Bilder und Rückblicke aus der Sicht unserer Praktikumsteilnehmer des Jahres 2015

Der Frankfurter Imkerverein bildet im Rahmen seiner Möglichkeiten jedes Jahr Anfänger zu Neuimkern aus. Diese Ausbildung, genannt Praktikum, findet in verschiedenen Gruppen statt. Ein Teil der Gruppen wird am Lehrbienenstand in Sachsenhausen ausgebildet, eine Gruppe bei uns auf dem Riedberg.

Einer unserer Teilnehmer der Neuimkergruppe 2015 war Florian Eidam. Er hatte mehrere Male seine Kamera dabei und mir seine Bilder zum Veröffentlichen dankenswerterweise überlassen. Das Urheberrecht für diese Photos liegt ausnahmslos bei Florian Eidam. Die Reihenfolge der Bilde ist willkürlich.

Bienen im Anflug zu ihrer Beute nach dem Einschlagen des Restvolkes in das Beuteninnere
Bienen im Anflug zu ihrer Beute nach dem Einschlagen des Restvolkes in das Beuteninnere

 

Bienen im Anflug zu ihrer Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Wohnung, dem Bienenstock oder Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Wohnung, dem Bienenstock oder Beute
Bienen im Anflug vor ihrer Beute. Beute = Bienenstock, ihre "Wohnung"
Bienen im Anflug vor ihrer Beute. Beute = Bienenstock, ihre „Wohnung“
An der Außenwand anhaftende Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Kurze Zeit später sind sie durch das Einflugloch in das Beuteninnere gezogen.
An der Außenwand anhaftende Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Kurze Zeit später sind sie durch das Einflugloch in das Beuteninnere gezogen.
Restliche Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern zurück zu ihrem Volk, klettern nach oben und ziehen durch das offene Anflugloch in die Beute ein.
Restliche Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern zurück zu ihrem Volk, klettern nach oben und ziehen durch das offene Anflugloch in die Beute ein.
Bienen nach dem Umsetzen und Abschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern ins Innere und ziehen zwischen die erkennbaren Rahmen.
Bienen nach dem Umsetzen und Abschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern ins Innere und ziehen zwischen die erkennbaren Rahmen.
Restliche Bienen auf dem Erdboden nach Einfangen eines Schwarmes
Restliche Bienen auf dem Erdboden nach Einfangen eines Schwarmes
Bienen an den Unterkanten einer aufgeklappten Zarge
Bienen an den Unterkanten einer aufgeklappten Zarge
Anflugbrett mit vielen gelandeten Bienen
Anflugbrett mit vielen gelandeten Bienen
Anflug von Bienen
Anflug von Bienen
Anflug von Bienen. Sehr gut sind die Pollenhöschen als gelbe Flecken zu erkennen.
Anflug von Bienen. Sehr gut sind die Pollenhöschen als gelbe Flecken zu erkennen.
Neuimkergruppe und Gäste vom public beekeeping. In der Mitte Matthias Adler
Neuimkergruppe und Gäste vom public beekeeping. In der Mitte Matthias Adler
Neuimkergruppe 2015 beim Begutachten einer Beute
Neuimkergruppe 2015 beim Begutachten einer Beute
Ablegerkasten mit Bienen im Anflugbereich. Links erkennbar ein Königinnenzuchtrahmen
Ablegerkasten mit Bienen im Anflugbereich. Links erkennbar ein Königinnenzuchtrahmen
Ablegerkasten mit Bienen davor
Ablegerkasten mit Bienen davor
Ablegerkasten links und Königinnenzuchtrahmen rechts
Ablegerkasten links und Königinnenzuchtrahmen rechts
Links ein Ablegerkasten, rechts ein Zuchtrahmen für die Königinnenzucht
Links ein Ablegerkasten, rechts ein Zuchtrahmen für die Königinnenzucht
Blick auf die Rahmenoberkanten einer Beute
Blick auf die Rahmenoberkanten einer Beute
Blick in eine Beute nach Entnahme eines Rahmens
Blick in eine Beute nach Entnahme eines Rahmens
Neuimkergruppe: wir üben das Abschlagen der Bienen vom Rahmen
Neuimkergruppe: wir üben das Abschlagen der Bienen vom Rahmen
Neuimkergruppe mit Matthias Adler
Neuimkergruppe mit Matthias Adler
Kippkontrolle: zwei übereinander stehende Zargen werden dazu aufgeklappt
Kippkontrolle: zwei übereinander stehende Zargen werden dazu aufgeklappt
Völkerkontrolle als Kippkontrolle mit Holmer Drews (rechts)
Völkerkontrolle als Kippkontrolle mit Holmer Drews (rechts)
Anfliegende Bienen
Anfliegende Bienen
Die Neuimkergruppe und Gäste beim public beeking
Die Neuimkergruppe und Gäste beim public beeking
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Traube von Bienen unter den Rahmenunterkanten einer Zarge
Traube von Bienen unter den Rahmenunterkanten einer Zarge
Bienentraube auf den Unterseite von Rahmen hängend. Die Bienen wurden zuvor als Schwarm in die Beute geschlagen.
Bienentraube auf den Unterseite von Rahmen hängend. Die Bienen wurden zuvor als Schwarm in die Beute geschlagen.
Bienen zwischen zwei Rahmen in der Wabengasse
Bienen zwischen zwei Rahmen in der Wabengasse
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (in der Mitte, gebückt) beim Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (in der Mitte, gebückt) beim Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (gebückt) während Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (gebückt) während Arbeiten an den Bienenvölkern
Blick in eine Beute zwischen zwei aufgeklappten Zargen.
Blick in eine Beute zwischen zwei aufgeklappten Zargen.
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Eine göffnete Beute mit ihren Magazinrahmen
Eine göffnete Beute mit ihren Magazinrahmen
Aus einer geöffneten Beute wird ein Rahmen gezogen.
Aus einer geöffneten Beute wird ein Rahmen gezogen.
Eine geöffnete Bienenbeute mit dem Smoker, der den Rauch liefert.
Eine geöffnete Bienenbeute mit dem Smoker, der den Rauch liefert.
Bienen im Anflug zu ihrem Stock- Die gelben Punkte der anfliegenden Biene sind Pollenhöschchen an den Hinterbeinen.
Bienen im Anflug zu ihrem Stock- Die gelben Punkte der anfliegenden Biene sind Pollenhöschchen an den Hinterbeinen.
Was braucht der Imker als eines seiner Standardwerkzeuge? Richtig: Rauch. Bienen auf einem Rahmen.
Was braucht der Imker als eines seiner Standardwerkzeuge? Richtig: Rauch. Bienen auf einem Rahmen.
Der Etappenschwarm im Kofferraum auf dem Weg in seine neue Heimat
Der Etappenschwarm im Kofferraum auf dem Weg in seine neue Heimat
Riedberg, am Kätcheslachweiher: ein Bienenschwarm in seiner typischen Traubenform
Riedberg, am Kätcheslachweiher: ein Bienenschwarm in seiner typischen Traubenform
Eine gefangene Drohne wartet im Clipkäfig darauf gezeichnet zu werden
Eine gefangene Drohne wartet im Clipkäfig darauf gezeichnet zu werden
Eine mit weißem Plättchen markierte Drohne. Der korrekte Sitz in der Mitte des Brustkorbes muss noch geübt werden.
Eine mit weißem Plättchen markierte Drohne. Der korrekte Sitz in der Mitte des Brustkorbes muss noch geübt werden.
Der gefangene Etappenschwarm wird abtransportiert
Der gefangene Etappenschwarm wird abtransportiert
Ein am Kätcheslachweiher auf dem Riedberg gefangener Bienenschwarm, Name: Etappenschwarm, ist in seiner Beute, die für den Abtransport verschnürt wird
Ein am Kätcheslachweiher auf dem Riedberg gefangener Bienenschwarm, Name: Etappenschwarm, ist in seiner Beute, die für den Abtransport verschnürt wird
Sebastian übt das Königinnenzeichnen an einer Drohne
Sebastian übt das Königinnenzeichnen an einer Drohne

Diese Bilder geben einen kleinen und unvollständigen Überblick über das, was wir so während des Praktikums gemacht haben.

Ende August hat sich die Neuimkergruppe zuletzt getroffen. Zwei Teilnehmer haben uns ihre gemachten Erfahrungen und Erlebnisse als Rückmeldung gegeben. Ich möchte diese Feedbacks hier gerne veröffentlichen, um auf diesem Wege zu zeigen, was wir so alles machen, wie mann oder frau das Imkern erlernen kann.

Die erste Rückmeldung stammt von Regine:

„Das Thema Bienen und Honig fand ich schon immer sehr faszinierend, es hatten sich aber nie für mich Gelegenheiten ergeben, die Bienen wirklich näher kennenzulernen. Jedenfalls nicht, bis ich auf den Schnupperkurs im Main Äppel Haus gestoßen bin. Genau das Richtige für mich, ohne jegliche Erfahrung, einfach mal einem Imker über die Schulter zu gucken, und in die Nähe von Bienen zu kommen. Andere Insekten stressen mich normalerweise, deshalb war ich sehr gespannt, wie ich meinen inneren Spagat zwischen Faszination und Stress aushalten könnte und ob das nicht nur eine Idee wäre, die am Ende für mich nicht wirklich Sinn machen würde.;-)

 Holmer und Matthias teilten jedem Praktikant ein bestimmtes Volk als Pate zu,- so fühlte man sich verantwortlich für „sein“ Volk und konnte eine Menge durch den Vergleich mit den jeweiligen Nachbarvölkern lernen. Mein Schlüsselerlebnis war ziemlich am Anfang, als ich als eine der ersten in der Gruppe den Drohnenrahmen von Bienen frei machen sollte,-durch einen Schlag auf die Hand, die den Rahmen hält. Ich schlug viel zu zaghaft auf meine Hand, -es fielen nur ein paar Bienchen ab, und einige setzten sich auf meiner Hand ab und krabbelten drauf rum. Also konnte ich kein weiteres Mal draufhauen, so gab ich den Rahmen an Holmer, der den Rest erledigte. Im ersten Moment war ich ganz schön erschrocken, aber dadurch habe ich gemerkt, dass die Bienen sich nicht besonders für einen interessieren, wenn man ruhig bleibt. Das Erlebnis habe ich mir zu Herzen genommen, und mein Stress wurde mit jedem Tag Praktikum weniger, auch wenn die Bienen mal  lauter wurden.

Mit dem Erfahrungsbericht möchte ich ein ganz dickes Dankeschön und Lob an Holmer und Matthias geben, die nie müde wurden unsere Fragen auch zum 3. Mal zu beantworten, die mit viel Spaß bei der Sache alles anfängerfreundlich erklärt haben und neben den ernsthaften Themen immer für einen Spaß zu haben waren. Ich möchte auf jeden Fall nächstes Jahr selbst mit dem Imkern anfangen, ich fühle mich durch das Praktikum gut gerüstet. Viele Sachen kann man auch nicht vor Ort erklären, das muss man sich selbst anlesen oder kreativ werden. Es ist ja ein Praktikum und keine offizielle Ausbildung. Mit Sicherheit wird es noch Fragen geben, die sich dann aus der Praxis ergeben, aber da habe ich ja jetzt beste Connections…“

Von Sebastian kamen diese Zeilen:

„Was macht man, wenn man an der Idee, Honig selbst zu ernten, Gefallen gefunden hat, aber der Funke für die Initialzündung fehlt?
Den Wunsch mit der Imkerei zu beginnen habe ich schon seit längerem, aber auch nach dem Lesen von verschiedenen Büchern hierzu
bleibt immer noch viel Unverstandenes und eine große Unsicherheit.
Es ist halt etwas anderes, einen Kartentrick nach Anleitung zu üben, als nach einer guten „Bienenlektüre“ mal eben anzufangen, sich ein Bienenvolk zuzulegen, und zu sehen, was aus den Bienen wird…
Und siehe da, der Frankfurter Imkerverein bietet einen Kurs genau für mich an, bei dem ich ohne die große Verantwortung (und die Kosten der Erstanschaffungen) erfahrene Imker bei der Arbeit begleiten kann, Erfahrung sammele, Fragen zu meinem theortischen Wissen stelle und mir ein Bild vom Aufwand der Bienenbetreuung mache.
Also ran an die Bienenvölker…
Die Treffen waren Sonntag Vormittags und Holmer und Matthias haben uns (10-15 Bieneninteressierte) die Patenschaft für ein Bienenvolk übertragen, das wir dann mit ihrer fachkundigen Hilfe über das gesamte Bienenjahr betreut haben. Durch das tolle Gelände am Riedberg, was mitlerweile 16 Völkern Platz bietet, erlebte ich nicht nur das Arbeiten an „meinem“ Bienenstock Nr.8, sondern lernte auch Schwierigkeiten und Probleme kennen, die vielleicht nicht bei mir auftraten, aber dafür bei einem anderen Bien. Das hat mir die Bandbreite gezeigt, wie unterschiedlich sich Bienenvölker entwickeln. Wir hatten zur gleichen Zeit viele verschiedenen Szenarien, und lernten, was es  für Schwierigkeiten
zu meistern gab.
Es wurden:
-Weiselzellen in andere Völker versetzt, die ohne Königin waren,
-Völker geteilt um das Schwärmen zu vermeiden,
-Schwärme eingefangen,
-Zucht-Königinnen in Völker gesetzt
und vieles mehr.
Ich habe schon sehr schnell gemerkt, wie aus der Fachtheorie (aus meinem Buch) Fachpraxis wurde und ich die Angst vor dem ein oder anderen unkaren Punkt verlor.
Ich hatte Profis als Ansprechpartner für  alle Fragen, die ich hatte und die mir noch einfallen würden.
Also habe ich noch in diesem Kurs beschlossen, mit dem Imkern anzufangen, habe gleich dieses Jahr mit einem eingefangenen Schwarm begonnen (Danke, es geht ihm gut!) und habe es (bis auf ein paar Stiche) noch nicht bereut.
Vielen Dank für das tolle Bienenjahr und mein neues Hobby!“

Wenn Sie nun neugierig geworden sind und vielleicht selber das Imkern erlernen möchten, können Sie sich unter der eMailadresse kursanmeldung@frankfurter-imker.de anmelden. Sobald die Terminplanung für 2016 abgeschlossen ist, werden Sie dann benachrichtigt.

Königinnen zeichnen – Königinnen züchten – Versuche

Nachdem wir in der Neu-Imkergruppe das Zeichnen von Königinnen am 24. Mai 2015 geübt haben, kommt hier noch ein Nachschlag:

ich bin am 30. Mai 2015 zu einem Lehrgang gefahren. Auch hierbei ging es unter anderem um das Thema Königinnenzucht. Vormittags kam die Theorie, nachmittags die Praxis.

Das Kennzeichnen von Königinnen haben wir mit unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen geübt. Das Prinzip ist dabei stets das gleiche: die Königin wird gefangen, festhalten, markiert und anschließend wieder ihrem Volk zugesetzt. Die Hilfsmittel ändern sich hierbei nur. Eine Variante ist das Opalithplättchen, das mit Schellack auf dem Rückenschild der Königin aufgeklebt wird. Die andere Möglichkeit der Markierung erfolgt mit einem Farbstift. Je nach Erfahrung und Befindlichkeit oder Mut der ausführenden Person, erfolgt die Kennzeichnung nur per Hand (die Königin wird dabei zwischen zwei Fingern am Brustkorb festgehalten) oder mit röhrenartigen Hilfsmitteln, an deren einem Ende ein Verschluß mit einer Öffnung ist, an die die Königin von innen im Röhrchen herangeführt und darunter fixiert wird. Über die Öffnung (Schlitz oder Gitter) erfolgt die eigentliche Markierung.

 

Eine Möglichkeit zur eigenen Zucht von Königinnen geht über das Umlarven. Hierzu wählt man aus einem Volk, dessen Eigenschaften weitergegeben werden sollen, eine Wabe mit frisch geschlüpften Larven aus, die nicht älter als eineinhalb Tage sein sollen. Im Prinzip kopiert man damit auch einen Vorgang wie er im Bienenstock beim Nachschaffen von Weiselzellen stattfindet.

Die jungen Larven beziehungsweise Maden werden mit einem Instrument auf dem Boden der Wabenzelle aufgegabelt, angehoben und in eine künstliche Weiselzelle gelegt. Diese Zelle kann aus Bienenwachs oder aus Kunststoff sein. Wichtig ist dabei der besonders vorsichtige Umgang, um die Larve nicht zu verletzen. Nach diesem Umlarven wird die neue Weiselzelle in ein Pflegevolk ohne Königin gehängt. Durch das Fehlen einer Königin ist dieses Volk darauf bedacht, sich schnellstmöglich eine neue Königin heranzuziehen und nimmt diese Gabe in der Regel gut an.

Auf diese Art und Weise kann man sich eine oder auch mehrere Königinnen heranziehen. Im letzten Fall bildet man dazu einen Pflegevolk-Ableger aus mehreren Völkern, einen sogenannten Sammelbrutableger, in dem dann über einige Wochen viele Königinnen heranziehen kann.

Soweit die Theorie. Mir selber ist vor wenigen Wochen von zehn umgelarvten Maden nicht eine einzige im Pflegevolk angenommen worden. Im letzten Jahr hingegen hatte die Methode gut funktioniert.

Königinnen zeichnen – erste Versuche

Damit man die Königin leichter in dem Gewimmel und Gewusel im Volk finden kann, ist es hilfreich, sie zu kennzeichnen. Dazu klebt man auf den Rückenschild ein Plättchen aus Opalith auf oder betupft den Rückenpanzer mit einem farbigen Lack. Es hat sich eingebürgert, die Farben nach einem festen Fünfjahreszyklus zu wählen. Dadurch ist der Jahrgang der Königin auf den ersten Blick zu erkennen. Jedes Jahr bekommt eine feste Farbe zugewiesen. Da wohl keine Königin älter als fünf Jahre wird, reichen fünf Farben aus. Für 2015 ist die Farbe Blau, für 2016 wird sie Weiß sein. 2014 war Grün vorgegeben.

Ich habe mich bislang nie getraut eine Königin zu kennzeichnen. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, das bei der Ausbildung der diesjährigen Neu-Imkergruppe zu üben. Am einfachsten geht das Üben mit Drohnen, weil sie keinen Stachel haben. Am 24. Mai 2015 haben wir das Kennzeichnen trainiert. Mit einem Fangclip oder Fangkäfig wurden ein paar Drohnen gefangen.

Fangkäfig oder Fangclip mit einer Drohne

                                                                                                     Fangkäfig oder Fangclip mit einer Drohne

Alternativ kann man eine Drohne auch in einen Metallkäfig laufen lassen, dessen Eingang anschließend versperrt wird.

Drohne im Gitterkäfig, in den sonst die Königin eingefangen wird
Drohne im Gitterkäfig, in den sonst die Königin eingefangen wird

Kenner oder Könner greifen sich die Königin und halten sie zwischen zwei Fingern fest. Als Anfänger in dieser Disziplin traue ich mir das jedoch nicht zu und verwende stattdessen ein Zeichengerät. Dabei handelt es sich um einen Plexiglaszylinder, der am oberen Ende konisch zuläuft und einen Schlitz besitzt, der so eng ist, dass die Königin nicht durchschlüpfen kann. Mit Hilfe eines beweglichen Schaumstoffkissens zwingt man die Königin (in diesem Fall Drohne) sich so zu positionieren, dass sie am Schlitz zu liegen kommt. Damit ist der Rücken frei und kann nun markiert werden ohne das Tier zu verletzen.

Drohne in einer Stempelvorrichtung mit Schlitz oben zum Zeichnen
Drohne in einer Stempelvorrichtung oder Zeichengerät mit Schlitz oben zum Zeichnen

Auf dem Bild ist rechts oberhalb des Zeichengerätes ein Holzgriff zu erkennen an dessen Enden je ein Metallköpfchen zum Aufnehmen des Klebers ist. Ein Gläschen mit Kleber (Schellack) steht links oberhalb des Zeichengeräts.

Drohne im Zeichengefäß
Drohne im Zeichengefäß

Ein Tropfen Kleber wird auf dem Rückenschild möglichst in dessen Mitte aufgebracht. Anschließend wird ein Opalithplättchen auf den flüssigen Kleber leicht angedrückt. Nach wenigen Sekunden ist die Prozedur vorbei und die Königin (Drohne) gekennzeichnet.

Mit weißem Plättchen gezeichnete Drohne
Mit weißem Plättchen gezeichnete Drohne

Dieses Plättchen sitzt zwar noch nicht in der Mitte, aber so sieht es anschließend aus. Also heißt es weiter üben ….

Oxalsäurebehandlung 2014

Am 4. Advent 2014 haben wir bei einer Außentemperatur von 6 Grad Celsius unsere diesjährige zweite Behandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Unterstützt wurden wir dabei von drei Mitgliedern unserer Neuimkergruppe 2014.

Die einzelnen Völker waren sehr unterschiedlich von ihrer Größe her, aber auch von ihrem Verhalten. Bereits das erste geöffnete Volk war ziemlich aggressiv, die übrigen weniger. Beim Reflektieren und gemeinsamen Besprechen mit allen fünf Imkern kamen wir zu interessanten Resultaten:

– seit den letzten Arbeiten im Sommer sind wir in der dadurch entstandenen Pause wieder ein wenig unsicherer im Umgang mit den Bienen geworden, es fehlte die gewohnte Routine,

– ab dem zweiten Volk haben wir einfach zügiger gearbeitet und uns weniger um Details gekümmert.

 Alle Völker sind zurzeit brutfrei. Die Völkergröße ist sehr unterschiedlich. Bei einem Volk rechnen wir vorsichtshalber damit, dass es den Winter wohl nicht überleben wird, weil es recht klein zu sein scheint. Ein Teil der Bienen in den einzelnen Beuten hält sich im oberen, ein anderer im unteren Brutraum auf. In diesen Fällen ist die obere Zarge nahezu bienenfrei. Erst beim Kippen der oberen Zarge war das Volk unten in seiner Größe erkennbar. Freudig überrascht waren wir von unserem jüngsten Kind, dem Sammelbrutableger. An und mit ihm hatten wir die ersten Versuche einer Königinnenzucht durch Umlarven unternommen. Dieses Volk ist kräftig und sehr aktiv. Wir sind gespannt wie es den Winter überstehen wird.

In jedem der Völker haben sich die vorhandenen in der Beutenmitte zu einer Traube zusammengezogen. In die zugehörigen Wabengassen haben wir ein Gemisch aus 3,5%iger Oxalsäure und Zucker geträufelt. Die Bienen wurden damit benetzt. Wenn sie sich anschließend gegenseitig putzen, nehmen sie die Oxalsäure mit dem Zucker auf. Die Oxalsäure geht in das Blut, genauer gesagt in die Hämolymphe, der Bienen über und säuert das Blut an. Wenn die vorhandenen Varroamilben die Bienen beißen und durch die Bißwunde die angesäuerte Hämolymphe aufnehmen, sterben sie ab, weil sie diesen veränderten pH-Wert nicht vertragen. Für die Bienen ist der etwas angesäuerte pH-Wert unschädlich.

 

Mit einer klassischen Injektionsspritze wird die Oxalsäure aufgezogen

 

und anschließend in die Wabengassen geträufelt. Die Bienen werden dabei durchaus benetzt. Dies ist übrigens der erwähnte Sammelbrutableger vom Sommer.

 

                                Die obere Zarge oder der obere Brutraum ist leer. Man kann durch die Wabengassen hindurch sehen. Die Wintertraube sitzt unten.                       Die Oxalsäure wird auch hier in die Mitte der Wabengassen geträufelt.

Bienen in den Alpen 2014

In diesem Sommer sind wir wieder einmal über und durch die Alpen gelaufen und haben dabei natürlich nach Bienen und Bienenständen Ausschau gehalten.

Generell gilt in diesem Jahr, dass das Wetter nicht sehr bienenfreundlich war und so gut wie alle Gesprächspartner darüber heftig geklagt haben.

Beim Anstieg zur Rappenseehütte in Oberstdorf/Allgäu sahen wir auf einer Alpe den ersten Bienenstock. Leider war er zu weit entfernt, um ihn genauer von außen betrachten zu können. Von daher lässt es sich auch nicht eindeutig beschreiben, um welches Rahmenmaß es sich hierbei handelt.


In den Zentralalpen haben wir aufgrund der Höhe keinerlei Bienen gefunden. Erst wieder in Südtirol:
Beim Anstieg in den Sarntaler Alpen von Aberstückl zur Meraner Hütte stießen wir am Ende des sogenannten „Sagenweges“ auf diese Bienenstöcke:


Die Beuten waren für uns sehr ungewöhnlich und passten nicht in unser gewohntes Bild. Auf der benachbarten Durralm konnte uns die Wirtin leider auch keine weiteren Auskünfte erteilen.

Beim Abstieg von der Meraner Hütte nach Sarnthein lockte uns das Schild „Bienenhof“, also machten wir einen kleinen Abstecher dorthin. Schon auf der Landkarte war uns dieser Name aufgefallen, wir hielten ihn aber nur für eine alte Flurbezeichnung.

 

 

Auf diesem Bienenhof und in seiner Umgebung stehen etwa 180 Bienenvölker. Das ist schon eine sehr stattliche Anzahl. Wir führten ein sehr langes Gespräch mit der Betreiberin, die ihren Namen und die Adresse des Hofes nicht genannt sehen möchte, da ihr für gewöhnlich in ihrem Arbeitsalltag während der Bienensaison keine Zeit bleibt, sich um Besucher zu kümmern. Honig ist für sie eher zweitrangig und ein Zusatzbrot. Hauptsächlich werden hier Bienenköniginnen gezüchtet. Mindestens 2000 Königinnen der Rassen Carnica und Buckfast verlassen den Hof jährlich und werden nach Italien und angrenzende Länder verschickt. Die Königinnen werden am Stand begattet oder zu einer Belegstelle in ein kesselartiges Seitental in etwa 20 km Entfernung gebracht.

 Aufgrund der Höhe des Bienenhohes auf etwa 1400 Meter muss die Betreiberin mit ihren Bienen auf Wanderschaft gehen. In der Blütezeit zieht sie in die Obstplantagen im Vintschgau und arbeitet sich dann langsam zur Zeit der Alpenrosenblüte in hohe Lagen vor, wobei sie am Tag bis zu 70 Bienenstöcke durch unwegsames Gelände transportieren muss.

Neuerdings experimentieren die Besitzer auch mit einer neuseeländischen Bienenrasse, deren Bienen sehr sanftmütig und sehr ertragreich sind. Es handelt sich hierbei um eine Buckfastbiene.

Honig wird nur zum kleinen Teil entnommen und vermarktet. Spannend waren für mich dabei die Preise. Das Kilogramm kostet 12 €, das Pfund 7,20 €. Doch auch diese Preise sind noch immer nicht dazu angetan, die Arbeitsleistung und die Kosten einigermaßen akzeptabel abzudecken.

Interessant war auch die Vorgehensweise zur Varroabehandlung. Hier zeigt sich wieder, dass die klimatischen Bedingungen entscheidend für die Art der Behandlung sind. Anders als bei uns in Deutschland außerhalb der Berge wird nämlich nur Oxalsäure angewendet. Wenn wir im Sommer mit Ameisensäure arbeiten, bedarf es dazu schon recht hoher Temperaturen, um die Verdunstung zu fördern. Das ist in den Bergen nicht gegeben. Deshalb wird sowohl im Sommer als auch – wie bei uns – im Winter Oxalsäure eingesetzt.

 Oberhalb von Bozen liegt in Wolfsgruben der Plattnerhof. Dort befindet sich ein Bienenmuseum, über das ich in den nächsten Tagen gesondert berichten werde.


Unsere Bienen in den Medien – Die Lokale

Günther Michels, ein Reporter der Zeitung „Die Lokale – Monatszeitung für den Frankfurter Norden“ war am 20. Juli 2014 während des public bee-keeping zu Gast und schaute uns über die Schultern, stellte Fragen, machte Photos. Das Ergebnis seiner Arbeit veröffentlichen wir hier sehr gerne – auch unter dem Aspekt wie uns andere Menschen sehen.

Das Urheberrecht für alle folgenden Bilder liegt bei Günther Michels, der uns freundlicherweise gestattet hat, seine Photos und den Artikel hier zu veröffentlichen.

Sein Artikel steht auf Seite 7 in der Juli-Ausgabe der Zeitung Die Lokale – Monatszeitung für den Frankfurter Norden:

Die Imker vom Riedberg

Vor einem Jahr wurde eine Bienenzucht auf einem Grundstück hinter der Trattoria Ciceri angesiedelt, mittlerweile fließt der erste Riedberger Honig.

Riedberg. Wenn man vor der alten Streuobstwiese an den Riedberallen das Ape-Fahrzeug mit dem Bienenaufdruck stehen sieht, weiß man, die Imker sind wieder am werkeln. Ape heißt übrigens auf Deutsch Biene, passt ja. Vor einem guten Jahr haben Holmer Drews und Mathias Adler sich dazu entschlossen, ihre Begeisterung für die Bienenzucht in ein praktisches Vorhaben umzusetzen. Über den Imkerverein und die IG-Riedberg wurde ihnen für dieses interessante Projekt ein kleines Grundstück zur Verfügung gestellt, das für die Imkerei ideale Voraussetzungen bietet. Mittlerweile stehen hier 11 Bienenvölker und es konnte bereits der erste Honig des Riedbergs gewonnen werden. „Geplant ist noch bis zu 16 Völkern aufzustocken“, erklärt Holmer Drews. Die begeisterten Hobbyimker haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, diese Faszination der Bienenzucht anderen Interessierten näher zu bringen. Auf dem eigenen Blog www.bienenblog.eu erhält man ausführliche Informationen rund um die Bienenpflege und die Riedberger Bienenvölker. Außerdem treffen sich jeden Sonntag an der Streuobstwiese Imkergruppen, um zu lernen, wie man so eine Zucht führt. Am 20. Juli wurden den Besuchern die geschlüpften Königinnenwaben gezeigt. Die Gründung eines neuen Volkes sollte ins Leben gerufen werden und hierzu braucht man erst mal eine neue Königin. Von den zehn angesetzten Larven ist immerhin eine geschlüpft. Letztlich reicht auch eine aus, die anderen würden von den Arbeiterbienen ohnehin nach erfolgreichem Schlüpfen des ersten Exemplars abgetötet. Hört sich erst mal rabiat an, aber es ist wirklich faszinierend, mit welch einer durchorganisierten Systematik die Natur hier dieses Bestehen selbst reguliert. „Im Grunde ist ein Bienenvolk eine sehr demokratische Einrichtung“, so Drews. „Wohl eher eine parlamentarische Monarchie“, würde Adler es nennen. Auf jeden Fall ist dieses Funktionieren ein absolutes „Faszinosum“, wie die beiden es auch auf ihrer Internetseite beschreiben. Jeder kennt Bienen, jeder weiß wie sie aussehen und sicherlich wurde auch jeder schon mal von einer gestochen – Drews dieses Jahr bereits zwölf Mal. Jedoch kaum einer weiß genau Bescheid, wie sich diese Tiere in der Natur vor unserer Haustür verhalten und entwickeln. Man muss sich bei einem Besuch jedoch nicht auf Stiche einstellen, die Bienen sind recht friedlich, solange man sie nicht intensiv stört. Ein sonntäglicher Besuch um 11 Uhr bei den Riedbergimkern gibt einen schönen Einblick in die Bienenwelt. von Günther Michels

 

Holmer Drews und die Bienenvölker

Eine leere Zarge mit zehn Rahmen

Die Bienen vom Riedberg

Aufbau eines neuen Bienenvolkes

Aufbau eines neuen Bienenvolkes

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: Vorbereitung des Beutenbodens

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: Rahmen werden in den Brutraum gehängt

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: der Ableger aus dem das Volk entsteht

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: Rahmen aus dem Ableger werden umgehängt

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: der fast fertige Brutraum

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: der Königinnenzuchtrahmen

Aufbau eines neuen Bienenvolkes: der Königinnenzuchtrahmen

obere Reihe links: die Zelle aus der die Königin geschlüpft ist

Fertige Beute für das neue Bienenvolk

Einflugloch des neuen Bienenvolkes

Völkerkontrolle eines Bienenstockes mit aufgeklapptem Brutraum

Völkerkontrolle im oberen Brutraum

Matthias Adler und Holmer Drews mit einem Rahmen zur Kontrolle

Die große Biene – unsere Ape von Piaggio

Wenn wir mit der Ape im Einsatz sind …

Königinnenzucht (3)

Wir haben es geschafft und sind stolz:

Nur eine einzige Königin hatten wir während unseres Übe-Programmes zur Königinnenzucht erhalten. Da waren wir alle zunächst enttäuscht. Aber diese Königin hatten wir im Ableger belassen und gewartet, ob sie vom Hochzeitsflug zurückkommen würde. Ist sie!

Bei der heutigen Durchsicht der Waben dieses Ablegers haben wir ganz junge, frische Larven entdeckt. Dieser Fund lässt den Schluss zu, dass  eine begattete Königin hier ihre Eier abgelegt haben muss. Unsere Königin ist also zurückgekehrt und hat ihre Eiablage aufgenommen. Damit entsteht ein neues Volk.

Dieses Volk stammt aus einem Sammelbrutableger und hat nun eine Carnicakönigin.

Wir haben heute fünf zusätzliche Rahmen mit ausgebauten Waben eingehängt und damit die Zarge voll auf zehn Rahmen erweitert. Wegen der fortgeschrittenen Zeit im Jahr haben wir nicht einfach Mittelwände genommen, die noch zu Waben hätten ausgebaut werden müssen. Damit haben die Bienen es einfacher. Jetzt müssen sie sich noch ihren Wintervorrat zulegen und zahlenmäßig so anwachsen, dass sie den Winter überleben können. Im nächsten Jahr ist es dann ein Jungvolk. Es wird bei uns unter der Nummer 12 geführt.

In diesem Jahr ist die Tracht inzwischen weitgehend beendet. Das hat zur Folge, dass wir diesen Bienen sehr viel Starthilfe geben müssen. Das machen wir über eine Einfütterung. Als Tracht-Ersatz erhalten sie einen fertigen Futterteig aus Zucker. Der Teig wird innerhalb der Beute auf die Rahmenoberkanten gelegt. Damit haben die Bienen in ihrem Stock kurze Wege und stellen  sich auf diese Art und Weise selber ihren Wintervorrat her.

Königinnenzucht (2)

13.7.14 Heute war es soweit. Voller Neugier und Spannung haben wir den Ablegerkasten geöffnet. Der Zuchtrahmen steckte in der Mitte der fünf eingesetzten Rahmen. Nach der Herausnahme waren wir allerdings schon etwas enttäuscht: nur in einem einzigen der zehn Näpfchen haben war eine Königin entstanden. Im obigen Bild ist es das Näpfchen ganz links oben. Alle anderen Näpfchen waren leer. Die eingelegten Larven sind daraus verschwunden. Eine Ummantelung mit Wachs zum Bau einer Weiselzelle fand dort auch nicht statt. Lediglich etwas Wildbau ist tropfenförmig in der Mitte der oberen Reihe zu sehen. Im linken oberen Weiselnäpfchen bewegte sich noch eine Biene. Es war übrigens nicht die neue Königin, sondern eine Arbeiterin. Unten, fast an der Spitze, ist zu erkennen, wie das Wachs verschwunden ist. Es dürfte sich hierbei um die Schlupföffnung der Königin handeln.   Alles in Allem: die Ausbeute von 10% ist für uns als Anfänger nicht einmal so schlecht. Natürlich haben wir alle mehr erhofft. Immerhin war es für uns alle eine wertvolle Erfahrung. Königinnen nachzuziehen ist also gar nicht einmal so schwer. Den Kasten haben wir hinterher wieder verschlossen. Wir haben sein Inneres nicht nach der Königin durchsucht. Wir warten erneut ab, ob sie auf ihren Hochzeitsflug geht und zurückkehrt. Wenn ja, hätten wir einen neuen Ableger geschaffen als Grundlage für ein neues Volk.

Königinnenzucht (1)

Sie gilt als die Königsdisziplin in der Imkerei. Dabei ist sie gar nicht so schwer wie allgemein gesagt wird. Mit der Neuimkergruppe haben wir uns an der Königinnenzucht versucht.   Voraussetzungen sind:

  1. Ein weisel- beziehungsweise königinnenloser Ableger entweder als Brutableger oder zum Beispiel als Zwischenableger (früher Flugling/Saugling genannt). Wir haben hierfür einen Sammelbrutableger (=Brutwaben aus mehreren Völkern) gebildet.
  2. Ein Rahmen mit frisch geschlüpften Larven, die nicht älter als einen Tag sein sollen. Diesen haben wir aus einem unserer Völker entnommen.

Das Prinzip ist ganz einfach: mit Hilfe einer Umlarvnadel werden die frischen jungen Larven aus ihren Zellen gehoben und in entsprechende Näpfchen gelegt. Wir haben hierzu Kunststoffbecher verwendet, die in einen speziellen Königinnenzuchtrahmen passen. Dieser Rahmen wird mit den befüllten Bechern in den Brutableger gehängt. Die dort lebenden Stockbienen ziehen sich aus den Larven Königinnen heran.

3 – 5 – 8: die Königin ist gemacht. So lautet der Merkspruch für die biologische Entwicklung einer Königin. 3 Tage als Ei, 5 Tage als Larve, 8 Tage in der verdeckelten Brut, dann erfolgt der Schlupf.

Unsere Larven sind 4 Tage alt. Das bedeutet, dass in 12 Tagen die Königinnen schlüpfen würden. Wir haben 10 Becher mit Larven versehen. Erfahrungsgemäß ist die Erfolgsquote keine 100%. Es bleibt abzuwarten, wie viele Königinnen es bei uns zur Schlupfreife bringen.

 

 Ein Teilnehmer der Neuimkergruppe sucht eine Larve, um sie mit der Umlarvnadel in ein Näpfchen zu setzen

Das eigentliche Umlarven ist ein Gedulds- und Geschicklichkeitsspiel. In den Zellen werden die ganz jungen frischen auf dem Boden liegenden Larven gesucht. Mit der Umlarvnadel geht man auf den Boden der Zelle. Die Nadel hat eine Art Schaufelspitze. Diese abgeplattete Spitze wird unter die Scheitelkrümmung der Larve geschoben ohne sie dabei zu zerstören. Anschließend wird die Larve vorsichtig empor gehoben und in ihren neuen Behältnis ebenso vorsichtig wieder abgestreift.

Von einem erfolgreichen Umlarven habe ich den folgenden Clip erstellt:

https://www.youtube.com/watch?v=b6N67aDn0Jc