Umweiseln – Finale der ersten Runde – Fehler

Heute morgen hatte ich DIE Erleuchtung und war zugleich erschrocken. Gestern hatte ich die letzte Königin eingeweiselt. Aber ich hatte etwas wichtiges vergessen: nämlich am unteren Käfigende das Verschlussplättchen zu entfernen. Mit anderen Worten: die Beute muss noch einmal geöffnet werden, um dieses kleine Endstück auszubrechen. Immerhin, so meine Überlegung, hatte das Volk damit einen Tag länger Zeit, um sich an den Duft der neuen König zu gewöhnen und damit die Königin besser anzunehmen.

Unterseite des Zusetzkäfigs mit dem Verschlussplättchen

Das Öffnen ging schnell: den Honigraum abgenommen, das Absperrgitter entfernt und den Käfig herausgezogen, das Plättchen ausgebrochen und alles anschließend in umgedrehter Reihenfolge zurückgebaut.

Generell gilt, dass nach dem Zusetzen einer Königin erst einmal Ruhe im Stock herrschen soll. Frühestens nach zehn Tagen sollten deshalb die Beuten erstmals wieder geöffnet werden. Wir werden also in der zweiten Julihälfte den ersten Blick in die Beuten werfen.

Kurz danach werden wir eine neue Behandlung zur Varroabekämfung durchführen: die totale Brutentnahme. Hierüber werde ich gesondert berichten.

Honigernte 2017 – Teil 1

Morgen beginnen wir mit der Ernte unseres ersten diesjährigen Honigs. Zwar haben wir nur noch wenige Völker, aber diese sind, wie es aussieht, sehr aktiv.

Der Honig wird in der Magazinimkerei von den Bienen in einem besonderen Honigraum gesammelt. Hierzu wird auf den obersten Brutraum ein Absperrgitter gelegt. Dessen Streben sind nur so breit, dass Arbeiterinnen ohne Schwierigkeiten gerade noch hindurchschlüpfen können. Die wesentlich dickeren Drohnen und die Bienenkönigin kommen jedoch nicht mehr hindurch. Hierauf wird eine normale Zarge mit entweder Mittelwänden oder leeren Waben gesetzt. In diesen Raum tragen die Bienen den gesammelten Nektar ein. Als Folge des Absperrgitters wird der Honigraum nicht mehr zu einem Brutraum, denn die Königin bleibt draußen und kann folglich keine Eier dorthin legen. Wenn die einzelnen Zellen mit Nektar gefüllt sind, werden sie von den Arbeiterinnen verdeckelt.

Zur Honigernte wird der komplette Honigraum samt Rahmen entfernt. Die Verschlussdeckel der Zellen werden entfernt und die Waben ausgeschleudert. Anschließend werden die Rahmen mit dem nun leeren Wabenwerk zurückgestellt und können von den Bienen ohne Neubaumaßnahmen sofort wieder verwendet werden.

Zum Ernten und Schleudern ist es wenig sinnvoll, dass der Honigraum noch Bienen enthält. Damit sie aus dem Honigraum verschwinden, legt man kurz vor dem geplanten Erntetermin eine Bienenflucht zwischen das Absperrgitter und der Zarge mit den Rahmen. In der Bienenflucht befindet sich eine Art Drehür, die den Bienen zwar das Herauskommen erlaubt, aber nicht mehr das Hineinkommen.

Wir verwenden eine italienische Bienenflucht: unter ein rundes Lock im einzulegenden Zwischenboden wird eine Kunststoffplatte angebracht. Sie enthält Löcher in ihrem Boden, die den Bienen die Geräusche und Düfte des Volkes vermitteln. Sternförmig gehen schmaler werdende Gänge ab, die zurück ins Muttervolk führen.

Bienenflucht – Unterseite mit den sternförmigen Gängen
Bienenflucht – Oberseite

Im Idealfall sind nach kurzer Zeit die Bienen nach unten in die Bruträume gewandert und kehren nicht wieder dorthin zurück. Die bienenfreien Rahmen werden als Ganzes zusammen mit der Zarge entnommen und ausgeschleudert.

Sollten jedoch noch Bienen auf den Honigwaben verblieben sein, hilft nur eines: sie werden vor das Volk mit dem Besen abgekehrt. Die Wabe wird danach schnell in eine leere Zarge gehängt, damit sie nicht erneut von Bienen beflogen werden kann. Auf diese Weise muss man dann mit allen einzelnen Rahmen verfahren, bevor sie geschleudert werden können.

Bienenfrühling #2 – Honigraum

Die Temperaturen draußen sind in diesem Jahr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Bedingt durch den äußerst milden oder gar ausgefallenen Winter ist die Natur der gewohnten Entwicklung um Wochen voraus.

Vor einer Woche hat der Raps vereinzelt zu blühen begonnen, inzwischen werden die Rapsfelder zusehends gelber. Die Bienen brüten sehr starkt, in wenigen Wochen wird die Menge der Bienenzahlen in den einzelnen Völkern quasi explodieren.

Als Beispiel dient der folgende Clip von unserem Volk Nr. 3:

 

Das ist die Zeit, um nun Erweiterungen vorzunehmen. Wir haben auf alle Völker am 30. März eine weitere Zarge als Honigraum aufgesetzt. Hierbei wird die Beute von ober her geöffnet: der Metall- und der Holzdeckel werden abgenommen, die Schutzfolie entfernt, die Rahmen durchgesehen. Anschließend wird ein metallenes Absperrgitter auf den obersten Brutraum gelegt. Dieses Gitter ist so dimensioniert, dass die Bienenkönigin und die Drohnen nicht hindurchkriechen können, wohl aber die Arbeiterinnen. Dadurch bleibt der Honigraum frei von Brut. Die Arbeiterinnen lagern hier ihren eingetragenen Nektar ein, aus dem dann der Honig wird.

Wir verwenden als Honigraum sogenannte Flachzargen: sie sind nicht ganz so hoch wie die übrigen Zargen. Zwar sammelt sich deshalb in ihnen weniger Honig an, aber dafür sind sie leichter zu heben und zu transportieren. Zur Not kann man zusätzlich auch einen zweiten Honigraum aufstellen, wenn die Tracht sehr üppig ist. Ein gewöhnlicher Rahmen kann etwa 3 kg Honig aufnehmen. Bei zehn Rahmen in einer Zarge kommen dann schnell 30 Kg Gewicht und mehr zusammen. In der Flachzarge werden es etwa 20 Kg.

Ein weiterer Vorteil der Flachzarge ist der, dass sich auf diese Weise leichter Sortenhonige erzielen lassen. Absolut sortenreine Honige gibt es fast gar nicht. Jeder Honig stellt ein Gemisch aus Nektareintrag von verschiedenen Blüten dar. Je kleiner die Wabenfläche zum Eintrag, desto schneller ist sie gefüllt. Wenn zeitgleich mit der Aufstellung des Honigraumes eine Blütensorte in der Natur vorherrscht, ist die Durchmischung mit  anderen Nektaren eher gering.   Auf diese Weise kann man Honige wie Raps-, Akazien-, Lindenblütenhonig usw. gewinnen. Ebenso läßt sich die Gesamtmenge an Honigerträgen steigern, wenn die gefüllten Waben nach der jeweiligen Blüte entfernt, ausgeschleudert und erneut in die Zarge gehängt werden für den nächsten Eintrag.

Als Neuimker verfügen wir noch nicht über einen Bestand ausgebauter Waben. Deshalb hängen wir in die Honigräume zunächst sogenannte Mittelwände. Das sind Wachsplatten mit einem Wabenmuster. Auf ihnen müssen die Bienen als erstes die Waben erreichten bevor sie mit Nektar gefüllt werden können.

Auf den folgenden Photos sind zunächst die Beuten der Völker 1 bis drei und ein Turm mit drei Flachzargen zu erkennen. Das zweite Bild zeigt die aufgestellten Honigräume auf den einzelnen Beuten. Im Clip ist die Errichtung zu sehen.

Beuten und Flachzargen als Honigräume vor dem Aufsetzen
Beuten und Flachzargen als Honigräume vor dem Aufsetzen

 

Aufgesetzte Honigräume

Aufgesetzte Honigräume