Varroabehandlung – vollständige Brutentnahme

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal zur Behandlung gegen die Varroamilben die vollständige Brutentnahme durchgeführt. Es ist ein Experiment für mich. Andere haben es erfolgreich praktiziert, warum sollte es bei uns nicht auch klappen?

Die Brutentnahme ist ein deutlicher Eingriff in das Bienenvolk. Das Prinzip: sämtliche Waben, die Brut enthalten, werden entnommen. Im Grunde ist es so, also ob wir künstlich einen Schwarm erzeugen.

Die zu entnehmenden Brutwaben werden eventuell von mehreren Völkern gesammelt (Sammelbrutableger) und auf einem neuen Platz aufgestellt, der weit genug vom Ursprungsort entfernt gelegen ist, damit sie nicht zurückfliegen können.

Aus unseren vorhandenen Völkern habe ich vier Sammelbrutableger erzeugt. Aus ihnen hoffe ich vier neue Völker entstehen zu lassen, um somit einen Teil unserer diesjährigen Winterverluste ausgleichen zu können.

Wie geht man dabei vor? Benötigt werden ein neuer Boden und mehrere Leerzargen sowie Mittelwände.

Als erstes wird ein Boden mit Leerzarge aufgestellt, der den neuen Sammelbrutableger aufnehmen soll.

Leerzarge mit Boden für den Sammelbrutableger

Vom zu behandelnden Volk werden die Bruträume mit den Rahmen vom vorhandenen Boden genommen und zur Seite gestellt, auf den dann freien Boden wird eine Leerzarge gestellt.

Das zweizargige Volk
Zur Seite gestellte Zargen mit den Bienen des zu behandelnden Volkes
Leerzarge auf dem ursprünglichen Boden

Danach geht es los: In die leere Zarge des Ursprungvolkses hänge ich eine Futterwabe und mehrere Mittelwände. Das zur Seite gestellte Volk wird Rahmen für Rahmen durchgesehen. Wichtig ist es dabei die Königin zu finden. Von allen Rahmen, die verdeckelte und unverdeckelte Brut enthalten, werden die Bienen in die vorbereitete Leerzarge abgeschlagen. Etwa eine Hand voll Bienen soll auf jeder Rahmenseite verbleiben. Sie übernehmen die weitere Brutpflege. Diese Rahmen werden in die Leerzarge des Sammelbrutablegers gehängt. Die Königin darf dabei nicht in den Sammelbrutableger gelangen, sondern muss im eigenen Volk verbleiben. Sie soll dort ja wieder mit der Eiablage beginnen und ein neues varroafreies Volk aufbauen. Die entnommenen Rahmen werden durch Mittelwände ersetzt.

Aus mehreren Völkern kann man auf diese Weise die Brutwaben entnehmen. Auch für den Sammelbrutableger ist es wichtig, dass genügend Futter vorhanden ist. Der Stock wird verschlossen und abtransportiert. Die in ihm enthaltene Brut schlüpft in den nächsten Tagen und Wochen. Mangels vorhandener Königin versucht dieses Ablegervolk sich eine neue Königin aus den jungen Maden nachzuziehen.

Das ursprüngliche Volk wird ebenfalls wieder verschlossen. Bereits vorher wird – wenn nicht bereits am Anfang geschehen – in die untere Zarge noch eine Wabe mit etwas unverdeckelter Brut gehängt. Vorhanden gebliebene Varroamilben nutzen diese offene Brut, um dorthin einzuwandern. Sobald diese Zellen nach wenigen Tagen verschlossen sind, wird dieser Rahmen wieder entnommen und das Volk ist anschließend varroaarm oder im Idealfall varroafrei.

Nachdem die entnommene Brut im Sammelbrutableger geschlüpft ist, erfolgt dort eine Behandlung mit Ameisensäure oder – neu zugelassen – mit Oxalsäure. Letztere wird auf die brutfrei gewordenen Waben gesprüht. Jetzt fehlt hier nur noch eine neue Königin. Entweder zieht das Ablegervolk sich selber eine neue nach oder es wird von außen eine Königin zugesetzt.

 

 

 

 

Alles neu

[01.04.2016] ..macht nicht der Mai, wie es in der Redensart heißt. Alles neu macht der April, der beginnende Frühling.

Heute, am 1.4.12016 war ich auf der Streuobstwiese. Um die Mittagszeit war es noch recht kühl, keine 10 Grad Celsius. Doch an sämtlichen Fluglöchern herrschte bereits Hochbetrieb. Ankommende Bienen trugen Pollenhöschen an beiden Oberschenkeln. Zurzeit sind die gelben Weidenkätzchen, die Blüten der Salweide, mit ihrem Gelb besonders auffällig. Neben der Hasel ist die Weide der erste Pollen- und damit Eiweißlieferant für die Nahrung der Bienen.

Pollenhöschen
Pollenhöschen
Blühende Salweide oder Weidenkätzchen
Blühende Salweide oder Weidenkätzchen
Blühende Salweide
Blühende Salweide

Über den Winter haben wir trotz unserer Bedenken und Befürchtungen nicht ein einziges unserer 13 Völker verloren. Bei einer ersten Nachschau am 29. März 2016 waren alle Völker „weiselrichtig“. Das heißt in jedem Volk befindet sich eine Königin. Bei der Durchsicht habe ich mehrere markierte Königinnen sehen können. Sie zu sehen heißt aber noch nicht, dass sie ihre Aufgaben richtig erledigt: für den Nachwuchs zu sorgen. Zum Glück enthielten alle Völker Brut, verdeckelte und unverdeckelte Brut. Damit geht der Start in die kommende Saison so richtig los. Futtervorräte waren überall noch vorhanden, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. In einem großen Volk sind sogar noch Futterwaben als Reserve vorhanden, falls es in den nächsten Wochen irgendwo zu einem Engpass kommen wird.