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Wir schreiben Fronleichnam 2021, das ist am 3. Juni 2021. Ein Anruf erreicht uns am späten Vormittag, dass in Kopfhöhe ein Bienenschwarm an einem Apfelbaum in einem Kleingarten hängt. Er sei groß und habe bestimmt so 2 bis 3 Kilogramm Gewicht, ist sehr gut erreichbar. Alleine schon an diesen Angaben ist zu erkennen, dass da jemand ist, der sich ein wenig auskennt.

Schwärme zu bergen kann manchmal sehr gefährlich werden. Wir fangen aus diesem Grunde nur (noch) Bienenschwärme ein, die für uns gefahrlos zu erreichen sind. Die örtlichen Gegebenheiten müssen ein für uns ungefährliches Arbeiten zulassen.

Für das eigentliche Bergen bedarf es keiner allzu großen Ausrüstung: ein Gefäß zum Auffangen, eine Wassersprühvorrichtung, die einen feinen Nebel abgibt, ein Abkehrbesen, eine leere Zarge mit Boden und Deckel, Spanngurte.

Utensilien

Wir sind stets in Schutzkleidung beim Fangen von Schwärmen. Es gibt Leute, die das heldenhaft in normaler Straßenkleidung ausführen. Ich fühle mich in der Schutzkleidung sicherer und vor allem ruhiger.

Vor dem eigentlichen Bergen wird alles vorbereitet und in Stellung gebracht. Zuerst wird die Schwarmtraube von einer feinsprühenden Sprühflasche mit einem Wassermantel umhüllt. Dadurch fliegen die Bienen später weniger auf.

Je nach den lokalen Verhältnissen braucht es eine oder zwei Personen zum Bergen. Eine, die den Ast schüttelt und eine, die die herabfallenden Bienen auffängt. Das Fangen geht manchmal auch durch den Schüttler.

Was man allerdings nicht vergessen sollte: wenn die Traube fällt, muss der Fänger die Kiste gut im Griff haben und festhalten. Es gibt einen kleinen Rückstoß. Sollte dabei die Fangkiste zu Boden fallen, ist alle Mühe umsonst gewesen.

Nach dem Fangen werden die Bienen, ähnlich wie ein Eimer mit Wasser, in die vorbereitete leere Zarge gegossen. Sofort muss der Deckel aufgelegt werden, damit sie nicht erneut davonfliegen können. Das war es dann - im Prinzip.

Die Beute wird danach so ausgerichtet, dass das Flugloch in Richtung des Ortes zeigt, an dem die Bienen gehangen haben. Das Flugloch wird dann geöffnet und an jetzt heißt es: warten.

Die Bienen folgen dem Pheromon, dem Duftstoff, ihrer Königin. Unter der Annahme, dass die Königin mit in der gefangenen Traube ist, werden die noch frei fliegenden Bienen sich in der nächsten Zeit in Richtung Flugloch bewegen und in das Beuteninnere laufen. Das kann mehrere Stunden dauern. Aber spätestens mit dem Beginn der Dämmerung sollte das beendet sein. Jetzt kann das Flugloch verschlossen werden. Um die Beute werden zur Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen im Auto noch zwei Spanngurte gelegt und festgezurrt. Jetzt ist die Beute transportfähig und kann sofort m neuen Standort aufgestellt werden.

Schwarmolino zum Abtransport bereit

Ab diesem Zeitpunkt scheiden sich die Geister über das weitere Vorgehen. "Früher" hieß es, dass der Schwarm erst einmal drei Tage in Kellerhaft sollte, damit die Bienen sich beruhigen können. Wie ich es gelernt habe, ist diese Methode heute überholt.

Wir stellen ihn sofort am neuen Ort auf und öffnen auch anschließend das Flugloch. Unmittelbar danach setzen wir eine Zarge mit Mittelwänden auf die Leerzarge auf. Es gibt nichts baufreudigeres als einen Bienenschwarm. Innerhalb weniger Tage sind die Mittelwände zu Waben ausgebaut. Die Bienen können erste Futtervorräte anlegen und die Königin kann zügig mit ihrer Eiablage beginnen.

Spätestens, bevor die erste Brut verdeckelt worden ist, sollte natürlich noch eine Varroabehandlung erfolgen. Dazu werden die Bienen und Waben mit Oxalsäure eingesprüht. Manche Imker nehmen auch Milchsäure. Allerdings soll dabei die Resistenzlage inzwischen nicht mehr so günstig sein.

Eines fällt mir beim Lesen auf: der Schwarm ist doch recht klein gewesen und wiegt keine drei Kilogramm. Aus diesem Grunde habe ich ihn auch Schwarmolino, kleiner Schwarm, genannt.

Am Sonntag, 9.5.2021, sind wir gerade beim Imkern, als uns ein Herr auf der Streuobstwiese besucht und erzählt, in seinem Garten hänge eine Traube voller Bienen. Unsere allererste Frage dazu lautet: "In welcher Höhe?" Die zweite Frage heißt. "Wo?"

Wir erhalten eine Wegbeschreibung. Der Schwarm hängt tatsächlich nur wenige hundert Meter von uns entfernt. Zum Glück wohnen wir auch nur wenige hundert Meter entfernt, so dass die benötigten Utensilien schnell geholt worden sind. Währenddessen erhalten die Bienen vom Grundstückseigentümer bereits ihren ersten Hüllmantel aus einer feinnebligen Blumenspritze.

Was benötigt man, um einen Schwarm einzufangen? Im Grunde recht wenig: ein Behältnis zum Auffangen der Bienentraube, eine leere Bienenbeute, eine Sprühflasche, einen Besen. Mehr bedarf es nicht.

Wir verwenden zum Auffangen stets eine große Plastikkiste mit Deckel. Sie ist leicht. Das ist wichtig, denn wenn die Traube herabfällt, kann es schlagartig schwer werden. Ferner sollte die Kiste große genug sein, damit möglichst wenig Bienen daneben fallen. Mit einem kräftigen Schlag auf den Ast, an dem die Bienen hängen, fallen sie meist sofort herab.

Der Schwarm vom Muttertag 2021

Aus der Kiste werden sie dann in die vorbereitete Beute gegossen. Anfangs habe ich noch gelernt, dass die Bienen in eine Leerzarge geschüttet werden. Heute machen wir das zwar auch noch so, setzen aber sofort eine zweite Zarge mit Mittelwänden auf und verschließen das Ganze oben mit einem Deckel. Das Flugloch bleibt offen und ist in Richtung des ursprünglichen Fundortes gedreht.

In der Regel landen nicht alle Bienen in der Fangkiste. Etliche fliegen hierbei auf, andere fliegen im Lauf der nächsten Stunden noch zu dem Ast, an dem die Traube sich ursprünglich angesiedelt hat.

Mit Glück haben wir bei dieser Aktion die Königin mitgenommen. Ihr Pheromon wirkt weiter und lockt aus der offenen Beute heraus die restlichen Bienen an. Im Laufe der nächsten Stunden fliegen und krabbeln sie zu ihrem angestammten Volk und ihrer Königin. Draußen sind dann nur noch sehr wenige Bienen anzutreffen, quasi die Nachzügler.

Die am Flugloch geöffnete Beute bleibt etwa bis zur einsetzenden Dämmerung stehen. Dann wird das Flugloch verschlossen, die Beute mit Spanngurten transportfähig gemacht und zu ihrem neuen Standort verbracht.

Früher sagte man, der gefangene Schwarm solle erst einmal in Dunkel- oder Kellerhaft, um sich zu beruhigen. Das sehen wir heute nicht mehr so streng. Beim Aufstellen am neuen Standort ist es sowieso schon an Abend oder gar späten Abend. Deshalb öffne ich dort das Flugloch, so dass die Bienen bereits ab dem kommenden Morgen sich neu orientieren und einfliegen können.

Ein Bienenschwarm besteht aus einem vollständigen Bienenvolk. Das bedeutet, dass es sofort als ein Wirtschaftsvolk angesehen werden kann. Das wiederum heißt, es könnte davon sogar später Honig geerntet werden.

Nichts ist baufreudiger als ein Bienenschwarm. Die eingehängten Mittelwände werden von den Bienen in kürzester Zeit zu Waben ausgebaut. Die Schwarmbienen besitzen kein Nest, keine Heimat. Dies alles müssen sie sich erst anschaffen, damit das Volk leben kann. Die Waben dienen einerseits sowohl der Königin für die Eiablage als auch andererseits dem Volk, um Pollen und Nektar einzutragen und speichern zu können, also der Vorratsanlage. Je nach Größe des Schwarmes sind die ersten Mittelwände bereits in wenigen Tagen zu Waben ausgebaut.

Wichtig ist ferner, dass die Bienen noch gegen die Varroamilbe behandelt werden. Zwar reisen im Schwarm nur wenige Milben mit, aber im neuen Nest beginnen auch sie sich zu vermehren. Deshalb ist es sinnvoll, den Schwarm früh mit Milch- oder Oxalsäure zu besprühen, um die Milbenzahl so klein wie möglich zu halten.

Nachtrag: nach 5 Tagen bin ich heute Morgen noch einmal an der Fundstelle des Schwarmes gewesen. Dort hat sich erneut eine kleine Traube gebildet.

Rest-Schwarm - klein im Vergleich mit den Apfelblüten daneben

Diese Traube, eigentlich sogar nur ein "Träublein", ist sehr klein. Ich habe sie an Ort und Stelle hängen lassen und nicht mitgenommen, um sie dem ursprünglichen Volk zuzusetzen.

Das Schöne: heute Mittag klingt es an der Tür und ein Mann, früher selber Imker, macht uns auf den abgebildeten Restschwarm aufmerksam.

Heute Nachmittag bin ich bei den Bienen auf der Streuobstwiese gewesen und habe nach dem Schwarm gesehen. Es ist fast unglaublich: dort herrscht ein reger Flugbetrieb.

Am Nachmittag erreicht mich ein Anruf: "Da ist ein Bienenschwarm zum Fangen!" Meine Arbeit kann ich allerdings noch nicht beenden, sie muss weitergehen. Also, wenn die Bienen abends noch dort sind, fangen wir sie gerne ein, wenn nicht, dann haben sowohl die Bienen als auch wir eben Pech gehabt.

Zu Hause angekommen fahren wir, nachdem wir uns versichert haben, dass die Bienen immer noch vor Ort sind, los und sind in wenigen Minuten dort.

Im Garten eines Hauses hängen sie als Traube ruhig an einem Eibenast in knapp drei Metern Höhe. Ein Nachbar stellt uns freundlicherweise seine Klappleiter zur Verfügung. Mit unserer eigenen, mitgebrachten, Leiter, könnte es vielleicht zu wackelig werden.

Schwarmtraube in Eibe versteckt

Was benötigt man zum Fangen beziehungsweise Bergen eines Schwarmes? Im Grunde nicht viel. Auch, wenn die Schwarmbienen in der Regel nicht sehr stechfreudig sind, tragen wir stets eine Jacke mit Schleier und Handschuhe.

Als erstes werden die Bienen mit einem Wassernebel von einer Sprühflasche eingesprüht und mit Wasser umhüllt. Dadurch sind sie ruhig(er) und fliegen nicht so schnell auf und davon.

Im zweiten Schritt klettert einer von uns beiden auf die Leiter, während der andere sich mit einem Auffangbehälter darunter stellt. Wir verwenden dazu eine große Plastikkiste aus dem Baumarkt. Sie ist stabil und vor allen Dingen leicht!

Wenn die Bienen idealerweise an einem gut erreichbaren Ast sitzen, genügt oft ein kräftiger Schlag auf ihn, um die Bienen zum Fallen in die Kiste zu bringen. Hier haben wir keine idealen Bedingungen gehabt. Die Bienen haben sich um mehrere kleinere Äste herum festgesetzt. Zum Glück lassen sie sich über die Kiste biegen, aber nicht vollständig. Deshalb werden sie auch mit einem Besen abgekehrt und fallen dabei nach unten.

Auf dem Boden steht eine vorbereitete Beute. Früher haben wir stets eine Leerzarge mit einem Bodenteil dafür verwendet. Heute versuchen wir eine etwas veränderte Methode: in der leeren Zarge hängen bereits einige Mittelwände. Ich gieße die Bienen aus der Kiste in die Beute hinein, verschließe sie zunächst mit einer Abdeckfolie und ich öffne das Flugloch.

Natürlich schaffen wir es nicht, alle Bienen auf einmal mitzunehmen. Deswegen gibt es eine zweite Runde zum Einfangen. Auch diese Bienen werden in die Beute gekippt. Danach wird die Beute mit dem zugehörigen Deckel verschlossen.

Nun heißt es abzuwarten. Etliche Bienen hängen noch draußen an der Beute oder krabbeln auf ihr oder dem Boden herum. Wenn wir die Königin bei dieser Aktion mitgenommen und in die Beute geschlagen haben, laufen die außen verbliebenen Bienen in der nächsten Zeit zu ihren Halbgeschwistern und der Königin in das Innere der Beute hinein. Deswegen ist es jetzt sinnvoll zu warten.

Wir lassen die Beute, so wie sie ist, mit dem geöffneten Flugloch stehen und kommen etwa eine Stunde später wieder, als es bereits dämmert. Tatsächlich sind inzwischen alle Bienen nach innen gewandert. Also haben wir die Königin dabei. Das Flugloch wird verschlossen, ich fülle noch die Beute mit weiteren Mittelwänden vollständig auf und verschließe sie mit einem Spanngurt. Den Fluglochkeil sichere ich mit einem Klebeband vor versehentlichem Öffnen.

Wichtig ist in diesem Fall das vollständige Auffüllen mit Mittelwänden. Dadurch verhindere ich beim Transport ein Verkippen und Verrutschen der Waben oder Mittelwände und sorge so damit, dass keine Biene dadurch zu Tode kommt.

Die Beute heben wir ins Auto und bringen sie die kurze Strecke zu unserem Bienenstand. Dort wird sie sofort aufgestellt, das Flugloch öffne ich noch im Dunkeln und nicht, wie es oft gemacht wird, erst am nächsten Tag.

Die Bienen werden jetzt am neuen Standort sehr schnell damit beginnen, die zugesetzten Mittelwände zu Waben auszubauen, sie mit Futtervorräten zu füllen und, sobald die Waben fertig sind, wird die Königin ihre ersten Eier in die neuen Waben legen. Es ist unglaublich, wie schnell so ein Bienenschwarm in dieser Situation sich neues Wabenwerk zulegt. Meistens ist der Neubau bereits nach einer Woche beendet.

Auch das ist für uns dieses Mal neu: statt der üblichen Beuten im Zandermaß, haben wir dieses Mal eine Großraumbeute im Dadant-Maß verwendet. In wenigen Tagen werde ich bereits in die Beute schauen und dem Volk ein wenig Futter zur Starthilfe geben. Der Neubau mit dem ausgeschmolzenen Wachs kostet die Bienen viel Energie und sie haben keine Futtervorräte dafür zur Verfügung.

2. Mai 2019 Kaum bin ich heute Abend nach Hause gekommen, schellt das Telephon. Eine Dame aus Frankfurt-Harheim ruft an und fragt, ob sie bei einem Imker sei. Im Garten ihrer Mutter sind viele Bienen, die sich dort an einem Baum festgesetzt haben. Es klingt nach einem Bienenschwarm! Die Bienen hängen in etwa 2 bis 3 Metern Höhe und sind gut zu erreichen. Also sagen wir zu und versprechen ihr, dass wir zu ihr ausrücken, um die Bienen dort zu fangen.

Bereits vor Tagen habe ich mir gedacht, dass es langsam Zeit wird, die nötige Ausrüstung zum Schwarmfangen vorzubereiten, damit wir im Ernstfall möglichst unverzüglich ausrücken können. Gemacht habe ich es allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht.

Das rächt sich, denn jetzt heißt es zügig alles zusammenzustellen: zwei Schutzanzüge, zwei Paar Handschuhe, eine Wassersprühflasche, eine große Plastikkiste zum Auffangen, eine leere Bienenbeute mit Boden, eine leere Zarge und die zugehörigen Deckel sowie Spanngurte zum Transportieren.

Zum Glück geht das alles sehr schnell und fast genau so schnell sind wir vor Ort. Da hängt er im Baum. Sehr groß ist der Schwarm nicht, aber zum Einfangen lohnt es sich allemal.

Der erste Bienenschwarm für uns in 2019

Nach dem obligatorischen Photo sprüht Matthias die Bienen mit Wasser von außen ein. Dadurch fliegen sie weniger auf. Bei den herrschenden leicht kühlen Außentemperaturen habe ich da keinerlei Zweifel. Wir einigen uns über die Rollen, die jeder von uns hierbei einnehmen soll. Matthias schlägt ab, ich bin der Fänger.

Die Plastikkiste halte ich gezielt und möglichst mittig unter den Schwarm, während Matthias auf eine Leiter klettert. Nach einem kurzen und kräftigen Ruck am Ast lösen die Bienen sich sofort und fallen in die Plastikkiste. Routiniert halte ich sie fest, damit sie mir nicht durch die Wucht des Aufpralls aus den Händen fällt.

Wie einen Eimer Wasser kippe ich die Bienen anschließend in die bereitgestellte leere Beute hinein. Weil wir gleich beim ersten Versuch fast alle Bienen zu fassen bekommen haben und nur sehr wenige aufgeflogen sind, verschließen wir die Beute recht schnell danach. Sinnvoll ist es normalerweise, das Flugloch noch solange geöffnet zu belassen, bis möglichst viele der noch frei fliegenden Bienen dem Duft der Königin ins Beuteninnere gefolgt sind. Das entfällt hier heute allerdings.

Die Beute wird kreuzweise mit Spanngurten verschlossen und im Auto an ihren neuen Standort bei uns auf der Streuobstwiese transportiert.

Bienenschwarm - reisefertig verpackt

Dort stelle ich die Bienen am vorgesehenen Platz auf und lasse das Flugloch noch geschlossen. Erst morgen werde ich es öffnen und sogleich eine Zarge mit Mittelwänden aufsetzen. Dieser Schwarm ist für uns ein Rekord: so schnell haben wir noch nie einen Schwarm gefangen, geborgen, transportiert und neu aufgestellt. Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir bereits wieder daheim. Alles ist wie am Schnürchen perfekt gelaufen!

Es gibt nichts baufreudigeres als geschwärmte Bienen. Sie wandern schnell in die Wabengassen nach oben und bauen innerhalb weniger Tage die Mittelwände zu Waben aus. Davon berichte ich in wenigen Tagen.

In diesem Jahr haben wir bis zum 26. Mai noch nicht einen einzigen Bienenschwarm gefangen... Die Schwarmzeit läuft seit über einem Monat, und wir haben so etwas wie Halbzeit. Meistens ist Anfang Juli oder manchmal auch schon Ende Juni die Schwarmzeit beendet.

Von der Schwarmhotline der Bee Friends Frankfurt kommt gegen 14:15 Uhr ein Anruf, dass im Norden Frankfurts ein Bienenschwarm gemeldet sei und ob wir ihn fangen und übernehmen würden. Beides ist für uns keine Frage. Also schnell die wichtigen Kontaktdaten ausgetauscht und die bereit stehenden Utensilien ins Auto geladen. Kurz nach 15 Uhr sind wir vor Ort und werden dort freundlich erwartet und empfangen.

Der Schwarm sitzt im Garten hinter einem Einfamilienhaus in einem Apfelbaum. Die Hausbesitzerin und ihre Nachbarin sind beide von dem Schauspiel ganz fasziniert. So ein Spektakel haben sie noch nicht erlebt! Sie halten gebührenden Abstand zu den Bienen.

Der Bienenschwarm im Baum (1)

Nach einer ersten Besichtigung und einem ersten Photo holen wir unsere Ausrüstung. Viel braucht es nicht: Schutzkleidung mit Schleier und Handschuhen, eine Box zum Auffangen, Kehrbesen, eine Sprühflasche mit Wasser, eine leere Bienenbeute.

Der Schwarm hängt um einen dicken Ast mit Blattwerk in einer gut erreichbaren Höhe. Wir lassen uns trotzdem eine Leiter geben, damit einer von uns gegenüber dem Schwarm in taktisch besserer Position steht.

Der Bienenschwarm im Baum (2)

Zuerst erhalten die Bienen einen Wassermantel. Aus einer Drucksprühflasche wird ein feiner Wassernebel auf sie gesprüht, der sie einhüllt. So fliegen sie später weniger stark auf.

Einsprühen mit Wasser

Danach bringen wir uns in Stellung: einer klettert auf die Leiter (Matthias), ich nehme die Kunststoffbox und positioniere sie genau unter der hängenden Bienentraube. Matthias schlägt kräftig gegen das Geäst und ein großer Teil der Bienentraube landet im Inneren der Box, der andere Teil auf mir (und ich habe vergessen die Handschuhe anzuziehen). Aber zum Glück sind schwärmende Bienen ja relativ friedlich und harmlos. Trotzdem fühle ich mich so ein wenig unwohl. Matthias kehrt sämtliche an mir sitzenden Bienen von mir ab. Befreit schlage ich die Bienen in die präparierte Beute.

Die Beute haben wir in unmittelbarer Nähe unter dem Baum aufgestellt. Entgegen früherer Gewohnheiten habe ich sie verändert: auf dem Boden stehen jetzt zwei Zargen statt nur einer. Beide Zargen sind leer. In sie hinein kommen die Bienen. Deckel drauf und weitergemacht. Bei der zweiten Runde fangen wir nicht mehr so viele Bienen. Erstaunlich zu sehen, wie sich doch immer wieder neue Bienen an den Ästen niederlassen. Das dort vorhandene Pheromon ist wohl sehr stark anziehend.

Nach drei Runden beenden wir das Einfangen. Ich öffne das Flugloch der Beute und wir können zusehen, wie die noch freien Bienen sich langsam in das Innere hinein bewegen. Das ist ein gutes Zeichen, denn wir dürften dann die Königin mit in die leere Beute genommen haben. Ihr Duft zieht in den nächsten Stunden die außen befindlichen Bienen an und motiviert sie, sich in die Beute zu bewegen.

In die Beute eingeschlagener Schwarm

In die obere Zarge hänge ich zehn Mittelwände. Die Bienen können dadurch sehr schnell sich ihr neues Zuhause aufbauen. Bis zum Beginn der Dämmerung bleibt die Beute dort stehen. Dann holen wir sie  ab und stellen sie bei uns auf der Streuobstwiese auf.

In die Beute geschlagener Schwarm mit unserer Fangbox

21:45 - Die Sonne ist untergegangen. Wir kommen zu den Bienen. Alle sind in die Beute eingewandert. Die Beute wird verschlossen und mit einem Spanngurt gegen versehentliches Öffnen gesichert.

Die transportfertige Beute, das Flugloch ist bereits geschlossen

Im Auto transportieren wir sie zu unserer Streuobstwiese und stellen sie dort auf dem vorgesehenen Platz ab. Das Flugloch bleibt bis morgen noch verschlossen.

 

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