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Gestern haben wir an unseren Wirtschaftsvölkern die vollständige Brutentnahme als biologische Varroamilbenbehandlung durchgeführt. Bei der heutigen Völkerkontrolle haben wir uns die gebildeten Ableger angesehen und die gestern behandelten Völker in Frieden gelassen.

Spannend zu sehen, wie sich doch sehr unterschiedlich die einzelnen Ableger entwickelt haben. Einige sind sehr stark geworden, andere mickern fast ein wenig vor sich hin.

Ein Volk, dem wir gestern die Brut entnommen haben, hat Nachwuchsprobleme gehabt. Ihm ist vorher schon die Königin abhanden gekommen. Trotzdem haben wir dessen restliche Brut entnommen und dafür heute sämtliche Rahmen aus einem Ableger hinzugefügt. In ihm ist eine sehr aktive Königin vorhanden.

Klassisch legt man auf die Oberträger des unteren Volks ein Blatt durchlöchertes Zeitungspapier und stellt das zweite Volk darüber auf. Die Bienen fressen sich langsam durch die Zeitung hindurch und nehmen in dieser Zeit den Geruch des jeweils anderen Volkes an. Beide Völker können sich so aneinander gewöhnen. Jedes Volk hat seine eigene Königin. Im vereinten Volk ist allerdings auch nur Platz für eine der beiden. Folglich muss eine die andere Königin abtöten. Das regeln die Damen dann jeweils unter sich.

So haben wir es heute nicht gemacht! Stattdessen haben wir die Rahmen des Ablegers direkt in das Volk eingehängt. Das aufnehmende Volk ist ja weisellos, also ohne eine Königin. Das macht dann das Vereinigen leichter....

Einen Nachteil gibt es in diesem Fall allerdings doch: zwar ist die Brutentnahme eine gute Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe. Jedoch haben wir mit den Rahmen aus dem Ableger wiederum neue Varroamilben mitgebracht. In der Konsequenz heißt das dann, dass wir an diesem Volk nun doch eine Ameisensäurebehandlung durchführen müssen. Vorher wird natürlich noch erst der Honig geerntet....

Neben den Zander-Völkern imkere ich seit dem letzten Jahr versuchsweise auch mit drei Beuten im Dadant-System. In eine dieser Beuten habe ich vor wenigen Wochen einen Schwarm eingeschlagen. Er entwickelt sich hier prächtig. Die Brutnester sind riesig, wie es bei Dadant eben der Fall ist. In der Annahme, dass ich von diesem Schwarm in diesem Jahr auch noch Honig ernten kann, habe ich einen Honigraum aufgesetzt. Bis jetzt ist er noch völlig leer geblieben. Möglicherweise habe ich doch einen Rahmen zuviel in den Schwarm gehängt, so dass die Bienen keine Notwendigkeit erkannt haben, den eingetragenen Nektar in den Honigraum zu transportieren. Die Rahmen sind gut mit Nektar gefüllt, der Honigraum hingegen leer. Beim Imkern auf Dadant wird der Brutraum der Volksstärke jeweils angepasst und entweder mit zusätzlichen Rahmen erweitert oder wieder eingeengt, indem Rahmen entnommen werden. In Bezug auf die Größe des Schwarmes habe ich dann möglicherweise eben einen Rahmen zuviel in den Brutraum gehängt. Aber es gibt auch Schwärme, die im gleichen Jahr keinen Honig produzieren. Das wäre die andere Sichtweise.

Dafür hat das Volk am Absperrgitter mal wieder einen wunderschön anzusehenden Wildbau gehängt. Ihn habe ich sowohl photographiert als auch mit dem Handy per Video aufgenommen. Beides folgt im Anschluss.

Wildbau auf Absperrgitter Dadant
Wildbau Absperrgitter Dadant

So früh wie in diesem Jahr haben wir noch niemals fertigen Honig gehabt. Die erste Ernte ist bereits sehr früh gewesen und dann ist der geerntete Honig auch schon sehr schnell kristallisiert und fest geworden. Durch Rühren haben wir ihn zähflüssig gehalten, damit wir ihn abfüllen können.

Heute, am 27. Juni 2020, ist es soweit: die ersten Gläser sind etikettiert und stehen nun zum Verkauf bereit.

Eintracht 250 g

Ich habe in diesem Jahr den größten Teil unseres ersten Honigs in 500 g-Gläser abgefüllt. Aus den Erfahrungen aus dem Jahr 2019 weiß ich, dass es auch für die kleineren 250 g-Gläser viele Interessenten gibt. Deshalb gibt es sie auch dieses Mal wieder. Wir können also beides anbieten, groß und klein.

Eintracht 500 g

Eine sehr angenehme Besonderheit gibt es: dies ist übrigens der beste Honig, den wir je von unseren Bienen erhalten haben!

Und wie immer heißt bei uns die erste Ernte eines jeden Jahres EINTRACHT.

Heute zeige ich Photos, die bei Völkerdurchsichten in der letzten Woche entstanden sind.

Unsere eigenen Bienen stehen stehen an zwei verschiedenen Standorten, nämlich auf dem Frankfurter Riedberg und im Niddapark in der Frankfurter Römerstadt. Die meisten Bilder stammen vom Riedberg.

Wildbau am Absperrgitter Dadant

Die meisten Bienenvölker werden in Beuten nach dem Zandermaß geführt. Allerdings habe ich auch - zum Ausprobieren - drei Beuten, die im Dadant-Maß sind. Das sind Ein- beziehungsweise Großraumbeuten.

Am Absperrgitter eines der Dadant-Völker haben die Bienen Wildbau betrieben und ein Werk aus Wachs geschaffen. In seiner Form erinnert es ein wenig an die vor nicht zu langer Zeit verstorbene berühmte Architektin Zaha Haddid.

Ganz anders - fast schon sehr gesittet zu nennen - geht es in einem Zander-Volk zu. Hier sind die Rahmenmaße kleiner als im Dadantbau. Zudem kann man in der Zanderbetriebsweise durchaus zwei Räume übereinander setzen. Das haben wir konsequenterweise in diesem Jahr erstmals nicht getan. Alle Zandervölker sind mit einem einzigen Brutraum geführt worden, auf den jeweils ein Honigraum aufgesetzt worden ist.

Zum ersten Mal habe ich in diesem Jahr Brutflächen auf Zander-Rahmen gesehen, die die gesamte Fläche bedecken. In dieser Größe ist das eher etwas ungewöhnlich.

Brutfläche Zander - Vorderseite
Brutfläche Zander - Rückseite

Solche riesigen Brutnester kenne ich von Dadant-Rahmen, aber noch nicht von Zander.

Derzeit "königinnt"es bei uns. Im letzten Beitrag habe ich von den vielen Königinnenzellen in der EZB berichtet. Auch bei uns auf dem Riedberg erleben wir dieses Phänomen zurzeit.

Weiselzellen

An mehreren Rahmen hängen sie die tropfenförmigen Königinnenzellen. Das andere imkerliche Wort für die Königinnenzellen heißt Weiselzelle. Manchmal sogen die Bienen selber dafür, dass neue Königinnen nachgezogen werden. Diese Zellen heißen dann Nachschaffungszellen. Ich verwende diese Begriffe gerne parallel.

Weiselzellen, auch Nachschaffungszellen genannt
Nachschaffungszelle
Nachschaffungszelle
Nachschaffungszelle
Nachschaffungszellen Zander

Eines der Dadantvölker ist mittlerweile so stark geworden, dass ich von ihm einen Ableger bilden musste. Er steht nun zusammen mit dem Ableger aus der EZB in einer Ecke unserer Streuobstwiese.

links: Ableger Dadant, rechts: Sammelbrutableger EZB, Zander

Im Niddapark herrscht ebenfalls emsiger Betrieb bei den Bienen. Der Honigraum wird täglich schwerer. Wenn es ab Mittag immer heißer wird, sammeln die Bienen sich vor dem Flugloch und bilden eine Traube, die wir Bienenbart nennen. Hier hier abgebildeten Bienen sind davon jedoch noch weit entfernt.

Flugbetrieb im Niddapark

Nicht nur im Niddapark werden die Honigräume schwerer. Auch bei uns auf dem Riedberg kündigt sich die zweite Honigernte bereits an.

Zuvor werden wir noch eine (biologische) Varroamilbenbehandlung durchführen. Geplant ist, dass wir in einer Woche sämtliche Brutwaben aus den Völkern entnehmen. Die Bienen bleiben in den Völkern erhalten. Für die entnommenen Waben gibt es Mittelwände als Ersatz. Durch die Entnahme induzieren wir eine Brutpause, in der die Milbe sich nicht weiter vermehren kann. Dadurch bleibt der Befall mit Milben sehr gering. Positiver Nebeneffekt: in dieser Zeit müssen die Bienen sich nicht um die Brutpflege kümmern, sondern steigern den Eintrag von Honig. Deshalb werden die Honigräume dann kurze Zeit danach abgenommen und der Honig geerntet. Von beidem später mehr.

Mir scheint, dass ich es in diesem Jahr mit den Königinnen habe... Heute erfolgt wieder ein Bericht über sie.

Bei der EZB betreue ich drei Völker. Von allen habe ich vor 10 Tagen je zwei Rahmen gezogen und diese zu einem Sammelbrutableger vereint. Bei dieser Aktion habe ich natürlich streng darauf geachtet, dass ich die - grün markierte - Königinnen nicht mit aus den Bienenvölkern entferne. Um dabei sicher zu sein, muss ich die Königin gesehen haben. Das ist auch der Fall gewesen.

Für die entnommenen Rahmen habe ich Mittelwände eingefügt. Diese sind bei der heute erfolgten Kontrolle allesamt gut ausgebaut. In den Beuten ist dadurch wieder Platz für die Brut geworden.

Lediglich im dritten Volk habe ich keine Eier gefunden, wohl aber Larven in unterschiedlicher Größe. Demnach muss die Königin noch vor wenigen Tagen in ihrem Volk vorhanden gewesen sein.

Umso erstaunlicher ist für mich die Überraschung, dass ich bei der Rahmendurchsicht insgesamt acht (!) verdeckelte Weiselzellen entdecken musste. Genau genommen sind es nur sieben vollständig verdeckelte und eine noch unten offene Weiselzelle. Mit anderen Worten: die Bienen haben versucht sich eine Königin nachzuschaffen. Auch bei sorgfältiger Kontrolle habe ich keine Königin mehr im Volk finden können.

Die Menge der vorhandenen Bienen hat im Vergleich zur letzten Durchsicht nicht abgenommen. Ein Abschwärmen hat demnach nicht stattgefunden. Was bleibt also an Möglichkeiten übrig?

Theoretisch könnte ich die Königin doch mit in den Ableger genommen haben. Dagegen sprechen die noch relativ kleinen Larven. Sie sind keine Woche alt. Die Königin muss also noch vorhanden gewesen sein. Ebenso könnte ich beim Hantieren die Königin zerdrückt haben. Aber hier sprechen die vorhandenen kleinen Larven dagegen.

Vielleicht wollten die Bienen ihre Königin einfach nicht mehr und haben von sich aus mit dem Bau von Nachschaffungszellen begonnen.

Ich zeige im Folgenden die Bilder von den oben erwähnten Königinnen- beziehungsweise Nachschaffungszellen.

Weiselzelle am eingehängten Drohnenrahmen

Weiselzelle am oberen Rand eines Rahmens

Weiselzelle und Spielnäpfchen am linken Rand eines Rahmens
Weiselzelle am linken Rand eines Rahmens
Weiselzelle
zwei Weiselzellen nebeneinander am oberen Rand eines Rahmens
Weiselzelle, dieses Mal rechts unten
Weiselzelle, noch nicht verschlossen. Eine Biene ist darin gerade zu Besuch

Was ist zu tun? Wie so oft heißt es ganz einfach: abwarten. Nachdem ich auch bei einer erneuten Kontrolle keine markierte Königin gefunden habe, kann ich - theoretisch - davon ausgehen, dass das weisellos ist. In diesem Fall kann ich die Nachschaffungszellen hängen lassen.

Eine neue Königin, die als erste schlüpft, kümmert sich quasi selbst um den Rest. Für die Nicht-Imker heißt das, die erste geschlüpfte Königin setzt sich durch und tötet ihre potentiellen Rivalinnen in deren Weiselzellen ab. Auf alle Fälle kommt es somit zu einer neuen Königin. Nach einem anzunehmenden Hochzeitsflug wird es noch ein paar weitere Tage dauern, bis die Eiablage wieder erfolgen wird. Also: früheste Kontrolle erst in zwei Wochen wieder.

Schlechtes Wetter ist zwar angekündigt gewesen, doch ist davon nichts zu spüren gewesen. Trocken und sonnig, auch nicht zu warm. Ideale Voraussetzungen zum heutigen Imkern.

Wieder einmal habe ich während des Imkerns Königinnen gefilmt. Sie sind in der Tat unruhige Geister, die ständig am Wuseln sind. Leider habe ich es nicht geschafft, sie bei einer ihrer Haupttätigkeiten zu filmen, dem Eierlegen. Aber das kommt sicherlich auch noch....

Ein Bienenhaus besitzen wir zwar nicht, dafür aber viele Bienenstöcke. Aus ihnen zeige ich heute in diesem Beitrag einige Bilder und erläutere sie. Der größte Teil der Photos ist am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, entstanden.

Nach dem Öffnen einer Beute, fällt der erste Blick auf die Oberseite der eingehängten Rahmen.

Rahmenoberträger

Hier wimmeln und wuseln die Bienen scheinbar plan- und ziellos herum. Den Spalt zwischen den einzelnen Rahmen nennen wir Imker Wabengasse. In ihr hängen sich jeweils zwei Seiten zweier benachbarter Mittelwände gegenüber. Die Bienen haben ihre Waben auf die Mittelwände aufgebaut und somit den Abstand in der Wabengassen verringert, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Will man ein Bienenvolk untersuchen, durchsehen, wird dazu einer der beiden randständigen Rahmen herausgezogen und beiseite gestellt. In der Regel sind diese Randwaben eher die Futterwaben des Volkes, sozusagen die Speisekammer. Üblicherweise befindet sich das Brutnest in der Mitte einer Beute. Dementsprechend sind die Randwaben nicht bis kaum bebrütet.

Wir führen in diesem Jahr erstmals unsere Völker einzargig. Das heißt, es gibt nur eine Zarge, einen Brutraum. Entsprechend eng und voll ist es darin. Ab einer gewissen Volksstärke stellt man einen zweiten Brutraum auf diese Zarge. Darin kann sich das Bienenvolk dann nach oben hin ausweiten und vergrößern. Die Randwaben bleiben entsprechend dann oft leer oder dienen tatsächlich als Vorratskammer.

Bei der einzargigen Völkerführung ist es ein wenig anders. Bedingt durch die Raumnot, müssen die Bienen jeden sich bietenden Platz ausnutzen. Dies zwingt sie beispielsweise, sehr früh den Honig nach oben in einen aufgesetzten Honigraum zu transportieren und einzulagern. Dadurch entsteht im Brutraum wieder mehr Fläche für die Brut, den Nachwuchs.

Die Enge, der knappe Raum, zwingen uns dazu, die Völker konsequent und regelmäßig zu kontrollieren. Die Schwarmneigung ist hier möglicherweise höher als sonst. Also heißt es dann, mögliche Anzeichen hierfür frühzeitig zu erkennen und zu handeln.

Eines der Anzeichen ist die Bildung von Spielnäpfchen. Die Bienen bilden sie als Vorbereitung für ein mögliches Schwärmen, damit der verbliebene Völkerrest schnell wieder eine Königin bekommt, wenn das "alte" Volk ausgeflogen, abgeschwärmt ist. Das Schwärmen ist die Vermehrung eines Volkes als Ganzes, als Gesamtheit beziehungsweise als Gesamtorganismus. Auf diese Weise werden aus einem Volk zwei Völker.

Spielnäpfchen von oben

Die Spielnäpfchen sind halbkugelige Gebilde aus Wachs mit einer Öffnung nach unten. In Ihnen kann und soll eine neue Bienenkönigin gebildet werden.

Spielnäpfchen von unten

In der Regel hängen sie am unteren Rand der Waben. Eigentlich sollte es dann reichen, einen Brutraum an der einen Seite anzuheben, zu kippen, und so die Unterkanten der Rahmen sichtbar zu machen. Hier sollten die Spielnäpfchen dann leicht zu finden sein.

Das stimmt leider nicht immer. Oft sind sie versteckt angebracht und hängen mitten im Raum und unsichtbar von unten her. Deshalb funktioniert diese Kippkontrolle bei der einzargigen Völkerführung weniger gut als bei der zweizargigen Betriebsweise. Hier reicht es häufig aus, nur den oberen Brutraum anzukippen und nach den Spielnäpfchen Ausschau zu halten.

Nach dem Entfernen der Randwabe wird ein Volk systematisch Wabe für Wabe untersucht. Dazu werden die Rahmen einzeln herausgehoben und begutachtet.

Brutnest

So sieht eine Wabe aus, bei der fast die gesamte Fläche bebrütet wird. Dieses Brutnest ist riesig. Von der Oberfläche her ist sofort zu erkennen, dass in den jeweiligen Zellen Arbeiterinnen entstehen werden. Drohnen und Königinnen haben andere Brutzellen.

Königinnen- beziehungsweise Weiselzellen sehen so aus:

Königinnenzellen

Die Königinnenzelle ist die größte Brutzelle in einem Bienenstock. Auf dem Bild oben sind sogar zwei Weiselzellen zu erkennen. Eine ist links unten im Bild, die andere wird etwas weiter nach rechts oben von anderen Bienen verdeckt. Dieses Volk hat plötzlich keine Königin mehr besessen. Bei der Bildung eines Ablegers habe ich sie versehentlich mit in das Ablegervolk genommen. Unsere Königinnen sind nicht markiert und ich habe nicht genügend aufgepasst bei der Ablegerbildung. Zum Glück sind genügend Bieneneier vorhanden gewesen. Aus ihnen haben die Bienen sofort diese und andere Königinnenzellen gebildet. Die erste geschlüpfte Königin tötet ihre möglichen Rivalinnen in den Zellen ab, bevor diese selber schlüpfen können. Es kann natürlich nur eine Primadonna geben! Die abgebildeten Weiselzellen sind solche, deren Inhalt von außen getötet worden ist. Das Schlupfloch einer Königin ist am unteren Ende zu finden. Hier jedoch nicht....

Königinnenzelle mit Schlupfloch

Während ich die Photos erstellt habe, ist es in der Beute zu einer "Kettenreaktion" gekommen. Mehrere Bienen haben sich zu Ketten formiert, die von einem Rahmen bis zur Beutenwand reichen.

"Kettenreaktion"

Dieses Verhalten beobachten wir bei den Bienen recht häufig. Bei dem Versuch einen Drohnenrahmen zu photographieren, bin ich mit der Einstellung der Kamera zu langsam gewesen. Zwischen dem Wildbau und dem Rahmenrand hing eine Kette aus vielen Bienen, die sich dann leider doch sehr schnell wieder aufgelöst hatte.

Drohnenrahmen - Baubeginn

Zwischen dem Rand des Rahmens und dem tropfenförmigen Wildbau hing zunächst eine Kette von Bienen, die etwa bis zum unteren Bildrand gereicht hat. Nur bin ich zu langsam gewesen. Während ich mit dem Einstellen der Kamera beschäftigt gewesen bin, hat die Kette sich rasch wieder aufgelöst.

Um den starken Befall eines Volkes mit der Varroamilbe zu verhindern, benutzen wir seit Jahren schon eine biologische Methode. Dazu hängen wir einen leeren Rahmen in das Bienenvolk ein. Die Bienen betreiben daran Wildbau. Tropfenförmig beginnen sie mit dem Aufbau ihres Wabenwerkes.

Drohnenrahmen - Beginn

Manches Mal starten sie auch gleichzeitig an mehreren Stellen.

Drohnenrahmen - Wildbau - Baubeginn

Oben ist der zweite Tropfen zu sehen, der erste hängt weiter links:

Drohnenrahmen - Baubeginn

Von hier aus füllen sie den Großteil des Rahmens mit Wachs aus. Die Zellen sind dabei um einen Millimeter größer. Damit weiß die Königin, dass sie hier nur unbefruchtete Eier ablegen soll. Aus ihnen entstehen die etwas größeren Drohnen, die männlichen Bienen. Ihre verdeckelten Zellen ragen wie Buckel hervor.

verdeckelte und unverdeckelte Drohnenbrut

Auf den Rahmen lassen sich manchmal leicht, manchmal weniger leicht, die Bieneneier erkennen:

Bieneneier - Stifte

Am Boden dieser offenen Zellen sind kleine weiße Striche zu erkennen. Das sind die Bieneneier. Die Königin steckt ihren Hinterleib senkrecht in die Zellen hinein. Deswegen stehen die gelegten Eier am Anfang auch senkrecht nahezu in der Zellenmitte. Dort ragen sie wie kleine Stifte empor. Wir Imker nennen diese Eier deshalb auch so: Stifte. Den Vorgang des Eierlegens nennen wir bestiften. Im Laufe der nächsten Tage neigen sich die Eier zur Seite. Nach drei Tagen schlüpfen aus ihnen kleine Maden, auch Larven genannt.

Offene Brut in allen Stadien

An anderer Stelle im gleichen Volk sind hier alle Stadien gut zu erkennen: die Eier, die klitzekleinen Rundmaden und die immer größer gewordenen Maden. Dieses Bild zeigt die offene Brut. Sobald die Maden groß genug sind, verdeckeln die Bienen die Zelle mit Wachs. In dieser verdeckelten Zelle reift die Made über mehrere Häutungen und Puppenstadien schließlich zu einer Arbeiterin heran, die nach genau 21 Tagen, ab der Eiablage, schlüpfen wird. Etwas weiter oben in diesem Beitrag sehen wir einen Rahmen mit der verdeckelten Brut.

Honigschleudern = Zeit für süßes Wasser. Das ist eine portugiesische Spezialität, die beim Honigernten mit anfällt. Jetzt ist es wieder einmal so weit: nach unserer ersten Honigernte haben wir das erste Agua mel hergestellt.

Portugiesische Imker nutzen so intensiv wie möglich alle anfallenden Produkte der Bienen aus, um damit Umsatz und Gewinn zu generieren.

Eine dieser Möglichkeiten ist das Agua mel. Auf deutsch heißt das übersetzt: süßes Wasser. Beim Öffnen der Honigwaben, dem Entdeckeln, fällt Bienenwachs an. An ihm kleben Honigreste aus den jeweiligen Zellen. Dieses Entdeckelungswachs kommt zusammen mit Wasser in einen Topf. Darin wird es zunächst einmal über 62° erhitzt. Bei dieser Temperatur schmilzt was Wachs. Weil es leichter als Wasser ist, schwimmt es beim Abkühlen auf der Wasseroberfläche und härtet dort zu einem Block aus.

Der Wachsblock kann ganz einfach abgehoben und somit entfernt werden. Zur Sicherheit wird die verbleibende Flüssigkeit durchgesiebt und von möglichen Fremdkörpern befreit.

Dieses Honig-Wasser-Gemisch wird mit verschiedenen Gewürzen angereichert und erhitzt. Ziel ist es nun, eine Art Sirup herzustellen. Das Wasser verdampft durch die Hitze, während sich der Honig und die Geschmackszutaten immer stärker konzentrieren.

Agua mel - im Entstehen

Die Flüssigkeit wird stetig heißer, beginnt zu schäumen und neigt sehr schnell zum Überkochen. Deshalb muss sie ständig beobachtet und gerührt werden. Der entstehende Schaum wird abgeschöpft und die Flüssigkeit immer weiter eingekocht.

Agua mel - am Entschäumen

Sobald die Konsistenz zähflüssig wie ein Sirup geworden ist, wird sie in Gläser abgefüllt. Noch heiß werden die Gläser mit einem Deckel verschlossen.

Agua mel - das fertige Produkt

Jetzt fehlen nur noch die Etiketten, dann kann das fertige Agua mel verkauft werden. Rechtlich gesehen, ist es kein Honig mehr. Ihm ist Flüssigkeit entzogen und Gewürzen zugesetzt worden. Damit ist es gegenüber dem natürlichen Honig verändert worden und entspricht nicht mehr der Definition von Honig in der Honigverordnung. Natürlich kann es in den Verkauf gehen, aber eben nur nicht mehr als Honig, sondern als ein Honigprodukt.

Im Frankfurter Niddapark habe ich am 27. Mai 2020 vor einem Volk meine Kamera aufgestellt und ein paar Minuten den dort herrschenden Flugbetrieb in Zeitlupe aufgenommen. Herausgekommen ist dabei der folgende Videoclip. Er hat etwas sehr beruhigendes an sich und ist dabei unfreiwillig fast wie eine Art Meditation geworden.

Für Außenstehende mag dieses Wort ungewohnt oder fremdartig klingen, erfahrene Imker und fortgeschrittene Anfänger können jedoch viel damit anfangen.

Jeder Imker kommt früher oder später einmal in die Lage, dass er in einem seiner Völker plötzlich keine junge Brut mehr findet. Die sich dabei ergebende wichtigste Frage ist, ob sich im Volk noch eine eierlegende Königin befindet. Ist die Königin vorhanden, ist das Volk weiselrichtig; fehlt sie, ist es weisellos.

Um die Königin zu finden, könnte man natürlich das gesamte Volk durch ein Absperrgitter "sieben". Sämtliche Bienen werden hierzu auf ein Absperrgitter oder vor einen Feglingskasten gekehrt. Die Bienen können durch die Gitterstreben hindurchwandern, die Drohnen und die Königin können es aufgrund ihrer Größe nicht und bleiben draußen.

Der Aufwand hierfür ist relativ groß. Einfacher geht es mit der Weiselprobe. Ist ein Volk ohne Königin, wird es unruhig und ändert sein Verhalten. Es versucht relativ rasch sich dann eine neue Königin heranzuziehen. Das Paradoxe dabei: hierzu müssen allerdings von der Königin gelegte Eier oder eventuell ganz junge geschlüpfte Larven vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, kann keine neue Königin aus dem eigenen Bestand herangezogen werden.

Hier setzt die Weiselprobe an. Ist man unsicher, ob eine Königin vorhanden ist oder nicht, hängt man einfach einen Rahmen mit fremden Eiern in das betreffende Volk hinein. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Königin ist vorhanden. In diesem Fall entwickeln die Eier sich ganz "normal" zu Arbeiterinnen.
  2. Die Königin ist nicht vorhanden. Dann entwickeln die Bienen über ein Spielnäpfchen eine Königin- beziehungsweise Weiselzelle. Sie ziehen sich aus den fremden Eiern eine neue Königin nach.

Bereits am nächsten Tag kann man schon das Ergebnis sehen. Im zweiten Fall haben die Bienen bereits mit dem Bau von Spielnäpfchen begonnen. Diese Zellen haben in der Imkersprache einen eigenen Namen erhalten und heißen dann Nachschaffungszellen.

Nachschaffungszellen

Üblicherweise befinden sich die Spielnäpfchen am unteren Rand eines Rahmens. Hier in diesem Fall können sie jedoch irgendwo auf der Wabe sitzen. Weil die Bienen sich eine Königin auf diese Weise nachschaffen, heißen die Zellen entsprechend Nachschaffungszellen. Also ganz einfach...

Himmelfahrt, Vatertag, Auffahrt, Honigschleudertag. All das trifft derzeit auf den heutigen Tag zu.

Bereits gestern Abend haben wir unter die jeweiligen Honigräume je eine Bienenflucht eingelegt. Sie funktioniert wie eine Drehtür: die Bienen können nur in eine Richtung (aus dem Honigraum weg) und nicht mehr zurück. Das erleichtert uns die Arbeit am nächsten Tag enorm.

Aber leider haben die Bienenfluchten nicht so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben und wie die Theorie es besagt. Viele Bienen sind noch in den Honigräumen verblieben. Zum Honigernten können wir die Bienen, die auf den Honigwaben noch ansitzen, überhaupt nicht gebrauchen. Also müssen wir sie mechanisch abkehren und dem Volk zurückgeben. Das hält natürlich auf. Jeder einzelne Rahmen wird abgekehrt und anschließend in eine bereit gestellte Leerzarge gehängt, die sofort mit einem Deckel verschlossen wird. Die nun bienenfreien Honigräume werden anschließend ins Auto zum Abtransport getragen.

Ebenfalls am Abend zuvor werden die benötigten Utensilien aus dem Keller nach oben in die Wohnung geholt und geputzt. Wir schleudern den Honig bei uns in unserer Küche. Auch sie - und die Wohnung - werden vorher gereinigt und geputzt.

Bevor es dann mit der eigentlichen Ernte losgeht, wird in der Küche alles für später vorbereitet: die Honigschleuder wird aufgestellt, Sieb und Honigeimer darunter gestellt, das Entdeckelungsgeschirr aufgebaut, der Boden, auf dem die Honigräume zu Stehen kommen, mit Papier abgedeckt.

Dann geht es los. Die Honigräume werden, wie oben bereits beschrieben, "entbient", also bienenfrei gemacht, und im Kofferraum des Autos abgestellt. Am Ankunfts- und Schleuderort wird alles in die Küche getragen und die Arbeit beginnt dann tatsächlich.

Die verdeckelten Zellen werden vom Wachs befreit. Wir verwenden dazu eine mehrzinkige Entdeckelungsgabel. Die so geöffneten Waben kommen hochkant in die Schleuder und werden darin in einem mehrstufigen Prozess leer geschleudert. Der gewonnene Honig fließt durch ein Sieb in einen Lebensmitteleimer, auch Hobbock genannt.

Den genauen Ablauf zeige ich exemplarisch hier. Wir schleudern hier gerade zwei unterschiedliche Wabengrößen: die beiden schmalen sind Dadant, die beiden größeren Zander. So heißen die verschiedenen Beutensysteme mit ihren unterschiedlichen Rahmenmaßen.

Den heute geschleuderten Honig nennen wir "Eintracht". So heißt bei uns stets die erste Ernte eines Jahres. Die zweite Ernte bekommt den Namen "Zwietracht". Parallel dazu haben wir am Schluss auch noch Honig aus dem Niddapark Frankfurt geschleudert. Er heißt dann logischerweise "Niedertracht".

Bei der Eintracht ist mal wieder ein spannendes Phänomen zu beobachten. Obwohl alle Honige zur gleichen Zeit geerntet worden sind, sind die zum Teil sogar sehr verschieden. Ich zeige das hier an Beispiel der Farben.

unterschiedliche Farben bei der gleichen Honigernte

Links im Eimer ist ein sehr heller, ins weiße neigender Honig, rechts hingegen ist er eher dunkel bis bräunlich. Meine Erklärung: im linken Honig ist der Rapsanteil deutlich höher. Wir produzieren keine Sortenhonige, bei denen eine bestimmte Blütensorte deutlich überwiegt, sondern Mischhonige aus allen hier wachsenden Blüten. Im Italienischen nennt man das Mille Fiori, Tausend Blüten. Ich finde, dies ist eine sehr passende Bezeichnung hierfür. Deshalb dürfte in diesem Jahr unsere Eintracht wohl zum ersten Mal verschiedene Farben später im Glas haben. Darüber dann später mehr. So wie sie in die Eimer gelaufen sind, werden die Honige später auch abgefüllt werden.

Heute, 20. Mai 2020, habe ich versucht, zwei Bienenköniginnen mit einer Makrolinse zu filmen.

Die erste Königin trägt einen grünen Punkt. Dadurch ist sie leicht im Bienenvolk zu finden. Die Punktfarbe grün besagt in der Imkersprache, dass diese Königin aus dem Jahr 2019 stammt. Diese Biene lebt auf dem Gelände der Frankfurter Europäischen Zentralbank.

Die zweite Königin lebt im Frankfurter Niddapark in der Römerstadt. Sie trägt keinen Punkt, weil wir sie nicht gekennzeichnet haben. Auch sie stammt aus dem Jahr 2019 und würde demnach einen grünen Punkt erhalten. Ihre Farbe ist allerdings ungewöhnlich. Der Hinterleib ist nicht schwarz, sondern gelblich-braun. Hier haben sich demnach die Gene einer anderen Bienenrasse hineinge"mendelt", sie ist keine Carnica-Biene.

Dies ist mein erster Versuch überhaupt, Bienenkönigin durch eine Makrolinse aufzunehmen. Sie sind beide sehr unruhig und wuseln ständig über die Waben. Das macht es so schwer sie im Blickfeld der Kamera zu behalten.

Natürlich hätte es besser "bei Königinnens" heißen sollen, denn Könige gibt es bei den Bienen nicht. Während des heutigen Imkers, am 15. Mai 2020, haben wir wieder einige Besonderheiten gefunden.

Vor wenigen Wochen habe ich einen Ableger erstellt, in den ich eine Mittelwand mit mehreren verdeckelten Königinnenzellen gehängt habe. Diesen Ableger haben wir heute durchgesehen. Hierbei haben wir die übrig geblieben Reste der Zellen entdeckt.

Sind mehr als eine Königin in einem Volk in ihrer Entwicklung, geht die erste geschlüpfte unbarmherzig nach festem Schema vor und tötet die noch ungeschlüpften Rivalinnen ab.

Eine typische Weisel- beziehungsweise Königinnenzelle sieht so aus:

Wie ein Tropfen hängt sie vor den eigentlichen Waben und ist deutlich größer als eine normale Zelle. Die Spitze zeigt nach unten. Hierin entwickelt sich gerade eine Königin. Acht Tage dauert diese Zeit, dann schlüpft sie an der untersten Spitze heraus..

Nahezu kreisrund wird das untere Ende abgefressen, so dass die Königin herausschlüpfen kann. Kaum ist sie draußen, geht es zu den möglichen Rivalinnen. Sie werden regelrecht abgestochen.

Genau in der Bildmitte sind die Reste einer Königinnenzelle zu erkennen. Das untere ende sowie die linke Seitenwand sind noch vorhanden. Der Rest ist Geschichte. Hier ist eine Königin in ihrem "Schloss" umgebracht worden. Mich erinnert diese Wabe an eine archäologische Ausgrabung. Zu sehen sind nur die verbliebenen Reste. Aus ihnen können Rückschlüsse auf das mögliche Geschehen in der Vergangenheit geschlossen werden. In diesem Fall auf den Mord an einer potentiellen Königin.

Hier beschreibe ich heute einmal, wie die Vermehrung der Bienen abläuft und illustriere das mit eigenen Photographien.

Am Anfang.... ist die Bienenkönigin.

Bienenkönigin auf einer Wabe

Sie ist auf dem Bild oben genau in der Mitte sehr gut zu erkennen. Ihren langen und schlanken Hinterleib steckt sie in eine der Wabenzellen hinein. Vorher misst sie die Größe dieser Zellen aus. Je nach der Größe kommen dort unterschiedliche Eier hinein: in die "normalen" Zellen legt sie befruchtete, in die um einen Millimeter größeren Drohnenzellen unbefruchtete Eier hinein.

Den Hinterleib führt sie dabei senkrecht in die Tiefe der Zelle ein. Deshalb stehen die frisch gelegten Eier ebenfalls senkrecht in ihnen auf dem Boden. Wie kleine Stifte ragen sie empor. Wir Imker nennen sie deshalb auch so: Stifte. Den Vorgang der Eiablage nennen wir aus dem gleichen Grund auch bestiften.

Innhalb des nächsten Tages legt sich das Ei auf die Seite. Die Bienen umgeben es mit einem kleinen See von Futtersaft.

Entwicklung zur Biene: Eier, Larven/Maden in verschiedenen Stadien

Aus dem Ei schlüpft eine zunächst noch sehr kleine Made. Wir Imker sind hier sprachlich ein wenig ungenau: zu den Maden sagen wir auch Larven. Beide Wörter werden synonym verwendet.

In dem Bild oben erkannt man sowohl die Eier als auch die Maden. Die Eier sind bereits umgefallen, also älter als mindestens einen Tag. Aus den zunächst noch sehr kleinen Larven werden durch das Füttern der Bienen immer größere Maden.

Rundmaden

Zuletzt füllen sie den Zellenraum fast komplett aus.

Am ersten Tag werden alle Larven noch mit Gelée Royale gefüttert. Ab dem zweiten Tag jedoch nicht mehr. Nur, wenn aus einem Ei eine neue Königin werden soll, wird diese Larve weiterhin mit dem Gelée Royale gefüttert. Dieses unterschiedliche Fütterungsverhalten ist für die jeweilige Entwicklung verantwortlich. Aus jedem befruchteten Ei kann so nämlich eine Königin werden.

Lediglich bei den werdenden Drohnen sind die Eier nicht befruchtet. Aber auch sie werden wie die Arbeiterinnen gefüttert und groß gezogen.

Am Ende des Madenstadiums wird die Zelle mit einem Deckel verschlossen. Die Verdeckelung erfolgt bei einer Königin am achten, bei einer Arbeiterin am neunten und bei einer Drohne am zehnten Tag.

Brutnest, verdeckelt, fast die gesamte Wabenfläche ausnutzend

Unter dem Deckel entwickelt sich die Rundmade zu einer Streckmade, sie häutet sich mehrmals und wird schließlich zur Puppe.

Eine Königin schlüpft am Tag 16, eine Arbeiterin am Tag 21 und eine Drohne am Tag 24. Die Arbeiterinnen durchlaufen nach ihrem Schlupf eine Art Fahrplan. Grob gesagt: in den ersten drei Wochen ihres Lebens sind sie nur im Bienenstock, in den zweiten drei Wochen dann als Flugbienen außerhalb und tragen Nektar ein.

Auch die Stockbienen der ersten drei Wochen machen noch eine weitere Entwicklung durch. Vereinfacht gesagt wandern sie innerhalb dieser Zeit von fluglochfern nach fluglochnah. Sie putzen die Zellen zunächst, bauen Zellen auf, indem sie Wachs aus ihren Drüsen schmelzen, füttern die Brut, nehmen den eingetragenen Nektar der Flugbienen auf und geben ihn im Volk weiter an die nächste Biene, werden später zu Wächterbienen am Flugloch und sind dann selber auf Flugbetrieb in der Außenwelt.

Hierbei schuften sie sich zu Tode. Im Sommer wird eine Biene nicht älter als etwa sechs Wochen. Im Winter hingegen, wenn der Flugbetrieb entfällt, können sie als Winterbienen mehrere Monate alt werden. Erst im kommenden Frühjahr beginnt für sie der Flugbetrieb. Wenn dann die erste Generation der neuen Bienen geschlüpft ist, sterben auch sie.

Auch, wenn es vielleicht doppeldeutig klingen mag, hier geht es nur um Bienen!

Auf dem Gelände der Europäischen Zentralbank stehen drei Bienenvölker, bei denen ich die Ehre und das Vergnügen habe, sie zu betreuen. Seit dem 22. April stehen sie nun dort.

Gleich zu Beginn der Aufstellung habe ich ihnen einen Drohnen- oder Baurahmen zugesetzt. Zum einen aus Transportgründen, damit während der Fahrt die eingehängten Rahmen nicht hin- und herschwingen können. Zum anderen, um gleich zu Beginn - und passend zur Jahreszeit - über die Drohnenentwicklung die Varroamilbe biologisch bekämpfen zu können.

Drohnen brauchen drei Tage länger als die Arbeiterinnen, bis sie schlüpfen können. In diesen Tagen vermehrt sich in den verdeckelten Zellen die Varroamilbe besonders gut. Deshalb lenken wir Imker den Drohnenbau mit Hilfe des Drohnenrahmens. Sobald er verdeckelt ist, werden die gesamten Zellen aus dem umgebenden Rahmen herausgeschnitten und aus dem Volk entfernt. Damit bleibt die Belastung im Bienenvolk mit den Varroamilben sehr gering.

So sieht ein verdeckelter Drohnenrahmen aus:

Drohnenrahmen Vorderseite
Drohnenrahmen Rückseite

Dieses Wachs- und Zellenpaket wird aus dem Rahmen ausgelöst und der dann leere Rahmen dem Volk zum Neuausbau zurückgegeben.

Drohnenrahmen ausgeschnitten

Das ist derselbe Rahmen, nun allerdings ohne Inhalt. In den nächsten Wochen bauen die Bienen erneut ihre Waben dort hinein, die Königin legt unbefruchtete Eier in die neuen Zellen und der Kreislauf beginnt von vorne.

Hat man einen Ableger gebildet, braucht es ein wenig Zeit und Geduld, bis man ihn das erste Mal an- und durchsehen darf.

Die Bienen müssen sich aus den im Ableger vorhandenen Eiern erst einmal ihre neue Königin ziehen. Das dauert sechzehn Tage. Die Königin muss sich dann ein paar Tage lang einleben, bevor sie zu ihrem Hochzeitsflug startet. Hierbei wird sie von mehreren Drohnen nacheinander begattet. Die Spermien lagert sie in ihrem Hinterleib in einer Art Supersamenbank ein.

Ist sie wohlbehalten von ihrem Hochzeitsflug heimgekehrt, braucht sie erneut noch ein paar Tage bis sie dann mit ihrer Eiablage beginnt. Sehr knapp gerechnet, sind es vom Bilden eines Ablegers bis zur ersten Eiablage gut 21 Tage. Bis zur ersten Durchsicht gebe ich lieber noch eine Woche dazu, warte also bis zum 28. Tag.

Dann allerdings sollte die neue Königin sicher in die Eiablage gegangen sein. Wenn jedoch (noch) nicht, dann stimmt etwas nicht. Mit der Königin, dem Volk, dem Ableger oder auch dem Imker.

Wir haben heute diesen Ableger erstmals geöffnet und durchgesehen. Das Ergebnis findet ihr hier:

Derzeit sind unsere Bienen ausgesprochen fleißig. Neben Pollen- und Nektar-Eintragen pflegen sie unermütlich ihre Brut, ihren Nachwuchs. Neben den Arbeiterinnen sind das auch die Drohnen.

Allerdings wollen wir Imker die Drohnen möglichst nicht (mehr als unbedingt nötig) im Volk haben. Sie brauchen deutlich länger in ihrer Brutentwicklung und sind deshalb das Super-Reservoir für die ungeliebten Varroamilben.

Zu ihrer Bekämpfung wenden wir Imker gerne eine biologische Methode an, bei der keine Chemikalien benutzt werden. Dazu hängen wir an bestimmte Positionen im Volk je einen Drohnen- oder Baurahmen. Das ist ein völlig leerer Rahmen, in dem die Bienen Wildbau betreiben können. In diesem Wildbau werden dann häufig die etwas größeren Waben für die Drohnenbrut angelegt.

Sobald ein solcher Rahmen verdeckelt ist, wird er aus dem Volk genommen. Das Wachs mit den Waben und der innewohnenden Puppen wird abgetrennt (geschnitten, Drohnenschneiden) und der leere Rahmen wird zurück in das Volk gehängt. Das Spiel beginnt von Neuem.

Wie das konkret aussieht zeige ich in diesem kleinen Video:

Die Waben sind im Rahmen nicht durch Metalldrähte abgestützt. Deshalb soll der Rahmen möglichst nur senkrecht gehalten werden. Gas gesamze System hängt an der Innenseite der Oberkante. Schlenkern oder Schütteln könnte dazu führen, dass das Wachs reißt.

Das ausgeschnittene Wachs kommt dann bei uns in einen Dampfwachsschmelzer. Erzeugter heißer Wasserdampf wird dabei in einen Kessel geleitet und bringt das darin eingelagerte Wachs zum Schmelzen. Das heiße Wachs läuft vorne heraus und wird aufgefangen. Im Kessel bleiben die abgetöteten Puppen zurück und werden über die Biotonne entsorgt.

Dampfwachsschmelzer mit dem zuführenden Schlauch und Auslaufrohr unten
Dampfwachsschmelzer mit Füllgut (Dadantwaben und ausgeschnittene Drohnenrahmen)

Nach etlichen Wochen ist das Corona-Virus nun auch bei den Bienen und Imkern angekommen. Unklar ist noch, ob und ab wann überhaupt Masken angelegt werden müssen.

Auf alle Fälle gibt es schon einmal hervorragende Prototypen.

Mund-Nase-Schutzmaske mit Bienen- und imkerlichen Motiven
Mund-Nase-Schutz-Maske

So sehen sie an einem unserer Modelle getragen aus:

Mund-Nase-Schutz-Maske

oder auch so:

Mund-Nase-Schutzmaske

Diese Maske ist nicht nur für Drohnen, sondern auch für Arbeiterinnen und Königinnen geeignet. Das Design stammt von Bianca Schuster

Normalerweise führe ich unsere Bienenvölker im Zandermaß. Das ist ein von Enoch Zander entwickeltes Beuten- und Beutengrößensystem. Es hat sich in Deutschland fast als Standard inzwischen eingebürgert.

Seit dem letzten Jahr versuche ich mich auch darin Bienen in Großraumbeuten zu halten. Dabei habe ich mich für das System von Dadant entschieden.

Ein Volk hat auf Dadant überwintert und sich unglaublich stark entwickelt. Sein Honigraum ist schwer, schwerer sogar als in einem Zander-Volk.

Gestern habe ich einen gefangenen Bienenschwarm in eine weitere Dadantbeute geschlagen und aufgestellt. Anders als beim letzten Mal habe ich allerdings das Flugloch über Nacht geschlossen gelassen. Erst heute, am 6. Mai, habe ich es geöffnet. Damit die Bienen genug Energie bekommen, um die Mittelwände auszubauen, habe ich den Bienen noch eine Packung Flüssigfutter auf die Oberträger gelegt.

In wenigen Tagen werde ich wieder in dieses Volk hineinschauen. Es gibt bekanntlich nichts baufreudigeres als einen Bienenschwarm. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass innerhalb einer Woche ein Großteil der zugefügten Mittelwände bereits zu Waben ausgebaut sein wird. Damit kann dann die Königin mit ihrer Eiablage starten und das abgeschwärmte Volk wieder anwachsen lassen.

Immer wieder rede und schreibe ich hier über Drohnenrahmen. Ein Beitrag für die Nicht-Imker

Nahezu alle Bienenvölker in unseren Breiten leiden inzwischen seit mehreren Jahrzehnten unter einem Tierchen, dass es hier ursprünglich nicht gegeben hat, sondern aus dem Osten eingeschleppt worden ist. Gemeint ist eine Milbe namens Varroa destruktor.

Sie lebt bei den Bienen und im Bienenstock und ernährt sich von ihnen. Sie ist zwar klein, aber sehr wirkungsvoll. Von querovaler Form misst sie etwa 2x1 mm Breit mal Länge.

Sie sitzt auch auf den Bienen und saugt deren "Blut", die Hämolymphe. Im Vergleich zu uns Menschen wäre es etwa so, als ob wir ständig im Nacken ein Kaninchen mit uns herumtrügen, dass fest auf uns aufsitzt.

Die Vermehrung der Varroa destruktor findet im Bienenstock statt. Kurz bevor eine Zelle mit einer Made darin verdeckelt wird, krabbelt sie hinein. Drinnen schlängelt sie sich an der Made vorbei bis zum Grund und versteckt sich dort in einer Nische.

Nach dem Verdeckeln der Zelle beginnt sie sich zu vermehren. Je länger das Puppenstadium der einstigen Made dauert, desto mehr Zeit hat die Milbe, um Nachkommen zu zeugen. Am längsten dauert diese Phase bei den Drohnen.

Deshalb benutzen wir die natürliche Aufzucht der Drohnen als eine biologische Methode, um die Belastung mit der Varroa-Milbe so niedrig wie möglich zu halten. Kurz vor der Verdeckelung einer Drohnenzelle schlüpft die Milbe in die Zelle und hat nun mehrere Tage Zeit, sich zu vermehren.

Dieses Phänomen und diese Eigenschaft nutzen wir wie folgt aus:

Wir hängen einen leeren Rahmen, den Drohnen- oder auch Baurahmen, an den Rand eines Brutnestes in einem Bienenstock. Die Bienen bauen diesen Rahmen mit Wildbau zu einem Wabenwerk aus, dessen Zellen sehr dazu geeignet sind, die Drohnen darin aufzuziehen. Drohnenzellen sind etwa einen Millimeter größer als die normalen Arbeiterinnenzellen.

Drohnenrahmen zu Beginn seines Ausbaus

Die Königin legt in diese Zellen je ein unbefruchtetes Ei am Boden ab. Die Eier reifen zu Maden heran. Nach 9 bis 10 Tagen ist es dann soweit: für die Zeit der Verpuppung wird die Zelle geschlossen, verdeckelt. Unmittelbar vorher schlüpft die Milbe dort hinein und lässt sich mit einschließen. Die Zeit der Verdeckelung beträgt bei den Drohnen zwei Tage mehr als bei den Arbeitrinnen, nämlich 14 Tage. Während dieser Zeit werden deutlich mehr neue Milben gebildet als in einer Arbeiterinnenzelle. Aus diesem Grund ist dieses biologische Bekämpfungsverfahren auch so effektiv. Es hält die Zahl der Milben in einem Bienenstock bis zum Sommer erstaunlich niedrig.

Drohnenrahmen - teilweise ausgebaut

Für uns Imker heißt es also darauf zu warten, bis der eingehängte Drohnenrahmen ausgebaut und möglichst großflächig verdeckelt ist. In diesem Stadium heben wir den Rahmen heraus und schneiden den Wachsblock mit all seinen verdeckelten und auch unverdeckelten Zellen vom Rahmen ab.

Drohnenrahmen ausgebaut

Dieses Paket mit Puppen und Milben gilt es nun zu vernichten. Am einfachsten geht es, wenn das Wachs sofort in einen Dampf- oder Sonnenwachsschmelzer eingelegt wird. Durch Wärme und Hitze wird das Wachs ausgeschmolzen und die Drohnenpuppen werden thermisch getötet, ebenso die Milben dabei auch.

Das Wachs fließt dabei ab und kann aufgefangen werden. Dies ist reinstes Wachs. Es ist ohne Mittelwände von den Bienen direkt erzeugt worden. Es aufzufangen und weiter zu neuen Mittelwänden zu verarbeiten, baut einen eigenen Wachskreislauf für den Imker auf.

Der folgende Film auf You Tube zeigt das Verhalten der Milbe sehr verständlich:

https://www.youtube.com/watch?v=G9-FGA3bwEw&t=21s

Kreißsaal würde noch nicht so ganz stimmen. Wir haben hier zwar erstellte Ableger, aber daraus sind noch keine Völker geworden. Bei den Imkern gibt es für die Gesamtheit eines Volkes die merkwürdig klingende Bezeichnung Bien. Der Bien, männlich.

Mit diesem Begriff tue ich mich schwer, aus aesthetischen Grunden mag mir dieses Wort nicht so gut über die Lippen kommen. Aber: ohne Königin kein komplettes Volk, auch kein Jungvolk.

Also sind wir hier in der Station vor der Geburt, vor dem Kreißsaal. In dieser Reihe stehen vier Völker. Drei davon am gleichen Tag aus Waben mit Eiern erstellt. Aus diesen Eiern ziehen sich die vorhandenen Bienen selber eine neue Königin. das dauert ein einem Bienenvolk von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Königin 16 Tage. Weil die Eier bereits vorhanden sind, wird es hier ein oder zwei Tage schneller gehen.

Bei dem vierten Volk wird es noch schneller gehen (wenn alles wie gewünscht klappt). Hier haben wir eine Wabe mit bereits verdeckelten Königinnenzellen zugehängt. Mehrere dieser Zellen sind auf der Wabe. Eine der Königinnen sollte es wohl als erste schaffen und innerhalb von acht Tagen schlüpfen. Diese Königin sticht nach ihrer "Geburt" ziemlich zügig ihre möglichen Rivalinnen ab und tötet sie. Die anderen Waben stammen von mehreren Bienenvölkern ab. Deshalb nennt man dieses dann einen Sammelbrutableger.

Neben unseren Beuten im Zandermaß habe ich seit dem letzten Jahr auch einige im Dadant-Maß. Für die Nicht-Imker: das sind Großraumbeuten. Hier gibt es nur einen einzigen Brutraum, der breiter und höher ist als im Zandermaß. Die Völkerführung erfolgt hier durch Zu- oder Abhängen, Einengen oder erweitern von Waben (Rahmen).

Der Honigraum dieses Systems ist deutlich kleiner als bei Zander. Aus diesem Grunde kann man hier auch mehrere Honigräume übereinander setzen.

Der erste Honigraum wiegt inzwischen 15 bis 20 Kg (geschätzt). Deshalb habe ich gestern einen zweiten Honigraum aufgesetzt.

Dadantbeute mit einem Honigraum
Dadantbeute mit zwei Honigräumen

Ich hätte doch auf meinen Bauch hören und gestern zum eingefangenen Schwarm gehen sollen. Das habe ich heute gemacht, aber möglicherweise wäre ich gestern ebenso irritiert wie heute gewesen.

Bei kühlen und sonnigem Wetter habe ich das Anflugbrett an der Beute anbringen wollen und mich schon ein wenig darüber gewundert, dass es an diesem Bienenstock so ruhig zugeht. Vielleicht sind die Bienen alle mit dem Wabenbau beschäftigt?

Der Blick durch die Abdeckfolie lehrt mich ein anderes: in der Beute ist tote Hose, wahrhaftig tote Hose. Nicht eine einzige Biene ist zwischen den Rahmen zu finden, nicht einmal eine tote!

Frage an mich: habe ich etwas falsch gemacht? Hätte ich das Flugloch doch, wie sonst, mindestens einen ganzen Tag geschlossen halten sollen? Fakt ist: der Schwarm ist tatsächlich wieder abgeschwärmt und weitergezogen!

Dadantbeute mit ....

Drei Tage "Kellerhaft" hat man früher den gefangenen Schwärmen "verordnet". In dieser Zeit brauchen sie ihre eigenen Futtervorräte im Magen auf. Aber geht damit auch tatsächlich die Schwarmstimmung nach unten? Ich weiß es nicht.

Diese Kellerhaft habe ich nie durchgeführt. Nach einem Tag der Gefangenschaft in der neuen Beute habe ich bisher das Flugloch geöffnet und bis heute noch nie ein erneutes Abschwärmen erlebt. Vielleicht sollte ich bei den nächsten Schwärmen dahin wieder zurückkehren und dieses Erlebnis unter Erfahrungen verbuchen.

Am Nachmittag erreicht mich ein Anruf: "Da ist ein Bienenschwarm zum Fangen!" Meine Arbeit kann ich allerdings noch nicht beenden, sie muss weitergehen. Also, wenn die Bienen abends noch dort sind, fangen wir sie gerne ein, wenn nicht, dann haben sowohl die Bienen als auch wir eben Pech gehabt.

Zu Hause angekommen fahren wir, nachdem wir uns versichert haben, dass die Bienen immer noch vor Ort sind, los und sind in wenigen Minuten dort.

Im Garten eines Hauses hängen sie als Traube ruhig an einem Eibenast in knapp drei Metern Höhe. Ein Nachbar stellt uns freundlicherweise seine Klappleiter zur Verfügung. Mit unserer eigenen, mitgebrachten, Leiter, könnte es vielleicht zu wackelig werden.

Schwarmtraube in Eibe versteckt

Was benötigt man zum Fangen beziehungsweise Bergen eines Schwarmes? Im Grunde nicht viel. Auch, wenn die Schwarmbienen in der Regel nicht sehr stechfreudig sind, tragen wir stets eine Jacke mit Schleier und Handschuhe.

Als erstes werden die Bienen mit einem Wassernebel von einer Sprühflasche eingesprüht und mit Wasser umhüllt. Dadurch sind sie ruhig(er) und fliegen nicht so schnell auf und davon.

Im zweiten Schritt klettert einer von uns beiden auf die Leiter, während der andere sich mit einem Auffangbehälter darunter stellt. Wir verwenden dazu eine große Plastikkiste aus dem Baumarkt. Sie ist stabil und vor allen Dingen leicht!

Wenn die Bienen idealerweise an einem gut erreichbaren Ast sitzen, genügt oft ein kräftiger Schlag auf ihn, um die Bienen zum Fallen in die Kiste zu bringen. Hier haben wir keine idealen Bedingungen gehabt. Die Bienen haben sich um mehrere kleinere Äste herum festgesetzt. Zum Glück lassen sie sich über die Kiste biegen, aber nicht vollständig. Deshalb werden sie auch mit einem Besen abgekehrt und fallen dabei nach unten.

Auf dem Boden steht eine vorbereitete Beute. Früher haben wir stets eine Leerzarge mit einem Bodenteil dafür verwendet. Heute versuchen wir eine etwas veränderte Methode: in der leeren Zarge hängen bereits einige Mittelwände. Ich gieße die Bienen aus der Kiste in die Beute hinein, verschließe sie zunächst mit einer Abdeckfolie und ich öffne das Flugloch.

Natürlich schaffen wir es nicht, alle Bienen auf einmal mitzunehmen. Deswegen gibt es eine zweite Runde zum Einfangen. Auch diese Bienen werden in die Beute gekippt. Danach wird die Beute mit dem zugehörigen Deckel verschlossen.

Nun heißt es abzuwarten. Etliche Bienen hängen noch draußen an der Beute oder krabbeln auf ihr oder dem Boden herum. Wenn wir die Königin bei dieser Aktion mitgenommen und in die Beute geschlagen haben, laufen die außen verbliebenen Bienen in der nächsten Zeit zu ihren Halbgeschwistern und der Königin in das Innere der Beute hinein. Deswegen ist es jetzt sinnvoll zu warten.

Wir lassen die Beute, so wie sie ist, mit dem geöffneten Flugloch stehen und kommen etwa eine Stunde später wieder, als es bereits dämmert. Tatsächlich sind inzwischen alle Bienen nach innen gewandert. Also haben wir die Königin dabei. Das Flugloch wird verschlossen, ich fülle noch die Beute mit weiteren Mittelwänden vollständig auf und verschließe sie mit einem Spanngurt. Den Fluglochkeil sichere ich mit einem Klebeband vor versehentlichem Öffnen.

Wichtig ist in diesem Fall das vollständige Auffüllen mit Mittelwänden. Dadurch verhindere ich beim Transport ein Verkippen und Verrutschen der Waben oder Mittelwände und sorge so damit, dass keine Biene dadurch zu Tode kommt.

Die Beute heben wir ins Auto und bringen sie die kurze Strecke zu unserem Bienenstand. Dort wird sie sofort aufgestellt, das Flugloch öffne ich noch im Dunkeln und nicht, wie es oft gemacht wird, erst am nächsten Tag.

Die Bienen werden jetzt am neuen Standort sehr schnell damit beginnen, die zugesetzten Mittelwände zu Waben auszubauen, sie mit Futtervorräten zu füllen und, sobald die Waben fertig sind, wird die Königin ihre ersten Eier in die neuen Waben legen. Es ist unglaublich, wie schnell so ein Bienenschwarm in dieser Situation sich neues Wabenwerk zulegt. Meistens ist der Neubau bereits nach einer Woche beendet.

Auch das ist für uns dieses Mal neu: statt der üblichen Beuten im Zandermaß, haben wir dieses Mal eine Großraumbeute im Dadant-Maß verwendet. In wenigen Tagen werde ich bereits in die Beute schauen und dem Volk ein wenig Futter zur Starthilfe geben. Der Neubau mit dem ausgeschmolzenen Wachs kostet die Bienen viel Energie und sie haben keine Futtervorräte dafür zur Verfügung.

Das Imkern und Arbeiten an Bienen lässt manchmal tolle Einblicke zu. So auch heute.

Vor einer Woche habe ich von einem Volk einen Ableger erstellt und hierbei doch nicht richtig aufgepasst: ich habe versehentlich die Königin mit in den Ableger genommen. Demnach ist das Muttervolk eine Woche ohne Königin gewesen. Bei seiner Durchsicht habe ich mich schon gewundert. Es gibt viel verdeckelte Brut, aber keine Eier zu sehen.

Am Ende der Durchsicht ist der Donnerschlag gekommen. Auf zwei Waben habe ich mindestens fünf verdeckelte Königinnenzellen gefunden. Nach dem ersten Erschrecken ist dann das Nachdenken gekommen.

Habe ich vor einer Woche etwa die Spielnäpfchen übersehen? Auszuschließen ist so etwas niemals. Allerdings habe ich selber nicht daran glauben gewollt. Als rettende Idee ist mir der versehentliche Mitnahmetransport der alten Königin gekommen. Überlegung: wenn das so stimmt, dann müßten ja im Ableger bereits Eier vorhanden sein. Also schaue ich im Ableger nach und werde sehr schnell fündig: frische Stifte sind dort zu sehen.

Bei einem normalen Ableger kann das aus biologischen Gründen gar nicht sein. Ergo: ich muss die Königin doch mitgenommen haben trotz sorgfältiger Kontrolle. Die Königin ist übrigens nicht gekennzeichnet....

Damit wird verständlich, dass die Muttervolkbienen sich sehr schnell eine Königin nachgezogen haben. Eier sind vor einer Woche ja reichlich im Volk vorhanden gewesen. Vom Ablauf her kommt es zeitlich auch gut hin: nach acht Tagen ab Eiablage sind die Weiselzellen bereits verdeckelt.

Weiselzellen in einem Volk

Genau so sieht es auch aus. Das Bild zeigt eine der beiden Waben mit den tropfenförmig nach unten hängenden Weiselzellen.

So sieht es in der Vergrößerung aus. Im Grunde ist dies ein phantastisches Geschehen, das ich hier sehen darf. Die Natur der Bienen regelt das von selber so schnell wie möglich. Dies ist sozusagen ein Einblick in die Kinderstube einer noch nicht einmal geborenen Königin.

Eine dieser beiden Waben mit den Weiselzellen habe ich entnommen und als Grundlage für einen Sammelbrutableger benutzt. Aus zwei anderen Völkern sind jeweils noch eine weitere Wabe mit offener und verdeckelter Brut sowie eine Futterwabe in den neuen Ableger gewandert.

Beide Kästen, den des Muttervolkes und den des Ablegers, gilt es nun für die nächste Zeit völlig in Ruhe zu lassen. Die Königinnen müssen darin heranwachsen. Das dauert ab jetzt noch etwa acht Tage bis zum Schlupf. Anschließend benötigt die neue Königin noch ein paar Tage bis sie zu ihrem Hochzeitsflug startet. Nach der hoffentlich erfolgreichen Rückkehr wird es ebenfalls noch ein paar Tage dauern bis sie in die erste Eiablage geht. Das heißt, dass in etwa zwei Wochen eine erste vorsichtige Völkerkontrolle wieder möglich sein dürfte. Gegebenenfalls ist es sogar sinnvoll, noch eine weitere Woche abzuwarten, um ganz sicher zu sein.

Diese beschriebenen Vorgänge laufen normalerweise im Verborgenen ab. Von daher ist es ein glücklicher Zufall, diesen Blick in die Kinderstube einer Königin werfen zu können. Nach der Eiablage dauert es acht Tage, bis eine Königinnenzelle komplett ausgebaut und verdeckelt ist. Anschließend macht die Made der zukünftigen Königin noch eine Metamorphose über verschiedene Puppenstadien durch, bis sie nach weiteren acht Tagen schlüpfen wird.

Hier haben wir nun sogar die Besonderheit, dass gleich mehrere Königinnen in der Entwicklung parallel vorhanden sind. Die erste, die schlüpft, wird dann später als eine der ersten "Amts"handlungen die noch nicht geschlüpften potentiellen Rivalinnen abtöten. Es kann nur eine Königin im Volk geben. Die Natur ist schon grausam.... Irgendwie erinnert das durchaus an den derzeitigen amerikanischen Präsidenten......

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