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Jetzt im Frühjahr ist die Zeit für die biologische Varroabekämpfung. Das heißt, es werden die Baurahmen oder Drohnenrahmen geschnitten, wenn die darin befindliche Drohnenbrut verdeckelt ist. In diesen verdeckelten Zellen sind die Bedingungen für die Vermehrung der Varroamilben ideal. Drohnen brauchen ein paar Tage länger bis sie reif sind zum Schlüpfen. Diese Zeit nutzt der Varroamilbe, um sich intensiv in den Drohnenzellen zu vermehren. Aus diesem Grunde werden die Zellen entfernt, sobald die Brut verdeckelt ist. Das nennt man Drohnenbrut schneiden.

Das so entfernte frische Wachs ist eines der besten Wachse der Bienen überhaupt. Da bietet es sich gerade zu an, es wieder zu verwenden. Eine Möglichkeit ist es, das ausgeschnittene Material in einem Dampfwachsschmelzer einzuschmelzen. Hierbei werden sowohl die Brut als auch die Milben sofort abgetötet und damit unschädlich gemacht.

Das geschmolzene Wachs tropft aus dem Schmelzer und wird in einem Eimer darunter aufgefangen. Die Brutreste wandern bei uns in die Biotonne zur weiteren Entsorgung.

Das gleiche machen wir auch mit den Altwaben, die im Lauf der Zeit unansehnlich und dunkel geworden sind. Spätestens im dritten Jahr werden so die entsprechenden Waben eingeschmolzen.

Wachs aus drei Schmelzvorgängen

Das aufgefangene Wachs muss allerdings noch nachbearbeitet werden. Dazu wird es erneut eingeschmolzen und vorsichtig über eine lange Zeit abgekühlt. Die Fremdstoffe singen dabei zu Boden und das reine Wachs schwimmt oben. Näheres dazu in einem späteren Blogbeitrag.

 

Zwei beziehungsweise drei große Themen beherrschen derzeit den Imker bei der Arbeit an seinen Völkern: 1.) Bienenschwärme, 2.) Honigernte und 3.) die Varroamilbe.

Jetzt, Mitte Juni, kurz vor der Sommersonnenwende, ist die Schwarmzeit noch nicht beendet. Zu diesem Zeitpunkt erreichen die Völker zahlenmäßig ihre größte Stärke. Dadurch ist der Schwarmtrieb noch nicht wieder erloschen. Also gilt es weiterhin achtsam zu sein und die Völker regelmäßig auf neu gebildete Königinnenzellen (Spielnäpfchen) hin zu prüfen. Bei allen Völkern zusammen haben wir heute etwa zehn Spielnäpfchen gefunden und zerstört.

Um den Schwarmtrieb zu dämpfen, muss der Imker dafür Sorgen, dass die Bienen im Stock gut zu tun haben. Das erreicht man unter anderem dadurch, dass komplette Rahmen aus dem Volk entfernt und durch Mittelwände ersetzt werden. Aus den entnommenen Waben lassen sich sehr gut Ableger bilden, also Tochtervölker. Letzteres haben wir vor einer Woche gemacht. Heute war das noch nicht wieder erforderlich.

Dafür haben wir heute mehreren Völkern, die nur einen einzigen Brutraum haben und denen es darin zu eng wird, einen zweiten Brutraum aufgesetzt. Besonders bei Völkern mit vorhandenen großen verdeckelten Brutnestern ist diese Maßnahme wichtig. Nach der Eiablage dauert es neun Tage, bis die Brut verdeckelt wird. Nach weiteren zwölf Tagen erfolgt der Schlupf. Fast schlagartig wird es dann im Volk eng.

Großes Brutnest in einem Volk - Vorderseite
Großes Brutnest - Rückseite

Hier gilt es also vorausschauend zu planen und zu handeln.

Das zweite große Thema dieser Jahreszeit ist die Honigernte. Bei vielen Völkern sind sowohl die Honigräume als auch die Bruträume gut mit Nektar beziehungsweise Honig gefüllt. Auch dies führt zur Enge im jeweiligen Volk. Abhilfe schafft man durch Ernten, ggfs. auch Umhängen von mit Nektar gefüllten Rahmen aus den Bruträumen in den Honigraum. Noch ist in unseren Honigräumen Platz genug, um diesen Tausch zu ermöglichen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, hilft nur eines: Ernten und Schleudern. Das hat bei uns zum Glück noch ein wenig Zeit, aber sehr lange wird es nicht mehr dauern. Dieses Jahr wollen wir - Neuland für uns - bereits vor der nächsten Honigernte die vollständige Brutentnahme durchführen als weitere biologische Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe. Davon jedoch zu einem anderen Zeitpunkt.

Als drittes der genannten Themen steht die Varroamilbe im Raum. Wir versuchen konsequent eine biologische Bekämpfungsmethode der Milbe mit dem Entfernen der  Drohnen- oder Baurahmen. Hierauf werden im ungeordneten Wildbau überwiegend Drohnen groß gezogen. Weil ihre Entwicklung ein paar Tage längert als bei den Arbeiterinnen, hat die Milbe entsprechend mehr Zeit, sich in den geschlossenen Zellen zu vermehren. Ab Mitte Juli etwa kann es im Volk kritisch werden. Dann steigt die Milbenzahl explosionsartig an. Um das zu verhindern, entnehmen wir so oft wie möglich bereits vorher über das Ausschneiden der Drohnenrahmen ("Drohnenschneiden") größere Teile der Varroamilben. Dadurch halten wir den Befallsgrad im Bienenvolk so niedrig wie möglich. Im Sommer kommt es deshalb nicht zu diesem rasanten Anstieg der Varroamilben in den Bienenvölkern.

Von den Rahmen müssen zunächst die darauf sitzenden Bienen entfernt werden. Sie mechanisch abzuschlagen geht selten gut, weil durch den Schwung das Wachs einreißt und mit den enthaltenen Drohnen zu Boden fällt. Schonender, aber aufwändiger, ist das Abkehren der Bienen. Mit einem Kehrbesen werden sie vom Rahmen vor das Flugloch des jeweiligen Bienenvolkes gekehrt. Über das Flugloch wandern sie zurück ins Volk und arbeiten dort weiter.

Abkehren der ansitzenden Bienen von Drohnenrahmen

Die danach ausgeschnittenen Drohnenwaben werden entweder sofort im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen oder, wenn das zeitlich nicht möglich ist, eingefroren und im Tiefkühlschrank zwischengelagert.

Heute habe ich beides gemacht: sowohl die frisch geschnittenen und die tiefgefrorenen Drohnenwaben sind im Bauch des Dampfwachsschmelzers gelandet und inzwischen bereits ausgeschmolzen. Das heiße flüssige Wachs habe ich aufgefangen. Es wird demnächst zum Reinigen nochmals eingeschmolzen und später zu Mittelwänden gegossen. Das ist dann unser eigener Wachskreislauf.

Beim Imkern gibt es immer wieder Überraschungen. Diese müssen nicht zwangsläufig unangenehm sein.

Am Sonntag, 3.6.2018, imkern wir zusammen mit Georg von der Jugendgruppe der Bee Friends Frankfurt, unserem Imkerverein.

Gegen die Varroamilbe arbeiten wir mit biologischen Verfahren. Dazu zählt beispielsweise das Drohnenbrutschneiden. Weil Drohnen drei Tage mehr Zeit für ihre Entwicklung brauchen als Arbeiterinnen, sind ihre verdeckelten Zellen ideal für die Vermehrung der Varroamilbe. Sie kann sich dort wesentlich länger vermehren als in normalen Arbeiterinnenbrutzellen. Deshalb hängen wir in jedes Volk einen leeren Rahmen hinein, in dem die Bienen sich bevorzugt ihre Drohnenbrut heranziehen können. Diese Rahmen heißen Baurahmen oder auch Drohnenrahmen. Von April bis zum Juli werden sie regelmäßig aus dem Volk herausgenommen, sobald deren Brutzellen verdeckelt sind. Dadurch entfernen wir automatisch einen großen Teil der Varroamilben ohne dass wir Chemie einsetzen müssen. Diese Baurahmen weisen in der Regel Waben auf, die als Wildbau tropfenförmig und nicht so geordnet rechteckig aussehen wie in den übrigen Rahmen.

Einen solchen Baurahmen habe ich entnommen und Georg gezeigt. Sein erster Satz: "der sieht ja aus wie ein Hintern!" Hier das zugehörige Photo:

Drohnenrahmen Vorderseite
Drohnenrahmen Rückseite

In der Tat, eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich da schon finden, so dass Georg mit seiner spontanen Äußerung Recht hat.

In einem unserer Ablegerkästen finden wir am gleichen Tag ebenfalls ein schönes Kunstwerk. Vom Deckel her haben die dortigen Bienen Wildbau betrieben. Das Ergebnis ist weiter unten zu sehen.

Wildbau im Ablegerkasten - Bee Art - Vorderseite
Wildbau im Ablegerkasten - Bee Art - Rückseite

Mich erinnert die blatt-, flammen- oder tropfenähnliche Form des gebildeten Bienenwachses an Darstellungen Buddhas, der davor thront und hier allerdings fehlt.

Murphy's Gesetz habe ich vorgestern mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Dieses Mal beim Imkern an unseren Bienen.

Bei der regelmäßigen Völkerdurchsicht habe ich zwei Ableger gebildet, damit die Bienen mehr Platz in ihren Beuten erhalten und nicht in Schwarmstimmung geraten. Der eine ist ein Sammelbrutableger mit Waben aus zwei Völkern. Der andere stammt aus dem neuen Volk, das so unglaublich aktiv ist.

Die Rahmen habe ich in eine klassische Zarge für 10 Rahmen gehängt. Unter die Zarge kommt ein Boden und oben zum Abschluss der Deckel und ein Metalldeckel. Markus hat mir beim Tragen der Beuten ins Auto dankenswerterweise geholfen.

Während die beiden Beuten im Auto sind, arbeite ich an den restlichen Völkern weiter. Einen Drohnenrahmen mit bereits verdeckelter Drohnenbrut entnehme ich einem Volk und ersetze ihn durch einen leeren Baurahmen. Die ansitzenden Bienen kehre ich vor dem Flugloch ab.

Plötzlich beginnt der Wachsbau kurz unterhalb der Oberkante zu reißen. Ich reagiere schnell und lege die Brut auf den Boden, um das Material in eine Pastiktüte zu stecken, damit ich es daheim erst einfrieren und anschließend einschmelzen kann. Was habe ich vergessen mitzubringen? Richtig, die dafür vorgesehenen Mülltüten. Ich habe sie daheim liegen gelassen. Also hilft nur eines: improvisieren. Es gilt zu vermeiden, dass Bienen sich auf dem gefüllten Drohnenrahmen niederlassen. Zum Glück habe ich noch eine Abdeckfolie übrig. Sie lege ich über den gerissenen Teil dieses Drohnenrahmens und beschwere ihn, damit die Bienen nicht herankommen können. Die Entnahme der Drohnenbrut ist eine wichtige Maßnahme der biologischen Varroabekämpfung. In der längeren Brutzeit der Drohnen, entstehen in den verdeckelten Zellen mehr Varroamilben als sonst. Deswegen ist die Entnahme dieser verdeckelten Zellen sehr gut geeignet, die Zahl der Varroamilben duetlich zu reduzieren ohne dabei chemische Bekämpfungsmittel anwenden zu müssen.

In einem anderen Volk finde ich zwei frische Spielnäpfchen. Mir scheint, die Bienen können in Schwarmstimmung geraten. Das gilt es zu verhindern: die Spielnäpfchen, aus denen Königinnenzellen werden können, zerstöre ich einfach.

 

Nach dem Ende der Durchsicht gehe ich zurück zum Auto, um die beiden Ablegerkästen abzutransportieren. Doch was sehe ich? Lauter frei fliegende Bienen im Autoinneren. Bei aller Vorsicht, irgendwo müssen die "Mädels" doch noch ein Schlupfloch zum Entweichen gefunden haben.

Wie wird man Bienen aus dem Autoinneren nur wieder los? Schutzkleidung angeziehen, einen Abkehrbesen nehmen, die Heckklappe öffnen und die Bienen versuchen nach außen zu kehren. Das klingt einfach und scheint einigermaßen wirkungsvoll zu sein. Doch plötzlich sind wieder Bienen da, wo vorher kaum noch welche gewesen sind. Also, das gleiche Spiel noch einmal. Prima, jetzt kann es losgehen. Aber: nichts davon! Erneut sind viele Bienen im Heck zu sehen. Zwar sind es längst nicht mehr so viele wie zuvor, aber es ist zunehmend nervend und irritierend.

In der Schutzkleidung fahre ich erst einmal in die Römerstadt in Frankfurt. Dort im Garten von Herrn T. will ich die Kästen abstellen. Von ihm habe ich einen Torschlüssel erhalten, damit ich jederzeit seinen Garten betreten kann.

Ich stehe vor dem Tor und suche den Schlüssel in meinen Taschen. Ich weiß, dass ich ihn eingesteckt habe, aber ich finde ihn nicht. Ärger und Hektik machen sich zunehmend breit in mir. Noch einmal alle Taschen abgesucht, ein drittes, viertes Mal. Der Schlüssel ist nicht auffindbar. Er muss doch irgendwo sein, ich bin mir sehr sicher , dass ich ihn eingesteckt habe. Je mehr und verzweifelter ich auch suche, er taucht einfach nicht auf.

Was mache ich denn nun mit den Ablegern? Ich schelle bei Herrn T. Keiner reagiert und öffnet, niemand ist zuhause. Gut, dann muss ich die Kästen woanders unterbringen. Also rufe ich eine befreundete Imkerin aus unserem Verein Bee Friends Frankfurt an. Bei ihr habe ich im letzten Jahr bereits Ableger abgestellt. Es ist wie verhext. Statt ihrer geht die Mailbox an und fragt mich, ob ich per SMS um Rückruf bitten möchte.

In den nächsten Minuten passiert natürlich nichts. Im Auto stehen zwei Ableger und innen fliegen viele Bienen frei herum. Es bleibt mir vorerst nur ein geordneter Rückzug übrig, zumal ich unter einem gewissen Zeitdruck stehe, denn abends wollen wir noch in die Oper nach Darmstadt fahren.

Die Kästen fahre ich im Auto zurück und stelle sie im Schatten auf der Streuobstwiese ab. Dafür plane ich, sie am nächsten Morgen, Pfingsten, um 7 Uhr zu Herrn T. zu bringen.

Daheim angekommen, öffne ich die Heckklappe und kehre wieder und wieder Bienen aus dem Inneren des Fahrzeugs nach draußen ab. Dabei entdecke ich schließlich, dass sie sich geschickt in Sicherheit bringen: sie krabbeln an der Glasscheibe und in einem Spalt ins Innere der Innenverkleidung und summen dort wie wild. So lassen sie sich nicht vertreiben.

Was tun? Mir bleiben nur noch wenige Minuten, um sie zu entfernen, damit wir ohne sie nach Darmstadt fahren können. In meiner Verzweiflung greife ich zu einem gemeinen Mittel: mit breitem durchsichtigen Paketklebeband klebe ich in Etappen den Spalt zu. Die Bienen sind nun darin gefangen und wir können fahren. Gewiss, das ist nicht die feine englische Art und auch nicht sehr bienenfreundlich und tierlieb, aber ein anderer Weg ist mir auf die Schnelle nicht eingefallen.

Noch vor unserer Abfahrt erreiche ich Herrn T. am Telephon. Wir verabreden uns für Pfingstsonntagmorgen 7 Uhr, um die Ableger in seinem Garten aufzustellen. Prima, das hat ja dann doch noch gut geklappt.

Während der Fahrt nach Darmstadt entdecken wir drei weitere Bienen im Heck. Zwei von ihnen lassen sich durch den entstandenen Luftstrom bei geöffneten Hinterfenstern herauspusten. Die dritte verlässt das Auto später im Parkhaus der Oper. Danach istRuhe.

Das Aufstellen der Ableger verläuft dann heute morgen völlig problemlos. Herr T. und sein Garten freuen sich nun über insgesamt vier Ableger. Einen davon werden wir später bei ihm belassen und zu einem Volk heranziehen. Im Gespräch erzählt Herr T. mir, dass er gestern bei unserer Vereinsaktion zum Weltbienentag gewesen ist. Deswegen konnte ich ihn also nicht erreichen.....

Ach ja, den Schlüssel habe ich auch gefunden. Er steckt in einer Tasche meiner mitgenommenen Jacke. Die Tasche ist mit einem Reißverschluss verschlossen gewesen. In meiner Hektik habe ich stets in den anderen, offenen Taschen gesucht. Murphy's Law.....

Vor einer Woche ist es dazugekommen. Das neue Volk besteht aus 10 Rahmen voll mit brütenden Bienen und einer gelb markierten Königin. Weil es so stark ist, hat es noch vor dem Transport 10 Mittelwände "obendrauf" erhalten. So in diesen beiden Zargen haben wir es aufgestellt.

Heute, nach einer Woche, erfolgt die erste Kontrolle. Sie ist gleich mit einem Staunen verbunden. Sämtliche 10 Mittelwände der oberen Zarge sind nahezu vollständig ausgebaut. In der unteren Zarge wird es langsam sogar eng. Dieses Volk ist stark. Da gilt es wachsam zu bleiben, um ein Schwärmen zu verhindern.

Wildbau auf den Oberträgern des neuen Volks

Wie baufreudig die Bienen sind, zeigt sich im Wildbau zwischen den Oberträgern des unteren Brutraums und den darüber hängenden Rahmen mit Mittelwänden. Dieses Wach wird entfernt und bei der nächsten Gelegenheit eingeschmolzen.

Auf mehreren Ursprungsrahmen sind die ersten verdeckelten Drohnenzellen sehr deutlich zu erkennen. Deswegen habe ich sofort einen Drohnenrahmen in das Volk neben das Brutnest gesetzt. Zwei Gründe sprechen dafür: ich vermindere durch diese biologische Bekämpfung mit Drohnen- oder Baurahmen den Befallsdruck mit der Varroamilbe. Je mehr Varroamilben ich jetzt bereits aus dem Volk entferne, desto niedriger wird der Befall im Sommer und Spätsommer sein.

Im Drohnenrahmen erfolgt der Zellenbau als Wildbau. Der Rahmen ist ohne Drähte und Mittelwand. Dadurch können die Bienen klassischen Wildbau in Tropfenform betreiben. Sobald die Zellen verdeckelt sind, wird der Rahmen entfernt, die Zellen ausgeschnitten und tiefgefroren, damit Milben und Brut absterben. Anschließend wird das Wachs im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen und zurückgewonnen. Die verblieben Reste gehen in die Mülltonne zur Verbrennung.

Reinstes und bestes Wachs gewinne ich hierdurch und starte meinen eigenen Wachskreislauf. Davon später mehr.

Allmählich kommen die Bienen beim Brüten in Fahrt. Die ersten eingehängten Drohnenrahmen sind inzwischen ausgebaut und bereits mit Eiern versehen. Das bedeutet, dass die Bienen fleißig dabei sind sich zu vermehren.

Tropfenförmiger Wachsbau in einem Drohnen oder Baurahmen
Bieneneier auf dem Boden der Wachszellen im Drohnenrahmen. Die Eier liegen noch nicht ganz auf dem Boden, sind also als "Stifte" noch recht frisch

Diese Eier im obigen Bild sind noch recht frisch, wahrscheinlich keine zwei Tage alt. Ab dem dritten Tag liegen sie für gewöhnlich der Länge nach auf dem Boden ihrer Zelle, damit aus ihnen die Larve oder Made schlüpfen kann.

Diese Drohnen- bzw. Baurahmen sind Bestandteil einer biologischen Methode, um die Ausbreitung der Varroamilbe einzudämmen. Weil die Drohnenbrut von allen Bienenwesen am längsten bis zur Schlupfreife braucht, wandern die Milben bevorzugt in diese Zellen ein. Theoretisch können sie sich in ihnen am stärksten vermehren. Sobald die Zellen verdeckelt sind, werden die Rahmen entnommen und die Brut vernichtet. Damit sind die Milben aus dem Volk entfernt. Dieses rein biologische Verfahren nutzt man aus, solange die Bienen im Frühjahr am brüten sind. Ab dem Sommer werden keine Drohnen mehr in einem Volk benötigt. Deshalb  ist nach diesem Zeitpunkt das Verfahren wenig sinnvoll.

In einigen Völkern beginnt es bereits eng zu werden. Wenn in deren Beuten die jetzt noch verdeckelte Brut in wenigen Tagen schlüpft, werden es in kurzer Zeit sehr viele Bienen auf recht engem Raum sein. Das hat zur Folge, dass das Volk in Schwarmstimmung geraten kann, um sich als Volk zu vermehren und zu teilen.

Die ersten Anzeichen haben wir bereits entdecken können: damit ein Volk abschwärmen kann, zieht es für das verbleibende Restvolk schon vorsorglich eine neue Königin, die in einer besonderen Zelle, der Weiselzelle, aufgezogen wird. Das Auftauchen einer oder mehrerer Weiselzellen zu dieser Zeit weist deshalb  auf eine zunehmende Schwarmlust hin. Die noch unbesetzten Weiselzellen nennt man zu Beginn auch Spielnäpfchen.

Um ein Schwärmen zu verhindern, brechen wir die entdeckten Weiselzellen aus und entnehmen dem Volk möglichst viele Bienen, die wir zu Ablegern zusammenstellen, aus denen ein neues Bienenvolk entstehen kann. Dadurch verringern wir den Schwarmdruck in einem Volk und ziehen uns gleichzeitig neue Bienenvölker heran.

In den nächsten Wochen heißt es nun die Bienen gut zu beobachten und regelmäßig die Völker auf den Schwarmtrieb hin zu untersuchen, damit uns nicht, wie schon einmal geschehen, während wir am Imkern waren, ein Bienenvolk abschwärmt. Hierzu sucht man verstärkt nach Spielnäpfchen und Weiselzellen. Je nach Situation werden die Näpfchen ausgebrochen und eventuell Rahmen entnommen, um wieder Ableger zu bilden.

Sechs Völker sind es noch, die wir besitzen. Eines davon ist relativ schwach, die anderen sind gut in das Frühjahr gestartet.

So ließe sich die erste Bilanz nach dem Auswintern beschreiben. Das schwache Volk ist auch in Brut, d.h. es könnte sich noch entwickeln und überleben. Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Bei den anderen Völkern haben wir entsprechend ihrer Größe die Beuten resp. Zargen angepasst. Zwei Völker haben bereits einen Drohnen- oder Baurahmen erhalten, damit wir früh eine biologische Behandlung gegen die Varroamilbe beginnen können.

Mehrere Völker brüten bereits kräftig. Entsprechend groß sehen ihre Brutnester aus. Es dauert nicht mehr lange und wir werden die ersten Honigräume aufsetzen können. Um den Zeitpunkt der Kirschblüte ist oft die erste Möglichkeit, die Beuten um die Honigräume zu erweitern. In etwa zwei Wochen, wenn die Brut geschlüpft ist, wird es in den Völkern völlig anders aussehen: sie werden groß und stark sein. Spätestens dann werden die Honigräume aufgesetzt werden müssen.

Ein wenig Sorge bereitet uns die Natur. Die Kirschen stehen bei uns bereits in voller Blüte. In den benachbarten Rapfsfeldern macht momentan der Raps einen großen Schub, die ersten Blütenansätze sind bereits an den Pflanzen zu erkennen. In kurzer Zeit wird er bereits in Blüte stehen. Alles in allem sind wir derzeit viel zu früh dran und leider der Boden ist zu trocken. Wenn es nicht bald regnet, werden die Bienen wenig an Nektar eintragen können.

Kirschblüte auf der Streuobstwiese
Kirschblüte

Zum ersten Mal blüht eine der ausgesetzten bienenfreundlichen Pflanzen, die immerblühende Mandelweide.

Immerblühende Mandelweide

 

Heute habe ich die letzten Auswinterungsarbeiten beendet. Zum Ende des Winters oder zum Beginn des Frühlings werden dazu alle Völker durchgesehen. Dabei wird darauf geachtet, das sie "weiselrichtig" sind. Es kann passieren, dass das Volk im Winter seine Königin verliert. Ersatzweise legen Arbeiterinnen Eier, die jedoch unbefruchtet sind. In solchem Fall können nur Drohnen entstehen. Das Brutnest zeigt dann die typischen Kuppeln der Drohnenbrut. Die Drohnen sind größer als die Arbeiterinnen und benötigen aus diesem Grunde mehr Platz in ihrer Zelle. Drohnenbrut erkennt man an der buckelförmigen Verdeckelung. Man nennt ein weiselloses (königinnenloses) Volk dann auch drohnenbrütig (buckelbrütig).

Alle Völker besitzen eine Königin, die bereits voll in der Eiablage ist. Entsprechend groß sind dann auf einigen Waben auch die Brutnester. Zwischen den normalen Brutzellen sind bereits auch die ersten Zellen mit Drohnenbrut zu erkennen. Zum ersten Mal habe ich heute in unverdeckelte Drohnenbrutzellen hineinsehen dürfen. Am Boden liegt wie bei den Arbeiterinnen auch eine Larve als Rundmade. Die Wände sind hier tiefer und größer gebaut, der Kuppelbau ist bereits klar zu erkennen, aber die Kuppel ist noch nicht verschlossen.

Zum Auswintern gehört die Kontrolle auf Brut. Sie sollte jetzt bereits in allen Stadien vorhanden sein. Das trifft bei allen unseren Völkern zu. Zudem werden alle Völker mit ihrer Behausung gewogen. Sämtliche Daten werden in einer Stockkarte wie in einem Logbuch festgehalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast alle Winterbienen gestorben. Im Untergeschoss einer Beute sammeln sich die toten Bienen an, die nicht von den Stockbienen abtransportiert worden sind. Dieser Totenfall kann manchmal so massiv sein, dass er den Eingang, das Flugloch, regelrecht verstopfen kann. Deshalb wird der Totenfall vom Imker entfernt.

Bei der Durchsicht des gesamten Volkes wird zugleich auf mögliche Krankheiten der Bienen geschaut. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Schon jetzt beginnt bereits die biologische Bekämpfung der Varroamilben. Wegen der längeren Brutdauer der Drohnen befinden sich in der Drohnenbrut die meisten Milben. Dieses Phänomen nutzen wir aus. Deshalb hängen wir in den Brutraum (oder den oberen Brutraum, falls er aus zwei Zaren besteht) an den Rand der Waben einen sogenannten Drohnen- beziehungsweise Baurahmen. Das ist ein Holzrahmen ohne Mittelwände. Hier bauen die Bienen die etwas größeren Zellen für die Drohnenbrut. Sobald sie verdeckelt sind, entfernen wir den Rahmen aus der Beute, schneiden das Wachs mit der Brut heraus und hängen den leeren Rahmen wieder zurück. Durch dieses Verfahren halten wir die Belastung mit Varroamilben konsequent so niedrig wie möglich.

Alle dreizehn Völker haben den Winter gut überlebt und sind in Brut gegangen. Bei einigen wird der freie Raum im Bienenstock schon so eng, dass wir bereits jetzt an das Aufsetzen von Honigräumen denken müssen. Bei mindestens einem Volk wird das morgen der Fall sein.

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört - eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer
Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Im Moment explodiert es fast in unseren Bienenbeuten. Teilweise ist kaum noch Platz in den beiden Zargen vorhanden, weil die Bienen sehr viel Nektar eingetragen haben und fest am Brüten sind. Bei den ersten Völkern haben wir bereits jetzt die Bau- oder Drohnenrahmen eingehängt. Das sind leere Rahmen ohne Mittelwände. Die Bienen bauen dort Waben für die Drohnenaufzucht. Sobald deren Brut verdeckelt ist, werden die Rahmen vom Wachs und der Drohnenbrut befreit, ausgeschnitten. Der leere Rahmen wird anschließend wieder zurückgehängt. Das entnommene Material landet in der Tiefkühltruhe, damit die darin enthaltene Brut abgetötet wird. Anschließend wird das Wachs eingeschmolzen und später wieder aufbereitet als Mittelwand neu verwendet. Damit haben wir einen eigenen Wachskreislauf begründet.

Die erfreuliche Situation  hat uns heute bewogen, bei einigen Völkern schon sehr früh im Jahr  als dritte Zarge Honigräume aufzusetzen.

Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen

Bei insgesamt fünf Völkern haben wir diesen Schritt unternommen. Aufgesetzt wurden in der dritten Zarge jeweils 10 Rahmen mit Mittelwänden. Als Starthilfe habe ich je einen Rahmen mit ausgebauten leeren Waben benutzt. Sie stammen vom Honigschleudern aus dem letzten Jahr .

Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen

Neben diesem erfreulichen Teil gab es leider auch das Gegenteil. Auf beiden Bildern ist das einzargige Volk mit dem gelben Anflugbrett zu sehen. In ihm ist keine Königin und folglich auch keine Brut zu erkennen gewesen. Wir hatten für heute Morgen geplant, dieses Rumpfvolk auf ein anderes stärkeres aufzusetzen und so zwei Völker zu vereinigen. Nach der Durchsicht dieses Volkes haben wir uns dann aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Auf den rechtsseitigen Rahmenoberträgern waren Durchfallreste zu erkennen. Das Volk ist ist eh nicht mehr sehr stark, so dass wir es nun sterben lassen. Die leere Beute wird anschließend innen gereinigt und ausgeflämmt, um mögliche Keime restlos abzutöten. Es ist wie im Kinderlied von den 10 kleinen Afroamerikanerlein (politisch korrekt formuliert!): jetzt sind es nur noch 8.

Für uns ist es erstaunlich wie sehr in den Beuten die einzelnen Rahmen mit Nektar und Honig bereits gefüllt sind. Wir sehen mit unseren Augen nur wenige Blüten, Die Bienen sind uns hierbei mit ihren Sinnenorganen weit überlegen. Woher sollte sonst dieser riesige Eintrag (Tracht) bereits gekommen sein.

 Zwei Blüten stelle ich hier vor, die Bilder stammen vom 11. April 2015:

Apfelblüte April 2015
Apfelblüte April 2015
Kirschblüte April 2015
Kirschblüte April 2015

 

Heute, am 8. April 2015, war ich wieder auf der Streuobstwiese, um die gerodete Fläche weiter einzuebnen. Neben diesen Arbeiten war am Mittag ein lautes Gesumme und Gebrumme zu hören. Die Bienen hatten es heute bei dem schönen Wetter besonders eilig auszufliegen und Pollen einzutragen. Mit meiner Kamera habe ich ein paar Photos geschossen. Sie lassen den gewaltigen Betrieb nur erahnen. Schön zu erkennen sind jedoch die Pollenhöschen an den Beinen. Dort sammeln die Bienen den Blütenpollen für den Transport in ihren Stock. Je nach Blüte sieht der Pollen andersfarbig aus.

Betrieb am Flugloch am 8. April 2015
Betrieb am Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015

Die nächsten Tage soll es deutlich wärmer werden. Für die Bienen bedeutet dies, dass der Brutbetrieb rasant steigt und somit in knapp drei Wochen die Bienenbevölkerungszahlen zu explodieren beginnen.

Für uns als Imker heißt es nun aufzupassen und rechtzeitig die Bruträume zu erweitern oder gar schon die Honigräume aufzusetzen.

Parallel dazu beginnt nun auch die biologische Behandlung gegen die Varroamilben: wir werden in jede Beute sogenannte Baurahmen oder Drohnenrahmen einhängen, die die Bienen für die Brut von Drohnen verwenden. Diese Rahmen sind leer, also ohne Mittelwände. Die Bienen bauen sie mit Drohnenwaben aus, die etwas größer als die von den Mittelwänden vorgegebenen Waben für die weiblichen Bienen sind. In der Drohnenbrut sammeln sich die meisten der Varroamilben. Durch Entfernen der Drohnenbrut halten wir die Milbenzahlen klein.

Am Ende der Tracht wird gegen die Varroamilbe behandelt. In diesem Jahr, 2014, ist dieses Trachtende besonders früh.

Das hat zur Folge, dass auch die Behandlung mit Ameisensäure früher als sonst erfolgt. Die Varroamilbe hält sich in jedem Bienenvolk auf. In unseren Breiten gibt es praktisch kein varroafreies Volk mehr. Die Zahl der Milben erreicht im Sommer natürlicherweise ihren Höhepunkt. Jetzt heißt es deshalb intensiv und konsequent zu behandeln, damit die Bienen möglichst varroaarm in den Winter gehen können.

Im Lauf dieses Frühjahrs und Sommers haben wir eine biologische Methode zur Behandlung eingesetzt. Weil die Milben sich in den verdeckelten Brutzellen vermehren und dazu in besonders hoher Zahl die Drohnenzellen bevorzugen, haben wir in jedem Bienenstock zwei Drohnenrahmen (auch Baurahmen genannt) eingehängt. Das sind Rahmen ohne Mittelwände, in denen die Bienen ohne die Hilfestellung durch eine Mittelwand selber Waben bauen. Die so erzeugten Waben sind etwas größer als die Waben für die Arbeiterinnen. Hierein legt die Königin unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen werden. Kurz vor der Verdeckelung der Drohnenzellen schlüpfen die Milben mit hinein. In die Arbeiterinnenzellen wandert in der Regel nur nur ein Weibchen hinein. Die Drohnenzellen hingegen werden von mehreren Varroaweibchen besucht.

Mit der Verdeckelung beginnt im geschützten Raum die Fortpflanzung der Varroamilben. Die einfachste und "biologischste" aller Maßnahmen ist es deshalb, aus den Drohnenrahmen die verdeckelte Brut zu entfernen. Damit wird die Menge der Milben deutlich verringert, allerdings nicht auf Null reduziert.

Für unsere eigene Übersicht haben wir regelmäßig den Fall der toten Varroamilben auf die "Windel" (dem Einschubbrett im Beutenboden) kontrolliert. Dazu wurden die Einschubbretter aus dem Boden herausgezogen und die toten Milben darauf gezählt. Das gibt natürlich keine Sicherheit, aber einen Überblick über die Befallstärke des betreffenden Volkes.

Zum Trachtende erfolgt der erste von zwei Schritten zur Varroabehandlung. Viele Imker - so auch wir - setzen hierzu Ameisensäure ein. Über Ameisensäure hatte ich hier vor kurzem einen Artikel eingestellt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten beziehungsweise Verfahren zur Behandlung. Wir setzen ein äußerst schonendes und noch relativ junges Verfahren ein. Klassisch wir mit Ameisensäure in relativ hoher Konzentration (60%) behandelt. Die Säure muss in der Beute verdunsten. Die Milben mögen diese Säuredämpfe nicht und sterben daran. Den Bienen macht diese Konzentration nichts oder nur wenig aus. Der Nachteil ist, dass man das Verdunsten mit 60%iger Säure mehrfach in Abständen von wenigen Tagen wiederholen muss. Die schonende Variante ist die mit 15%iger Säure.

Diese Säure wird über vier Wochen in einer mit einem Gitter abgedeckten Wanne im Beutenboden deponiert. Die Flüssigkeit verdunstet langsamer, die Konzentrationen sind weniger hoch, aber ausreichend effektiv. Parallel zur Säurebehandlung kann bereits die Einfütterung für die Wintervorräte erfolgen.

Wie sind wir praktisch vorgegangen?

Je Volk werden benötigt:

  • eine Wanne mit Abdeckgitter und einem Fassungsvermögen von mindestens drei Litern,
  • 2,47 Liter Wasser (wir haben es der Einfachheit halber vorher in 1-Liter-Flaschen abgefüllt),
  • 530 ml Ameisensäure von 85%.

Zunächst gaben wir 2 Liter Wasser (=2 Flaschen) in die Wanne getreu der Chemiker-Regel: "Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure". Dann wurden 530 ml 85%iger Ameisensäure abgemessen und zu dem vorgelegten Wasser gegossen. Zum Schluss werden die fehlenden 430 ml Wasser abgemessen und ebenfalls zugesetzt. Wichtig ist, dass unbedingt ein Absperrgitter auf die Wanne gelegt wird. Die Bienen würden sonst darin ertrinken.

Der Einschub mit der Varroawindel wird von hinten aus dem Boden der Beute entfernt. Zugleich wird ein Brett auf den nach unten offenen Boden eingelegt. Dadurch wird die Zufuhr von Frischluft eingeschränkt und die Konzentration der Säuredämpfe innerhalb des Bienenstockes erhöht.

Anschließend wird die vorbereitete und abgedeckte Wanne in den Boden geschoben und die rückseitige Öffnung wieder verschlossen.

Die Säure verdunstet im Laufe der folgenden Tagen und Wochen. Hierzu ist eine möglichst warme Außentemperatur förderlich. In dieser Zeit stirbt ein großer Teil der Varroen ab und fällt zu Boden. Die toten Milben werden später zusammen mit der Säurewanne entfernt.

 

 

Schon früh habe ich dieses Wort vom eigenen Wachskreislauf gehört. Viele Imker erzählen davon, doch wohl nicht allzu viele praktizieren ihn.

Auf einem Lehrgang in diesem Jahr bin ich für mich darauf gekommen, den eigenen Wachskreislauf zu versuchen.

Der Hintergedanke hierbei: zur Behandlung der Varroamilbe haben wir in jede Beute zwei Drohnenrahmen, jeweils an den Positionen 2 und 9 im oberen Brutraum gehängt. Diese Rahmen werden regelmäßig ausgeschnitten und leer wieder eingehängt. Dieses Verfahren dient dazu, die Menge der Varroamilben in einem Bienenvolk deutlich zu reduzieren. Zum Thema Drohnen(bau)rahmen folgt ein eigener Blogbeitrag.

Das gewonnene Material friere ich bei -18° in einer Schublade unseres zweiten Gefrierschrankes ein. Dadurch kann ich über einige Zeit das Wachs ansammeln.

 

                

Frisch ausgeschnittene Waben aus dem Drohnenrahmen im Eimer.                             Tiefgefrorene Waben in der Schublade des Gefrierschrankes

 

Ist genügend Material vorhanden, wird es eingeschmolzen. Hierzu habe ich mir einen billigen elektrischen Einweck- oder Dampfkochtopf gekauft. Die Temperatur ist stufenlos von 30 bis 100 Grad regelbar.

Fünf Liter Wasser erhitze ich im Topf auf 70 Grad Celsius. Die Schmelztemperatur des Bienenwachses liegt bei 62 bis 65 Grad Celsius. Sobald das Wasser heiß genug ist, gebe ich portionsweise die Masse aus Waben, Drohnenbrut und Honig dazu. Damit es wegen des tiefgefrorenen Materials schneller geht, hatte ich die Solltemperatur dann doch auf 90 - 100 ° C eingestellt. Bis sich das Wachs dann letztlich verflüssigt hatte, dauerte es etwa eine bis zwei Stunden. Auf der Oberfläche des Gemisches schwamm eine unansehnliche Mischung aus toten Maden, Fremdkörpern und Wachs.

Einen 20 Liter fassenden Baueimer stellte ich in die Badewanne und legte einen Jutesack als Filter hinein. Die heiße Wasser-Wachs-Maden-Mischung gossen wir zu zweit in den Sack. Nach wenigen Minuten hob ich ihn an, setzte ihn in einen zweiten Eimer zum Abtropfen. Die verbleibende heiße Flüssigkeit enthält sowohl geschmolzenes Wachs, als auch Honig und diverse Trub- und Schwebstoffe. Beim langsamen Abkühlen setzen sie sich ab. Da Wachs leichter als Wasser ist, schwimmt es nach geraumer Zeit oben und bildet beim Erkalten eine feste gelbe Schicht. An der Unterseite hängt noch ein Schmierfilm, den ich mit einem Spatel entfernen konnte.

            

Links die frische heiße Wachsschicht, in der Mitte das Wachs am nächsten Morgen nach dem Erkalten und Aufbrechen, rechts eine Platte von der Seite

 

Die erkaltete Wachsschicht ist etwa 7 mm dick und wiegt 318 Gramm. Es ist die Ausbeute von etwa vier bis sechs Wochen und stammt nur aus den ausgeschnittenen Drohnenrahmen. Weil diese leer in die jeweiligen Zargen gehängt werden, müssen die Bienen das Wachs aus ihren eigenen Wachsdrüsen hergestellt haben. Dieses Wachs ist somit völlig biologisch und unbelastet von Schadstoffen. Ich sammle es und schicke es später ein, damit daraus meine neuen Mittelwände hergestellt werden können. Das wäre eine Möglichkeit in eine biologische Imkerei einzusteigen.

 

 

 

Ostern 2014

Wir waren heute bei den Bienen sowohl auf der Streuobstwiese als auch im Rapsfeld gewesen. Während auf der Streuobstwiese im Volk 1 der Honigraum noch immer nicht ausgebaut worden ist, war das im Rapsfeld anders. Volk 3 (gelbes Anflugbrett) baut die Mittelwände im Honigraum klar erkennbar aus.

Volk 2 (blaues Anflugbrett) haben wir nicht im Inneren angeschaut. Außen hingen viele Bienen wie eine Traube. Die Flügel schlugen heftig. Beim Einsprühen mit Wasser zogen sie sich in die Beute zurück, kamen jedoch bald wieder heraus. Wenn die Bienen außen an der Behausung hängen und teilweise recht große Trauben bilden, nennt man das einen Bienenbart. Den Bienen war es innen schlicht zu warm. Deshalb sind sie an die kühlere Luft gegangen.

Die Völkerkontrolle haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt. Lediglich den Varroaschieber,, die Windel, hatten wir uns angesehen.

Später, am Abend,  bin ich nochmals ins Rapsfeld gefahren. Die Bienen waren dann wieder zurückgewandert. Aus beiden Völker habe ich jeweils einen der beiden Drohnenrahmen entfernt, ausgeschnitten und wieder leer eingehängt.

 Drohnenrahmen

Imkerlich ist dieses ein Kunstgriff. Ein Volk besteht aus den drei Wesen Biene (weiblich), Königin (weiblich) und Drohne (männlich). Die Entwicklungszeiten für die drei Wesen sind unterschiedlich lang. Die einzelnen Wabenzellen für diese Wesen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Königin schlüpft in einer tropfenförmigen Weiselzelle, die Bienen und Drohnen in sechseckigen Waben. Lediglich die Größe der Waben ist bei den Drohnen um 1 mm größer als bei den Bienen.

In jedem Volk leben inzwischen neben den Bienen auch die Varroamilben. Sie bevorzugen zur Entwicklung von Nachkommen die Drohnenzellen und Drohnenbrut. Diese Eigenschaft nutzen Imker aus, um die Zahl der Milben im Volk klein zu halten. Hängt man einen leeren Rahmen in ein Volk, wird er mit Drohnenzellen ausgebaut, in denen Drohnen heranwachsen sollen. Bis ihre Brut nach der Eiablage verdeckelt ist, dauert es 9 Tage. Am 10. Tag wird die Made verdeckelt und entwickelt sich zur Vorpuppe und Puppe. Im Idealfall sollte man die Drohnenbrut alle 9 Tage deshalb entfernen.

Durch die Wegnahme der Drohnenbrut werden viele Milben mit entfernt. Damit sind sie nicht mehr im Volk und können dort kein Unheil anrichten.

Viele Imker hängen die entnommenen Rahmen draußen auf und geben sie den Vögeln zum Fraß. Die Maden sind ein Festfutter für Vögel. Leider bleiben dadurch aber die Varroamilben erhalten und können erneut in das Bienenvolk gelangen. Damit ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv.

Deshalb schneiden wir den gesamten Rahmeninhalt aus und frieren ihn bei -18° C ein. Die Kälte tötet sowohl die Milben als auch die Maden ab. Wenn auf diese Weise genügend Material zusammengekommen ist, wird dieses Gemisch aus Wachs, Maden und Milben eingeschmolzen. Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte trennen sich die Einzelbestandteile. Mit dem so gewonnenen Wachs beginnen wir einen eigenen Wachskreislauf. Dieses Wachs ist originär von unseren Bienen hergestellt worden und dadurch absolut rückstandsfrei. Wir schmelzen es später ein und bilden daraus unsere eigenen Mittelwände.

Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)
Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)

 

Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
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