum Glück nicht zu weit oben. Die beiden Imker haben ihre Plane ausgelegt und einen Pappkarton darauf gestellt. Im Karton befindet sich eine Lösung aus braunem Zucker, erfahre ich. Mit diesem süßen Sirup ist es den Imkern gelungen, die Königin und einen Teil des Volkes in den Karton zu locken. Nun warten die Imker darauf, dass die übrigen Bienen folgen. Die Zeit drängt: Die Witterung ist frisch, und die Imker fürchten, dass die Bienen in der kühlen Luft Schaden nehmen. Mit Hilfe eines Buchenzweigs versuchen sie, die Bienen sanft in den Karton zu treiben.

Swarm-Collectors im Einsatz.
Swarm collectors im Einsatz.

Es gelingt. Nach und nach verschwindet der krabbelige Haufen im Karton.

Swarm-Collectors in Winchester.
Swarm collectors in Winchester.

Die Schutzkleidung der beiden Gentlemen finde ich beeindruckend. Ihre weißen Kapuzenjacken sind mit einem Netzvisier versehen. Es erinnert mich an eine Fechtmaske, und in der Tat ist das „Imkervisier“ dieser nachempfunden. Praktisch ist es allemal: Es gibt Bewegungsfreiheit und beste Sicht. Jacke und Hose sind aus einem Baumwoll-Polyester Mischgewebe gemacht. Zur Schutzkleidung gehören kniehohe Gummistiefel und lange Handschuhe. Ein Ganzkörperanzug mit Fechtvisier-Kapuze kostet im Fachhandel in England rund 90 Pfund.

Swarm-Collectors im Einsaz
Swarm collectors im Einsatz im Schutzanzug

In Großbritannien kümmert sich die British Beekeepers‘ Associationhttp://www.bbka.org.uk ) seit 1874 um den Schutz von Bienen und die Förderung der Imkerei. Auf ihrer Webseite gibt es eine Suchfunktion für die swarm collectors, die gemäß der Postleitzahl des Einsatzgebiets ausgewählt und kontaktiert werden können.

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Anna M. Thane interessiert sich für Bienen, seitdem sie www.bienenblog.eu zu lesen begonnen hat. Ihr eigentliches Fachgebiet ist die Geschichte Englands, insbesondere die Zeit von Jane Austen (1775-1817). Sie berichtet darüber auf ihren Blogs auf Deutsch ( www.annamthane.de ) und Englisch ( www.regency-explorer.net ). Die berühmte Schriftstellerin Jane Austen hielt übrigens Bienen im Garten ihres Haus Chawton Cottage. Bienen kommen in Jane Austens bekanntestem Roman, „Stolz und Vorurteil“, vor: Der schmierige Vikar Mr. Collins hält Bienen, und seine frisch angetraute Frau Charlotte ermutigt ihn, sich möglichst ausgiebig mit ihnen zu beschäftigen – es ist ihre Art und Weise, den lästigen Gatten los zu werden.

 

Bienen zum Essen

Corzetti stampati

„Was sollen wir am Wochenende essen?“

„Keine Ahnung, vielleicht etwas Leichtes – Pasta?“

(geflügeltes Wort bei uns zu Hause)

Neulich gab es in der Glotze eine Doku über Ligurien, wobei natürlich die regionalen Spezialitäten erwähnt wurden, darunter die Pasta „Corzetti stampati“. Das sind münzförmige Nudelscheiben, die auf beiden Seiten ein Muster tragen. Diese Pastaform kam zu Zeiten der Republik Genua auf, die als eine der vier Seerepubliken Italiens als Kolonial- und Handelsmacht zu großem Reichtum gelangte. Zuerst trug die Pasta das Kreuz des Genueser Stadtwappens, wovon wohl auch der Name Corzetti (oder Corxetti – „kleines Kreuz“ im lokalen Dialekt) abgeleitet wurde. Im Laufe der Zeit gingen jedoch die Adels- und Kaufmannsfamilien dazu über, ihre Familienwappen auf die Nudeln zu prägen. Heute finden sich zumeist florale Muster, wenn diese Art von Pasta, deren Herstellung recht aufwändig ist, zu besonderen Anlässen wie Jahrestagen oder Hochzeiten bei Tische aufgetragen wird.

Von der Sendung angefixt begab ich mich auf die Suche nach dem nötigen Werkzeug. Es stellte sich heraus, daß das kein leichtes Unterfangen war, denn obwohl Corzetti stampati derzeit eine kleine Renaissance erleben, sind die Stempelformen selten. Nur noch wenige Handwerker stellen derartige Formen her, die aus einem zweiteiligen, gedrechselten Korpus bestehen. Der eine Teil hat auf der Unterseite eine Ausstechform und auf der Oberseite einen geschnitzten Musterstempel. Der andere Teil hat auf der Unterseite ebenfalls einen Musterstempel, oben einen Knauf zum Anfassen.

Schließlich fand ich im Internet die Seite von Herrn Franco Casoni, einem renommierten Meister der Holzbearbeitung, der neben Möbeln und Intarsienarbeiten auf das Schnitzen von religiösen Figuren sowie Krippen- und sogar Gallionsfiguren spezialisiert ist. Zudem fertigt er zum Erhalt der lokalen Traditionen Stempel für Corzetti stampati an. Eine Anfrage ergab, daß er auch auf Bestellung arbeitet, wobei man sogar die Möglichkeit hat, die geschnitzten Muster nach Belieben vorzugeben. In Ermangelung eines Familienwappens fiel die Wahl natürlich auf unser Bienenlogo, das ich als pdf-Datei nach Italien schickte! Als zweites Muster überließ ich Herrn Casoni die freie Gestaltung eines floralen Musters in ligurischer Tradition: also „Bienchen und Blümchen“. Keine zehn Tage nach Bestellung und Bezahlung erhielt ich vorgestern meine Stempelform!

 

Stempel für Pasta
Stempel für Pasta
Ausstechseite des Stempels für Corzetti stampati
Ausstechseite des Stempels für Corzetti stampati

 

Negativseite mit unserem Bienenlogo
Negativseite mit unserem Bienenlogo
Biene in Pasta: nach dem Stempeldruck des Corzetto stampato
Biene in Pasta: nach dem Stempeldruck des Stampo per Corzetti
Fertige Corzetti stampati mit Bienen- und Blumenmuster
Fertige Corzetti stampati mit Bienen- und Blumenmuster
Biene zum Essen als fertige Pasta
Biene zum Essen als fertige Pasta
Bienen zum Essen in Pastaform
Bienen zum Essen in Pastaform

 

Weitere Informationen zu Herrn Casoni finden sich unter www.francocasoni.it, ein Kontakt kann per Mail unter studio@francocasoni.it vorzugsweise in italienischer Sprache hergestellt werden. Wer in Ligurien unterwegs ist, kann seinen Werkstattladen besuchen: Franco Casoni, Via Bighetti 73, 16043 Chiavari (GE), seine Telefonnummer von Deutschland lautet +39 0185 301448.

Die Stempelform mußte umgehend mit einem Nudelteigrezept, das Herr Casoni freundlicherweise gleich mit zur Verfügung stellte, ausprobiert werden:

Nudelteig

Zutaten für etwa acht Portionen:

630 Gramm Mehl

2 TL Salz

5 Eigelb

85 ml Weißwein oder Wasser (für den Anfang)

wahlweise 1 EL fein gehackter Majoran

Aus den Zutaten einen geschmeidigen Nudelteig bereiten, wobei noch deutlich mehr Wein oder Wasser benötigt wird. Der Teig sollte in Folie verpackt mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen, bevor er zu Corzetti stampati verarbeitet wird.

Der Teig wird in Portionen in einer Nudelmaschine ausgerollt, bis er etwa eine Stärke von zwei Millimetern hat. Dann werden mit der Ausstechseite des Pastastempels Scheiben ausgestochen, die anschließend durch leichten Druck zwischen den beiden Musterseiten ihre endgültige Form erhalten. Die fertigen Nudeln sollten auf einer leicht bemehlten Fläche vor dem Kochen mindestens eine halbe Stunde antrocknen. Da der Aufwand bei der Herstellung etwas größer ist, wird gleich auf Vorrat gearbeitet. Nicht sofort benötigte Nudeln werden auf einem Blech im Tiefkühler vorgefroren und dann in Beutel abgepackt. Die Kochzeit beträgt bei ganz frischen Corzetti stampati je nach Dicke zwei bis drei Minuten.

Als Soße eignet sich Pesto genovese, das mit etwas Kochwasser von den Nudeln verdünnt wird und aufgrund der Muster wunderbar an den Corzetti stampati haftet. Auch andere Soßen sind geeignet, etwa diese:

Zutaten für vier Portionen:

ein guter Stich Butter oder einige EL Olivenöl

zwei gehackte Knoblauchzehen

wahlweise zwei oder drei eingelegte, gehackte Sardellenfilets

eine Handvoll angeröstete und dann gemahlene Pinienkerne (einige Kerne als Garnitur übriglassen)

eine Handvoll gehackter Majoran (oder 2 TL getrockneter Majoran)

eine Handvoll geriebener Parmesan

Pfeffer und Salz nach Geschmack

Butter oder Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, den Knoblauch und gegebenenfalls die Sardellen leicht anschwitzen, dann die gemahlenen Pinienkerne sowie den Majoran hinzugeben und mit kochendem Nudelwasser verlängern, dann mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die gekochten Corzetti stampati abgießen, in der Soße schwenken und sofort mit geriebenem Parmesan und Pinienkernen garniert servieren.

 

Buon appetito!

wünscht Matthias Adler (Text und Bilder stammen von ihm)

Honig – eine neue Erntemöglichkeit

Als Reaktion und Rückmeldung zum Beitrag Imkerhundeprüfung hat eine Stammleserin dieses Blogs den folgenden Link geschickt.

Es geht hierbei um eine australische Erfindung, um einfach, sicher und schonend an Honig zu gelangen. Das klingt zwar zunächst wie ein Aprilscherz, doch dieser Beitrag stammt bereits vom Februar 2015.

http://www.tierwelt.ch/?rub=4498&id=40482