Restarbeiten im Oktober – Stand der Dinge – Winterfest

Viel Zeit ist inzwischen seit dem letzten Blogbeitrag vergangen. Die Bienen sind mittlerweile aufgefüttert worden. Am 8.10.17 habe ich die Völker erneut kontrolliert und winterfest gemacht.

Insgesamt stehen sie gut da. Mit vier Völkern sind wir aus dem Winter heraus gestartet, jetzt sind es bereits wieder vierzehn. Zwei Völker, die in je einer Zarge leben, haben allerdings Vorratsprobleme. Es ist nur sehr wenig an Wintervorrat vorhanden.

Damit stellt sich die Frage nach dem warum! Diese Völker sind beide nicht sehr groß, aber groß genug zum Überwintern. Sind sie vielleicht doch zu schwach? Wurde bei ihnen kräftig geräubert? Haben wir beim Auffüttern nicht gut genug aufgepasst? Diese beiden  Völker scheinen geradezu von der Hand in den Mund zu leben und benötigen dringend noch Futter.

Die Temperaturen sind noch sehr warm. Überall herrscht (noch) ein reger Flugbetrieb. Fast ein wenig überraschend ist es zu sehen, dass die Bienen zu dieser herbstlichen Zeit noch allerhand Pollen eintragen.

Teilweise waren richtig dicke Pollenhöschen zu erkennen. Das scheint ein großer und deutlicher Standortvorteil der Stadtbienen zu sein.

Dort, wo es möglicherweise futtermäßig eng werden könnte, haben die Bienen erneut Futterteig erhalten. Für den kommenden Winter habe ich sämtliche Varroaschieber entfernt und somit den Boden nach unten hin geöffnet. Damit kann die Bodenkälte in die Beute eindringen und das Volk demnächst in die Brutpause treiben. Zur Sicherheit und als Schutz gegen Räuberei habe ich die Fluglöcher auf etwa die Hälfte eingeengt.

Hierfür habe ich die Papprollen verwendet, auf denen Toilettenpapier aufgewickelt wird. Auf die passende Größe zurecht geschnitten klemmt es sich von selbst gut in den Spalt des Fluglochs ein.

Diese Fluglocheinengung wirkte auf die Bienen zunächst sehr irritierend. Mehrere pollenbeladene Bienen sind anfangs direkt zur eingeengten Seite des Fluglochs geflogen und haben versucht dort hindurch zu laufen. Das gelang ihnen auch nach mehrfachen Versuchen natürlich nicht. Mehrfach gab es Anflugversuche, die ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatten. Zwar liefen die Bienen anfangs ein Stück am Verschluss entlang, aber den Einlass haben sie trotzdem nicht gefunden, auch wenn er zuletzt nur eine Bienenlänge entfernt vor ihnen lag.

Erst, nachdem eine andere Biene vor ihnen wie ein Lotse herlief und sie ihr folgten, haben sie den eingeengten Durchlass gefunden und verschwanden mit ihren Pollenhöschen in der Beute.

Auswintern beendet

Heute habe ich die letzten Auswinterungsarbeiten beendet. Zum Ende des Winters oder zum Beginn des Frühlings werden dazu alle Völker durchgesehen. Dabei wird darauf geachtet, das sie „weiselrichtig“ sind. Es kann passieren, dass das Volk im Winter seine Königin verliert. Ersatzweise legen Arbeiterinnen Eier, die jedoch unbefruchtet sind. In solchem Fall können nur Drohnen entstehen. Das Brutnest zeigt dann die typischen Kuppeln der Drohnenbrut. Die Drohnen sind größer als die Arbeiterinnen und benötigen aus diesem Grunde mehr Platz in ihrer Zelle. Drohnenbrut erkennt man an der buckelförmigen Verdeckelung. Man nennt ein weiselloses (königinnenloses) Volk dann auch drohnenbrütig (buckelbrütig).

Alle Völker besitzen eine Königin, die bereits voll in der Eiablage ist. Entsprechend groß sind dann auf einigen Waben auch die Brutnester. Zwischen den normalen Brutzellen sind bereits auch die ersten Zellen mit Drohnenbrut zu erkennen. Zum ersten Mal habe ich heute in unverdeckelte Drohnenbrutzellen hineinsehen dürfen. Am Boden liegt wie bei den Arbeiterinnen auch eine Larve als Rundmade. Die Wände sind hier tiefer und größer gebaut, der Kuppelbau ist bereits klar zu erkennen, aber die Kuppel ist noch nicht verschlossen.

Zum Auswintern gehört die Kontrolle auf Brut. Sie sollte jetzt bereits in allen Stadien vorhanden sein. Das trifft bei allen unseren Völkern zu. Zudem werden alle Völker mit ihrer Behausung gewogen. Sämtliche Daten werden in einer Stockkarte wie in einem Logbuch festgehalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast alle Winterbienen gestorben. Im Untergeschoss einer Beute sammeln sich die toten Bienen an, die nicht von den Stockbienen abtransportiert worden sind. Dieser Totenfall kann manchmal so massiv sein, dass er den Eingang, das Flugloch, regelrecht verstopfen kann. Deshalb wird der Totenfall vom Imker entfernt.

Bei der Durchsicht des gesamten Volkes wird zugleich auf mögliche Krankheiten der Bienen geschaut. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Schon jetzt beginnt bereits die biologische Bekämpfung der Varroamilben. Wegen der längeren Brutdauer der Drohnen befinden sich in der Drohnenbrut die meisten Milben. Dieses Phänomen nutzen wir aus. Deshalb hängen wir in den Brutraum (oder den oberen Brutraum, falls er aus zwei Zaren besteht) an den Rand der Waben einen sogenannten Drohnen- beziehungsweise Baurahmen. Das ist ein Holzrahmen ohne Mittelwände. Hier bauen die Bienen die etwas größeren Zellen für die Drohnenbrut. Sobald sie verdeckelt sind, entfernen wir den Rahmen aus der Beute, schneiden das Wachs mit der Brut heraus und hängen den leeren Rahmen wieder zurück. Durch dieses Verfahren halten wir die Belastung mit Varroamilben konsequent so niedrig wie möglich.

Alle dreizehn Völker haben den Winter gut überlebt und sind in Brut gegangen. Bei einigen wird der freie Raum im Bienenstock schon so eng, dass wir bereits jetzt an das Aufsetzen von Honigräumen denken müssen. Bei mindestens einem Volk wird das morgen der Fall sein.