Umweiseln – Finale der ersten Runde – Fehler

Heute morgen hatte ich DIE Erleuchtung und war zugleich erschrocken. Gestern hatte ich die letzte Königin eingeweiselt. Aber ich hatte etwas wichtiges vergessen: nämlich am unteren Käfigende das Verschlussplättchen zu entfernen. Mit anderen Worten: die Beute muss noch einmal geöffnet werden, um dieses kleine Endstück auszubrechen. Immerhin, so meine Überlegung, hatte das Volk damit einen Tag länger Zeit, um sich an den Duft der neuen König zu gewöhnen und damit die Königin besser anzunehmen.

Unterseite des Zusetzkäfigs mit dem Verschlussplättchen

Das Öffnen ging schnell: den Honigraum abgenommen, das Absperrgitter entfernt und den Käfig herausgezogen, das Plättchen ausgebrochen und alles anschließend in umgedrehter Reihenfolge zurückgebaut.

Generell gilt, dass nach dem Zusetzen einer Königin erst einmal Ruhe im Stock herrschen soll. Frühestens nach zehn Tagen sollten deshalb die Beuten erstmals wieder geöffnet werden. Wir werden also in der zweiten Julihälfte den ersten Blick in die Beuten werfen.

Kurz danach werden wir eine neue Behandlung zur Varroabekämfung durchführen: die totale Brutentnahme. Hierüber werde ich gesondert berichten.

Unsere Völker am 9.4.2017

Letzten Sonntag haben wir mit der Jugendgruppe geimkert und natürlich bei dieser Gelegenheit in die Völker geschaut.

Zurzeit erleben wir bei uns sehr intensiv wie die Kirschen blühen. Das ist oft der erste Zeitpunkt, zu dem erstmals Honigräume aufgesetzt werden können. Drei unserer Völker haben ihn aufgesetzt bekommen. Zwei weitere Völker sind relativ klein, um nicht zu sagen mickrig. Ihre Entwicklungschancen sind meines Erachtens nicht die besten. Es könnte also sein, dass wir sie auch noch verlieren. Zwar waren sowohl Eier als auch ein wenig Brut in ihnen zu erkennen, aber das war insgesamt recht wenig. Die nächsten zwei bis drei Wochen werden zeigen, was aus ihnen wird. Damit würden sich unsere Völkerverluste noch weiter erhöhen.

Bei einem Volk habe ich mit einer Wärmekamera Bilder gemacht. Sie zeigen zum Beispiel die Temperaturen und Wärmeabgaben an.

Blick von oben in ein Volk mit einer Wärmekamera
Ein ausgebauter und besiedelter Rahmen unter einer Wärmekamera
Ein Rahmen mit einer Wärmekamera aufgenommen

Rapsodie

Heute Morgen, während ich um 6 Uhr am Joggen war, lief ich an den bei uns gelegenen Rapsfeldern entlang. In der fortgeschrittenen Dämmerung war bereits deutlich zu erkennen, wie sehr die Pflanzen wachsen und die Blütenknospenbildung eingesetzt hat, aber die charakteristischen gelben Blüten waren noch nicht vorhanden.

Auf dem Heimweg am Abend fuhr ich über die Autobahn A661 in Richtung Norden und glaubte meinen Augen nicht zu trauen: östlich der Autobahn, in Richtung des Frankfurter Stadtteils Bonames leuchtete es bereits gelb. Der dort wachsende Raps hat bereits voll zu blühen begonnen.

Kaum daheim, musste ich deshalb mit meiner Photoausrüstung sofort losgehen und vom oben erwähnten Rapsfeld eine Bestandsaufnahme machen. Nach dem Erschrecken an der Autobahn, war ich etwas beruhigter. Aber auch hier hat sich der Raps im Laufe des Tages zunehmend verändert. Die ersten Blüten sind, wenn auch noch sehr vereinzelt, hier bereits aufgegangen.

Noch sehr vereinzelte Blüten
Nur wenige Blüten sind bereits aufgegangen, die anderen stehen kurz davor
Einzelne Dolden stehen bereits in voller Blüte

Durch die Wärme der letzten Tage und Wochen bedingt, sind wir mit dem Erscheinen der Blüten viel zu früh dran. Leider ist der Boden viel zu trocken. Es fehlt der notwendige Regen, damit die Blüten ihren Nektar ausreichend bilden können. Ohne Regen und somit ohne Nektar sammeln die Bienen nichts ein und produzieren somit keinen Honig. Faustregel: der Raps benötigt einen feuchten Boden, damit er Nektar produzieren kann.

Für uns hat der frühe Blütebeginn die Konsequenz, dass wir ziemlich zügig nun doch schon die ersten Honigräume aufsetzen müssen.

Zweite Honigernte auf dem Riedberg – Varroabehandlung und Auffütterung (Teil 1)

Am 28. Juli 2016 haben wir abends mit den Vorbereitungen zur zweiten Honigernte begonnen.

Damit wir an den Honig gelangen, sollten die Rahmen im Honigraum möglichst bienenfrei sein. Um das zu erreichen, haben wir unter den jeweiligen Honigraum eines Volkes eine Leerzarge und eine Bienenflucht gesetzt. Die Bienenflucht ist wie eine Drehtür: sie lässt nur in eine Richtung die Bienen hindurch. Im Idealfall werden die noch im Honigraum vorhandenen Bienen in zwei Tagen verschwunden sein. Wir heben den Honigraum dann nur noch ab und transportieren ihn zu uns nach Hause, dort wird er geschleudert und der ablaufende Honig zunächst in Eimer gefüllt.

Einen Tag nach der Entnahme starten wir mit der Behandlung gegen die Varroamilbe. In den Boden eines jeden Bienenstocks wird dazu eine Wanne mit etwa drei Litern 15%iger Ameisensäure gestellt. Durch die hohen Außentemperaturen im Sommer verdampft die Ameisensäure und tötet dadurch die Milben ab. Klassisch verwenden die meisten Imker jedoch eine Säurekonzentration von 60%. Das bedeutet für die Bienen schon ein wenig Stress, auch wenn ihnen die Säure nichts ausmacht. Wir verwenden jedoch nur 15%ige Säure. Dieses Verfahren ist schonender, dauert dafür aber länger. Allerdings brüten die Bienen in diesen Zeit weiter und können gleichzeitig sogar zur Wintervorbereitung von uns mit Futterteig versehen und aufgefüttert werden.

Honig – auf dem Weg von der Wabe ins Glas

In diesem Jahr war die Honigernte durch den extrem nassen Juni eine besondere Ernte. Sie war etwas später als sonst und etwas trachtärmer. Die aufgesetzten Honigräume waren zum Teil schwer, aber andererseits nur teilweise voll verdeckelt. Durch den Regen wurde zunächst weniger Nektar eingetragen, aber leider hat die Blütezeit darauf wenig Rücksicht genommen. Ein großer Teil der Blüten ist inzwischen verblüht, viel mehr kommt nun auch nicht nach. Jetzt, um die Sommersonnenwende und den Johannistag, ist die Völkerentwicklung auf dem Maximum. Diese Entwicklung geht in etwa parallel mit der Blütenfülle  einher. Klassisch läuft jetzt die Tracht ihrem Ende entgegen.

Etwa drei Tage vor der geplanten Honigernte hatte ich damit begonnen, unter die in Betracht kommenden Honigräume auf das Absperrgitter eine Leerzarge zu stellen und diese mit einer Bienenflucht nach oben hin abzusperren. Auf die jeweilige Bienenflucht wurde anschließend der Honigraum zurückgestellt. Diese Technik habe ich in dieser Art und Weise das erste Mal ausprobiert. Durch den Rundbrief einer Großimkerei bin ich darauf gestoßen. Die letzten Male waren trotz der eingelegten Bienenflucht noch immer sehr viele Restbienen im Honigraum geblieben. Im Grunde machte es kaum einen Unterschied, ob die Flucht nun eingelegt war oder nicht.

Das war in diesem Jahr mit der zwischengeschobenen Leerzarge völlig anders. Höchstens ein paar sehr vereinzelte Exemplare von Honigbienen waren noch anzutreffen. Wenn es fünf je Honigraum und Volk waren, waren es viele. Dadurch war die Abnahme der Honigräume angenehm einfach gewesen. Natürlich erfolgte dieses morgens früh, noch vor dem Frühstück am Samstag.

Acht Zargen am Rand der Streuobstwiese warten auf den Abtransport zum Schleudern
Acht Zargen am Rand der Streuobstwiese warten auf den Abtransport zum Schleudern

Vor dem Schleudern gab es die üblichen Vorbereitungen: alle Gerätschaften wurden gereinigt und getrocknet, der Fußboden gewischt, damit möglichst wenig Verunreinigungen an und in das Lebensmittel Honig gelangen können.

Acht Zargen mit Rahmen zum Schleudern. Allerdings ist nicht jede Zarge mit 10 Rahmen bestückt
Acht Zargen mit Rahmen zum Schleudern. Allerdings ist nicht jede Zarge mit 10 Rahmen bestückt
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Entdeckelungsgeschirr
Entdeckelungsgeschirr

Rahmen für Rahmen wird auf die Schräge des Entdeckelungsgeschirrs gelegt. Mit einer speziellen Gabel werden die wächsernen Verschlüsse der einzelnen Zellen angehoben, entfernt und in der darunterliegenden Wanne auf einem Siebboden gesammelt. Bereits jetzt auslaufender Honig tropft nach unten durch das Entdeckelungswachs hindurch und wird in der Bodenwanne aufgefangen. Somit bleiben die Verluste relativ gering.

Die entdeckelten, geöffneten, Waben werden anschließend senkrecht in die Schleuder gestellt. Vier Waben passen in die neue Schleuder hinein. Beim Schleudern wirken die Fliehkräfte und lassen den Honig, der zur Innenseite der Schleuder zeigt, an die Wand fliegen. Gleichzeitig wird jedoch auch die gefüllte Innenseite der Wabe in Richtung Wand gedrückt. Durch diese enormen Fliehkräfte kann es zum Wabenbruch kommen. Um ihn zu vermeiden, schleudert man erst sehr behutsam mit niedriger Drehzahl an. Anschließend werden die Waben gewendet, so dass die innen liegenden Seiten nun nach außen zeigen. Beim zweiten Schleudergang wird der Honig vollständig abgeschleudert. Nach einem erneuten Wenden geschieht das Gleiche mit dem restlichen Honig.

Das Verfahren ist umständlich und zeitintensiv, weil die Waben hierbei mehrfach in die Hand genommen werden müssen. Dabei bleiben die Waben allerdings unbeschädigt. Es gibt sogenannte Selbstwendeschleudern, die sich sogar programmieren lassen, damit sie automatisch immer den gleichen Ablauf haben. Das spart zwar sehr viel Zeit und Mühe, jedoch ist der finanzielle Aufwand für dieses bequeme Vergnügen beträchtlich. Für kleine Imkereien lohnt sich eine solche Anschaffung deshalb in der Regel nicht.

Durch die Zentrifugalkräfte in der Schleuder werden sowohl der Honig als auch viele Wachsteilchen an die Schleuderinnenwand zentrifugiert. Von dort sinken oder fließen sie zu Boden. Dieses Gemisch verlässt über einen Ausfluss den Innenraum und wird in einem Sieb aufgefangen. Wir verwenden inzwischen nicht mehr das klassische Doppelsieb, bei dem das erste obere Sieb grob-, das zweite feinmaschig ist. Die Wachspartikel lassen das obere Sieb recht schnell verstopfen. Praktischer und bequemer ist aus diesem Grund ein Spitzsieb. Es wird auf den Behälterrand aufgelegt, die Spitze liegt im Behälter auf dem Boden. Hierin schwimmen die Wachsteilchen ständig an der Oberfläche verstopfen das Sieb dadurch nicht.

Die im Honig verbliebenen Wachsteilchen werden im Feinsieb abgetrennt
Die im Honig verbliebenen Wachsteilchen werden im Feinsieb abgetrennt
So fließt der Honig aus der Schleuder in das Feinsieb hinein
So fließt der Honig aus der Schleuder in das Feinsieb hinein

Sobald der erste Behälter gefüllt ist, fließt der gefilterte Honig über einen Überlauf in ein zweites Gefäß, beispielsweise einen Eimer.

Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer
Honigschleuder im Hintergrund, davor Metallgefäß mit einliegendem Feinsieb, davor am Überlauf ein Lebensmitteleimer

In solchen Eimern kann man anschließend den Honig bis zum Zeitpunkt des Abfüllens lagern. In den ersten Tagen nach dem Schleudern steigen noch Luftblasen und Schaumteilchen an die Oberfläche. Sie werden dort mechanisch aufgenommen und entsorgt. Sobald der Honig zu kristallisieren beginnt, kann er in diesen Behältnissen gerührt werden und erhält seine gewünschte feincremige Konsistenz.

Honigernte 2016

Gleich geht es los mit der Honigernte.

In den letzten Tagen habe ich unter die Honigräume eine Bienenflucht und eine Leerzarge gesetzt, damit die Bienen aus dem Honrigraum zurück in das Volk laufen und die honighaltigen Waben möglichst bienenfrei sind. Sämtliche Gerätschaften wie Honigsschleuder, Eimer und Entdeckelungsgeschirr sind gestern Abend gereinigt worden (schließlich ist Honig ein Lebensmittel).

Wir holen die Honigräume heim –  dann wird nacheinander entdeckelt und geschleudert. Nach einer groben Schätzung rechne ich mal mit etwa 150 Kilogramm Honig als Frühtracht 2016.

Nachtrag vom 13.06.2016: Die Schätzung war in der Tat recht grob. Wenn ich die Summe der Differenzen der Zargengewichte vor und nach dem Schleudern bilde, komme ich auf 128 Kilogramm. Betrachte ich hingegen die abgeschleuderten Mengen, sind es etwa 115 bis 120 Kilogramm. Der Unterschied ergibt sich aus dem gewonnenen Entdeckelungswachs und den im Feinsieb gesammelten Wachsrückständen.

Honigräume aufgesetzt

Dieser April war in seiner zweiten Monatshälfte einer der kältesten Aprilmonate seit Jahren. Die Tagesdurchschnittstemperaturen lagen im Mitten im unteren einstelligen Bereich und waren niedriger als in den Monaten Januar und März 2016.

Trotzdem schreitet das Frühjahr voran. Es blüht zurzeit recht vielseitig, auch wenn es kalt ist. Ab etwa 8 Grad Außentemperatur fliegen die Bienen aus ihrem Stock. In den Bienenstöcken lagern die Bienen große Vorräte von Nektar ein, zugleich wird intensiv für Nachkommenschaft gesorgt. Damit wird der Platz in den Beuten eng.

Vor wenigen Tagen haben wir deshalb auf fast allen Beuten einen Honigraum aufgesetzt. Damit die Bienen diesen Raum annehmen und nutzen haben wir einen kleinen imkerlichen Trick angewendet. Brut und Brutpflege zieht die Bienen sehr an. Also haben wir eine Wabe mit offener Brut mit in den Honigraum gehängt. Die Pflegebienen ziehen mit nach oben in den Honigraum und locken dadurch andere Bienen an. Sobald die Brut geschlüpft ist, stehen die leeren Zellen zur Honigaufnahme bereit oder werden dann wieder nach unten in einen der Bruträume gehängt.

Zwölf von unseren vierzehn Völkern haben inzwischen ihren Honigraum aufgesetzt bekommen. In zwei Tagen werden wir das erste Mal nachsehen, wie weit sie diesen Raum bereits angenommen haben.

Ein Volk wird umgezogen

Ein über 80 Jahre alter Imkerkollege hat mir bereits vor drei Jahren eines seiner Bienenvölker geschenkt. Aus Altersgründen löst er allmählich seinen Völkerbestand auf, doch wollte er vorerst das verschenkte Volk noch gerne selber weiter versorgen. Nach Absprache mit ihm haben wir das Volk dann am Sonnabend, den 9.4.2016, abgeholt und auf der Streuobstwiese bei den anderen Völkern aufgestellt.

Das Volk ist kräftig und ertragreich. Es hat aber für mich einen kleinen Schönheitsfehler: Die Beute wird nicht im Zandermaß geführt, sondern auf Deutsch Normalmaß [DN]. Diese Rahmen haben leicht veränderte Maße, sind etwas kürzer und passen deshalb nicht so ohne weiteres in eine Zanderbeute hinein.

Mit einem kleinen Trick geht es trotzdem, sogar recht problemlos: man muss die Rahmen nur um 90° gedreht in die Beute einhängen. Die Imker unterscheiden in den Beuten zwischen dem Warm- und dem Kaltbau (auch Quer- und Längsbau genannt).

Maßgeblich für diese Bezeichnungen ist die Richtung des Rahmens in Bezug auf das Flugloch:

  • liegt der Rahmen parallel zum Flugloch spricht man vom Warmbau beziehungsweise Querbau. Die durch das Flugloch einströmende Luft trifft auf den Rahmen und wird dadurch blockiert. Vorstellung: durch dieses Strömungshindernis wird es in der Beute wärmer.
  • Zeigt der Rahmen senkrecht auf das Flugloch, spricht man vom Kaltbau beziehungsweise Längsbau. Vorstellung: die von außen durch das Flugloch einströmende Luft kann direkt in die Gassen zwischen den Rahmen strömen, dadurch wird es kälter in der Beute.
Warmbau oder Querbau Quelle. Wikibooks.org
Warmbau oder Querbau
Quelle. Wikibooks.org

 

Kaltbau oder Längsbau Quelle: Wikibooks.org
Kaltbau oder Längsbau
Quelle: Wikibooks.org

Ob Warm- oder Kaltbau besser ist, ist wie so manches ein uralter Streit unter Imkern. Im Grunde spielt das heute keine Rolle mehr. Die Zeit der Glaubenskriege ist auch hier vorbei.

In unseren Beuten nach dem Zandermaß imkern wir im Kaltbau. In der Zarge mit dem neuen Volk hängen die Rahmen ebenfalls in der Betriebsweise Kaltbau.

Beim Umzug hängen wir die vorhandenen Rahmen also um 90 Grad versetzt in der Zanderbeute auf. Ansonsten bleibt bis auf die Umstellung auf den Warmbau zunächst alles beim alten.

Die Umstellung erfolgt in entweder in Etappen (zweizeitig):

  • Beim Aufsetzen des Honigraumes oder eines neuen Brutraumes werden die neuen Waben wieder um 90 Grad gedreht eingehängt, also im Kaltbau wie es in der Zanderbeute üblich ist. Den Bienen ist die Baurichtung egal.
  • Wenn nach der Honigernte ein Wabentausch durchgeführt wird, werden die DN-Rahmen entfernt. Der frühere Honigraum mit seinen vorhandenen ausgeschleuderten Waben wird als ein neuer Brutraum im Kaltbau geführt. Die aufsitzenden Bienen der entsprechenden Rahmen  werden abgekehrt und beziehen die Honigwaben. Gleichzeitig erfolgt hierbei eine Brutentnahme, die gleichzeitig zur Bekämpfung der Varroamilbe mit eingesetzt wird. Mit der Entfernung der DN-Rahmen ist die Umstellung dann vollständig erfolgt.

Über das Verfahren der Brutentnahme werde ich später im Laufe des Jahres berichten.

 

Neues Volk (rechts) noch verschnürt neben der neuen Beute (links)
Neues Volk (rechts) noch verschnürt neben der neuen Beute (links)

Abends wurde das Volk in verschlossener Beute neben seine neue Behausung gestellt. Am nächsten Morgen wurde die alte Beute geöffnet und die vorhandenen Rahmen in die neue Zarge rechts daneben gehängt. Diese Hängung erfolgte im Warmbau. Mit Hilfe eines Schiedes wurde das Volk im unteren Brutraum eingeengt und oben wurde ein neuer Brutraum im Kaltbau aufgesetzt. Sobald das Volk wächst und expandiert, muss es sich oben bereits im Kaltbau einrichten. Ein Teil der Bienen ist in der alten Behausung verblieben und wird in den Stunden nach dem Umzug in das neue Heim einwandern, indem es dem vertrauten Duft der Königin folgt. Die Königin ist mit den meisten Bienen bereits in der Zanderbeute.

Alte Beute (re.) neben der neuen Beute (li.)
Alte Beute (re.) neben der neuen Beute (li.)

Unmittelbar nach dem Umhängen sah es wie auf dem oberen Bild aus. Die alte Beute bleibt geöffnet stehen und wird nach wenigen Tagen wieder entfernt.

Ansitzende Bienen auf der alten Beute
Bienen auf der alten Beute
Bienen auf der neuen Beute
Bienen auf der neuen Beute

Bereits kurz nach dem Umzug haben die Bienen damit begonnen, sich neu zu orientieren und „einzufliegen“. Diese Phase dauert etwa zwei bis drei Tage. Dann haben die Flugbienen aus dem Volk die neue Umgebung ausgekundschaftet.

Auswintern beendet

Heute habe ich die letzten Auswinterungsarbeiten beendet. Zum Ende des Winters oder zum Beginn des Frühlings werden dazu alle Völker durchgesehen. Dabei wird darauf geachtet, das sie „weiselrichtig“ sind. Es kann passieren, dass das Volk im Winter seine Königin verliert. Ersatzweise legen Arbeiterinnen Eier, die jedoch unbefruchtet sind. In solchem Fall können nur Drohnen entstehen. Das Brutnest zeigt dann die typischen Kuppeln der Drohnenbrut. Die Drohnen sind größer als die Arbeiterinnen und benötigen aus diesem Grunde mehr Platz in ihrer Zelle. Drohnenbrut erkennt man an der buckelförmigen Verdeckelung. Man nennt ein weiselloses (königinnenloses) Volk dann auch drohnenbrütig (buckelbrütig).

Alle Völker besitzen eine Königin, die bereits voll in der Eiablage ist. Entsprechend groß sind dann auf einigen Waben auch die Brutnester. Zwischen den normalen Brutzellen sind bereits auch die ersten Zellen mit Drohnenbrut zu erkennen. Zum ersten Mal habe ich heute in unverdeckelte Drohnenbrutzellen hineinsehen dürfen. Am Boden liegt wie bei den Arbeiterinnen auch eine Larve als Rundmade. Die Wände sind hier tiefer und größer gebaut, der Kuppelbau ist bereits klar zu erkennen, aber die Kuppel ist noch nicht verschlossen.

Zum Auswintern gehört die Kontrolle auf Brut. Sie sollte jetzt bereits in allen Stadien vorhanden sein. Das trifft bei allen unseren Völkern zu. Zudem werden alle Völker mit ihrer Behausung gewogen. Sämtliche Daten werden in einer Stockkarte wie in einem Logbuch festgehalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast alle Winterbienen gestorben. Im Untergeschoss einer Beute sammeln sich die toten Bienen an, die nicht von den Stockbienen abtransportiert worden sind. Dieser Totenfall kann manchmal so massiv sein, dass er den Eingang, das Flugloch, regelrecht verstopfen kann. Deshalb wird der Totenfall vom Imker entfernt.

Bei der Durchsicht des gesamten Volkes wird zugleich auf mögliche Krankheiten der Bienen geschaut. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Schon jetzt beginnt bereits die biologische Bekämpfung der Varroamilben. Wegen der längeren Brutdauer der Drohnen befinden sich in der Drohnenbrut die meisten Milben. Dieses Phänomen nutzen wir aus. Deshalb hängen wir in den Brutraum (oder den oberen Brutraum, falls er aus zwei Zaren besteht) an den Rand der Waben einen sogenannten Drohnen- beziehungsweise Baurahmen. Das ist ein Holzrahmen ohne Mittelwände. Hier bauen die Bienen die etwas größeren Zellen für die Drohnenbrut. Sobald sie verdeckelt sind, entfernen wir den Rahmen aus der Beute, schneiden das Wachs mit der Brut heraus und hängen den leeren Rahmen wieder zurück. Durch dieses Verfahren halten wir die Belastung mit Varroamilben konsequent so niedrig wie möglich.

Alle dreizehn Völker haben den Winter gut überlebt und sind in Brut gegangen. Bei einigen wird der freie Raum im Bienenstock schon so eng, dass wir bereits jetzt an das Aufsetzen von Honigräumen denken müssen. Bei mindestens einem Volk wird das morgen der Fall sein.

Honigernte 2015 – Frühtracht

Heute Morgen um 11 Uhr war es soweit: gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Neuimkergruppe haben wir die Honigräume von mehreren Völkern abgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass bei einigen Völkern zwar sehr viel Honig eingetragen, dieser aber leider noch nicht verdeckelt war. Den abschließenden Wachsdeckel bringen die Bienen an, um damit ihre Vorräte zu schützen und reifen zu lassen. Unverdeckelter Honig hat in der Regel einen zu hohen Wassergehalt und eignet sich dann nicht zum Ernten, da er später gären könnte. Die unverdeckelten Rahmen haben den Bienen belassen. Sie kommen in der zweiten Honigernte dran und sind dann „fällig“.

In einem Volk haben wir verdeckelte Brut gefunden, allerdings keine Larven oder gar Eier. Das heißt, irgendwann muss die Königin dort trotz Absperrung zu Besuch gewesen sein und hat dort ihre Eier abgelegt. Diese Waben haben wir nicht abgeschleudert, sondern nehmen sie, um mit ihrer Hilfe einen neuen Ableger zu gründen.

Die Honigräume beziehungsweise einzelnen Honigwaben haben wir zu uns nach Hause transportiert und dort entdeckelt und anschließend ausgeschleudert. Beim Entdeckeln, dem Entfernen der Wachsverschlüsse der Waben, wollte ich ein für mich neues Verfahren anwenden. Imkerkollegen rieten mir, statt der klassischen Entdeckelungsgabel entweder einen Fön oder eine Lötlampe zu verwenden. Hierbei würde das Wachs kurz anschmelzen und sofort wieder auf den Rändern der jeweiligen Zellen erstarren, so dass kein Entdeckelungswachs anfällt. Mit einem Fön habe ich es versucht. Die Methode funktioniert tatsächlich. Aber bis wir damit die Seite einer einzigen Wabe bearbeitet haben, dauert es um ein Vielfaches länger als mit der mechanischen Methode.

Wir haben für jede Methode je einen Videoclip davon erstellt. Sie werden hier an dieser Stelle in den nächsten Tagen eingefügt. 

Ein weiteres Volk steht in Offenbach. Es wird dort von einem alten Imker betreut, der von Kindheit an mit Bienen arbeitet. Den Honigraum habe ich ebenfalls zum Schleudern zu uns genommen. Das Wabenmaß ist jedoch Deutsch Normal. An ihm zeigt sich für mich, wie einfach doch die Rähmchen im Zandermaß anzufassen und zu bearbeiten sind.

Unsere Schleuder fasst jeweils drei Rahmen. Das heißt, dass wir nach dem Entdeckeln von drei Rahmen sofort mit dem Schleudern beginnen müssen, um zügig mit den Arbeiten fertig zu werden. Wir machen das arbeitsteilig: einer entdeckelt, der andere schleudert. Ein Teil der Mitglieder der diesjährigen Neuimkergruppe hat uns dabei über die Schultern geschaut und tatkräftig mitgeholfen.

Honigschleuder mit Wabenentnahme
Honigschleuder mit Wabenentnahme

Als erstes haben wir den Offenbacher Honig geschleudert. Er wird später unter dem Namen Niedertracht vermarktet. Wenn der gewonnene Honig die Schleuder über den Ausflussstutzen verlässt, fließt er in ein Doppelsieb. Im ersten Sieb werden die groben Teile, im darunter liegenden Sieb die feineren Partikel zurückgehalten. Hierdurch ist gewährleistet, dass der Honig frei von mechanischen Rückständen bleibt.

Mengenmäßig war der Honig von unserer Streuobstwiese deutlich mehr. Deshalb habe ich unter die Schleuder ein Metallgefäß mit einem integrierten Überlaufrohr gestellt. Sobald die Honigmenge dessen Unterkante erreicht, fließt sie über in ein weiteres Behältnis, das darunter aufgestellt wird. Im Prinzip ist es wie mit dem römischen Brunnen in Rilkes gleichnamigen Gedicht. Dort ergießt sich das überlaufende Wasser der einen Schale in die nächste und sobald diese überläuft, in die dritte Schale. Im obigen Bild ist dieser Aufbau gut zu erkennen.

Überlaufprinzig beim Honigschleudern
Überlaufprinzip beim Honigschleudern

Zum Sieben haben wir hier kein Doppelsieb verwendet, sondern statt dessen ein bis auf den Boden reichendes kegelförmiges Feinsieb eingehängt. In Ihm sammel sich die mechanischen Rückstände und schwimmen an der Oberfläche, während der Honig weiter fließen kann. Das erspart Zwischenstopps zum Reinigen. Zugleich kann das Sieb dann auch nicht verstopfen. Dieses Spitzsieb wird erst am Ende der Arbeiten entnommen, der restliche Honig fließt ab, das Wachs wird entsorgt.

Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Blick in die Honigschleuder
Blick in die Honigschleuder

Am Ende des Nachmittags waren es dann 81 Kilogramm Honig, davon 17 kg aus Offenbach. Der Honig steht inzwischen im Keller bei etwa 15° C und „reift“. Zunächst steigen in den nächsten Tagen noch kleine eingeschlossene Luftbläschen nach oben und bilden einen Schaumteppich. Mit einem normalen Kuchenteigschaber wird dieser von der Oberfläche entfernt. Sobald der Honig zu kristallisieren beginnt, wird er gerührt. Dadurch werden die gebildeten Kristalle wieder zerstört und der Honig bekommt seine feincremige Konstistenz.

Vorbereitungen für die Honigernte

Morgen, am 4.6.2015, ist es soweit: unsere Honigernte 2015 beginnt. Bei sechs Völkern ist inzwischen genügend Honig im Honigraum eingetragen. Wir können also loslegen.

Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren: die Räume, in denen wir arbeiten, sind geputzt, sämtliche Arbeitsgeräte sind aus dem Keller nach oben getragen und gereinigt worden. Um 19:15 Uhr haben wir heute Abend die Bienenfluchten unter die Honigräume gesetzt. Sie bilden eine Art Drehtür oder Ventil, denn die Bienen gelangen nun nicht mehr in den Honigraum hinein, können jedoch in ihr Volk zurücklaufen. Dadurch werden die Honigräume von Bienen befreit, so dass das Abnehmen am nächsten Tag einfacher vonstatten geht. Die einzelnen Honigräume sind mit der Nummer der zugehörigen Beute gekennzeichnet, so können wir die entnommene Honigmenge pro Volk abwiegen. Das hilft uns, um später, bei der Auffütterung die Futtermenge kalkulieren zu können. Zudem gibt es einen Anhalt für die Ertragsfähigkeit des jeweiligen Volkes.

Vorbereitungen Honigernte 2015. Von links nach rechts: Honigschleuder, Metall- und Kunststoffeimer, Doppelsieb, Bienenfluchten
Vorbereitungen Honigernte 2015. Von links nach rechts: Honigschleuder, Metall- und Kunststoffeimer, Doppelsieb, Bienenfluchten

 

Bienenfluchten. Links vollständig, rechts in Teilen mit Zwischenboden und italienischer Bienenflucht
Bienenfluchten. Links vollständig, rechts in Teilen mit Zwischenboden und italienischer Bienenflucht

 

Honigschleuder, rechts davor Metalleimer mit Doppelsieb, dahinter Kunststoffeimer
Honigschleuder, rechts davor Metalleimer mit Doppelsieb, dahinter Kunststoffeimer

 

 

 

Honigräume aufgesetzt

Im Moment explodiert es fast in unseren Bienenbeuten. Teilweise ist kaum noch Platz in den beiden Zargen vorhanden, weil die Bienen sehr viel Nektar eingetragen haben und fest am Brüten sind. Bei den ersten Völkern haben wir bereits jetzt die Bau- oder Drohnenrahmen eingehängt. Das sind leere Rahmen ohne Mittelwände. Die Bienen bauen dort Waben für die Drohnenaufzucht. Sobald deren Brut verdeckelt ist, werden die Rahmen vom Wachs und der Drohnenbrut befreit, ausgeschnitten. Der leere Rahmen wird anschließend wieder zurückgehängt. Das entnommene Material landet in der Tiefkühltruhe, damit die darin enthaltene Brut abgetötet wird. Anschließend wird das Wachs eingeschmolzen und später wieder aufbereitet als Mittelwand neu verwendet. Damit haben wir einen eigenen Wachskreislauf begründet.

Die erfreuliche Situation  hat uns heute bewogen, bei einigen Völkern schon sehr früh im Jahr  als dritte Zarge Honigräume aufzusetzen.

Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen

Bei insgesamt fünf Völkern haben wir diesen Schritt unternommen. Aufgesetzt wurden in der dritten Zarge jeweils 10 Rahmen mit Mittelwänden. Als Starthilfe habe ich je einen Rahmen mit ausgebauten leeren Waben benutzt. Sie stammen vom Honigschleudern aus dem letzten Jahr .

Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen

Neben diesem erfreulichen Teil gab es leider auch das Gegenteil. Auf beiden Bildern ist das einzargige Volk mit dem gelben Anflugbrett zu sehen. In ihm ist keine Königin und folglich auch keine Brut zu erkennen gewesen. Wir hatten für heute Morgen geplant, dieses Rumpfvolk auf ein anderes stärkeres aufzusetzen und so zwei Völker zu vereinigen. Nach der Durchsicht dieses Volkes haben wir uns dann aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Auf den rechtsseitigen Rahmenoberträgern waren Durchfallreste zu erkennen. Das Volk ist ist eh nicht mehr sehr stark, so dass wir es nun sterben lassen. Die leere Beute wird anschließend innen gereinigt und ausgeflämmt, um mögliche Keime restlos abzutöten. Es ist wie im Kinderlied von den 10 kleinen Afroamerikanerlein (politisch korrekt formuliert!): jetzt sind es nur noch 8.

Für uns ist es erstaunlich wie sehr in den Beuten die einzelnen Rahmen mit Nektar und Honig bereits gefüllt sind. Wir sehen mit unseren Augen nur wenige Blüten, Die Bienen sind uns hierbei mit ihren Sinnenorganen weit überlegen. Woher sollte sonst dieser riesige Eintrag (Tracht) bereits gekommen sein.

 Zwei Blüten stelle ich hier vor, die Bilder stammen vom 11. April 2015:

Apfelblüte April 2015
Apfelblüte April 2015
Kirschblüte April 2015
Kirschblüte April 2015

 

Frühlingstriebe – neues von den Fluglöchern

Heute, am 8. April 2015, war ich wieder auf der Streuobstwiese, um die gerodete Fläche weiter einzuebnen. Neben diesen Arbeiten war am Mittag ein lautes Gesumme und Gebrumme zu hören. Die Bienen hatten es heute bei dem schönen Wetter besonders eilig auszufliegen und Pollen einzutragen. Mit meiner Kamera habe ich ein paar Photos geschossen. Sie lassen den gewaltigen Betrieb nur erahnen. Schön zu erkennen sind jedoch die Pollenhöschen an den Beinen. Dort sammeln die Bienen den Blütenpollen für den Transport in ihren Stock. Je nach Blüte sieht der Pollen andersfarbig aus.

Betrieb am Flugloch am 8. April 2015
Betrieb am Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015

Die nächsten Tage soll es deutlich wärmer werden. Für die Bienen bedeutet dies, dass der Brutbetrieb rasant steigt und somit in knapp drei Wochen die Bienenbevölkerungszahlen zu explodieren beginnen.

Für uns als Imker heißt es nun aufzupassen und rechtzeitig die Bruträume zu erweitern oder gar schon die Honigräume aufzusetzen.

Parallel dazu beginnt nun auch die biologische Behandlung gegen die Varroamilben: wir werden in jede Beute sogenannte Baurahmen oder Drohnenrahmen einhängen, die die Bienen für die Brut von Drohnen verwenden. Diese Rahmen sind leer, also ohne Mittelwände. Die Bienen bauen sie mit Drohnenwaben aus, die etwas größer als die von den Mittelwänden vorgegebenen Waben für die weiblichen Bienen sind. In der Drohnenbrut sammeln sich die meisten der Varroamilben. Durch Entfernen der Drohnenbrut halten wir die Milbenzahlen klein.

Lehrbienenstand Fladungen (Rhön)

Der Frankfurter Imkerverein veranstaltet einmal im Jahr eine Lehrfahrt, um andere Bienenstände zu besuchen. Am 15. Juni 2014 ging die diesjährige Fahrt  nach Fladungen in die Rhön. Der Ort liegt wenige hundert Meter vor der Landesgrenze zu Thüringen im früheren Zonenrandgebiet zur DDR. Entsprechend ruhig und beschaulich geht es dort zu. Fladungen liegt in Franken und ist die nördlichste Stadt in Bayern. Besonders reizvoll sind neben alten Fachwerkhäusern zwei Einrichtungen: ein Freilichtmuseum mit historischen Bauten Frankens, die hier zusammengetragen und restauriert worden sind, und das Biosphärenreservat Schwarzes Moor. Das Museum reiht sich ein in eine Kette anderer Museumsdörfer wie das fränkische Freilichtmuseum in Bad Windheim, die Vogtsbauernhöfe in Haslach im Schwarzwald, das Museum Kiel-Molfsee in Schleswig-Holstein oder den Hessenpark in Neu-Anspach im Taunus. Als Besonderheit des Fladunger Museums gibt es dort einen Lehrbienenstand zu sehen.

Bild 1.Das Bienenhaus von seiner Vorderseite. Oben stehen verschiedene Strohkörbe, darunter sind Einfluglöcher für Hinterwandbeuten, links unten ein ausgehöhlter Baumstamm für wilden Bienenbau

Hierin sind ein einem alten Bienenhaus beziehungsweise darum herum verschiedene Bienenbeuten(systeme) aufgestellt und werden dort bewirtschaftet. Drei Imkerinnen bringen Neu-Imkern in einem zweijährigen Kurssystem daran   die Hege und Pflege von Bienenvölkern bei. Dabei wird Wert auf ein primär biologisch-ökologisches und artgerechtes Imkern gelegt. Die Honiggewinnung steht hierbei überhaupt nicht im Vordergrund. Der Honig wird weitgehend den Bienen belassen und nur zu einem kleinen Teil entnommen und geerntet.

Wir hatten dort eine Führung und bekamen hierbei eine für unsere Lebensräume noch ungewöhnliche Beute zu sehen, eine Top-Bar-Hive.

 

Bild 2. Top-Bar-Hive. Vorne unten sind zwei Einfluglöcher zu erkennen.

 

Die Top-Bar-Hive ist im Prinzip eine Art Trog, der vom Boden aus gesehen sich konisch erweitert. Diese Form ist dem natürlichen Wildwabenbau nachempfunden beziehungsweise kopiert ihn. Es ist ebenfalls eine Magazinbeute, aber ohne die festen Rahmenformen.

Bild 3. Top-Bar-Hive. Das Innere mit Waben.

 

Auf die Oberkanten wird ein Holzlatte gelegt, in den in einer Nut ein schmaler Wachsstreifen eingefügt ist. Von dort aus bauen die Bienen ihre Waben nach unten. Jede Wabe sieht wegen des freien Wildbaus anders aus. Zwischen die einzelnen Wabenstreifen wird als Abstandhalter ein schmaler Holzstreifen eingefügt. Er soll verhindern, dass die Bienen zu dicht bauen. Das Pendant in der Magazinimkerei wären die Hoffmannseitenteile, die den „bee-space“, den nötigen Abstand, den zwei Bienen brauchen um auf beiden Seiten einer Wabengasse zu krabbeln, ermöglichen.

Diese Top-Bar-Hive besitzt zwei Fluglöcher. Demnach können zwei Bienenvölker in ihr gehalten werden. Sie werden durch eine hölzerne mobile Wand, das Schied voneinander getrennt. Je nach Volksstärke werden Waben zusätzlich eingehängt oder entfernt. Biologische Behandlungen gegen die Varroamilbe erfolgen vom Inneren der Beute aus. Es wird einfach ein Eimer mit Ameisensäure auf den Boden zwischen die Völker gestellt.

Wegen ihres ungewöhnlichen Maßes können die Waben nicht wie in den Magazinen der Standardbeuten geschleudert werden, um den Honig aufzufangen, sie müssen ausgepresst werden.

 


Bild 4. Top-Bar-Hive. Das Troginnere mit Wabe und offenem Gitterboden

 

Bild 5. Top-Bar-Hive: eine entnommene Wabe. Oben ist verdeckelter Honig, unten in den Zapfen sind Drohnenwaben.

Bild 6. Dieselbe Wabe von der Seite

Von der Top-Bar-Hive habe ich einen Videoclip erstellt. Er ist hier zu sehen:

 

 

Das Besondere dieses Lehrbienenstands sind seine unterschiedlichen Wohnräume für Bienen. Hier lassen sich idealerweise sehr verschiede Beutenformen kennenlernen. Bild 7 zeigt eine Bienenkiste. Sie ist momentan sehr umstritten, erlebt hingegen einen Hype bei alternativen Imkern. Sie ist einräumig. Fluglochfern sind die Honigwaben, fluglochnah der Brutraum. Eine andere Kisten- oder Trogbeutenform zeigt Bild 8. Sie wurde erst vor kurzem dort aufgestellt. Eine Seitenwand lässt sich aufklappen. Hinter einer Glaswand kann man in das Innere schauen und den Bienen zusehen (9). Das runde Flugloch ist vorn an der Stirnseite. Auch hier sind die Honigwaben hinten, die Brutwaben vorne.

Bild 7. Bienenkiste. Das Einflugloch ist links vorne an der Stirnseite.

Bild 8. Eine andere Art von Trogbeute. Links an der Seite ist die Wand zu öffnen.

 

Bild 9. Die geöffnete Wand. Hinter einer Glasplatte ist links ein freier Raum, dann ein Schied und rechts Wabenbau zu erkennen

 

Dadant als Rahmenmaß ist für manche Imker ein Reizwort, für andere hingegen die Zauberformel oder das Maß schlechthin. Der Brutraum ist der größte aller Magazinbeuten. Er ist annähernd würfelförmig. Wegen der Größe sei es das ideale Brutmaß. Die Zargen für den Honigraum sind dagegen deutlich kleiner. Das ermöglicht ein rückenschonendes Arbeiten. Bei Bedarf lassen sich durchaus weitere Honigräume aufsetzen.

Bild 10. Magazinbeuten im Dadantmaß. Der grün gestrichene Teil ist der einzargige Brutraum. Einer oder mehrere flachere Honigräume werden auf den Brutraum aufgesetzt.

 

Korbimkerei ist eine der bei uns ältesten Formen von Bienenhaltung. Es gibt verschiedene Typen von Körben. Die Waben werden im Inneren an Stäben gebaut (12). Bei der Honigernte werden die Bienen im Inneren durch kräftiges Aufstoßen nach unten geschlagen, so dass der Korb leer wird. Die Waben müssen dann ausgeschnitten und ausgepresst werden, um an den Honig zu gelangen.

Bild 11. Ein Strohkorb für die Korbimkerei. Das Einflugloch ist vorne unten.

 

 

Bild 12. Das Innere des Strohkorbes: Äste sind versetzt aufgespannt. Am zweiten Steg ist zur Demonstration eine Wabenplatte angebracht.

Von der Gebäuderückseite her betritt man einen Raum, in den sich mehrere Magazine oder Beuten erstrecken. Die den Beuten zugehörigen Einfluglöcher weisen nach vorne. Die einzelnen Magazine (13) lassen sich von hinten oder von oben öffnen.

  1. Bienenbeute im Bienenhaus mit aufgesetzter Glaskugel zum Zufüttern.

public beekeeping und Neu-Imkergruppe am 1.6.2014

Unsere Bienenvölker am 1.6.2014
Unsere Bienenvölker am 1.6.2014
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals zu den Bienen ohne Rauch!
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals zu den Bienen ohne Rauch!
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Vorbereitungen zum Rauchen mit dem Smoker
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Vorbereitungen zum Rauchen mit dem Smoker
Der Smoker raucht.
Der Smoker raucht.
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und zugleich public bee-keeping: Öffnen eines Bienenstockes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und zugleich public bee-keeping: Öffnen eines Bienenstockes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes durch Abheben des Honigraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes durch Abheben des Honigraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Bienenstockes. Abheben des Absperrgitters
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Bienenstockes. Abheben des Absperrgitters
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: ein Rahmen bzw. eine Wabe wird gezogen
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: ein Rahmen bzw. eine Wabe wird gezogen
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Sichtkontrolle einer Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Sichtkontrolle einer Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Demonstration einer Wabe oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Demonstration einer Wabe oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen und Inspektion einer weiteren Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen und Inspektion einer weiteren Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung der Varroawindel auf Varroamilben
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung der Varroawindel auf Varroamilben
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung des Varroaschiebers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung des Varroaschiebers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion der Varroamilbenwindel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion der Varroamilbenwindel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Öffnen und Durchsicht eines Volkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Öffnen und Durchsicht eines Volkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen von Waben aus dem Bienenvolk oder der Beute
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen von Waben aus dem Bienenvolk oder der Beute
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblick durch die Absperrfolie in einen Ableger
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblick durch die Absperrfolie in einen Ableger
public bee-keeping: Einblick durch eine Absperrfolie in einen Ableger
public bee-keeping: Einblick durch eine Absperrfolie in einen Ableger
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblicknahme in einen Ableger eines Bienenvolkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblicknahme in einen Ableger eines Bienenvolkes
public bee-keeping: Besucher schauen in die ausgebauten Waben hinein
public bee-keeping: Besucher schauen in die ausgebauten Waben hinein
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Waben oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Waben oder eines Rahmens
public bee-keeping: einer Besuchergruppe wird eine Mittelwand gezeigt
public bee-keeping: einer Besuchergruppe wird eine Mittelwand gezeigt
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: eine zur Seite gestellte Wabe mit Bienen und Honig
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: eine zur Seite gestellte Wabe mit Bienen und Honig
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals ohne Rauch. Bereiten des Smokers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals ohne Rauch. Bereiten des Smokers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Mittelwand
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Mittelwand
Völkerkontrolle dirch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung einer Mittelwand
Völkerkontrolle dirch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung einer Mittelwand
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Abnahme des Absperrgitters zum Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Abnahme des Absperrgitters zum Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen des oberen Brutraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen des oberen Brutraumes

Der erste eigene und selbstgeschleuderte Honig

Am Sonntag, den 18. Mai 2014, war es soweit: wir haben den ersten Honig aus den Riedberger Völkern geschleudert.

Zur Vorbereitung hatte ich am Samstagabend in den beiden Völkern, die noch in den Rapsfeldern stehen, sowie in dem neuen Volk 4 auf dem Riedberg eine sogenannte Bienenflucht unter den jeweiligen Honigraum gesetzt (erkennbar als schmaler Streifen im oberen Bild). Eine Bienenflucht ist im Prinzip so etwas wie eine Drehtür mit Einbahnrichtung: die Bienen können nur in einer Richtung passieren.

Früh am Sonntagmorgen bin ich erneut zu den Beuten, habe die Honigräume abgenommen und nach Hause gebracht. In der Tat waren nur noch vereinzelte Bienen im Honigraum, so dass ich selber überrascht war, wie einfach und elegant das Abnehmen geht. Innerlich hatte ich mich schon auf ein Abkehren größerer Anzahl Bienen und damit auf diverse Bienenstiche eingestellt. Jedem Volk hatte ich anschließend als neuen Honigraum eine Flachzarge aufgesetzt (siehe unteres Bild).

Nachmittags ging es dann an das eigentliche Schleudern. Alle notwendigen Gerätschaften hatte ich vorher gesäubert, mit heißem Wasser gespült und trocknen lassen. Um keine Fremdkörper in das Lebensmittel Honig einzubringen, wurden die Gerätschaften und Gefäße nicht mit einem Tuch abgetrocknet, sondern so aufgestellt, dass das Wasser ablaufen konnte.

Mit einer Entdeckelungsgabel wurden die Wachsdeckel auf beiden Seiten der Rahmen abgehoben. Die so geöffneten Rahmen wurden dann hochkant auf ihre Schmalseite in die Honigschleuder gestellt. Zur Aufnahme der Ohren (= Verlängerung der Rahmenoberkanten) sind im Boden des Drehkorbes kleine Aussparungen vorgesehen. Hierdurch wird eine Fixierung und Verhindern des Rutschens ermöglicht.

Beim ersten Schleudergang besteht die Gefahr eines Wabenbruchs, wenn die Drehzahl zu hoch und die dadurch verursachten Fliehkräfte zu groß sind. Die Masse des auf der Innenseite verbliebenen Honigs wird beim Schleudern in die Waben gepresst und kann dadurch die Waben zerdrücken und brechen lassen. Um diesen Bruch zu vermeiden, erfolgt das erste Schleudern zunächst nur vorsichtig „mit gebremstem Schaum“, also nicht zu hoher Drehzahl. Die Waben werden anschließend um 180° gedreht und können nun mit voller Kraft geschleudert werden. Im Anschluss daran müssen sie ein weiteres Mal gewendet werden, um an den Resthonig zu gelangen.

Das Schleudern übt auf die Rahmen und Waben eine Zentrifugalkraft (Fliehkraft) aus. Hierbei werden die außen liegenden Honigmengen streifenförmig an die Innenwand der Trommel geschleudert und fließen nach unten auf den Boden. Nicht nur Honig wird auf diese Weise entfernt, auch Wachsteilchen und andere Festkörper landen an der Trommelwand und werden ausgeschieden. Über ein Ausflussrohr fließt diese gemischte Masse in ein Doppelsieb, das auf einem Sammelgefäß liegt. Das erste Sieb ist eher grobmaschig und hält die größeren Festteile zurück. Das darunter liegenden feinmaschige zweite Sieb trennt die kleineren Partikel ab, die ebenfalls nicht in den Honig gehören. Als ein Gemisch aus Honig und Luft tropft von dort eine mehr oder minder zähe Flüssigkeit in das Auffanggefäß.


siehe auch:

Spannend war für uns, dass die Honige aus jedem Volk sowohl anders aussahen als auch anders schmeckten. Volk 2 hatte eine Flachzarge als Honigraum. Der Honig war sehr hell. Die Honigwaben aus dem danebenstehenden Volk 3 waren normale Zanderwaben. Der gewonnene Honig war deutlich dunkler und schmeckte herber. Beide Völker standen sowohl vor dem Wandern ins Rapsfeld als auch im Feld direkt nebeneinander.

Noch dunkler war der Honig aus dem Volk 4. Dieses Volk hatte ich erst Anfang April aus Butzbach im Taunus geholt und auf dem Riedberg aufgestellt.

Insgesamt haben wir 29 Kilogramm Honig gewonnen, davon 6 Kilo aus dem Volk 2, 13  aus dem Volk 3 und 10 aus dem Volk 4.

 

Honigraum erweitert

Wie ich von mehreren Imkern erfahren habe, wird in diesem Jahr bei vielen Völker der Honigraum nicht angenommen. Statt dessen wird der Nektar nach unten in die Bruträume eingetragen.

Bei einem Volk, (Nr. 2 mit dem blauen Anflugbrett) wurde der aufgesetzte Honigraum, auch mitten im Rapsfeld, überhaupt nicht ausgebaut und angenommen. Dafür sind in den Bruträumen 1 und 2 sehr viele Waben voll mit Honig und bereits verschlossen.

Das erklärt rückwirkend möglicherweise auch das enorme Gewicht der Beuten beim Wandern ins Rapsfeld. Zugleich könnte es auch den Bienenbart erklären, den wir vor ein paar Tagen dort gesehen hatten.

Aus den beiden Bruträumen habe ich insgesamt sechs volle Rahmen mit Honig entnommen und in eine neue Zarge eingehängt. Mit Mittelwänden habe ich die entfernten Rahmen im Brutraum und die fehlenden Rahmen in der Honigraumzarge aufgefüllt.

Die Bienen lagern den Honig als Futtervorrat möglichst weit entfernt vom Flugloch ein. Aus diesem Grund habe ich die neue Zarge auf den alten, noch nicht ausgebauten Honigraum aufgestellt. Das hat zudem sehr praktische Gründe: um ganz oben im Bienenstock zu wirtschaften müssen die Bienen durch den leeren Honigraum hindurch, so dass die Chance besteht, das er ebenfalls demnächst ausgebaut wird.

 

Der Honigraum des im Bild rechten Volkes (blaues Anflugbrett) war völlig leer. In den Bruträumen hingegen sind mehrere Waben voller Honig. Sie wurden nach ganz oben in einen 2. aufgesetzten Honigraum gehängt und durch Mittelwände ersetzt.
Der Honigraum des im Bild rechten Volkes (blaues Anflugbrett) war völlig leer. In den Bruträumen hingegen sind mehrere Waben voller Honig. Sie wurden nach ganz oben in einen 2. aufgesetzten Honigraum gehängt und durch Mittelwände ersetzt.

Bienenbart – Drohnenrahmen – Varroakontrolle

Ostern 2014

Wir waren heute bei den Bienen sowohl auf der Streuobstwiese als auch im Rapsfeld gewesen. Während auf der Streuobstwiese im Volk 1 der Honigraum noch immer nicht ausgebaut worden ist, war das im Rapsfeld anders. Volk 3 (gelbes Anflugbrett) baut die Mittelwände im Honigraum klar erkennbar aus.

Volk 2 (blaues Anflugbrett) haben wir nicht im Inneren angeschaut. Außen hingen viele Bienen wie eine Traube. Die Flügel schlugen heftig. Beim Einsprühen mit Wasser zogen sie sich in die Beute zurück, kamen jedoch bald wieder heraus. Wenn die Bienen außen an der Behausung hängen und teilweise recht große Trauben bilden, nennt man das einen Bienenbart. Den Bienen war es innen schlicht zu warm. Deshalb sind sie an die kühlere Luft gegangen.

Die Völkerkontrolle haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt. Lediglich den Varroaschieber,, die Windel, hatten wir uns angesehen.

Später, am Abend,  bin ich nochmals ins Rapsfeld gefahren. Die Bienen waren dann wieder zurückgewandert. Aus beiden Völker habe ich jeweils einen der beiden Drohnenrahmen entfernt, ausgeschnitten und wieder leer eingehängt.

 Drohnenrahmen

Imkerlich ist dieses ein Kunstgriff. Ein Volk besteht aus den drei Wesen Biene (weiblich), Königin (weiblich) und Drohne (männlich). Die Entwicklungszeiten für die drei Wesen sind unterschiedlich lang. Die einzelnen Wabenzellen für diese Wesen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Königin schlüpft in einer tropfenförmigen Weiselzelle, die Bienen und Drohnen in sechseckigen Waben. Lediglich die Größe der Waben ist bei den Drohnen um 1 mm größer als bei den Bienen.

In jedem Volk leben inzwischen neben den Bienen auch die Varroamilben. Sie bevorzugen zur Entwicklung von Nachkommen die Drohnenzellen und Drohnenbrut. Diese Eigenschaft nutzen Imker aus, um die Zahl der Milben im Volk klein zu halten. Hängt man einen leeren Rahmen in ein Volk, wird er mit Drohnenzellen ausgebaut, in denen Drohnen heranwachsen sollen. Bis ihre Brut nach der Eiablage verdeckelt ist, dauert es 9 Tage. Am 10. Tag wird die Made verdeckelt und entwickelt sich zur Vorpuppe und Puppe. Im Idealfall sollte man die Drohnenbrut alle 9 Tage deshalb entfernen.

Durch die Wegnahme der Drohnenbrut werden viele Milben mit entfernt. Damit sind sie nicht mehr im Volk und können dort kein Unheil anrichten.

Viele Imker hängen die entnommenen Rahmen draußen auf und geben sie den Vögeln zum Fraß. Die Maden sind ein Festfutter für Vögel. Leider bleiben dadurch aber die Varroamilben erhalten und können erneut in das Bienenvolk gelangen. Damit ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv.

Deshalb schneiden wir den gesamten Rahmeninhalt aus und frieren ihn bei -18° C ein. Die Kälte tötet sowohl die Milben als auch die Maden ab. Wenn auf diese Weise genügend Material zusammengekommen ist, wird dieses Gemisch aus Wachs, Maden und Milben eingeschmolzen. Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte trennen sich die Einzelbestandteile. Mit dem so gewonnenen Wachs beginnen wir einen eigenen Wachskreislauf. Dieses Wachs ist originär von unseren Bienen hergestellt worden und dadurch absolut rückstandsfrei. Wir schmelzen es später ein und bilden daraus unsere eigenen Mittelwände.

Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)
Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)

 

Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.

Bienenfrühling #2 – Honigraum

Die Temperaturen draußen sind in diesem Jahr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Bedingt durch den äußerst milden oder gar ausgefallenen Winter ist die Natur der gewohnten Entwicklung um Wochen voraus.

Vor einer Woche hat der Raps vereinzelt zu blühen begonnen, inzwischen werden die Rapsfelder zusehends gelber. Die Bienen brüten sehr starkt, in wenigen Wochen wird die Menge der Bienenzahlen in den einzelnen Völkern quasi explodieren.

Als Beispiel dient der folgende Clip von unserem Volk Nr. 3:

 

Das ist die Zeit, um nun Erweiterungen vorzunehmen. Wir haben auf alle Völker am 30. März eine weitere Zarge als Honigraum aufgesetzt. Hierbei wird die Beute von ober her geöffnet: der Metall- und der Holzdeckel werden abgenommen, die Schutzfolie entfernt, die Rahmen durchgesehen. Anschließend wird ein metallenes Absperrgitter auf den obersten Brutraum gelegt. Dieses Gitter ist so dimensioniert, dass die Bienenkönigin und die Drohnen nicht hindurchkriechen können, wohl aber die Arbeiterinnen. Dadurch bleibt der Honigraum frei von Brut. Die Arbeiterinnen lagern hier ihren eingetragenen Nektar ein, aus dem dann der Honig wird.

Wir verwenden als Honigraum sogenannte Flachzargen: sie sind nicht ganz so hoch wie die übrigen Zargen. Zwar sammelt sich deshalb in ihnen weniger Honig an, aber dafür sind sie leichter zu heben und zu transportieren. Zur Not kann man zusätzlich auch einen zweiten Honigraum aufstellen, wenn die Tracht sehr üppig ist. Ein gewöhnlicher Rahmen kann etwa 3 kg Honig aufnehmen. Bei zehn Rahmen in einer Zarge kommen dann schnell 30 Kg Gewicht und mehr zusammen. In der Flachzarge werden es etwa 20 Kg.

Ein weiterer Vorteil der Flachzarge ist der, dass sich auf diese Weise leichter Sortenhonige erzielen lassen. Absolut sortenreine Honige gibt es fast gar nicht. Jeder Honig stellt ein Gemisch aus Nektareintrag von verschiedenen Blüten dar. Je kleiner die Wabenfläche zum Eintrag, desto schneller ist sie gefüllt. Wenn zeitgleich mit der Aufstellung des Honigraumes eine Blütensorte in der Natur vorherrscht, ist die Durchmischung mit  anderen Nektaren eher gering.   Auf diese Weise kann man Honige wie Raps-, Akazien-, Lindenblütenhonig usw. gewinnen. Ebenso läßt sich die Gesamtmenge an Honigerträgen steigern, wenn die gefüllten Waben nach der jeweiligen Blüte entfernt, ausgeschleudert und erneut in die Zarge gehängt werden für den nächsten Eintrag.

Als Neuimker verfügen wir noch nicht über einen Bestand ausgebauter Waben. Deshalb hängen wir in die Honigräume zunächst sogenannte Mittelwände. Das sind Wachsplatten mit einem Wabenmuster. Auf ihnen müssen die Bienen als erstes die Waben erreichten bevor sie mit Nektar gefüllt werden können.

Auf den folgenden Photos sind zunächst die Beuten der Völker 1 bis drei und ein Turm mit drei Flachzargen zu erkennen. Das zweite Bild zeigt die aufgestellten Honigräume auf den einzelnen Beuten. Im Clip ist die Errichtung zu sehen.

Beuten und Flachzargen als Honigräume vor dem Aufsetzen
Beuten und Flachzargen als Honigräume vor dem Aufsetzen

 

Aufgesetzte Honigräume

Aufgesetzte Honigräume

 

Wie fängt man an?

Was ist alles zu klären? Ich versuche hier, unkompliziert einen kurzen Überblick zu geben. Sicher ist er nicht vollständig. Für Korrekturen, Anmerkungen oder Kritik bin ich dankbar!

 

  • Rechtliches
  • Der Ort der Aufstellung
  • Die Ausrüstung
  • Das eigene Wissen
  • Die Kosten
  • Die Logistik

 

Rechtliches

Bienenhaltung kann jeder betreiben. Hierzu bedarf es keinerlei Erlaubnis durch  Behörden. Wenn man schließlich seine Bienen hat, ist nur wichtig, dieses dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Das ist nötig, um im Falle von Bienenseuchen – wie zum Beispiel der Amerikanischen Faulbrut – schnell alle Imker informieren zu können.

Der Ort

Die Wahl des Ortes ist sehr wichtig. Bevor jemand mit der Imkerei beginnt, sollte er sich den Platz zum Aufstellen der Bienen besorgen. Dieser Platz kann auf dem eigenen Balkon sein (das geht!), auf einer Wiese, im eigenen Garten, am Waldrand oder oder…. sein.

Hilfreich kann es sein, zum Beispiel bei der örtlichen Verwaltung (wie Grünflächenamt, Gartenamt oder ähnlichem) oder beim Revierforstamt nachzufragen. Auch Landwirte sind mögliche Ansprechpartner. Ebenso hilfreich kann eine Anfrage bei den Imkervereinen sein. Hier sollte man übrigens auch Mitglied werden. Über die Mitgliedschaft erhält man eine Haftpflichtversicherung, die sich nach der Anzahl der Völker richtet. Preiswerter kann man sich nicht versichern!

Vor dem Einflugloch sollte für die Bienen zum Anfliegen und Landen sowie zum Starten etwas Platz sein. Eine Hecke oder Bepflanzung davor ist nicht schlimm, sie zwingt die Bienen schnell in die Höhe zu fliegen. Doch sollte die Bepflanzung nicht unmittelbar vor dem Flugloch sein, sondern etwa einen bis zwei Meter Abstand lassen.

Vollständig im Schatten sollten die Bienen auch nicht stehen. Ein paar Stunden Sonnenschein am Tag sind für die Volksentwicklung hilfreich. Stehen sie an einem Hang, ist es angeblich ideal, wenn das Flugloch hangabwärts zeigt. Aber das ist nicht immer möglich. Unsere eigenen Beuten weisen mit dem Flugloch hangaufwärts und nach Südwesten. Wichtig ist es, an die Wind- oder Hauptwindrichtung zu denken. In diese Richtung sollte das Einflugloch nach Möglichkeit nicht zeigen. Andere Aspekte sollten sich nach den lokalen Gegebenheiten richten.

Wichtig scheint mir, dass man auch genügend Platz hinter den Beuten hat, um dort in Ruhe arbeiten zu können. Faustregel: man sollte mit einer Schubkarre hinter den Beuten bequem durchkommen.

 

Die Ausrüstung

Viele sagen, man brauche nicht viel um zu imkern. Das halte ich so nicht aufrecht, denn man benötigt schon eine Menge an Ausrüstung.

Als erstes muß eine Behausung für die Bienen her. Dabei taucht bereits die erste Frage auf: Welches Rähmchenmaß: Zander, Deutsch Normalmaß (DN oder DNM), Dadant, Langstroth, Kuntzsch oder …? Für Anfänger sind das alles böhmische Dörfer. In Deutschland ist mittlerweile das am weitesten verbreitete Maß das Zandermaß. Aber auch dann kommt die Frage: Holz oder Kunststoff für die Beuten?

Das alles ist vereinfacht gesagt Glaubenssache. Den Bienen selber ist es völlig egal, auf welchem Rähmchenmaß und in welchem Material sie leben. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile für den Imker. Leider gibt es noch keine Übersichtstabelle, die das vergleichend darstellt.

In die Beuten gehören Rähmchen, in die Rähmchen Mittelwände aus Wachs. Wobei es auch Imker gibt, die die Rahmen vollständig oder nahezu vollständig von den Bienen ausbauen lassen und auf Mittelwände verzichten.

Um Honig zu gewinnen, sind weitere Zargen und Rahmen für einen Honigraum erforderlich, eventuell auch ein Absperrgitter. Selber habe ich mich für sogenannte Flachzargen entschieden. Sie sind etwas weniger hoch, wodurch sie deutlich weniger wiegen, wenn sie mit Honig gefüllt sind. Es ist auch kein Problem, bei genügendem Honigeintrag, zwei Flachzargen übereinander zu stellen. Üblicherweise werden die leeren Honigwaben später nach unten in die Bruträume gehängt. Dadurch werden die Waben kontinuierlich erneuert, denn sie werden im Laufe der Zeit immer dunkler und unhygienischer. Bei Verwendung von Flachzargen geht dieses Umhängen jedoch nicht. Diese Honigwaben können dadurch nur noch für den Honigraum verwendet werden.

Zur Hege und Pflege der Bienen kommen weitere Dinge hinzu: wir haben zum Beispiel eine Behandlungswanne, die im Sommer in den Boden unter die Zargen geschoben wird. Damit führen wir die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilbe durch. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, siehe dazu an anderer Stelle. Zum Auffüttern nach der Honigentnahme gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, die jeweils für sich dann wieder entsprechende Ausrüstung benötigen.

Zum Wetterschutz empfiehlt es sich, einen Metalldeckel auf die Beuten zu legen und diesen mit einem Stein zu beschweren. Um Wildbau in der Beute zu vermeiden, sollte man auf die obersten Rähmchen eine Folie legen. Wir verwenden eine dafür fertig zugeschnittene klare Kunststofffolie. Ich kenne Imker, die stattdessen auch Isolierfolien aus dem Baumarkt verwenden.

Um an und mit den Bienen arbeiten zu können, braucht man einen Stockmeißel. Mit ihm werden die Beuten geöffnet, aneinander klebende Rahmen getrennt und gegebenenfalls die Rahmen an den Seiten, den Ohren, zum Herausheben untergefasst. Zum Abkehren der Bienen von den entnommenen Rähmchen ist ein spezieller Besen hilfreich. Um in Ruhe an den Bienen arbeiten zu können und sich auch vor den Bienen zu schützen, ist Rauch sehr hilfreich. Er wird in einem Smoker erzeugt. Früher hatten die Imker ihre Pfeife im Mundwinkel hängen, aus der sie den Rauch in und auf das Volk bliesen, heute geschieht das mit dem Smoker. Zum eigenen Schutz kann oder sollte man sich über den Kopf einen speziellen Schleier mit Hut ziehen. Handschuhe aus Leder oder dickerem Latex schützen die Finger vor Stichen und verhindern ein Beschmutzen mit Propolis, dem Bienenkitt. Manche Imker ziehen sich eine weiße Jacke oder auch einen Anzug an, der mit dem Schleier verbunden werden kann. Dadurch sind sie vor Bienen gut geschützt.

So ausgerüstet kann man schon einmal gut loslegen!

Später, wenn die Honigentnahme ansteht, benötigt man ein Entdeckelungswerkzeug für die Honigwaben, ein Messer oder eine Gabel. Die entnommenen Rahmen werden dann in einer Honigschleuder zentrifugiert, der ablaufende Honig fließt durch ein Doppelsieb in einen lebensmittelgeeigneten Eimer. Später muß der Honig gerührt und gelagert werden, bevor er in Gläser abgefüllt werden kann.

Viele dieser Teile kann man sich kaufen, manche kann man sich auch im örtlichen Imkerverein ausleihen, sofern das dort möglich ist.

 

Das eigene Wissen

Imkern selbst ist nicht besonders schwer. Hilfreich ist es, die nötigen handwerklichen Schritte und die Fähigkeit, ein Volk zu beurteilen, zu erlernen. Viele Imkervereine bieten hierzu Ausbildungsmöglichkeiten. Bei manchen bekommt man einen Paten zur Seite, der einen begleitet, andere bieten Kurse oder Praktika an. Über die Landesverbände werden Grundkurse und weitere Schulungen angeboten. In ihnen werden sowohl Theorie als auch Praxis vermittelt. Gut zu wissen ist es, dass Neuimker überall sehr willkommen und begehrt sind. Auch hier ist es sehr hilfreich, Mitglied im Imkerverein zu werden.

Natürlich gibt es auch eine Menge an Literatur. Sie kann meines Erachtens jedoch nur begleitend zur Praxis sein. Alleine hieraus sein Wissen zu beziehen, hilft nicht wirklich weiter.

 

Die Kosten

Die Kosten sind nicht zu unterschätzen. Den anfänglichen Worten, dass das alles ganz billig sei, glaube ich keinesfalls mehr. Sehr teuer ist es aber auch nicht. Die Kosten hängen natürlich von der Anzahl der Völker ab.

Grob gerechnet: wenn man pro Beute 200 € ansetzt, ist das mit allem Zubehör recht realistisch. In diesem Betrag sind alle oben genannten Zubehörteile enthalten. Ein einfacher Schleier, Stockmeißel und Abkehrbesen kosten zusammen etwa 50 bis 60 €, ein Smoker etwa 30€. Diese Dinge schafft man sich ja nur einmalig an. Eine neue Beute hält ebenfalls mehrere Jahre.

Einmalige Anschaffungen sind eine Honigschleuder, die neu bis durchaus 500 € kosten kann. Es gibt übrigens auch gebrauchte. Die sind deutlich günstiger zu erhalten. Eine Honigschleuder könnte man sich auch leihen. Manche Imkervereine bieten diesen Service an. Ein Rührstab für den Honig und Honigeimer kommen hinzu. Hier liegen die Kosten sehr unterschiedlich weit auseinander. Kunststoffeimer sind recht preiswert, bei Metall zahlt man schnell ca. 160 Euro. Zum Honigrühren empfiehlt sich ein spezieller Stab, Kosten ca 40 bis 100 €. Später kommen Kosten für Honiggläser und Etiketten hinzu. Deren Höhe liegt mengenabhängig bei ungefähr 40 Cent je Glas.

Nicht zu vergessen sind die Kosten für die eigentlichen Bienen. Falls man keinen Ableger oder Volk umsonst bekommt, zahlt man ca. 60/70 € für einen Ableger und bis zu ca 150 € für ein Volk.

 

Die Logistik

Was ist gemeint? Man benötigt Lagerkapazitäten für Zargen, Mittelwände, Waben, Rahmen, das Honig-Equipment. Das Material muß an seinen Aufstellungsort gebracht werden. Also sollte der Ort der Bienen möglichst dicht mit einem PKW ansteuerbar sein. Mit Honig gefüllte Zargen können 30 und mehr Kilogramm wiegen. Auch sie wollen transportiert sein.

Die meisten Sachen kann man über das Internet bei Zubehörhändlern bestellen, übrigens auch Bienenvölker. Ebay-Kleinanzeigen sind hier sehr hilfreich.

 

 

 

Der Wohnraum der Bienen: die Beuten (1)

 

Heutzutage hat sich für die Bienenzucht die inzwischen sehr weit verbreitete Magazinimkerei durchgesetzt.

Wir alle kennen sicherlich noch das Bild vom Bienenkorb, einem glockenähnlichen Gebilde aus Stroh, als überliefertes und traditionelles Wohnhaus für Bienen. In dessen Inneren bauen Bienen wild drauf los, weil hier keine ordnungsgebende Struktur vorhanden oder vorgegeben ist. Die Wabenwände werden parallel geführt, von oben nach unten gebaut und an den Rändern fest mit dem Korb verbunden. Man nennt dies Stabilbau. Um an den Honig zu gelangen, muß das gesamte Wabenmaterial herausgeschnitten und damit der vorhandene Lebensraum zerstört werden. Das ist natürlich unpraktisch.

Wildbienen leben und bauen in Hohlräumen wie z. B. Baumstämmen, Erdhöhlen. Unsere Vorfahren hatten dieses ausgenutzt und Höhlungen in Baumstämme geschlagen und mit einem Brett teilweise verschlossen. Zum Honigernten mußten sie auf die Bäume klettern. Die Menschen, die diese Tätigkeit ausübten, hießen Zeidler. Sie besaßen das Recht zum Tragen einer Armbrust und waren verpflichtet, Kaiser und Reich zu dienen [1].

Bienen benötigen kein Tageslicht, um sich in ihrer Behausung zu orientieren. Zur Brutpflege ist es wichtig, im Inneren eine Temperatur von 35° Celsius möglichst konstant zu halten. Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Entsprechend wird auch das Bauen bzw. Brüten nach oben bevorzugt.

Unter Beachtung dieser Bedingungen ist in vielen Ländern die sogenannte Magazinbeute als Bienenwohnung entstanden. Über die geschichtliche Entwicklung schreibe ich später.

Es gibt zwei grundverschiedene Typen von Beuten:

bei der Hinterbehandlungsbeute ist der Zugang zum Inneren auf der Rückseite, also hinten, während er bei der Oberbehandlungsbeute von oben erfolgt. In Deutschland war lange Zeit die Hinterbehandlungsweise verbreitet. Die Oberbehandlung kam aus Amerika und hat sich bei uns inzwischen als Standard durchgesetzt.

Im Prinzip haben alle Oberbehandlungsbeuten den gleichen Aufbau. Ich beschreibe ihn analog zum Hausbau:

 

Dachgeschoß Außendeckel aus Blech als Abschluss zum Schutz des gesamten Baus, der flach und überkragend auf dem Innendeckel aufliegt
6. Etage Innendeckel, der die Beute in der Höhe abschließt
5. Etage Absperrfolie, die die Bienen am weiteren Wachstum in die Höhe hindert
4. Etage Zarge für den Honigraum: hier deponieren die Bienen ihren Honig.
3. Etage Absperrgitter: die Maschen sind so gewählt, dass nur die Arbeiterinnen hindurch schlüpfen können, nicht aber die etwas größere Königin. Dadurch ist der Honigraum frei von Bienenbrut.
2. Etage Zarge, die den oberen Brutraum bildet
1. Etage Zarge, die den unteren Brutraum bildet
Erdgeschoß Bodenkonstruktion mit dem Einflugloch vorne und weiteren Einbaumöglichkeiten, nach oben hin offen, nach unten hin meist auch, aber durch ein engmaschiges Gitter für Bienen unpassierbar
Keller nicht vorhanden

 

 

In alle Zargen werden Rahmen gehängt, in die zu Beginn eine dünne Wachsplatte gelötet oder geschmolzen wird. Auf dieser Mittelwand errichten die Bienen zu beiden Seiten ihre Waben. Erst nach deren Fertigstellung können die Waben für die Brut oder den Honigeintrag verwendet werden.

Dieses Prinzip ist für alle Beuten gleich, doch unterscheiden sie sich in vielen verschiedenen Punkten: Größe und Anzahl der Rahmen, Material der Beuten, Aufbau der Zargen, Richtung, in die die Rahmen gehängt werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beutentypen wie Dadant, Deutsch Normalmaß (DN oder DNM), Zander, Langstroth. Darüber schreibe ich an anderer Stelle ausführlich weiter.

Anmerkungen/Quellenangaben

[1] Der Wochenendimker , Karl Weiß, Kosmos Verlag, S. 34, 12. Auflage 2003

Wie alles anfing

Nachdem ich mich entschlossen hatte, mit dem Imkern zu beginnen, bin ich von vielen Leuten angesprochen und gefragt worden, wie das denn so gehe. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich entschlossen, dieses Blog zu schaffen und zu erzählen. Imkern ist spannend und bringt viel Spaß. Daran dürfen und sollen andere gerne teilhaben……. Da viele Menschen hiervon wenig wissen, werde ich versuchen in diesem Blog auch vieles über die Imkerei zu erklären.

Als Kind war ich öfter bei einem Nachbarn und Schrebergartennachbarn meiner Eltern. In der Schrebergartenanlage besaß er ein großes Bienenhaus und hatte mich öfters dorthin mitgenommen. An Erinnerungen ist nicht mehr viel geblieben. Oft sehe ich den Mann noch mit seinem Schleier und einer rauchenden Pfeife.

Am 14. April fand in Frankfurt auf dem Lohrberg ein Vortrag des Frankfurter Imkervereins zum Thema Bienen und Imkern statt. Nachdem ich vorher immer wieder meinem Mann erklärt hatte, dass ich Lust zum Bienenzüchten hätte, aber niemals „in die Puschen gekommen“ bin, hatte er mich zu diesem Vortrag geschleppt. Dort war beim ersten Sonnentag nach dem Winter alles hoffnungslos überfüllt. Stinkig und sauer wollte ich wieder verschwinden, ließ mich aber überreden, dort zu bleiben und beim Kaffeetrinken auf die Wiederholung des Vortrages um 10 Uhr zu warten.

Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Zum einen waren es nur noch knapp zehn Zuhörer und zum anderen war der Vortrag von Alfred Meixner sehr motivierend für mich bzw. für uns.

Nach einem kurzen Gang zu den Bienenstöcken auf dem Lohrberg waren wir uns sehr schnell einig, dass wir beide am angebotenen Praktikum des Frankfurter Imkervereins teilnehmen werden. Fast jeden folgenden Mittwoch fand dann um 17 Uhr im Frankfurter Wasserpark dieses Praktikum statt.

Unter Anleitung von Alfred Meixner, der Vorsitzenden des Frankfurter Imkervereines, haben wir dann viele der anfallenden Tätigkeiten geübt und gelernt bis hin zur Königinnenzucht.

Natürlich haben wir auch mehrere Ableger gebildet. Oft kam das Thema auf, woher jeder denn sein erstes eigenes Volk bekommen könnte. Eine Möglichkeit war, eines der Ablegervölker zu erwerben. Doch solange wollte ich nicht mehr warten und es war auch bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen ungewiss, ob ich eines davon abbekommen könnte.

Über das Internet habe ich dann Imker gesucht, die Völker verkaufen wollen. Bei den Ebay-Kleinanzeigen habe ich viele Anzeigen gefunden. Leider waren die angebotenen Ableger oft sehr weit entfernt oder in einem Rähmchenmaß, mit dem ich nicht arbeiten wollte oder es fehlte ein neues Gesundheitszeugnis. Nach langem Suchen fand ich dann eine Imkerin in der Nähe von Karlsruhe. Es entspann sich ein sehr schöner Email-Kontakt und daraus resultierte die Zusage, ich könnte drei Ableger übernehmen, wenn sie soweit wären. Soweit sein hieß, dass das Volk stark genug für eine Abgabe und Umzug ist.

Zwischenzeitlich habe ich in Schlüchtern die Beuten bestellt. Für die Nicht-Imker: Beuten sind die „Häuser“ eines jeden Bienenvolkes. In Schlüchtern werden sie von einer Behindertenwerkstätte gebaut. Aus den Erfahrungen des Praktikums heraus habe ich mich für das Zandermaß entschieden. Zum Start habe ich drei komplette Holzbeuten mit allem nötigen Zubehör und hundert Rahmen zum Einhängen bestellt.

Für Nicht-Imker: so eine Beute besteht aus mehreren Teilen: zuunterst steht der Boden mit dem Flugloch, der „Haustür“ zum Rest des Hauses. Der Boden ist nach unten offen und durch Drahtgitter gesichert. Auf diesen Boden kommen die „Zargen“. Sie stellen den eigentlichen Wohnraum der Bienen dar. In jeder Zarge werden Rähmchen gehängt. Diese sind mit einer Mittelwand aus Bienenwachs bestückt. Auf ihnen bauen die Bienen auf beiden Seiten der Wand ihre Waben. Zehn Rahmen passen in eine Zarge hinein. Je nach Stärke und Größe des Volkes kommt auf diese erste noch eine zweite Zarge mit Rahmen. Um später Honig zu ernten, fügt man eine dritte Zarge mit Rahmen hinzu. Zwischen die zweite und dritte Zarge wird ein Absperrgitter gelegt. Seine Maschen sind so weit, dass die Bienen gut durchschlüpfen können und so eng, dass die Königin nicht hindurch kommt. Auf diese Weise wird verhindert, dass im Honigraum die Königin ihre Eier ablegt und Brut entsteht.

Inzwischen hatten wir ein riesiges Glück. Wir wußten noch nicht, wo wir unsere Bienen aufstellen konnten. Durch Zufall ergab es sich, dass in unserem Neubaugebiet eine Interessengemeinschaft von der Stadt Frankfurt die Betreuung einer Streuobstwiese übernommen hatte. Als ich davon erfuhr und nachfragte, lief ich nur offene Türen ein. Vom Vorstand wurden Bienenzüchter gesucht…. So wurden wir uns schnell und unkompliziert einig.

Auf dem Gelände dieser Streuobstwiese bereiteten wir den Unterbau für die Beuten vor, ebneten das Gelände ein wenig ein, stellten Steine aus Beton auf, legten waagerecht Balken darüber, auf die die Beuten dann später gestellt werden sollten.

Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen
Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen

Am 8. Juni 2013 war es dann soweit. Spät am Nachmittag sind wir nach Nordbaden gefahren, im Kofferraum die leeren Beuten, um die neuen Bienen, unsere Bienen, zu holen. Wir haben je Beute zehn Rahmen erhalten, die gut mit Brut und Bienen besetzt waren. Um die noch draußen fliegenden Bienen nicht alleine zurückzulassen, haben wir noch eine Stunde gewartet, damit sie gleich in ihr neues Zuhause fliegen konnten.

Gegen 23 Uhr waren wir mit ihnen daheim und haben sie auf einer Streuobstwiese aufgestellt. Im Dunkeln trugen wir die Beuten zu ihrem zukünftigen Standort. Hierbei geschah es, nachdem ich die Fluglöcher geöffnet hatte, dass ich quasi zum Dank von einer Biene beim Bücken an einer äußerst empfindlichen Stelle am Allerwertesten gestochen worden bin.

 

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(c) Markus Schaufler von der IG Riedberg

 

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So sieht es dann nach einigen Wochen und dem Aufsetzen der zweiten Zarge aus. Die Bienen hatten sich kräftig vermehrt und brauchten mehr „Wohnraum“.