Honigprämierung 2017

Die letzten Tage waren durchaus ein wenig hektisch. Die Honigernte war in diesem Jahr für uns sehr spät erfolgt. Bedingt durch die Arbeiten mit der Gründung eines neuen Imkervereins für Frankfurt, die „Bee Friends Frankfurt“, war die Zeit relativ knapp. Zusätzlich kam aus der Geschäftsstelle des Landesverbandes der Hessischen Imker noch die Anfrage, ob wir denn nicht an der diesjährigen Honigprämierung teilnehmen wollen. Der Stichtag für die letzte Abgabemöglichkeit war der 12. August 2017 – also heute.

Der erste Honig dieses Jahres war bereits während meines Urlaubes in den Hobbocks, den lebensmittelechten Eimern, kristallisiert und fest geworden. Die zweite Ernte war gerade erst – auch durchaus etwas spät – erfolgt. Also hieß es, den kristallisierten Honig durch vorsichtiges Erwärmen wieder zu verflüssigen, um ihn abfüllen zu können. Weil dieser Honig relativ hohen Rapsanteil enthält, würde er bald danach wieder zu kristallisieren beginnen. Aber leider tat er es einfach nicht, während der Stichtag immer näher rückte.

In einer abendlichen Aktion wurden die Honige dann trotzdem abgefüllt. Für die Honigprämierung sind drei Gläser je Honigsorte erforderlich. Diese sechs Gläser wurden vorbereitet, verschlossen und etikettiert, eine Anmeldeliste mit den Nummern für jedes Glas erstellt. Heute, am 12.8.2017 wurden die Gläser dann per Auto nach Kirchhain bei Marburg zur Honigannahmestelle transportiert. Dankenswerterweise haben Heike und Frank L. den Transport übernommen, weil sie ihre eigenen Honige ebenfalls dorthin bringen wollten.

Eines von den drei Gläsern je Los wird für eine Honiganalyse benötigt. Die übrigen werden für eine Blindverkostung und Bewertung genutzt. Spätestens im November 2017 sollen die Ergebnisse bekanntgegeben werden.

Ab zur Honigprämierung 2017 – der linke Honig ist die Eintracht, der rechte heißt Zwietracht

Sobald der erste Honig erneut mit seiner Kristallisation startet, wird dieser gerührt und, wenn er dann feincremig zu werden beginnt, aber noch relativ flüssig ist, in unsere eigenen Gläser abgefüllt, als Honig vom Riedberg etikettiert und vermarktet. Bis dahin dürften schätzungsweise noch zwei bis drei Wochen ins Land gehen.

Honigernte abgeschlossen – Bericht von der Honiganalyse

  1. Oktober 2015 um 22:47 – Soeben bin ich fertig geworden: der letzte Honig unserer Saison 2015 wurde in Gläser abgefüllt und etikettiert. Damit haben wir jetzt fünf verschiedene Honige:
  • Eintracht – die erste Ernte vom Frühjahr, rapsbetont und voll mit Honig aus der Obstblüte,
  • Niedertracht – ein 1000-Blüten-Honig, ebenfalls rapsbetont und ebenfalls von der Obstblüte,
  • Zwietracht (A) – die zweite Ernte als Sommerblütenhonig mit noch vorhandenem Rapsanteil,
  • Zwietracht (B) – die zweite Ernte, bei der der Honig wegen seines nicht vorhandenen Rapsanteils später kristallisiert ist,
  • Niedertracht (B) – ebenfalls die zweite Ernte, ein Sommerblütenhonig.

Mit diesen Honigen waren wir am 10. Oktober 2015 auf dem Riedbergplatz anzutreffen zuammen mit dem Infostand der IG-Riedberg während der Aktion „Riedberg putzt sich raus“.

Vorankündigung: Am 3. Advent werden wir ebenfalls auf dem Riedbergplatz zu finden sein und während des Weihnachtsmarktes Honig und andere Bienenprodukte zum Kauf anbieten. Die Bienenprodukte stammen vom Frankfurter Imkerverein. Der Verkaufserlös ist für die Unterhaltung des neuen Frankfurter Lehrbienenstands bestimmt.

Am 12.10.15 ist die Honiganalyse eingetroffen. Damit wissen wir nun, was sich in unserem Honig befindet. Eingesandt hatte ich die Zwietracht (A).

Bei der Pollenverteilung Nektar liefernder Pflanzen ergab sich nach der Auszählung von 500 Pollen

  • 53 % stammen vom Brassica napus-Typ (Raps-Typ), – Raps
  • 24 % stammen vom Prunus-Typ  und Pyrus Typ (Steinobst- und Kernobst-Typ) – Kernobst – Steinobst 
  • 5 % stammen von Phacelia (Büschelschön) – Phacelia
  • weitere stammen von folgenden Typen, die zum Teil nektarlos sind (*):
  • Asteraceae – Carduus-Typ, Distel-Typ // thistle-type – Carduus
  • Betulaceae* – Betula* / Birke // birch – Birke
  • Boraginaceae – Myosotis / Vergissmeinnicht // forget me not – Vergissmeinnicht
  • Brassicaceae – Brassica napus-Typ / Raps-Typ // rape-type – Raps
  • Caesalpiniaceae – Gleditsia / Gleditschie // honey locust – Gleditschie
  • Campanulaceae –  Campanula / Glockenblume // bellflower – Glockenblume
  • Caprifoliaceae –  Lonicera / Heckenkirsche // honeysuckle – Heckenkirsche
  • Fabaceae – Lotus / Hornklee // brid’s foot trefoil – Hornklee
  • Fabaceae –  Trifolium repens / Weißklee // white clover – Weißklee
  • Fagaceae – Castanea sativa / Edel-Kastanie // sweet chestnut – Edelkastanie 
  • Hippocastanaceae – Aesculus / Rosskastanie // horse chestnut – Rosskastanie
  • Hydrangeaceae –  Hydrangea-Typ / Hortensien-Typ // hydrangea-type – Hortensie
  • Hydrophyllaceae – Phacelia / Büschelschön // fiddle neck – Phacelia
  • Oleaceae –  Ligustrum / Rainweide // privet – Rainweide
  • Plantaginaceae* – Plantago* / Wegerich // plantain – Wegerich
  • Poaceae* – Süßgräser // Grass family – Süßgräser
  • Ranunculaceae – Anemone-Typ* / Windröschen-Typ // windflower-type – Windröschen
  • Rosaceae – Prunus-Typ / Steinobst-Typ // stone fruits – Steinobst
  • Rosaceae – Pyrus-Typ / Kernobst-Typ // pomaceous fruits – Kernobst
  • Rosaceae – Rosengewächse // Rose family – Rosengewächse
  • Salicaceae – Salix / Weide // willow – Weide
  • Taxaceae* – Taxus* – Eibe // yew – Eibe

Auslandspollen (nicht der geographischen Herkunft entsprechend): keine

Honigtauelemente: wenig Pilzelemente

Für mich ist es anhand der oben erwähnten Pollen spannend zu sehen, was hier bei uns auf dem Riedberg so alles wächst. So ist mir zum Beispiel neu, dass wir hier Edelkastanien stehen haben…

Der Rapsanteil von 53 % in der Zwietracht (A) erklärt wie schon vermutet, dass dieser Teil der zweiten Ernte relativ früh kristallisiert ist. Die Honige der ersten Ernte, die Frühtrachten Eintracht und Niedertracht, sind von der Farbe hell bis eher weiß. Diese Farbe spricht für einen recht hohen Anteil vom Raps darin.  Die Sommerhonige der zweiten Ernte sind hingegen relativ dunkel dagegen.

Im nächsten Jahr werden wir versuchen, von jeder Ernte eine Analyse durchführen zu lassen. Dazu reichen wir unsere Honige in den DIB-Gläsern vom Deutschen Imkerbund zur Honigprämierung ein. Die Analyse ist ein Bestandteil dieses Wettbewerbsverfahrens. Der Vorteil für uns ist dabei, dass wir somit nachträglich erfahren, war in jedem unserer Honige so alles enthalten ist.