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Vor ziemlich genau einem Jahr ist bei uns auf dem Frankfurter Riedberg eine neue Streuobstwiese angelegt worden. Das Gelände ist eine Ausgleichsfläche, die bis dahin von einem der lokalen Landwirte für den Ackerbau benutzt worden.

Viele junge Bäume sind 2018 dort gepflanzt worden. Das besonders Schöne: zwischen ihnen ist eine Bienenweide ausgesät worden. Im letzten Jahr ist von der ihr allerdings noch wenig bis nichts zu sehen gewesen. Doch in diesem Jahr sieht es völlig anders aus und stellt mich als Imker sehr zufrieden.

Nach dem Pflanzen und Setzen der Bäume, lauter verschiedene alte Obstsorten, ist der trockene und heiße Sommer 2018 gekommen. Wieviele der Bäume wohl überleben werden, habe ich mich da gefragt. Nächste Überraschung: nur ein einziger hat es nicht geschafft. Die Gärtner haben gute Arbeit geleistet!

2019 - fast ein Jahr nach der Anpflanzung

Die obigen Bilder stammen aus dem Jahr 2019. Sie zeigen die üppige Bienenweide und das Grün der Obstbäume, die bis auf die eine Ausnahme, alle in diesem Frühjahr geblüht haben.

Jetzt jedoch, am 3. Juli 2019, sieht das Bild der Streuobstwiese völlig anders aus. Ein Kahlschlag hat stattgefunden. Die Bienenweide ist komplett abgemäht worden.

Was auf den ersten Blick entsetzlich aussieht, erweist sich jedoch nicht als schlimm. Damit die Wiese nicht verunkrautet, muss sie regelmäßig gemäht werden. Die Pflanzen wachsen nach und geben später den Bienen und Insekten erneut Nahrung. In der Regel werden die Wiesen deshalb auch nur zweimal im Jahr gemäht.

Der gewählte Zeitpunkt scheint mir jedoch unglücklich gewählt zu sein. Die Tracht hat weitgehend nachgelassen. Wiesen und Weiden stellen jetzt die Hauptfutterquelle für die Bienen dar. Jetzt, in der Trachtlücke zu mähen, erscheint mir deshalb unsinnig, ungeschickt und wenig durchdacht zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir es mit einer bestehenden und bestehen bleibenden Trockenheit zu tun haben. D.h. so schnell wächst dort nun erst einmal nichts nach.....

Zugegeben, das Wort klingt für "normale" Ohren zunächst ungewöhnlich. Bei Sonnenblumen denkt jeder sofort an etwas Schönes, Helles. Die meisten Sonnenblumen, die heute angepflanzt werden, sehen nur schön aus. Mehr nicht. Sie geben in den meisten Fällen zwar Pollen für die Bienen, aber keinen Nektar.

Im Internet habe ich nach Sorten gesucht, die in diesem Sinne bienenfreundlich sind. Ich bin damit etwas spät dran im Jahreslauf, lasse mich davon jedoch nicht irritieren. Zumal sie noch lange ausgesät werden können...

Eine alte Sorte Sonnenblumen, die Nektar abgibt

 

eine weitere nektarspendende Sorte

Der theoretische Vorteil dieser Sorten: sie würden dann blühen, wenn die normale Tracht beendet ist und somit den Bienen noch am Ende des Sommers Nahrung geben.

Heute (24.6.2018) habe ich die Samen in Töpfen ausgesät. Die Keimdauer beträgt bis zu 18 Tagen. Sobald sie ausgepflanzt worden sind, werde ich davon berichten.

Heute am 29.6.18, 5 Tage nach der Aussaat haben die ersten der Sonnenblumen bereits gekeimt. Das Ergebnis ist hier zu sehen. Wenn die Entwicklung dann in diesem Tempo weitergeht, dürfen die Bienen in der trachtlosen Zeit sich über das zusätzliche Nahrungsangebot sehr freuen.

Sonnenblumen - 5 Tage nach der Aussaat

Sonnenblumen - 5 Tage nach Aussaat

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