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Jeden Sonnabendvormittag findet in Bozen ein wunderbarer Wochenmarkt statt. In den mediterranen Ländern haben Wochenmärkte eine andere Bedeutung als bei uns. Neben dem üblichen Obst und Gemüse gibt es hier zusätzlich viele andere Dinge des täglichen Bedarfs. Im Grunde ist es hier wie in einem großen open air Supermarkt.

Wir sind nicht das erste Mal hier gewesen. Beim Schlendern durch die Gassen entdecken wir sowohl einen uns bekannten Imkerstand als auch einen für uns neuen mit lauter Bienenprodukten.

Der neue Stand nennt sich apifiemme.it

Lauter Tuben und Tiegel liegen hier aus. Insgesamt sind das wenig Bienenprodukte, wenn man mal von etwas Propolis absieht. Der Name erweckt in mir zunächst andere Erwartungen.

Der andere Stand vertreibt weiterhin seine Honige.

Hier gibt es viele verschiedene Honige, die zum Teil aus der Gegend stammen, zu einem kleineren Teil aber auch aus EU-Ländern. Auch, wenn er ansonsten relativ wenig verbreitet ist, hier gibt es auch Scheiben- oder Wabenhonig zu kaufen. In einer kleinen Plastikbox liegt ein rechteckiges Stück einer Honigwabe, die zum Teil sogar noch verdeckelt ist.

Der Vollständigkeit halber füge ich noch die Links zu beiden Betrieben an:

apifiemme.it

peterlini.eu

Quarktaschen mit Mohnfüllung und Honigzabaione
Südtirol, wir kommen! Ein Urlaub wirft seine Schatten voraus: Ein klassisches Südtiroler Dessert mit ein wenig Italianità! 

Großes Kino für Zuhause!

Knottnkino in Südtirol

Zutaten für 10 Portionen
(Zu viel? Kein Problem! Die Quarktaschen lassen sich prima einfrieren, einfach auf einem großen Schneidebrett oder Teller vorfrieren, damit sie nicht zusammenkleben. Dann direkt in siedendes Wasser geben, die Garzeit erhöht sich um zwei, drei Minuten. Einmal ein wenig Aufwand, gleich mehrfaches Vergnügen!)

Topfentaschen


Quarktaschen:
250 g Quark, 50 g geschmolzene Butter, Saft und Abrieb einer halben Zitrone, eine Prise Salz, 1 Ei, 200 g Mehl (eventuell etwas mehr, wenn der Teig zu sehr klebt).


Füllung:
100 g gemahlener Mohn, 100 g Paniermehl, 170 ml Milch, 75 g Honig, ein Schuss Rum/Obstler/Kirsch o.ä., Abrieb einer halben Zitrone.


Zabaione:
75 g Honig, 3 Eigelb, 150 ml Weißwein.


Zubereitung:
Alle Zutaten für die Quarktaschen zu einem glatten Teig verkneten und im Kühlschrank ruhen lassen. Für die Füllung Milch, Honig und Zitronenabrieb aufkochen, Mohn und Paniermehl unterrühren und auskühlen lassen. Den Teig etwa drei Millimeter dick ausrollen, mit dem Deckel eines Deutscher-Imkerbund-Glases Kreise ausstechen, jeweils eine haselnussgroße Portion Füllung drauf geben, zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Wasser zum Sieden bringen und die Teigtaschen darin knapp zehn Minuten gar ziehen lassen. Währenddessen die Zutaten für die Zabaione in einer Metallschüssel über einem  heißen Wasserbad mit einem Handrührgerät cremig aufschlagen. Quarktaschen abtropfen lassen, mit einer kleinen Kelle Zabaione übergießen und mit Mohn, Puderzucker und Minze nach Belieben garnieren. Guten Appetit!

Topfentaschen

English version below

Jetzt ist die Europäische Zentralbank noch reicher und größer geworden. Die Zahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat seit dem Frühjahr am Standort in Frankfurt um cirka 180000 zugenommen.

Wird anderswo noch über Gleichstellung und Frauenquoten gestritten, ist dieses hier überhaupt kein Thema mehr. Im Gegenteil. Gäbe es keine biologischen Hinderungsgründe, müsste sogar eine Männerquote eingeführt werden. Frauen sind hier nicht nur absolut in der Überzahl, auch alle Leitungspositionen sind zu 100% weiblich besetzt. Die wenigen anwesenden Männer werden im Juli sogar unbarmherzig an die Luft gesetzt und vertrieben.

Die Rede ist natürlich nicht von Menschen, sondern von Bienen, die auf dem Gelände der Europäischen Zentralbank stehen. Drei Völker sind es dort. Zusammengezählt leben in den Bienenbeuten knapp 180000 Bienen. Einige wenige sind männlich, die Drohnen. Sie leben in der Regel nur in der Zeit zwischen April und Juli. In der sogenannten Drohnenschlacht werden sie von den (weiblichen) Bienen des Volkes verwiesen und sogar umgebracht. Ihr einiger Daseinszweck: Samenspender zur Fortpflanzung. Sie dienen nur der Begattung einer Königin. Unmittelbar nach dem Koitus sterben sie ab und sind dabei auch noch ihres Geschlechtsorganes beraubt. Schöner Tod? Das ist sicher Ansichtssache.

Vor wenigen Tagen ist der erste Honig, der Euro-Honig, dort geschleudert worden.

Vor dem Schleudern
In der Schleuder
Nach dem Schleudern

Noch ruht der gewonnene Honig und reift in den nächsten Tagen und Wochen heran. Sobald er dann reif genug ist, wird er in Gläser abgefüllt. Soviel sei schon verraten: er schmeckt gut!

English version:

The European Central Bank has now become even richer and bigger! The number of its employees at the Frankfurt site has increased by around 180,000 since spring 2020.

One might still debate about equality and women´s quotas elsewhere, but this is no longer an issue here. On the contrary. If there were no biological obstacles, a quota for men would even have to be introduced. Not only are women absolutely predominant, even all management positions are 100% female. The few men present will relentlessly be kicked out and expelled in July.

Of course, we are not talking about the human staff members, but about the colonies of bees found on the premises of the European Central Bank! In total, there are three hives with almost 180,000 bees. A few of them are males – drones they are called. They usually only live between April and July. In the so-called “slaughter of the drones” they are kicked out of the hive and eventually even killed by the female workers. The drones´ only purpose of existence: acting as sperm donor for reproduction. Their only job is to mate the queen. Immediately after coitus they will die - being deprived of their genital organs. Handsome death? That´s certainly a matter of opinion.

Some days ago, the first honey (the “Euro honey”) has been extracted.

Before extraction:

In the honey extractor:

After extraction:

The honey obtained is resting for maturation during the next days and weeks. As soon as maturation is finished, it will be filled in jars. One thing is for certain: it tastes excellent!

So früh wie in diesem Jahr haben wir noch niemals fertigen Honig gehabt. Die erste Ernte ist bereits sehr früh gewesen und dann ist der geerntete Honig auch schon sehr schnell kristallisiert und fest geworden. Durch Rühren haben wir ihn zähflüssig gehalten, damit wir ihn abfüllen können.

Heute, am 27. Juni 2020, ist es soweit: die ersten Gläser sind etikettiert und stehen nun zum Verkauf bereit.

Eintracht 250 g

Ich habe in diesem Jahr den größten Teil unseres ersten Honigs in 500 g-Gläser abgefüllt. Aus den Erfahrungen aus dem Jahr 2019 weiß ich, dass es auch für die kleineren 250 g-Gläser viele Interessenten gibt. Deshalb gibt es sie auch dieses Mal wieder. Wir können also beides anbieten, groß und klein.

Eintracht 500 g

Eine sehr angenehme Besonderheit gibt es: dies ist übrigens der beste Honig, den wir je von unseren Bienen erhalten haben!

Und wie immer heißt bei uns die erste Ernte eines jeden Jahres EINTRACHT.

Die Honigernte ist in diesem Jahr wie bei vielen anderen Imkern auch leider sehr mager gewesen. Trotzdem haben wir drei verschiedene Honige erhalten.

Die erste Ernte nennen wir stets Eintracht. Sie ist inzwischen komplett in Gläser gefüllt.

Die zweite Ernte heißt bei uns Zwietracht.

Außerdem haben wir in diesem Jahr eine weitere Ernte von einem zweiten Standort im Frankfurter Niddapark. Der von dort stammende Honig heißt Niedertracht.

Wie man daraus ablesen kann, sind wir schon ein wenig verliebt in Wortspiele. Alle Honige gibt es in diesem Jahr nur in 250 Gramm-Gläsern.

Bisher habe ich vermutet, dass die Eintracht als erster Honig bei uns flüssig bleiben wird. Dessen bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher.

Die Farbe hat sich ein wenig ins perlmuttartige Schimmern entwickelt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Kristallisierung startet. Um das zu verhindern, habe ich den Honig gerührt. Hierbei werden die Kristallgitter wieder aufgebrochen und eine cremige Konsistenz herbeigeführt. Allerdings kann der Honig im Laufe der Zeit trotzdem wieder fester werden.

Die ersten Honiggläser 2019 mit der Ernte namens Eintracht

An diesem Wochenende habe ich mir trotz des herrlichen sonnigen Wetters vorgenommen, auch die restlichen Honigmengen in Gläser abzufüllen und zu etikettieren. Damit dürften sie ab der kommenden Woche zum Verkauf zur Verfügung stehen.

Bei der Zwietracht und der Niedertracht vermute ich sehr, dass sie flüssig bleiben. Mal sehen, ob es auch tatsächlich so bleiben wird.

Derzeit ist er nicht nur wörtlich in vieler Munde: Honig und diverse Vergleichsteste mit ihm.

Die Stiftung Warentest hat ihren Test vor kurzem veröffentlicht. Parallel dazu sind von anderen Medien entsprechende Tests ebenfalls publiziert worden.

Ich hänge hier aus urheberrechtlichen Gründen eine Gruppe von Links zu den einzelnen Tests an. Somit kann jeder Interessierte sich dorthin klicken.

Anschließend verlinke ich eine Stellungnahme, die im Landesverband Westfalen-Lippe veröffentlicht worden ist. Hierbei ist u.a. auch eine Stellungnahme des Deutschen Imkerbunds DIB enthalten.

https://www.test.de/Honig-im-Test-1750427-0/

https://www.merkur.de/leben/genuss/discounter-siegt-honig-test-stiftung-warentest-diese-marken-fallen-durch-11612472.html

https://www.chip.de/artikel/Der-beste-Honig-Testsieger-bei-Oeko-Test_146863917.html

https://www.lv-wli.de/index/beitraege-aktuelles-erste-seite/honig-im-test

3. Advent. Es ist soweit: der neue - fast schon traditionell zu nennende -Weihnachtsmarkt auf dem Frankfurter Riedberg startet heute um 16 Uhr, sobald der Wochenmarkt beendet ist. 

Die Riedberg-Imker sind wieder dabei. Wir  haben im Zelt unseren Stand und verkaufen dort den Honig unserer Bienen und Agua mel. Zugleichen machen wir als Imker natürlich Werbung für die Bienen und den Umgang mit ihnen, für unseren Imkerverein, die Bee Friends Frankfurt und die IG Riedberg, die den Weihnachtsmarkt von Beginn an organisiert.

Mit dem Standaufbau habe ich bereits am Morgen angefangen und Tische sowie erste Honiggläser abgestellt. Mittags geht es weiter, dann kommt der Rest, so dass der Stand sich entwickeln kann. Wir sind wie bisher in einem großen Zelt mit anderen Ausstellen zusammen untergebracht. Neben uns ist gleich der Eingang. Mit anderen Worten: von dort kommt die Kälte herein. Also heißt es sich warm anziehen.

Die ersten Anfänge vom Standbau

Unser fast fertiger Stand im Zelt
Unser Honig "Eintracht" vom Frühjahr 2018 im neuen 250 Gramm-Glas und Agua Mel
Zwietracht im neuen 250 Gramm-Glas

Durch die dünne Zeltwand dringt von draußen immer mal wieder Musik, sehr unterschiedlicher Art und sehr unterschiedlich laut. Drinnen verkaufen wir unsere Honige und für die IG Riedberg Apfel- und Quittensäfte, die vor wenigen Wochen auf dem Riedberg aus den heimischen Früchten gewonnen sind.

Unsere Honige heißen Eintracht, wenn sie von der ersten Ernte im Frühjahr stammen und Zwietracht, wenn sie die zweite Ernte, die Sommertracht, darstellen. Der große Renner ist die Eintracht. Auch, wenn wir stets und regelmäßig den Namen erklären, vermutlich bedingt durch den gleichnamigen Sportverein, hat er einen ungeheuren Nimbus. Wir hätten davon drei- bis viermal soviel verkaufen können. Auch die kleineren Gläser sind gut angekommen. Für mich ist das ganz klar die Aufforderung mit diesem Zweigläser-Angebot fortzufahren.

Sonntagabend, 18 Uhr: Schluss, Ende, aber kein Feierabend. Es wird noch abgebaut. Erst unser eigener Stand, parallel dazu die Stände in unserem Zelt und anschließend das gesamte Zelt. Mit vielen Händen und Helfern packen wir an und zu. Nach etwa zweieinhalb Stunden ist das Zelt komplett verpackt und verstaut, so als ob es den Weihnachtsmarkt nicht gegeben hätte. Im nächsten Jahr geht es wieder los .....

Wo ist der Sitz Gottes bzw. wo kann er nur sein? Natürlich nur in Frankreich! Nicht nur das seine irdische Regierung hier zeitweilig ihren Sitz hatte, nein mittlerweile hat Gott selber seinen Sitz in diesem Lande und zwar mittendrin in der Auvergne. Hier gibt es einen Ort mit dem Namen La Chaise-Dieu auf Deutsch: der Sitz Gottes.

Ein mächtiger Kirchenbau überragt und dominiert auf einer Anhöhe das gesamte Gebiet. Diese Kirche wurde als Benediktinerabtei zunächst zunächst unter dem Namen Casa Dei gebaut. Ein der aus dieser Abtei stammender Mönch namens Pierre Roger wurde später als Papst Clemens VI. mit Sitz im südfranzösischen Avignon gewählt. Er war berühmt wegen seiner Verschwendungssucht, ließ die Casa Dei abreißen und durch einen Monumentalbau ersetzen. Nebenbei hat er sich in dieser Kirche auch noch sein Hochgrab errichten lassen, in dem er später beigesetzt worden ist. Dieses Kloster war damals sehr wohlhabend und reich. Inzwischen heißen nicht nur die Abteigebäude, sondern der gesamte Ort La Chaise-Dieu...

La Chaise-Dieu. Der Sitz Gottes.

Heute sind wir Riedberg-Imker während unseres Auvergne-Urlaubs hier vorbeigekommen. Die gesamte Auvergne besteht im Grunde nur aus einem: Landschaft. Entsprechend landwirtschaftlich geht es hier auch zu.

Unterhalb der Abteikirche stoßen wir beim Bummeln auf ein interessantes Schaufenster.

Der zugehörige Laden fällt hier ein wenig aus dem Rahmen. Hier wird nicht der übliche Touristenkram verkauft, er ist auch kein Geschäft mit kirchlich-religiösen Artikeln an diesem berühmten Ort, sondern besticht durch seine etwas andere Auswahl an Produkten.

Diejenigen, die der französischen Sprache etwas mächtig sind, fällt natürlich sofort das enthaltene Wortspiel im Namen auf. Das alleine macht schon neugierig.

Im Laden selber gibt es vieles um Bienen und Honig drum herum zu sehen und zu kaufen. Er unterscheidet sich schon sehr deutlich vom Imker, den wir zuvor besucht haben. Honig gibt es hier auch, sogar günstiger als bei besagtem Imker. Das Schwergewicht liegt jedoch auf Kinderkleidung, Spielen und auch Nippes.

Anders als bei uns in Deutschland gibt es in Frankreich viel mehr von diesen Geschäften. Ein paar Eindrücke aus dem Geschäft:

Honig aus der Auvergne

ein Paar Schühchen gefällig?

etwas für die Kleinsten

das neue Outfit - erinnert ein wenig an Borussia Dortmund

Lollis

Interessant ist auch diese Arbeitsübersicht für Imker im Jahresablauf:

Arbeitsplan für Imker/-innen

Die Imkerinnen und Imker unseres Imkervereins Bee Friends Frankfurt haben am 10. September 2018 eine Geschmacksreise durch Frankfurt unternommen. Sie haben 17 verschiedene Honige von ihren Bienenstanden zum gemeinsamen Probieren mitgebracht. Die Bienenvölker sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Unser Honig Eintracht, die erste Ernte des Jahres 2018, war natürlich auch mit dabei  Dazu kommen noch zwei Honige, von denen einer eingeschmuggelt worden ist (aus Polen stammend) und als Kontrastprogramm ein finnischer Buchweizenhonig, der außer Konkurrenz mitgelaufen ist..

Honigverkostung im Dessauer auf dem Frankfurter Riedberg

Alle Gläser sind anonymisiert worden. Dazu habe ich sie mit Zeitungspapier umwickelt und so die Etiketten versteckt und jedem Glas eine Nummer gegeben. Für Bewertung haben wir einen Bogen entwickelt, auf dem die wichtigsten Eigenschaften eines Honigs auf einer Bewertungsskala anzukreuzen waren.

Unglaublich, welche geschmackliche Vielfalt sich in unserer Stadt versteckt. Nicht nur die Farben, auch die Gerüche und Fließeigenschaften sind völlig unterschiedlich. Von fest wie Beton bis flüssig wie Wasser geht das Spektrum.

Honigverkostung im Dessauer auf dem Frankfurter Riedberg

Das ist noch alles recht einfach. Schwierig wird es bei der Geschmacksbeurteilung. Hier gehen die Geschmäcker und damit die Bewertung doch sehr weit auseinander. Der gleiche Honig schmeckt der einen Teilnehmerin hervorragend, einem anderen Prüfer hingegen gar nicht. Einer stört sich an den Kristallen im Honig, der andere findet gerade sie wunderbar und für einen kristallinen Honig charakteristisch.

Eine Schwierigkeit: ab einer gewissen Probiermenge ist alles nur noch süß und macht Bauchschmerzen. Also heißt es zwischendrin etwas zu trinken. Davon haben wir glücklicherweise genug vorrätig gehabt.

Honigverkostung im Dessauer auf dem Frankfurter Riedberg

Fazit: das machen wir im nächsten Jahr wieder. Es bringt unglaublich viel Spaß so viele verschiedene Honige zu erschmecken. Jeder hat dabei irgendwann seinen Lieblingshonig. Es ist wie im richtigen Leben!

Honigverkostung im Dessauer auf dem Frankfurter Riedberg

Mehr Infos gibt es demnächst auch auf der Webseite der Bee Friends Frankfurt.

Gestern Abend habe ich ich bereits erzählt bekommen: der Raps blüht in unserer Gegend bereits.

Mit Rapshonig bin ich groß geworden. Er ist für mich der Inbegriff der Imkerhonige. Ich sage das sogar heute noch, auch wenn alle Ahnung Habenden darüber nur müde lächeln. Ja, ich weiß es selber, es gibt qualitativ wesentlich hochwertigere und bessere Honige. So ist es aber nun einmal mit Kindheitserinnerungen, sie bleiben treu.

Zum Glück wächst bei uns in der Nähe in diesem Jahr nur sehr wenig Raps. Das erhöht die Chance bei der ersten Tracht auf einen guten Honig von der Obstblüte. Beim Spazierengehen heute habe ich allerdings tatsächlich die ersten gelben Blüten selbst gesehen.

Rapsblüte am 18.04.2018

Jetzt bleibt zu hoffen, dass es in diesem Jahr nicht wieder zu einem zeitlichen Zusammentreffen von Raps- und Obstblüte kommen wird. Die Chancen hierfür sind  allerdings eher schlecht. Wir erleben gerade einen Temperatursprung auf 26 Grad bei uns. Die Blüten explodieren geradezu momentan.

Wer weiß, wie das wird?

Vor wenigen Tagen hat mich ein Anruf der Hörfunkredaktion des Hessischen Rundfunks erreicht. Für morgen, Sonntag, 15.4.2018, plane man eine Themensendung zum Thema Staub. Dabei ist auch das Wort Blütenstaub gefallen. Bei Blütenstaub ist die Verbindung schnell zu Bienen und Honig hergestellt. Also muss dazu auch ein Imker gefragt werden.

Mittwochs um 17 Uhr haben wir uns kurzfristig getroffen und ich habe Fragen zum Thema Blütenstaub beantwortet. Das Ergebnis ist unter dem folgenden Link zu hören:

https://www.hr1.de/programm/sendezeiten/hr1-start-am-sonntag,start-1098.html

Nachteil: Die Sendung beginnt bereits um 6 Uhr in der Früh. Wann der Pollenbeitrag gesendet wird (und ob überhaupt) entzieht sich meiner Kenntnis.

Am 02. Oktober 2017 waren die Riedberg-Imker in der Schule zu Besuch.
Von der Neuen Gymnasialen Oberstufe auf dem Riedberg kam die Anfrage, ob wir nicht den Schülern des Leistungskurses Biologie etwas über Bienenhaltung erzählen könnten. Dies war Teil einer Projektwoche, an deren Ende die Schüler selbst Kunsthonig (!) herstellen wollten. Ein Vergleich mit dem Original lag somit auf der Hand!
Die Kursteilnehmer/innen trafen sich zuerst an unseren Bienenstöcken. Dort erhielten sie einen ersten Eindruck von der Magazinimkerei. Wegen des schlechten Wetters und der niedrigen Temperaturen war ein Blick ins Beuteninnere leider nicht möglich. Daher wurde die weitere Veranstaltung ins trockene Schulgebäude verlegt.
Die Schüler erfuhren einiges über die Biologie der Bienen: Wie entwickeln sich die einzelnen Bienen? Wie entwickelt sich das Volk? Was sind die Aufgaben der einzelnen Bienenwesen? Was bedeutet das Schwärmen? Wie entsteht Honig? Und wie wird er geerntet?
Beeindruckend für alle war zu erfahren, dass die Lebensleistung einer einzigen Sammelbiene "nur" in der Honigmenge eines gestrichenen Teelöffels besteht. Der Respekt vor den Bienen wuchs dadurch deutlich! Verblüffend war es für die Kursteilnehmer ebenso, wie wenig Wachs in einem Rahmen ausreicht, um ihn mit Waben zu füllen, die später bis zu drei Kilogramm Honig aufnehmen können. Auch die Unterschiede zwischen einem Imkerhonig und einem Honig aus dem Supermarkt kamen zur Sprache. Selbstverständlich konnten die Schüler unseren mitgebrachten Honig auch verkosten.
Alles in allem eine gelungene Infoveranstaltung, die allen Beteiligten so viel Spaß bereitete, dass die Stunden wie im Honigbienenflug vergingen.

 

In den letzten Tagen begann der für die Honigprämierung 2017 wieder verflüssigte Honig erneut zu kristallisieren. Durch Rühren habe ich versucht, die Zuckerkristalle in ihm aufzubrechen, damit er geschmeidig wird. In der Imkersprache nennt man das dann feincremig.

Bevor er zu fest wird, sollte er abgefüllt worden sein. Heute war es damit soweit, der Zeitpunkt war, wie so oft, nicht gerade der günstigste, aber das ist bei natürlichen Prozessen nun einmal oft so.

Also wurde der erste Honig 2017 in Gläser abgefüllt, jedoch noch nicht etikettiert. Die Etiketten werden in den nächsten aufgeklebt, dann ist der Honig verkehrsfähig und kann verkauft werden.

 

Die letzten Tage waren durchaus ein wenig hektisch. Die Honigernte war in diesem Jahr für uns sehr spät erfolgt. Bedingt durch die Arbeiten mit der Gründung eines neuen Imkervereins für Frankfurt, die "Bee Friends Frankfurt", war die Zeit relativ knapp. Zusätzlich kam aus der Geschäftsstelle des Landesverbandes der Hessischen Imker noch die Anfrage, ob wir denn nicht an der diesjährigen Honigprämierung teilnehmen wollen. Der Stichtag für die letzte Abgabemöglichkeit war der 12. August 2017 - also heute.

Der erste Honig dieses Jahres war bereits während meines Urlaubes in den Hobbocks, den lebensmittelechten Eimern, kristallisiert und fest geworden. Die zweite Ernte war gerade erst - auch durchaus etwas spät - erfolgt. Also hieß es, den kristallisierten Honig durch vorsichtiges Erwärmen wieder zu verflüssigen, um ihn abfüllen zu können. Weil dieser Honig relativ hohen Rapsanteil enthält, würde er bald danach wieder zu kristallisieren beginnen. Aber leider tat er es einfach nicht, während der Stichtag immer näher rückte.

In einer abendlichen Aktion wurden die Honige dann trotzdem abgefüllt. Für die Honigprämierung sind drei Gläser je Honigsorte erforderlich. Diese sechs Gläser wurden vorbereitet, verschlossen und etikettiert, eine Anmeldeliste mit den Nummern für jedes Glas erstellt. Heute, am 12.8.2017 wurden die Gläser dann per Auto nach Kirchhain bei Marburg zur Honigannahmestelle transportiert. Dankenswerterweise haben Heike und Frank L. den Transport übernommen, weil sie ihre eigenen Honige ebenfalls dorthin bringen wollten.

Eines von den drei Gläsern je Los wird für eine Honiganalyse benötigt. Die übrigen werden für eine Blindverkostung und Bewertung genutzt. Spätestens im November 2017 sollen die Ergebnisse bekanntgegeben werden.

Ab zur Honigprämierung 2017 - der linke Honig ist die Eintracht, der rechte heißt Zwietracht

Sobald der erste Honig erneut mit seiner Kristallisation startet, wird dieser gerührt und, wenn er dann feincremig zu werden beginnt, aber noch relativ flüssig ist, in unsere eigenen Gläser abgefüllt, als Honig vom Riedberg etikettiert und vermarktet. Bis dahin dürften schätzungsweise noch zwei bis drei Wochen ins Land gehen.

23.000 Pflanzen Helleborus niger, gemeinhin als Christ- oder auch Schneerose bekannt standen bis zu ihrer vollen Blüte und dem nachfolgenden Verkauf im Gewächshaus eines auf Zierpflanzen spezialisierten Gärtners im benachbarten Kalbach. Beim Stammtisch der IG Riedberg - bekannt für die ein oder andere "Schnapsidee" wie etwa den Kaiserschmarrnwettbewerb - wurde in einem Gespräch mit dem Gärtner der Gedanke geboren, was denn passieren würde, wenn man in das Gewächshaus ein Bienenvolk stellte...
Da die äußeren Bedingungen hinsichtlich Temperatur und Klima akzeptabel waren, transportierten wir im vergangenen Dezember ein Wirtschaftsvolk die zwei Kilometer nach Kalbach. Nach dem Abverkauf der Christrosen (aber noch vor der Saison für Stiefmütterchen und Frühlingsblüher) entnahmen wir drei Waben, in die etwas verdeckelter Honig eingelagert war. Da die Christrose nur in sehr geringem Maße als Nektarquelle taugt, waren nur gut 5% der Waben mit Honig belegt. Der Honig wurde nicht wie sonst geschleudert, sondern gepresst, um die größtmögliche Ausbeute zu gewährleisten: 310 gr.

Christrose in Blüte

Diese absolute Honigrarität wurde in Kleinstgläser à 30 gr abgefüllt und wird nun für einen guten Zweck versteigert! Eine kindgerechte, durch Pädagogen konzipierte Schautafel soll am Zugang zum Bienengelände aufgestellt werden, um Kindern - und natürlich auch Erwachsenen - den positiven Einfluss der Honigbiene auf das ökologische Gleichgewicht zu veranschaulichen.
Das Mindestgebot pro Gläschen beträgt EUR 10,00, Gebote werden bis Ostersonntag um 12:00 Uhr über die Kommentarfunktion des Blogs entgegengenommen.

Gestern Abend um 18:36 hatte ich den Hefeansatz in die Gärballone gefüllt. Vorsichtig geschätzt bin ich davon ausgegangen, dass die Hefen sich vermehren und in ein bis zwei Tagen mit der eigentlichen Gärung loslegen würden.

Gründlich getäuscht! Die Hefen sind nach dem wohl gut gelungenem Starteransatz hochaktiv. Bereits nach wenigen Stunden "blubbte" es bereits und zwar so laut, dass unsere Hunde anfangs davon völlig irritiert waren. Seit heute Morgen blubbert und blubbt es aus beiden Ballonen unentwegt im Abstand von nur wenigen Sekunden. Auf der Oberfläche der Maische hat sich eine Schaumkrone gebildet. Mit anderen Worten: der Ansatz ist in Gärung geraten und es könnte gut geklappt haben. Aber genau wissen wir das erst am Ende.

Ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert: aus jedem Ballon hatte ich vor dem Gärstart eine Probe entnommen und mit einer Öchslewaage den Zuckergehalt bestimmt. Die Öchslewaage kennt man auch aus dem Weinbau. Im Standzylinder mit einer Spindel (Aräometer) gemessen, zeigte die Skala einen Zuckergehalt über 120 Grad Öchsle. Die Skala endet bei 120 Grad. Grob geschätzt waren es wohl 130 Grad Öchsle gewesen. Multipliziert man diese Gradzahl mit 0,13 erhält man den möglichen Alkoholgehalt. In diesem Fall sind es 16,9 % Alkohol. Das ist sehr viel. Ganz bewusst hatte ich wegen eines zu erwartenden hohen Alkoholgehaltes eine Reinzuchthefe gewählt, die in der Lage ist, auch einen entsprechenden Alkoholgehalt zu produzieren und nicht vorher abzusterben. Die gewählte Hefe ist eigentlich für die Herstellung von Portwein gedacht. Sie hält Alkoholkonzentrationen bis 14 % aus.

Unser erster Met wird ein Naturmet sein. Wir haben ihn im Ansatz nicht gewürzt, damit beim ersten Mal wirklich das reine Naturprodukt entstehen kann. Sollte dieser Versuch jetzt geglückt sein, wäre es vielleicht beim nächsten Mal eine Überlegung wert, den Met mit Gewürzen zu aromatisieren. Aber das steht ja noch nicht zur Entscheidung an.

 

Nachdem inzwischen alle Gerätschaften bei uns vorhanden sind, geht es los.

Trotzdem sind wir noch immer bei den Vorbereitungen, die jetzt allerdings konkreter werden.

1. Schritt: der Honig wird aus dem kühlen Keller geholt. Um eine Spontangärung mit den im Honig vorhandenen natürlich vorkommenden Hefen zu vermeiden, wird der Honig kurzfristig auf 70° Celsius erwärmt und muss dann anschließend wieder abkühlen. Hierdurch läßt sich die Gärung in der von uns gewünschten Richtung mit einer Reinzuchthefe steuern und es treten keine Geschmacksveränderungen durch die Gärung mit "Fremdhefe" auf.

2. Schritt: die benötigte Hefe wird zum Ansatz gebracht, damit wir später genügend Hefe mengenmäßig zur Verfügung haben. Dabei wird die Trockenhefe "rehydriert": in warmem Wasser quillt sie auf und wird nach kurzer Zeit mit einem kleinen Teil des Metansatzes vermischt zum weiteren Gehen.

 

3. Schritt: Der Honig wird in der Zwischenzeit mit weichem Wasser vermischt (das auch zur Kühlung mit eingesetzt wird). Ich habe 1 Teil Honig und 2 Teile Wasser genommen.

4. Schritt: Die Temperaturdifferenz zwischen der Hefe und dem Honig darf nicht größer als 2 Grad Celsius betragen, damit die lebendige Hefe keinen Schaden nimmt und die Gärung ohne Probleme starten kann.

5. Schritt: Während die Hefe geht, werden dem Metansatz in jedem Gärballon abgewogene Mengen von Zitronensäure und Hefenährsalz zugefügt.

6. Schritt: Die rehydrierte Hefe arbeitet und geht, die Menge wird in zwei gleich große Portionen geteilt.

7. Schritt: Dieser Hefeansatz wird in jeden Gärballon mit dem Honig-Wasser-Gemisch gefüllt.

Das war am 24.12.2016 um 18:36 der Fall. Damit sind die Vorbereitungen zur Metherstellung abgeschlossen. Am Ende kommt auf jeden Ballon noch ein Gärröhrchen aus Glas mit einer Wassersperre. Sie verhindert das Eindringen von Keimen und Verunreinigungen von außen und ermöglicht umgedreht das Entweichen von entstandenem Kohlendioxid aus der Gärmaische.

So stehen sie nun seit gestern Abend friedlich nebeneinander. In jedem Ballon befinden sich 30 Liter Honigwasser zum Gären.

Heute, am 3. Advent 2016, haben wir mittags auf dem Riedberger Weihnachtsmarkt unser letztes Glas Honig verkauft.

Den nächsten Honig vom Riedberg gibt es voraussichtlich erst im Juni/Juli 2017 wieder, wenn alle Faktoren uns günstig geneigt sind.

Als besonderes Schmankerl für 2017 wird es dann auch den ersten Met vom Riedberg geben. Es wird ein Jahrgangs-Met unter dem Namen "Riedberger Auflese 2016" (Arbeitstitel) sein.

In diesem Jahr haben wir erstmals einen Teil unseres geernteten Honigs nicht sofort in Gläser abgefüllt, sondern in Hobbocks (= luftdicht verschlossene Kunststoffeimer für Lebensmittel) im Keller stehen gelassen. Dieser Teil ist für den Verkauf auf dem Riedberger Weihnachtsmarkt bestimmt. Im kühlen Keller ist der Honig bei einer recht gleichmäßigen Temperatur zwischen 15 und 16 Grad ideal gelagert. Dort ist er langsam kristallisiert und fest geworden.

Um ihn in Gläser abzufüllen zu können, muss er erst wieder verflüssigt werden. Ein mögliches Verfahren hierfür kennt man aus dem normalen Haushalt: Erwärmen im Wasserbad. Das geht gut und ist recht einfach. Doch dauert es bei einem Eimer mit 25 Litern Inhalt Stunden bis Tage. Das Wasser muss in dieser Zeit konstant temperiert gehalten werden. Man sieht daran schon: das ist in diesem etwas größeren Maßstab umständlich.

Einfacher geht es mit professionellen Geräten. Wir haben uns dazu im Sommer bereits ein passendes Gerät, den "Melitherm" aus dem Fachbedarfshandel besorgt und jetzt zum ersten Mal eingesetzt. Der Melitherm ist eines der wenigen Geräte, mit dem man festkristallisierten Honig wieder so schonend verflüssigen kann, dass seine Qualität nicht darunter leidet.

Es sieht aus wie ein Zylinder. Der Boden mit einer Siebplatte versehen. Hierauf legt man ein sogenanntes Seihtuch, eine Art Filter aus Stoff, und fixiert es mit Hilfe eines Ringes im Inneren des Zylinders. Auf dem Seihtuch liegt eine große Heizspirale, deren Griff nach oben herausragt. Dort sind der elektrische Anschluss und der Thermostat angebracht.

Diese Konstruktion wird auf einen der üblichen leeren und gereinigten Honigeimer gesetzt. Zwischen Eimer und Metallzylinder wird dabei noch ein Ring mit seitlichen Löchern eingefügt, damit die Wärme und Luft aus dem Auffangeimer wieder entweichen können.

Der feste Honig wird von oben in den Zylinder gefüllt und liegt dabei direkt auf der Heizspirale. Sobald der Strom eingeschaltet ist, erwärmt sich die Spirale und gibt die Wärme an den Honig ab. Dieser verflüssigt sich und tropft dann durch das Seihtuch und das Bodengitter in den darunter stehenden leeren Eimer ab.

So gehts los: der feste kristallisierte Honig (links im Eimer) wird in den Melitherm (rechts im Bild) geschichtet
So gehts los: der feste kristallisierte Honig (links im Eimer) wird in den Melitherm (rechts im Bild) geschichtet.

Die Eintracht über der Wärmespirale im Melitherm
Die Eintracht über der Wärmespirale im Melitherm.

Der Melitherm mit seiner Wärmespirale
Der Melitherm mit seiner Wärmespirale am Ende des Erwärmens und Verflüssigens.

Als ersten Honig haben wir die "Eintracht" verflüssigt. Sie ist Teil der ersten Ernte 2016 und fast betonhart geworden. Als nächstes kam die "Zwietracht" dran. Dieser Honig war noch zähflüssig und ungerührt. Beide Honige sind auf diese Weise wieder dünnflüssig geworden. In den nächsten Tagen werden sie gerührt und für den Riedberger Weihnachtsmarkt in Gläser gefüllt und etikettiert.  Gleiches wird noch mit der dritten Ernte, der "Niedertracht" geschehen.

 

L´abeille – das Honigfachgeschäft

Das Stadtviertel Ginza in Tôkyô wurde in den letzten Jahren wieder zu der noblen Einkaufs- und Flaniermeile, die sie einst vor dem Zusammenbruch der japanischen Bubble-Economy 1990 gewesen war. Während der Hochphase der Immobilien- und Aktienspekulationsblase hieß es immer, die fettesten Krähen seien die auf der Ginza, denn die Vögel machten sich dort über die Reste im Müll der Nobelrestaurants her.

Das Kaufhaus Matsuya gleich in der Nähe der berühmten Ginza-Kreuzung verfügt über eine phantastische Feinkostabteilung im Untergeschoß: Fisch, Schalentiere, Fleisch, Backwaren, ausgesuchte Weine und Spirituosen – alles, was Herz und Magen begehren. Allerdings nur dann, wenn der Geldbeutel prall gefüllt ist. Immer, wenn es in den Medien unberechtigterweise heißt, daß die Lebenshaltungskosten in Japan unglaublich teuer seien, muß der Schreiber seine Informationen an Orten wie dem Matsuya-Kaufhaus gesammelt haben. (Und nicht beim Fisch- oder Obsthändler um die Ecke…)

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Kaufhaus Matsuya

L´abeille betreibt dort nach dem „Shop in shop“-Prinzip einen Verkaufsstand von wenigen Quadratmetern mit mehreren Angestellten. Man handelt dort mit Honigspezialitäten aus aller Herren Länder, aber auch mit anderen Lebensmitteln, für deren Herstellung Honig verwendet wurde. Bei den Produkten handelt es sich weniger um Lebensmittel für den Alltag, sondern eher um aufwändig und geschmackvoll verpackte Geschenkartikel zu besonderen Gelegenheiten. Die Preise liegen um ein Vielfaches über denen des klassischen Lebensmittelhandels. Wen es interessiert: 1 Euro entspricht derzeit etwa 118 Yen.

Internationale Honigsorten:

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Italien: Millefiori

 

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Frankreich: Akazie

 

Taiwan: Lychee
Taiwan: Lychee

 

Äthiopien: Kaffee
Äthiopien: Kaffee

 

Griechendland: Thymian, Orange
Griechenland: Thymian, Orange

 

Neuseeland: Manuka
Neuseeland: Manuka

Lebensmittel mit Honig:

Miso-Honig-Dip mit Ingwer
Miso-Honig-Dip mit Ingwer

 

Honiggetränk mit Zitrone oder Ume-Aprikose; eine Flasche mit 250 ml kostet 1.620 Yen
Honiggetränk mit Zitrone oder Ume-Aprikose; eine Flasche mit 250 ml kostet 1.620 Yen

Honigsortiment in Geschenkverpackung:

Honigsortiment in Geschenkverpackung
Honigsortiment in Geschenkverpackung

Diese Packung zum Preis von 9.720 Yen beinhaltet Akazienhonig aus der Präfektur Akita, Honig von der Ginza (die Füllmenge dieses Glases beträgt nur 36 gr, dieses Glas kostet im Einzelverkauf 1.728 Yen), Honig vom Wachsbaum aus der Präfektur Wakayama, Honig vom Ilex pedunculosa Miq., ebenfalls aus der Präfektur Wakayama, Apfelhonig aus der Präfektur Akita sowie Blütenhonig von Miyakojima, einer Insel der subtropischen Präfektur Okinawa.

Moment! Honig von der Ginza?
Moment! Honig von der Ginza?

Fortsetzung folgt!

Informationen:

Die Adresse des Kaufhauses Matsuya lautet: Ginza 3-6-1, Chûô-ku, 104-8130 Tôkyô-to. L´abeille liegt in der Delikatessenabteilung im ersten Untergeschoß und ist täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Leider muß angemerkt werden, daß die Qualität vieler der ausgestellten Produkte unter offensichtlichen Lagerfehlern leiden dürfte. Es steht zu hoffen, daß dies bei den zum Verkauf bestimmten Produkten nicht der Fall ist.

Im Frühjahr 2016 hatten wir Besuch zum Public Beekeeping. Marie-Odile Schwarzhoff hatte ihre Kamera dabei und Photos von den Bienen gemacht. Ich zeige diese Bilder nach der hackerbedingten Zwangspause sehr gerne, zumal sie gleichzeitig einen kleinen Rückblick darstellen. Sämtliche Bilder sind von Marie-Odile Schwarzhoff und unterliegen dem Urheberrecht.

Bei ihrem Besuch waren wir gerade dabei ein Volk aus einer Beute im Deutsch Normalmaß [DNM] auf das bei uns verwendete Zandermaß umzuhängen. Die Länge der Rahmen unterscheidet sich bei diesen Systemen. Durch ein um 90° gedrehtes Aufhängen lassen sich die DNM-Rahmen auch im Zandersystem führen.

Öffnern der DNM-Beute
Öffnen der DNM-Beute

Beute in DNM. Zur Beruhigung werden die Bienen eingeräuchert. Früher geschah dies durch die Imkerpfeife, heute mit dem Smoker
Beute in DNM. Zur Beruhigung werden die Bienen eingeräuchert. Früher geschah dies durch die Imkerpfeife, heute mit dem Smoker

Entnahme und Umhängen von DNM auf Zandermaß
Entnahme und Umhängen von DNM auf Zandermaß

Umhängen von DNM auf Zander
Umhängen von DNM auf Zander. Hierbei werden die Rahmen um 90° gedreht aufgehängt

Neben diesem Umhängen liefen die normalen imkerlichen Tätigkeiten weiter.

Wabe oder Rahmen mit Brutkranz und Futterkranz
Wabe oder Rahmen mit Brutkranz und Futterkranz

Blick auf die Oberseite der Rahmen, im Vordergrund auf der "Windel" ist der Abfall der Beute zu erkennen
Blick auf die Oberseite der Rahmen, im Vordergrund auf der "Windel" ist der Abfall der Beute zu erkennen

Ausgebaute Wabe mit verdeckelten Zellen (=Honig)
Ausgebaute Wabe mit verdeckelten Zellen (=Honig)

Brutnest einer Wabe
Brutnest einer Wabe

Biene mit Pollenhöschen an den Hinterbeinen
Biene mit Pollenhöschen an den Hinterbeinen

Untersuchung des Gemülls auf Varroamilben
Untersuchung des Gemülls auf Varroamilben

Auf der "Windel" liegen die Abfälle einer Bienenbeute zur Begutachtung
Auf der "Windel" liegen die Abfälle einer Bienenbeute zur Begutachtung

Klassische Imkeransicht mit Schleier
Klassische Imkeransicht mit Schleier

Besetzte und ausgebaute Wabe. Rechts oben die vorstehenden Zellen enthalten Drohnenbrut
Besetzte und ausgebaute Wabe. Rechts oben die vorstehenden Zellen enthalten Drohnenbrut

Bienenbeuten. An der rechten Beute ist an der Vorderseite das Loch zu erkennen, das ein Specht im Winter produziert hat
Bienenbeuten. An der rechten Beute ist an der Vorderseite ein kleines Loch zu erkennen, das ein Specht im Winter produziert hat.

Bienenbeuten
Bienenbeuten

Beuten in der Frühjahrssonne
Beuten in der Frühjahrssonne

Zu Beginn des Frühjahrs waren nicht alle möglichen Plätze mit Bienenstöcken besetzt. Das hat sich im Laufe des Frühjahrs und Sommers gründlich geändert. Überall stehen die Beuten nun in Vierergruppen.

Am Sonntag, 31. Juli 2016, während wir dabei waren, unsere Bienenvölker gegen die Varroamilbe zu behandeln und gleichzeitig mit der Auffütterung für den Winter zu beginnen, geschah es, dass wir einen Honigraum entdeckten, den wir tags zuvor vergessen hatten zum Schleudern mitzunehmen.

Während wir daheim am Tag vorher geschleudert und alle Gerätschaften bereits wieder geputzt hatten, hieß damit nun, wir dürfen von vorne beginnen und erneut schleudern, erneut putzen ... Das war gemein. Ein anderes Wort für gemein ist niederträchtig. Also war für mich schnell klar wie der Honig zu heißen hat, wenn er in den Verkauf kommt: Niedertracht.

Aber es hat sich wider Erwarten doch sehr gelohnt: der Honig war deutlich dunkler, roch und schmeckte anders. Dieses Phänomen erleben wir beim Schleudern recht häufig. Wir sammeln alle Honigräume ein und verarbeiten anschließend die Rahmen stockweise. Der aus der Schleuder abfließende Honig wird dann im Sammelgefäß automatisch vermischt. Dabei passiert es typischerweise, dass jeder Bienenstock einen anderen Honig enthält, selbst wenn die Stöcke in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander stehen. Mal ist er heller, dunkler, dick- oder dünnflüssiger oder riecht und schmeckt sehr unterschiedlich. Wäre der Aufwand nicht zu groß, könnten wir auf diese Weise sehr verschiedene Honige in kleinen Mengen abfüllen. Mit der Niedertracht haben wir das ungewollt sogar getan.

Am 28. Juli 2016 haben wir abends mit den Vorbereitungen zur zweiten Honigernte begonnen.

Damit wir an den Honig gelangen, sollten die Rahmen im Honigraum möglichst bienenfrei sein. Um das zu erreichen, haben wir unter den jeweiligen Honigraum eines Volkes eine Leerzarge und eine Bienenflucht gesetzt. Die Bienenflucht ist wie eine Drehtür: sie lässt nur in eine Richtung die Bienen hindurch. Im Idealfall werden die noch im Honigraum vorhandenen Bienen in zwei Tagen verschwunden sein. Wir heben den Honigraum dann nur noch ab und transportieren ihn zu uns nach Hause, dort wird er geschleudert und der ablaufende Honig zunächst in Eimer gefüllt.

Einen Tag nach der Entnahme starten wir mit der Behandlung gegen die Varroamilbe. In den Boden eines jeden Bienenstocks wird dazu eine Wanne mit etwa drei Litern 15%iger Ameisensäure gestellt. Durch die hohen Außentemperaturen im Sommer verdampft die Ameisensäure und tötet dadurch die Milben ab. Klassisch verwenden die meisten Imker jedoch eine Säurekonzentration von 60%. Das bedeutet für die Bienen schon ein wenig Stress, auch wenn ihnen die Säure nichts ausmacht. Wir verwenden jedoch nur 15%ige Säure. Dieses Verfahren ist schonender, dauert dafür aber länger. Allerdings brüten die Bienen in diesen Zeit weiter und können gleichzeitig sogar zur Wintervorbereitung von uns mit Futterteig versehen und aufgefüttert werden.

Gestern wurde in Berlin der "Bundeshonig" geschleudert. Nach langem und bürokratisch-umständlichem Vorlauf - besonders verankert in der Person des Bundestagspräsidenten - steht nun auf dem Bundestagsgelände ein Bienenvolk, dessen Honig geerntet worden ist. Näheres im Link unten.

Bienen im Bundestag

Scheibenhonig. Das Wort ist vielen Menschen bekannt. Meist dient es als vornehmer Ersatz wie "Scheibenkleister" für eine unanständiges Schimpfwort, das ebenfalls mit Sch.. beginnt.

Aber Scheibenhonig gibt es wirklich. Heute mittag haben wir ihn in Bozen auf dem Markt gefunden:

Waben- oder Scheibenhonig - Eukalyptus
Waben- oder Scheibenhonig - Eukalyptus

In kleinen Plastikboxen wird er verkauft und kostet vor Ort etwa 9 € je Packung.

Waben- oder Scheibenhonig - Akazie
Waben- oder Scheibenhonig - Akazie

Der Händler führte ihn je nach Herkunftsblütenart in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Waben- oder Scheibenhonig - Orange
Waben- oder Scheibenhonig - Orange

Scheibenhonig wurde früher oft in der Heide als Heidehonig verkauft. Um in den Korbbeuten der Heideimkerei an den Honig zu gelangen, mussten die Waben herausgeschnitten werden. So wurden sie scheibenweise verkauft.

Per Definition wäre das allerdings ein Wabenhonig: aus dem Naturbau der Bienen (auch Wildbau genannt) werden ausgeschnittene Stücke samt umgebendem Bienenwachs verkauft.

Beim Scheibenhonig sind die Waben jedoch auf einer zuvor eingesetzten Mittelwand (aus Bienenwachs) gebaut. Sie werden zur Ernte und zum Verkauf aus den Rahmen geschnitten. Wie die Bilder zeigen, können die einzelnen Waben unverdeckelt oder verdeckelt sein.

Übrigens ist die für ein Kilogramm Honig benötigte Menge an Bienenwachs äußerst gering: es reichen 40 Gramm Wachs völlig aus, um diese Menge aufzunehmen. Daran sieht man wieder einmal, wie effizient und sparsam es in der Natur zugehen kann.

 

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