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Zusammen mit den Neu-Imkern haben wir heute routinemäßig unsere Völker durchgesehen. Hierbei haben wir nach dem kürzlich eingefangenen Bienenschwarm geschaut. Dessen Mittelwände sind inzwischen vollständig ausgebaut. Die Königin hat mit der Eiablage vor wenigen Tagen begonnen. Deshalb finden wir dort auf den Rahmen sowohl Eier ("Stifte"), als auch Larven und die erste bereits verdeckelte Brut.

Das Schöne: plötzlich läuft uns die "Madame" über den Weg und wuselt über die Wabenzellen, unter die Bienen, verschwindet, taucht wieder auf, verschwindet wieder etc.... Dabei ist es mir glücklicherweise gelungen, Photos von ihr zu machen. Hier ist sie zu sehen:

Die Königin vom Bienenschwarm
Die Königin vom Bienenschwarm

Sehr deutlich ist der längere und schlanke Hinterleib zu erkennen. Ihn führt sie in eine Wabe ein und legt mit ihm dort ein Ei hinein. Dieses Ei steht zunächst senkrecht wie ein Stift auf dem Boden. Daher auch die Bezeichnung Stifte für die Bieneneier und bestiften für das Eierlegen.

Im Bild oben sind zugleich auf den Böden einzelner Zellen die Larven beziehungsweise Maden zu erkennen. Beide Begriffe werden nebeneinander verwendet.

Die Königin eines Volkes in diesem Gewusel von Bienen zu finden, ist manchmal sehr schwer. Aus diesem Grunde kennzeichnen viele Imker ihre Königinnen farblich. Hierbei verwendet man einen Farbencode, der zugleich den Geburtsjahrgang und damit das Alter der Königin anzeigt. Die Farbe für dieses Jahr ist grün, für das letzte Jahr ist es rot und für 2020 ist es blau. Alle fünf Jahre wiederholt sich der Zyklus. Die noch fehlenden Farben sind gelb und weiß. Im Prinzip geht die Farbcodierung von hell nach dunkel und beginnt so in 2021 mit der Farbe weiß erneut.

Die Königin zu kennzeichnen erfordert etwas Feingeschick. Deshalb haben wir heute diesen Vorgang mit Drohnen geübt. Weil deren Lebenszeit bis zum Sommer begrenzt ist, spielt es keine große Rolle, welche Farbe wir wählen. Zur Sicherheit jedoch habe ich mich für weiß entschieden.

Es gibt - wie immer im Leben - mehrere Wege, die zum Ziel führen. Wir fangen eine Drohne, sperren sie in einen Zeichnungskäfig und kennzeichnen sie. Der Käfig besitzt einen weichen Boden aus Schaumstoff. Über ihm ist ein im Querschnitt dreiecksförmiges Dach mit einem Schlitz in der Mitte. Dieser Schlitz ist so breit oder so eng, dass die Königin nicht hindurchschlüpfen kann. Vorsichtig wird der Schlitz in die Längsachse der Königin oder der Drohne gedreht, die Biene wird dann leicht gegen dieses Dach gedrückt und ist so fixiert.

Mit einem Kleber wie Mastix wird der Chitinpanzer ihres Rückens betupft und ein Opalithplättchen aufgedrückt. Nach kurzer Trockenzeit ist die Königin dann gekennzeichnet. Bei den Übungsdrohnen geht es genau so. Der Chitinpanzer um den Brustkorb ist bei ihnen jedoch haariger. das macht es sogar ein wenig schwieriger, das Farbplättchen zu fixieren. Bei der Königin geht dieses wesentlich einfacher.

Der Chitinpanzer ist hart. Für Außenstehende mag es befremdlich aussehen, auf diese Weise eine Königin zu markieren. Aber: es tut ihr nicht weh, sie wird nicht eingeschränkt dadurch und, das ist für uns Imker besonders wichtig: sie stellt die wertvollste Biene eines Volkes für uns dar. Von daher ist es in unserem eigenen Interesse, dass es ihr gut gehen und sie keinen Schaden erleiden möge.

Drohne im Zeichengefäß

So sieht es aus, wenn die Drohne im Zeichnungsgefäß liegt. Anschließend sieht sie so aus:

gezeichnete Drohne im Zeichengefäß

Mit unseren Königinnen werden wir in der nächsten Zeit ebenso verfahren. Das geht allerdings nur, wenn wir ihren Geburtsjahrgang kennen. Bei den gebildeten Ablegern ist das sehr einfach: 2019 und grün.

Wie bereits erwähnt, hat die Saison der Ableger inzwischen voll begonnen. Heute haben wir vier Ableger aus drei Völkern erstellt.

Ableger dienen mehreren Zwecken: der Schwarmverhinderung, der Völkervermehrung, der Nachwuchsgewinnung.

Ableger werden erst dann gebildet, wenn das Muttervolk stark und kräftig genug ist, dass es das Schröpfen und Entnehmen eines seines Teile gut verkraften kann. Dazu muss es möglichst stark am Brüten sein. Aus einem schwachen Volk Ableger zu bilden, ist imkerlicher Unsinn.

Bevor es daran geht, Ableger zu ziehen, schaut man das Volk nach den folgenden Kriterien durch:

  • sind große Brutnester vorhanden? Das spricht für eine gesunde und aktive Königin.
  • gibt es Waben mit frischen Stiften? Zur Not tun es auch allerkleinste Maden. Der Grund: in diesem Zustand sind Stifte und Maden noch pluripotent. Je nach Ernährungsverhalten der Pflegebienen können sich daraus Arbeiterinnen oder Königinnen entwickeln.
  • gibt es eventuell genügend Futtervorräte?

Sind diese Punkte beachtet oder gar erfüllt, kann es losgehen. Im Grunde reichen für die Bildung eines Ablegers drei Waben aus: wir benötigen eine Brutwabe, eine Mittelwand und eine Futterwabe.

In dieser Reihenfolge werden sie in einen Ablegerkasten oder in eine Zarge gehängt. Die Brutwabe kommt an die Wand nach außen, daneben die Mittelwand, als drittes die Futterwabe. Die Futterwabe sollte mindestens 1,5 Kg Futter beinhalten. Zusätzlich kehren wir noch möglichst viele Stockbienen dazu. Später werden sie in diesem Jungvolk die ersten Flugbienen sein.

Klassisch heißt es, dass man die Ableger mindestens zwei Kilometer entfernt erst wieder aufstellen solle, damit die Flugbienen nicht wieder zurückkehren. Das scheint mir unter dem Aspekt der Flugbienen logisch zu sein. Aber: wir nehmen gar keine Flugbienen mit in den Ableger. Zu der Zeit, in der wir die Ableger bilden, sind die Flugbienen unterwegs und tragen ein. Also können wir sie gar nicht mit in den zu bildenden Ableger mitnehmen. Es kann vorkommen, dass wir vielleicht mal einzelne Flugbienen dabei haben. Sollten diese wenigen nicht zurückkehren, schadet es jedenfalls nicht.

Aus diesem Grund stelle ich die Ableger im Grundsatz gar nicht erst weit weg auf. Es sei denn, es gibt andere Gründe dafür.

Zwei der so gebildeten Ableger habe ich trotzdem in den Niddapark in Frankfurt gefahren und dort aufgestellt, zwei habe ich an Ort und Stelle belassen.

Oben ein Ablegerkasten, unten ein Ableger in Zarge. Beide stehen sie im Niddapark Frankfurt

Die gebildeten Ableger sollen anschließend vier Wochen in Ruhe gelassen werden. Der Grund: die Bienen ziehen sich in den ersten Tagen ihre neue Königin aus der vorhandenen frischesten Brut. Nach spätestens 16 Tagen schlüpft sie. Bis sie zu ihrem Hochzeitsflug startet, vergehen noch ein paar Tage. Nach ihrer Rückkehr dauert es ebenfalls noch ein paar Tage, bis sie mit der Eiablage beginnt. Drei Wochen sind hierbei eher etwas knapp kalkuliert. Deshalb sage ich, lieber vier Wochen warten und dann erst nachschauen, was sich im Jungvolk getan hat.

Ableger in normaler Zarge, bei uns auf dem Riedberg stehend

Mitte Mai werden wir also zum ersten Mal in die neuen Völker/Ableger wieder hineinsehen. Davon dann zu gegebener Zeit mehr.

Ableger in normaler Zarge

Ich bin oft gefragt worden, was es mit den farbigen Anflugbrettern vor dem Flugloch auf sich hat. Bei meinen neueren Anflugbrettern ist stets ein Farbmuster oder ein graphisches Symbol zu finden. Bienen, speziell auch beim Hochzeitsflug die Königin, orientieren sich in der Welt nicht nur nach Farben, sondern viel häufiger nach graphischen Mustern. Diese für sie erkennbaren Muster erleichtern ihnen damit das Heimfinden und vermindern den Verflug, den es übrigens auch bei ihnen gibt. Nicht nur in der Luftfahrt. Gerade, wenn die Königin zu ihrem Begattungsflug startet, möchte ich sichergehen, dass sie gezielt in diesen von ihr verlassenen Bienenstock zurückfindet. Schließlich warten darinnen die Mädels sehr auf sie.....

24.03.2019 Vor einer Woche haben wir mit dem Auswintern begonnen. Bei einem sehr starken Volk ist hierbei keinerlei Brutaktivität zu sehen gewesen. Deshalb habe ich heute, nach einer Woche, die Beute dieses Volkes erneut geöffnet, um nachzusehen, ob in der Zwischenzeit die Königin mit der Eiablage begonnen hat.

Im unteren Brutraum ist davon nichts zu erkennen gewesen. Die Rahmen enthalten reichlich Futtervorräte, aber keinerlei Brut. Im oberen Brutraum ist zunächst das gleiche Bild zu sehen gewesen. Aber dann, ganz plötzlich entdecken wir (zuerst Georg, unser Mitglied der Imkerjugendgruppe) am unteren Rand eines Rahmen frische Stifte.

Die Königin ist wieder in die Eiablage gegangen. Damit ist auch dieses Volk nun weiselrichtig. Ansonsten hätten wir ein Problem bekommen. Zurzeit gibt es noch keine neuen Königinnen und keine Drohnen. Das Volk würde also darben und verkümmern. Alternativ hätten wir es mit einem anderen vereinigen können, um die Bienen zu retten. Aber zum Glück ist das ja nun doch nicht mehr nötig!

Seit Tagen schaue ich bereits bei den regelmäßigen Kontrollen in unseren Völkern danach, ob wir bereits die ersten Ableger bilden können. Heute, am 29.4.2018, ist es soweit.

Angeregt durch Pia Aumeier wähle ich ein für mich neues Verfahren, um Ableger zu bilden: benötigt werden ein Rahmen mit frisch gelegten Eiern und möglichst vielen ansitzenden Bienen und großem Brutnest. Zur Versorgung der ersten Zeit kommt eine Futterwabe hinzu. Damit die Bienen sich baulich vergrößern können, wird als drittes eine Mittelwand eingehängt. Das klingt ganz einfach - fast zu einfach sogar.

Abkehren von Bienen in den Ablegerkasten hinein

Dieser Ableger wird mindestens zwei Kilometer vom Hauptstandort entfernt aufgestellt, damit die mitgenommenen Bienen nicht zurückfliegen.

Ablegerkasten nach dem Öffnen und Aufstellen

Ablegerkasten mit dem 1. Ableger des Jahres 2018 unmittelbar nach dem Öffnen.

Das Flugloch wird nur sehr klein gehalten, um der Gefahr von Räuberei zu entgehen. Ich habe den Fluglochkeil deswegen mit Klebestreifen fixiert.

Aus den frischen Eiern, am besten den Stiften, ziehen sie die Bienen selber eine Königin. Das dauert 16 Tage. Bis sie zu ihrem Hochzeitsflug aufbricht, vergehen noch einmal ein paar Tage. Wenn sie dann begattet zurückkehrt, benötigt sie noch einmal einige Tage, bevor sie mit der Eiablage beginnt. Im Prinzip kann man vier Wochen rechnen, bis es soweit ist.

Solange gilt es für den Imker Ruhe zu bewahren und das Völkchen in Frieden zu lassen.

Allmählich kommen die Bienen beim Brüten in Fahrt. Die ersten eingehängten Drohnenrahmen sind inzwischen ausgebaut und bereits mit Eiern versehen. Das bedeutet, dass die Bienen fleißig dabei sind sich zu vermehren.

Tropfenförmiger Wachsbau in einem Drohnen oder Baurahmen

Bieneneier auf dem Boden der Wachszellen im Drohnenrahmen. Die Eier liegen noch nicht ganz auf dem Boden, sind also als "Stifte" noch recht frisch

Diese Eier im obigen Bild sind noch recht frisch, wahrscheinlich keine zwei Tage alt. Ab dem dritten Tag liegen sie für gewöhnlich der Länge nach auf dem Boden ihrer Zelle, damit aus ihnen die Larve oder Made schlüpfen kann.

Diese Drohnen- bzw. Baurahmen sind Bestandteil einer biologischen Methode, um die Ausbreitung der Varroamilbe einzudämmen. Weil die Drohnenbrut von allen Bienenwesen am längsten bis zur Schlupfreife braucht, wandern die Milben bevorzugt in diese Zellen ein. Theoretisch können sie sich in ihnen am stärksten vermehren. Sobald die Zellen verdeckelt sind, werden die Rahmen entnommen und die Brut vernichtet. Damit sind die Milben aus dem Volk entfernt. Dieses rein biologische Verfahren nutzt man aus, solange die Bienen im Frühjahr am brüten sind. Ab dem Sommer werden keine Drohnen mehr in einem Volk benötigt. Deshalb  ist nach diesem Zeitpunkt das Verfahren wenig sinnvoll.

In einigen Völkern beginnt es bereits eng zu werden. Wenn in deren Beuten die jetzt noch verdeckelte Brut in wenigen Tagen schlüpft, werden es in kurzer Zeit sehr viele Bienen auf recht engem Raum sein. Das hat zur Folge, dass das Volk in Schwarmstimmung geraten kann, um sich als Volk zu vermehren und zu teilen.

Die ersten Anzeichen haben wir bereits entdecken können: damit ein Volk abschwärmen kann, zieht es für das verbleibende Restvolk schon vorsorglich eine neue Königin, die in einer besonderen Zelle, der Weiselzelle, aufgezogen wird. Das Auftauchen einer oder mehrerer Weiselzellen zu dieser Zeit weist deshalb  auf eine zunehmende Schwarmlust hin. Die noch unbesetzten Weiselzellen nennt man zu Beginn auch Spielnäpfchen.

Um ein Schwärmen zu verhindern, brechen wir die entdeckten Weiselzellen aus und entnehmen dem Volk möglichst viele Bienen, die wir zu Ablegern zusammenstellen, aus denen ein neues Bienenvolk entstehen kann. Dadurch verringern wir den Schwarmdruck in einem Volk und ziehen uns gleichzeitig neue Bienenvölker heran.

In den nächsten Wochen heißt es nun die Bienen gut zu beobachten und regelmäßig die Völker auf den Schwarmtrieb hin zu untersuchen, damit uns nicht, wie schon einmal geschehen, während wir am Imkern waren, ein Bienenvolk abschwärmt. Hierzu sucht man verstärkt nach Spielnäpfchen und Weiselzellen. Je nach Situation werden die Näpfchen ausgebrochen und eventuell Rahmen entnommen, um wieder Ableger zu bilden.

Der April macht, was er will. Genau das erleben wir in diesem Jahr. War es im März gesichert zu warm, ist es im April mit Stand vom 26.April 2017 gefühlt deutlich zu kalt. Dieses unangenehme Aprilwetter macht sich auch bei unseren Bienen und der Natur auf der Streuobstwiese deutlich bemerkbar. Bei 12° C gegen 19 Uhr habe ich die folgenden Bilder gemacht.

Vor vier Tagen haben wir mit den Mitgliedern der Jugendgruppe den ersten Ableger des Jahres 2017 erstellt. Aus einem starken Volk haben wir dazu drei vollbesetzte Rahmen entnommen, die sowohl Eier beziehungsweise "Stifte", als auch Larven und verdeckelte Brut enthalten haben. Die Königin haben wir im Ausgangsvolk belassen. Die Bienen dieses Ablegers werden sich aus den eingesetzten Eiern eine neue Königin selber ziehen. Sobald diese geschlüpft und vom anschließenden Hochzeitsflug heimgekehrt ist, kann der Ableger sich zu einem neuen Jungvolk entwickeln.

Ablegerkasten 2017

Mit diesem ersten Ableger haben wir begonnen, die massiv dezimierte Bienenvölkerzahl langsam wieder aufzubauen.

Auf der Streuobstwiese ist um die Bienen herum inzwischen die Apfelblüte in vollem Gange, die Kirschblüte ist mittlerweile beendet.

Apfelblüte: Weißer Klarapfel (vor zwei Jahren erst gepflanzt)

Apfelblüte: Ontario

Die Kältewelle dieses Jahres mit ihrem aufgetretenen Frösten hat leider auch bei uns Schäden hinterlassen:

Frostschäden am Leittrieb des Bienenbaums

Frostschäden am Bienenbaum

Der Leittrieb und die Seitentriebe des Bienenbaumes haben deutlich erkennbare Erfrierungen abbekommen. Die äußersten Blätter hängen allesamt beschädigt herab. Der Baum selbst dürfte dies aber überleben und sich in den nächsten Wochen wieder erholen.

Bei 12° C Außentemperatur war gegen 19 Uhr kein Flugbetrieb an den Fluglöchern mehr zu erkennen. Trotzdem saßen ein paar vereinzelte Bienen auf den Korken der Bienentränke und haben dort vom Wasser getrunken.

Korken mit Bienen in der Bienentränke

Korken mit Bienen in der Bienentränke

 

Sie hat etwas geheimnisvolles, die Bienenkönigin. Das Gelée Royale gilt als Mythos ewiger Jugend und Schönheit.

Wer oder was ist die Bienenkönigin?

Wenn wir imkern und in unsere Völker schauen, versuchen wir stets die Königin zu finden. Sie ist die wertvollste Biene. Dabei ist sie ja gar keine Königin in unserem politischen Sinne, sie regiert nicht, schließt keine Verträge, macht keine Staatsbesuche. Im Grunde ist sie nichts weiter als eine Eierlegemaschine. Das hört sich hart an, ist aber Tatsache. Die Königin ist die einzige Biene im Volk, die befruchtete Eier legen kann und so für den Nachwuchs und Erhalt "ihres" Volkes sorgt.

Wie alle anderen Bienen auch, schlüpft sie eines Tages aus ihrer verdeckelten Wabenzelle. Vom Körperbau her ist sie größer als alle anderen Bienen und besitzt einen langen schlanken Hinterleib. In ihm liegt ihr Geheimnis verborgen. Sie kann nur Eier legen. Zum Nektarsammeln ist sie nicht geeignet, die dafür nötigen Körperteile sind bei ihr verkümmert. Anders als die Arbeiterinnen kann sie sich auch nicht selber versorgen, sprich ernähren. Sie wird lebenslang von Bienen, die ihren Hofstaat bilden, gefüttert und zwar wieder mit dem Königinnenfuttersaft, genannt Gelée Royale.

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Nach ihrem Schlupf bleibt sie noch einige Tage in ihrer Behausung, bevor sie zum Hochzeitsflug startet. Noch ist sie unbegattet und damit nicht fähig, das Volk zu vermehren. Während ihres Hochzeitsflug wird sie im Flug in etwa 10 bis 15 Metern Höhe von mehreren Drohnen begattet. Hierbei nimmt sie das Sperma der Drohnen auf und bewahrt es bis zu ihrem Tod in einer Spermathek ihres Hinterleibes. Die Drohnen sterben unmittelbar nach der Begattung ihren Liebestod. Ihr Geschlechtsorgan verlieren sie nach erfolgreicher Befruchtung, es bleibt oft in der Königin am Hinterleib stecken. Auf diese Weise wird sie von mehreren Drohnen befruchtet. Dazu unternimmt sie zum Teil auch mehrere Hochzeitsflüge.

Wenige Tage nach der erfolgreichen Rückkehr beginnt sie mit der Eiablage. Forthin wird sie ihren Stock nie wieder verlassen, es sei denn, das Volk schwärmt mit ihr aus. In der Zeit der stärksten Bruttätigkeit kann sie bis zu 2000 Eier am Tag legen. Mit ihren Fühlern am Kopf  geht sie hierzu als erstes in die entsprechende Wabe und misst sie aus. Wenn sie erkennt, dass es sich hier um eine "Standardwabengröße" handelt, weiß sie, dass die zu legenden Eier befruchtet in die Zelle zu stellen sind. Bei der Nicht-Standardgröße werden unbefruchtete Eier gelegt. Aus ihnen werden später Drohnen werden, während aus den befruchteten Eiern stets die Arbeiterinnen kommen.

Zur eigentlichen Eiablage steckt sie ihren langen schlanken Hinterleib tief in die Zelle hinein und stellt dabei ein Ei mit einer seiner Spitzen senkrecht auf dem Boden ab. Diese frischen Eier ragen wie kleine Stifte oder Nägel vom Untergrund nach oben. Deshalb nennen die Imker diesen Vorgang "bestiften" und die Eier Stifte. Nach einem Tag beginnt der Stift, das Ei, sich langsam auf die Seite zu legen, am dritten Tag liegt es völlig auf dem Boden. Dieses gilt sowohl für die Arbeiterinnen als auch für die Drohnen. Die am vierten Tag geschlüpften Larven beziehungsweise Maden werden von den Pflegebienen für einen Tag mit dem Gelée Royale gefüttert. Ab dem fünften Tag bekommen die zukünftigen Arbeiterinnen und Drohnen dann nur noch Pollen als Eiweiß und Nektar als Kohlenhydrate zu fressen.

Alle Bienen ihres Volkes sind Halbgeschwister. Alle haben sie zwar die gleiche Mutter, dabei aber in der Regel unterschiedliche Väter. Diese Durchmischung der Gene, des Genpools, sorgt dafür, dass es hierbei eine Vielfalt gibt und keine Inzucht möglich ist. Damit dient dieses Verhalten der Arterhaltung und der genetischen Vielfalt. Im Imkerjargon spricht man wegen der Funktion des Eierlegens von der Königin auch von der "Mutti".

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Aber die Königin kann mehr als nur Eierlegen. Sie sondert kontinuierlich einen Duftstoff ab, den die Bienen wahrnehmen. Dieses Pheromon (=Duftstoff) bewirkt folgendes: allen Bienen signalisiert es, dass ihre Königin im Volk ist und lebt. Dadurch vermittelt die Bienenkönigin allen Bienen ihres Volkes ein Wir-Gefühl beziehungsweise Zusammengehörigkeitsgefühl. Sobald es im Bienenstock länger als etwa zwei Stunden nicht mehr nach der Königin riecht, werden die Bienen unruhig. Sie versuchen dann aus den frisch geschlüpften Eiern eine Larve zu einer neuen Königin zu ziehen, damit das Volk mangels Nachwuchs nicht zugrunde geht. Gleichzeitig bewirkt der Königinnenduftstoff eine Unterdrückung des Sexualtriebes der Arbeiterinnen. Fehlt die Königin und sind keine Eier oder frische Larven mehr im Bienenvolk vorhanden, können die Arbeiterinnen plötzlich Eier legen. Weil diese Eier jedoch nicht befruchtet sind, entstehen aus ihnen nur Drohnen.

Drohnen sind größer als Arbeiterinnen, ihre Zellen ebenfalls. Für das letzte Reifestadium jeder Biene, dem Puppenstadium, wird die Zelle mit einem Deckel verschlossen. Dieser Deckel ist bei den Drohnen größer als bei den Arbeiterinnen und sieht kuppelartig aus. Wenn in einem königinnenlosen Volk die Arbeiterinnen Drohnenbrut aufziehen, spricht der Imker wegen dieser kuppelartigen Oberfläche des Brutnestes auch von Buckelbrut und nennt das Volk buckel- beziehungsweise drohnenbrütig.

Heute, am 22. Mai 2016, habe ich in einem Volk die Königin entdeckt und photographiert. Die ist auf dem Rücken mit einem blauen Plättchen markiert, Diese Markierung bedeutet, dass die Königin aus dem Jahr 2015 stammt. Für jedes Jahr gibt es eine eigene Königinnenfarbe. Der Rhythmus wiederholt sich alle fünf Jahre. Im Prinzip geht es dabei von hell nach dunkel. Blau ist die dunkelste der Markierungen, weiß die hellste. im Jahr 2016 beginnt ein neuer Zyklus, also ist die Farbe weiß.

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Alle drei Bilder dieses Beitrages zeigen die gleiche Königin. Sie ist übrigens mit einem kleinen Volk in eine leerstehende und unverschlossene Beute eingezogen. Bei der Völkerdurchsicht konnte ich auf den Waben keine Bruttätigkeit finden. Das ist besorgniserregend. Parallel dazu haben wir einen Ableger aus dem letzten Jahr, dem die Königin abhanden gekommen zu sein scheint. Da liegt es nahe, diese beiden Völker zu vereinigen. Darüber berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Markierungen der Königin sind kein Selbstzweck. Sie helfen dem Imker in dem Gewusel und Gewirr die Königin schneller zu entdecken und zu schützen. Oft ist sie unter anderen Bienen verborgen und damit kaum zu entdecken. Der andere Grund für die Markierung (Zeichnung) ist, dass man so auf den ersten Blick das Alter der Königin erkennen kann. Königinnen können vier bis fünf Jahre im Volk leben. Allerdings lässt im Laufe der Jahre ihre Legeleistung deutlich nach. Wenn man von den Völkern regelmäßig Honig ernten will und diese Völker folglich als Wirtschaftsvölker ansieht, sollte man die Königin alle drei Jahre austauschen und durch eine neue ersetzen. In der freien Natur machen die Bienen das übrigens auch. Sobald sie mit ihrer Königin unzufrieden sind, töten sie sie. Auch dieses Beispiel zeigt, dass wir Menschen eine andere Wertevorstellung von Königtum haben als die Bienen.

Jetzt im Frühjahr ist die Königin dabei, massenweise ihre Eier abzulegen und so das zugehörige Volk innerhalb kurzer Zeit zu beträchtlicher Stärke zu bringen.

Hierzu bringt sie nach vorheriger Inspektion der Wabenzelle ihren Hinterleib über die Zelle und setzt mittig ein Ei hinein. Weil das Ei am ersten Tag wie ein Stift zum Betrachter ragt, nennen die Imker die Eiablage auch "bestiften" und die Eier Stifte.

Auf dem Bild zeige ich die Eier in einem Drohnenrahmen. Hier sind die Waben etwas größer als in den Arbeiterinnenzellen, so dass sie einfacher zu erkennen und zu photographieren sind.

Auf dem Boden dieser Waben sind die Bieneneier zu erkennen. Teilweise stehen sie noch senkrecht, teils sind sie bereits etwas geneigt.
Auf dem Boden dieser Waben sind die Bieneneier zu erkennen. Teilweise stehen sie noch senkrecht, teils sind sie bereits etwas geneigt.

Das Bild wurde am 30. März 2014 von mir aufgenommen.

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