Blühende Bienenweide

Zur Pflege der Bienen zählt auch die Pflege der umgebenden Landschaft. Damit (nicht nur) unseren Bienen ein ausreichend großes und lange anhaltendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht, haben wir auf freien Flächen unserer Streuobstwiese die „Veitshöchheimer Bienenweide“ ausgesät.  Das ist eine Saatmischung von einheimischen blühenden Pflanzen, die den Bienen noch Nahrung liefern, wenn andere Blüten bereits verwelkt sind. Aus diesem Grunde blüht es den Sommer und Herbst über gewaltig bei uns.

Ein paar Beispiele hierzu:

Brennnessel (Urtica dioica)

Aus dieser Perspektive käme kaum jemand auf die Idee, dass es sich hierbei um eine gewöhnliche Brennnessel handeln würde. Im folgenden Bild wird sie klarer an den gezackten Blättern erkennbar:

Brennnessel (Urtica dioica)

Die Brennnessel blüht von Juli bis Oktober. Die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen Blüten sind abstehend, die weiblichen hängend.

Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)

Das Taubenkropf-Leimkraut blüht weiß von Mai bis September hinein.

Der Gewöhnliche Natternkopf wächst zahlreich bei uns. Er blüht von Mai bis September und wird mit seinem borstigen Stiel bis 100 cm hoch.

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Zahlreiche Malven stehen auf unserer Bienenweide. Zum Beispiel diese hier:

Moschus-Malve (Malva moschata)

Es handelt sich um eine Moschus-Malve, die von Juni bis Oktober blüht.

Malven und Taubenkropf-Leimkraut

Die folgende Blüte habe ich noch nicht bestimmen können (wird nachgeliefert):

Bienenstöcke im winterlichen Herbst

Vor wenigen Tagen war es noch frühlingshaft warm. Dann kamen vor fünf Tagen ein Kälteeinbruch und der erste Schnee. Während eines Spazierganges habe ich auf der Streuobstwiese Photos unserer Bienenstöcke gemacht.

Unsere Bienenstöcke im Novemberschnee 2015. Alle drei Reihen sind zu erkennen.
Unsere Bienenstöcke im Novemberschnee 2015. Alle drei Reihen sind zu erkennen.
4. Reihe unserer Bienenstöcke im November 2015, hier allerdings ohne Schneeauflage
4. Reihe unserer Bienenstöcke im November 2015, hier allerdings ohne Schneeauflage
Bienenweide 2 im November 2015
Bienenweide 2 im November 2015

Die Beuten oder Stöcke stehen auf zwei Trägerbalken, die wiederum über zwei Steinblöcke gelegt worden sind (siehe oberstes Bild). Dadurch haben die Beuten eine recht angenehme Arbeitshöhe. Nach unten hin sind sie zwar offen, doch die Öffnung ist durch ein enges Gitter gesichert. Tiere können nicht eindringen, aber frische Luft kann im Inneren zirkulieren. Auch das Einflugloch bleibt über Winter geöffnet. Eine Mäusesperre hindert Mäuse daran, das Innere zu besuchen und zu besiedeln.

Die Winterbienen ziehen sich im Innenraum zu einer Art Kugel oder Traube eng zusammen und überwintern dort bei einer Temperatur von etwa 20 Grad. Diese Bienen leben im Gegensatz zu den Sommerbienen wesentlich länger. Sie sind nicht dem Stress des Pollen- und Nektareinholens ausgesetzt. Ihre wichtige Aufgabe ist es, den Volksbestand zu sichern und im Frühjahr, wenn die Königin wieder mit dem Eierlegen beginnt, die erste Brut aufzuziehen. Sommerbienen leben etwa sechs Wochen, die Winterbienen hingegen mehrere Monate, die Königin sogar mehrere Jahre.

Wenn im nächsten Frühjahr das Wetter mitspielt, wächst auf der Fläche vor der vierten Reihe die ausgesäte Bienenweide und bietet den Bienen eine Fülle von nektarproduzierenden Blüten an. Im Jahr 2015 war das Frühjahr leider viel zu trocken, so dass die Saat nicht rechtzeitig keimen konnte. Die Bienenweide ist auf eine Zeit von fünf Jahren angelegt und wechselt jährlich dabei ihr Aussehen.

Neue Nahrungsquellen für (unsere) Bienen

Zur Bienenhaltung zählt im erweiterten Sinn auch die Sorge um Nahrungsquellen (=Trachtquellen). Mehrfach hatte ich dazu über Maßnahmen berichtet, die ich auf der Streuobstwiese durchgeführt habe.

Vor Monaten bin ich bei der Suche nach neuen Trachtquellen auf eine für mich neue Pflanze gestoßen, die Durchwachsene Silphie. Sie blüht erst zum Trachtende und bietet so den Bienen eine zusätzliche natürliche Nahrungsquelle in der trachtarmen Zeit des Spätsommers. Dabei erreicht sie eine Höhe von 2 bis 3 Metern.

Oft hatte ich im Internet gestöbert und nach Händlern Ausschau gehalten. Während der ersten Lehrveranstaltung des Frankfurter Imkervereins erzählte ein Imkerkollege, er hätte mehrere durchwachsene Silphien abzugeben. Acht Jungpflanzen hatte ich ihm abgenommen und am 14. Oktober 2015 auf der Streuobstwiese ausgepflanzt. Mit etwas Glück überstehen sie sowohl den kommenden Winter als auch den Hunger der Kaninchen und Hasen.

Setzlinge der durchwachsenen Silphie
Setzlinge der durchwachsenen Silphie
Setzlinge der durchwachsenen Silphie
Setzlinge der durchwachsenen Silphie

 

Im Internet gibt es inzwischen viele Artikel zu den Silphien. Ich habe hier einmal den folgenden herausgesucht: Durchwachsene Silphie

Spätsommer bei den Bienen

Mittwoch, 2. September 2015

An diesem spätsommerlichen Nachmittag bin ich bei einer Temperatur von 19,4 Grad mit den beiden Hunden spazieren gegangen. Mehrere Tage war ich nicht mehr bei den Bienen und als vom Bienenfieber Befallener mußte ich die heutige Gelegenheit ausnutzen, dort vorbeizugehen und zu schauen, was die „Mädels“ dort so treiben.

Es war für mich eine große Überraschung in mehrerer Hinsicht. An den Bienenstöcken herrschte ein erstaunlich reger Flugbetrieb. Teilweise saßen die Bienen außen an der Wand oder auf dem Flugbrett wie zu Zeiten der Frühjahrstracht.

02.09.2015 - Bienenvolk auf der Streuobstwiese

02.09.2015 - Bienenvölker auf der Streuobstwiese

02.09.2015 - Viele Bienen vor dem Flugloch

 

Die andere Überraschung war das plötzliche Wachstum im abgesperrten Teil der Streuobstwiese. Dort hatte ich am 1. Mai 2015 die Saatmischung „Veitshöchheimer Bienenweide“ ausgesät. Wochen- und monatelang geschah nichts, außer, dass das Unkraut fröhlich wucherte. Wie im letzten Jahr war es einfach viel zu trocken gewesen. Die Trockenheit verhinderte das Keimen und Auflaufen der Saat. Jetzt, nach den Regengüssen Ende August und gestern, hat sich das Bild völlig geändert. Wo früher braches Land war, ist es jetzt durchgängig grün. Viele Disteln machen sich breit, von den nach der Rodung im Frühjahr verbliebenen Stümpfen treiben viele neue Zweige aus und nehmen anderen Pflanzen Licht und Nährstoffe weg. Hier heißt es in den nächsten Tagen mit der Hacke und einer Astschere ans Werk zu gehen und nachzuarbeiten. Das alles klingt nun doch sehr verheißungsvoll. An anderer Stelle habe ich schon einmal die hohen Blütenstände gezeigt, die sich in diesem Jahr auf dem Versuchsareal von 2014 erhoben haben. So dürfte es vermutlich auch im übrigen Teil im nächsten Jahr aussehen. Ein kleiner Dschungel wird dort dann heranwachsen mit vielen Blüten für Bienen und Hummeln.

02.09.2015 - Bewachsenes Areal nach der Aussaat

02.09.2015 - Zinnien - Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 – Zinnien – Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 - Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 – Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 - Borrago officinalis - Borretsch - Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 – Borrago officinalis – Borretsch – Aussaat auf der Streuobstwiese
02.09.2015 - Borrago officinalis - Borretsch - Aussaat Steuobstwiese
02.09.2015 – Borrago officinalis – Borretsch – Aussaat Steuobstwiese

02.09.2015 - Streuobstwiese-Aussaat

Im März hatte ich mehrere Bienenpflanzen in den Boden gesetzt. Hier sind einige inzwischen schon richtig groß geworden:

02.09.2015 - Diels Zwergmispel

Die koreanische Berberitze und Diels Zwergmispel (Bild oben) haben knapp 1 Meter Höhe erreicht, während die Fiederspiere Sorbaria sorbifolia gerade mal 30 Zentimeter groß geworden ist.

02.09.2015 - Sorbaria sorbifolia - Fiederspiere
02.09.2015 – Sorbaria sorbifolia – Fiederspiere

Auch die beiden Blaubarte haben ebenso wie die Blauraute und Berberitze noch nicht so die Kurve bekommen. Hier wird das Größenwachstum wohl erst im nächsten Jahr stattfinden. Hingegen schießt der Bienen- oder Duftbaum zurzeit kräftig in die Höhe. Er hat seine ursrüngliche Höhe inzwischen verdreifacht.

02.09.2015 - Bienenbaum
02.09.2015 – Bienenbaum
02.09.2015 - Bienenbaumspitzentrieb
02.09.2015 – Bienenbaumspitzentrieb

Die Arbeit des Winters und Frühjahrs scheint sich also doch gelohnt zu haben. Aber das wird sich ja erst im Folgejahr 2016 weisen. Bis dahin heißt es hoffen.

Streuobstwiese/Bienenweide 2014

Bienenweide von 2014
Bienenweide von 2014

Im letzten Jahr hatte ich in einem kleinen Areal zwischen unseren Bienenstöcken versuchsweise eine Aussaat der Veitshöchsheimer Bienenweide gemacht. Wie auch in diesem Jahr war damals das anschließende Wetter viel zu trocken, um zügig ein Keimen und Auflaufen der Saat zu beobachten. Erst zum Herbst hin wuchsen plötzlich Pflanzen wie Borretsch aus dem Boden und erreichten dabei beachtlich Ausmaße. Ähnlich scheint es in diesem Jahr klimatisch zu laufen. Im Mai und Juni 2015 fiel kaum Regen. Erst gegen Ende Juni scheinen die ersten Samen zu keimen.

Erfreulicherweise sind in dem bezeichneten Teil in diesem Jahr jedoch sehr viele Pflanzen emporgewachsen, die sonst auf dem Grundstück an anderer Stelle nicht vorkommen und den Bienen sehr zu gefallen scheinen. Zurzeit (26. Juni 2015) dominiert der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) das Bild. Bei meiner heutigen Stippvisite waren dessen blaue Blüten von sehr vielen Bienen und Hummeln besucht. Der Begriff Bienenweide stimmt völlig…

Bienenweide von 2014
Bienenweide von 2014
Bienenweide von 2014
Bienenweide von 2014

Das lässt natürlich für das wesentlich größere Teilstück daneben, welches von mir am 1. Mai 2015 besät worden ist, hoffen.

 

Streuobstwiese 3.0 – Bienenweide – Zusammensetzung –

Unsere Völker stehen in Frankfurt auf einer seit über 20 Jahren unbearbeiteten und verwilderten Streuobstwiese.

Im vergangenen Winter haben wir zum zweiten Mal in Folge einen Teil des Unterholzes abgesägt. Dabei sind Unmengen an Holzstämmen und Ästen angefallen, die inzwischen als natürliche Begrenzung an den Grundstücksrand getragen wurden. Nach Ende dieser Arbeiten hatte Markus Schaufler versucht, den Boden zu fräsen und aufzuarbeiten. Das ging jedoch aus technischen Gründen schief. Mit einem kleinen Bagger hat er dann einen großen Teil der verbliebenen Stümpfe entfernen können.

Auf den so vorbereiteten Boden habe ich heute, 1. Mai 2015, eine sogenannte Bienenweide ausgesät. Das ist eine Saatmischung einheimischer Pflanzen, die den Sommer über bis in den November hinein Blüten tragen und Nektar für die Bienen geben können. Das Bieneninstitut Veitshöchheim hat diese Mischung zusammengestellt. Nach ihm wurde sie als Veitshöchheimer Bienenweide benannt.

In der unten stehenden Tabelle habe ich die einzelnen Pflanzen mit ihrem botanischen und deutschen Namen aufgelistet und jeweils einen Link zu Wikipedia angefügt. Dort kann man mehr über die einzelnen Pflanzen erfahren und natürlich auch die zugehörigen Bilder sehen.

Über die weiteren Arbeiten an der Streuobstwiese werde ich später weiter berichten. Dieses Herrichten ist mir deshalb wichtig, weil wir auf diese Weise versuchen, den Bienen einen natürlichen und unbelasteten Lebensraum zu geben. Der Hintergedanke dabei ist natürlich auch, dass unsere Bienen im Sommer und Spätsommer, wenn die Honigernte vorbei ist, die Möglichkeit haben, sich von dann noch blühenden Pflanzen den Nektar als eigenen biologischen Wintervorrat einzulagern.

 

Botanischer Name deutscher Name 2. Name Link
Wildkräuter
Achillea millefolium Wiesenschafgarbe http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Schafgarbe
Anthemis tinctoria Färber-Hundskamille http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4rberkamille
Carduus nutans Nickende Ringdistel Nickende Distel http://de.wikipedia.org/wiki/Nickende_Distel
Centaurea cyanus Kornblume http://de.wikipedia.org/wiki/Kornblume
Daucus carota Wilde Möhre http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6hre_%28Pflanzenart%29
Hypericum perforatum Echtes Johanniskraut Tüpfel-Johanniskraut http://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Johanniskraut
Leucanthemum ircutianum Wiesen-Margerite http://de.wikipedia.org/wiki/Margeriten
Malva moscata Moschus-Malve http://de.wikipedia.org/wiki/Moschus-Malve
Origanum volgare Gewöhnlicher Dost http://de.wikipedia.org/wiki/Oregano
Papaver rhoeas Klatschmohn http://de.wikipedia.org/wiki/Klatschmohn
Reseda lutea Gelber Wau Gelbe Resede http://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Wau
Reseda luteola Färber-Wau http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4rber-Wau
Salvia pratensis Wiesen-Salbei http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesensalbei
Sanguisorba minor Kleiner Wiesenknopf http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Wiesenknopf
Silene vulgaris Traubenkropf-Leimkraut http://de.wikipedia.org/wiki/Taubenkropf-Leimkraut
Tanacetum vulgare Rainfarn http://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
Anethum graveolens Dill http://de.wikipedia.org/wiki/Dill_%28Pflanze%29
Kulturarten
Borago officinalis Borretsch Gurkenkraut http://de.wikipedia.org/wiki/Borretsch
Calendula officinalis Ringelblume http://de.wikipedia.org/wiki/Ringelblume
Coriandrum sativum Koriander http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Koriander
Fagopyron esculentum Buchweizen http://de.wikipedia.org/wiki/Buchweizen
Foeniculum vulgare Fenchel http://de.wikipedia.org/wiki/Fenchel
Helianthus annus Sonnenblume http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenblume
Inula helenium Echter Alant http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Alant
Lotus corniculatus Gewöhnlicher Hornklee http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Hornklee
Malva sylvestris k Wilde Malve http://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Malve
Medicago lupulina Hopfenklee http://de.wikipedia.org/wiki/Hopfenklee
Medicago sativa Luzerne http://de.wikipedia.org/wiki/Luzerne
Nigella sativa Echter Schwarzkümmel http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Schwarzk%C3%BCmmel
Onobrychis viciifolia Saat-Esparsette http://de.wikipedia.org/wiki/Saat-Esparsette
Silybum marianum Mariendistel http://de.wikipedia.org/wiki/Mariendistel
Trifolium pratense Wiesenklee Rotklee http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Klee
Trifolium repens Weißklee http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9F-Klee

Streuobstwiese – Lebensraum unserer Bienen – Baumstumpfentfernung

Am ersten Frühlingstag 2015 ging es los. Die Aktion Baumstumpfentfernung oder Stubbenentfernung mit einer Bodenfräse hatte zwar nicht geklappt. Aber wir konnten dabei feststellen, dass die Wurzeln der Bäume mit ca. 20 bis 30 cm eher flach unter dem Boden verliefen und kamen dadurch auf den Gedanken, einen Bagger einzusetzen, um die Stümpfe dem Boden zu entreißen.

Markus Schaufler von der IG Riedberg besorgte den Bagger am frühen Morgen, danach ging es gleich los. Als ich selber zur Streuobstwiese kam, war er bereits dort und machte sich die Zufahrt zum Grundstück frei. Gemeinsam montierten wir die kleinste der drei mitgelieferten Schaufeln für die ersten Arbeitsversuche. Nach Erkenntnisgewinn tauschten wir sie später jedoch gegen eine mit drei Zähnen bewehrte Baggerschaufel aus. Das Greifen unter die Baumwurzeln funktionierte damit deutlich besser.

Im ersten Teil des Clips sieht man die allerersten Versuche im Umgang mit dem Bagger, im zweiten Teil lief es bereits wesentlich besser und eingeübter. Auch, wenn es dadurch zügig ging, dauerte es etliche Stunden, bis die Fläche frei war.

Übrig blieb zunächst eine Kraterlandschaft.

Sobald der Boden dieser Kraterlandschaft geglättet ist, kann im April die Aussaat der „Veitshöchheimer Bienenweide“ erfolgen. Das ist eine Mischung aus 32 heimischen Pflanzen, die den Bienen besonders reichhaltigen Nektar zu Zeiten anbieten, in denen die nektarproduzierenden Blüten eher knapp sind. Wir schaffen damit nicht nur für Bienen eine freundliche Lebensumgebung. Zur Zusammensetzung der Veitshöchheimer Bienenweide kommt ein eigener Beitrag hier.

Neues vom Untergrund: der Streuobstwiese – neue Bienenpflanzen

Am 1. März 2015 waren wir auf einer Lehrveranstaltung des Frankfurter Imkervereins. Bernhard Jaesch aus Springe bei Hannover, seines Zeichens Gärtner- und Imkermeister, stellte hierbei Pflanzen vor, die besonders für Bienen geeignet sind. Zum Teil blühen sie zu Zeiten, in denen die normale Tracht eher spärlich ist, oder erst spät im Sommer, so dass die Bienen durch sie noch eine biologische Futterquelle für den kommenden Winter finden.

Wir haben für die Streuobstwiese, auf der unsere Bienen stehen, ein paar von den erwähnten Pflanzen gekauft und stellen sie hier vor.

  1. Wilsons Berberitze [Berberis wilsoniae] wird bis 1,50 Meter hoch und blüht im Juli. Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilsons_Berberitze Strauch mit einer Höhe bis zu 1,80 Meter. Hellgelbe Blüten in der Zeit von Juni bis Juli. Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken und frisch.
  2. Schneebeere [Symphoricarpos albus] – bekannt auch als Knallerbsenpflanze Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliche_Schneebeere – Strauch bis zu 2 Meter Höhe, rosa Blüten von Juni bis August, Standort Sonne bis Schatten, trocken.
  3. Blauraute [Perovskia superba] – Link: http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=19943 – Halbstrauch bis zu 1,50 Meter Höhe; blaue Blüten von Juli bis September, Standort kann sonnig und trocken sein.
  4. Bienenbaum / Duftraute [Euodia hupehensis] – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Samthaarige_Stinkesche – Baum, der bis zu 12 Meter Höhe erreichen kann. Die Blüte geht vom Juli bis zum September, die Hauptblüte ist im August. Die Blüten bestehen aus gelbweißen Dolden ähnlich dem Holunder. Standort: Sonnig, Boden anspruchslos, trocken, frisch. Beste Bienenweide! Zieht magisch viele Insekten an
  5. Immerblühende Mandelweide [Salix continua triandra semperflorens] – Link: http://www.eggert-baumschulen.de/products/de/Laubgehoelze/deutsch-botanisch/M/Salix-triandra-Semperflorens.html Zweimal blühende Strauchweide, als Baum bis zu 7 Meter hoch, Blütezeiten sind April-Mai und Juli bis September. Standort Sonne bis Halbschatten, trocken bis feucht. Blütenfarbe gelb-grün.
  6. Diels Zwergmispel [Cotoneaster dielsianus] – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Diels_Zwergmispel – Strauch bis 2 Meter Höhe, rosa Blüten im Juni und Juli. Aufgrund des intensiven Besuchs von Bienen, Hummeln und Hornissen „hört“ ihn geradezu blühen. Ist auch ein Vogelnährgehölz. Standort: sonne und frisch.
  7. Bartblume [Caryopteris clandonensis] „White Surprise“ – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Bartblumen Halbstrauch bis 1,0 Meter Höhe. Blüte September in weiss bis hellblau, ein wertvoller Spätblüher. Benötigt Sonne und einen trockenen Standort. Ist besonders bienenfreundlich. Wird im Frühjahr zurückgeschnitten.
  8. Korea-Berberitze [Berberis koreana], ein Strauch mit einer Höhe bis zu 1,80 Meter. Die Blüten sind gelb und erscheinen im Mai. Die Pflanze benötigt Sonne bis Halbschatten. Der Standort kann trocken bis frisch sein. Die Früchte sind rot, essbar und enthalten sehr viel sehr Vitamin C. Im Herbst erfolgt eine intensive Rotfärbung des Laubes.
  9. Fiederspiere [Sorbaria sorbifolia] – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirische_Fiederspiere – Strauch bis 3 Meter Höhe, Blüten weiß von Juni bis Juli, Standort Sonne bis Schatten, trocken

 

All diese Maßnahmen machen wir, damit den Bienen auf dem Riedberg in Frankfurt ein optimaler Lebensraum geschaffen werden kann. Die Streuobstwiese, auf der die Bienenvölker stehen, ist über viele Jahre lang verwildert. Alte Luftaufnahmen von Google Earth lassen den ursprünglichen systematischen Aufbau des Grundstücks als Streuobstwiese sehr gut erkennen. Die seinerzeit angepflanzten Bäume stehen dort parallel in zwei Reihen, von Wildwuchs ist dabei nichts zu erkennen. Viele Wildpflanzen haben sich im Lauf der vergangenen Jahre dazwischen gedrängt und bilden teilweise ein dichtes Unterholz. In zwei aufeinander folgenden Wintern haben wir begonnen den Wildwuchs zu entfernen und das Unterholz zu lichten. Als eine Folge war bereits nach dem ersten Schnitt zu erkennen, dass die alten Obstbäume plötzlich vermehrt Früchte getragen haben. Natürlich hatte die Bestäubungsleistung unserer Bienen ebenfalls dazu beigetragen.

Im Winter 2013/14 ging es mit den ersten Arbeiten los. Auf einem kleinen „Versuchsareal“ hatte ich im Frühjahr 2014 eine Saatmischung von bienenfreundlichen Pflanzen ausgesät. Die Keimung erfolgte leider erst sehr spät. Die ersten Pflanzen standen zum Ende des Sommers in  Blüte. Überwiegend war es Borretsch.

Nach einem von der IG Riedberg veranstalteten Baumschnittkurs im April 2014 und im Herbst 2014 waren plötzlich bereits Teile des weiter bestehenden Unterholzes verschwunden. Im Januar/Februar 2015 sägte ich dann weitere Stellen frei und schuf so etwas größere zusammenhängende Flächen. Das Holz haben wir in den folgenden Wochen abtransportiert und zu einem Randwall an der Westseite des Grundstückes aufgeschichtet. Dort bleibt es liegen und bildet ein Biotop für heimische Tiere.

 

 

Am 7. März 2015 startete Markus Schaufler von der IG Riedberg den Versuch mit einer Bodenfräse den Boden aufzuarbeiten und die verbliebenen Baumstümpfe zu entfernen. Beides misslang. denn der Vorwärtsantrieb der Fräse war leider defekt. Deshalb mussten wir diese Aktion aufgeben.

Die oben erwähnten Pflanzen habe ich trotzdem schon ausgesetzt. Sie waren abgehärtet und haben nur darauf gewartet in den Boden zu gelangen.

 

 

Freigelegtes Gelände
Freigelegtes Gelände

 

 

Bienenbaum-0327
Bienenbaum – Euodia hupehensis

 

Cotoneaster dielsianus -0334
Cotoneaster dielsianus

 

Perovskia superba-0329
Perovskia superba – Blauraute

 

 Sorbaria sorbifolia - Federspiere

Sorbaria sorbifolia – Fiederspiere

 

Pflanzareal, auf dem im letzten Jahr versuchsweise die Bienenweide ausgesät worden ist.
Pflanzareal, auf dem im letzten Jahr versuchsweise die Bienenweide ausgesät worden ist.

Auf diesem Areal habe ich zwei Berberitzen, zwei Bartblumen und eine Blauraute ausgepflanzt. Sie stehen zwischen zwei Reihen von Bienenbeuten. Das Prinzip der kurzen Wege …. Auch Bienen sind faul.