Frühjahr 2017

Mit großen Verlusten sind wir dieses Jahr in den Frühling gestartet. Zurzeit neigt sich die erste markante Blüte bereits ihrem Ende zu. Eine der allerersten Blüten für die Bienen ist in unseren gemäßigten Breiten die Blüte der Salweide. Die klassischen Weidenkätzchen kennt so ziemlich jeder. Sie stellen mit ihren charakterischen gelben Staubgefäßen die ersten und damit wichtigsten Eiweißlieferanten für die Aufzucht der kommenden Bienen dar.

Salweide 2017
Salweide 2017
Salweide 2017

Die Bienen tragen diesen gelben Pollen in Form von gelben „Pollenhöschen“ an ihren Hinterbeinen in den Bienenstock ein. Dort wird er zwischengelagert und dient den Ammenbienen als Eiweißquelle für Aufzucht der neuen Brut.

Vermehrung in den Völkern – sie sind dabei zu explodieren

Das Explodieren ist natürlich nicht wörtlich gemeint. Jetzt um diese Zeit vermehrt sich die Anzahl der Bienen allerdings gewaltig. Drei Wochen dauert es, bis aus einem gelegten Ei eine fertige Biene schlüpft.

Eine Imkerregel lautet: Drei Wochen nach der Salweidenblüte explodieren die Völker. Da ist etwas dran. Die Salweide ist einer der ersten Pollen- und damit Eiweißlieferanten für die Nahrung der Bienen. Aus den von der Königin gelegten Eiern schlüpfen nach drei Tagen die Larven, die bis zum Stadium der Verdeckelung von den Bienen gefüttert werden. Mit dem Beginn der Salweidenblüte steigt das Nahrungsangebot in der Natur beträchtlich, so dass sich die Aufzuchtbedingungen im Bienenstock sehr günstig entwickeln. In dieser Zeit beginnt die Königin  verstärkt Eier zu legen. Drei Wochen später beginnt es deshalb im Bienenvolk enger zu werden, weil die Bevölkerungszahl stetig steigt. Parallel dazu steigt auch das Nahrungsangebot in der Natur weiter.

Bei der Völkerkontrolle heute morgen habe ich unter einem Rahmen Wildbau in Form eines Umhangs beziehungsweise Capes gefunden und entfernt. Beim Betrachten dieses Wabenwerkes entdeckte ich auf dem Boden der Zellen kleine weiße Striche: Bieneneier.

Mai 2016-0242

Beim Betrachten der einzelnen Zellenböden sind die Eier als kleine weiße Striche zu erkennen. Die Königin legt ihre Eier senkrecht zum Boden in die Zelle hinein. Anfangs ragen sie wie ein Dorn oder ein Stift senkrecht nach oben. Imker sprechen deshalb auch vom Bestiften der Zellen und nennen diese Eier Stifte. Im Laufe der nächsten zwei Tage legen die Eier sich um bis sie schließlich parallel zum Boden zu liegen kommen. Aus ihnen schlüpfen dann die Larven, die zunächst von den Bienen gefüttert werden. Wie alle Bienen erhalten sie am ersten Tag Gelèe Royale, aber dem zweiten Tag bis zu ihrer Verdeckelung ein Gemisch aus Pollen (=Eiweiß) und Nektar (=Kohlenhydrate).

Alles neu

[01.04.2016] ..macht nicht der Mai, wie es in der Redensart heißt. Alles neu macht der April, der beginnende Frühling.

Heute, am 1.4.12016 war ich auf der Streuobstwiese. Um die Mittagszeit war es noch recht kühl, keine 10 Grad Celsius. Doch an sämtlichen Fluglöchern herrschte bereits Hochbetrieb. Ankommende Bienen trugen Pollenhöschen an beiden Oberschenkeln. Zurzeit sind die gelben Weidenkätzchen, die Blüten der Salweide, mit ihrem Gelb besonders auffällig. Neben der Hasel ist die Weide der erste Pollen- und damit Eiweißlieferant für die Nahrung der Bienen.

Pollenhöschen
Pollenhöschen
Blühende Salweide oder Weidenkätzchen
Blühende Salweide oder Weidenkätzchen
Blühende Salweide
Blühende Salweide

Über den Winter haben wir trotz unserer Bedenken und Befürchtungen nicht ein einziges unserer 13 Völker verloren. Bei einer ersten Nachschau am 29. März 2016 waren alle Völker „weiselrichtig“. Das heißt in jedem Volk befindet sich eine Königin. Bei der Durchsicht habe ich mehrere markierte Königinnen sehen können. Sie zu sehen heißt aber noch nicht, dass sie ihre Aufgaben richtig erledigt: für den Nachwuchs zu sorgen. Zum Glück enthielten alle Völker Brut, verdeckelte und unverdeckelte Brut. Damit geht der Start in die kommende Saison so richtig los. Futtervorräte waren überall noch vorhanden, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. In einem großen Volk sind sogar noch Futterwaben als Reserve vorhanden, falls es in den nächsten Wochen irgendwo zu einem Engpass kommen wird.