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Alle Bienenvölker leiden hierzulande unter den Auswirkungen der Varroamilbe. Deshalb ist es eines der obersten imkerlichen Ziele, die Varroa zu bekämpfen, damit die Bienen gesund bleiben.

Klassische Methoden sind die Anwendungen organischer Säuren wie Ameisen- Milch- oder Oxalsäure. Zu diesen chemischen Methoden kommen noch beispielsweise Thymol hinzu.

Neben der "Chemie" gibt es auch verschiedene physikalische Methoden, wie das Erhitzen im Volk als Bienensauna, und mindestens eine gut funktionierende biologische Methode. Wir verwenden hier den Einsatz von Drohnenrahmen, die auch Baurahmen genannt werden.

In den obersten Brutraum werden an den Positionen 2 und 9, also an zweiter und an vorletzter Stelle, je ein Leerrahmen gehängt. Das sind Rahmen, die nur aus den hölzernen vier Seitenteilen bestehen und weder Drähte noch Mittelwände enthalten. Diese Drohnenrahmen bauen die Bienen als Wildbau mit den größeren Drohnenzellen aus. Die Königin bestiftet die Zellen mit unbefruchteten Eiern, so dass sich darin die Drohnen entwickeln können.

Weil die Drohnen von allen Bienenwesen die längste Zeit von der Eiablage bis zum Schlupf benötigen, können sich in den verdeckelten Zellen während des Verpuppungsstadiums die Varroamilben besonders gut und zahlreich vermehren. Also, und das ist der angewendete Trick, entfernt man diese Rahmen, sobald deren Zellen verdeckelt sind, aus dem Volk und setzt einen neuen, leeren, hinzu. Dadurch werden große Mengen von Milben aus dem Volk entfernt und können demnach darin keinen Schaden mehr anrichten.

Noch besser und geschickter ist es, jeweils einen der beiden Baurahmen im Wechsel mit dem anderen regelmäßig zu entnehmen, sobald einer genügend verdeckelte Zellen enthält. Auf diese Weise bleiben die Varroabelastung und der Varroadruck bis zum Sommer relativ niedrig. Ab Juli schnellen die Zahlen der Varroamilben regelmäßig explosionsartig in die Höhe. Das ist dann die Zeit, in der spezifische Behandlungsmethoden zum Einsatz gelangen, damit die Belastung für den Winter wieder niedrig wird. Durch das konsequente Entfernen mittels Drohnenrahmen fällt dieser Anstieg deutlich geringer aus.

Ein konkretes Beispiel hierzu: am 19. Mai haben wir viele Drohnenrahmen aus unseren Völkern entnommen, einer größer und voller als der andere. Den nicht nur in diesem Jahr vollsten und größten zeige ich als Photo hier. Sie stammen vom 19. Mai 2019.

Drohnenrahmen vom 19.05.2019 - Vorderseite

Drohnenrahmen vom 19.05.2019 - Rückseite

Im Frankfurter Niddapark stehen Ableger und ein Bienenvolk von uns. Die ABleger haben wir auf dem Riedberg aus zwei Völkern gezogen und dort in mehr als 2 Km Entfernung aufgestellt. Heute ist ihre erste Durchsicht.

Wildbau unter Abdeckfolie in einem Ableger

Das Ergebnis: ein Ableger hat sich bereits prächtig entwickelt. In seinen Waben sind sowohl frische Eier als auch Larven und erste verdeckelte Brut zu finden. Die Bienen haben sich demnach eine Königin erfolgreich gezogen, die inzwischen in Eiablage gegangen ist. Im Bild ist dies der untere Ableger in einer Zanderbeute. Hier haben sich beim Aufstellen die Rahmen etwas verschoben. Das haben die Bienen sofort ausgenutzt und unter die Abdeckfolie zwischen zwei Rahmen tropfenförmigen Wildbau geschaffen.

Der zweite Ableger ist kleiner. Auch hier sind bereits erste Eier zu erkennen. Insgesamt ist seine Entwicklung etwas schwächer und zaghafter.

Ableger (links) und Bienenvolk (rechts) im Niddapark

Beide Ableger sind mit 3%iger Oxalsäure als erste Varroabehandlung besprüht worden. Sobald der kleinere von ihnen stark genug geworden ist, werde ich ihn mit auf den Riedberg nehmen und dort bei den anderen Völkern und unterstellen.

Varroabehandlung mit Oxalsäure 3%

Das Volk ist stark und trägt bereits große Mengen an Honig ein. Bei seiner Durchsicht habe ich dreizehn Spielnäpfchen entdeckt und zerstört.

Kippkontrolle mit Spielnäpfchen

Der Drohnenrahmen ist im Ausbau begriffen und noch ohne verdeckelte Brut. Spätestens nächste Woche dürfte sich das geändert haben, so dass ich den Drohnenrahmen ausschneiden muss.

12.05.2019 Auf der Streuobstwiese ist heute Morgen gegen 10:30 Uhr bei den Bienen noch alles ruhig. Es ist zu kalt. Eine halbe Stunde später, als die Sonne stärker scheint, kommen die Bienen aus ihren Stöcken und fliegen gewaltig herum.

Bei der Völkerdurchsicht ist alles ziemlich unauffällig. Ein Volk ist nicht zum ersten Mal etwas aggressiver und aufbrausender. Schwarmtrieb oder -stimmung haben wir bei keinen der Völker auf Zander ausfindig machen können.

Interessanter sind dann schon eher die Einblicke in die Ableger und den Schwarm. Der gestern umgestellte Dadant-Ableger entpuppt sich hierbei als ruhig. Wenig ist in ihm los, zwar viele Bienen, aber keine Eier. Einer entdeckt die Königin. Ihr Hinterleib ist eher etwas gelblich geringelt, es ist also keine Carnicabiene. Ihre vor zwei Wochen eingesetzte Weiselzelle ist aufgebrochen. Was heißt das nun für uns? Entweder sie ist noch nicht zum Hochzeitsflug aufgebrochen oder bereits zurück davon und noch nicht ein Eiablage getreten. Also heißt es abzuwarten und nach einer Woche wieder in das Volk zu schauen.

Bei den anderen Ablegern auf Zander sieht es unterschiedlich aus. Sie sind alle vor vier Wochen erstellt worden. Bei zweien sind die ersten Eier bereits gelegt. Ein anderer Ableger sieht beim Öffnen wie folgt aus:

Dies schein ein schlechter Scherz zu sein. Direkt unter dem Deckel und auf der Abdeckfolie liegen lauter tote Bienen. Unten drunter geht es dagegen sehr lebendig zu. So ein Anblick ist selten! Was kann geschehen sein? Vermutlich hingen unter dem Deckel noch viele Bienen in einer Traube und sind unbemerkt beim Schließen zwischen die Abeckfolie und den Deckel geraten. Dort haben sie keine Chance zur Flucht. Weder die Folie noch der Deckel lassen sie hindurch, so dass sie dort verhungert sein müssen. Traurig und schade.

So sollte es eigentlich normal aussehen:

Am Rand hängt die Brutwabe, gefolgt von einer Mittelwand und einer oder zwei Futterwaben. Darüber liegt die Abdeckfolie - ohne Totenfall!

Wir sehen alle in Betracht kommenden Ableger durch und führen dabei im Anschluss gleich eine Varroabehandlung durch. Hierzu werden die Bienen mit 3%iger Oxalsäure eingesprüht.

Bei Ablegern ist dies in der Regel die erste und einzige Behandlung gegen die Varroamilbe im Frühjahr oder Sommer. Zum Winter erfolgt dann eine zweite Behandlung, ebenfalls mit Oxalsäute, aber als Träufelmethode.

Auch der Schwarm wird entsprechend behandelt. Die zugesetzten Mittelwände sind noch nicht vollständig ausgebaut. Die Königin ist noch nicht in die Eiablage getreten. Das zugesetzte Futter (1 kg Futterteig) ist vollständig aufgezehrt, die Rahmen tragen teilweise schon eingelagerten Nektar. Wie sich dieser Schwarm weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Vor Jahren habe ich auf der Streuobstwiese einige bienenfreundliche Blühpflanzen eingesetzt, darunter zwei verschiedene Berberitzenarten. Die erste, Berberis coreana, blüht in diesem Jahr zum ersten Mal. Beim Betrachten der Blüte finde ich auf ihr ein etwas größeres Fluginsekt. Ich weiß nicht, warum, aber plötzlich fällt dieses Insekt auf den Boden und liegt zwischen Halmen und Blättern. Oben ist mir das Photographieren nicht gelungen, hier unten auf dem Boden schon.

Vor zwei Jahren haben wir ein ähnlich aussehendes Fluggerät gefunden, das ein Jäger als Hornisse bezeichnet hat. Ein Leser des Blogs meint jedoch damals, dass es sich eher um eine Hornissenschwebfliege gehandelt haben dürfte. Wir stehen jetzt vor dem gleichen Dilemma und wissen nicht genau, wer uns hier die Ehre seines Besuchs gegeben hat: eine Hornisse oder eine Hornissenschwebfliege, die der Hornisse sehr ähnlich sieht.

Seit einem Tag stehen die eingesammelten Bienen aus dem Schwarm vom 2. Mai 2019 stehen nun bereits auf der Streuobstwiese, ihrem neuen Standort. Hierbei leben sie vorübergehend in einer Art Dunkelkammer. Die Beuten-eingänge sind verschlossen, der Boden ist nach unten durch ein Gitter offen und zugleich für die Bienen undurchlässig. In diesem Setting sollen sie zur Ruhe kommen und sich vom Schwarm- in den Normalbetrieb umstellen.

Es gibt Imker, die lassen die als Schwarm gefangenen Bienen bis zu drei Tage stehen und "abkühlen". Nach meiner Erfahrung reicht dazu jedoch auch nur eine einzige Nacht aus.

Der Bienenschwarm am neuen Standort

Wie geht es dann weiter?

Die Bienen hängen oder sitzen ohne Halt gebende äußere Struktur in der Beute. Deshalb ist der erste Schritt, ihnen Mittelwände zum Besiedeln und Ausbauen zu geben. Eine Zarge mit 10 Mittelwänden wird dazu auf die vorhandene Leerzarge gestellt.

vorne: 10 Mittelwände in Zarge, hinten: der Schwarm in der Beute

Anschließend sollen und müssen die Bienen draußen herumfliegen und bestäuben und sammeln können. Dementsprechend wird das Flugloch auf der Vorderseite der Beute geöffnet und mit einem Anflugbrett versehen. Letzteres erleichtert den Bienen das Landen und hilft der Orientierung.

Beim Fangen und Bergen ist alles nahezu perfekt abgelaufen. Jetzt es ist das nicht mehr ganz so. Als ich den Deckel anhebe, hängen die Bienen allesamt direkt an und unter ihm in einer dichten Traube zusammen. Beim Abheben und zur Seite Stellen fällt ein Teil der Traube neben die Beute auf den Erd-boden. Den besetzten Deckel stelle ich mit den ansitzenden Bienen kurz ab, platziere die Mittelwände über der Leerzarge und schlage die Deckelbienen dort hinein. Sie sickern schnell durch die Wabengassen nach unten.

Bienenschwarm auf Deckel

Die Außentemperatur ist an diesem Abend schon nicht mehr gerade bienen freundlich zu nennen. Dadurch reagieren die Bienen deutlich langsamer als sonst. Um die auf dem Boden sitzenden krabbelnden Bienen in die Beute zu bekommen, positioniere ich den ihnen vertrauten Deckel einfach hochkant neben ihnen. Bereits nach wenigen Minuten krabbeln sie auf ihn herauf, nach weiteren Minuten sind alle Bienen vollständig dort versammelt und lassen sich einfach in die Wabengassen einschlagen.

Bienen laufen in Richtung Deckel

Schwärmende Bienen sind im Regelfall relativ ruhig. Die niedrige Tempe-ratur tut hierzu ein Übriges. Die jetzt inzwischen eingehausten Bienen haben außer ihrem Futtervorrat im Magen nichts weiteres zu Essen dabei. Für den kommenden Wachsbau benötigen sie viel Energie. Von daher ist es logisch, dass ich ihnen Futter zur Verfügung stelle. Hierzu nehme ich einen mit Pollen versetzten Fertigfutterteig und lege ihn ganz einfach auf die Oberträger der Rahmen. Abschließend kommt noch eine Folie darüber, dann die beiden Deckel und alles ist mehr oder minder fertig und vollbracht.

Mittelwände mit aufgelegtem Futterteig

Am Ende wird noch das Flugloch geöffnet. Jetzt können die Bienen sich in ihrer neuen Behausung einrichten. Es wird nicht sehr lange dauern, bis die ersten ausfliegen und nach Futterquellen Ausschau halten. Damit die Königin Eier legen und die Bienen neben dem Bauen die Brut pflegen können, brauchen sie eines: Futter und Energie, also Nahrung.

Aus der Erfahrung heraus sind die Mittelwände bereits nach einer knappen Woche vollständig mit Waben ausgebaut, so dass die Königin zügig in die Eiablage gehen kann. Kurz bevor die ersten Zellen verdeckelt werden, erfolgt noch eine Sprühbehandlung zur Bekämpfung der Varroamilbe.

Des Schwarmes neues Zuhause

Man sagt zwar, dass die Schwarmbienen weitgehend frei von Milben sind, aber eine Garantie hierfür gibt es nicht. Viele Milben sitzen direkt auf den Bienen und reisen als blinde Passagiere mit. Deshalb wird zur Sicherheit und zur Gesunderhaltung einmalig eine Sprühbehandlung durchgeführt. Hierzu bieten sich entweder Milchsäure oder Oxalsäure an. Beide sind für die Bienen unschädlich. Wegen der besseren Resistenzlage bevorzuge ich die Oxalsäure (die übrigens jeder, der schon einmal Rhabarber gegessen hat, aus eigener Erfahrung kennt).

10.04.2019Seit Beginn unseres Imkerns arbeite ich mit Magazinbeuten im Zander-Maß. Damit bin ich auch sehr zufrieden.

In den letzten drei Jahren bin ich immer häufiger mit der Dadant-Beute bzw. dem Dadant-Maß in Berührung gekommen. Hierbei verwendet man nur einen Brutraum, der allerdings größer ist als im Zander- oder DeutschNormalMaß ist. Dafür können auf diesen Brutraum dann mehrere kleinere Honigräume aufgesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass sie leichter sind und einfacher getragen und transportiert werden können. Hierin ist allerdings auch der Nachteil zu finden: dieses Rahmenmaß ist nicht kompatibel zu den Maßen im Brutraum. D.h., ich kann nicht die Honigwaben später für den Brutraum verwenden.

Trotzdem habe ich mich entschlossen, mir zwei Beuten im Dadant-Maß zu besorgen und das Imkern darin auszuprobieren. Sie stammen von der Behindertenwerkstatt Bergwinkel und stehen derzeit im Keller. Dort nehmen sie viel Platz ein. Die einzelnen Teile sind unbehandelt. Das bedeutet, ich muss sie noch äußerlich lasieren oder anstreichen.

Danach könnten die Beuten aufgestellt und verwendet werden. Aber wie kommen Bienen dort hinein? Eine Lösung wäre, auf einen Schwarm zu warten und ihn dort einzuschlagen. Das ist machbar, aber unsicher.

Alternativ müsste es möglich sein, Bienen aus einem anderen Maß dort hinein abzuschlagen und die verbleibenden Rahmen mit der ansitzenden Brut in eine oder mehrere andere Beuten zu hängen. Im Prinzip wäre das damit ein Kunstschwarm. Hierdurch hätte ich eine Brutpause künstlich geschaffen, die somit gleichzeitig auch als ein biologisches Verfahren der Dezimierung von Varroamilben dient.

Bevor es ans Imkern und Bienenhalten geht, müssen die Zarge allerdings noch vorbereitet werden. Sie sind aus unbehandeltem Holz der Weymouthkiefer hergestellt. Zum Schutz vor der Witterung bekommen die einzelnen Teile noch einen Anstrich mit einer honiggelben Lasur auf Wasserbasis. Die Mittelwände müssen natürlich auch noch in die Rahmen eingelötet werden.

Der Boden, noch ohne Varroawindel, aber mit Anflugbrett
Dadantbeute komplett, unlasiert, ohne Deckel
Brutraum Dadant-Beute, lasiert, mit Anflugbrett

Auf dem Bild oben sieht man sehr gut, dass die Zargen keinen Falz besitzen. Das bedeutet, dass sie aufeinander gestellt, verschieblich sind und lediglich durch ihr Eigengewicht in der Position gehalten werden.

Dadant-Beuten: vorher-nachher, lasiert und unlasiert.

Bei diesem Dadant-Format handelt es sich um Dadant-Blatt. Es gibt noch eine weitere Variante namens Dadant-US. Beide unterscheiden sich lediglich in der Größe der Rahmen um einige Millimeter.

24.03.2017 Inzwischen sind alle Mittelwände eingelötet. Die Beuten sind nahezu vollständig lasiert. Auf der Streuobstwiese habe ich einen entsprechenden Platz bereits hergerichtet. Im Baumarkt Steine und Balken zum Unterlegen besorgt. Mit Imkern, die mit Dadant-Blatt imkern habe ich Kontakt aufgenommen und kann von dort demnächst zwei Ableger bekommen.

Insgesamt fühle ich mich dabei ein wenig aufgeregt und empfinde es als spannend, demnächst mit etwas Neuem zu beginnen. Über Literatur und über Videos von Youtube versuche ich so viele Informationen wie möglich im Vorfeld zu erhalten. In unserem Imkerverein Bee Friends Frankfurt führen inzwischen einige Mitglieder ihre Völker auf Dadant oder der Zwischenform Zadant. Auch hier sind also Ansprechpartner vorhanden.

In der Karwoche 2019 ist es soweit. Über ebay-Kleinanzeigen habe ich zwei Ableger im passenden Maß gefunden und werde sie dann abholen.

Wie gestern bereits berichtet, haben wir die ersten Honigräume aufgesetzt. Bei zwei Völkern sind die Voraussetzungen gegeben gewesen: sie sind stark genug und voller Brut.

Absperrgitter auf dem Brutraum

Auf den oberen Brutraum wird zunächst ein Absperrgitter gelegt. Es ist in seinem Durchmesser groß genug, dass die Arbeiterinnen die Streben passieren können, nicht jedoch die etwas kräftigeren Drohnen oder die Königin.Dadurch bleiben die Honigräume brutfrei.

Honigraum - Wabendurchsicht

Wir besitzen in diesem Frühjahr eine Menge an ausgebauten Waben. Das heißt, wir müssen den Bienen keine Mittelwände zusetzen. Die ausgebauten Waben werden vor dem Aufsetzen noch kontrolliert. Hier befindet sich noch ein Honigrest vom letzten Jahr darauf. Diese Wabe wird aussortiert.

Honigraum - Wabendurchsicht

Stattdessen kommt eine Mittelwand mit in den Honigraum. Auf ihr müssen die Bienen erst noch die Waben anlegen, damit Nektar und Honig darin eingelagert werden können. Bei den ausgebauten Waben entfällt dieser Schritt.

Honigraum und zwei Bruträume

Der Honigraum wird verschlossen und der Abschlussdeckel wieder aufgelegt. Jetzt darf das Honigsammeln losgehen.

Bei dem recht guten Wetter heute herrschte wieder reger Flugbetrieb an den Einfluglöchern.

Flugbetrieb am 31.03.2019
Flugbetrieb am 31.03.19

Im ehemals nicht weiselrichtigen Volk hat sich Überraschendes getan. Die Königin ist, wenn auch etwas verspätet, in Eiablage gegangen und hat riesige Brutnester erzeugt, die bereits verdeckelt sind. Wenn diese Bienen demnächst alle schlüpfen, dann wird es in diesem Volk ein wenig eng.

Bei vorausschauender Planung bedeutet dies, dass hier in spätestens zwei Wochen der erste Ablege gebildet werden muss. Das könnte dann der erste Ableger des Jahres 2019 bei uns werden. Ach ja, auch ganz schön: an mindestens zwei Stellen im Brutnest, war der Deckel so weit kuppelartig gewölbt, dass hier bereits die ersten Drohnen im Entstehen sind.

Aus diesem Grunde haben wir bereits bei einem Volk den ersten Drohnenrahmen, auch Baurahmen genannt, gesetzt, um somit eine biologische Varroamilbenbekämpfung einzuleiten.

Die Totale Brutentnahme [TBE] ist eine biologische Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe in den Bienenstöcken. Sie erfordert ein wenig vorausschauende Planungen und Vorbereitungen. Unter Imkern sagt man auch über sie, dass sie eine Materialschlacht sei. Das stimmt übrigens in gewissen Grenzen durchaus wie als erstes zu beweisen sein wird:

Vorbereiten von Zargen, Böden und Beuten

Benötigt werden viele Zargen und Mittelwände. Am Abend zuvor habe ich deshalb noch knapp 100 Mittelwände eingelötet. Das Ergebnis ist unten zu sehen.

Vorbereitung: Mittelwände en masse

Ohne die Zargen sah das Arbeitsmaterial dann so aus:

ein Teil der Materialschlacht. Es fehlen die Böden und Zargen

Doch damit nun ans Werk:

Als erstes werden die Arbeitsmaterialien bereitgestellt. Neben dem Üblichen wie Stockmeißel, Kehrbesen, Smoker sind dies ein Boden, drei Zargen und viele Mittelwände.

Beute vor der Brutentnahme.

Schritt 1: Die entsprechende Beute wird abgestapelt. Der Honigraum wird zur Seite gestellt. Der vorhandene Boden bleibt stehen.

Abstapeln eines Volkes. Im Hintergrund der Honigraum

Schritt 2: Auf den Boden des Ursprungsvolkes kommt eine leere Zarge. Sie bildet den neuen Brutraum.

Leerzarge auf dem Boden

Schritt 3: In Arbeitsnähe werden ein Boden und eine Leerzarge aufgestellt. Die Fluglöcher im Boden müssen verschlossen sein! Dies ergibt den zu erstellenden Brutsammler. Es empfiehlt sich, eine zweite Leerzarge in unmittelbarer Nähe zu deponieren.

Schritt 4: Aus den Bruträumen wird eine Wabe (Rahmen) mit möglichst viel unverdeckelter Brut herausgesucht und in die Mitte der Leerzarge gehängt. Dies ist die Fangwabe.

Fangwabe: Wabe mit offener Brut

Schritt 5: Aus den vorhandenen Bruträumen wird eine Futterwabe entnommen und an den Rand der Leerzarge gehängt. Die Futterwabe sollte möglichst viel an Nektar und Pollen enthalten.

Schritt 6: Um die Fangwabe herum werden links und rechts je eine möglichst helle und natürlich brutfreie Wabe gehängt.

Fangwabe plus Mittelwände. Am Rand hängt bereits eine Futterwabe.

Schritt 7: Aus den Bruträumen werden nacheinander alle bruthaltigen Waben entnommen und die darauf sitzenden Bienen in die Leerzarge geschlagen. Wichtig ist dabei, dass die Königin mit in die Leerzarge gelangt. Etwa eine handvoll Bienen soll auf den Ursprungsrahmen verbleiben. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Königin nicht auf diesem Rahmen verbleibt.

Schritt 8: Die abgeschüttelten Waben werden mit den verbliebenen Bienen in die bereitgestellte Zarge des Brutsammlers gehängt.

Schritt 9: Schritte 7 und 8 werden für jede Brut enthaltende Wabe wiederholt.

Schritt 10: Die brutfreien Randwaben können in die Leerzarge mit eingehängt werden.

Schritt 11: Sobald die alten Bruträume durchgesehen und leer sind, werden in die Leerzarge so viele Mittelwände eingehängt, bis die ursprüngliche Rahmenzahl wieder erreicht ist.

Fangwabe, Mittelwände und Futterwabe

Schritt 12: Das Absperrgitter wird auf die Leerzarge gelegt und der ursprüngliche Honigraum wieder aufgesetzt.

Damit ist das vorher zweizargige Volk auf eine Zarge reduziert worden. Brut und Volk sind dabei voneinander getrennt. Im Prinzip ist es wie bei einem Bienenschwarm: ein Volk mit Bienen, aber ohne Brut. Oder anders formuliert: durch diesen starken Eingriff haben wir eine Brutpause initiiert.

Die Bienen bauen in der nächsten Zeit entsprechend viele neue Waben auf. Die Flugbienen hingegen tragen den Nektar weiter ein. Weil kein Stauraum vorhanden ist, kommt es zu einer verstärkten Einlagerung im Honigraum. Deswegen ist es sinnvoll, diese Aktion 10 bis 14 Tage vor der geplanten Honigernte durchzuführen.

Wie oben beschrieben, kann auf diese Weise jedes Volk behandelt werden. Sämtliche entnommenen Brutwaben kommen in den Brutsammler. Sobald er in seinen beiden Zargen voll besetzt ist, wird er verschlossen.

Schritt 13: Die Sammelbrutableger (Brutsammler, Brutscheunen) werden anschließend abtransportiert und an einem neuen Standort außerhalb des Flugradius der Bienen von 2-3 Km aufgestellt. Am neuen Standort werden die Fluglöcher geöffnet. Die Bienen ziehen sich aus den im Sammler vorhandenen Eiern eine neue Königin heran.

zwei der gebildeten Sammelbrutableger bei der TBE

Sobald die alte vorhandene Brut nach 21 bis 24 Tagen ausgelaufen (geschlüpft) ist, muss das gesamte Volk mit Ameisen- oder Oxalsäure behandelt werden, bevor die neue Brut bereits wieder verdeckelt ist! Wir bevorzugen hierbei die inzwischen zur Sommerbehandlung zugelassene Oxalsäure. Sie kann einfach auf die Bienen aufgesprüht werden.

Die Brutsammler können, sobald die neue Königin in die Eiablage getreten ist, wieder zurücktransportiert werden. Zusätzlich kann jetzt eine Wabenerneuerung durchgeführt werden: die alten und dunklen Waben werden entnommen, die ansitzenden Bienen ins Volk abgeschüttelt. Die entstandenen Lücken werden mit Mittelwänden oder hellen Waben, die vom Schleudern übrig geblieben sind, ersetzt.

 

Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Honigernte steht demnächst an. Doch vorher geschieht noch etwas anderes.

Normalerweise schließt sich an die Honigernte zeitnah die Behandlung gegen die Varroamilbe an. Diese Behandlung erfolgt üblicherweise mit organischen Säuren wie Ameisen- oder Oxalsäure. Damit diese Substanzen nicht in den Honig gelangen, muss die Entnahme des Honigs vorher abgeschlossen sein.

So machen wir das nicht (mehr). Wir drehen den Spieß um. Wir können und dürfen das, weil wir keine der genannten organischen Säuren, sondern eine biologische Methode verwenden: die totale Brutentnahme.

Das Prinzip ist recht einfach: wir führen künstlich eine Brutpause herbei. Die Brutentnahme ist eine Möglichkeit dafür, eine andere, mittlerweile ebenso gut anerkannte, ist das Käfigen der Königin. Hierbei wird die Königin ein einem gesonderten Käfig gefangen und mit ihrem Hofstaat für etwa vier Wochen darin in ihrem Volk gehalten. In dieser Zeit kann sie keine neuen Eier legen. Die im Nest vorhandene Brut entwickelt sich zu Ende und "läuft aus". Die Varroamilbe benötigt für ihre Vermehrung Brut, die kurz vor der Verdeckelung steht. Fehlt diese Brut, kann die Milbe sich nicht vermehren. Das gleiche Prinzip - nur mit anderer Technik - haben wir bei der Brutentnahme.

Für die Brutentnahme braucht es relativ viel an Material: neue Mittelwände und Zargen. Wie bereits angekündigt kommt hierzu ein gesonderter Bericht.

Derzeit stecke ich in den Vorbereitungen dazu: neue Mittelwände müssen eingelötet , alte Mittelwände im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen werden. Bei dieser Gelegenheit bietet es sich auch an, vorhandene Zargen zu reinigen.

Klassisch reinigt man die Zargen in einem Bad mit heißer Natronlauge. Hierfür habe ich in meinem städtischen Umfeld keinerlei Möglichkeiten. Ich habe lange nach Alternativen gesucht und bin bei einem Hochdruckreiniger hängengeblieben. Mit ihm reinige ich Böden und Zargen. Das geht einigermaßen schnell und praktisch und hinterlässt keine chemischen Rückstände. Der einzige Nachteil: das weiche Kiefernholz beginnt gelegentlich zu zerfasern. Dann war der Druck zu hoch.

 

Nach kurzer Nacht bin ich am Neujahrsmorgen zu den Bienen aufgebrochen. Mit im Gepäck war dabei ein Behälter mit 5,7%iger Oxalsäure. Durch die Zugabe von 275 Gramm Zucker wurde die Konzentration in einem Gefäß auf 3,5% gemindert. Das war damit auch die für die Behandlung erforderliche und zugelassene Säurekonzentration.

Nach dem Desaster vom letzten Winter bin ich dieses Mal besonders neugierig gewesen wie es den Bienen wohl gehen würde. Bei der Durchsicht bin ich angenehm überrascht worden: unsere Bienen leben noch!

Neu ist in diesem Jahr ein technisches Instrument gewesen. Von Andermatt-Biovet habe ich mir eine Automaikspritze kommen lassen. Der Vorteil: die benötigte Menge an Säure wird hierbei direkt aus dem Vorratsgefäß angesogen und in die Wabengassen geträufelt. Durch den langen Arm ist das Zugeben sogar besonders bequem geworden.

Automatikspritze für Oxalsäure

Allerdings, wie es dann doch so ist, spielt die Technik nicht immer so mit wie sie es soll. Anfangs funktionierte die Ansaugpumpe überhaupt nicht. Zwar saugte sie ein paar Milliliter an, aber das war es dann auch schon. Nichts tropfte vorne an der Spitze heraus. Ich wollte schon verärgert aufgeben, heimfahren und eine klassische Einwegspritze besorgen, als das Gerät dann doch plötzlich richtig gut zu funktionieren begann.

In jede besetzte Wabengasse habe ich die voreingestellten  3,5 ml Oxalsäure über die Bienen tropfen lassen. Zuvor habe ich bei allen Völkern in der Schnelldurchsicht von oben keine erkennbare Brut gesehen. Das war natürlich ideal. Allerdings habe ich nirgendwo die aus der Literatur bekannte und erwähnte klassische Traube mitten in einem Brutraum entdecken können. Alle Bienen sind stets oben und seitlich, aber nie in der Mitte, am Krabbeln gewesen.

Mit dieser Maßnahme ist die Winterbehandlung 2017/2018 abgeschlossen. Im Sommer hatte ich als Maßnahme gegen die Varroamilbe die vollständige Brutentnahme durchgeführt. Nun heißt es abzuwarten, was das Ende des Winters bringen wird und wieviele unserer Völker tatsächlich überleben werden.

Zwei Völker sind relativ mickrig und schwach. Zum Glück habe ich im Sommer nach der Honigernte mehrere Futterwaben beiseite gestellt. Davon werden diese beiden Völker je eine bekommen. Damit, so hoffe ich, werden sie den Winter überleben und sich im Frühjahr zu je einem neuen großen Volk entwickeln können.

Es ist heiß geworden in der letzten Augustwoche. Die Temperaturen lagen teilweise bei uns bis 36 Grad für fast eine ganze Woche. Zwar ist das für die Zeit Ende August ungewöhnlich, aber es ist ideal für die Ameisensäurebehandlung. Denn je höher die Außentemperaturen, desto besser verdunstet die Flüssigkeit aus den mit 15%iger Ameisensäure gefüllten Wannen im Inneren unserer Beuten.

Vor vier Wochen wurde die Ameisensäure in unsere Bienenstöcke eingebracht und zwar  bei durchaus moderaten Temperaturen, die für einen Hochsommer eher zu niedrig sind. Diese vierte Woche war nun ein Segen für unsere Bienen.

Am 28. August 2016 haben wir am späten Vormittag aus allen behandelten Völkern sämtliche Wannen mit der restlichen Säure entfernt. Der ursprüngliche Einsatz zur Aufnahme des Varroaschiebers wurde wieder eingesetzt und die "Windel", das Brett zum Auffangen der toten Milben und anderen Bienenstockgemülls, wieder eingelegt.

Insgesamt waren die Milbenzahlen gar nicht einmal so hoch, sondern eher niedrig bis moderat.  Beim Milben zählen in den nächsten Wochen wird sich erst zeigen wie gut die Behandlung gewirkt hat.

Die Auffütterung für den Winter hat bereits begonnen und wird in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Ein kurzer Blick durch die Abdeckfolien auf die eingelegten Futtertaschen zeigte, dass diese zurzeit nur wenig angenommen worden sind.

Ein Volk war weisellos. Wir haben es mit einem Ableger heute vereinigt, damit die Bienen nicht zugrunde gehen müssen.

Hierdurch ist leider ein Plan gescheitert: ich wollte zum Herbst es versuchen, eine Beute im 2-Königinnenbetrieb zu führen. Doch dazu fehlte mir nun das zweite Volk, besagter Ableger, der dazu auserkoren war, nun aber zu anderen Zwecken benötigt worden ist.

Damit ist unsere diesjährige Saison mehr oder minder beendet. Kurz vor Weihnachten, wenn es kalt genug geworden ist und die brutfreie Wintertraube sich im Inneren gebildet hat, erfolgt noch die Oxalsäurebehandlung gegen die Varroamilbe. Bis zum kommenden Februar ist dann mehr oder minder tatsächlich Schluss mit der imkerlichen Arbeit an den Bienenstöcken. Erst zum Beginn der neuen Bruttätigkeit beginnt die Arbeit allmählich wieder.

In der Winterpause werden dafür andere Arbeiten erledigt: Mittelwände eingelötet und damit neue Rahmen zum Erweitern vorbereitet, Geräte geputzt, damit sie im Frühjahr wieder sauer zur Verfügung stehen, Honig abgefüllt für den Weihnachtsmarkt.

Aus den ursprünglichen drei Bienenvölkern, mit denen wir begonnen hatten, sind inzwischen 20 geworden. Wenn sie alle den Winter gesund durchstehen, dann stehen uns im nächsten Jahr viel Arbeit und eine noch größere Menge an Honig als in 2016 bevor.

Jetzt im Sommer nach der Honigernte ist die Zeit für die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilbe gekommen.

Der Honig ist entnommen, er wird also nicht mit den Dämpfen der Ameisensäure mehr in Berührung kommen.

Das Prinzip der Behandlung ist immer dasselbe: die Varroamilben mögen es nicht sauer und sterben bei zuviel Säure ab. Unsere Ableger und frisch gefangenen Schwärme haben wir im Frühjahr bereits mit 15%iger Milchsäure eingesprüht. Im beginnenden Hochsommer ist die Zahl der Varroamilben im Bienenstock am größten, sie explodiert förmlich sogar.

Durch unsere kontinuierliche biolgische Bekämpfung seit dem Frühjahr mit dem Ausschneiden der Drohnenbrut haben wir die Anzahl der Milben bereits niedrig gehalten. Mit der Ameisensäurebehandlung verringern wir die Milbenzahl noch einmal kräftig, damit das Volk möglichst gesund und wenig belastet in den Winter gehen kann.

Bei der Ameisensäureanwendung gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Prinzipien, denen gemeinsam das physikalische Phänmen der Verdampfung ist.

Richtig klassisch erfolgt das Einbringen der Ameisensäure von oben: auf die Oberkanten der obersten Rahmen wird beispielsweise ein getränktes Schwammtuch gelegt. Alternativ gibt es auch Verdunstungsmechanismen verschiedener Hersteller, die meist einen Tank zum Befüllen und ein Medium zum Verdunsten haben. Das kann beispielsweise ein Docht sein, aber auch ein Blatt Filterpapier. Hierbei erfolgt die Verdunstung innerhalb weniger Tage. Fördernd sind hohe Außentemperaturen, die zusätzlich den Bienenstock im Inneren aufheizen. Aus diesem Grunde funktioniert dieses Prinzip nur im Sommer. Im kalten Winter ist es wirkungslos.

Eine andere Methode ist eine sehr sanfte mit nur 15 %iger Ameisensäure. Das Prinzip hier ist das gleiche, aber weil die Konzentration niedriger ist, muss die Einwirkzeit verlängert werden. Wir belassen eine gefüllte Wanne vier Wochen in der Beute.

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Drei Liter 15 %ige Ameisensäure wird hergestellt (Ameisensäure ad us vet. hat eine Konzentration von 60%, also wird sie entsprechend mit Wasser verdünnt) und unten in die Beute geschoben. Zuvor wird ein Holzbrett eingelegt, um das Lüftungsgitter der Beute zu verschließen, damit die Dampfkonzentration im Stock entsprechend ansteigen kann. Das Einflugloch auf der Vorderseite bleibt geöffnet.

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Diese sanfte Methode hat große Vorteile und ist meines Erachtens auch ideal für "faule" Menschen. Weil die Wanne mit der Ameisensäure möglichst vier Wochen ununterbrochen im nicht geöffneten Bienenstock bleiben soll, kann man in dieser Zeit ruhigen Gewissens in den Urlaub fahren. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass parallel dazu sofort mit der Auffütterung begonnen werden kann.

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Hierfür verwenden wir einen fertig portionierten Futterteig mit 2,5 kg Fertigteig. Die einzelnen Pakete legen wir auf die jeweiligen Oberträger des oberen Brutraums der Beute, schneiden die Plastikfolie oben und seitlich ein, damit die Bienen das Futter aufnehmen können, legen eine Folie gegen den Wildbau darüber und verschließen die Beute wie üblich mit einem Deckel.

Am Sonntag, 31. Juli 2016, findet um 11 Uhr das letzte public beekeeping statt.

An diesem Tag werden die Bienen gegen die Varroamilben behandelt und zugleich aufgefüttert. D.h. nachdem der Honig vorher entnommen worden ist, erhalten die Bienen als Ersatz Fremdfutter, dass sie wie Nektar einsammeln und in ihren Waben als Wintervorrat einlagern. Damit ist die Saison 2016 nahezu beendet. Im Winter findet noch einmal kurz vor Weihnachten eine Behandlung gegen die Varroamilben statt, möglichst dann schon in der Brutpause, wenn es draußen kalt genug ist.

Im Lauf der nächsten Monate wird die Zahl unserer Völker etwas reduziert, indem mehrere Völker miteinander vereinigt werden und so ein kräftiges neues Gesamtvolk bilden.

Möglicherweise werde ich auch ein wenig experimentieren und in einer Beute versuchen, zwei Königinnen zu führen.

Am 28. Juli 2016 haben wir abends mit den Vorbereitungen zur zweiten Honigernte begonnen.

Damit wir an den Honig gelangen, sollten die Rahmen im Honigraum möglichst bienenfrei sein. Um das zu erreichen, haben wir unter den jeweiligen Honigraum eines Volkes eine Leerzarge und eine Bienenflucht gesetzt. Die Bienenflucht ist wie eine Drehtür: sie lässt nur in eine Richtung die Bienen hindurch. Im Idealfall werden die noch im Honigraum vorhandenen Bienen in zwei Tagen verschwunden sein. Wir heben den Honigraum dann nur noch ab und transportieren ihn zu uns nach Hause, dort wird er geschleudert und der ablaufende Honig zunächst in Eimer gefüllt.

Einen Tag nach der Entnahme starten wir mit der Behandlung gegen die Varroamilbe. In den Boden eines jeden Bienenstocks wird dazu eine Wanne mit etwa drei Litern 15%iger Ameisensäure gestellt. Durch die hohen Außentemperaturen im Sommer verdampft die Ameisensäure und tötet dadurch die Milben ab. Klassisch verwenden die meisten Imker jedoch eine Säurekonzentration von 60%. Das bedeutet für die Bienen schon ein wenig Stress, auch wenn ihnen die Säure nichts ausmacht. Wir verwenden jedoch nur 15%ige Säure. Dieses Verfahren ist schonender, dauert dafür aber länger. Allerdings brüten die Bienen in diesen Zeit weiter und können gleichzeitig sogar zur Wintervorbereitung von uns mit Futterteig versehen und aufgefüttert werden.

In diesem Jahr haben wir fünf Schwärme bereits wieder gefangen, drei weitere sind uns seit Anfang Juni 2016 zum Fangen avisiert worden. Nach dem heutigen Imkern auf der Streuobstwiese, gebe ich hier einen kurzen Überblick über den Zustand unserer gefangenen Schwärme.

  1. Schwarm Nummer 1 ist nicht mehr bei uns. Wir haben ihn an zwei Praktikanten aus dem letzten Jahr abgegeben.
  2. Gleiches gilt für den Schwarm Nummer 2, auch er in inzwischen bei zwei früheren Praktikumsteilnehmern gelandet und wird dort weiter betreut.
  3. Der Schwarm mit dem Namen Gaia existiert nicht mehr. Wenige Tage nach dem Einschlagen in seine Beute wurde die Zahl der Bienen immer weniger, zuletzt waren in dem Bienenstock nur noch einige wenige tote Bienen. Dieser Schwarm hat seinen Ausflug nicht überlebt. Auffällig war für mich von Beginn an die Bewegungsarmut der Bienen. Die Masse bewegte sich nur träge, einzelne flogen aus, einige bauten auch ein paar rudimentäre Waben, aber sonst waren diese Bienen eher "lahm".
  4. Schwarm "Santa Martina": er wurde auf dem benachbarten Reiterhof gefangen. Nach dem Einschlagen in seine Beute hatte ich ihn ein paar Kilometer entfernt im Niddapark aufgestellt. Heute war ich dort zur Nachschau und zur Milchsäurebehandlung. Hatte ich Beiträge zuvor noch von der regen Bautätigkeit der Schwarmbienen geschwärmt, wurde ich hier eines anderen belehrt. Das gesamte Volk sitzt auf vier Rahmen, die allesamt am linken Rand in der Beute hängen und nur zum Teil ausgebaut sind. Hauptsächlich die beiden mittleren Rahmen weisen einen nahezu vollständigen Wabenbau auf. In den einzelnen Waben beziehungsweise Zellen waren vereinzelte Bieneneier (Stifte) zu erkennen. Unverdeckelte oder verdeckelte Brut war nicht vorhanden. Ein Spielnäpfchen (=Weiselzelle) hing in der Mitte eines Rahmens. Die Königin selber habe ich nicht entdecken können. Gedanken und Überlegungen hierzu: Hat das Volk überhaupt (noch) eine Königin? Das Vorhandensein der Stifte spricht dafür, sie müssen innerhalb der letzten 24 Stunden gelegt worden sein. Das Spielnäpfchen könnte darauf hinweisen, dass dieses Volk sich eine Königin nachzuschaffen versucht, weil es keine mehr hat? Sind die Eier befruchtet oder unbefruchtet? Könnten es Drohneneier sein und das Volk wird dann buckelbrütig? - Hier hilft nur eines: erst einmal abwarten und beobachten was sich im Volk weiterhin tut.
  5. Im Schwarm "San Stefano" zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier sind nur die randständigen ersten vier Rahmen besiedelt. Allerdings ist eine blau gezeichnete Königin vorhanden. Im Unterschied zu Santa Martina sind jedoch verdeckelte Brut, Rundmaden und Stifte zu sehen. Auch wenn die Königin nicht allzu eierlegefreudig zu sein scheint, sie kommt ihrer angestammten Aufgabe nach und ist in Eiablage. Abwarten gilt auch hier.

 

Unsere Schwarmvölker im Niddapark, links San Stefano, rechts Santa Martina. Auf den Dächern das Werkzeug und das Zubehör zum Imkern und für die Milchsäurebehandlung
Unsere Schwarmvölker im Niddapark, links San Stefano, rechts Santa Martina. Auf den Dächern das Werkzeug und das Zubehör zum Imkern und für die Milchsäurebehandlung

Milchsäure 15% ad us vet. und das Imkerwerkzeug: Kehrbesen, Stockmeißel und Smoker. Davor Schutzhandschuhe für die Säurebehandlung
Milchsäure 15% ad us vet. und das Imkerwerkzeug: Kehrbesen, Stockmeißel und Smoker. Davor Schutzhandschuhe für die Säurebehandlung

Heute habe ich die letzten Auswinterungsarbeiten beendet. Zum Ende des Winters oder zum Beginn des Frühlings werden dazu alle Völker durchgesehen. Dabei wird darauf geachtet, das sie "weiselrichtig" sind. Es kann passieren, dass das Volk im Winter seine Königin verliert. Ersatzweise legen Arbeiterinnen Eier, die jedoch unbefruchtet sind. In solchem Fall können nur Drohnen entstehen. Das Brutnest zeigt dann die typischen Kuppeln der Drohnenbrut. Die Drohnen sind größer als die Arbeiterinnen und benötigen aus diesem Grunde mehr Platz in ihrer Zelle. Drohnenbrut erkennt man an der buckelförmigen Verdeckelung. Man nennt ein weiselloses (königinnenloses) Volk dann auch drohnenbrütig (buckelbrütig).

Alle Völker besitzen eine Königin, die bereits voll in der Eiablage ist. Entsprechend groß sind dann auf einigen Waben auch die Brutnester. Zwischen den normalen Brutzellen sind bereits auch die ersten Zellen mit Drohnenbrut zu erkennen. Zum ersten Mal habe ich heute in unverdeckelte Drohnenbrutzellen hineinsehen dürfen. Am Boden liegt wie bei den Arbeiterinnen auch eine Larve als Rundmade. Die Wände sind hier tiefer und größer gebaut, der Kuppelbau ist bereits klar zu erkennen, aber die Kuppel ist noch nicht verschlossen.

Zum Auswintern gehört die Kontrolle auf Brut. Sie sollte jetzt bereits in allen Stadien vorhanden sein. Das trifft bei allen unseren Völkern zu. Zudem werden alle Völker mit ihrer Behausung gewogen. Sämtliche Daten werden in einer Stockkarte wie in einem Logbuch festgehalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind fast alle Winterbienen gestorben. Im Untergeschoss einer Beute sammeln sich die toten Bienen an, die nicht von den Stockbienen abtransportiert worden sind. Dieser Totenfall kann manchmal so massiv sein, dass er den Eingang, das Flugloch, regelrecht verstopfen kann. Deshalb wird der Totenfall vom Imker entfernt.

Bei der Durchsicht des gesamten Volkes wird zugleich auf mögliche Krankheiten der Bienen geschaut. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Schon jetzt beginnt bereits die biologische Bekämpfung der Varroamilben. Wegen der längeren Brutdauer der Drohnen befinden sich in der Drohnenbrut die meisten Milben. Dieses Phänomen nutzen wir aus. Deshalb hängen wir in den Brutraum (oder den oberen Brutraum, falls er aus zwei Zaren besteht) an den Rand der Waben einen sogenannten Drohnen- beziehungsweise Baurahmen. Das ist ein Holzrahmen ohne Mittelwände. Hier bauen die Bienen die etwas größeren Zellen für die Drohnenbrut. Sobald sie verdeckelt sind, entfernen wir den Rahmen aus der Beute, schneiden das Wachs mit der Brut heraus und hängen den leeren Rahmen wieder zurück. Durch dieses Verfahren halten wir die Belastung mit Varroamilben konsequent so niedrig wie möglich.

Alle dreizehn Völker haben den Winter gut überlebt und sind in Brut gegangen. Bei einigen wird der freie Raum im Bienenstock schon so eng, dass wir bereits jetzt an das Aufsetzen von Honigräumen denken müssen. Bei mindestens einem Volk wird das morgen der Fall sein.

Die begonnene Winterbehandlung haben wir heute abgeschlossen. Bei keinem unserer Völker hat sich die Wintertraube gebildet. Überall füllen die Bienen ihre Rahmen aus, teilweise auf zwei Zargen sogar.

Aus diesem Grunde kam in diesem Winter keine Oxalsäure zum Einsatz. Milchsäure wurde auf die Bienen fein gesprüht, nachdem sicher war, dass keine verdeckelte Brut vorhanden war. Um das festzustellen, mussten wir die bislang unbehandelten Völker komplett durchschauen. Aber nun sind sie alle behandelt worden.

Die offene Frage bleibt natürlich: wie werden sie im nächsten Frühjahr mit der Milbe zurecht kommen?  War unsere Behandlung ausreichend?

Darüber wird es dann im Frühjahr hier an gleicher Stelle den Zustandsbericht geben.

 

Eine alte Imkerregel lautet: "Wenn du zu den Bienen gehst, vergiss den Rauch nicht!" Am Sonntag, 4. Advent, 20.12.2015, sind wir bei den Bienen gewesen, um mit der diesjährigen Winterbehandlung gegen die Varroamilbe zu beginnen. Die Außentemparatur betrug 7 Grad Celsius. Damit war es bereits im Ansatz für eine Oxalsäurebehandlung zu warm. Hinzu kommen noch die Temperaturen der letzten Tage und Wochen: der Dezember 2015 war bei uns im Durchschnitt um 5 Grad zu warm gewesen. Wir haben deshalb damit gerechnet, dass ein großer Teil der Bienen noch immer am Brüten sind.

Bedingt durch die erwähnte Außentemperatur von 7° C war ich davon ausgegangen, dass die Bienen nicht außerhalb ihres Stockes herumfliegen, sondern sich ruhig in ihrer Beute aufhalten würden. Dadurch geleitet, hatte ich mich entschlossen, für die Arbeiten am Volk keinen Smoker für die Rauchproduktion  mitzunehmen... Das erwies sich als folgenschwerer Irrtum. Überhaupt war der heutige Imkertag voller Überraschungen ....

Beim Öffnen des ersten Volkes waren wir alle sehr schnell entsetzt: da waren ja kaum noch Bienen zu sehen. Nur einige wenige krabbelten im oberen Brutraum herum, die Waben waren leer, Futter war kaum vorhanden, keine Brut. Gleiches Bild im unteren Brutraum, sogar noch weniger Bienen waren dort zu sehen. Sämtliche Waben leer. Mit anderen Worten: dieses Volk ist verhungert u. z. jetzt bereits im Dezember! Wie das geschehen konnte, ist rätselhaft. Meine Erklärung: durch die letzten warmen Wochen hat das Volk seine reichlichen Futtervorräte aufgebraucht. Am Einfüttern konnte es nicht liegen, da haben wir gute Arbeit geleistet. Doch scheint gute Arbeit hier nicht ausreichend gewesen zu sein. Spannend für uns in der Nachbetrachtung: wieder ist es das Volk mit der Nummer 1, bei dem seit einem Jahr immer wieder etwas schief geht. Ein Teil des Volkes war sowohl in 2014 als auch 2015 abgeschwärmt, die neue Königin hatte es nicht angenommen. Von allen unseren Bienen war es bislang das aggressivste Volk gewesen. Fazit: wir lassen es sterben, im Frühjahr 2016 kommt dort ein neues Volk hin!

Bei den beiden benachbarten  geöffneten Beuten kam die nächste Überraschung: in beiden Bruträumen waren die Bienen so zahlreich wie im Sommer und zugleich noch in der Bruttätigkeit. Eine Wintertraube hatte sich noch nicht gebildet. Um an den Bienen arbeiten zu können, fehlte der oben erwähnte Rauch. Erst nachdem ich den Smoker von daheim geholt hatte, konnten wir weiter arbeiten. Lehrgeld wieder einmal.

Wie mit diesen beiden Völkern umgehen? Die Lösung lautet: erst einmal keine Winterbehandlung, sondern die verdeckelte Brut mit Hilfe einer Entdeckelungsgabel öffnen. Die ansitzenden Bienen würden in den nächsten Tagen die geöffneten Zellen leer räumen. Dann wird die Winterbehandlung sinnvoll. Aber auch hier wird sich bei den zu erwartenden Temperaturen noch keine Wintertraube gebildet haben. Folglich wird statt der Oxalsäure Milchsäure verwendet, die als feiner Nebel auf sämtliche Bienen gesprüht wird.

Verdeckelte Brut auf einem Rahmen am 20.12.2015
Verdeckelte Brut auf einem Rahmen am 20.12.2015

Öffnen ("Entdeckeln") der Winterbrut am 20.12.2015
Öffnen ("Entdeckeln") der Winterbrut am 20.12.2015

Das für uns ungewöhnliche Schauspiel war, das sich bei uns allen vier, die wir an den Bienen gearbeitet hatten, jeweils auf dem Kopf und auf dem Rücken eine kleine Traube von Bienen sammelten, die selbst durch mehrfaches Abkehren nicht zum Verschwinden zu bewegen war. Die Bienen saßen relativ ruhig und still auf uns. Bei zwei Personen jedoch krabbelten einzelne Exemplare unter den Schleier. Wie die dadurch entstandene menschliche Unruhe dann aussah, kann sich jeder Leser wohl leicht vorstellen.

Ansitzende Winterbienen auf Matthias Rücken
Ansitzende Winterbienen auf Matthias Rücken

 

Bienentrauben auf der Schutzkleidung bei der Winterbehandlung 2015
Bienentrauben auf der Schutzkleidung bei der Winterbehandlung 2015

Bei keinem unserer Bienenvölker hatte sich auch nur ansatzmäßig eine Wintertraube gebildet. Voraussetzung hierfür sind mehrere frostige oder kalte Tage nacheinander. Zwei Frosttage reichen hierfür nicht aus, wenn es anschließend wieder (zu) warm wird. Der anhaltende Kältereiz treibt die Bienen dazu, sich im Inneren ihrer Beute zu einer Art Kugel zusammenzuziehen. Innerhalb dieser Kugel oder Traube halten sie eine Temperatur von 20° C aufrecht. So überwintern Bienen für gewöhnlich energiesparend bis zu den ersten warmen Tagen des nächsten Frühjahrs. Sobald es draußen wieder wärmer wird, starten sie zu ihrem Reinigungsflug und entleeren ihre während der Wintertage gefüllte Kotblase. Danach beginnt die Königin erneut zu brüten und der erste Nachwuchs wird herangezogen. Er wird von den Winterbienen solange versorgt, bis genügend junge Bienen im Volk vorhanden sind, die diese Pflege alleine übernehmen können. Die Winterbienen sterben dann nach einer Lebenszeit von mehreren Monaten ab.

Zurück zur verdeckelten Brut. In den verdeckelten Brutzellen leben und vermehren sich die Varroamilben. Würde man zur Zeit einer verdeckleten Brut behandeln, egal mit welchem Verfahren, könnte man die in den verschlossenen Zellen lebenden Milben nicht erreichen. Folglich bilden sie nach dem Schlupf der heranwachsenden jungen Bienen den Beginn einer Neu- oder Weiterbesiedlung mit der Varroamilbe. Ziel ist es, durch die Winterbehandlung die Anfangsbelastung der neuen Brutperiode so niedrig wie möglich zu halten, damit sich möglichst viele gesunde Bienen im Frühjahr und Sommer entwickeln können. Durch das Brüten vermehren sich die Milben sowieso. Je höher die Anzahl zu Beginn der kommenden Brutsaison, desto größer ist die Anzahl der Milben im Lauf der nächsten Monate bis zum Sommer und damit die Wahrscheinlichkeit, dass ein Volk unter der Varroamenge zu leiden hat und schließlich absterben kann.

Aus diesem Grunde versuchen Imker bereits zu Beginn der Brutsaison mit möglichst biologischen Methoden die Anzahl der Milben bis zum Sommer so gering wie möglich zu halten. Eine der effektivsten Maßnahmen dieser Art ist das Einhängen und spätere Ausschneiden von sogenannten Drohnen- oder Baurahmen. Dazu an anderer Stelle mehr. Diese Methode erfordert keine Chemie, sondern nutzt die Biologie der Milbenvermehrung aus.

Diejenigen Völker, bei denen die verdeckelte Brut geöffnet worden ist, werden nach paar Tagen mit Milchsäure behandelt oder, sollte sich eine Wintertraube gebildet haben, mit Oxalsäure. Voraussetzung für die Winterbehandlung ist die Brutfreiheit.

Milchsäure wird auf den Rahmen gesprüht
Milchsäure wird auf den Rahmen gesprüht

 

Milchsäurebehandlung auf einen Rahem am 20.12.2015. Der Blick in das Innere der Beute zeigt, wie stark das Volk ist
Milchsäurebehandlung auf einen Rahem am 20.12.2015. Der Blick in das Innere der Beute zeigt, wie stark das Volk ist

Von der Logik her, gäbe es eine weitere Möglichkeit, die Bienen am Brüten zu hindern: wenn die Königin im Volk gesucht und eingesperrt wird, kann sie nicht in die Eiablage gehen. Über diese Methode gibt es aber bisher noch keine zuverlässigen Erfahrungen.

Die Behandlung der Bienen gegen die Varroamilben ist bei uns inzwischen abgeschlossen. Letzten Sonntag haben wir die Wannen mit der Ameisensäure aus sämtlichen Beuten entfernt. Anders als in den beiden Jahren zuvor war dieses Mal die Ameisensäure nahezu vollständig verdunstet. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: die heißen bis sehr heißen Tage der letzten Wochen haben im Stock die Verdunstung befördert.

Erfreulich: der Befall der Bienen mit den Milben ist in diesem Jahr recht moderat. Diese Tendenz zeichnete sich bereits während der letzten Wochen und Monate ab. Wir ermitteln fast wöchentlich den Varroabefall auf den Einschiebewindeln am Boden der Beuten. Selten hatten wir in diesem Jahr größere Mengen an Milben dort gefunden. Der im Vergleich zum Vorjahr kältere Winter hat das Anwachsen der Milbenpopulationen deutlich gebremst.

Von daher gehen wir frohen Mutes in den kommenden Winter hinein. Noch werden die Bienen weiter aufgefüttert, damit sie in der Winterzeit nicht verhungern müssen. Sehr selten erfrieren sie, viel häufiger verhungern sie hingegen in dieser Zeit. Davon können wir ja inzwischen selber ein Lied singen und versuchen das zu vermeiden.

Kurz vor Weihnachten werden wir unsere Bienen noch einmal gegen die Milben behandeln. In dieser Zeit findet normalerweise bereits keine Bruttätigkeit mehr statt. Die Bienen werden dann mit einem Gemisch aus Oxalsäure und Zucker beträufelt. Beim gegenseitigen Putzen nehmen die Bienen die Oxalsäure auf. Dadurch ändert sich der pH-Wert ihrer Haemolymphe (dem "Blut"). Sollten die Milben die Bienen anschließend anbeißen und ihre Haemolymphe aufsaugen, gehen sie durch den niedrigen pH-Wert zugrunde.

29. Juli 2015

Inzwischen stehen 16 Beuten auf der Streuobstwiese.  Entgegen unserer ursprünglichen Absicht haben wir vor zwei Wochen noch einen neuen Ableger gebildet als Sammelbrutableger. Das heißt, er stammt aus mehreren Völkern, in denen es durch rege Bautätigkeiten der Bienen zu eng geworden ist, so, dass dort Platz geschaffen werden musste.

Wir haben in diesem Jahr relativ viele Schwärme gefangen und Ableger erstellt. Hier die Ableger:

Zwei Sammelbrutableger aus dem Jahr 2015. Der linke ist so stark gewachsen, dass bereits ein zweiter Brutraum aufgesetzt werden musste.
Zwei Sammelbrutableger aus dem Jahr 2015. Der linke ist so stark gewachsen, dass bereits ein zweiter Brutraum aufgesetzt werden musste.

Der neue und letzte Sammelbrutableger des Jahres 2015
Der neue und letzte Sammelbrutableger des Jahres 2015

Links ebenfalls ein starkes Volk, rechts ein Ableger aus diesem Jahr.
Links ebenfalls ein starkes Volk, rechts ein Ableger aus diesem Jahr.

Und nun die Schwärme, wobei ich zwei nicht photographiert hatte:

Zwei Schwärme. Der linke aus dem Jahr 2014, leider wenig ertragreich; der rechte aus dem Jahr 2015 mit dem Namen San Marco, äußerst baufreudig.
Zwei Schwärme. Der linke aus dem Jahr 2014, leider wenig ertragreich; der rechte aus dem Jahr 2015 mit dem Namen San Marco, äußerst baufreudig.

Die beiden nicht abgebildeten Schwärme hatten schon so ihre Besonderheiten: der eine, genannt "Schwarmolino" war sehr klein gewesen. Es handelte sich hierbei um einen Nachschwarm. Er kam anfangs überhaupt nicht in die Gänge. Erst nachdem wir ihm eine Carnica-Reinzuchtkönigin zugesetzt hatten, setzte die Bruttätigkeit und damit die Vermehrung gut ein. Auch der andere Schwarm erhielt eine neue Carnica-Reinzuchtkönigin. Diese Dame scherte sich zunächst überhaupt um ihre eigentliche Aufgabe, die des Eierlegens. Sie war im Volk zu sehen, aber es gab keinerlei Bruttätigkeit. Dann plötzlich lagen in den Waben zwei Eier oder zum Teil auch verkrüppelte Eier. Aus Fortbildungen habe ich im Hinterkopf gehabt, dass so etwas bei jungen Königinnen initial schon mal geschehen kann und blieb deswegen gelassen. Diese Ruhe hat sich ausgezahlt, denn inzwischen legt die Königin mit der Nummer 10 völlig normale Eier und ihr Volk beginnt zu wachsen.

Begeistert sind wir vom ersten auf dem Riedberg gefangenen Schwarm, der eine unglaubliche Bau- und Bruttätigkeit entwickelt hat. Nach seinem "Entdecker", der uns darüber informiert hatte, habe ich ihn San Marco genannt. Der im Frankfurter Berg neben der A661 gefangene Schwarm des letzten Jahres hingegen, hat uns mehr als enttäuscht. 2014 erhielt er eine Königin mit grünem Punkt, als aus dem Jahre 2014 stammend. Die Bruttätigkeit und damit die Vermehrung ließ jedoch sehr zu wünschen übrig. So rege im letzten Jahr die Bautätigkeit und Vermehrung war, so lahm war sie in diesem Frühjahr und Sommer. Entsprechend gering war auch der Honigeintrag. Erst mit dem Wechsel der Königin, wieder eine Carnica-Reinzuchtkönigin, nahmen Brut- und Sammeltätigkeit zu. Honig haben wir jedoch in diesem Jahr von diesem Schwarmvolk nicht geerntet.

Zweimal haben wir Honig geerntet. Insgesamt sind es etwa 140 Kilogramm. Mit dieser Menge bin ich durchaus zufrieden. Schließlich ist es erst das zweite Mal, dass wir Honig gewonnen haben. Mag die Völkerzahl mit jetzt 16 hoch erscheinen, den Honig haben wir nur von sechs Völkern entnommen. Von daher ist das ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis. Mit Glück steigert sich die Menge im nächsten Jahr noch weiter ...

Das setzt voraus, dass alle Völker gut über den Winter kommen werden. Mitten im Sommer mag es merkwürdig klingen, über den Winter zu schreiben. Aber bienenmäßig steht er bald an. Die Tracht ist weitgehend vorbei. Natürlich blüht bei uns auf dem Riedberg noch vieles, so dass die Bienen weiterhin Nektar eintragen können. Diese Menge reicht allerdings zum Überleben im Winter nicht aus. Deshalb ist es unsere imkerliche Aufgabe, für die Bienen zu sorgen und ihnen nach der Honigentnahme Ersatzfutter zu geben, das sie anschließend als Wintervorrat einlagern können. Im letzten Winter haben bei uns drei Völker nicht überlebt. Schlußendlich bin ich zu der Einsicht gelangt, dass sie uns verhungert sein müssen. Das war traurig und tat weh und es schmerzt auch jetzt noch. Diese Erfahrung möchte ich kein zweites Mal machen müssen. Deshalb wird in diesem Jahr sehr viel konsequenter und nach Gewicht aufgefüttert. Dazu kommt noch ein eigener Blogbeitrag.

Zuletzt: ein schmerzhaftes Thema sind die erlittenen Bienenstiche. Zwar waren sie in diesem Jahr deutlich weniger an Zahl als im letzten Jahr, dafür waren sie um so heftiger. 2014 war der Stand zwischen mir und Matthias 14:4, 2015 ist es 5:8. Meine persönliche Konsequenz daraus in diesem Jahr -  auch inzwischen auch die von Matthias - geimkert wird nur noch unter Schutzkleidung!

Die zweite Honigernte dieses Jahres ist soeben beendet. Aus mehreren Völkern vom Riedberg haben wir gestern die verdeckelten Waben  entnommen und abends noch den Honig abgeschleudert. Die entnommenen Waben waren recht unterschiedlich. Einige waren bei der ersten Ernte noch nicht vollständig verdeckelt. Sie sind jetzt in den Ertrag mit eingegangen. Einen großen Teil der Honigwaben haben wir sogar in den Völkern gelassen, weil sie zwar Nektar enthielten, aber noch nicht verdeckelt, also verschlossen, waren. Das Heraussuchen der erntefähigen Waben erwies sich als schwierig. Die Völker haben sehr unterschiedlich darauf reagiert.

Von allen Waben wurden die ansitzenden Bienen abgefegt. Diese bienenfreien Rahmen wurden sofort in eine Leerzarge gehängt, die anschließend mit einem Zwischenboden verschlossen wurde. Die Bienen haben das sehr schnell bemerkt und sind durch Löcher, die durch Unebenheiten im Boden gebildet waren, wieder in die Zarge und auf die Rahmen geklettert. In kleinen Mengen wurden die Rahmen zum Auto getragen und dort ein weiteres Mal abgekehrt.  Teilweise waren sogar einzelne Wespen dabei. Sobald für die Bienen Honigreste auf dem Boden erkennbar waren, setzte umgehend Räuberei ein: größere Mengen von Bienen tauchten wie aus dem Nichts auf, um sich die Honigreste einzuverleiben und den anderen Bienen wegzunehmen. Selbst benutzte Leerzargen wurden auf diese Weise von den Bienen besucht. Mit dem Einbruch der Dämmerung nahm diese Räuberei stetig ab. Gegen 22 Uhr waren alle Bienen wieder verschwunden.

Wir haben den Honig noch am gleichen Abend abgeschleudert. Beim Wiegen heute Abend waren es etwas über 55 Kilogramm. Inzwischen steht der Honig in lebensmittelgerechten Kunststoffeimern, Hobbocks genannt, im kühlen Keller. Dieser Honig ist von seiner Beschaffenheit sehr viel flüssiger und dunkler als der der ersten Ernte. Als zweite Ernte dieses Jahres werden wir ihn später als Zwietracht vermarkten.

 Der Zeitpunkt für diese Ernte war für die Völker wichtig: jetzt ist es heiß und damit sind die äußeren Bedingungen für die Behandlung mit Ameisensäure gegen die Varroamilben günstig. Der Honig, der dem menschlichen Genuss dienen soll, muss allerdings vorher entnommen worden sein. Am kommenden Wochenende beginnen wir deshalb sofort an allen unseren Völkern mit der Varroabehandlung.

In wenigen Tagen ist es soweit: das Bienenjahr 2014/2015 geht zu Ende. Am 21. Juni 2015 findet in diesem Jahr die Sommersonnenwende statt. Wüssten die Bienen das kognitiv, würden sie vielleicht so etwas wie Silvester feiern...

Ab der Sommersonnenwende werden die Völker wieder kleiner. Umgedreht bedeutet das, dass sie jetzt um diese Zeit auf ihrem Höhepunkt sind. In den nächsten Wochen geht die normale Tracht auf ihr Ende zu und parallel dazu fehlt unseren nordischen Bienen damit das Nahrungsangebot. Etwa ab Mitte Juli ist die Tracht im Großen und Ganzen vorbei, abgesehen von der Heideblüte. Für die Bienen bedeutet dies, dass sie sich bereits jetzt auf den kommenden Winter vorbereiten. Die Volksstärke nimmt kontinuierlich ab. Futter als Wintervorrat wird eingelagert. In der Regel erfolgt nochmals im Sommer eine Honigentnahme durch den Menschen, die Sommertracht. Bedingt durch die Blütezeiten der Pflanzen hat der Sommerhonig eine andere Zusammensetzung und Konsistenz als der Honig des Frühjahrs.

In Großstädten haben die Bienen es im Sommer und frühen Herbst leichter als auf dem Lande. Bedingt durch die vielen Vorgärten und Kleingartenanlagen ist das Nahrungsangebot üppiger und länger anhaltend als auf dem Lande oder in Mittelgebirgen oder Gebirgen. Trotzdem beginnt der Imker etwa im Juli, spätestens im August damit, die Bienen aufzufüttern. Hierzu gibt er ihnen Futter als Ersatz für den entnommenen Honig. Dieses Futter kann flüssig als Zuckerlösung oder als Fertigteig fest sein. Auf jeden Fall muss es ausreichend sein für die Bienen. Man rechnet etwa mit einem Vorrat von 22 Kg bei zweizargigem und 14 Kg bei einzargigem Einwintern. Die eingetragenen Vorräte werden davon abgezogen. Der Differenzbetrag muss zugefüttert werden.

Vor der Auffütterung erfolgt noch die erste Behandlung gegen die Varroamilbe. Zahlenmäßig erreicht die Milbe im Sommer ihren Höhepunkt. Deshalb ist ihre Bekämpfung zu dieser Zeit besonders wichtig, damit die Völker möglichst varroaarm in den Winter gehen und überleben können.

Zu den einzelnen Themen erfolgen zeitgerecht gesonderte Beiträge.

Beim heutigen Beekeeping beziehungsweise dem Öffentlichen Imkern haben wir bei drei Völkern vorzeitig eine Behandlung gegen die Varroamilbe unternommen. Bei zwei Völkern handelt es sich um eingefangene Schwärme, das dritte Volk ist der verbliebene Rest eines abgeschwärmten Volkes. Von allen drei Völkern ist in diesem Jahr nicht von einer Honigernte auszugehen. Aus diesem Grunde ist es möglich, bereits jetzt mit einer sehr frühgen Behandlung gegen die Milben anzufangen. Dadurch verhindere ich das frühzeitige Einnisten von Milben und ermögliche es so dem Volk, groß und stark zu werden.

Klassisch nimmt man hierfür 15-prozentige Milchsäure. Sie kann in jedem Brutstadium auf die Bienen gesprüht werden. Dazu werden die einzelnen Rahmen aus der Zarge gezogen und von beiden Seiten eingesprüht. Es gibt Imker, die das mehrfach wiederholen. Wir machen das jetzt nur einmal. Im Juli erfolgt als weitere klassische Behandlung die Behandlung mit Ameisensäure.

Im folgenden Video wird die Milchsäurebehandlung an einem Schwarm demonstriert, den wir vor acht Tagen gefangen haben. Vor einer Woche wurde er aus der Leerzarge auf Mittelwände umgesetzt. Dabei hatte ich vergessen, eine Schutzfolie auf die Rahmenoberkanten zu legen. Die Bienen haben das Versäumnis sofort ausgenutzt und am Deckel erheblichen Wildbau betrieben, den wir dann entfernt haben.

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört - eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.

Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut

Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer

Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Als Menschen haben wir den Ablauf eines Jahres in mehrere Abschnitte unterteilt, deren Ausgangspunkte bestimmte astronomische Ereignisse sind:

- Im März die Tag-Nacht-Gleiche, das Primär-Äquinoktium, in der Regel um den 20. März herum. Tages- und Nachtlänge sind zu diesem Zeitpunkt gleich lang. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Frühling. Die Tage werden ab jetzt zunehmend länger.

- Im Juni, am Mittsommer oder der Sommersonnenwende erreicht der Tag seine größte Länge und wir haben die kürzeste Nacht im Jahr. Hier endet der Frühling und der Sommer beginnt. Ab hier werden die Tage wieder kürzer, die Nächte folglich entsprechend länger

- Im September sind Tag und Nacht wieder gleich lang. Wir haben wieder eine Tag-Nacht-Gleiche, das Herbst- oder Sekundär-Äquinoktium. Jetzt beginnt der Herbst. In dessen weiteren Verlauf werden die Tage noch kürzer, die Nächte dafür um so länger.

- Im Dezember, am 21. oder 22. Dezember haben wir dann den kürzesten Tag und die längste Nacht des gesamten Jahres, die Wintersonnenwende. Ab jetzt beginnt der Winter. Die Tage wieder nun wieder länger und ein neuer Jahreszeitenlauf beginnt.

Vereinfacht gesagt haben wir Menschen, durch Himmelsereignisse bestimmt,  das Jahr in vier Viertel unterteilt. Alle Viertel sind in etwa gleich lang. Die Meteorologen haben diesen "natürlichen" Jahreszeitenablauf ein wenig verändert, in dem sie den entsprechenden Beginn der jeweiligen Jahreszeit auf den Monatsersten vorverlegt haben. Der Grund ist ganz einfach: so lassen sich Statistiken zur besseren Vergleichbarkeit erstellen.

Völlig anders sieht der Jahresablauf bei den Bienen aus. Die Unterteilung hier ist sehr viel differenzierter. Die Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst werden in jeweils drei Abschnitte unterteilt, die sich nach Phänomenen der Vegetation richten und nicht nach den oben beschriebenen Himmelsereignissen.

- Etwa von Mitte Februar bis Mitte März geht ein Vorfrühling. 

Mit dem Beginn der Haselnussblüte oder der Schneeglöckchen startet der Vorfrühling. In warmen Wintern kann es durchaus geschehen, dass die Hasel bereits zu Weihnachten ihre ersten Blüten erreicht. Pollenallergiker, die auf den Pollen der sogenannten Frühblüher reagieren, können ein tränenreiches Lied davon singen. Weitere Frühblüher sind die Weide und die Schwarzerle. Sobald die Blüten der Salweide pollengelb sind, ist der Vorfrühling beendet.

Die ersten Bienen fliegen bereits ab einer Temperatur von 12° und steuern bevorzugt die Blüten der Salweide als erste Pollenquelle des Jahres an. Die Königin beginnt bereits mit der ersten Brut.

- Von Mitte März bis Mitte April ist der Erstfrühling.

Die Forsythien sind die ersten markanten Blüten dieser Zeit.  Leider sind sie zwar schön für unser menschliches Auge anzusehen, aber für die Bienen völlig uninteressant, weil sie keinen Nektar abgeben. Ein weiterer Wegweiser des Erstfrühlings ist die Kornelkirsche. Die Stachelbeere zeigt ihren ersten Laubaustrieb. Danach erblühen Stachel- und Johannesbeere, später folgen Kirsche, Pflaume, Birne, Schlehdorn, Ahorn, Rosskastanie und Birke, anschließend Rotbuche, Linde und Ahorn. Mit der Birnenblüte endet der Erstfrühling.

Das Brutnest wächst langsam, es kann zu Futterengpässen kommen, deshalb muss gegebenenfalls nachgefüttert werden.

- Der Vollfrühling geht von Mitte April bis Angang Mai.

Dies ist die Zeit der Flieder- und Apfelblüte. Etwas später kommt die Himbeere und Stieleiche zum Blühen. Er endet mit dem Beginn der Blüte von Eberesche und Wiesenfuchschwanz. In Europa beginnt der Vollfrühling im Südwesten Portugals bei Faro etwa um den 20. Februar herum. Von dort aus zieht er mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Km pro Tag nach Nordosten, erreicht etwa am 20. April die Oberrheinische Tiefebene und Ende Mai Finnland.

Die Winterbienen des letzten Jahres sind inzwischen durch die neuen Sommerbienen ersetzt worden. Das Brutnest wächst weiter. An jetzt sind bereits die ersten Schwärme möglich.

- Der Frühsommer geht von Mitte/Ende Mai bis Mitte Juni.

Der Frühsommer fällt meist in die Zeit des Juni. Der schwarze Holunder, der Mohn, die Akazie und die ersten Gräser Blühen.

Das Brutnest ist zahlenmäßig am Zenit angelangt. Die ersten Ableger werden gebildet. Der erste Honig ist eingelagert. Schwärme sind jetzt wahrscheinlich.

- Zur Zeit der Sommersonnenwende ist bei den Bienen bis Anfang Juli bereits der Hochsommer erreicht.

Dies ist die Zeit der Lindenblüte in der Reihenfolge Sommerlinde, Winterlinde, Krimlinde, Silberlinde. Aber auch Wegwarte und Kartoffel blühen jetzt. 

Ab der Sommersonnenwende beginnt das Bienenvolk sich wieder zu verkleinern und somit bereits auf den kommenden Winter vorzubereiten. Die Zeit der ersten  Varroabehandlung (mit Ameisensäure) ist gekommen. Sofern keine Spättracht zu erwarten ist, beginnt jetzt bereits die Auffütterung für den kommenden Winter.

- Ihm folgt von Anfang Juli bis Anfang August bereits der Spätsommer.

Die Heide blüht. Die Wespenzeit beginnt. Die ersten Baumfrüchte (Birne, Apfel, Zwetschge) sind reif.

Die Bienenvölker verkleinern sich langsam weiter als Vorbereitung des kommenden Winters. Die Auffütterung für den Winter beginnt.

 - Von Anfang bis Ende August ist der Frühherbst.

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnalis) blüht.

- Ab Ende August bis Anfang Oktober kommt der Vollherbst.

 Eiche, Kastanie, Quitte und Walnuss reifen. Die Laubfärbung beginnt.

Die Auffütterung für den Winter geht zu Ende. Schwache Bienenvölker können jetzt noch mit anderen Völkern vereinigt werden, um ihnen hierduch eine Überlebensmöglichkeit zu schaffen.

- Anfang Oktober bis Ende November dauert der Spätherbst.

Die Zeit des Laubwurfs.

Die Bienen sind aufgefüttert und eingewintert.

- Von Ende November bis Anfang/Mitte Februar dauert der Winter.

Kurz vor Weihnachten erfolgt die zweite Varroabehandlung (mit Oxalsäure).

 

Diese beschriebenen Abschnitte sind unterschiedlich lang. Winter und Spätherbst dauern am längsten. Die anderen Teiljahreszeiten dauern durchschnittlich etwa 3 bis 4 Wochen.

Wer mehr dazu wissen möchte: eine gute Informationsquelle sind die "Honigmacher". Auf ihrer Webseite http://www.die-honigmacher.de ist unter dem Schlagwort Bienenweide eine Menge an Informationen zu finden.

 

 

Am 4. Advent 2014 haben wir bei einer Außentemperatur von 6 Grad Celsius unsere diesjährige zweite Behandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Unterstützt wurden wir dabei von drei Mitgliedern unserer Neuimkergruppe 2014.

Die einzelnen Völker waren sehr unterschiedlich von ihrer Größe her, aber auch von ihrem Verhalten. Bereits das erste geöffnete Volk war ziemlich aggressiv, die übrigen weniger. Beim Reflektieren und gemeinsamen Besprechen mit allen fünf Imkern kamen wir zu interessanten Resultaten:

- seit den letzten Arbeiten im Sommer sind wir in der dadurch entstandenen Pause wieder ein wenig unsicherer im Umgang mit den Bienen geworden, es fehlte die gewohnte Routine,

- ab dem zweiten Volk haben wir einfach zügiger gearbeitet und uns weniger um Details gekümmert.

 Alle Völker sind zurzeit brutfrei. Die Völkergröße ist sehr unterschiedlich. Bei einem Volk rechnen wir vorsichtshalber damit, dass es den Winter wohl nicht überleben wird, weil es recht klein zu sein scheint. Ein Teil der Bienen in den einzelnen Beuten hält sich im oberen, ein anderer im unteren Brutraum auf. In diesen Fällen ist die obere Zarge nahezu bienenfrei. Erst beim Kippen der oberen Zarge war das Volk unten in seiner Größe erkennbar. Freudig überrascht waren wir von unserem jüngsten Kind, dem Sammelbrutableger. An und mit ihm hatten wir die ersten Versuche einer Königinnenzucht durch Umlarven unternommen. Dieses Volk ist kräftig und sehr aktiv. Wir sind gespannt wie es den Winter überstehen wird.

In jedem der Völker haben sich die vorhandenen in der Beutenmitte zu einer Traube zusammengezogen. In die zugehörigen Wabengassen haben wir ein Gemisch aus 3,5%iger Oxalsäure und Zucker geträufelt. Die Bienen wurden damit benetzt. Wenn sie sich anschließend gegenseitig putzen, nehmen sie die Oxalsäure mit dem Zucker auf. Die Oxalsäure geht in das Blut, genauer gesagt in die Hämolymphe, der Bienen über und säuert das Blut an. Wenn die vorhandenen Varroamilben die Bienen beißen und durch die Bißwunde die angesäuerte Hämolymphe aufnehmen, sterben sie ab, weil sie diesen veränderten pH-Wert nicht vertragen. Für die Bienen ist der etwas angesäuerte pH-Wert unschädlich.

 

Mit einer klassischen Injektionsspritze wird die Oxalsäure aufgezogen

 

und anschließend in die Wabengassen geträufelt. Die Bienen werden dabei durchaus benetzt. Dies ist übrigens der erwähnte Sammelbrutableger vom Sommer.

 

                                Die obere Zarge oder der obere Brutraum ist leer. Man kann durch die Wabengassen hindurch sehen. Die Wintertraube sitzt unten.                       Die Oxalsäure wird auch hier in die Mitte der Wabengassen geträufelt.

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