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Am 4. Advent 2014 haben wir bei einer Außentemperatur von 6 Grad Celsius unsere diesjährige zweite Behandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Unterstützt wurden wir dabei von drei Mitgliedern unserer Neuimkergruppe 2014.

Die einzelnen Völker waren sehr unterschiedlich von ihrer Größe her, aber auch von ihrem Verhalten. Bereits das erste geöffnete Volk war ziemlich aggressiv, die übrigen weniger. Beim Reflektieren und gemeinsamen Besprechen mit allen fünf Imkern kamen wir zu interessanten Resultaten:

- seit den letzten Arbeiten im Sommer sind wir in der dadurch entstandenen Pause wieder ein wenig unsicherer im Umgang mit den Bienen geworden, es fehlte die gewohnte Routine,

- ab dem zweiten Volk haben wir einfach zügiger gearbeitet und uns weniger um Details gekümmert.

 Alle Völker sind zurzeit brutfrei. Die Völkergröße ist sehr unterschiedlich. Bei einem Volk rechnen wir vorsichtshalber damit, dass es den Winter wohl nicht überleben wird, weil es recht klein zu sein scheint. Ein Teil der Bienen in den einzelnen Beuten hält sich im oberen, ein anderer im unteren Brutraum auf. In diesen Fällen ist die obere Zarge nahezu bienenfrei. Erst beim Kippen der oberen Zarge war das Volk unten in seiner Größe erkennbar. Freudig überrascht waren wir von unserem jüngsten Kind, dem Sammelbrutableger. An und mit ihm hatten wir die ersten Versuche einer Königinnenzucht durch Umlarven unternommen. Dieses Volk ist kräftig und sehr aktiv. Wir sind gespannt wie es den Winter überstehen wird.

In jedem der Völker haben sich die vorhandenen in der Beutenmitte zu einer Traube zusammengezogen. In die zugehörigen Wabengassen haben wir ein Gemisch aus 3,5%iger Oxalsäure und Zucker geträufelt. Die Bienen wurden damit benetzt. Wenn sie sich anschließend gegenseitig putzen, nehmen sie die Oxalsäure mit dem Zucker auf. Die Oxalsäure geht in das Blut, genauer gesagt in die Hämolymphe, der Bienen über und säuert das Blut an. Wenn die vorhandenen Varroamilben die Bienen beißen und durch die Bißwunde die angesäuerte Hämolymphe aufnehmen, sterben sie ab, weil sie diesen veränderten pH-Wert nicht vertragen. Für die Bienen ist der etwas angesäuerte pH-Wert unschädlich.

 

Mit einer klassischen Injektionsspritze wird die Oxalsäure aufgezogen

 

und anschließend in die Wabengassen geträufelt. Die Bienen werden dabei durchaus benetzt. Dies ist übrigens der erwähnte Sammelbrutableger vom Sommer.

 

                                Die obere Zarge oder der obere Brutraum ist leer. Man kann durch die Wabengassen hindurch sehen. Die Wintertraube sitzt unten.                       Die Oxalsäure wird auch hier in die Mitte der Wabengassen geträufelt.

Am 31. August 2014 haben wird aus unseren Beuten die eingesetzten Wannen mit 15%iger Ameisensäure wieder entfernt. Bedingt durch unseren Urlaub und das hiesige nicht sehr warme Wetter, haben wir die Ameisensäure nicht vier, sondern fünf Wochen in den Bienenstöcken belassen.

Spannend war es beim Abschätzen und Zählen der toten Varroamilben wie unterschiedlich stark der Befall war und von Volk zu Volk teilweise extrem geschwankt ist. Die absolute Zahl ist im Grunde nicht sehr relevant.

Das Minimum waren 18 Milben in der Säurewanne, das Maximum betrug über 300 Milben in einer Wanne. Zwei Völker hatten jeweils über 300 Milben. Am niedrigsten waren die Ableger befallen.

Leider konnten wir nicht alle Völker gleichzeitig behandeln. Für das elfte Volk fehlte uns eine Wanne. Diese Behandlung haben wir inzwischen am letzten Sonntag nachgeholt.

Am Ende der Tracht wird gegen die Varroamilbe behandelt. In diesem Jahr, 2014, ist dieses Trachtende besonders früh.

Das hat zur Folge, dass auch die Behandlung mit Ameisensäure früher als sonst erfolgt. Die Varroamilbe hält sich in jedem Bienenvolk auf. In unseren Breiten gibt es praktisch kein varroafreies Volk mehr. Die Zahl der Milben erreicht im Sommer natürlicherweise ihren Höhepunkt. Jetzt heißt es deshalb intensiv und konsequent zu behandeln, damit die Bienen möglichst varroaarm in den Winter gehen können.

Im Lauf dieses Frühjahrs und Sommers haben wir eine biologische Methode zur Behandlung eingesetzt. Weil die Milben sich in den verdeckelten Brutzellen vermehren und dazu in besonders hoher Zahl die Drohnenzellen bevorzugen, haben wir in jedem Bienenstock zwei Drohnenrahmen (auch Baurahmen genannt) eingehängt. Das sind Rahmen ohne Mittelwände, in denen die Bienen ohne die Hilfestellung durch eine Mittelwand selber Waben bauen. Die so erzeugten Waben sind etwas größer als die Waben für die Arbeiterinnen. Hierein legt die Königin unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen werden. Kurz vor der Verdeckelung der Drohnenzellen schlüpfen die Milben mit hinein. In die Arbeiterinnenzellen wandert in der Regel nur nur ein Weibchen hinein. Die Drohnenzellen hingegen werden von mehreren Varroaweibchen besucht.

Mit der Verdeckelung beginnt im geschützten Raum die Fortpflanzung der Varroamilben. Die einfachste und "biologischste" aller Maßnahmen ist es deshalb, aus den Drohnenrahmen die verdeckelte Brut zu entfernen. Damit wird die Menge der Milben deutlich verringert, allerdings nicht auf Null reduziert.

Für unsere eigene Übersicht haben wir regelmäßig den Fall der toten Varroamilben auf die "Windel" (dem Einschubbrett im Beutenboden) kontrolliert. Dazu wurden die Einschubbretter aus dem Boden herausgezogen und die toten Milben darauf gezählt. Das gibt natürlich keine Sicherheit, aber einen Überblick über die Befallstärke des betreffenden Volkes.

Zum Trachtende erfolgt der erste von zwei Schritten zur Varroabehandlung. Viele Imker - so auch wir - setzen hierzu Ameisensäure ein. Über Ameisensäure hatte ich hier vor kurzem einen Artikel eingestellt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten beziehungsweise Verfahren zur Behandlung. Wir setzen ein äußerst schonendes und noch relativ junges Verfahren ein. Klassisch wir mit Ameisensäure in relativ hoher Konzentration (60%) behandelt. Die Säure muss in der Beute verdunsten. Die Milben mögen diese Säuredämpfe nicht und sterben daran. Den Bienen macht diese Konzentration nichts oder nur wenig aus. Der Nachteil ist, dass man das Verdunsten mit 60%iger Säure mehrfach in Abständen von wenigen Tagen wiederholen muss. Die schonende Variante ist die mit 15%iger Säure.

Diese Säure wird über vier Wochen in einer mit einem Gitter abgedeckten Wanne im Beutenboden deponiert. Die Flüssigkeit verdunstet langsamer, die Konzentrationen sind weniger hoch, aber ausreichend effektiv. Parallel zur Säurebehandlung kann bereits die Einfütterung für die Wintervorräte erfolgen.

Wie sind wir praktisch vorgegangen?

Je Volk werden benötigt:

  • eine Wanne mit Abdeckgitter und einem Fassungsvermögen von mindestens drei Litern,
  • 2,47 Liter Wasser (wir haben es der Einfachheit halber vorher in 1-Liter-Flaschen abgefüllt),
  • 530 ml Ameisensäure von 85%.

Zunächst gaben wir 2 Liter Wasser (=2 Flaschen) in die Wanne getreu der Chemiker-Regel: "Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure". Dann wurden 530 ml 85%iger Ameisensäure abgemessen und zu dem vorgelegten Wasser gegossen. Zum Schluss werden die fehlenden 430 ml Wasser abgemessen und ebenfalls zugesetzt. Wichtig ist, dass unbedingt ein Absperrgitter auf die Wanne gelegt wird. Die Bienen würden sonst darin ertrinken.

Der Einschub mit der Varroawindel wird von hinten aus dem Boden der Beute entfernt. Zugleich wird ein Brett auf den nach unten offenen Boden eingelegt. Dadurch wird die Zufuhr von Frischluft eingeschränkt und die Konzentration der Säuredämpfe innerhalb des Bienenstockes erhöht.

Anschließend wird die vorbereitete und abgedeckte Wanne in den Boden geschoben und die rückseitige Öffnung wieder verschlossen.

Die Säure verdunstet im Laufe der folgenden Tagen und Wochen. Hierzu ist eine möglichst warme Außentemperatur förderlich. In dieser Zeit stirbt ein großer Teil der Varroen ab und fällt zu Boden. Die toten Milben werden später zusammen mit der Säurewanne entfernt.

 

 

Bei der heutigen Völkerkontrolle und -durchsicht war einiges spannend und anderes unerwartet.

  • Im abgeschwärmten Volk legt die Königin wieder Eier, wir haben Larven gesehen. Somit  haben wir indirekt einen Hinweis auf das Vorhandensein einer Königin bekommen.
  • Das eingefangene Schwarmvolk hat Unmengen an Nektar eingetragen und sämtliche 20 Mittelwände gut ausgebaut. Aber: es scheint keine Königin (mehr) zu haben. Auf den Rahmen waren weder Eier oder Larven noch verdeckelte Brut zu finden. Somit ist dieses Volk weisellos. Um es für den Winter zu retten, haben wir eine Wabe mit Eiern, Maden und verdeckelter Brut aus einem anderen Volk entnommen und dem Schwarmvolk zugefügt. Damit hat das Volk nun die Möglichkeit, sich eine Königin nachzuziehen. Diese zugesetzte Wabe dient auch zugleich als Weiselprobe: wenn nicht innerhalb von 2 - 3 Tagen eine Weiselzelle gebaut wird, besitzt das Volk eine Königin, die wir dann allerdings nicht gesehen haben, weder direkt noch indirekt (denn Eier und Brut waren keine vorhanden).
  • Bei allen Völkern haben wir auf den Varroaschiebern keine Varroamilben gefunden. Das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Bienen frei von den Milben sind. Wir haben lediglich keine toten Milben gesehen. Nach der demnächst fälligen Behandlung mit Ameisensäure dürfte sich das natürlich ändern.

Am Sonnabend, den 22. Juni 2014, war es um 12:51 Uhr soweit. Die Sonne stand in diesem Jahr an ihrem höchsten Punkt an unserem Himmel. Damit beginnt dann astronomisch der Sommer und der Frühling endet. Von nun an geht es bergab, die Tage werden  - wenn zunächst noch unmerklich - wieder kürzer.

Was hat diese Information auf einem Blog über Bienen zu suchen?

Mit der Sommersonnenwende ändert sich auch in den Bienenvölkern einiges. Bis etwa zu diesem Zeitpunkt erreichen die Populationen ihre größten Zahlen. Ab jetzt beginnt die Vorbereitung für den Winter. Das mag für uns Menschen merkwürdig klingen, aber die Bienen leben nun einmal in einem anderen Jahreszyklus.

Die Zahl der Bienen im Volk hat ihr Maximum erreicht und geht langsam zurück. Parallel dazu geht die Tracht zu Ende. In diesem Jahr geht sie übrigens besonders früh zu Ende. Jetzt kommt die Zeit, um den letzten Honig zu schleudern. Anschließend heißt es die Völker gegen die Varroamilbe zu behandeln, damit die Bienen gesund in den Winter gehen und ihn überstehen können.

Zugleich kommt nun die Zeit der Auffütterung. Wir haben den Bienen ihren eingesammelten Wintervorrat, den Honig, entnommen und müssen ihn nun ersetzen, damit sie nicht im Winter verhungern. Auf dem Riedberg profitieren wir von der Großstadtlage. Die Blütezeit verlängert sich innerstädtisch oft bis in den November hinein. Wenn die Außentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nicht zu niedrig sind, wird auch noch immer Nektar gesammelt und eingetragen. Damit kann man jedoch nicht fest rechnen, es bleibt ein Risiko, das sich nicht einzugehen lohnt. Schließlich sollen die Bienen ja gesund überleben.

Sowohl zur Varroamilbenbehandlung als auch zur Einfütterung kommt demnächst noch mehr.

 

 

Ein Bericht von Chantal Gissel

 

Vergangenen Sonntag [25.5.2014]war es wieder so weit: Treffen zum public bee-keeping.


Unsere Runde spielt sich langsam ein, wir sind alle sehr interessiert und möchten bald auch eigene Bienenstöcke halten.


Diesmal war auch noch eine Familie (mit Großeltern und Enkel) zum Schauen da.


Am vorherigen Sonntag war ein Volk ausgeschwärmt, das war sehr beeindruckend und aufregend. Die beiden neuen Ableger und ein Volk hatten keine frische Brut.Daraufhin haben Holmer und Matthias beschlossen, neue Königinnen zu kaufen, um diese in die Ableger und in ein Volk einzuhängen. An diesen Stöcken konnten wir daher nicht unsere gewohnte 'Routine-Besichtigung' durchführen. Wir haben nur das Dach abgenommen und durch die Plastikfolie hindurch die kleinen Königinnenkäfige betrachtet: Die Königinnen und das Volk können sich so langsam aneinander gewöhnen. Die Königin gibt ihre Duftstoffe ab, das Volk nimmt diese auf und gewöhnt sich so an die neue 'Chefin'.In ein paar Tagen werden Königin und Volk nicht mehr getrennt von einander sein. Dann kann der 'Bienenalltag' mit neuer Königin beginnen.


Bei den anderen beiden Völkern haben wir die gewohnte Besichtigung durchgeführt. Das heisst, das Dach wird abgenommen und die einzelnen Rahmen durchgeschaut: nach Vorräten, Brut und Königin. Das eine Volk hatte Vorräte und wir konnten auch die Königin erspähen. Das andere Volk hatte leider, leider keine frische Brut und auch die Königin war nirgends zu finden. Also haben Holmer und Matthias beschlossen noch einmal eine Königin zu kaufen (kommen übrigens per Post im Umschlag), diesmal eine bereits begattete,um sicher zu gehen, damit das Volk sich schnell erholt, vermehrt und sozusagen seinen Rhythmus findet.

Mir machen die regelmäßigen Treffen viel Spaß, es ist eine sehr nette Athmosphäre, man lernt das Bienenhalten und Züchten von Grund auf und lebt die Fehler und Fortschritt mit. Das Durchsehen der Völker ist ein bisschen wie Puzzlen, nur wesentlich kniffliger (weil sich die 'Mädels' natürlich dauernd bewegen) und viel aufregender: alles in Ordnung? gibt es Brut? Ist die 'Chefin' noch da? Halten sich die Varroamilben in Grenzen?

 

Ich freue mich schon auf nächsten Sonntag, mal schauen, was die 'Mädels' uns diesmal alles zu zeigen und zu 'berichten' haben.Das ganze ist eine klasse Idee, ich kann nur jedem empfehlen mal vorbeizuschauen, es lohnt sich, wirklich!


Schon früh habe ich dieses Wort vom eigenen Wachskreislauf gehört. Viele Imker erzählen davon, doch wohl nicht allzu viele praktizieren ihn.

Auf einem Lehrgang in diesem Jahr bin ich für mich darauf gekommen, den eigenen Wachskreislauf zu versuchen.

Der Hintergedanke hierbei: zur Behandlung der Varroamilbe haben wir in jede Beute zwei Drohnenrahmen, jeweils an den Positionen 2 und 9 im oberen Brutraum gehängt. Diese Rahmen werden regelmäßig ausgeschnitten und leer wieder eingehängt. Dieses Verfahren dient dazu, die Menge der Varroamilben in einem Bienenvolk deutlich zu reduzieren. Zum Thema Drohnen(bau)rahmen folgt ein eigener Blogbeitrag.

Das gewonnene Material friere ich bei -18° in einer Schublade unseres zweiten Gefrierschrankes ein. Dadurch kann ich über einige Zeit das Wachs ansammeln.

 

                

Frisch ausgeschnittene Waben aus dem Drohnenrahmen im Eimer.                             Tiefgefrorene Waben in der Schublade des Gefrierschrankes

 

Ist genügend Material vorhanden, wird es eingeschmolzen. Hierzu habe ich mir einen billigen elektrischen Einweck- oder Dampfkochtopf gekauft. Die Temperatur ist stufenlos von 30 bis 100 Grad regelbar.

Fünf Liter Wasser erhitze ich im Topf auf 70 Grad Celsius. Die Schmelztemperatur des Bienenwachses liegt bei 62 bis 65 Grad Celsius. Sobald das Wasser heiß genug ist, gebe ich portionsweise die Masse aus Waben, Drohnenbrut und Honig dazu. Damit es wegen des tiefgefrorenen Materials schneller geht, hatte ich die Solltemperatur dann doch auf 90 - 100 ° C eingestellt. Bis sich das Wachs dann letztlich verflüssigt hatte, dauerte es etwa eine bis zwei Stunden. Auf der Oberfläche des Gemisches schwamm eine unansehnliche Mischung aus toten Maden, Fremdkörpern und Wachs.

Einen 20 Liter fassenden Baueimer stellte ich in die Badewanne und legte einen Jutesack als Filter hinein. Die heiße Wasser-Wachs-Maden-Mischung gossen wir zu zweit in den Sack. Nach wenigen Minuten hob ich ihn an, setzte ihn in einen zweiten Eimer zum Abtropfen. Die verbleibende heiße Flüssigkeit enthält sowohl geschmolzenes Wachs, als auch Honig und diverse Trub- und Schwebstoffe. Beim langsamen Abkühlen setzen sie sich ab. Da Wachs leichter als Wasser ist, schwimmt es nach geraumer Zeit oben und bildet beim Erkalten eine feste gelbe Schicht. An der Unterseite hängt noch ein Schmierfilm, den ich mit einem Spatel entfernen konnte.

            

Links die frische heiße Wachsschicht, in der Mitte das Wachs am nächsten Morgen nach dem Erkalten und Aufbrechen, rechts eine Platte von der Seite

 

Die erkaltete Wachsschicht ist etwa 7 mm dick und wiegt 318 Gramm. Es ist die Ausbeute von etwa vier bis sechs Wochen und stammt nur aus den ausgeschnittenen Drohnenrahmen. Weil diese leer in die jeweiligen Zargen gehängt werden, müssen die Bienen das Wachs aus ihren eigenen Wachsdrüsen hergestellt haben. Dieses Wachs ist somit völlig biologisch und unbelastet von Schadstoffen. Ich sammle es und schicke es später ein, damit daraus meine neuen Mittelwände hergestellt werden können. Das wäre eine Möglichkeit in eine biologische Imkerei einzusteigen.

 

 

 

Ostern 2014

Wir waren heute bei den Bienen sowohl auf der Streuobstwiese als auch im Rapsfeld gewesen. Während auf der Streuobstwiese im Volk 1 der Honigraum noch immer nicht ausgebaut worden ist, war das im Rapsfeld anders. Volk 3 (gelbes Anflugbrett) baut die Mittelwände im Honigraum klar erkennbar aus.

Volk 2 (blaues Anflugbrett) haben wir nicht im Inneren angeschaut. Außen hingen viele Bienen wie eine Traube. Die Flügel schlugen heftig. Beim Einsprühen mit Wasser zogen sie sich in die Beute zurück, kamen jedoch bald wieder heraus. Wenn die Bienen außen an der Behausung hängen und teilweise recht große Trauben bilden, nennt man das einen Bienenbart. Den Bienen war es innen schlicht zu warm. Deshalb sind sie an die kühlere Luft gegangen.

Die Völkerkontrolle haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt. Lediglich den Varroaschieber,, die Windel, hatten wir uns angesehen.

Später, am Abend,  bin ich nochmals ins Rapsfeld gefahren. Die Bienen waren dann wieder zurückgewandert. Aus beiden Völker habe ich jeweils einen der beiden Drohnenrahmen entfernt, ausgeschnitten und wieder leer eingehängt.

 Drohnenrahmen

Imkerlich ist dieses ein Kunstgriff. Ein Volk besteht aus den drei Wesen Biene (weiblich), Königin (weiblich) und Drohne (männlich). Die Entwicklungszeiten für die drei Wesen sind unterschiedlich lang. Die einzelnen Wabenzellen für diese Wesen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Königin schlüpft in einer tropfenförmigen Weiselzelle, die Bienen und Drohnen in sechseckigen Waben. Lediglich die Größe der Waben ist bei den Drohnen um 1 mm größer als bei den Bienen.

In jedem Volk leben inzwischen neben den Bienen auch die Varroamilben. Sie bevorzugen zur Entwicklung von Nachkommen die Drohnenzellen und Drohnenbrut. Diese Eigenschaft nutzen Imker aus, um die Zahl der Milben im Volk klein zu halten. Hängt man einen leeren Rahmen in ein Volk, wird er mit Drohnenzellen ausgebaut, in denen Drohnen heranwachsen sollen. Bis ihre Brut nach der Eiablage verdeckelt ist, dauert es 9 Tage. Am 10. Tag wird die Made verdeckelt und entwickelt sich zur Vorpuppe und Puppe. Im Idealfall sollte man die Drohnenbrut alle 9 Tage deshalb entfernen.

Durch die Wegnahme der Drohnenbrut werden viele Milben mit entfernt. Damit sind sie nicht mehr im Volk und können dort kein Unheil anrichten.

Viele Imker hängen die entnommenen Rahmen draußen auf und geben sie den Vögeln zum Fraß. Die Maden sind ein Festfutter für Vögel. Leider bleiben dadurch aber die Varroamilben erhalten und können erneut in das Bienenvolk gelangen. Damit ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv.

Deshalb schneiden wir den gesamten Rahmeninhalt aus und frieren ihn bei -18° C ein. Die Kälte tötet sowohl die Milben als auch die Maden ab. Wenn auf diese Weise genügend Material zusammengekommen ist, wird dieses Gemisch aus Wachs, Maden und Milben eingeschmolzen. Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte trennen sich die Einzelbestandteile. Mit dem so gewonnenen Wachs beginnen wir einen eigenen Wachskreislauf. Dieses Wachs ist originär von unseren Bienen hergestellt worden und dadurch absolut rückstandsfrei. Wir schmelzen es später ein und bilden daraus unsere eigenen Mittelwände.

Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)
Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)

 

Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.

Was ist alles zu klären? Ich versuche hier, unkompliziert einen kurzen Überblick zu geben. Sicher ist er nicht vollständig. Für Korrekturen, Anmerkungen oder Kritik bin ich dankbar!

 

  • Rechtliches
  • Der Ort der Aufstellung
  • Die Ausrüstung
  • Das eigene Wissen
  • Die Kosten
  • Die Logistik

 

Rechtliches

Bienenhaltung kann jeder betreiben. Hierzu bedarf es keinerlei Erlaubnis durch  Behörden. Wenn man schließlich seine Bienen hat, ist nur wichtig, dieses dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Das ist nötig, um im Falle von Bienenseuchen - wie zum Beispiel der Amerikanischen Faulbrut - schnell alle Imker informieren zu können.

Der Ort

Die Wahl des Ortes ist sehr wichtig. Bevor jemand mit der Imkerei beginnt, sollte er sich den Platz zum Aufstellen der Bienen besorgen. Dieser Platz kann auf dem eigenen Balkon sein (das geht!), auf einer Wiese, im eigenen Garten, am Waldrand oder oder.... sein.

Hilfreich kann es sein, zum Beispiel bei der örtlichen Verwaltung (wie Grünflächenamt, Gartenamt oder ähnlichem) oder beim Revierforstamt nachzufragen. Auch Landwirte sind mögliche Ansprechpartner. Ebenso hilfreich kann eine Anfrage bei den Imkervereinen sein. Hier sollte man übrigens auch Mitglied werden. Über die Mitgliedschaft erhält man eine Haftpflichtversicherung, die sich nach der Anzahl der Völker richtet. Preiswerter kann man sich nicht versichern!

Vor dem Einflugloch sollte für die Bienen zum Anfliegen und Landen sowie zum Starten etwas Platz sein. Eine Hecke oder Bepflanzung davor ist nicht schlimm, sie zwingt die Bienen schnell in die Höhe zu fliegen. Doch sollte die Bepflanzung nicht unmittelbar vor dem Flugloch sein, sondern etwa einen bis zwei Meter Abstand lassen.

Vollständig im Schatten sollten die Bienen auch nicht stehen. Ein paar Stunden Sonnenschein am Tag sind für die Volksentwicklung hilfreich. Stehen sie an einem Hang, ist es angeblich ideal, wenn das Flugloch hangabwärts zeigt. Aber das ist nicht immer möglich. Unsere eigenen Beuten weisen mit dem Flugloch hangaufwärts und nach Südwesten. Wichtig ist es, an die Wind- oder Hauptwindrichtung zu denken. In diese Richtung sollte das Einflugloch nach Möglichkeit nicht zeigen. Andere Aspekte sollten sich nach den lokalen Gegebenheiten richten.

Wichtig scheint mir, dass man auch genügend Platz hinter den Beuten hat, um dort in Ruhe arbeiten zu können. Faustregel: man sollte mit einer Schubkarre hinter den Beuten bequem durchkommen.

 

Die Ausrüstung

Viele sagen, man brauche nicht viel um zu imkern. Das halte ich so nicht aufrecht, denn man benötigt schon eine Menge an Ausrüstung.

Als erstes muß eine Behausung für die Bienen her. Dabei taucht bereits die erste Frage auf: Welches Rähmchenmaß: Zander, Deutsch Normalmaß (DN oder DNM), Dadant, Langstroth, Kuntzsch oder ...? Für Anfänger sind das alles böhmische Dörfer. In Deutschland ist mittlerweile das am weitesten verbreitete Maß das Zandermaß. Aber auch dann kommt die Frage: Holz oder Kunststoff für die Beuten?

Das alles ist vereinfacht gesagt Glaubenssache. Den Bienen selber ist es völlig egal, auf welchem Rähmchenmaß und in welchem Material sie leben. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile für den Imker. Leider gibt es noch keine Übersichtstabelle, die das vergleichend darstellt.

In die Beuten gehören Rähmchen, in die Rähmchen Mittelwände aus Wachs. Wobei es auch Imker gibt, die die Rahmen vollständig oder nahezu vollständig von den Bienen ausbauen lassen und auf Mittelwände verzichten.

Um Honig zu gewinnen, sind weitere Zargen und Rahmen für einen Honigraum erforderlich, eventuell auch ein Absperrgitter. Selber habe ich mich für sogenannte Flachzargen entschieden. Sie sind etwas weniger hoch, wodurch sie deutlich weniger wiegen, wenn sie mit Honig gefüllt sind. Es ist auch kein Problem, bei genügendem Honigeintrag, zwei Flachzargen übereinander zu stellen. Üblicherweise werden die leeren Honigwaben später nach unten in die Bruträume gehängt. Dadurch werden die Waben kontinuierlich erneuert, denn sie werden im Laufe der Zeit immer dunkler und unhygienischer. Bei Verwendung von Flachzargen geht dieses Umhängen jedoch nicht. Diese Honigwaben können dadurch nur noch für den Honigraum verwendet werden.

Zur Hege und Pflege der Bienen kommen weitere Dinge hinzu: wir haben zum Beispiel eine Behandlungswanne, die im Sommer in den Boden unter die Zargen geschoben wird. Damit führen wir die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilbe durch. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, siehe dazu an anderer Stelle. Zum Auffüttern nach der Honigentnahme gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, die jeweils für sich dann wieder entsprechende Ausrüstung benötigen.

Zum Wetterschutz empfiehlt es sich, einen Metalldeckel auf die Beuten zu legen und diesen mit einem Stein zu beschweren. Um Wildbau in der Beute zu vermeiden, sollte man auf die obersten Rähmchen eine Folie legen. Wir verwenden eine dafür fertig zugeschnittene klare Kunststofffolie. Ich kenne Imker, die stattdessen auch Isolierfolien aus dem Baumarkt verwenden.

Um an und mit den Bienen arbeiten zu können, braucht man einen Stockmeißel. Mit ihm werden die Beuten geöffnet, aneinander klebende Rahmen getrennt und gegebenenfalls die Rahmen an den Seiten, den Ohren, zum Herausheben untergefasst. Zum Abkehren der Bienen von den entnommenen Rähmchen ist ein spezieller Besen hilfreich. Um in Ruhe an den Bienen arbeiten zu können und sich auch vor den Bienen zu schützen, ist Rauch sehr hilfreich. Er wird in einem Smoker erzeugt. Früher hatten die Imker ihre Pfeife im Mundwinkel hängen, aus der sie den Rauch in und auf das Volk bliesen, heute geschieht das mit dem Smoker. Zum eigenen Schutz kann oder sollte man sich über den Kopf einen speziellen Schleier mit Hut ziehen. Handschuhe aus Leder oder dickerem Latex schützen die Finger vor Stichen und verhindern ein Beschmutzen mit Propolis, dem Bienenkitt. Manche Imker ziehen sich eine weiße Jacke oder auch einen Anzug an, der mit dem Schleier verbunden werden kann. Dadurch sind sie vor Bienen gut geschützt.

So ausgerüstet kann man schon einmal gut loslegen!

Später, wenn die Honigentnahme ansteht, benötigt man ein Entdeckelungswerkzeug für die Honigwaben, ein Messer oder eine Gabel. Die entnommenen Rahmen werden dann in einer Honigschleuder zentrifugiert, der ablaufende Honig fließt durch ein Doppelsieb in einen lebensmittelgeeigneten Eimer. Später muß der Honig gerührt und gelagert werden, bevor er in Gläser abgefüllt werden kann.

Viele dieser Teile kann man sich kaufen, manche kann man sich auch im örtlichen Imkerverein ausleihen, sofern das dort möglich ist.

 

Das eigene Wissen

Imkern selbst ist nicht besonders schwer. Hilfreich ist es, die nötigen handwerklichen Schritte und die Fähigkeit, ein Volk zu beurteilen, zu erlernen. Viele Imkervereine bieten hierzu Ausbildungsmöglichkeiten. Bei manchen bekommt man einen Paten zur Seite, der einen begleitet, andere bieten Kurse oder Praktika an. Über die Landesverbände werden Grundkurse und weitere Schulungen angeboten. In ihnen werden sowohl Theorie als auch Praxis vermittelt. Gut zu wissen ist es, dass Neuimker überall sehr willkommen und begehrt sind. Auch hier ist es sehr hilfreich, Mitglied im Imkerverein zu werden.

Natürlich gibt es auch eine Menge an Literatur. Sie kann meines Erachtens jedoch nur begleitend zur Praxis sein. Alleine hieraus sein Wissen zu beziehen, hilft nicht wirklich weiter.

 

Die Kosten

Die Kosten sind nicht zu unterschätzen. Den anfänglichen Worten, dass das alles ganz billig sei, glaube ich keinesfalls mehr. Sehr teuer ist es aber auch nicht. Die Kosten hängen natürlich von der Anzahl der Völker ab.

Grob gerechnet: wenn man pro Beute 200 € ansetzt, ist das mit allem Zubehör recht realistisch. In diesem Betrag sind alle oben genannten Zubehörteile enthalten. Ein einfacher Schleier, Stockmeißel und Abkehrbesen kosten zusammen etwa 50 bis 60 €, ein Smoker etwa 30€. Diese Dinge schafft man sich ja nur einmalig an. Eine neue Beute hält ebenfalls mehrere Jahre.

Einmalige Anschaffungen sind eine Honigschleuder, die neu bis durchaus 500 € kosten kann. Es gibt übrigens auch gebrauchte. Die sind deutlich günstiger zu erhalten. Eine Honigschleuder könnte man sich auch leihen. Manche Imkervereine bieten diesen Service an. Ein Rührstab für den Honig und Honigeimer kommen hinzu. Hier liegen die Kosten sehr unterschiedlich weit auseinander. Kunststoffeimer sind recht preiswert, bei Metall zahlt man schnell ca. 160 Euro. Zum Honigrühren empfiehlt sich ein spezieller Stab, Kosten ca 40 bis 100 €. Später kommen Kosten für Honiggläser und Etiketten hinzu. Deren Höhe liegt mengenabhängig bei ungefähr 40 Cent je Glas.

Nicht zu vergessen sind die Kosten für die eigentlichen Bienen. Falls man keinen Ableger oder Volk umsonst bekommt, zahlt man ca. 60/70 € für einen Ableger und bis zu ca 150 € für ein Volk.

 

Die Logistik

Was ist gemeint? Man benötigt Lagerkapazitäten für Zargen, Mittelwände, Waben, Rahmen, das Honig-Equipment. Das Material muß an seinen Aufstellungsort gebracht werden. Also sollte der Ort der Bienen möglichst dicht mit einem PKW ansteuerbar sein. Mit Honig gefüllte Zargen können 30 und mehr Kilogramm wiegen. Auch sie wollen transportiert sein.

Die meisten Sachen kann man über das Internet bei Zubehörhändlern bestellen, übrigens auch Bienenvölker. Ebay-Kleinanzeigen sind hier sehr hilfreich.

 

 

 

Zum späten Herst oder frühen Winter erfolgt eine zweite Behandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe.

Sie wird im November oder Dezember durchgeführt,weil zu dieser Zeit keinerlei Brut mehr im Volk vorhanden ist. Die Außentemperatur soll dabei zwischen +3° und +10 Grad betragen.

Die eigentliche Behandlung erfolgt mit einem Gemisch aus verdünnter Oxalsäure und Zucker. Ich verwende dafür ein Fertigprodukt des Serumwerkes Bernburg. Die Oxalsäure und die benötigte Saccharose sind bereits fertig konfektioniert. Sie müssen nur noch miteinander vermischt werden.

Für die Behandlung wird von diesem Gemisch aus  Oxalsäure und Saccharose mit einer Einwegspritze eine definierte Menge zwischen je zwei Rahmen eingebracht. Die Bienen nehmen die gesüßte Säure während des Putzens  auf. Hierdurch verändert sich der pH-Wert ihrer Haemolymphe in Richtung sauer.

Die blutsaugenden Milben mögen das  überhaupt nicht, sterben an einer Übersäuerung (auch Azidose genannt) ab und fallen zu Boden. Den Bienen schadet die niedrige Oxalsäurekonzentration nicht.

Oxalsäute ist übrigens eine natürlich vorkommende Säure. Wir kennen sie aus vielen Nahrungsmitteln, wie zum  Beispiel dem Rhabarber. Hierzu ein Auszug  aus Wikipedia:

"Oxalsäure und ihr Kaliumsalz kommen in größeren Mengen in Rhabarber (180–765 mg/100 g Frischgewicht, Stiele) und anderen Knöterichgewächsen (Polygonaceen) vor wie z. B. Sauerampfer, das meiste davon in den Blättern, weshalb nur der Stiel des Rhabarbers nach dem Kochen zum Verzehr geeignet ist. Auch Sternfrüchte (Averrhoa carambola) enthalten viel Oxalsäure (40–1000 mg/100 g Frischsubstanz). In ähnlichen Mengen kommt Oxalsäure aber auch im namensgebenden Sauerklee (Oxalis), Mangold (110–940 mg/100 g Frischgewicht), Spinat (120–1330 mg/100 g Frischgewicht), Petersilie (0–185 mg/100 g Frischgewicht), Kakao (338–480 mg/100 g), Schokolade (80–200 mg/100 g) und Roten Rüben (17–329 mg/100 g Frischgewicht) vor. Ferner wird Oxalsäure von vielen Pilzen ausgeschieden; ihre Produktion wird durch alkalische Reaktion der Nährlösung gefördert."

Am zweiten Adventssonntag 2013, dem 8. Dezember, haben wir diese Behandlung bei einer Außentemperatur von 5 Grad durchgeführt. Dazu haben wir in jede Beute 30 ml gesüßte Oxalsäure in die Wabengassen gespritzt. Auf die Spritze hatte ich zur besseren und feineren Steuerung einen sogenannten Butterfly aufgesetzt, wie er in der Medizin für Injektionen oder Blutentnahmen verwendet wird .

Oxalsäurebehandlung
Oxalsäurebehandlung

Oxalsäurebehandlung

Relativ einfach kann man mit Hilfe von handels- oder haushaltsüblichem Puderzucker den Varroa-Befall eines Volkes untersuchen.

Wie es funktioniert, zeigt das folgende Video vom Bieneninstitut in Kirchhain/Hessen.

Hier der Link dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=-ZQmm78nMnE

 

Die Varroa-Milbe oder auch Brutmilbe ist weltweit der größte Bienenschädling.

Als erwachsenes Weibchen ist die Milbe [Varroa destructor] etwa 1,1 mm lang und etwa 1,6 mm breit. Sie lebt parasitär und kommt ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken oder an Bienen vor. Sie ist außer in  Australien  weltweit verbreitet. Vor allem durch den Transport oder Versand von Bienenvölkern und Königinnen hat sie sich ausbreiten können. Der erste Nachweis von der russischen Pazifikküste stammt von 1952, aus Japan von 1958. In Europa wurde sie zuerst 1967 in Bulgarien gefunden. Der erste deutsche Nachweis stammt aus 1977.

Ihre Lebensweise ist sehr eng an die der Bienen angepasst. Die erwachsenen Weibchen leben zwischen zwei Vermehrungszyklen zwischen den Bauchschuppen der Bienen. Dort saugen sie von den Wirtstieren Blut oder Haemolymphe auf.

Zur Vermehrung kriechen die Weibchen in die Brutzellen kurz bevor diese verdeckelt werden. Dort liegt sie auf dem Rücken im Futtersaft, aus dem sie erst hervorkommt, wenn die in der Brutzelle liegende Larve den Saft aufgefressen hat. Die Eiablage der Milbe beginnt etwa 60 bis 70 Stunden nach der Verdeckelung an die Wand der Brutzelle. Dieses erste Ei ist unbefruchtet und entwickelt sich zu einem Männchen.

Etwa alle 30 Stunden wird ein weiteres Ei gelegt. Diese Eier sind befruchtet, so dass sich aus ihnen die Weibchen entwickeln. Das letzte Ei wird etwa neun Tage nach der Verdeckelung gelegt. Ein Muttertier legt somit etwa 5 bis 6 Eier in ihre Zelle.

Noch in der verdeckelten Brutzelle erfolgt die Begattung der Tochtermilben durch ihren gemeinsamen Bruder. Weil die Verdeckelungsdauer unterschiedlich lang ist, ist auch die Entwicklung der Milben unterschiedlich. Am längsten sind die Drohnenwaben verdeckelt. deshalb lassen sich in ihnen auch die meisten Varroamilben finden.

Mit dem Schlüpfen der Biene verlassen die Mutter und die begatteten Töchter die Brutzelle. Das Männchen und die jüngeren weiblichen nicht ausgereiften  Milben sterben ab.

Sieht man das Zusammenleben der aus Ostasien stammenden Varroamilbe mit unseren westlichen Bienen Apis mellifera unter Gesichtspunkten der Evolution, dann ist dieses noch ein ganz junges Zusammentreffen. In Ostasien hat sich im Laufe der Jahrhunderte zwischen der Varroamilbe und der dort heimischen Biene Apis cerana eine ausgeglichene Wirt-Parasit-Beziehung entwickelt. Davon sind wir im Westen noch sehr weit entfernt. Zwar laufen hier auch entsprechende Zuchtversuche, die aber noch nicht erfolgreich im flächendeckenden Sinne sind.

Aus dem Befall eines Bienenvolkes mit der Milbe kann ein Krankheitsbild entstehen, das heute als Varroose, früher als Varroatose bezeichnet wird. Es entsteht erst dann, wenn die Vermehrung der Varroamilbe im Volk außer Kontrolle geraten ist. Ein Bienenvolk kann daran zugrunde gehen. Hinzu kommt, dass über die Varroamilbe zusätzlich Virenerkrankungen eingeschleppt und übertragen werden können. Deshalb ist die regelmäßige Bekämpfung der Milben von großer Wichtigkeit.

Über die Behandlung und die entsprechenden Konzepte werde ich später schreiben.

 

Bei Youtube habe ich das folgende Video dazu gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=G9-FGA3bwEw

 

 

 

 

 

 

Im Juli und August geht das Bienenjahr rasch auf sein Ende zu. Nur noch wenige Blüten sind in der Natur vorhanden aus denen die Bienen ihre Tracht eintragen können. In dieser Zeit erfolgen die Honig-Ernte und anschließend die Behandlung gegen die Varroamilben.

Unsere drei Jungvölker haben sich unterschiedlich prächtig entwickelt:

im Volk 1 scheint kein freier Platz mehr zu sein und es wiegt immens, wenn wir die Beute zu zweit anheben. Das bedeutet, dass in den Waben sehr viel Honig vorhanden ist. Die Völker 2 und 3 wiegen deutlich weniger, die Waben in den vorher eingehängten Mittelwänden sind vollständig ausgebaut, aber am Rande noch ohne erkennbaren Honig-Eintrag.

Weil unsere Völker als Ableger im ersten Jahr bei uns sind, haben wir ihnen ihren eigenen Honig belassen und nicht geerntet und abgeschleudert. Dieser Honig stellt die Nahrungsreserve für den kommenden Winter dar. Trotzdem haben wir "zugefüttert". Dafür haben wir oben auf die Folienabdeckung der obersten Rahmen jeweils 2,5 kg eines speziellen Futterteiges aus Zucker gelegt. Innerhalb der Beute ist genügend Platz für die Bienen, um an diesen Futterteig zu gelangen.

Parallel haben wir mit der Behandlung des Volkes gegen die Varroamilbe begonnen. Dabei haben wir uns für eine relativ junge und schonende Methode entschlossen. Üblicherweise wird zu dieser Zeit mehrfach in definierten Zeitabständen  eine mit 60% konzentrierte Ameisensäure in die Beute zum Verdampfen gestellt. Es gibt eine andere Methode, für die wir uns entschieden haben:

hierbei wird eine Wanne mit 3 Litern einer  15%-iger Ameisensäure ganz unten in die Beute gestellt. Der Varroaschieber  muß vorher mit seinem Einsatz natürlich entfernt werden. Aus der Wanne verdunstet die Flüssigkeit innerhalb der nächsten Wochen und vernichtet einen Großteil der vorhandenen Varroamilben. Studien haben ergeben, dass mit dieser schonenden Methode etwa 90 % der vorhandenen Milben abgetötet werden. Natürlich haben wir bei der anstehenden Völkerkontrolle vorher auf dem Varroa-Schieber nach toten Milben gesucht. Bei keinem der Völker konnten wir tote Milben finden. Das bedeutet leider nicht, dass die Völker milbenfrei sind. Die Milben halten sich in der Brut auf. Im Juli / August geht die Brutzeit zu Ende. Deswegen ist zu dieser Zeitraum die ideale Behandlungsmöglichkeit gegeben. Der vorhandene Honig wäre normalerweise abgeschleudert, so dass die Ameisensäure nicht in ihn übergehen kann. Wenn der Honig im Stock verbleibt, schadet es den Bienen nicht, wenn die Ameisensäure in den Honig geht. Nur für den menschlichen Verzehr wäre es nicht so gut......

Die erwähnte schonende Methode hat zudem den Vorteil, dass die Zufütterung und die Varroabehandlung parallel laufen können.

Einfüllen der Ameisensäure in die Bodenwanne     Hier wird gerade die Ameisensäure in die Bodenwanne gefüllt.

Boden mit Wanne zur Varroabehandlung     So sieht es dann von vorne bzw. von hinten aus mit der Bodenwanne. Die Zargen mit den Bienen und ihren Rähmchen werden anschließend wieder auf diesem Boden aufgebaut.

Im Spätherbst oder Frühwinter erfolgt eine weitere Varroabehandlung.

Dieser Zeitpunkt ist auch aus einem anderen Grunde ideal und wichtig: jetzt schlüpfen die letzten Bienen. Diese Bienen sind nicht mehr dem Stress des Frühjahres und Sommers ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass sie länger leben. Eine Biene lebt im Regelfall 42 Tage und durchlebt hierbei ein fest definiertes Aufgabenspektrum. Die jetzt schlüpfenden Bienen haben dieses stressige Spektrum nicht und leben deswegen deutlich länger. Als "Winterbienen" leben sie in der Regel bis zum nächsten Frühjahr und bereiten nach dem Winter die kommende Saison und Frühjahrsbrut vor.

 

 

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