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24. Februar 2016 - Es ist früher Nachmittag. Draußen scheint die Sonne etwas durch den bewölkten Himmel. Die fast 7° C spüre ich manchmal als frühlingshaft warm. Mit der Kamera und den beiden Hunden laufe ich über den Riedberg, besuche dabei natürlich die Streuobstwiese mit unseren Bienen und entdecke die ersten deutlichen Boten des Frühlings. Knospen und aufgehende Blüten ...  Aus einigen Beuten wagen sich vereinzelt Bienen hervor. Hier haben also bis jetzt die Völker überlebt. Nicht  alles, was blüht, kann ich benennen...

Leittrieb des Bienenbaumes, Euodia huphehensis
Leittrieb des Bienenbaumes, Euodia huphehensis
Löwenzahn
Löwenzahn
Sorbaria sorbiflia - Fiederspiere
Sorbaria sorbiflia - Fiederspiere
NN
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Haselblte
Haselblüte
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Forsythie - leuchtend schön und hübsch anzusehen, aber für Bienen völlig ungeeignet
Forsythie - leuchtend schön und hübsch anzusehen, aber für Bienen völlig ungeeignet
die ersten Bienen 201
die ersten Bienen 2016
die ersten Bienen 2016
die ersten Bienen 2016
Weidenkätzchen (Salix)
Weidenkätzchen (Salix)
Weidenkätzchen (Salix)
Weidenkätzchen (Salix)
Reneclaude
Reneclaude

 

Diese augenblickliche Zeit zwischen dem Ende der Winterruhe und dem Beginn der Obstblüte nennt der Imker übrigens "Durchlenzung" nach dem alten Wort Lenz für den Frühling. Ab konstanten 8° bis 10° erfolgt der Reingungsflug der Bienen oder anders formuliert: die Bienen fliegen zur Toilette und hinterlassen aus ihrer Kotblase stammend einen hellbraunen Fleck.

Heute nachmittag habe ich endlich damit begonnen, die leeren Plastikbehältnisse, in denen vorher unser Bienenfutterteig war, zu entfernen. Dies war der Hauptanlass, heute zu den Bienen zu gehen. Der Nebenanlass war natürlich auch zu sehen wie es den Bienen wohl gehen mag.

Das Wetter bei uns heute am Nachmittag war sonnig, die Temperatur war bei 11 bis 12 Grad gewesen. Bevor ich die Beuten geöffnet habe, habe ich zuerst einfach mal ein paar Minuten auf das Einflugloch mehrerer Völker geschaut und beobachtet, was dort so alles passiert oder auch nicht passiert. Trotz der relativ niedrigen Temperaturen herrschte ein geringer Flugbetrieb. Mit meiner Kamera habe ich ein paar Aufnahmen davon gemacht. Erstaunlich war für mich, dass es zu dieser trachtlosen Zeit noch immer Bienen mit Pollenhöschen gibt (jeweils auf beiden Seiten des Fluglochs zu erkennen):

Pollenhöschen an heimkehrenden Bienen Ende Oktober 2015
Pollenhöschen an heimkehrenden Bienen Ende Oktober 2015

Wenige Augenblicke später kam eine Biene aus dem Flugloch heraus, die eine tote Biene gerade entsorgte und über Bord warf:

Eine tote Biene wird aus dem Bienenstock getragen.
Eine tote Biene wird aus dem Bienenstock getragen.

Beim Abräumen der Plastikummantelungen unserer Futterteige konnte ich immer wieder einen kurzen Blick von oben in die Völker werfen. Nach meiner Einschätzung stehen unsere Völker gut da. Ich bin gespannt, ob sie alle den kommenden Winter überleben. Wenn ja, dürfte es im kommenden Jahr eine noch reichere Honigernte geben als in 2015. Vor allem habe ich mir vorgenommen, konsequent die Ableger- und Jungvolkbildung durchzuführen, um auf diese Weise später starke Völker zu erzeugen. Doch davon berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

 

 

An diesem Wochenende sind die Außentemperaturen das erste Mal wieder deutlich angestiegen und so hoch, dass die Bienen bereits ausgeflogen sind.

Gegen Mittag setzte in den Beuten ein unterschiedlich reges Summen, Brummen und der Flugbetrieb ein. Zu dritt haben wir auf der Streuobstwiese gearbeitet und konnten den Bienen zusehen und zuhören und miterleben, wie sie ihren Reinigungsflug unternommen hatten. Selber hatte ich mehrfach das Gefühl von Regentropfen auf dem Kopf verspürt. Beim Anfassen und Wischen zeigte sich jedoch, dass die Tropfen ockerfarben bis braun waren. Ein klares Indiz: ein "Kotangriff". Die Bienen sind aus ihrer Wintertraube im Stock nun wieder nach außen in die Natur geflogen.

Wie ursprünglich für heute vorgesehen, habe ich neben den Rodungs- und Pflanzarbeiten auf der Streuobstwiese auch nach den Bienenvölkern sehen, um festzustellen wieviele Völker den Winter überlebt haben. Laut Voraussage war mit großen Verlusten zu rechnen.

Von den elf aufgestellten Völkern haben neun den Winter überlebt, zwei Völker sind leider eingegangen. Nach meinen Unterlagen vom Herbst 2014 war ein Volk damals bereits schon recht schwach entwickelt, so dass wir damit rechnen konnten, es würde den Winter nicht überstehen. So war es dann auch.

Das zweite Volk war der im letzten Jahr gezogenen Ableger mit der durch Umlarven gezüchteten Königin. Dieses Volk ist sehr stark in den Winter gegangen, so dass es mich wundert. Schade, das tut mir besonders leid, weil an diesem Ableger schon eine Portion Herzblut hing.

Mit neun Völkern starten wir nun in den Frühling.

Viele Leute kennen sie, Autofahrer stöhnen manchmal darüber und ärgern sich: plötzlich sind lauter gelbe Flecken wie von Geisterhand versprenkelt vorhanden.

Die Ursache ist der Reinigungsflug der Bienen. Während des Winters verlassen sie nicht ihre Behausung. In dieser Zeit füllt sich die Kotblase (siehe Bienenanatomie) an. In den ersten warmen Tagen fliegen sie aus und entleeren ihre gefüllte Kotblase. Das Ergebnis sind viele gelbe Farbflecken dann.

Bienenkotflecken nach dem Reinigungsflug
Bienenkotflecken nach dem Reinigungsflug

Diese Flecken stammen vom Blechdeckel der Beuten

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