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Gestern haben wir Honig geerntet und geschleudert. Beide sonst üblichen Ernten haben wir dabei zu einer einzigen zusammenfassen müssen. Die Ausbeute ist - wie zu vermuten gewesen ist - gering.

Unsere Beuten zum Abtransport - Bild: Florian Egle

Wie zu erkennen ist, haben wir nur von sieben Völkern den Honig entnehmen können. Einige der abgebildeten Zargen sind sogar noch nicht einmal komplett gefüllt.

Die Menge des geschleuderten Honigs habe ich nicht gewogen. Anhand der Füllungszustände der Lebensmitteleimer, in denen der Honig bis zum Abfüllen aufbewahrt wird, schätze ich, dass wir so zwischen 120 und 140 kg geerntet haben könnten. Die genaue Menge weiß ich natürlich erst nach dem Abfüllen.

Für dieses Jahr ist das wenig. Im Durchschnitt wären das dann 17 bis 20 kg je Volk. Das Beruhigende ist, dass es allen Imkern in diesem Jahr so geht. Schuld daran ist die ungewöhnliche Wetterlage vom April und Mai 2021. In dieser Zeit ist es einfach zu kalt und zu feucht gewesen.

Jetzt ruht der geschleuderte Honig erst einmal in seinen Gefäßen. Sobald er in wenigen Wochen zu kristallisieren beginnt, wird er gerührt und anschließend in Gläser abgefüllt. Dann kann ich genau sagen, wie groß die diesjährige magere Ernte gewesen ist.

Das Wort klingt etwas dramatisch. Von Flucht hören wir in den Medien ja täglich. Flucht hängt häufig mit Vertreibung zusammen.

Um Vertreibung geht es auch bei der Bienenflucht. Damit wir Imker den Honig der Bienen ernten können, vertreiben wir die Tiere aus dem Honigraum. Dazu gibt es verschiedene Verfahren.

Großimker nehmen häufig einen Laubsauger und blasen die Bienen mit einem starken Luftstrom von den Waben. Kleinimker wir wir könnten hierfür den Abkehrbesen einsetzen und von jedem Rahmen in Handarbeit die Bienen entfernen.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Bienenflucht dar. Sie ist so etwas wie eine Drehtür mit Rücksperrventil. Die Tür dreht sich nur in eine Richtung. Die genannte Tür sieht in der Imkerei aber ein wenig anders aus.

Das Grundschema: unter den Honigraum wird ein Zwischenboden gelegt. In ihm sind ein oder zwei Löcher. Auf oder unter sie wird jeweils die Bienenflucht installiert. Der Klassiker ist die "italienische" Bienenflucht. Unter das Loch wird eine Kunststoffscheibe geklebt oder geschraubt, die ein Gangsystem enthält, das sich nach außen, zentrifugal, verkleinert. Bienen können diesen schmaler werdenden Gang vom Honigraum in die Beute laufen, aber nicht umgedreht.

Bienenflucht. Links der fertige Zwischenboden, rechts die italienische Bienenflucht

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus. Häufig bleibt der Honigraum voller Bienen, die dann mit dem Abkehrbesen von Hand abgekehrt werden müssen.

Vor wenigen Jahren habe ich einen anderen Typus von Bienenflucht entdeckt. Sie ist ebenfalls kreisförmig und wird auf der Oberseite des Zwischenbodens in das runde Loch eingelegt. In der Mitte befindet sich ein Durchlass in einem Schlitz. Von der Oberkante hängen gelbe Elemente schräg verlaufend herab, die problemlos auf dem Weg von oben nach unten passiert werden können. Für den Rückweg müssen sie allerdings angehoben werden, damit eine Biene unter ihnen in den Honigraum gelangen kann.

Zwischenboden über dem Absperrgitter
Alternativmodell der Bienenflucht über dem Absperrgitter eingelegt

Mit diesem Typus einer Bienenflucht habe ich in den letzten Jahren nur gute Erfahrungen gemacht. Die Honigräume sind leer.

Diese Bienenfluchten lege ich einen Tag vor der Honigernte ein. Das reicht meiner Erfahrung nach völlig aus. Bei der italienischen Flucht haben oft mehrere Tage nicht ausgereicht, um die Bienen aus dem Honigraum in die Beute zu treiben.

Beute vor Einlage der Bienenflucht
Die selbe Beute mit Einlage der Bienenflucht

Wie funktioniert die Bienenflucht? Das Pheromon der Bienenkönigin ist im gesamten Inneren einer Beute für die Bienen riechbar. Es vermittelt ihnen das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das "Wir"-Gefühl. Nach Einlage der Bienenflucht ist der Verbreitungsweg des Pheromons strömungstechnisch eingeschränkt mit der Folge, dass die Duftstoffkonzentration im Honigraum abnimmt.

Weil Duftspuren über die Kanäle der Bienenflucht für die Bienen noch wahrnehmbar sind, folgen sie ihnen hin zu Orten mit höherer Konzentration. Das ist unterhalb des Zwischenbodens stets der Fall. Die Bienen wandern entlang dieses Konzentrationsgradienten nach unten zu Räumen mit höherer Konzentration. Der Rückweg ist ihnen durch die Bienenflucht dann leider verwehrt. So einfach funktioniert das und wir Imker freuen uns ...

Nach der Kälteperiode im Frühling hat sich die Situation gewandelt. Draußen herrschen sommerliche Temperaturen. Es grünt und blüht nahezu überall. Auf unseren insektenfreundlichen Wiesen herrschen momentan die Farben weiß und gelb vor. Sie stammen vom Weißklee und dem Hornklee. Beides sind sehr bienenfreundliche Pflanzen. Entsprechend stark werden sie von Bienen frequentiert.

Klatschmohn im Weizenfeld
Knollen-Platterbsen im Weizenfeld

Aus den Weizenfeldern unseres Ortslandwirtes ragen rote und violette Flecken hervor. Die roten gehören zum Klatschmohn, die violetten erinnern mich zunächst an Wicken. Aber es sind keine, sondern Knollen-Platterbsen. Auch dies sind Schmetterlingsblüher und zudem bienenfreundlich. Wie kleine Inseln ragen sie am Wegesrand aus dem noch grünen ährentragenden Weizen hervor. Bienen tummeln sich häufig auf ihnen herum und schön anzusehen sind sie für unsere Augen auch noch.

Diese Erbsenart blüht von Juni bis Juli und ist an Feld- und Wegesrändern zu finden.

Wer mehr darüber erfahren möchte, hier ist der Link dazu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Knollen-Platterbse

Florian Egle, ein Teilnehmer unseres diesjährigen Neuimkerkurses, hat an einigen Kurstagen ein kleines Video gedreht und die einzelnen Teile zu einem Videoclip zusammengestellt. Hier ist das Ergebnis:

Im Prinzip stellt die Honigernte so etwas dar wie ein Wetterbericht. Allerdings fast nur rückwirkend.

Wie heißt es in jedem Wetterbericht doch: Die Aussichten ...

Für uns sind die Aussichten geprägt durch das Wort "zu". Während der ersten Trachtperiode im April und Mai, die Zeit der Obst- und Rapsblüte, ist es "zu" gewesen. Zu kalt, zu feucht. Über vier Wochen hat sich diese Periode erstreckt. Draußen in der Natur hat es zwar geblüht, doch sind die Bedingungen für Bienen einfach zu ungünstig gewesen, um auszufliegen. Das Resultat: auch ein "zu". Zu wenige Bestäubung, zu wenig Tracht, zu wenig Nektareintrag, zu wenig Honig.

Diese ungünstigen Wochen haben die gesamte Honigernte massiv beeinflusst. Doch nicht nur die Honigernte, auch das gesamte Bienenleben im Volk hat hierunter deutlich gelitten. Als Bienensachverständiger habe ich diverse Bienenstände untersucht. Überall das gleiche Bild: kaum vorhandene Futterkränze im Brutnest. Zum Teil haben Bienen ihre zuvor eingelagerten Vorräte wieder aufgenommen, um nicht zu verhungern. Man nennt dies einen Futterabriss.

Seit einigen Wochen kommt die Tracht langsam in Gang. Ich habe einige Völker mit sehr schweren Honigräumen. Aber: es ist kein Honig in ihnen, sondern Nektar. In einigen Völkern ist nicht eine einzige Zelle im Honigraum verdeckelt. Bei anderen ist es maximal die Hälfte der Waben, die bereits einen Deckel tragen.

Für die Nicht-Imker: Bienen lagern den gesammelten Nektar in den Waben des Honigraumes ein. Nektar ist zwar süß, besteht aber zum überwiegenden Teil aus Wasser. Durch die Wärme im Bienenstock wird das Wasser dem Nektar entzogen, so dass die Konzentration an Süßem steigt und Honig daraus entsteht. Ist der Wassergehalt niedrig genug, werden die Waben mit einem Deckel verschlossen. Das wäre dann der Wintervorrat für die Bienen in ihrer eigenen Vorratskammer.

Normalerweise ist im Juni bereits so viel an Waben verdeckelt, dass Imker bereits ihre erste Ernte, die Frühtracht, eingeholt haben. Auch hier macht sich der Zeitverzug massiv bemerkbar. Derzeit ist an eine Honigernte nicht zu denken.

Normalerweise können wir bei uns zweimal im Jahr Honig ernten: eine Frühtracht und eine Spät- oder Sommertracht. Vermutlich wird das in diesem Jahr so gar nicht möglich werden und wir werden beide Ernten zusammenlegen müssen.

Das hat zur Folge, dass damit auch die Mengen an Honig deutlich geringer sein werden. Imker aus meinem Umkreis bestätigen mir immer wieder, dass die Situation bei ihnen ähnlich ist. Gibt es Rettung? Im Grunde nein. Was soll denn jetzt noch zusätzlich blühen? Blütezeiten für die meisten Pflanzen sind bereits vorbei. Logischerweise kann dann jetzt nicht mehr vieles eingetragen werden.... In der Konsequenz bedeutet das dann, dass auch die im Sommer fälligen Varroabehandlungen sich etwas nach hinten verschieben können. Damit verbunden sind auch die Zeiten des Auffütterns. Auch dies dürfte damit später als sonst erfolgen.

Ich möchte nicht jammern und klagen. Solche natürlichen Veränderungen gehören für mich zu einem biologischen System dazu. Schließlich haben wir bei und mit unseren Bienen keine automatisierte Fertigungsstraße, an deren ende ein zeitlich klar benanntes Produkt steht. Nein, wir Imker haben das Glück, das Privileg sogar, mit der Natur und ihren Zeitläuften zu leben und leben zu dürfen. Das macht es ja so spannend!

Dieses Jahr ist vieles anders. Die Frühtracht ist schlicht vergeigt. Über mehrere Wochen im April und Mai ist es entweder zu kalt oder zu feucht gewesen. Die Bienen sind jedenfalls nicht sehr motiviert zur Tracht ausgerückt. Entsprechend gering ist deswegen das Honigangebot.

Momentan sind die Bienen - natürlich besonders unsere Bienen - sehr dem Klee zugetan. Bei uns ist auf den Wiesen des Frankfurter Riedberges die erste Mahd vorbei. Dafür haben wir seit Tagen ausgesprochen blühfreudigen Weißklee und den gelben Hornklee. Die Bienen fahren voll auf dessen Blüten ab.

Für alle Bilder: überall auf dem Weißklee und Hornklee sitzen und saugen die Bienen

Am Pfingstmontag spricht mich vor der Streuobstwiese ein Radfahrer an, als er mich in meinem Schutzanzug sieht. Ob ich etwas mit Bienen zu tun habe? Ihm ist aufgefallen, dass in kurzer Entfernung von hier ganz viele Wespen um einen Apfelbaum herum fliegen und die Spaziergänger davor große Angst hätten....

Er beschreibt mir die Stelle und wir gehen gemeinsam dorthin. Wie zu erwarten gewesen ist, handelt es sich natürlich nicht um Wespen, sondern um Bienen, und der Apfelbaum entpuppt sich als ein Ahorn.

Vor dem Baum sind viele Bienen im Anflug und sammeln sich gerade dort an einem Ast zu einer Traube. Ich rufe kurz Matthias an, ob wir den Schwarm fangen wollen. Wir einigen uns sehr schnell auf ein ja.

Ich kehre zur Streuobstwiese zurück und trage von dort eine leere einzargige Beute ins Auto. Von daheim hole ich noch die stets vorbereitete Schwarmfangkiste samt Sprühflasche und Kehrbesen sowie einen weiteren Schutzanzug und eine ausziehbare Leiter. Schließlich hängt Schwarm in etwa vier bis fünf Metern Höhe über dem Erdboden.

Nachdem ich alle Utensilien vor Ort bereitgestellt habe, mache ich mit dem Smartphone noch ein paar Videos. Ihren Zusammenschnitt seht ihr hier:

So sieht der Schwarm aus der unmittelbare Nähe aus

Ich ziehe die Leitersprossen auseinander und klettere mit einer Sprühpistole in die Höhe. Soweit es möglich ist, besprühe ich die Bienentraube mit einem dünnen Wasserfilm. Das verhindert das Fortfliegen der Bienen bzw. erschwert es ihnen ein wenig.

Anschließend wechseln wir: mit der Fangkiste in der Hand klettert Matthias nach oben, positioniert die Kiste unterhalb des Bienenschwarmes, schüttelt kräftig am Ast, so dass die Bienen dadurch nach unten in die Kiste fallen. Natürlich fliegen trotzdem etliche von ihnen auf.

Aber es ist egal, wenn wir nur die Königin mitbekommen haben. Matthias reicht mir die Kiste an und ich gieße die Bienen wie einen Eimer voller Wasser in die leere Zarge der bereitgestellten Beute. Sofort verschließe ich sie mit dem zugehörigen Deckel und öffne vorne unten das Einflugloch. Die Beute steht dabei auf dem Rasen und ist mit der Fluglochöffnung dem Ahorn zugewandt.

Jetzt kommen die entscheidenden Augenblicke: haben wir die Königin in der Beute oder nicht. Wenn ja, ist alles weitere recht einfach: der Duftstoff der Königin lockt die restlichen Bienen an und sie fliegen zum Flugloch und laufen dort in Richtung Königin. Sollte die Königin jedoch nicht im Beuteninneren sein, würden die Bienen von dort wieder auswandern und sich um die Königin sammeln.

Wir haben Glück. Sehr schnell orientieren sie sich in Richtung Beute und laufen dort ein. Am Baum oben sammeln sich allerdings noch viele weitere Bienen. Sie werden erneut wie oben beschrieben eingesammelt und ebenfalls in die Zarge gegossen.

Ziemlich schnell bemerken wir, dass es vor der Beute bereits wieder ruhiger wird. Während Matthias Beutenwache hält, fahre ich mit der nun nicht mehr benötigten Ausrüstung heim und kehre mit zwei Spanngurten zurück. Nach noch nicht einmal zwei Stunden können wir die Beute damit sichern und auf die Streuobstwiese zu ihrem neuen Standort transportieren.

Der geborgene Schwarm an seinem neuen Standort

Dort stelle ich die Beute auf und setze anschließend eine Zarge mit zehn Mittelwänden auf. Die Bienen können nun zügig nach oben wandern und mit dem Ausbau ihres zukünftigen Heimes beginnen. Der erste Ausbau ist meistens schon nach wenigen Tagen erledigt. Für die Bienen ist dieses Tempo wichtig, stellen die neuen Waben doch sowohl die Vorratskammern als auch Brutstätten für den Nachwuchs dar.

Anfang Mai 2021. Nach dem zu kalten April 2021 ist es draußen noch nicht wesentlich wärmer geworden. Trotzdem schreitet die Entwicklung in den Bienenvölkern weiter voran.

Die meisten Königinnen legen ihre Eier wie wild, um ihr Volk möglichst groß und stark zu machen. Die Folge: in den Beuten wird es langsam eng und es herrscht bald Platzmangel.

Dies ist jetzt die Zeit, in der sich Bienenvölker auf das Schwärmen vorbereiten. Bevor es losgeht, sorgt das "Muttervolk" für seinen Nachwuchs, indem es eine neue Königin für das verbleibende "Tochtervolk" heranzieht. Dazu bauen die Bienen lauter Spielnäpfchen. Das sind kugelförmige Zellen, die auf den normalen Waben aufgebaut werden. Ihre Öffnung zeigt immer in Richtung Boden, also nach unten. In ihnen legt die Königin je ein Ei. Die Bienen bauen später an den Spielnäpfchen weiter und formen daraus die typischen Weiselzellen, in denen die späteren Königinnen heranreifen.

Spielnäpfchen
Spielnäpfchen mit Besuch

Für uns Imker ist diese Zeit höchst spannend. Der Schwarmdruck wächst stetig weiter. Wir kontrollieren deshalb unsere Völker derzeit einmal pro Woche und versuchen den Schwarmdruck dadurch zu vermindern, indem wir die Spielnäpfchen zerstören.

Parallel dazu schaffen wir den Bienen mehr Raum. Eine Möglichkeit besteht darin, den Bienen einen zweiten Brutraum zu verschaffen, damit das Volk sich entsprechend ausdehnen kann. Eine andere Möglichkeit ist es, aus dem Volk Waben heraus zu nehmen und Ableger zu bilden. Mitunter hilft auch ein aufgesetzter Honigraum dabei, den Bienen im Brutraum mehr Platz zum Brüten zu geben. Hierbei können sie ihre Futtervorräte in den Honigraum auslagern und auf diese Weise freie Wabenzellen zum Brüten schaffen.

Alle diese Maßnahmen dienen der Schwarmverhinderung. Nicht immer gelingt es, ein abgeschwärmtes Volk wieder einzufangen. Weil es in unserer Umgebung immer weniger natürliche Zufluchtsorte für Schwärme gibt, ist ein Schwarm auf mittlere Sicht verloren und überlebt den kommenden Winter nicht.

Sieht man ein einziges Bienenvolk als eine organisatorische Einheit an, in der es eine regelrechte Arbeitsteilung gibt, spricht man von einem "Superorganismus". Ein anderer Ausdruck hierfür klingt für uns ziemlich ungewöhnlich: der Bien. Das Schwärmen ist unter diesem Aspekt die Vermehrung des Superorganismus Bien.

Der April 2021 ist in diesem Jahr bei uns viel zu kalt gewesen. Im Durchschnitt liegt seine Temperatur 2021 3° unterhalb des langjährigen Mittels.

Entsprechend verläuft auch die biologische Entwicklung. Die Baumblüte hat fast pünktlich eingesetzt. Ebenso auch die Rapsblüte. Auch in den Bienenvölkern ist die Entwicklung kontinuierlich vorangeschritten, wenngleich auch ein wenig langsamer als sonst.

Durch die viel zu niedrigen Temperaturen fliegen die Bienen trotz vorhandenem Trachtangebot viel zu wenig aus. Es ist ihn sehr häufig einfach viel zu kalt. Ein paar wenige wärmere Tage haben das leider nicht kompensieren können.

Kirschblüten am 28.4.2021

Am Mittwoch, 28.4.21, habe ich auf der Streuobstwiese die obigen Kirschblüten fotografiert. Die Blüten sind um diese Zeit normalerweise kaum noch vorhanden und zum großen Teil abgefallen. Die Apfelblüte beginnt gerade.

Beginn der Apfelblüte 28.04.2021

In unseren Völkern hingegen herrscht bereits eine ziemliche Enge. Während der kalten Tage haben die Bienen kaum Nektar eingetragen und damit begonnen ihre Vorräte zu fressen. Die Futterkränze sind in diesem Jahr zu dieser Zeit relativ klein. Dafür sind die Brutflächen ziemlich groß. Für uns Imker bedeutet es, dass wir jetzt zügig dafür sorgen müssen, dass neue Brutflächen bereit stehen. Also stellen wir entweder eine zweite Zarge als oberen Brutraum auf oder bilden die ersten Ableger.

Letzteres habe ich am 28.4. getan.

Von einem Volk im Frankfurter Niddapark habe ich diesen Ableger gebildet und mit zu uns auf die Streuobstwiese getragen. In seinem Inneren hängen drei Rahmen: eine Futterwabe mit ansitzenden Bienen, eine Brutwabe mit Eiern und offener und verdeckelter Brut sowie eine Mittelwand. Aus den Eiern können die Bienen sich selber eine neue Königin heranziehen. Das wird allerdings noch zwei Wochen dauern. Die neue Königin startet anschließend zu ihrem Hochzeitsflug, auf dem sie von Drohnen begattet wird. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr beginnt sie mit der ersten Eiablage und legt damit die Grundlage für ein neues Bienenvolk.

Das Flugloch auf dem obigen Bild habe ich deutlich verkleinert. Noch sind die Bienen nicht in der Lage Eindringlinge sicher und wirkungsvoll abzuwehren. Das verkleinerte Flugloch gibt ihnen deshalb mehr Sicherheit.

Aus drei anderen Völkern habe ich jeweils zwei Rahmen entnommen und aus ihnen einen Sammelbrutableger gebildet.

Wir schreiben heute den 10. April 2021. Gestern bin ich spazieren gegangen und habe dabei auf die umliegenden Felder geblickt. In diesem Jahr werden wir nur wenig Raps vorfinden. Dafür ist die Blütenentwicklung bereits in vollem Gange.

Blütenansätze beim Raps

In wenigen Wochen, eher in wenigen Tagen sogar, werden die ersten gelben Rapsblüten sichtbar sein. Damit haben die Bienen eine für sie wichtige Nahrungsquelle.

Derzeit ist die Pflaumenblüte bereits in vollem Gang, die Kirschblüte beginnt gerade.

Je nach Entwicklungsstand der einzelnen Bienenvölker kommt damit der Zeitpunkt heran, zu dem die Honigräume auf die Bruträume gesetzt werden können. Die Zeit der Kirschblüte ist in etwa der erste mögliche Zeitpunkt dafür. Wir werden sehen, was uns dieses Bienenjahr bringen wird.

Zwar ist das Wetter heute nicht so sonderlich ansprechend, auch wenn die Sonne scheint. Es ist heute ein typisches Aprilwetter mit der Mischung aus Sonne, Wolken, Wind, Regen, Kühle, Wärme....

Draußen hat die Blüte der Salweide gerade begonnen. Die ersten Weidenkätzchen färben sich gelb. Für Bienen stellt die Salweidenblüte neben der Hasel die nächste große Trachtquelle dar. Bei entsprechendem Wetter fliegen sie aus und kehren mit dicken Pollenhöschen zurück.

Wie die Blüten der Salweide aussehen, habe ich versucht zu zeigen.

Zweig der Salweide mit gelben Blüten

Seit wenigen Tagen ist der Frühling da, zumindestens der astronomische. Innerhalb weniger Stunden ist es am 24. März 2021 sehr warm geworden. Die Bienen sind nach einigen Tagen durch die zu niedrigen Temperaturen erzwungener Ruhe heute das erste Mal wieder im Flugmodus.

Hier einige Aufnahmen dazu:

Wir leben im Zeitalter der Anglizismen. Fußballfans oder andere Sportfans treffen sich häufiger zu einer öffentlichen Leichenschau, dem public viewing. Unter den derzeitigen Pandemiebedingungen arbeiten unglaublich viele Menschen im Innenministerium. Letzteres heißt auf Englisch: Home Office. Also nennen wir die Möglichkeit uns beim Imkern zuzusehen oder gar auch ein wenig mitzumachen: public beekeeping. Früher hieß das ganz einfach: Besichtigung....

Spaß beiseite. Die Bienensaison ist voll im Anlaufen. Wir bieten deshalb wieder an mehreren Sonntagen die Möglichkeit an uns beim Arbeiten an den Bienen über die Schulter zu sehen und für ganz Mutige auch mal selber mit anzufassen.

Folgende Termine bieten wir dazu an:

11.04.21

25.04.21

09.05.21

06.06.21

20.06.21

04.07.21

18.07.21.

Beginn ist um 11 Uhr jeweils. Wer daran teilnehmen möchte, muss sich vorher per Email bei uns anmelden, wir senden dann die Wegbeschreibung zu den Bienen als Bestätigung zurück. Wichtig: eine Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und die aktuellen Corona-Regeln müssen dabei beachtet werden. Die Anmeldungen bitte an folgende Adresse: holmer@gmx.ch

Vor zwei Tagen, am 20.02.2021, bin ich erneut bei den Bienen gewesen. Das letzte Volk - in einer Dandantbeute - haben wir umgezogen und damit die Völkerwanderung auf unserem Gelände beendet. Jetzt können die Arbeiten für das Anlegen einer weiteren Blühwiese dort beginnen.

Im Laufe des weiteren Vormittages habe ich einen ersten Blick in unsere Bienenvölker werfen können. Erfreulich: viele haben überlebt, auch wenn es einige Verluste dabei gegeben hat.

Die Völker sind sehr unterschiedlich in ihrer Stärke aus dem Winter herausgekommen. Zwei schwächeln noch ein wenig. Da könnte es geschehen, dass eines von ihnen nicht überleben wird. Andere Völker sind dagegen sogar sehr stark. Sollten sich alle Völker im Frühjahr weiterhin wie gewohnt entwickeln, könnte es sein, dass wir ein Problem mit der Menge an Ablegern bekommen werden....

Wunderschön ist für mich wieder das Summen aus dem Haselstrauch gewesen. Auf der Suche nach jungem Pollen sind viele Bienen dort hinein und darin umher geflogen. (Hierzu reiche ich bei Gelegenheit Bilder nach, die ich von den Haselblüten gemacht habe. Ein Softwareproblem verhindert, dass ich zurzeit die Photos verarbeiten kann.)

Auf dem Flugbrett eines der umgestellten Völker herrscht ein buntes Treiben. Eines der Bilder davon zeige ich gleich im Anschluss. In der Mitte krabbelt eine Biene mit Pollenhöschen in Richtung Flugloch. Direkt rechts daneben zerren mehrere Bienen hingegen eine tote Biene aus dem Stock heraus und transportieren eine Bienenleiche ab. Auf diese Weise halten die Bienen ihr Nest sauber.

Blick auf ein Anflugbrett am 20.02.2021

Wir schreiben heute den 19. Februar 2021. Vor einem Monat sah es auf der Streuobstwiese noch so aus:

17.01.2021

Inzwischen, nach einem Monat, hat sich das Bild auf dem Gelände völlig verändert. Zwar hat es vor einer Woche noch einmal Schnee und Frost gegeben, aber auch davon ist mittlerweile kaum noch etwas zu sehen.

Bei Höchsttemperaturen von 10,6° ist auf der Streuobstwiese kein Schnee mehr vorhanden. In den Bienentränken schwimmen allerdings noch die Eisblöcke, aber auch sie tauen in den nächsten Tagen auf.

Ich habe diese Zeit genutzt, um einen Teil der Völker an einen neuen Standplatz auf dem gleichen Gelände zu verfrachten. Dazu habe ich neue Unterbauten (je zwei steinerne Blöcke und zwei Balken mit der Wasserwaage ausgerichtet) in den Boden eingelassen. Heute Morgen ist es noch kühl genug gewesen, um die Bienenstöcke dann dorthin umzusetzen. Kühl genug deshalb, damit die Bienen nicht ausfliegen.

Neue Standplätze für einen Teil unserer Bienen

Die Bienen stehen jetzt im Teilschatten der dortigen Obstbäume. Auf dem frei gewordenen Areal wollen wir eine weitere Blühwiese oder Bienenweide anlegen. Damit schaffen wir eine zusätzliche Futterquelle nicht nur für unsere Bienen, sondern auch für Wildbienen und viele weitere Insekten.

Bereits ab dem Morgen ist es bei uns sonnig gewesen. Gegen Mittag ist es auf der Streuobstwiese laut geworden. Die Bienen sind in der Wärme aus ihren Beuten hervorgekommen und bereits umhergeflogen. Auch aus einem Haselstrauch heraus habe ich ein deutliches Summen gehört. Der Grund: die Hasel beginnt bereits zu blühen. Sie stellt neben der Salweide eine der ersten und wichtigsten Futterquellen für die Bienen dar. Der Pollen liefert das für die Aufzucht der neuen Brut nötige Eiweiß. Entsprechend groß ist dann der Besucherandrang an den Blüten.

Haselblüte am 19.02.2021
19.02.2021 - Die Bienen sind los
19. Februar 2021 - Die Bienen sind los

Es ist wunderschön zu sehen, dass doch viele Bienen diesen Winter überlebt haben. Jetzt beginnt für sie noch einmal eine kritische Zeit. Die Königin startet mit der Eiablage. Dadurch steigt der Futterbedarf im Bienenstock beträchtlich an. In der Natur sind zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Futterquellen vorhanden. So kann es geschehen, dass die noch vorhandenen Futtervorräte in der Beute nicht mehr ausreichend sind und ein Volk dann doch noch verhungert.

Um das zu verhindern, werden wir an diesem Wochenende kurz in die einzelnen Bienenbeuten schauen, den Futtervorrat kontrollieren und gegebenenfalls nachfüttern.

Die eigentlichen Arbeiten zum Auswintern kommen dann in den nächsten Wochen.

Heute Nacht hat es geschneit. Seit Jahren haben wir das erste Mal wieder Schnee in Frankfurt, der länger als nur wenige Stunden liegen geblieben ist. Ich habe die Gelegenheit genutzt und heute am späten Vormittag Bilder auf der Streuobstwiese von unseren Bienenstöcken und ihrer Umgebung gemacht.

Das am häufigsten photographierte Fahrzeug auf dem Frankfurter Riedberg: unsere Ape
Schneedach über den Bienenstöcken

unser open air Zargenlager mit einem Wildbienenhotel
Unsere Streuobstwiese
Es geht auch ohne Bedachung: unsere Dadantbeuten
Kleine Wipfel auf den vertrockneten Blüten
Vor Monaten gepflanzter Efeu, wahres Bienenfutter, wenn er blüht.

Der frische Schnee fängt nachmittags bereits wieder zu tauen an, wird also nicht sehr lange liegen bleiben.

Die Bienen haben sich in ihren Beuten zu einer Wintertraube zusammengezogen, in der sie bleiben, bis die nächste Brutsaison beginnt. Je nach Außentemperaturen kann das bereits Ende Januar der Fall sein.

Heute, am 3. Adventssonntag 2020, haben mich Photos erreicht, die zeigen, dass unser Frankfurter Riedberg-Honig in Hamburg am "Tor zur Welt" angekommen ist.

Unser Honig kommt dabei fast wie ein Photomodell rüber, das vor berühmten Bauwerken posiert.

Honig der Riedberg-Imker vor dem Hamburger Michel

Der Hamburger Michel steht oberhalb des Hamburger Hafens. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Elbphilharmonie.

Unser Honig hat es bis zur ElPhi geschafft

Und von der ElPhi geht es weiter zum Hafen:

Vor dem Museumsschiff Rickmer Rickmers
An den Überseebrücken

Vielleicht schafft es unser Honig ja noch weiter. Über entsprechende Photos freue ich mich sehr und werde sie hier auch gerne veröffentlichen. Kontaktadresse: imker@bienenblog.eu

Quarktaschen mit Mohnfüllung und Honigzabaione
Südtirol, wir kommen! Ein Urlaub wirft seine Schatten voraus: Ein klassisches Südtiroler Dessert mit ein wenig Italianità! 

Großes Kino für Zuhause!

Knottnkino in Südtirol

Zutaten für 10 Portionen
(Zu viel? Kein Problem! Die Quarktaschen lassen sich prima einfrieren, einfach auf einem großen Schneidebrett oder Teller vorfrieren, damit sie nicht zusammenkleben. Dann direkt in siedendes Wasser geben, die Garzeit erhöht sich um zwei, drei Minuten. Einmal ein wenig Aufwand, gleich mehrfaches Vergnügen!)

Topfentaschen


Quarktaschen:
250 g Quark, 50 g geschmolzene Butter, Saft und Abrieb einer halben Zitrone, eine Prise Salz, 1 Ei, 200 g Mehl (eventuell etwas mehr, wenn der Teig zu sehr klebt).


Füllung:
100 g gemahlener Mohn, 100 g Paniermehl, 170 ml Milch, 75 g Honig, ein Schuss Rum/Obstler/Kirsch o.ä., Abrieb einer halben Zitrone.


Zabaione:
75 g Honig, 3 Eigelb, 150 ml Weißwein.


Zubereitung:
Alle Zutaten für die Quarktaschen zu einem glatten Teig verkneten und im Kühlschrank ruhen lassen. Für die Füllung Milch, Honig und Zitronenabrieb aufkochen, Mohn und Paniermehl unterrühren und auskühlen lassen. Den Teig etwa drei Millimeter dick ausrollen, mit dem Deckel eines Deutscher-Imkerbund-Glases Kreise ausstechen, jeweils eine haselnussgroße Portion Füllung drauf geben, zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Wasser zum Sieden bringen und die Teigtaschen darin knapp zehn Minuten gar ziehen lassen. Währenddessen die Zutaten für die Zabaione in einer Metallschüssel über einem  heißen Wasserbad mit einem Handrührgerät cremig aufschlagen. Quarktaschen abtropfen lassen, mit einer kleinen Kelle Zabaione übergießen und mit Mohn, Puderzucker und Minze nach Belieben garnieren. Guten Appetit!

Topfentaschen

Die von mir gemessene Außentemperatur beträgt bei uns derzeit 34° im Schatten, die vom Wetterdienst für den Frankfurter Norden angegebenen Werte sind sogar 37,3°. In der Außenregion des Nordens, auf dem Riedberg ist es immer etwas kühler als in der Stadt selber. Wir Menschen gehen bei dieser Hitze kaum noch aus dem Haus, sondern bleiben im relativ kühlen Inneren.

Anders ist es bei den Bienen. Ihnen macht die Wärme weniger aus als uns Menschen. Trotzdem ist in den heißen Tagen oft ein interessantes Phänomen an den Bienenstöcken zu beobachten.

Wird es ihnen im Inneren ihrer Beute doch einmal zu warm, verziehen sie sich nach außen. Dort hängen sie sich in Ketten zu einer Art Traube aneinander und kühlen sich dabei. Dieses Phänomen nennt man Bienenbart. Wie ein Rauschebart hängen die Bienen dann draußen am Stock.

Um Bienenbärte zu photographieren bin ich heute Nachmittag bei den erwähnten Temperaturen zu den Bienenstöcken mit der Kamera gezogen. Ergebnis: die Bienen haben mich schwer enttäuscht. Ich habe nicht einen Bienenbart gefunden. Die maximale Auslagerung habe ich in den am meisten betroffenen Völkern in Bildern festgehalten.

"Outsourcing" bei den Bienen

Das obige Photo zeigt die stärkste Ansammlung an der zugehörigen Beute. Ein Minibärtchen, eher ein "Bärtileinichen" ist am Nachbarvolk zu erkennen:

Die Anordnung lässt im Kleinen ahnen wie es dann im Großen aussehen könnte.

An anderer Stelle auf der Streuobstwiese sieht es auch nicht viel besser aus:

An der Kante des Flugbrettes hängen einige wenige Bienen herab.

Bei den anderen Völkern sieht es beispielhaft so aus:

Mit der Kamera habe ich an drei Stellen einen kleinen Videoclip gedreht.

in der Hitze des 9. August 2020

Heute, am 22. Juli 2020, vom Sommerende zu schreiben, klingt schon ein wenig ungewöhnlich. Doch es stimmt. Zumindest gilt diese Aussage in Bezug auf die Bienen.

Etwa mit dem Zeitpunkt der Sommersonnenwende ändert sich für die Bienen vieles. Kalendarisch ist dieser Tag der Beginn des Sommers. Die Bienen beginnen jedoch jetzt schon ab Sommerbeginn damit, sich für den kommenden Winter vorzubereiten.

Die Tage werden wieder kürzer. Dies ist ein Reiz für Bienen nun ihre Volksstärke wieder zu verringern. Die Bevölkerungszahl, die Population, beginnt zu sinken. Parallel dazu sinkt in der freien Natur auch die Zahl der Blüten, die den Bienen Nektar geben können. Die klassischen Blütezeiten sind vorbei. Damit geht auch die Tracht der Bienen zurück.

Wir Imker nehmen die Bienen jetzt sogar noch deren gesammelte Wintervorräte, den Honig, weg. Damit wird es dann für die Bienen futtermäßig durchaus eng. Zwar blüht noch vieles, besonders in den Städten mit ihren Parks und Vorgärten. Hier kann durchaus noch bis in den Oktober hinein Nektar eingetragen werden.

Trotzdem stehen wir Imker nun nach der Honigernte in der besonderen Verantwortung gegenüber den Bienen. Deshalb beginnt jetzt im Juli, nach der abgeschlossenen Honigernte, die Zeit der "Wiedergutmachung". Als Ersatz für den entnommenen Honig erhalten die Bienen nun Futter. Die Imker nennen dies die Auffütterung. In den nächsten Wochen erhalten die Bienen so viel Futter, dass sie genügend große Mengen an Wintervorräten davon einlagern können.

Wie geht das ab? Es gibt zwei Möglichkeiten der Auffütterung: flüssig oder fest. In beiden Fällen erhalten die Bienen Invertzucker, einem Gemisch aus Trauben- und Fruchtzucker. Ist er flüssig, können sie ihn sehr schnell in die Waben einlagern. Das klingt zwar gut, hat aber den Nachteil, dass dadurch mögliche freie Brutflächen nicht mehr zum Brüten zur Verfügung stehen.

Beim festen Futter dauert das Einlagern deutlich länger. Deshalb erhalten die Bienen als erstes einen festen Futterteig. Wir geben ihnen dazu einen Block von 15 Kg Invertzucker, den wir ihnen quasi aufs Dach stellen. Oben auf die Oberseite der Rahmen wird der Teig hingestellt. Für die Bienen ist er dadurch auf kurzem Weg erreichbar.

Block aus 15 kg Futterteig auf den Rahmenoberträgern

Damit lässt sich nun jedoch die Beute nicht mehr mit ihrem Deckel verschießen.. Deshalb wird um diesen Klotz eine Leerzarge aufgestellt.

Leerzarge um Futterteig

Die Beute kann nun wieder mit einem Deckel verschlossen werden, die Bienen sind somit geschützt und kommen schnell und auf kurzem Weg zum Futter.

Bei der Auffütterung gilt es besonders schnell zu arbeiten. Ansonsten droht Räuberei. Fremde Bienen und Wespen riechen diese Futterquelle in wenigen Augenblicken und stürzen sich darauf. Bie dieser Gelegenheit habe ich heute an einem Bienenvolk in der EZB gesehen, wie sich drei Bienen, die Wächterbienen, vor dem Flugloch auf eine Wespe gestürzt, sie getötet und aus dem Volk gezerrt haben.

Unser Ortslandwirt hat sich übertroffen. Rings um ein Maisfeld hat er einen breiten Blühstreifen angelegt. Anfangs ist es für Außenstehende nicht ganz klar gewesen, was dort geschehen würde, weil sich über Wochen nichts getan hat. Aber dann, plötzlich, hat es zu sprießen begonnen. Mittlerweile ist der Streifen in voller Blüte.

Anfangs ist die dominierende Farbe blau-violett gewesen. Sie stammt von einer Pflanze, die unter dem Namen Phacelia bei Landwirten, Gärtnern und Imkern sehr bekannt ist. So ganz allmählich tauchen aus dem blauen Blütenmeer auch andere Blütenfarben und jetzt sogar Sonnenblumen auf.

Sinn und Zweck der Blühstreifen ist es, dem Insektenmangel entgegen zu wirken und Insekten eine Heimat und Nahrungsquelle zur Verfügung zu stellen. Es ist unglaublich wie viele Insekten von den Blüten angezogen und angeflogen werden. Wir Imker sehen es gerade jetzt, nachdem der Honig geerntet und die Tracht nahezu beendet ist, als ein wahres Geschenk für die Bienen an.

Auffällig: es dominieren noch immer die Blautöne der Phaceliablüten. Auf ihnen finden sich überwiegend zwei Hautflügler ein: Hummeln und Bienen. Für sie stellt diese Pflanze ein opulentes Mahl zur Verfügung. Phazelia wird auf Deutsch auch als Bienenweide beziehungsweise Bienenfreund bezeichnet. Andere Namen hierfür sind Büschelschön oder Büschelblume. Sie ist ursprünglich keine einheimische Pflanze, sondern stammt aus Nordamerika. Landwirte nutzen sie sehr gerne als Gründüngung.

Ich habe einige Photos heute vom Blühstreifen erstellt und zeige sie hier in loser Reihenfolge.

Hummel auf einer Phacelia
Phacelia
Sonnenblume
Im Anflug auf Phacelia
Phacelia
Klatschmohn
Biene auf einer Phaceliablüte
Hummel und Phacelia
Kornblume
Phacelia
Phacelia
Sonnenblume
Phacelia
Phacelia
Anis oder Fenchel?
Malve
Sonnenblume
Phacelia
Sonnenblume
Malve

Am 12. Juli 2020 haben wir die zweite Honigernte dieses Jahres eingefahren. Zusammen mit Mitgliedern unserer Neu-Imker-Gruppe haben wir die Honigräume erst abgenommen, dann - soweit noch erforderlich - "entbient", sprich bienenfrei gemacht und zur bereitstehenden Honigschleuder transportiert.

Leider haben wir es nicht geschafft, alle Waben völlig bienenfrei zu bekommen. Einige Bienen sind dann doch unfreiwillig als blinde Passagiere mit auf die Reise zur Schleuder genommen worden.

Alleine für das Abräumen und den Transport der Honigräume haben wir gut zwei Stunden benötigt. Danach ging es dann erst "richtig" los: die Honigwaben werden entdeckelt. Jeweils vier Waben passen in den Korb unserer Honigschleuder hinein. Um einen Bruch der Waben zu vermeiden, werden sie zu Beginn nur langsam bei noch relativ niedriger Umdrehungszahl "angeschleudert". Durch die hierbei auftretenden Fliehkräfte werden die in den Waben nach außen zeigenden Honigmengen gegen die Trommelwand geschleudert und fließen daran nach unten auf den Boden, während der innen sitzende Honig gegen die Waben gepresst wird. Deshalb werden die Rahmen nach dem Anschleudern mehrmals gewendet.

Ein Auslassstutzen am Boden erlaubt den Abfluss des Honigs. Zu diesem Zeitpunkt enthält er noch Wachsreste sowohl vom Entdeckeln als auch von den Waben selbst. Diese festen Teile werden unterhalb des Ausflusses in einem Spitzsieb aufgefangen und herausgefiltert. Der so gewonnene Honig ist damit frei von mechanischen Verunreinigungen und wird in einem metallenen Eimer gesammelt.

Honigschleuder-Spitzsieb im Überlaufeimer-Honigeimer

Ist der Honigspiegel hoch genug, fließt der Honig über einen Überlauf in einen zweiten Honigeimer, siehe das Photo oben. Im Prinzip stellt dieses System eine Art Überlaufbrunnen dar.

Die Eimer aus lebensmittelgerechtem Kunststoff heißen Hobbocks. In ihnen wird der aufgefangene Honig bis zu seiner Reife zwischengelagert.

In den ersten Tagen nach dem Schleudern steigen noch Luftbläschen auf und bilden eine Art Schaum. Vor dem Einlagern wird dieser Schaum noch mechanisch entfernt. Anschließend lagert und ruht der Honig mehrere Wochen lang. Während dieser Zeit reift er.

Irgendwann beginnt dann plötzlich im Honig ein Kristallisationsprozess. Der zunächst noch flüssige Honig wird dabei langsam immer fester. Hierbei ändert er sein Aussehen und seine Farbe. Dies ist nun der Zeitpunkt, an dem der Honig gerührt werden muss. Die sich bildenden langen Zuckerkristallketten werden hierbei mechanisch aufgebrochen und verkleinert. Der Sinn dieses Rührens besteht darin, den Honig für den Imker abfüllbar und für den Verbraucher "nutzbar" zu machen. Ohne Rühren könnte er je nach Honigsorte fast so hart wie Beton werden. Damit ist er kaum noch essbar. Durch das Rühren wird die Konsistenz des Honigs weich und cremig. Vor allem kann er dann in seiner zähflüssigen Form in Gläser abgefüllt werden.

Beim Entdeckeln der Waben fällt Bienenwachs in höchster Güte und Qualität an. Dieses Wachs ist noch mit Honigresten behaftet. Wir sammeln es zunächst. Nach dem Schleudern geben wir es in einen möglichst großen Kochtopf und versetzen es mit Wasser.

Vorbereitungen für Agua mel

Auf einem Herd wird es langsam erhitzt bis das Wachs vollständig geschmolzen ist. Danach darf es wieder abkühlen. Bienenwachs schmilzt bereits bei 62 Grad und, weil es leichter als Wasser ist, schwimmt auf dessen Oberfläche. Dadurch bildet es einen wächsernen Pfropf im Kochtopf. Dadurch dauert es viele Stunden, bis sich dieses Wachs-Wasser-Honig-Gemisch wieder abgekühlt hat. Kalt geworden, kann das erkaltete Wachs als fester Block einfach abgehoben werden. Darunter bleiben die im Wasser aufgelösten Honigreste im Topf übrig.

Vorbereitungen für Agua mel

Sie werden zur Sicherheit noch einmal durch ein feines Sieb gegossen. Anschließend, mit Gewürzen versehen, wird diese Flüssigkeit langsam zu einem Sirup eingekocht.

Als Agua mel stellt es dann eine portugiesische Spezialität dar, die dort im Handel sogar wesentlich teurer als der zugrunde liegende Honig verkauft wird. Agua mel heißt übersetzt süßes Wasser. Auf Sardinien kennt man diese Spezialität ebenso.

Ein Teil unserer Honigernte vom 12.7.20

Der Hobbock im Bild rechts oben ist leer und zählt nicht mit. In diesen Eimern wird der Honig während seines Reifeprozesses zwischengelagert.

Bei den Mengen, die wir dieses Mal verarbeitet haben, habe ich vorsichtshalber zwischendurch das Spitzsieb gewechselt, damit es nicht durch die Wachsreste verstopfen kann. Hierzu wird es angehoben und auf einem runden Gestell abgesetzt, das mit drei Holzbeinen über einem Hobbock aufgebaut worden ist. Der im Sieb noch befindliche Honig kann so direkt nach unten in den Eimer ablaufen.

Eine der Bienen, die als blinde Passagiere mitgebracht worden sind, hat sich auf der Oberkante des Spitzsiebes niedergelassen und den in seinen Maschen vorhandenen Honig herausgesaugt. Es ist mir gelungen sie dabei zu photographieren. Sie stand mir dabei unfreiwilliger Weise Modell.

Biene aus Spitzsieb

Sehr schön ist bei diesem "Photo-Modell" der Körperbau und ein Teil seiner Anatomie zu erkennen. Ganz rechts sieht man die abgeknickten Fühler (Antennen) und vom Kopf ausgehend den Saugrüssel.

Biene auf Spitzsieb

Nach dem Schleudern geht es dann ans Aufräumen und Saubermachen. Die benutzen Honigwaben beziehungsweise leeren Rahmen werden zur Seite gestellt und gelagert. Die Honigschleuder wird auseinandergenommen und gereinigt.

Leere Schleudertrommel
Schleuderkorb in der Badewanne

Natürlich fällt beim Schleudern der eine oder andere Tropfen Honig auf den Boden, wird dort auch noch breitgetreten und verteilt sich so über weitere Flächen. Mit anderen Worten: es darf anschließend der Boden geputzt werden. Honig ist nun einmal eine kleebrige Angelegenheit. Da reicht oft ein einmaliges Aufwischen nicht aus....

Wenn man alle erwähnten Arbeitsschritte zusammenzählt, wird es schnell verständlich und nachvollziehbar, dass alleine die Honigernte eine zeitfressende Angelegenheit ist. Für das spätere Rühren, Abfüllen und Etikettieren kann man fast die gleiche Stundenzahl noch einmal hinzu rechnen. Und: es ist alles Handarbeit! Bei Hobby- oder Nebenerwerbsimkern lässt sich nicht viel automatisieren. Das macht den Imkerhonig - nicht nur wegen seines tollen Inhaltes - so wertvoll.

Gestern haben wir an unseren Wirtschaftsvölkern die vollständige Brutentnahme als biologische Varroamilbenbehandlung durchgeführt. Bei der heutigen Völkerkontrolle haben wir uns die gebildeten Ableger angesehen und die gestern behandelten Völker in Frieden gelassen.

Spannend zu sehen, wie sich doch sehr unterschiedlich die einzelnen Ableger entwickelt haben. Einige sind sehr stark geworden, andere mickern fast ein wenig vor sich hin.

Ein Volk, dem wir gestern die Brut entnommen haben, hat Nachwuchsprobleme gehabt. Ihm ist vorher schon die Königin abhanden gekommen. Trotzdem haben wir dessen restliche Brut entnommen und dafür heute sämtliche Rahmen aus einem Ableger hinzugefügt. In ihm ist eine sehr aktive Königin vorhanden.

Klassisch legt man auf die Oberträger des unteren Volks ein Blatt durchlöchertes Zeitungspapier und stellt das zweite Volk darüber auf. Die Bienen fressen sich langsam durch die Zeitung hindurch und nehmen in dieser Zeit den Geruch des jeweils anderen Volkes an. Beide Völker können sich so aneinander gewöhnen. Jedes Volk hat seine eigene Königin. Im vereinten Volk ist allerdings auch nur Platz für eine der beiden. Folglich muss eine die andere Königin abtöten. Das regeln die Damen dann jeweils unter sich.

So haben wir es heute nicht gemacht! Stattdessen haben wir die Rahmen des Ablegers direkt in das Volk eingehängt. Das aufnehmende Volk ist ja weisellos, also ohne eine Königin. Das macht dann das Vereinigen leichter....

Einen Nachteil gibt es in diesem Fall allerdings doch: zwar ist die Brutentnahme eine gute Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe. Jedoch haben wir mit den Rahmen aus dem Ableger wiederum neue Varroamilben mitgebracht. In der Konsequenz heißt das dann, dass wir an diesem Volk nun doch eine Ameisensäurebehandlung durchführen müssen. Vorher wird natürlich noch erst der Honig geerntet....

Neben den Zander-Völkern imkere ich seit dem letzten Jahr versuchsweise auch mit drei Beuten im Dadant-System. In eine dieser Beuten habe ich vor wenigen Wochen einen Schwarm eingeschlagen. Er entwickelt sich hier prächtig. Die Brutnester sind riesig, wie es bei Dadant eben der Fall ist. In der Annahme, dass ich von diesem Schwarm in diesem Jahr auch noch Honig ernten kann, habe ich einen Honigraum aufgesetzt. Bis jetzt ist er noch völlig leer geblieben. Möglicherweise habe ich doch einen Rahmen zuviel in den Schwarm gehängt, so dass die Bienen keine Notwendigkeit erkannt haben, den eingetragenen Nektar in den Honigraum zu transportieren. Die Rahmen sind gut mit Nektar gefüllt, der Honigraum hingegen leer. Beim Imkern auf Dadant wird der Brutraum der Volksstärke jeweils angepasst und entweder mit zusätzlichen Rahmen erweitert oder wieder eingeengt, indem Rahmen entnommen werden. In Bezug auf die Größe des Schwarmes habe ich dann möglicherweise eben einen Rahmen zuviel in den Brutraum gehängt. Aber es gibt auch Schwärme, die im gleichen Jahr keinen Honig produzieren. Das wäre die andere Sichtweise.

Dafür hat das Volk am Absperrgitter mal wieder einen wunderschön anzusehenden Wildbau gehängt. Ihn habe ich sowohl photographiert als auch mit dem Handy per Video aufgenommen. Beides folgt im Anschluss.

Wildbau auf Absperrgitter Dadant
Wildbau Absperrgitter Dadant
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