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(25.01.2024) Bereits am 7. Januar hat sie geblüht und ich habe es hier veröffentlicht. Jetzt, nach der Schnee- und Frostperiode, blüht sie erneut: die Hasel.

Beim Spazierengehen heute habe ich sie an mehreren Stellen auf dem Riedberg entdeckt. Wie kleine Fäden hängen sie gelb am Strauch herab. Dieses sind die männlichen Haselblüten. Sie enthalten den Pollen. Für die Bienen stellt er die erste Nahrungsquelle im Jahresverlauf dar. Pollen ist Eiweiß, das im Bienenvolk für eine gesunde und starke Brutentwicklung unentbehrlich ist. Gerade jetzt nach dem Winter ist er besonders wichtig, weil jetzt die neue Brut vorhanden ist. Aus ihr entwickeln sich in wenigen Tagen die ersten Sommerbienen des Volkes. Im Gegensatz zu den Winterbienen leben sie nur wenige Wochen, während die Winterbienen mehrere Monate leben.

Normalerweise ist die Hasel ein Windbestäuber. Durch den Wind wird der Pollen freigesetzt und zu den weiblichen Blüten getragen. Trotzdem werden ihre Blüten auch gerne von den Bienen gerne besucht, besonders, weil sie nach dem Winter die erste Nahrungsquelle in der Natur darstellen.

Derzeit sind die Flugbedingungen sehr günstig. Die Tempearturen sind innerhalb weniger Tage auf Werte bis zu 15° angestiegen. Die Bienen fliegen erst dann aus ihrem Stock heraus, wenn es mindestens 10° bis 12° draußen ist. Das heißt letztlich, jetzt in diesen ersten warmen Tagen tragen sie den Pollen ein, der für eine gesunde Völkerentwicklung unabdingbar ist.

Unscheinbar am Wegesrande und doch sehr wichtig für die Natur: die Hasel mit ihren Blüten.

Wir schreiben heute den 19. Februar 2021. Vor einem Monat sah es auf der Streuobstwiese noch so aus:

17.01.2021

Inzwischen, nach einem Monat, hat sich das Bild auf dem Gelände völlig verändert. Zwar hat es vor einer Woche noch einmal Schnee und Frost gegeben, aber auch davon ist mittlerweile kaum noch etwas zu sehen.

Bei Höchsttemperaturen von 10,6° ist auf der Streuobstwiese kein Schnee mehr vorhanden. In den Bienentränken schwimmen allerdings noch die Eisblöcke, aber auch sie tauen in den nächsten Tagen auf.

Ich habe diese Zeit genutzt, um einen Teil der Völker an einen neuen Standplatz auf dem gleichen Gelände zu verfrachten. Dazu habe ich neue Unterbauten (je zwei steinerne Blöcke und zwei Balken mit der Wasserwaage ausgerichtet) in den Boden eingelassen. Heute Morgen ist es noch kühl genug gewesen, um die Bienenstöcke dann dorthin umzusetzen. Kühl genug deshalb, damit die Bienen nicht ausfliegen.

Neue Standplätze für einen Teil unserer Bienen

Die Bienen stehen jetzt im Teilschatten der dortigen Obstbäume. Auf dem frei gewordenen Areal wollen wir eine weitere Blühwiese oder Bienenweide anlegen. Damit schaffen wir eine zusätzliche Futterquelle nicht nur für unsere Bienen, sondern auch für Wildbienen und viele weitere Insekten.

Bereits ab dem Morgen ist es bei uns sonnig gewesen. Gegen Mittag ist es auf der Streuobstwiese laut geworden. Die Bienen sind in der Wärme aus ihren Beuten hervorgekommen und bereits umhergeflogen. Auch aus einem Haselstrauch heraus habe ich ein deutliches Summen gehört. Der Grund: die Hasel beginnt bereits zu blühen. Sie stellt neben der Salweide eine der ersten und wichtigsten Futterquellen für die Bienen dar. Der Pollen liefert das für die Aufzucht der neuen Brut nötige Eiweiß. Entsprechend groß ist dann der Besucherandrang an den Blüten.

Haselblüte am 19.02.2021
19.02.2021 - Die Bienen sind los
19. Februar 2021 - Die Bienen sind los

Es ist wunderschön zu sehen, dass doch viele Bienen diesen Winter überlebt haben. Jetzt beginnt für sie noch einmal eine kritische Zeit. Die Königin startet mit der Eiablage. Dadurch steigt der Futterbedarf im Bienenstock beträchtlich an. In der Natur sind zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Futterquellen vorhanden. So kann es geschehen, dass die noch vorhandenen Futtervorräte in der Beute nicht mehr ausreichend sind und ein Volk dann doch noch verhungert.

Um das zu verhindern, werden wir an diesem Wochenende kurz in die einzelnen Bienenbeuten schauen, den Futtervorrat kontrollieren und gegebenenfalls nachfüttern.

Die eigentlichen Arbeiten zum Auswintern kommen dann in den nächsten Wochen.

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