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Es ist nun soweit. Wir treffen uns um 11 Uhr bei den Bienen und los geht es: die Honigräume werden abgenommen und ins Auto verfrachtet. Die Absperrgitter zwischen Brut- und Honigraum sind nun nicht mehr nötig. Also werden sie entfernt. Nach einer knappen Stunde ist alles erledigt. Elf Honigräume stehen im Auto zur Abfahrt bereit.

Daheim in der Küche geht es gleich los, denn sämtliche Utensilien stehen bereit: das Entdeckelungsgeschirr, die Entdeckelungsgabel, die Schleuder, das Spitzsieb und diverse Hobbocks zum Auffangen des geernteten Honigs.

Nicht alle Honigräume sind gleichmäßig voll. Auf einigen Rahmen ist noch sehr viel offener unverdeckelter Nektar, einige enthalten kaum Honig, andere sind unglaublich voll und entsprechend schwer. Schnell wird klar, dass nicht alle mitgebrachten Rahmen für die Honigernte benutzt werden können. Sie werden in die Völker als Futterwaben demnächst zurückgebracht werden.

Nach sechs Stunden sind wir fertig, einschließlich des abschließenden Putzens und Reinemachens. Geschätzt sind es 105 Kilogramm Honig, die wir in Hobbocks, lebensmittelgeeignete Kunststoffeimer, abgefüllt haben.

Der Honig steht inzwischen im 16 Grad kalten Keller. Dort bleibt er bis zum Rühren und Abfüllen stehen. In den nächsten Tagen steigen noch Luftblasen auf und bilden auf der Oberfläche eine Art Schaum. Dieser Schaum wird abgeschöpft. Anschließend reift der Honig weiter. Irgendwann wird er seine Farbe ändern. Das ist der Zeitpunkt, an dem er zu kristallisieren beginnt.

Ab jetzt muss er gut beobachtet werden, um den richtigen Zeitpunkt zum Rühren zu finden. Hierdurch werden die gebildeten Zuckerkristalle wieder zerstört und der Honig bekommt dadurch seine feincremige Konsistenz.

 

DIe Zeit zwischen der Brutentnahme und der Honigernte ist nun fast verstrichen. Morgen geht es ans "Eingemachte", der Honig wird geerntet.

Zur Vorbereitung haben wir gestern Abend unter die aufgesetzten Honigräume jeweils eine Bienenflucht gesetzt.

Bienenflucht. Links Ober-, rechts Unterseite

Die Bienenflucht ist ein Zwischenboden mit einem Loch in der Mitte. Auf die Unterseite habe ich die eigentliche Bienenflucht geklebt. Hier sind die sternförmig angeordneten Fluchtwege der Bienen gut zu erkennen. In der Mitte sind viele Löcher, die den Luft- und damit auch den Pheromonaustausch zwischen oben und unten bewirken. Wie bei einer Drehtür laufen die Bienen hierbei nur in einer Richtung, nämlich zurück ins Volk.

Sinn und Zweck ein jeder Bienenflucht ist es, die Honigräume für die Ernte möglichst bienenfrei zu bekommen. Das klingt in der Theorie gut, in der Praxis ist es jedoch nicht immer so. Manchmal sind die Honigräume tatsächlich völlig frei von Bienen, manchmal sieht es aber auch so aus, als ob überhaupt keine Bienenflucht eingelegt worden ist.

Auf jeden Fall haben wir welche zwischen den Honigraum und das Absperrgitter eine Beute eingelegt. Morgen, am Sonntag, werden sie zusammen mit den Honigräumen wieder entfernt. Sollten noch Bienen vorhanden sein, müssen sie abgekehrt werden.

Die Totale Brutentnahme [TBE] ist eine biologische Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe in den Bienenstöcken. Sie erfordert ein wenig vorausschauende Planungen und Vorbereitungen. Unter Imkern sagt man auch über sie, dass sie eine Materialschlacht sei. Das stimmt übrigens in gewissen Grenzen durchaus wie als erstes zu beweisen sein wird:

Vorbereiten von Zargen, Böden und Beuten

Benötigt werden viele Zargen und Mittelwände. Am Abend zuvor habe ich deshalb noch knapp 100 Mittelwände eingelötet. Das Ergebnis ist unten zu sehen.

Vorbereitung: Mittelwände en masse

Ohne die Zargen sah das Arbeitsmaterial dann so aus:

ein Teil der Materialschlacht. Es fehlen die Böden und Zargen

Doch damit nun ans Werk:

Als erstes werden die Arbeitsmaterialien bereitgestellt. Neben dem Üblichen wie Stockmeißel, Kehrbesen, Smoker sind dies ein Boden, drei Zargen und viele Mittelwände.

Beute vor der Brutentnahme.

Schritt 1: Die entsprechende Beute wird abgestapelt. Der Honigraum wird zur Seite gestellt. Der vorhandene Boden bleibt stehen.

Abstapeln eines Volkes. Im Hintergrund der Honigraum

Schritt 2: Auf den Boden des Ursprungsvolkes kommt eine leere Zarge. Sie bildet den neuen Brutraum.

Leerzarge auf dem Boden

Schritt 3: In Arbeitsnähe werden ein Boden und eine Leerzarge aufgestellt. Die Fluglöcher im Boden müssen verschlossen sein! Dies ergibt den zu erstellenden Brutsammler. Es empfiehlt sich, eine zweite Leerzarge in unmittelbarer Nähe zu deponieren.

Schritt 4: Aus den Bruträumen wird eine Wabe (Rahmen) mit möglichst viel unverdeckelter Brut herausgesucht und in die Mitte der Leerzarge gehängt. Dies ist die Fangwabe.

Fangwabe: Wabe mit offener Brut

Schritt 5: Aus den vorhandenen Bruträumen wird eine Futterwabe entnommen und an den Rand der Leerzarge gehängt. Die Futterwabe sollte möglichst viel an Nektar und Pollen enthalten.

Schritt 6: Um die Fangwabe herum werden links und rechts je eine möglichst helle und natürlich brutfreie Wabe gehängt.

Fangwabe plus Mittelwände. Am Rand hängt bereits eine Futterwabe.

Schritt 7: Aus den Bruträumen werden nacheinander alle bruthaltigen Waben entnommen und die darauf sitzenden Bienen in die Leerzarge geschlagen. Wichtig ist dabei, dass die Königin mit in die Leerzarge gelangt. Etwa eine handvoll Bienen soll auf den Ursprungsrahmen verbleiben. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Königin nicht auf diesem Rahmen verbleibt.

Schritt 8: Die abgeschüttelten Waben werden mit den verbliebenen Bienen in die bereitgestellte Zarge des Brutsammlers gehängt.

Schritt 9: Schritte 7 und 8 werden für jede Brut enthaltende Wabe wiederholt.

Schritt 10: Die brutfreien Randwaben können in die Leerzarge mit eingehängt werden.

Schritt 11: Sobald die alten Bruträume durchgesehen und leer sind, werden in die Leerzarge so viele Mittelwände eingehängt, bis die ursprüngliche Rahmenzahl wieder erreicht ist.

Fangwabe, Mittelwände und Futterwabe

Schritt 12: Das Absperrgitter wird auf die Leerzarge gelegt und der ursprüngliche Honigraum wieder aufgesetzt.

Damit ist das vorher zweizargige Volk auf eine Zarge reduziert worden. Brut und Volk sind dabei voneinander getrennt. Im Prinzip ist es wie bei einem Bienenschwarm: ein Volk mit Bienen, aber ohne Brut. Oder anders formuliert: durch diesen starken Eingriff haben wir eine Brutpause initiiert.

Die Bienen bauen in der nächsten Zeit entsprechend viele neue Waben auf. Die Flugbienen hingegen tragen den Nektar weiter ein. Weil kein Stauraum vorhanden ist, kommt es zu einer verstärkten Einlagerung im Honigraum. Deswegen ist es sinnvoll, diese Aktion 10 bis 14 Tage vor der geplanten Honigernte durchzuführen.

Wie oben beschrieben, kann auf diese Weise jedes Volk behandelt werden. Sämtliche entnommenen Brutwaben kommen in den Brutsammler. Sobald er in seinen beiden Zargen voll besetzt ist, wird er verschlossen.

Schritt 13: Die Sammelbrutableger (Brutsammler, Brutscheunen) werden anschließend abtransportiert und an einem neuen Standort außerhalb des Flugradius der Bienen von 2-3 Km aufgestellt. Am neuen Standort werden die Fluglöcher geöffnet. Die Bienen ziehen sich aus den im Sammler vorhandenen Eiern eine neue Königin heran.

zwei der gebildeten Sammelbrutableger bei der TBE

Sobald die alte vorhandene Brut nach 21 bis 24 Tagen ausgelaufen (geschlüpft) ist, muss das gesamte Volk mit Ameisen- oder Oxalsäure behandelt werden, bevor die neue Brut bereits wieder verdeckelt ist! Wir bevorzugen hierbei die inzwischen zur Sommerbehandlung zugelassene Oxalsäure. Sie kann einfach auf die Bienen aufgesprüht werden.

Die Brutsammler können, sobald die neue Königin in die Eiablage getreten ist, wieder zurücktransportiert werden. Zusätzlich kann jetzt eine Wabenerneuerung durchgeführt werden: die alten und dunklen Waben werden entnommen, die ansitzenden Bienen ins Volk abgeschüttelt. Die entstandenen Lücken werden mit Mittelwänden oder hellen Waben, die vom Schleudern übrig geblieben sind, ersetzt.

 

Zwei beziehungsweise drei große Themen beherrschen derzeit den Imker bei der Arbeit an seinen Völkern: 1.) Bienenschwärme, 2.) Honigernte und 3.) die Varroamilbe.

Jetzt, Mitte Juni, kurz vor der Sommersonnenwende, ist die Schwarmzeit noch nicht beendet. Zu diesem Zeitpunkt erreichen die Völker zahlenmäßig ihre größte Stärke. Dadurch ist der Schwarmtrieb noch nicht wieder erloschen. Also gilt es weiterhin achtsam zu sein und die Völker regelmäßig auf neu gebildete Königinnenzellen (Spielnäpfchen) hin zu prüfen. Bei allen Völkern zusammen haben wir heute etwa zehn Spielnäpfchen gefunden und zerstört.

Um den Schwarmtrieb zu dämpfen, muss der Imker dafür Sorgen, dass die Bienen im Stock gut zu tun haben. Das erreicht man unter anderem dadurch, dass komplette Rahmen aus dem Volk entfernt und durch Mittelwände ersetzt werden. Aus den entnommenen Waben lassen sich sehr gut Ableger bilden, also Tochtervölker. Letzteres haben wir vor einer Woche gemacht. Heute war das noch nicht wieder erforderlich.

Dafür haben wir heute mehreren Völkern, die nur einen einzigen Brutraum haben und denen es darin zu eng wird, einen zweiten Brutraum aufgesetzt. Besonders bei Völkern mit vorhandenen großen verdeckelten Brutnestern ist diese Maßnahme wichtig. Nach der Eiablage dauert es neun Tage, bis die Brut verdeckelt wird. Nach weiteren zwölf Tagen erfolgt der Schlupf. Fast schlagartig wird es dann im Volk eng.

Großes Brutnest in einem Volk - Vorderseite
Großes Brutnest - Rückseite

Hier gilt es also vorausschauend zu planen und zu handeln.

Das zweite große Thema dieser Jahreszeit ist die Honigernte. Bei vielen Völkern sind sowohl die Honigräume als auch die Bruträume gut mit Nektar beziehungsweise Honig gefüllt. Auch dies führt zur Enge im jeweiligen Volk. Abhilfe schafft man durch Ernten, ggfs. auch Umhängen von mit Nektar gefüllten Rahmen aus den Bruträumen in den Honigraum. Noch ist in unseren Honigräumen Platz genug, um diesen Tausch zu ermöglichen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, hilft nur eines: Ernten und Schleudern. Das hat bei uns zum Glück noch ein wenig Zeit, aber sehr lange wird es nicht mehr dauern. Dieses Jahr wollen wir - Neuland für uns - bereits vor der nächsten Honigernte die vollständige Brutentnahme durchführen als weitere biologische Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe. Davon jedoch zu einem anderen Zeitpunkt.

Als drittes der genannten Themen steht die Varroamilbe im Raum. Wir versuchen konsequent eine biologische Bekämpfungsmethode der Milbe mit dem Entfernen der  Drohnen- oder Baurahmen. Hierauf werden im ungeordneten Wildbau überwiegend Drohnen groß gezogen. Weil ihre Entwicklung ein paar Tage längert als bei den Arbeiterinnen, hat die Milbe entsprechend mehr Zeit, sich in den geschlossenen Zellen zu vermehren. Ab Mitte Juli etwa kann es im Volk kritisch werden. Dann steigt die Milbenzahl explosionsartig an. Um das zu verhindern, entnehmen wir so oft wie möglich bereits vorher über das Ausschneiden der Drohnenrahmen ("Drohnenschneiden") größere Teile der Varroamilben. Dadurch halten wir den Befallsgrad im Bienenvolk so niedrig wie möglich. Im Sommer kommt es deshalb nicht zu diesem rasanten Anstieg der Varroamilben in den Bienenvölkern.

Von den Rahmen müssen zunächst die darauf sitzenden Bienen entfernt werden. Sie mechanisch abzuschlagen geht selten gut, weil durch den Schwung das Wachs einreißt und mit den enthaltenen Drohnen zu Boden fällt. Schonender, aber aufwändiger, ist das Abkehren der Bienen. Mit einem Kehrbesen werden sie vom Rahmen vor das Flugloch des jeweiligen Bienenvolkes gekehrt. Über das Flugloch wandern sie zurück ins Volk und arbeiten dort weiter.

Abkehren der ansitzenden Bienen von Drohnenrahmen

Die danach ausgeschnittenen Drohnenwaben werden entweder sofort im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen oder, wenn das zeitlich nicht möglich ist, eingefroren und im Tiefkühlschrank zwischengelagert.

Heute habe ich beides gemacht: sowohl die frisch geschnittenen und die tiefgefrorenen Drohnenwaben sind im Bauch des Dampfwachsschmelzers gelandet und inzwischen bereits ausgeschmolzen. Das heiße flüssige Wachs habe ich aufgefangen. Es wird demnächst zum Reinigen nochmals eingeschmolzen und später zu Mittelwänden gegossen. Das ist dann unser eigener Wachskreislauf.

Dieses Jahr ist für uns in seinem Verlauf ungewöhnlich. Erst ist es zwischendrin zu kalt, dann kommt es dadurch zu einer Entwicklungsverzögerung bis zu 10 Tagen.

In unserer Umgebung bauen die Landwirte regelmäßig Raps an. Die Rapsblüte verlagert sich in der Regel in den letzen Jahren immer weiter nach vorne und fällt deshalb immer häufiger mit der Obstblüte zusammen. Glücklicherweise haben wir in diesem Jahr im Umkreis von zwei bis drei Kilometern nur wenig Raps stehen. Dadurch werden wir einen Honig erhalten, der tatsächlich einmal von der Obstblüte dominiert wird und anders als gewohnt sein wird.

Hinzu kommt, dass wir ein neues Volk aufgestellt haben, dass unglaublich fleißig im Eintragen von Nektar ist. Bei diesem Volk ist seit einer Woche der Honigraum gefüllt und muss dringend geleert werden, damit das Volk wieder Platz zum Eintragen erhält. Auch in anderen Völkern steht es mit erntefähigem Honig gut in diesem Frühjahr.

Normalerweiser ernten wir in den letzten Jahren das erste Mal etwa Mitte Juni. Dieses Mal sind wir mindestens zwei Wochen früher dran.

Zur Vorbereitung der Ernte werden unter die Honigräume Bienenfluchten gestellt. Sie stellen eine Art Schleuse oder Drehtür dar. Die Bienen im Honigraum können zwar heraus, aber nicht mehr herein. Dadurch entleert sich der Honigraum, so dass die Zargen und Waben darinnen bienenarm bis - im Idealfall - sogar bienenfrei sind.

Die Bienenfluchten legen wir heute bei fünf Völkern ein, geerntet wird dann morgen früh. Anschließend werden alle benötigten Gerätschaften geputzt, auch wenn sie nach ihrer letzten Verwendung gereinigt gelagert worden sind. Honig ist nun mal auch ein Lebensmittel und da sollten die hygienischen Maßstäbe durchaus schon hoch sein.

Ein kleiner Nebeneffekt beim Einlegen der Bienenfluchten ergibt aus sich dem Abheben der Honigräume. Hierbei lässt sich sehr schnell erkennen, ob sie leicht, schwer oder ganz schwer sind. Ich schätze aufgrund der Gewichte, dass wir morgen theoretisch Honig in einer Menge von 80 bis 100 Kilogramm ernten können. Wie weit diese Schätzung realistisch oder von Wunschdenken geprägt ist, werden wir morgen sehen.

 

 

 

 

Morgen beginnen wir mit der Ernte unseres ersten diesjährigen Honigs. Zwar haben wir nur noch wenige Völker, aber diese sind, wie es aussieht, sehr aktiv.

Der Honig wird in der Magazinimkerei von den Bienen in einem besonderen Honigraum gesammelt. Hierzu wird auf den obersten Brutraum ein Absperrgitter gelegt. Dessen Streben sind nur so breit, dass Arbeiterinnen ohne Schwierigkeiten gerade noch hindurchschlüpfen können. Die wesentlich dickeren Drohnen und die Bienenkönigin kommen jedoch nicht mehr hindurch. Hierauf wird eine normale Zarge mit entweder Mittelwänden oder leeren Waben gesetzt. In diesen Raum tragen die Bienen den gesammelten Nektar ein. Als Folge des Absperrgitters wird der Honigraum nicht mehr zu einem Brutraum, denn die Königin bleibt draußen und kann folglich keine Eier dorthin legen. Wenn die einzelnen Zellen mit Nektar gefüllt sind, werden sie von den Arbeiterinnen verdeckelt.

Zur Honigernte wird der komplette Honigraum samt Rahmen entfernt. Die Verschlussdeckel der Zellen werden entfernt und die Waben ausgeschleudert. Anschließend werden die Rahmen mit dem nun leeren Wabenwerk zurückgestellt und können von den Bienen ohne Neubaumaßnahmen sofort wieder verwendet werden.

Zum Ernten und Schleudern ist es wenig sinnvoll, dass der Honigraum noch Bienen enthält. Damit sie aus dem Honigraum verschwinden, legt man kurz vor dem geplanten Erntetermin eine Bienenflucht zwischen das Absperrgitter und der Zarge mit den Rahmen. In der Bienenflucht befindet sich eine Art Drehür, die den Bienen zwar das Herauskommen erlaubt, aber nicht mehr das Hineinkommen.

Wir verwenden eine italienische Bienenflucht: unter ein rundes Lock im einzulegenden Zwischenboden wird eine Kunststoffplatte angebracht. Sie enthält Löcher in ihrem Boden, die den Bienen die Geräusche und Düfte des Volkes vermitteln. Sternförmig gehen schmaler werdende Gänge ab, die zurück ins Muttervolk führen.

Bienenflucht - Unterseite mit den sternförmigen Gängen
Bienenflucht - Oberseite

Im Idealfall sind nach kurzer Zeit die Bienen nach unten in die Bruträume gewandert und kehren nicht wieder dorthin zurück. Die bienenfreien Rahmen werden als Ganzes zusammen mit der Zarge entnommen und ausgeschleudert.

Sollten jedoch noch Bienen auf den Honigwaben verblieben sein, hilft nur eines: sie werden vor das Volk mit dem Besen abgekehrt. Die Wabe wird danach schnell in eine leere Zarge gehängt, damit sie nicht erneut von Bienen beflogen werden kann. Auf diese Weise muss man dann mit allen einzelnen Rahmen verfahren, bevor sie geschleudert werden können.

Am Sonntag, 31. Juli 2016, während wir dabei waren, unsere Bienenvölker gegen die Varroamilbe zu behandeln und gleichzeitig mit der Auffütterung für den Winter zu beginnen, geschah es, dass wir einen Honigraum entdeckten, den wir tags zuvor vergessen hatten zum Schleudern mitzunehmen.

Während wir daheim am Tag vorher geschleudert und alle Gerätschaften bereits wieder geputzt hatten, hieß damit nun, wir dürfen von vorne beginnen und erneut schleudern, erneut putzen ... Das war gemein. Ein anderes Wort für gemein ist niederträchtig. Also war für mich schnell klar wie der Honig zu heißen hat, wenn er in den Verkauf kommt: Niedertracht.

Aber es hat sich wider Erwarten doch sehr gelohnt: der Honig war deutlich dunkler, roch und schmeckte anders. Dieses Phänomen erleben wir beim Schleudern recht häufig. Wir sammeln alle Honigräume ein und verarbeiten anschließend die Rahmen stockweise. Der aus der Schleuder abfließende Honig wird dann im Sammelgefäß automatisch vermischt. Dabei passiert es typischerweise, dass jeder Bienenstock einen anderen Honig enthält, selbst wenn die Stöcke in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander stehen. Mal ist er heller, dunkler, dick- oder dünnflüssiger oder riecht und schmeckt sehr unterschiedlich. Wäre der Aufwand nicht zu groß, könnten wir auf diese Weise sehr verschiedene Honige in kleinen Mengen abfüllen. Mit der Niedertracht haben wir das ungewollt sogar getan.

Am 28. Juli 2016 haben wir abends mit den Vorbereitungen zur zweiten Honigernte begonnen.

Damit wir an den Honig gelangen, sollten die Rahmen im Honigraum möglichst bienenfrei sein. Um das zu erreichen, haben wir unter den jeweiligen Honigraum eines Volkes eine Leerzarge und eine Bienenflucht gesetzt. Die Bienenflucht ist wie eine Drehtür: sie lässt nur in eine Richtung die Bienen hindurch. Im Idealfall werden die noch im Honigraum vorhandenen Bienen in zwei Tagen verschwunden sein. Wir heben den Honigraum dann nur noch ab und transportieren ihn zu uns nach Hause, dort wird er geschleudert und der ablaufende Honig zunächst in Eimer gefüllt.

Einen Tag nach der Entnahme starten wir mit der Behandlung gegen die Varroamilbe. In den Boden eines jeden Bienenstocks wird dazu eine Wanne mit etwa drei Litern 15%iger Ameisensäure gestellt. Durch die hohen Außentemperaturen im Sommer verdampft die Ameisensäure und tötet dadurch die Milben ab. Klassisch verwenden die meisten Imker jedoch eine Säurekonzentration von 60%. Das bedeutet für die Bienen schon ein wenig Stress, auch wenn ihnen die Säure nichts ausmacht. Wir verwenden jedoch nur 15%ige Säure. Dieses Verfahren ist schonender, dauert dafür aber länger. Allerdings brüten die Bienen in diesen Zeit weiter und können gleichzeitig sogar zur Wintervorbereitung von uns mit Futterteig versehen und aufgefüttert werden.

Gestern wurde in Berlin der "Bundeshonig" geschleudert. Nach langem und bürokratisch-umständlichem Vorlauf - besonders verankert in der Person des Bundestagspräsidenten - steht nun auf dem Bundestagsgelände ein Bienenvolk, dessen Honig geerntet worden ist. Näheres im Link unten.

Bienen im Bundestag

In diesem Jahr war die Honigernte durch den extrem nassen Juni eine besondere Ernte. Sie war etwas später als sonst und etwas trachtärmer. Die aufgesetzten Honigräume waren zum Teil schwer, aber andererseits nur teilweise voll verdeckelt. Durch den Regen wurde zunächst weniger Nektar eingetragen, aber leider hat die Blütezeit darauf wenig Rücksicht genommen. Ein großer Teil der Blüten ist inzwischen verblüht, viel mehr kommt nun auch nicht nach. Jetzt, um die Sommersonnenwende und den Johannistag, ist die Völkerentwicklung auf dem Maximum. Diese Entwicklung geht in etwa parallel mit der Blütenfülle  einher. Klassisch läuft jetzt die Tracht ihrem Ende entgegen.

Etwa drei Tage vor der geplanten Honigernte hatte ich damit begonnen, unter die in Betracht kommenden Honigräume auf das Absperrgitter eine Leerzarge zu stellen und diese mit einer Bienenflucht nach oben hin abzusperren. Auf die jeweilige Bienenflucht wurde anschließend der Honigraum zurückgestellt. Diese Technik habe ich in dieser Art und Weise das erste Mal ausprobiert. Durch den Rundbrief einer Großimkerei bin ich darauf gestoßen. Die letzten Male waren trotz der eingelegten Bienenflucht noch immer sehr viele Restbienen im Honigraum geblieben. Im Grunde machte es kaum einen Unterschied, ob die Flucht nun eingelegt war oder nicht.

Das war in diesem Jahr mit der zwischengeschobenen Leerzarge völlig anders. Höchstens ein paar sehr vereinzelte Exemplare von Honigbienen waren noch anzutreffen. Wenn es fünf je Honigraum und Volk waren, waren es viele. Dadurch war die Abnahme der Honigräume angenehm einfach gewesen. Natürlich erfolgte dieses morgens früh, noch vor dem Frühstück am Samstag.

Acht Zargen am Rand der Streuobstwiese warten auf den Abtransport zum Schleudern
Acht Zargen am Rand der Streuobstwiese warten auf den Abtransport zum Schleudern

Vor dem Schleudern gab es die üblichen Vorbereitungen: alle Gerätschaften wurden gereinigt und getrocknet, der Fußboden gewischt, damit möglichst wenig Verunreinigungen an und in das Lebensmittel Honig gelangen können.

Acht Zargen mit Rahmen zum Schleudern. Allerdings ist nicht jede Zarge mit 10 Rahmen bestückt
Acht Zargen mit Rahmen zum Schleudern. Allerdings ist nicht jede Zarge mit 10 Rahmen bestückt
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Entdeckelungsgeschirr
Entdeckelungsgeschirr

Rahmen für Rahmen wird auf die Schräge des Entdeckelungsgeschirrs gelegt. Mit einer speziellen Gabel werden die wächsernen Verschlüsse der einzelnen Zellen angehoben, entfernt und in der darunterliegenden Wanne auf einem Siebboden gesammelt. Bereits jetzt auslaufender Honig tropft nach unten durch das Entdeckelungswachs hindurch und wird in der Bodenwanne aufgefangen. Somit bleiben die Verluste relativ gering.

Die entdeckelten, geöffneten, Waben werden anschließend senkrecht in die Schleuder gestellt. Vier Waben passen in die neue Schleuder hinein. Beim Schleudern wirken die Fliehkräfte und lassen den Honig, der zur Innenseite der Schleuder zeigt, an die Wand fliegen. Gleichzeitig wird jedoch auch die gefüllte Innenseite der Wabe in Richtung Wand gedrückt. Durch diese enormen Fliehkräfte kann es zum Wabenbruch kommen. Um ihn zu vermeiden, schleudert man erst sehr behutsam mit niedriger Drehzahl an. Anschließend werden die Waben gewendet, so dass die innen liegenden Seiten nun nach außen zeigen. Beim zweiten Schleudergang wird der Honig vollständig abgeschleudert. Nach einem erneuten Wenden geschieht das Gleiche mit dem restlichen Honig.

Das Verfahren ist umständlich und zeitintensiv, weil die Waben hierbei mehrfach in die Hand genommen werden müssen. Dabei bleiben die Waben allerdings unbeschädigt. Es gibt sogenannte Selbstwendeschleudern, die sich sogar programmieren lassen, damit sie automatisch immer den gleichen Ablauf haben. Das spart zwar sehr viel Zeit und Mühe, jedoch ist der finanzielle Aufwand für dieses bequeme Vergnügen beträchtlich. Für kleine Imkereien lohnt sich eine solche Anschaffung deshalb in der Regel nicht.

Durch die Zentrifugalkräfte in der Schleuder werden sowohl der Honig als auch viele Wachsteilchen an die Schleuderinnenwand zentrifugiert. Von dort sinken oder fließen sie zu Boden. Dieses Gemisch verlässt über einen Ausfluss den Innenraum und wird in einem Sieb aufgefangen. Wir verwenden inzwischen nicht mehr das klassische Doppelsieb, bei dem das erste obere Sieb grob-, das zweite feinmaschig ist. Die Wachspartikel lassen das obere Sieb recht schnell verstopfen. Praktischer und bequemer ist aus diesem Grund ein Spitzsieb. Es wird auf den Behälterrand aufgelegt, die Spitze liegt im Behälter auf dem Boden. Hierin schwimmen die Wachsteilchen ständig an der Oberfläche verstopfen das Sieb dadurch nicht.

Die im Honig verbliebenen Wachsteilchen werden im Feinsieb abgetrennt
Die im Honig verbliebenen Wachsteilchen werden im Feinsieb abgetrennt
So fließt der Honig aus der Schleuder in das Feinsieb hinein
So fließt der Honig aus der Schleuder in das Feinsieb hinein

Sobald der erste Behälter gefüllt ist, fließt der gefilterte Honig über einen Überlauf in ein zweites Gefäß, beispielsweise einen Eimer.

Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer

In solchen Eimern kann man anschließend den Honig bis zum Zeitpunkt des Abfüllens lagern. In den ersten Tagen nach dem Schleudern steigen noch Luftblasen und Schaumteilchen an die Oberfläche. Sie werden dort mechanisch aufgenommen und entsorgt. Sobald der Honig zu kristallisieren beginnt, kann er in diesen Behältnissen gerührt werden und erhält seine gewünschte feincremige Konsistenz.

Zugegeben, in der Redensart heißt es ein wenig anders. Aber heute war es schon ein bisschen wahnsinng.

In der Behindertenwerkstatt des Main-Kinzig-Kreises "Bergwinkel" hatte ich eine Menge Zubehör für unsere Bienen bestellt. Nach einem Lieferdesaster im letzten Jahr bin ich dieses Mal schlauer gewesen und habe von Beginn an einen Fixtermin zum Anliefern vereinbart. Am Mittwoch, den 13. April 2016, sollten die Sachen geliefert werden -  und sie kamen an diesem heutigen Tag tatsächlich an.

Eine ganze Palette voll wurde vor die Haustür gestellt. Ich habe dann alles in den Keller getragen und dort zur Übersicht und für ein Photo aufgebaut.

Großeinkauf am 13. April 2016
Großeinkauf am 13. April 2016

Dies war die letzte Großbestellung. Nun haben für für die nächsten Jahre alle wichtigen Grundmaterialien, die wir für die Bienenhaltung benötigen. Unser Ziel war es, den Bestand auf 20 Völker zu bringen. Bei 14 sind wir inzwischen angelangt. Sie stehen alle auf der Streuobstwiese am Frankfurter Riedberg.

Bienen neigen naturgemäß dazu sich von April bis Juni massiv zu vermehren. In dieser Zeit teilen sich einzelne Völker und bilden Schwärme. Im Jahr 2015 hatten wir selber auf dem Riedberg vier Schwärme eingefangen. Damit die Völker gar nicht erst schwärmen, greift der Imker vorher ein. Eine der möglichen Maßnahmen zur Schwarmverhinderung ist die gezielte Teilung eines oder mehrerer Völker durch die Bildung von Ablegern. Hierfür benötigt man natürlich Behausungen, eben die Beuten. Um für einen möglichen Teilungsansturm gut gewappnet zu sein, haben wir jetzt mehr Beuten als Völker. Wir können also in der nächsten Zeit problemlos viele Ableger erstellen ohne mengenmäßig in einen Beutenengpass zu geraten.

Das Gute: im Sommer werden diese gewonnenen Ableger wieder mit den vorhandenen Völkern vereinigt. Dadurch bilden sich starke Völker heraus, die es dann zum Überwintern  leichter haben. Im nächsten Jahr sind sie damit gleich zum Beginn in einer besseren Startposition. Über dieses Verfahren berichte ich im Laufe des Jahres ausführlicher.

Zurzeit haben wir vierzehn Völker. Sollten sie alle genügend Honig liefern, kämen schätzungsweise 280 kg Honig dabei heraus, wenn man vorsichtig rechnet. Dieser Honig soll geerntet und in der Folgezeit verarbeitet werden. Zur Ernte zählt das Abschleudern aus den Waben (Rahmen) und zur Bearbeitung später das Rühren, damit er möglichst feincremig wird. Bisher habe ich den Honig mit Hilfe einer Bohrmaschine, einem Untersetzungsgetriebe und einer Rührspirale mehr oder minder manuell gerührt. Bei der zu erwartenden Menge wird mir das jedoch von der Zeit her, aber auch kräfte- und lärmmäßig zu viel.

Zur eigenen Arbeitserleichterung habe ich uns deshalb ein motorgetriebenes Standrührgerät gegönnt. Es soll uns die Arbeit des Rührens erheblich vereinfachen. Ebenfalls zur Arbeitserleichterung habe ich uns eine neue und größere, motorbetriebene, Honigschleuder besorgt. Beide Geräte schafft man sich in der Regel nur einmal im Imkerleben an. Von daher habe ich damit voll auf die Zukunft gesetzt. Die Elektrogeräte habe ich ebenfalls heute besorgt und nach Hause transportiert. Zum Teil sind sie bereits im Keller aufgebaut worden.

Damit sind wir jetzt gut ausgerüstet und können gelassen den nächsten Monaten entgegensehen. Im Keller stehen bereits die Rahmen mit eingelöteten Mittelwänden. Alle diese Arbeiten lassen sich bereits vor der Brutsaison erledigen. Wir haben also wirklich recht gut vorgesorgt und sind entsprechend auf die vor uns liegende Saison vorbereitet.

Rahmen und Mittelwände
Rahmen und Mittelwände

29. Juli 2015

Inzwischen stehen 16 Beuten auf der Streuobstwiese.  Entgegen unserer ursprünglichen Absicht haben wir vor zwei Wochen noch einen neuen Ableger gebildet als Sammelbrutableger. Das heißt, er stammt aus mehreren Völkern, in denen es durch rege Bautätigkeiten der Bienen zu eng geworden ist, so, dass dort Platz geschaffen werden musste.

Wir haben in diesem Jahr relativ viele Schwärme gefangen und Ableger erstellt. Hier die Ableger:

Zwei Sammelbrutableger aus dem Jahr 2015. Der linke ist so stark gewachsen, dass bereits ein zweiter Brutraum aufgesetzt werden musste.
Zwei Sammelbrutableger aus dem Jahr 2015. Der linke ist so stark gewachsen, dass bereits ein zweiter Brutraum aufgesetzt werden musste.
Der neue und letzte Sammelbrutableger des Jahres 2015
Der neue und letzte Sammelbrutableger des Jahres 2015
Links ebenfalls ein starkes Volk, rechts ein Ableger aus diesem Jahr.
Links ebenfalls ein starkes Volk, rechts ein Ableger aus diesem Jahr.

Und nun die Schwärme, wobei ich zwei nicht photographiert hatte:

Zwei Schwärme. Der linke aus dem Jahr 2014, leider wenig ertragreich; der rechte aus dem Jahr 2015 mit dem Namen San Marco, äußerst baufreudig.
Zwei Schwärme. Der linke aus dem Jahr 2014, leider wenig ertragreich; der rechte aus dem Jahr 2015 mit dem Namen San Marco, äußerst baufreudig.

Die beiden nicht abgebildeten Schwärme hatten schon so ihre Besonderheiten: der eine, genannt "Schwarmolino" war sehr klein gewesen. Es handelte sich hierbei um einen Nachschwarm. Er kam anfangs überhaupt nicht in die Gänge. Erst nachdem wir ihm eine Carnica-Reinzuchtkönigin zugesetzt hatten, setzte die Bruttätigkeit und damit die Vermehrung gut ein. Auch der andere Schwarm erhielt eine neue Carnica-Reinzuchtkönigin. Diese Dame scherte sich zunächst überhaupt um ihre eigentliche Aufgabe, die des Eierlegens. Sie war im Volk zu sehen, aber es gab keinerlei Bruttätigkeit. Dann plötzlich lagen in den Waben zwei Eier oder zum Teil auch verkrüppelte Eier. Aus Fortbildungen habe ich im Hinterkopf gehabt, dass so etwas bei jungen Königinnen initial schon mal geschehen kann und blieb deswegen gelassen. Diese Ruhe hat sich ausgezahlt, denn inzwischen legt die Königin mit der Nummer 10 völlig normale Eier und ihr Volk beginnt zu wachsen.

Begeistert sind wir vom ersten auf dem Riedberg gefangenen Schwarm, der eine unglaubliche Bau- und Bruttätigkeit entwickelt hat. Nach seinem "Entdecker", der uns darüber informiert hatte, habe ich ihn San Marco genannt. Der im Frankfurter Berg neben der A661 gefangene Schwarm des letzten Jahres hingegen, hat uns mehr als enttäuscht. 2014 erhielt er eine Königin mit grünem Punkt, als aus dem Jahre 2014 stammend. Die Bruttätigkeit und damit die Vermehrung ließ jedoch sehr zu wünschen übrig. So rege im letzten Jahr die Bautätigkeit und Vermehrung war, so lahm war sie in diesem Frühjahr und Sommer. Entsprechend gering war auch der Honigeintrag. Erst mit dem Wechsel der Königin, wieder eine Carnica-Reinzuchtkönigin, nahmen Brut- und Sammeltätigkeit zu. Honig haben wir jedoch in diesem Jahr von diesem Schwarmvolk nicht geerntet.

Zweimal haben wir Honig geerntet. Insgesamt sind es etwa 140 Kilogramm. Mit dieser Menge bin ich durchaus zufrieden. Schließlich ist es erst das zweite Mal, dass wir Honig gewonnen haben. Mag die Völkerzahl mit jetzt 16 hoch erscheinen, den Honig haben wir nur von sechs Völkern entnommen. Von daher ist das ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis. Mit Glück steigert sich die Menge im nächsten Jahr noch weiter ...

Das setzt voraus, dass alle Völker gut über den Winter kommen werden. Mitten im Sommer mag es merkwürdig klingen, über den Winter zu schreiben. Aber bienenmäßig steht er bald an. Die Tracht ist weitgehend vorbei. Natürlich blüht bei uns auf dem Riedberg noch vieles, so dass die Bienen weiterhin Nektar eintragen können. Diese Menge reicht allerdings zum Überleben im Winter nicht aus. Deshalb ist es unsere imkerliche Aufgabe, für die Bienen zu sorgen und ihnen nach der Honigentnahme Ersatzfutter zu geben, das sie anschließend als Wintervorrat einlagern können. Im letzten Winter haben bei uns drei Völker nicht überlebt. Schlußendlich bin ich zu der Einsicht gelangt, dass sie uns verhungert sein müssen. Das war traurig und tat weh und es schmerzt auch jetzt noch. Diese Erfahrung möchte ich kein zweites Mal machen müssen. Deshalb wird in diesem Jahr sehr viel konsequenter und nach Gewicht aufgefüttert. Dazu kommt noch ein eigener Blogbeitrag.

Zuletzt: ein schmerzhaftes Thema sind die erlittenen Bienenstiche. Zwar waren sie in diesem Jahr deutlich weniger an Zahl als im letzten Jahr, dafür waren sie um so heftiger. 2014 war der Stand zwischen mir und Matthias 14:4, 2015 ist es 5:8. Meine persönliche Konsequenz daraus in diesem Jahr -  auch inzwischen auch die von Matthias - geimkert wird nur noch unter Schutzkleidung!

Die zweite Honigernte dieses Jahres ist soeben beendet. Aus mehreren Völkern vom Riedberg haben wir gestern die verdeckelten Waben  entnommen und abends noch den Honig abgeschleudert. Die entnommenen Waben waren recht unterschiedlich. Einige waren bei der ersten Ernte noch nicht vollständig verdeckelt. Sie sind jetzt in den Ertrag mit eingegangen. Einen großen Teil der Honigwaben haben wir sogar in den Völkern gelassen, weil sie zwar Nektar enthielten, aber noch nicht verdeckelt, also verschlossen, waren. Das Heraussuchen der erntefähigen Waben erwies sich als schwierig. Die Völker haben sehr unterschiedlich darauf reagiert.

Von allen Waben wurden die ansitzenden Bienen abgefegt. Diese bienenfreien Rahmen wurden sofort in eine Leerzarge gehängt, die anschließend mit einem Zwischenboden verschlossen wurde. Die Bienen haben das sehr schnell bemerkt und sind durch Löcher, die durch Unebenheiten im Boden gebildet waren, wieder in die Zarge und auf die Rahmen geklettert. In kleinen Mengen wurden die Rahmen zum Auto getragen und dort ein weiteres Mal abgekehrt.  Teilweise waren sogar einzelne Wespen dabei. Sobald für die Bienen Honigreste auf dem Boden erkennbar waren, setzte umgehend Räuberei ein: größere Mengen von Bienen tauchten wie aus dem Nichts auf, um sich die Honigreste einzuverleiben und den anderen Bienen wegzunehmen. Selbst benutzte Leerzargen wurden auf diese Weise von den Bienen besucht. Mit dem Einbruch der Dämmerung nahm diese Räuberei stetig ab. Gegen 22 Uhr waren alle Bienen wieder verschwunden.

Wir haben den Honig noch am gleichen Abend abgeschleudert. Beim Wiegen heute Abend waren es etwas über 55 Kilogramm. Inzwischen steht der Honig in lebensmittelgerechten Kunststoffeimern, Hobbocks genannt, im kühlen Keller. Dieser Honig ist von seiner Beschaffenheit sehr viel flüssiger und dunkler als der der ersten Ernte. Als zweite Ernte dieses Jahres werden wir ihn später als Zwietracht vermarkten.

 Der Zeitpunkt für diese Ernte war für die Völker wichtig: jetzt ist es heiß und damit sind die äußeren Bedingungen für die Behandlung mit Ameisensäure gegen die Varroamilben günstig. Der Honig, der dem menschlichen Genuss dienen soll, muss allerdings vorher entnommen worden sein. Am kommenden Wochenende beginnen wir deshalb sofort an allen unseren Völkern mit der Varroabehandlung.

Jetzt ist es endlich soweit: unsere ersten Honige des Jahres 2015 sind fertig. Abgefüllt ist er bereits in Gläser, darin ist er weiter kristallisiert und fester geworden. Die Zeitspanne zwischen Schleudern und Kristallisieren war in diesem Jahr relativ kurz. Nach dem Abschleudern stand der Honig in seinen Sammelgefäßen bei 15° C im Keller. Bereits nach zwei Wochen war er soweit, dass er gerührt werden musste, weil er sonst als Block in sich fest geworden wäre. Durch das Rühren wird die Kristallstruktur der Zucker mechanisch aufgebrochen und der Honig wird dadurch cremiger. Einen auskristallisierten und fest gewordenen Honig kann man nicht mehr in Gläser abfüllen. Wir haben somit den idealen Zeitpunkt genutzt, um ihn noch in unsere Honiggläser fließen zu lassen, bevor er dann in den Gläsern auskristallisiert ist.

Dieses Phänomen der Kristallisation ist abhängig von der Zusammensetzung des Honigs. Entscheidend ist hierbei das Mischungsverhältnis von Traubenzucker und Fruchtzucker zueinander. Je mehr Traubenzucker in einem Honig enthalten ist, desto fester und kristalliner wird er später. Beim Überwiegen von Fruchtzuckern bleibt der Honig eher flüssig. Klassische Beispiele hierfür sind der stets flüssige Akazienhonig oder der feste Rapshonig.

Die Namen unserer Honige sind wie im letzten Jahr Eintracht und Niedertracht. Bei beiden handelt es sich um die Frühtracht dieses Jahres. Das heißt, dass er bis zum 18. Juni abgeschleudert worden sein muss. Noch sind nicht alle Gläser etikettiert. Diese Arbeit geschieht völlig von Hand, entsprechend lange dauert es dann, bis alle Gläser vorbereitet sind. Ab Montag, den 29. Juni 2015, haben wir genügend Gläser zum Verkauf vorbereitet.

Neben dem Honig haben wir in diesem Jahr noch eine Besonderheit anzubieten: aus dem beim Schleudern angefallenen Resthonig im Bienenwachs hat Matthias nach einem portugiesischen Rezept Água mel zubereitet. Água mel ist eine Art Sirup aus Honig und Gewürzen und wird als besondere Spezialität wie ein Brotaufstrich verwendet.

Die ersten fertigen Honiggläser des Erntejahres 2015
Die ersten fertigen Honiggläser des Erntejahres 2015

Heute Morgen um 11 Uhr war es soweit: gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Neuimkergruppe haben wir die Honigräume von mehreren Völkern abgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass bei einigen Völkern zwar sehr viel Honig eingetragen, dieser aber leider noch nicht verdeckelt war. Den abschließenden Wachsdeckel bringen die Bienen an, um damit ihre Vorräte zu schützen und reifen zu lassen. Unverdeckelter Honig hat in der Regel einen zu hohen Wassergehalt und eignet sich dann nicht zum Ernten, da er später gären könnte. Die unverdeckelten Rahmen haben den Bienen belassen. Sie kommen in der zweiten Honigernte dran und sind dann "fällig".

In einem Volk haben wir verdeckelte Brut gefunden, allerdings keine Larven oder gar Eier. Das heißt, irgendwann muss die Königin dort trotz Absperrung zu Besuch gewesen sein und hat dort ihre Eier abgelegt. Diese Waben haben wir nicht abgeschleudert, sondern nehmen sie, um mit ihrer Hilfe einen neuen Ableger zu gründen.

Die Honigräume beziehungsweise einzelnen Honigwaben haben wir zu uns nach Hause transportiert und dort entdeckelt und anschließend ausgeschleudert. Beim Entdeckeln, dem Entfernen der Wachsverschlüsse der Waben, wollte ich ein für mich neues Verfahren anwenden. Imkerkollegen rieten mir, statt der klassischen Entdeckelungsgabel entweder einen Fön oder eine Lötlampe zu verwenden. Hierbei würde das Wachs kurz anschmelzen und sofort wieder auf den Rändern der jeweiligen Zellen erstarren, so dass kein Entdeckelungswachs anfällt. Mit einem Fön habe ich es versucht. Die Methode funktioniert tatsächlich. Aber bis wir damit die Seite einer einzigen Wabe bearbeitet haben, dauert es um ein Vielfaches länger als mit der mechanischen Methode.

Wir haben für jede Methode je einen Videoclip davon erstellt. Sie werden hier an dieser Stelle in den nächsten Tagen eingefügt. 

Ein weiteres Volk steht in Offenbach. Es wird dort von einem alten Imker betreut, der von Kindheit an mit Bienen arbeitet. Den Honigraum habe ich ebenfalls zum Schleudern zu uns genommen. Das Wabenmaß ist jedoch Deutsch Normal. An ihm zeigt sich für mich, wie einfach doch die Rähmchen im Zandermaß anzufassen und zu bearbeiten sind.

Unsere Schleuder fasst jeweils drei Rahmen. Das heißt, dass wir nach dem Entdeckeln von drei Rahmen sofort mit dem Schleudern beginnen müssen, um zügig mit den Arbeiten fertig zu werden. Wir machen das arbeitsteilig: einer entdeckelt, der andere schleudert. Ein Teil der Mitglieder der diesjährigen Neuimkergruppe hat uns dabei über die Schultern geschaut und tatkräftig mitgeholfen.

Honigschleuder mit Wabenentnahme
Honigschleuder mit Wabenentnahme

Als erstes haben wir den Offenbacher Honig geschleudert. Er wird später unter dem Namen Niedertracht vermarktet. Wenn der gewonnene Honig die Schleuder über den Ausflussstutzen verlässt, fließt er in ein Doppelsieb. Im ersten Sieb werden die groben Teile, im darunter liegenden Sieb die feineren Partikel zurückgehalten. Hierdurch ist gewährleistet, dass der Honig frei von mechanischen Rückständen bleibt.

Mengenmäßig war der Honig von unserer Streuobstwiese deutlich mehr. Deshalb habe ich unter die Schleuder ein Metallgefäß mit einem integrierten Überlaufrohr gestellt. Sobald die Honigmenge dessen Unterkante erreicht, fließt sie über in ein weiteres Behältnis, das darunter aufgestellt wird. Im Prinzip ist es wie mit dem römischen Brunnen in Rilkes gleichnamigen Gedicht. Dort ergießt sich das überlaufende Wasser der einen Schale in die nächste und sobald diese überläuft, in die dritte Schale. Im obigen Bild ist dieser Aufbau gut zu erkennen.

Überlaufprinzig beim Honigschleudern
Überlaufprinzip beim Honigschleudern

Zum Sieben haben wir hier kein Doppelsieb verwendet, sondern statt dessen ein bis auf den Boden reichendes kegelförmiges Feinsieb eingehängt. In Ihm sammel sich die mechanischen Rückstände und schwimmen an der Oberfläche, während der Honig weiter fließen kann. Das erspart Zwischenstopps zum Reinigen. Zugleich kann das Sieb dann auch nicht verstopfen. Dieses Spitzsieb wird erst am Ende der Arbeiten entnommen, der restliche Honig fließt ab, das Wachs wird entsorgt.

Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Blick in die Honigschleuder
Blick in die Honigschleuder

Am Ende des Nachmittags waren es dann 81 Kilogramm Honig, davon 17 kg aus Offenbach. Der Honig steht inzwischen im Keller bei etwa 15° C und "reift". Zunächst steigen in den nächsten Tagen noch kleine eingeschlossene Luftbläschen nach oben und bilden einen Schaumteppich. Mit einem normalen Kuchenteigschaber wird dieser von der Oberfläche entfernt. Sobald der Honig zu kristallisieren beginnt, wird er gerührt. Dadurch werden die gebildeten Kristalle wieder zerstört und der Honig bekommt seine feincremige Konstistenz.

Morgen, am 4.6.2015, ist es soweit: unsere Honigernte 2015 beginnt. Bei sechs Völkern ist inzwischen genügend Honig im Honigraum eingetragen. Wir können also loslegen.

Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren: die Räume, in denen wir arbeiten, sind geputzt, sämtliche Arbeitsgeräte sind aus dem Keller nach oben getragen und gereinigt worden. Um 19:15 Uhr haben wir heute Abend die Bienenfluchten unter die Honigräume gesetzt. Sie bilden eine Art Drehtür oder Ventil, denn die Bienen gelangen nun nicht mehr in den Honigraum hinein, können jedoch in ihr Volk zurücklaufen. Dadurch werden die Honigräume von Bienen befreit, so dass das Abnehmen am nächsten Tag einfacher vonstatten geht. Die einzelnen Honigräume sind mit der Nummer der zugehörigen Beute gekennzeichnet, so können wir die entnommene Honigmenge pro Volk abwiegen. Das hilft uns, um später, bei der Auffütterung die Futtermenge kalkulieren zu können. Zudem gibt es einen Anhalt für die Ertragsfähigkeit des jeweiligen Volkes.

Vorbereitungen Honigernte 2015. Von links nach rechts: Honigschleuder, Metall- und Kunststoffeimer, Doppelsieb, Bienenfluchten
Vorbereitungen Honigernte 2015. Von links nach rechts: Honigschleuder, Metall- und Kunststoffeimer, Doppelsieb, Bienenfluchten

 

Bienenfluchten. Links vollständig, rechts in Teilen mit Zwischenboden und italienischer Bienenflucht
Bienenfluchten. Links vollständig, rechts in Teilen mit Zwischenboden und italienischer Bienenflucht

 

Honigschleuder, rechts davor Metalleimer mit Doppelsieb, dahinter Kunststoffeimer
Honigschleuder, rechts davor Metalleimer mit Doppelsieb, dahinter Kunststoffeimer

 

 

 

Unsere Völker stehen in Frankfurt auf einer seit über 20 Jahren unbearbeiteten und verwilderten Streuobstwiese.

Im vergangenen Winter haben wir zum zweiten Mal in Folge einen Teil des Unterholzes abgesägt. Dabei sind Unmengen an Holzstämmen und Ästen angefallen, die inzwischen als natürliche Begrenzung an den Grundstücksrand getragen wurden. Nach Ende dieser Arbeiten hatte Markus Schaufler versucht, den Boden zu fräsen und aufzuarbeiten. Das ging jedoch aus technischen Gründen schief. Mit einem kleinen Bagger hat er dann einen großen Teil der verbliebenen Stümpfe entfernen können.

Auf den so vorbereiteten Boden habe ich heute, 1. Mai 2015, eine sogenannte Bienenweide ausgesät. Das ist eine Saatmischung einheimischer Pflanzen, die den Sommer über bis in den November hinein Blüten tragen und Nektar für die Bienen geben können. Das Bieneninstitut Veitshöchheim hat diese Mischung zusammengestellt. Nach ihm wurde sie als Veitshöchheimer Bienenweide benannt.

In der unten stehenden Tabelle habe ich die einzelnen Pflanzen mit ihrem botanischen und deutschen Namen aufgelistet und jeweils einen Link zu Wikipedia angefügt. Dort kann man mehr über die einzelnen Pflanzen erfahren und natürlich auch die zugehörigen Bilder sehen.

Über die weiteren Arbeiten an der Streuobstwiese werde ich später weiter berichten. Dieses Herrichten ist mir deshalb wichtig, weil wir auf diese Weise versuchen, den Bienen einen natürlichen und unbelasteten Lebensraum zu geben. Der Hintergedanke dabei ist natürlich auch, dass unsere Bienen im Sommer und Spätsommer, wenn die Honigernte vorbei ist, die Möglichkeit haben, sich von dann noch blühenden Pflanzen den Nektar als eigenen biologischen Wintervorrat einzulagern.

 

Botanischer Name deutscher Name 2. Name Link
Wildkräuter
Achillea millefolium Wiesenschafgarbe http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Schafgarbe
Anthemis tinctoria Färber-Hundskamille http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4rberkamille
Carduus nutans Nickende Ringdistel Nickende Distel http://de.wikipedia.org/wiki/Nickende_Distel
Centaurea cyanus Kornblume http://de.wikipedia.org/wiki/Kornblume
Daucus carota Wilde Möhre http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6hre_%28Pflanzenart%29
Hypericum perforatum Echtes Johanniskraut Tüpfel-Johanniskraut http://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Johanniskraut
Leucanthemum ircutianum Wiesen-Margerite http://de.wikipedia.org/wiki/Margeriten
Malva moscata Moschus-Malve http://de.wikipedia.org/wiki/Moschus-Malve
Origanum volgare Gewöhnlicher Dost http://de.wikipedia.org/wiki/Oregano
Papaver rhoeas Klatschmohn http://de.wikipedia.org/wiki/Klatschmohn
Reseda lutea Gelber Wau Gelbe Resede http://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Wau
Reseda luteola Färber-Wau http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4rber-Wau
Salvia pratensis Wiesen-Salbei http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesensalbei
Sanguisorba minor Kleiner Wiesenknopf http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Wiesenknopf
Silene vulgaris Traubenkropf-Leimkraut http://de.wikipedia.org/wiki/Taubenkropf-Leimkraut
Tanacetum vulgare Rainfarn http://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
Anethum graveolens Dill http://de.wikipedia.org/wiki/Dill_%28Pflanze%29
Kulturarten
Borago officinalis Borretsch Gurkenkraut http://de.wikipedia.org/wiki/Borretsch
Calendula officinalis Ringelblume http://de.wikipedia.org/wiki/Ringelblume
Coriandrum sativum Koriander http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Koriander
Fagopyron esculentum Buchweizen http://de.wikipedia.org/wiki/Buchweizen
Foeniculum vulgare Fenchel http://de.wikipedia.org/wiki/Fenchel
Helianthus annus Sonnenblume http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenblume
Inula helenium Echter Alant http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Alant
Lotus corniculatus Gewöhnlicher Hornklee http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Hornklee
Malva sylvestris k Wilde Malve http://de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Malve
Medicago lupulina Hopfenklee http://de.wikipedia.org/wiki/Hopfenklee
Medicago sativa Luzerne http://de.wikipedia.org/wiki/Luzerne
Nigella sativa Echter Schwarzkümmel http://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Schwarzk%C3%BCmmel
Onobrychis viciifolia Saat-Esparsette http://de.wikipedia.org/wiki/Saat-Esparsette
Silybum marianum Mariendistel http://de.wikipedia.org/wiki/Mariendistel
Trifolium pratense Wiesenklee Rotklee http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Klee
Trifolium repens Weißklee http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9F-Klee

Ostersonntag erhielten wir verabredeten Besuch: von der Frankfurter Neuen Presse [FNP] kamen Jannis Gollub und Leonard Hamerski. Es sollte einen Artikel über unsere Bienen und uns geben. Bereits im letzten Jahr war Frau Dietermann von der FNP bei uns und beschrieb uns in unseren Anfängen als Imker. Inzwischen ist ein Jahr vergangen ...

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir den Artikel selber nicht in den Blog stellen, wohl aber den Link dorthin. Jannis Gollub hatte ihn uns heute gesendet:

http://m.fnp.de/lokales/frankfurt/Zwei-Maenner-und-acht-Voelker;art675,1341811

 Viel Spaß beim Lesen.

 

Als Reaktion und Rückmeldung zum Beitrag Imkerhundeprüfung hat eine Stammleserin dieses Blogs den folgenden Link geschickt.

Es geht hierbei um eine australische Erfindung, um einfach, sicher und schonend an Honig zu gelangen. Das klingt zwar zunächst wie ein Aprilscherz, doch dieser Beitrag stammt bereits vom Februar 2015.

http://www.tierwelt.ch/?rub=4498&id=40482

 

Wir haben es an unseren eigenen Völkern selber erlebt: die Honigernte im Jahr 2014 war nicht sehr groß gewesen. Bei Recherchen zu einem anderen Thema habe ich im Internet den Hinweis gefunden, dass es in Österreich zu einem Ernteeinbruch von 90 % gegenüber dem Vorjahr gekommen sein soll.

In der FAZ stand zur diesjährigen Honigernte ein kurzer Artikel, allerdings nicht sehr aussagekräftig. Demnach ging die Durchschnittsernte um 25 % je Volk von 40 auf 30 Kg Honig zurück. Selbst auf diese Mengen sind wir mit unseren Bienenvölkern nicht gekommen. Bei uns haben wir etwas über 20 Kg Honig je Volk ernten können.

Eine der Ursachen dafür war der zu warme Winter 2013/2014. Zum Teil haben die Bienen keinerlei Brutpause eingelegt. Durch den frühen Beginn der Blüte und das ebenso recht frühe Ende der Hauptblüteperiode etwa im Juni/Juli war es den Bienen nicht gut möglich, den gesammelten Nektar einzutragen. Hoffen wir auf einen kalten Winter 2014/2015, dann besteht die Chance, dass im nächsten Jahr alles besser wird.

Offizielle Zahlen zu den Mengenangaben habe ich bin zum 27. Oktober 2014 noch nicht gefunden.

Der FAZ-Artikel ist hier nachzulesen: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/geringe-honigernte-fuer-hessens-imker-13229427.html

Am Sonntag, den 18. Mai 2014, war es soweit: wir haben den ersten Honig aus den Riedberger Völkern geschleudert.

Zur Vorbereitung hatte ich am Samstagabend in den beiden Völkern, die noch in den Rapsfeldern stehen, sowie in dem neuen Volk 4 auf dem Riedberg eine sogenannte Bienenflucht unter den jeweiligen Honigraum gesetzt (erkennbar als schmaler Streifen im oberen Bild). Eine Bienenflucht ist im Prinzip so etwas wie eine Drehtür mit Einbahnrichtung: die Bienen können nur in einer Richtung passieren.

Früh am Sonntagmorgen bin ich erneut zu den Beuten, habe die Honigräume abgenommen und nach Hause gebracht. In der Tat waren nur noch vereinzelte Bienen im Honigraum, so dass ich selber überrascht war, wie einfach und elegant das Abnehmen geht. Innerlich hatte ich mich schon auf ein Abkehren größerer Anzahl Bienen und damit auf diverse Bienenstiche eingestellt. Jedem Volk hatte ich anschließend als neuen Honigraum eine Flachzarge aufgesetzt (siehe unteres Bild).

Nachmittags ging es dann an das eigentliche Schleudern. Alle notwendigen Gerätschaften hatte ich vorher gesäubert, mit heißem Wasser gespült und trocknen lassen. Um keine Fremdkörper in das Lebensmittel Honig einzubringen, wurden die Gerätschaften und Gefäße nicht mit einem Tuch abgetrocknet, sondern so aufgestellt, dass das Wasser ablaufen konnte.

Mit einer Entdeckelungsgabel wurden die Wachsdeckel auf beiden Seiten der Rahmen abgehoben. Die so geöffneten Rahmen wurden dann hochkant auf ihre Schmalseite in die Honigschleuder gestellt. Zur Aufnahme der Ohren (= Verlängerung der Rahmenoberkanten) sind im Boden des Drehkorbes kleine Aussparungen vorgesehen. Hierdurch wird eine Fixierung und Verhindern des Rutschens ermöglicht.

Beim ersten Schleudergang besteht die Gefahr eines Wabenbruchs, wenn die Drehzahl zu hoch und die dadurch verursachten Fliehkräfte zu groß sind. Die Masse des auf der Innenseite verbliebenen Honigs wird beim Schleudern in die Waben gepresst und kann dadurch die Waben zerdrücken und brechen lassen. Um diesen Bruch zu vermeiden, erfolgt das erste Schleudern zunächst nur vorsichtig "mit gebremstem Schaum", also nicht zu hoher Drehzahl. Die Waben werden anschließend um 180° gedreht und können nun mit voller Kraft geschleudert werden. Im Anschluss daran müssen sie ein weiteres Mal gewendet werden, um an den Resthonig zu gelangen.

Das Schleudern übt auf die Rahmen und Waben eine Zentrifugalkraft (Fliehkraft) aus. Hierbei werden die außen liegenden Honigmengen streifenförmig an die Innenwand der Trommel geschleudert und fließen nach unten auf den Boden. Nicht nur Honig wird auf diese Weise entfernt, auch Wachsteilchen und andere Festkörper landen an der Trommelwand und werden ausgeschieden. Über ein Ausflussrohr fließt diese gemischte Masse in ein Doppelsieb, das auf einem Sammelgefäß liegt. Das erste Sieb ist eher grobmaschig und hält die größeren Festteile zurück. Das darunter liegenden feinmaschige zweite Sieb trennt die kleineren Partikel ab, die ebenfalls nicht in den Honig gehören. Als ein Gemisch aus Honig und Luft tropft von dort eine mehr oder minder zähe Flüssigkeit in das Auffanggefäß.


siehe auch:

Spannend war für uns, dass die Honige aus jedem Volk sowohl anders aussahen als auch anders schmeckten. Volk 2 hatte eine Flachzarge als Honigraum. Der Honig war sehr hell. Die Honigwaben aus dem danebenstehenden Volk 3 waren normale Zanderwaben. Der gewonnene Honig war deutlich dunkler und schmeckte herber. Beide Völker standen sowohl vor dem Wandern ins Rapsfeld als auch im Feld direkt nebeneinander.

Noch dunkler war der Honig aus dem Volk 4. Dieses Volk hatte ich erst Anfang April aus Butzbach im Taunus geholt und auf dem Riedberg aufgestellt.

Insgesamt haben wir 29 Kilogramm Honig gewonnen, davon 6 Kilo aus dem Volk 2, 13  aus dem Volk 3 und 10 aus dem Volk 4.

 

Hier kommt der Zweite Teil

▶ Bienen - Ein Volk und seine Königin 2/3 - YouTube.

Im Juli und August geht das Bienenjahr rasch auf sein Ende zu. Nur noch wenige Blüten sind in der Natur vorhanden aus denen die Bienen ihre Tracht eintragen können. In dieser Zeit erfolgen die Honig-Ernte und anschließend die Behandlung gegen die Varroamilben.

Unsere drei Jungvölker haben sich unterschiedlich prächtig entwickelt:

im Volk 1 scheint kein freier Platz mehr zu sein und es wiegt immens, wenn wir die Beute zu zweit anheben. Das bedeutet, dass in den Waben sehr viel Honig vorhanden ist. Die Völker 2 und 3 wiegen deutlich weniger, die Waben in den vorher eingehängten Mittelwänden sind vollständig ausgebaut, aber am Rande noch ohne erkennbaren Honig-Eintrag.

Weil unsere Völker als Ableger im ersten Jahr bei uns sind, haben wir ihnen ihren eigenen Honig belassen und nicht geerntet und abgeschleudert. Dieser Honig stellt die Nahrungsreserve für den kommenden Winter dar. Trotzdem haben wir "zugefüttert". Dafür haben wir oben auf die Folienabdeckung der obersten Rahmen jeweils 2,5 kg eines speziellen Futterteiges aus Zucker gelegt. Innerhalb der Beute ist genügend Platz für die Bienen, um an diesen Futterteig zu gelangen.

Parallel haben wir mit der Behandlung des Volkes gegen die Varroamilbe begonnen. Dabei haben wir uns für eine relativ junge und schonende Methode entschlossen. Üblicherweise wird zu dieser Zeit mehrfach in definierten Zeitabständen  eine mit 60% konzentrierte Ameisensäure in die Beute zum Verdampfen gestellt. Es gibt eine andere Methode, für die wir uns entschieden haben:

hierbei wird eine Wanne mit 3 Litern einer  15%-iger Ameisensäure ganz unten in die Beute gestellt. Der Varroaschieber  muß vorher mit seinem Einsatz natürlich entfernt werden. Aus der Wanne verdunstet die Flüssigkeit innerhalb der nächsten Wochen und vernichtet einen Großteil der vorhandenen Varroamilben. Studien haben ergeben, dass mit dieser schonenden Methode etwa 90 % der vorhandenen Milben abgetötet werden. Natürlich haben wir bei der anstehenden Völkerkontrolle vorher auf dem Varroa-Schieber nach toten Milben gesucht. Bei keinem der Völker konnten wir tote Milben finden. Das bedeutet leider nicht, dass die Völker milbenfrei sind. Die Milben halten sich in der Brut auf. Im Juli / August geht die Brutzeit zu Ende. Deswegen ist zu dieser Zeitraum die ideale Behandlungsmöglichkeit gegeben. Der vorhandene Honig wäre normalerweise abgeschleudert, so dass die Ameisensäure nicht in ihn übergehen kann. Wenn der Honig im Stock verbleibt, schadet es den Bienen nicht, wenn die Ameisensäure in den Honig geht. Nur für den menschlichen Verzehr wäre es nicht so gut......

Die erwähnte schonende Methode hat zudem den Vorteil, dass die Zufütterung und die Varroabehandlung parallel laufen können.

Einfüllen der Ameisensäure in die Bodenwanne     Hier wird gerade die Ameisensäure in die Bodenwanne gefüllt.

Boden mit Wanne zur Varroabehandlung     So sieht es dann von vorne bzw. von hinten aus mit der Bodenwanne. Die Zargen mit den Bienen und ihren Rähmchen werden anschließend wieder auf diesem Boden aufgebaut.

Im Spätherbst oder Frühwinter erfolgt eine weitere Varroabehandlung.

Dieser Zeitpunkt ist auch aus einem anderen Grunde ideal und wichtig: jetzt schlüpfen die letzten Bienen. Diese Bienen sind nicht mehr dem Stress des Frühjahres und Sommers ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass sie länger leben. Eine Biene lebt im Regelfall 42 Tage und durchlebt hierbei ein fest definiertes Aufgabenspektrum. Die jetzt schlüpfenden Bienen haben dieses stressige Spektrum nicht und leben deswegen deutlich länger. Als "Winterbienen" leben sie in der Regel bis zum nächsten Frühjahr und bereiten nach dem Winter die kommende Saison und Frühjahrsbrut vor.

 

 

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