Schwärme in Schwulitäten? – Neues von unseren Schwärmen

In diesem Jahr haben wir fünf Schwärme bereits wieder gefangen, drei weitere sind uns seit Anfang Juni 2016 zum Fangen avisiert worden. Nach dem heutigen Imkern auf der Streuobstwiese, gebe ich hier einen kurzen Überblick über den Zustand unserer gefangenen Schwärme.

  1. Schwarm Nummer 1 ist nicht mehr bei uns. Wir haben ihn an zwei Praktikanten aus dem letzten Jahr abgegeben.
  2. Gleiches gilt für den Schwarm Nummer 2, auch er in inzwischen bei zwei früheren Praktikumsteilnehmern gelandet und wird dort weiter betreut.
  3. Der Schwarm mit dem Namen Gaia existiert nicht mehr. Wenige Tage nach dem Einschlagen in seine Beute wurde die Zahl der Bienen immer weniger, zuletzt waren in dem Bienenstock nur noch einige wenige tote Bienen. Dieser Schwarm hat seinen Ausflug nicht überlebt. Auffällig war für mich von Beginn an die Bewegungsarmut der Bienen. Die Masse bewegte sich nur träge, einzelne flogen aus, einige bauten auch ein paar rudimentäre Waben, aber sonst waren diese Bienen eher „lahm“.
  4. Schwarm „Santa Martina“: er wurde auf dem benachbarten Reiterhof gefangen. Nach dem Einschlagen in seine Beute hatte ich ihn ein paar Kilometer entfernt im Niddapark aufgestellt. Heute war ich dort zur Nachschau und zur Milchsäurebehandlung. Hatte ich Beiträge zuvor noch von der regen Bautätigkeit der Schwarmbienen geschwärmt, wurde ich hier eines anderen belehrt. Das gesamte Volk sitzt auf vier Rahmen, die allesamt am linken Rand in der Beute hängen und nur zum Teil ausgebaut sind. Hauptsächlich die beiden mittleren Rahmen weisen einen nahezu vollständigen Wabenbau auf. In den einzelnen Waben beziehungsweise Zellen waren vereinzelte Bieneneier (Stifte) zu erkennen. Unverdeckelte oder verdeckelte Brut war nicht vorhanden. Ein Spielnäpfchen (=Weiselzelle) hing in der Mitte eines Rahmens. Die Königin selber habe ich nicht entdecken können. Gedanken und Überlegungen hierzu: Hat das Volk überhaupt (noch) eine Königin? Das Vorhandensein der Stifte spricht dafür, sie müssen innerhalb der letzten 24 Stunden gelegt worden sein. Das Spielnäpfchen könnte darauf hinweisen, dass dieses Volk sich eine Königin nachzuschaffen versucht, weil es keine mehr hat? Sind die Eier befruchtet oder unbefruchtet? Könnten es Drohneneier sein und das Volk wird dann buckelbrütig? – Hier hilft nur eines: erst einmal abwarten und beobachten was sich im Volk weiterhin tut.
  5. Im Schwarm „San Stefano“ zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier sind nur die randständigen ersten vier Rahmen besiedelt. Allerdings ist eine blau gezeichnete Königin vorhanden. Im Unterschied zu Santa Martina sind jedoch verdeckelte Brut, Rundmaden und Stifte zu sehen. Auch wenn die Königin nicht allzu eierlegefreudig zu sein scheint, sie kommt ihrer angestammten Aufgabe nach und ist in Eiablage. Abwarten gilt auch hier.

 

Unsere Schwarmvölker im Niddapark, links San Stefano, rechts Santa Martina. Auf den Dächern das Werkzeug und das Zubehör zum Imkern und für die Milchsäurebehandlung
Unsere Schwarmvölker im Niddapark, links San Stefano, rechts Santa Martina. Auf den Dächern das Werkzeug und das Zubehör zum Imkern und für die Milchsäurebehandlung
Milchsäure 15% ad us vet. und das Imkerwerkzeug: Kehrbesen, Stockmeißel und Smoker. Davor Schutzhandschuhe für die Säurebehandlung
Milchsäure 15% ad us vet. und das Imkerwerkzeug: Kehrbesen, Stockmeißel und Smoker. Davor Schutzhandschuhe für die Säurebehandlung

Ein neuer Schwarm – Bodenbienen

Bodenbienen als Schwarm

Dieses Jahr sind wir mit Bienenschwärmen reich gesegnet. Am Freitag, den 20. Mai 2016, fanden wir einen für uns merkwürdig anmutenden Schwarm vor. Normalerweise hängen die Schwarmbienen in  Ästen traubenförmig nach unten. Dieser hier lag jedoch auf dem Erdboden der benachbarten Koppel genau an der Stelle, an der ich wenige Tage zuvor eine Leerbeute aufgestellt hatte, um einen Schwarm vom 18.5.2016 einzusammeln. Als ich die leer gebliebene Beute zurückholte, lagen bereits die ersten Bienen auf dem Boden. Im Lauf der Zeit wurden es immer mehr. Matthias trug die Beute zurück in der Hoffnung, die Bienen würden dort von selber einziehen.

Bodenbienen als Schwarm

Als sie es nicht taten, legte er eine kleine Honigspur. Das half allerdings auch nichts. Trotzdem waren die Bienen bis zum nächsten Tag in die Beute gewandert. Am Abend trug ich die Beute mit den Bienen zurück auf unsere Streuobstwiese. Nach weiteren 24 Stunden  erfolgte die übliche Prozedur: nach einem Tag „Dunkelhaft“ wurde eine weitere, mit Mittelwänden bestückte Zarge aufgesetzt.

Zu diesem Zweck musste ich die Beute öffnen – siehe auch den Beitrag „Schwarm, Schwarm und noch ein Schwarm“. Die Bienen hingen auch in dieser leeren Beute überwiegend vom Deckelboden wie eine Traube herab und hatten bereits mit dem Wachsbau begonnen. In den tropfenförmigen Scheiben, die wie die Stalaktiten einer Tropfsteinhöhle von der Deckelunterseite nach unten hingen, war bereits Nektar eingelagert. Dieser Nektar war sozusagen der Reiseproviant des Bienenschwarmes.

Tropfenförmiger Wildbau im Schwarm Gaia
Tropfenförmiger Wildbau im Schwarm Gaia 6 x 8,5 cm (B x H)

 

Durch die Zugabe der Mittelwände lenken wir den Wabenbau. Kein Bienenvolk ist baufreudiger als ein gefangener Schwarm. Die Mittelwände werden in wenigen Tagen so weit ausgebaut sein, dass die Königin mit der Eiablage beginnen kann. Gleichzeit wurde das Flugloch geöffnet. Nach kurzem Einfliegen (= neu orientieren) beginnen die Bienen Pollen und Nektar zu sammeln und damit Futter für die Brutpflege bereit zu stellen.

Dieser Schwarm hat von mir den Namen „Gaia“ erhalten. Gaia ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde und eine der ersten Göttinnen überhaupt, Ursprung und Urmutter vieler anderer Götter.

 

Der Mai ist die Zeit des Schwärmens

In der Tat, nicht nur bei Menschen ist es so, dass die Hormone und Triebe in diesem Monat fröhliche Urständ feiern. Auch die Bienen geraten ins Schwärmen – und das im wortwörtlichen Sinne. Imkerlich gesehen ist der Mai eine der spannendsten Zeiten im Laufe des Bienenjahres.

Etwa ab Mitte/Ende April geht es los, der Höhepunkt ist im Mai bis in den Juni. Etwa drei Wochen nach dem Ende der Salweidenblüte vermehren sich die Bienen in ihren Völkern rasant. Die Bevölkerungszahl explodiert förmlich.

Neben der Vermehrung der Individuen beginnen nun auch die Völker als Ganzes sich zu vermehren. Das Platzangebot in der Beute wird durch die steigende Bewohnerzahl und den zunehmenden Pollen- und Nektareintrag eng. Jetzt kann es passieren, dass die Bienen sich eine neue Königin heranziehen. Erste Anzeichen dafür findet der Imker bei der Völkerdurchsicht in Form sogenannter Spielnäpfchen. Das sind kleine halbkugelförmige Zellen, die oft, aber nicht immer, am Unterrand eines Rahmens hängen.

zwei Spielnäpfchen = Weiselzellen
zwei Spielnäpfchen

Sobald diese Spielnäpfchen von der Königin mit einem Ei bestiftet worden sind, bauen die Bienen diese Näpfchen zu echten Weiselzellen aus. In ihnen wächst eine neue Königin heran.

zwei verdeckelte Weiselzellen am gleichen Rahmen
zwei verdeckelte Weiselzellen am gleichen Rahmen

Beim Auftauchen solcher Zellen heißt es aufmerksam zu bleiben, denn nun steigt die Schwarmstimmung im Volk. Um zu verhindern, dass das Volk schwärmt, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst untersucht man die Bienenbeuten nur auf das Vorhandensein der Spielnäpfchen. Dazu kippt man den oberen Brutraum nach oben – die sogenannte Kippkontrolle. Die ersten Spielnäpfchen sind gewöhnlich an der Unterseite der Rahmen des oberen Brutraumes zu finden. Wenn keine entdeckt worden sind, ist zunächst alles in Ordnung. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Inneren des Brutraums weitere Spielnäpfchen zu finden sind, ist zwar nicht Null, aber recht gering. Sobald jedoch nur ein einziges Spielnäpfchen entdeckt worden ist, muss man das gesamte Volk durchsehen und auf weitere Näpfchen hin untersuchen. Sämtliche Näpfchen müssen zerstört werden. Am einfachsten gelingt das mit dem Stockmeißel oder mit den Fingern. Die Wachswände sind dünn und lassen sich somit leicht zusammendrücken. Sind die Bienen in Schwarmstimmung, werden sie zügig neue Näpfchen bauen. Deshalb ist es wichtig, diese Kippkontrolle regelmäßig zu wiederholen.

Bei der heutigen Durchsicht haben wir in einem Volk bei der Kippkontrolle an der Rahmenunterseite eines einzigen Rahmens sowohl mehrere verdeckelte Weiselzellen als auch unverdeckelte Spielnäpfchen entdeckt. Das bedeutet Alarmstimmung. Dieses Volk will demnächst abschwärmen.

Um dieses Schwärmen zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder ich schaffe den Bienen im Volk durch mein eingreifen Platz oder ich trenne vorübergehend die Flugbienen von den Stockbienen. Ich habe mich für die erste Möglichkeit entschieden. Zu diesem Zweck habe ich den Rahmen mit den Weiselzellen komplett entnommen. Weil hier bereits Königinnen fast fertig und bald schlupreif sind, bildet dieser Rahmen die ideale Grundlage für einen Ableger. Mehre Rahmen mit großen Brutnestern habe ich aus dem Volk entnommen und ebenfalls in eine neue Zarge neben die in wenigen Tagen schlüpfenden Königinnen gehängt. Damit die Bienen für die nächsten Wochen genug Futter haben, bekamen sie zusätzlich eine gut gefüllte Honig- oder Nektarwabe als Futterwabe. Das ist deshalb wichtig, weil die auf den Rahmen ansitzenden Bienen noch keine Flugbienen sind und zunächst noch im Stock verbleiben. Die mitentnommenen Flugbienen fliegen in das Ursprungsvolk zurück und fehlen damit als Nahrungslieferanten.

Innerhalb von einer Woche würde eine Königin in diesem Ableger schlüpfen. Weil sie noch unbegattet ist, muss sie erst ihren Hochzeitsflug absolvieren und sich dabei von mehreren Drohnen begatten lassen. Wenn sie danach unversehrt zurückgekehrt ist, kann sie nach kurzer Pause mit ihrer Legetätigkeit beginnen und ein neues Volk aufbauen.

Nun sind allerdings mehrere Weiselzellen in diesem erstellten Ableger vorhanden, und ein Volk verträgt nur eine Königin. Die zuerst geschlüpfte Königin tötet als eine ihrer ersten „Amtshandlungen“ ihre Rivalinnen, die sich noch in den restlichen Weiselzellen befinden.

Aus einem Nachbarvolk haben wir ebenfalls einen Ableger erstellt, um dort die Schwarmstimmung zu senken. Allerdings waren hier keine Spielnäpfchen oder Weiselzellen zu finden. Für diesen Ableger haben wir aud dem betreffenden Volk mehrere Brutwaben herausgesucht, in denen auch Eier zu sehen waren. Sobald aus diesen Eiern Larven schlüpfen, würden die Bienen aus einer larvenhaltigen Zelle eine Königinnenzelle bauen und sich auf diese Weise eine neue Königin heranziehen. Zur Sicherheit jedoch habe ich aus dem oben beschriebenen Volk eine Weiselzelle  vorsichtig ausgebrochen und die unbeschädigte Zelle mit in den neuen Ableger gehängt. Sollte aus dieser zugesetzten Zelle eine Königin schlüpfen, hätte der Ableger günstigere Startbedingungen für seine Weiterentwicklung zum Bienenvolk.

Bei dem beschriebenen Verfahren stammen die Bienen und Waben beziehungsweise Rahmen stets aus einem einzigen Volk. Man kann diese Rahmen auch aus mehreren Völkern entnehmen und so über einen Sammelbrutableger ein neues Jungvolk heranziehen.

Während wir heute an den Bienen standen, zog in großer Höhe der erste sichtbare Bienenschwarm an uns vorbei. Leider ließ er sich nicht in erkennbarer Nähe nieder. Vielleicht wird er später von anderen Menschen entdeckt und eingefangen werden. Ansonsten würde ihm das gleiche Schicksal wie den meisten Schwärmen drohen: sie überleben den Winter nicht und gehen zugrunde. Von daher ist das Einfangen von Bienenschwärmen zugleich auch Bienenrettung.

Bilder und Rückblicke aus der Sicht unserer Praktikumsteilnehmer des Jahres 2015

Der Frankfurter Imkerverein bildet im Rahmen seiner Möglichkeiten jedes Jahr Anfänger zu Neuimkern aus. Diese Ausbildung, genannt Praktikum, findet in verschiedenen Gruppen statt. Ein Teil der Gruppen wird am Lehrbienenstand in Sachsenhausen ausgebildet, eine Gruppe bei uns auf dem Riedberg.

Einer unserer Teilnehmer der Neuimkergruppe 2015 war Florian Eidam. Er hatte mehrere Male seine Kamera dabei und mir seine Bilder zum Veröffentlichen dankenswerterweise überlassen. Das Urheberrecht für diese Photos liegt ausnahmslos bei Florian Eidam. Die Reihenfolge der Bilde ist willkürlich.

Bienen im Anflug zu ihrer Beute nach dem Einschlagen des Restvolkes in das Beuteninnere
Bienen im Anflug zu ihrer Beute nach dem Einschlagen des Restvolkes in das Beuteninnere

 

Bienen im Anflug zu ihrer Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Wohnung, dem Bienenstock oder Beute
Bienen im Anflug zu ihrer Wohnung, dem Bienenstock oder Beute
Bienen im Anflug vor ihrer Beute. Beute = Bienenstock, ihre "Wohnung"
Bienen im Anflug vor ihrer Beute. Beute = Bienenstock, ihre „Wohnung“
An der Außenwand anhaftende Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Kurze Zeit später sind sie durch das Einflugloch in das Beuteninnere gezogen.
An der Außenwand anhaftende Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Kurze Zeit später sind sie durch das Einflugloch in das Beuteninnere gezogen.
Restliche Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern zurück zu ihrem Volk, klettern nach oben und ziehen durch das offene Anflugloch in die Beute ein.
Restliche Bienen nach dem Einschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern zurück zu ihrem Volk, klettern nach oben und ziehen durch das offene Anflugloch in die Beute ein.
Bienen nach dem Umsetzen und Abschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern ins Innere und ziehen zwischen die erkennbaren Rahmen.
Bienen nach dem Umsetzen und Abschlagen eines Schwarmes. Diese Bienen wandern ins Innere und ziehen zwischen die erkennbaren Rahmen.
Restliche Bienen auf dem Erdboden nach Einfangen eines Schwarmes
Restliche Bienen auf dem Erdboden nach Einfangen eines Schwarmes
Bienen an den Unterkanten einer aufgeklappten Zarge
Bienen an den Unterkanten einer aufgeklappten Zarge
Anflugbrett mit vielen gelandeten Bienen
Anflugbrett mit vielen gelandeten Bienen
Anflug von Bienen
Anflug von Bienen
Anflug von Bienen. Sehr gut sind die Pollenhöschen als gelbe Flecken zu erkennen.
Anflug von Bienen. Sehr gut sind die Pollenhöschen als gelbe Flecken zu erkennen.
Neuimkergruppe und Gäste vom public beekeeping. In der Mitte Matthias Adler
Neuimkergruppe und Gäste vom public beekeeping. In der Mitte Matthias Adler
Neuimkergruppe 2015 beim Begutachten einer Beute
Neuimkergruppe 2015 beim Begutachten einer Beute
Ablegerkasten mit Bienen im Anflugbereich. Links erkennbar ein Königinnenzuchtrahmen
Ablegerkasten mit Bienen im Anflugbereich. Links erkennbar ein Königinnenzuchtrahmen
Ablegerkasten mit Bienen davor
Ablegerkasten mit Bienen davor
Ablegerkasten links und Königinnenzuchtrahmen rechts
Ablegerkasten links und Königinnenzuchtrahmen rechts
Links ein Ablegerkasten, rechts ein Zuchtrahmen für die Königinnenzucht
Links ein Ablegerkasten, rechts ein Zuchtrahmen für die Königinnenzucht
Blick auf die Rahmenoberkanten einer Beute
Blick auf die Rahmenoberkanten einer Beute
Blick in eine Beute nach Entnahme eines Rahmens
Blick in eine Beute nach Entnahme eines Rahmens
Neuimkergruppe: wir üben das Abschlagen der Bienen vom Rahmen
Neuimkergruppe: wir üben das Abschlagen der Bienen vom Rahmen
Neuimkergruppe mit Matthias Adler
Neuimkergruppe mit Matthias Adler
Kippkontrolle: zwei übereinander stehende Zargen werden dazu aufgeklappt
Kippkontrolle: zwei übereinander stehende Zargen werden dazu aufgeklappt
Völkerkontrolle als Kippkontrolle mit Holmer Drews (rechts)
Völkerkontrolle als Kippkontrolle mit Holmer Drews (rechts)
Anfliegende Bienen
Anfliegende Bienen
Die Neuimkergruppe und Gäste beim public beeking
Die Neuimkergruppe und Gäste beim public beeking
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Bienentraube an den Unterkanten von Rahmen hängend
Traube von Bienen unter den Rahmenunterkanten einer Zarge
Traube von Bienen unter den Rahmenunterkanten einer Zarge
Bienentraube auf den Unterseite von Rahmen hängend. Die Bienen wurden zuvor als Schwarm in die Beute geschlagen.
Bienentraube auf den Unterseite von Rahmen hängend. Die Bienen wurden zuvor als Schwarm in die Beute geschlagen.
Bienen zwischen zwei Rahmen in der Wabengasse
Bienen zwischen zwei Rahmen in der Wabengasse
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (in der Mitte, gebückt) beim Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (in der Mitte, gebückt) beim Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (gebückt) während Arbeiten an den Bienenvölkern
Die Neuimkergruppe mit Matthias Adler (gebückt) während Arbeiten an den Bienenvölkern
Blick in eine Beute zwischen zwei aufgeklappten Zargen.
Blick in eine Beute zwischen zwei aufgeklappten Zargen.
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Einzelne Biene
Eine göffnete Beute mit ihren Magazinrahmen
Eine göffnete Beute mit ihren Magazinrahmen
Aus einer geöffneten Beute wird ein Rahmen gezogen.
Aus einer geöffneten Beute wird ein Rahmen gezogen.
Eine geöffnete Bienenbeute mit dem Smoker, der den Rauch liefert.
Eine geöffnete Bienenbeute mit dem Smoker, der den Rauch liefert.
Bienen im Anflug zu ihrem Stock- Die gelben Punkte der anfliegenden Biene sind Pollenhöschchen an den Hinterbeinen.
Bienen im Anflug zu ihrem Stock- Die gelben Punkte der anfliegenden Biene sind Pollenhöschchen an den Hinterbeinen.
Was braucht der Imker als eines seiner Standardwerkzeuge? Richtig: Rauch. Bienen auf einem Rahmen.
Was braucht der Imker als eines seiner Standardwerkzeuge? Richtig: Rauch. Bienen auf einem Rahmen.
Der Etappenschwarm im Kofferraum auf dem Weg in seine neue Heimat
Der Etappenschwarm im Kofferraum auf dem Weg in seine neue Heimat
Riedberg, am Kätcheslachweiher: ein Bienenschwarm in seiner typischen Traubenform
Riedberg, am Kätcheslachweiher: ein Bienenschwarm in seiner typischen Traubenform
Eine gefangene Drohne wartet im Clipkäfig darauf gezeichnet zu werden
Eine gefangene Drohne wartet im Clipkäfig darauf gezeichnet zu werden
Eine mit weißem Plättchen markierte Drohne. Der korrekte Sitz in der Mitte des Brustkorbes muss noch geübt werden.
Eine mit weißem Plättchen markierte Drohne. Der korrekte Sitz in der Mitte des Brustkorbes muss noch geübt werden.
Der gefangene Etappenschwarm wird abtransportiert
Der gefangene Etappenschwarm wird abtransportiert
Ein am Kätcheslachweiher auf dem Riedberg gefangener Bienenschwarm, Name: Etappenschwarm, ist in seiner Beute, die für den Abtransport verschnürt wird
Ein am Kätcheslachweiher auf dem Riedberg gefangener Bienenschwarm, Name: Etappenschwarm, ist in seiner Beute, die für den Abtransport verschnürt wird
Sebastian übt das Königinnenzeichnen an einer Drohne
Sebastian übt das Königinnenzeichnen an einer Drohne

Diese Bilder geben einen kleinen und unvollständigen Überblick über das, was wir so während des Praktikums gemacht haben.

Ende August hat sich die Neuimkergruppe zuletzt getroffen. Zwei Teilnehmer haben uns ihre gemachten Erfahrungen und Erlebnisse als Rückmeldung gegeben. Ich möchte diese Feedbacks hier gerne veröffentlichen, um auf diesem Wege zu zeigen, was wir so alles machen, wie mann oder frau das Imkern erlernen kann.

Die erste Rückmeldung stammt von Regine:

„Das Thema Bienen und Honig fand ich schon immer sehr faszinierend, es hatten sich aber nie für mich Gelegenheiten ergeben, die Bienen wirklich näher kennenzulernen. Jedenfalls nicht, bis ich auf den Schnupperkurs im Main Äppel Haus gestoßen bin. Genau das Richtige für mich, ohne jegliche Erfahrung, einfach mal einem Imker über die Schulter zu gucken, und in die Nähe von Bienen zu kommen. Andere Insekten stressen mich normalerweise, deshalb war ich sehr gespannt, wie ich meinen inneren Spagat zwischen Faszination und Stress aushalten könnte und ob das nicht nur eine Idee wäre, die am Ende für mich nicht wirklich Sinn machen würde.;-)

 Holmer und Matthias teilten jedem Praktikant ein bestimmtes Volk als Pate zu,- so fühlte man sich verantwortlich für „sein“ Volk und konnte eine Menge durch den Vergleich mit den jeweiligen Nachbarvölkern lernen. Mein Schlüsselerlebnis war ziemlich am Anfang, als ich als eine der ersten in der Gruppe den Drohnenrahmen von Bienen frei machen sollte,-durch einen Schlag auf die Hand, die den Rahmen hält. Ich schlug viel zu zaghaft auf meine Hand, -es fielen nur ein paar Bienchen ab, und einige setzten sich auf meiner Hand ab und krabbelten drauf rum. Also konnte ich kein weiteres Mal draufhauen, so gab ich den Rahmen an Holmer, der den Rest erledigte. Im ersten Moment war ich ganz schön erschrocken, aber dadurch habe ich gemerkt, dass die Bienen sich nicht besonders für einen interessieren, wenn man ruhig bleibt. Das Erlebnis habe ich mir zu Herzen genommen, und mein Stress wurde mit jedem Tag Praktikum weniger, auch wenn die Bienen mal  lauter wurden.

Mit dem Erfahrungsbericht möchte ich ein ganz dickes Dankeschön und Lob an Holmer und Matthias geben, die nie müde wurden unsere Fragen auch zum 3. Mal zu beantworten, die mit viel Spaß bei der Sache alles anfängerfreundlich erklärt haben und neben den ernsthaften Themen immer für einen Spaß zu haben waren. Ich möchte auf jeden Fall nächstes Jahr selbst mit dem Imkern anfangen, ich fühle mich durch das Praktikum gut gerüstet. Viele Sachen kann man auch nicht vor Ort erklären, das muss man sich selbst anlesen oder kreativ werden. Es ist ja ein Praktikum und keine offizielle Ausbildung. Mit Sicherheit wird es noch Fragen geben, die sich dann aus der Praxis ergeben, aber da habe ich ja jetzt beste Connections…“

Von Sebastian kamen diese Zeilen:

„Was macht man, wenn man an der Idee, Honig selbst zu ernten, Gefallen gefunden hat, aber der Funke für die Initialzündung fehlt?
Den Wunsch mit der Imkerei zu beginnen habe ich schon seit längerem, aber auch nach dem Lesen von verschiedenen Büchern hierzu
bleibt immer noch viel Unverstandenes und eine große Unsicherheit.
Es ist halt etwas anderes, einen Kartentrick nach Anleitung zu üben, als nach einer guten „Bienenlektüre“ mal eben anzufangen, sich ein Bienenvolk zuzulegen, und zu sehen, was aus den Bienen wird…
Und siehe da, der Frankfurter Imkerverein bietet einen Kurs genau für mich an, bei dem ich ohne die große Verantwortung (und die Kosten der Erstanschaffungen) erfahrene Imker bei der Arbeit begleiten kann, Erfahrung sammele, Fragen zu meinem theortischen Wissen stelle und mir ein Bild vom Aufwand der Bienenbetreuung mache.
Also ran an die Bienenvölker…
Die Treffen waren Sonntag Vormittags und Holmer und Matthias haben uns (10-15 Bieneninteressierte) die Patenschaft für ein Bienenvolk übertragen, das wir dann mit ihrer fachkundigen Hilfe über das gesamte Bienenjahr betreut haben. Durch das tolle Gelände am Riedberg, was mitlerweile 16 Völkern Platz bietet, erlebte ich nicht nur das Arbeiten an „meinem“ Bienenstock Nr.8, sondern lernte auch Schwierigkeiten und Probleme kennen, die vielleicht nicht bei mir auftraten, aber dafür bei einem anderen Bien. Das hat mir die Bandbreite gezeigt, wie unterschiedlich sich Bienenvölker entwickeln. Wir hatten zur gleichen Zeit viele verschiedenen Szenarien, und lernten, was es  für Schwierigkeiten
zu meistern gab.
Es wurden:
-Weiselzellen in andere Völker versetzt, die ohne Königin waren,
-Völker geteilt um das Schwärmen zu vermeiden,
-Schwärme eingefangen,
-Zucht-Königinnen in Völker gesetzt
und vieles mehr.
Ich habe schon sehr schnell gemerkt, wie aus der Fachtheorie (aus meinem Buch) Fachpraxis wurde und ich die Angst vor dem ein oder anderen unkaren Punkt verlor.
Ich hatte Profis als Ansprechpartner für  alle Fragen, die ich hatte und die mir noch einfallen würden.
Also habe ich noch in diesem Kurs beschlossen, mit dem Imkern anzufangen, habe gleich dieses Jahr mit einem eingefangenen Schwarm begonnen (Danke, es geht ihm gut!) und habe es (bis auf ein paar Stiche) noch nicht bereut.
Vielen Dank für das tolle Bienenjahr und mein neues Hobby!“

Wenn Sie nun neugierig geworden sind und vielleicht selber das Imkern erlernen möchten, können Sie sich unter der eMailadresse kursanmeldung@frankfurter-imker.de anmelden. Sobald die Terminplanung für 2016 abgeschlossen ist, werden Sie dann benachrichtigt.

Honigernte 2015 – Frühtracht

Heute Morgen um 11 Uhr war es soweit: gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Neuimkergruppe haben wir die Honigräume von mehreren Völkern abgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass bei einigen Völkern zwar sehr viel Honig eingetragen, dieser aber leider noch nicht verdeckelt war. Den abschließenden Wachsdeckel bringen die Bienen an, um damit ihre Vorräte zu schützen und reifen zu lassen. Unverdeckelter Honig hat in der Regel einen zu hohen Wassergehalt und eignet sich dann nicht zum Ernten, da er später gären könnte. Die unverdeckelten Rahmen haben den Bienen belassen. Sie kommen in der zweiten Honigernte dran und sind dann „fällig“.

In einem Volk haben wir verdeckelte Brut gefunden, allerdings keine Larven oder gar Eier. Das heißt, irgendwann muss die Königin dort trotz Absperrung zu Besuch gewesen sein und hat dort ihre Eier abgelegt. Diese Waben haben wir nicht abgeschleudert, sondern nehmen sie, um mit ihrer Hilfe einen neuen Ableger zu gründen.

Die Honigräume beziehungsweise einzelnen Honigwaben haben wir zu uns nach Hause transportiert und dort entdeckelt und anschließend ausgeschleudert. Beim Entdeckeln, dem Entfernen der Wachsverschlüsse der Waben, wollte ich ein für mich neues Verfahren anwenden. Imkerkollegen rieten mir, statt der klassischen Entdeckelungsgabel entweder einen Fön oder eine Lötlampe zu verwenden. Hierbei würde das Wachs kurz anschmelzen und sofort wieder auf den Rändern der jeweiligen Zellen erstarren, so dass kein Entdeckelungswachs anfällt. Mit einem Fön habe ich es versucht. Die Methode funktioniert tatsächlich. Aber bis wir damit die Seite einer einzigen Wabe bearbeitet haben, dauert es um ein Vielfaches länger als mit der mechanischen Methode.

Wir haben für jede Methode je einen Videoclip davon erstellt. Sie werden hier an dieser Stelle in den nächsten Tagen eingefügt. 

Ein weiteres Volk steht in Offenbach. Es wird dort von einem alten Imker betreut, der von Kindheit an mit Bienen arbeitet. Den Honigraum habe ich ebenfalls zum Schleudern zu uns genommen. Das Wabenmaß ist jedoch Deutsch Normal. An ihm zeigt sich für mich, wie einfach doch die Rähmchen im Zandermaß anzufassen und zu bearbeiten sind.

Unsere Schleuder fasst jeweils drei Rahmen. Das heißt, dass wir nach dem Entdeckeln von drei Rahmen sofort mit dem Schleudern beginnen müssen, um zügig mit den Arbeiten fertig zu werden. Wir machen das arbeitsteilig: einer entdeckelt, der andere schleudert. Ein Teil der Mitglieder der diesjährigen Neuimkergruppe hat uns dabei über die Schultern geschaut und tatkräftig mitgeholfen.

Honigschleuder mit Wabenentnahme
Honigschleuder mit Wabenentnahme

Als erstes haben wir den Offenbacher Honig geschleudert. Er wird später unter dem Namen Niedertracht vermarktet. Wenn der gewonnene Honig die Schleuder über den Ausflussstutzen verlässt, fließt er in ein Doppelsieb. Im ersten Sieb werden die groben Teile, im darunter liegenden Sieb die feineren Partikel zurückgehalten. Hierdurch ist gewährleistet, dass der Honig frei von mechanischen Rückständen bleibt.

Mengenmäßig war der Honig von unserer Streuobstwiese deutlich mehr. Deshalb habe ich unter die Schleuder ein Metallgefäß mit einem integrierten Überlaufrohr gestellt. Sobald die Honigmenge dessen Unterkante erreicht, fließt sie über in ein weiteres Behältnis, das darunter aufgestellt wird. Im Prinzip ist es wie mit dem römischen Brunnen in Rilkes gleichnamigen Gedicht. Dort ergießt sich das überlaufende Wasser der einen Schale in die nächste und sobald diese überläuft, in die dritte Schale. Im obigen Bild ist dieser Aufbau gut zu erkennen.

Überlaufprinzig beim Honigschleudern
Überlaufprinzip beim Honigschleudern

Zum Sieben haben wir hier kein Doppelsieb verwendet, sondern statt dessen ein bis auf den Boden reichendes kegelförmiges Feinsieb eingehängt. In Ihm sammel sich die mechanischen Rückstände und schwimmen an der Oberfläche, während der Honig weiter fließen kann. Das erspart Zwischenstopps zum Reinigen. Zugleich kann das Sieb dann auch nicht verstopfen. Dieses Spitzsieb wird erst am Ende der Arbeiten entnommen, der restliche Honig fließt ab, das Wachs wird entsorgt.

Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Ablaufender Honig. In der Spiegelung sind Matthias Adler und Holmer Drews zu erkennen.
Blick in die Honigschleuder
Blick in die Honigschleuder

Am Ende des Nachmittags waren es dann 81 Kilogramm Honig, davon 17 kg aus Offenbach. Der Honig steht inzwischen im Keller bei etwa 15° C und „reift“. Zunächst steigen in den nächsten Tagen noch kleine eingeschlossene Luftbläschen nach oben und bilden einen Schaumteppich. Mit einem normalen Kuchenteigschaber wird dieser von der Oberfläche entfernt. Sobald der Honig zu kristallisieren beginnt, wird er gerührt. Dadurch werden die gebildeten Kristalle wieder zerstört und der Honig bekommt seine feincremige Konstistenz.

Vom Drohnenrahmen zum eigenen Wachskreislauf. Eine nüchterne Bilanz

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört – eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer
Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Bienenschwarm 02/2015 in eine Beute geschlagen

Am Sonntag, 10. Mai 2015 war am Ende des public beekeeping und des Praktikums der neu-Imkergruppe das Umsetzen des zwei Tage zuvor gefangenen Schwarmes 02/2015 angesagt.

Dieser Schwarm stand vom Freitagabend bis Sonntagmittag in seiner neuen Behausung, einer verschlossenen Zanderbeute mit einer Leerzarge. Alle Bienen sind wie zuvor beschrieben in die Beute eingewandert. Wir haben die verschlossene Beute an einem neuen Platz aufgestellt. Die weitere Aktion läßt sich über das Video weiter verfolgen:

  • neben das Volk wird die Zarge mit 10 bzw. Mittelwänden günstig positioniert. In die Mitte haben wir eine bereits ausgebaute Waben gehängt, damit die Königin zügig ihre Eier ablegen kann und somit ein paar Tage Zeit für die Entwicklung ihres Volkes gewinnt.
  • der Deckel der Beute wird abgehoben: die Hauptmenge der Schwarmbienen saß direkt unter dem Deckel, nur ein verschwindend kleiner Teil bewegte sich noch an den Wänden der Leerzarge.
  • die Zarge mit den Mittelwänden und Rahmen wird auf die Leerzarge gestellt.
  • die Bienen werden vom Deckel auf die Rahmenoberkannten geschlagen. Dort landen sie zum großen Teil und verschwinden in den Wabengassen. Ein kleiner Teil der Bienen fliegt auf, ein anderen landet neben der Beute auf dem Erdboden.
  • das Abschlagen wird wiederholt – im Idealfall bis der Deckel völlig entleert ist. Weil das nicht der Fall war, weil die Bienen zügig in den Wabengassen verschwunden waren, wird der Deckel mit den restlichen ansitzenden Bienen auf die obere Zarge gelegt und die Beute somit verschlossen.
  • das Flugloch wird geöffnet.
  • die außen verbliebenen Bienen schwirren in der Luft umher und ziehen in den nächsten Stunden durch das Flugloch in die Beute zum Restvolk ein.
  • wie bei einer Prozession ziehen die auf dem Erdboden sitzenden Bienen nach oben und zum Flugloch. Dort werden sie am Flugloch eingelassen.

Unmittelbar nach dieser Aktion schwirren viele Bienen noch um die Beute herum. Dadurch sieht es zunächst noch nicht sicher so aus, als ob die Bienen zum Schwarm wollten. Eine Stunde später waren sie verschwunden und sind in der Beute gelandet, der Umzug ist geglückt.

Mit dem Angebot an Mittelwänden werden die Bienen sehr schnell sehr aktiv und bauen sie innerhalb weniger Tage zu Waben aus. Es gibt kein Bienenvolk, dass baufreudiger ist als ein Schwarm. Das Schwarmvolk hat ja nur sich selber und keinerlei materielle Infrastruktur. Das körperliche Zuhause muss das Volk sich nach dem Schwärmen erst wieder schaffen.

Bienenschwarm auf dem Riedberg gefangen

Am 7. Mai 2015 kam um 16:25 Uhr  eine E-Mail von Markus Schaufler bei uns an mit der Bitte um dringenden Rückruf: auf der Streuobstwiese, auf der unsere Bienen stehen, habe er soeben einen Schwarm entdeckt.

Matthias und ich waren beide zu dieser Zeit noch auf der Arbeit, haben diese daraufhin zügig beendet, um den Schwarm zu fangen.  Weil ich als erster daheim war suchte ich die nötigen Materialien zusammen und verstaute sie im Auto. Auf einen Schwarm-Alarm waren wir bis dahin noch nicht eingerichtet. Nachdem Matthias eingetroffen war, fuhren wir sofort zu „unserer“ Streuobstwiese. Markus Schaufler erwartete uns bereits dort und half uns tatkräftig bei den weiteren Arbeiten.

Unsere Schwarm-Alarm-Einsatz-Ausrüstung: eine große Plastikbox mit Deckel, ein hoher Wanderboden, eine Leerzarge und ein Deckel, eine Sprühflasche mit Wasser, Wasservorrat im Kanister, zwei Abkehrbesen, eine kleine Säge, eine Bügelsäge, eine Astschere und unsere Schutzkleidung (glücklicherweise hatte ich mir einen Tag zuvor noch eine Schutzjacke mit aufgesetzter Haube gekauft….)

Nach kurzer Inspektion sahen wir den Schwarm in knapp 3 Metern Höhe in einem Apfelbaum hängen. Während Markus und Matthias das Geäst ein wenig ausschnitten, legte ich zwei 30 cm hohe Steinquader auf den Boden, um so besser an oder direkt unter das Bienenvolk zu gelangen.

Mit einem Wassernebel aus der Sprühflasche überzogen wir die äußeren Hüllbienen des Schwarmes von allen Seiten mit einem dünnen Wasserfilm. Das verhindert ein Auffliegen.

Bienenschwarm 01/2015 am 7.5.2015 im Apfelbaum auf der Streuobstwiese Riedberg
Bienenschwarm 01/2015 am 7.5.2015 im Apfelbaum auf der Streuobstwiese Riedberg

Angetan mit meiner neuen Schutzkleidung stellte ich mich mit der Plastikbox so dicht wie möglich unter die Traube. Matthias schlug mit einem dicken Ast von oben neben den Schwarm. Durch diese Erschütterung löste er sich und ich fing ihn in meiner Box auf. Ein Großteil der Bienen fiel dort hinein, ein kleinerer Teil schwirrte auf und zog umher und setzte sich anschließend auf meiner Kleidung ab. Ein kleiner Rest von Bienen blieb am ursprünglichen Sitz hängen oder sammelte sich dort erneut.

Restschwarm nach dem Abschlagen
Restschwarm nach dem Abschlagen

Die unverschlossene Box stellte ich auf den Boden, Matthias kehrte die Bienen von meiner Kleidung in die Box, die anschließend mit dem Deckel verschlossen wurde. Damit waren die Bienen erst einmal gefangen und konnten nicht mehr fliehen.

Zwei Bienen waren dummerweise in die nicht vollständig verschlossene Kopfhaube meiner Schutzkleidung eingedrungen und schwirrten nun darin umher. Ein wenig ängstlich gingen wir zur Seite und öffneten die Reißverschlüsse der Haube, so dass die beiden gefangenen Bienen entweichen konnten. Insgesamt gab es allerdings keinen einzigen Bienenstich.

Die mitgebrachten Einzelteile der neuen Bienenbeute (Wanderboden, Leerzarge) baute ich danach in Ruhe zusammen auf. Die gefangenen Bienen schlugen oder kippten wir dann in die inzwischen vorbereitete leere Beute und verschlossen sie nach oben mit dem zugehörigen Deckel. Das Flugloch zeigte in Richtung des Baumstammes, wir ließen es bewusst offen. Der Hintergedanke dabei war der, dass sich die Bienen am Pheromonduft ihrer Königin orientieren und ihm folgen würden. Unter der Annahme, dass wir die Königin mit in die Beute gebracht haben, brauchen wir nun nur noch zu warten, bis die übrigen Bienen über das Flugloch in das Beuteninnere gefolgt sind. Dieser Vorgang zieht sich in der Regel über mehrere Stunden bis zur Dämmerung hin.

Allerdings sammelten sich noch viele weitere Bienen am ursprünglichen Sitz des Schwarmes. Wir waren verunsichert und fragten uns, ob wir die Königin auch wirklich eingefangen hätten. Zur Sicherheit wiederholten wir das Abschlagen noch einmal und leerten den Fang sofort in die Beute.

Als es fast dunkel war, bin ich nochmals auf die Streuobstwiese gegangen. Alle Bienen waren verschwunden. Beim Anheben des Deckels hörte ich ein Brausen und wusste nun sicher, dass das Volk in der Beute bei seiner Königin war. Das Flugloch wurde dann von mir verschlossen, damit die Bienen sich erst einmal in der neuen Behausung beruhigen konnten. Es gibt Imker, die die Ansicht vertreten, dass ein so gefangener Schwarm erst einmal zur Beruhigung für drei Tage im kühlen Keller abgestellt werden sollte. Den Bienen schadet diese Prozedur nichts, sie verhungern nicht, weil sie vor dem Abschwärmen sich die Mägen voll gefressen haben und mehrere Tage ohne Futter auskommen können. Wir haben dieses Keller-Abkühl-Verfahren niemals angewendet. Meines Erachtens ist es völlig ausreichend, wenn die Bienen eine Nacht oder einen Tag so zur Ruhe kommen.

Bienenbeute mit dem Schwarm nach Verschluss des Fluglochs am 7.5.2015 um 21:25 Uhr
Bienenbeute mit dem Schwarm nach Verschluss des Fluglochs am 7.5.2015 um 21:25 Uhr

Am nächsten Nachmittag haben wir dann in Schutzausrüstung die Beute geöffnet. Ein großer Teil des Schwarms hing an der Deckelunterseite und hatte bereits die ersten Waben dort gebaut.

Leerzarge mit eingeschlagenem Bienenschwarm
Leerzarge mit eingeschlagenem Bienenschwarm

 

 

Deckelunterseite mit Schwarmbienen und begonnenem Wabenbau
Deckelunterseite mit Schwarmbienen und begonnenem Wabenbau

Auf die Leerzarge vom Tag zuvor haben wir eine mit zehn Mittelwänden ausgestattete zweite Zarge gestellt. In der Mitte hatte ich einen Rahmen mit bereits ausgebauten Waben von der letzten Honigernte positioniert. Unsere Überlegung war dabei die, dass die Königin dann zügiger mit der neuen Eiablage beginnen könne und nicht erst auf die neu ausgebauten Mittelwände warten müsse.

Es ist unglaublich wie schnell ein gefangener Schwarm mit dem Wabenbau vorankommt. Bereits nach wenigen Tagen sind die Mittelwände in der Regel voll zu Waben ausgebaut. Das Flugloch hatte ich natürlich wieder geöffnet. Das Ausschwitzen von Wachs aus den Wachsdrüsen am hinteren Unterleib kostet die Bienen sehr viel Energie und die Vorräte in den Honigmägen sind begrenzt. Also müssen die Bienen die Möglichkeit bekommen Nachschub zu besorgen.

Markus Schaufler hat einen Teil der Aktion mit seinem Smartphone gefilmt. Sobald ich diese Videodatei erhalten habe, werde ich sie hier an dieser Stelle einfügen. Deshalb kann es sich lohnen, in wenigen Tagen erneut auf diesen Beitrag zu schauen.

Als kleinen Dank an Markus habe ich dieses neue Volk „San Marco“ genannt. Weil es in diesem Jahr unser erster Schwarm war, bekommt er die Nummer 01/2015. Die Schwarmsaison 2015 ist in vollem Gange. Wer weiß, bei welcher Zahl wir noch landen werden….

 

 

Honigräume aufgesetzt

Im Moment explodiert es fast in unseren Bienenbeuten. Teilweise ist kaum noch Platz in den beiden Zargen vorhanden, weil die Bienen sehr viel Nektar eingetragen haben und fest am Brüten sind. Bei den ersten Völkern haben wir bereits jetzt die Bau- oder Drohnenrahmen eingehängt. Das sind leere Rahmen ohne Mittelwände. Die Bienen bauen dort Waben für die Drohnenaufzucht. Sobald deren Brut verdeckelt ist, werden die Rahmen vom Wachs und der Drohnenbrut befreit, ausgeschnitten. Der leere Rahmen wird anschließend wieder zurückgehängt. Das entnommene Material landet in der Tiefkühltruhe, damit die darin enthaltene Brut abgetötet wird. Anschließend wird das Wachs eingeschmolzen und später wieder aufbereitet als Mittelwand neu verwendet. Damit haben wir einen eigenen Wachskreislauf begründet.

Die erfreuliche Situation  hat uns heute bewogen, bei einigen Völkern schon sehr früh im Jahr  als dritte Zarge Honigräume aufzusetzen.

Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen

Bei insgesamt fünf Völkern haben wir diesen Schritt unternommen. Aufgesetzt wurden in der dritten Zarge jeweils 10 Rahmen mit Mittelwänden. Als Starthilfe habe ich je einen Rahmen mit ausgebauten leeren Waben benutzt. Sie stammen vom Honigschleudern aus dem letzten Jahr .

Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen

Neben diesem erfreulichen Teil gab es leider auch das Gegenteil. Auf beiden Bildern ist das einzargige Volk mit dem gelben Anflugbrett zu sehen. In ihm ist keine Königin und folglich auch keine Brut zu erkennen gewesen. Wir hatten für heute Morgen geplant, dieses Rumpfvolk auf ein anderes stärkeres aufzusetzen und so zwei Völker zu vereinigen. Nach der Durchsicht dieses Volkes haben wir uns dann aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Auf den rechtsseitigen Rahmenoberträgern waren Durchfallreste zu erkennen. Das Volk ist ist eh nicht mehr sehr stark, so dass wir es nun sterben lassen. Die leere Beute wird anschließend innen gereinigt und ausgeflämmt, um mögliche Keime restlos abzutöten. Es ist wie im Kinderlied von den 10 kleinen Afroamerikanerlein (politisch korrekt formuliert!): jetzt sind es nur noch 8.

Für uns ist es erstaunlich wie sehr in den Beuten die einzelnen Rahmen mit Nektar und Honig bereits gefüllt sind. Wir sehen mit unseren Augen nur wenige Blüten, Die Bienen sind uns hierbei mit ihren Sinnenorganen weit überlegen. Woher sollte sonst dieser riesige Eintrag (Tracht) bereits gekommen sein.

 Zwei Blüten stelle ich hier vor, die Bilder stammen vom 11. April 2015:

Apfelblüte April 2015
Apfelblüte April 2015
Kirschblüte April 2015
Kirschblüte April 2015

 

Völkerkontrolle am 5. April – Ostersonntag

Um 11 Uhr heute Morgen waren wir wieder an unseren Bienen.

Ein Volk, relativ schwach, habe ich von zwei auf eine Zarge (Brutraum) reduziert und zusätzlich eine Futterwabe eingehängt. Eier oder Brut habe ich dort leider nicht finden können.

Bei den übrigen Völkern geht die Frühjahrsentwicklung gut bis sogar rasant voran: Eier oder Larven, also Brut, waren überall zu erkennen. Die erste Brut war bereits verdeckelt. Schon jetzt schon sind mindestens drei Völker so stark, dass sie demnächst bereits geteilt werden können oder müssen, um dem Schwarmtrieb vorzubeugen.

Die Weide steht in voller Blüte, der gelbe Pollen ist von außen dort gut zu erkennen, die ersten Obstbäume knospen. Ihre Blüte steht in den nächsten Wochen zu erwarten. Der Raps in der Umgebung kommt allmählich in die Höhe und misst zurzeit schätzungsweise knapp 30 cm. Es sieht in diesem Jahr so aus, dass Obst- und Rapsblüte nicht wieder zeitlich zusammenfallen wie im letzten Jahr. Demnach könnte es für die Bienen ein gutes Honigjahr werden.

Heute morgen hatten wir zudem Besuch von der Presse: zwei Reporter der Frankfurter Neuen Presse waren zu Gast und haben uns über die Schultern geschaut, Fragen gestellt und Photos geschossen. Sobald der Artikel veröffentlich ist, kommt der zugehörige Link hier in den Blog.

Königinnenzucht (3)

Wir haben es geschafft und sind stolz:

Nur eine einzige Königin hatten wir während unseres Übe-Programmes zur Königinnenzucht erhalten. Da waren wir alle zunächst enttäuscht. Aber diese Königin hatten wir im Ableger belassen und gewartet, ob sie vom Hochzeitsflug zurückkommen würde. Ist sie!

Bei der heutigen Durchsicht der Waben dieses Ablegers haben wir ganz junge, frische Larven entdeckt. Dieser Fund lässt den Schluss zu, dass  eine begattete Königin hier ihre Eier abgelegt haben muss. Unsere Königin ist also zurückgekehrt und hat ihre Eiablage aufgenommen. Damit entsteht ein neues Volk.

Dieses Volk stammt aus einem Sammelbrutableger und hat nun eine Carnicakönigin.

Wir haben heute fünf zusätzliche Rahmen mit ausgebauten Waben eingehängt und damit die Zarge voll auf zehn Rahmen erweitert. Wegen der fortgeschrittenen Zeit im Jahr haben wir nicht einfach Mittelwände genommen, die noch zu Waben hätten ausgebaut werden müssen. Damit haben die Bienen es einfacher. Jetzt müssen sie sich noch ihren Wintervorrat zulegen und zahlenmäßig so anwachsen, dass sie den Winter überleben können. Im nächsten Jahr ist es dann ein Jungvolk. Es wird bei uns unter der Nummer 12 geführt.

In diesem Jahr ist die Tracht inzwischen weitgehend beendet. Das hat zur Folge, dass wir diesen Bienen sehr viel Starthilfe geben müssen. Das machen wir über eine Einfütterung. Als Tracht-Ersatz erhalten sie einen fertigen Futterteig aus Zucker. Der Teig wird innerhalb der Beute auf die Rahmenoberkanten gelegt. Damit haben die Bienen in ihrem Stock kurze Wege und stellen  sich auf diese Art und Weise selber ihren Wintervorrat her.

public beekeeping und Neu-Imkergruppe am 1.6.2014

Unsere Bienenvölker am 1.6.2014
Unsere Bienenvölker am 1.6.2014
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals zu den Bienen ohne Rauch!
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals zu den Bienen ohne Rauch!
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Vorbereitungen zum Rauchen mit dem Smoker
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Vorbereitungen zum Rauchen mit dem Smoker
Der Smoker raucht.
Der Smoker raucht.
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und zugleich public bee-keeping: Öffnen eines Bienenstockes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und zugleich public bee-keeping: Öffnen eines Bienenstockes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes durch Abheben des Honigraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes durch Abheben des Honigraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Bienenstockes. Abheben des Absperrgitters
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Bienenstockes. Abheben des Absperrgitters
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: ein Rahmen bzw. eine Wabe wird gezogen
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: ein Rahmen bzw. eine Wabe wird gezogen
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Sichtkontrolle einer Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Sichtkontrolle einer Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Demonstration einer Wabe oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Demonstration einer Wabe oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen und Inspektion einer weiteren Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen und Inspektion einer weiteren Wabe
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung der Varroawindel auf Varroamilben
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung der Varroawindel auf Varroamilben
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung des Varroaschiebers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung des Varroaschiebers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion der Varroamilbenwindel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion der Varroamilbenwindel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Öffnen und Durchsicht eines Volkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe und public bee-keeping: Öffnen und Durchsicht eines Volkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen von Waben aus dem Bienenvolk oder der Beute
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Ziehen von Waben aus dem Bienenvolk oder der Beute
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblick durch die Absperrfolie in einen Ableger
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblick durch die Absperrfolie in einen Ableger
public bee-keeping: Einblick durch eine Absperrfolie in einen Ableger
public bee-keeping: Einblick durch eine Absperrfolie in einen Ableger
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblicknahme in einen Ableger eines Bienenvolkes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Einblicknahme in einen Ableger eines Bienenvolkes
public bee-keeping: Besucher schauen in die ausgebauten Waben hinein
public bee-keeping: Besucher schauen in die ausgebauten Waben hinein
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Waben oder eines Rahmens
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Waben oder eines Rahmens
public bee-keeping: einer Besuchergruppe wird eine Mittelwand gezeigt
public bee-keeping: einer Besuchergruppe wird eine Mittelwand gezeigt
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: eine zur Seite gestellte Wabe mit Bienen und Honig
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: eine zur Seite gestellte Wabe mit Bienen und Honig
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Zählen der Varroamilben auf der Windel
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals ohne Rauch. Bereiten des Smokers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Niemals ohne Rauch. Bereiten des Smokers
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen einer Beute am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen eines Volkes am Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Mittelwand
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Inspektion einer Mittelwand
Völkerkontrolle dirch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung einer Mittelwand
Völkerkontrolle dirch die Neu-Imkergruppe: Untersuchung einer Mittelwand
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Abnahme des Absperrgitters zum Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Abnahme des Absperrgitters zum Honigraum
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen des oberen Brutraumes
Völkerkontrolle durch die Neu-Imkergruppe: Öffnen des oberen Brutraumes

Eigener Wachskreislauf – Der Anfang

Schon früh habe ich dieses Wort vom eigenen Wachskreislauf gehört. Viele Imker erzählen davon, doch wohl nicht allzu viele praktizieren ihn.

Auf einem Lehrgang in diesem Jahr bin ich für mich darauf gekommen, den eigenen Wachskreislauf zu versuchen.

Der Hintergedanke hierbei: zur Behandlung der Varroamilbe haben wir in jede Beute zwei Drohnenrahmen, jeweils an den Positionen 2 und 9 im oberen Brutraum gehängt. Diese Rahmen werden regelmäßig ausgeschnitten und leer wieder eingehängt. Dieses Verfahren dient dazu, die Menge der Varroamilben in einem Bienenvolk deutlich zu reduzieren. Zum Thema Drohnen(bau)rahmen folgt ein eigener Blogbeitrag.

Das gewonnene Material friere ich bei -18° in einer Schublade unseres zweiten Gefrierschrankes ein. Dadurch kann ich über einige Zeit das Wachs ansammeln.

 

                

Frisch ausgeschnittene Waben aus dem Drohnenrahmen im Eimer.                             Tiefgefrorene Waben in der Schublade des Gefrierschrankes

 

Ist genügend Material vorhanden, wird es eingeschmolzen. Hierzu habe ich mir einen billigen elektrischen Einweck- oder Dampfkochtopf gekauft. Die Temperatur ist stufenlos von 30 bis 100 Grad regelbar.

Fünf Liter Wasser erhitze ich im Topf auf 70 Grad Celsius. Die Schmelztemperatur des Bienenwachses liegt bei 62 bis 65 Grad Celsius. Sobald das Wasser heiß genug ist, gebe ich portionsweise die Masse aus Waben, Drohnenbrut und Honig dazu. Damit es wegen des tiefgefrorenen Materials schneller geht, hatte ich die Solltemperatur dann doch auf 90 – 100 ° C eingestellt. Bis sich das Wachs dann letztlich verflüssigt hatte, dauerte es etwa eine bis zwei Stunden. Auf der Oberfläche des Gemisches schwamm eine unansehnliche Mischung aus toten Maden, Fremdkörpern und Wachs.

Einen 20 Liter fassenden Baueimer stellte ich in die Badewanne und legte einen Jutesack als Filter hinein. Die heiße Wasser-Wachs-Maden-Mischung gossen wir zu zweit in den Sack. Nach wenigen Minuten hob ich ihn an, setzte ihn in einen zweiten Eimer zum Abtropfen. Die verbleibende heiße Flüssigkeit enthält sowohl geschmolzenes Wachs, als auch Honig und diverse Trub- und Schwebstoffe. Beim langsamen Abkühlen setzen sie sich ab. Da Wachs leichter als Wasser ist, schwimmt es nach geraumer Zeit oben und bildet beim Erkalten eine feste gelbe Schicht. An der Unterseite hängt noch ein Schmierfilm, den ich mit einem Spatel entfernen konnte.

            

Links die frische heiße Wachsschicht, in der Mitte das Wachs am nächsten Morgen nach dem Erkalten und Aufbrechen, rechts eine Platte von der Seite

 

Die erkaltete Wachsschicht ist etwa 7 mm dick und wiegt 318 Gramm. Es ist die Ausbeute von etwa vier bis sechs Wochen und stammt nur aus den ausgeschnittenen Drohnenrahmen. Weil diese leer in die jeweiligen Zargen gehängt werden, müssen die Bienen das Wachs aus ihren eigenen Wachsdrüsen hergestellt haben. Dieses Wachs ist somit völlig biologisch und unbelastet von Schadstoffen. Ich sammle es und schicke es später ein, damit daraus meine neuen Mittelwände hergestellt werden können. Das wäre eine Möglichkeit in eine biologische Imkerei einzusteigen.

 

 

 

Ableger #1

Ableger haben mehrere Funktionen.

Zum einen dienen sie der Vermehrung der Anzahl der Völker, zum anderen können sie dem ursprünglichen Volk in seiner eigenen Entwicklung helfen. Letzteres zum Beispiel bei der Verhinderung des Schwärmens. Aber auch im frühen Frühjahr, wenn ein Volk als Gesamtheit zu stark ist, kann man es „schröpfen“ und seine Entwicklung dadurch steuern.

Viele (Berufs)Imker leben beispielsweise auch davon, dass sie zeitig beginnen, Ableger zu erstellen und zu verkaufen.

Wir haben vor, von unseren Völkern Ableger zu ziehen und dadurch mehr Völker zu erhalten.

Hierzu machen wir folgendes:

Aus einem Volk entnehmen wir mehrere Rahmen mit Brut und Eiern. Die Königin sollte dabei möglichst nicht auf den Waben sitzen, dafür aber umso mehr Ammen- oder Stockbienen. Diese besorgen im Stock die klassische Brutpflege. Die Flugbienen würden aus dem Ableger recht schnell zurück ins Ursprungsvolk ziehen. Wir nehmen sie aus diesem Grund gar nicht erst mit. Jedoch sorgen die Flugbienen für Futter, damit die Bienen nicht verhungern. Deshalb kommen in den Ableger Futterwaben: Waben mit eingetragenem Nektar und/oder Honig. Diese Waben können aus Altbeständen stammen oder frisch sein.

Ablegerbildung. Im Brutraum sind vier Rahmen. An den Positionen 1 und 4 hängen Futterwaben von diesem Jahr, an den Positionen 2 und 3 hängt das Brutnest.
Ablegerbildung. Im Brutraum sind vier Rahmen. An den Positionen 1 und 4 hängen Futterwaben von diesem Jahr, an den Positionen 2 und 3 hängt das Brutnest.

Im ersten Ableger, erstellt am 27. April, habe ich zwei Futterwaben und zwei Brutrahmen in die Beute gehängt. Heute, am 1. Mai 2014,  haben wir einen zweiten Ableger erzeugt und insgesamt fünf Rahmen eingehängt.

Sobald die Bienen mehr als zwei Stunden ohne Königin sind, verlieren sie das Wir-Gefühl einer Volkszugehörigkeit, da ihnen das Königinnenpheromon fehlt. Königinnen- oder Weisellos ist es ihr Bestreben, möglichst rasch an eine neue Königin zu kommen, damit die Eiablage und damit der Bestand des Volkes gesichert werden. Wenn die Bienen im Ableger ihre Königin vermissen, beginnen sie schnell, sich eine neue Königin aus der vorhandenen Brut nachzuziehen.

Für alle Bienenwesen sind die ersten drei Tage nach einer Eiablage gleich. Sobald sich jedoch die Larven entwickelt haben, werden je nach Art der Ernährung die unterschiedlichen Bienenwesen (Königin, Biene oder Drohne) entstehen. Das heißt, dass aus den ersten aus den Eiern geschlüpften Larven die Königin-Nachzucht beginnt. Normalerweise dauert die Entwicklung von der Eiablage bis zum Schlupf bei einer Königin 16 Tage. Weil bereits Eier gelegt worden sind, verkürzt sich diese Zeit entsprechend. Allerdings muß die geschlüpfte Königin noch ihren Hochzeitsflug absolvieren, begattet werden und in den Stock zurückkehren. Erst danach beginnt sie mit ihrer eigentlichen Tätigkeit, der Eiablage, und hält dieses Volk am Leben. Diese Übergangsphase dauert also nicht ganz drei Wochen.

Ableger. Links in der Mitte ist das verdeckelte Brutnest zu erkennen. An seinem unteren Rand hängt eine Weiselzelle. Um die Brut lagert sich der Futterkranz aus Nektar an, am rechten Rahmenrand ist verdeckelter Honig.
Ableger. Links in der Mitte ist das verdeckelte Brutnest zu erkennen. An seinem unteren Rand hängt eine Weiselzelle. Um die Brut lagert sich der Futterkranz aus Nektar an, am rechten Rahmenrand ist verdeckelter Honig.
In der kugel- oder tropfenförmigen Weiselzelle wird eine Königin herangezogen.
In der kugel- oder tropfenförmigen Weiselzelle wird eine Königin herangezogen.

 

Wie geht es mit den Ablegern weiter?

Eine Honigernte wird in diesem Jahr bei den Ablegern noch nicht stattfinden können. Diesen Umstand nutzt man aus, um recht zügig eine Behandlung gegen die Varroamilbe durchzuführen. Diese Behandlung macht man mit 15%-iger Milchsäure, die auf jede Wabenseite aufgesprüht wird, sobald es keine verdeckelte Brut mehr gibt. Für die Bienen ist die Milchsäure unschädlich, die Varroamilben sterben jedoch dadurch ab.

Sobald die Königin mit der Eiablage begonnen hat, wird das Volk über eingehängte Rahmen mi Mittelwänden langsam erweitert. Ziel ist, daß es bis zum Ende des Sommers eine Größe erreicht hat, die ihm das Überleben im Winter ermöglicht. Im nächsten Jahr kann es dann als Jungvolk ganz normal als Wirtschaftsvolk für die Honigernte angesehen werden.

 

Bieneneier

Jetzt im Frühjahr ist die Königin dabei, massenweise ihre Eier abzulegen und so das zugehörige Volk innerhalb kurzer Zeit zu beträchtlicher Stärke zu bringen.

Hierzu bringt sie nach vorheriger Inspektion der Wabenzelle ihren Hinterleib über die Zelle und setzt mittig ein Ei hinein. Weil das Ei am ersten Tag wie ein Stift zum Betrachter ragt, nennen die Imker die Eiablage auch „bestiften“ und die Eier Stifte.

Auf dem Bild zeige ich die Eier in einem Drohnenrahmen. Hier sind die Waben etwas größer als in den Arbeiterinnenzellen, so dass sie einfacher zu erkennen und zu photographieren sind.

Auf dem Boden dieser Waben sind die Bieneneier zu erkennen. Teilweise stehen sie noch senkrecht, teils sind sie bereits etwas geneigt.
Auf dem Boden dieser Waben sind die Bieneneier zu erkennen. Teilweise stehen sie noch senkrecht, teils sind sie bereits etwas geneigt.

Das Bild wurde am 30. März 2014 von mir aufgenommen.

Leben in den Bienenvölkern – Brutbeginn

2. März 20214

In der Tat, es geht wieder los!! Vor einer Woche hatte ich von einem Imker, der seine Völker südlich von Frankfurt stehen hat, erfahren, dass bei ihm die erste Brut zu sehen ist. Heute, nach der Durchsicht aller unserer drei Völker , kann ich das Gleiche behaupten.

Wir haben alle Beuten geöffnet, den Totenfall entfernt und alle Rahmen durchgesehen. Einige der Rahmen sind noch sehr schwer und voller Honig. Auf anderen – vor allem den mittleren – haben wir sowohl verdeckelte Brut als auch Larven in unterschiedlichen Stadien gefunden. Eier oder Stifte jedoch haben wir nicht gesehen.

Natürlich haben wir auch Bilder gemacht. Auf der Seite „Eigene Völker“ stelle ich sie passend zu den jeweiligen Bienenvölkern ein.

 

Volk 2 - Larven und erste verdeckelte Brut nach dem Winter am 2. März 2014
Volk 2 – Larven und erste verdeckelte Brut nach dem Winter am 2. März 2014

Der Wohnraum der Bienen: die Beuten (1)

 

Heutzutage hat sich für die Bienenzucht die inzwischen sehr weit verbreitete Magazinimkerei durchgesetzt.

Wir alle kennen sicherlich noch das Bild vom Bienenkorb, einem glockenähnlichen Gebilde aus Stroh, als überliefertes und traditionelles Wohnhaus für Bienen. In dessen Inneren bauen Bienen wild drauf los, weil hier keine ordnungsgebende Struktur vorhanden oder vorgegeben ist. Die Wabenwände werden parallel geführt, von oben nach unten gebaut und an den Rändern fest mit dem Korb verbunden. Man nennt dies Stabilbau. Um an den Honig zu gelangen, muß das gesamte Wabenmaterial herausgeschnitten und damit der vorhandene Lebensraum zerstört werden. Das ist natürlich unpraktisch.

Wildbienen leben und bauen in Hohlräumen wie z. B. Baumstämmen, Erdhöhlen. Unsere Vorfahren hatten dieses ausgenutzt und Höhlungen in Baumstämme geschlagen und mit einem Brett teilweise verschlossen. Zum Honigernten mußten sie auf die Bäume klettern. Die Menschen, die diese Tätigkeit ausübten, hießen Zeidler. Sie besaßen das Recht zum Tragen einer Armbrust und waren verpflichtet, Kaiser und Reich zu dienen [1].

Bienen benötigen kein Tageslicht, um sich in ihrer Behausung zu orientieren. Zur Brutpflege ist es wichtig, im Inneren eine Temperatur von 35° Celsius möglichst konstant zu halten. Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Entsprechend wird auch das Bauen bzw. Brüten nach oben bevorzugt.

Unter Beachtung dieser Bedingungen ist in vielen Ländern die sogenannte Magazinbeute als Bienenwohnung entstanden. Über die geschichtliche Entwicklung schreibe ich später.

Es gibt zwei grundverschiedene Typen von Beuten:

bei der Hinterbehandlungsbeute ist der Zugang zum Inneren auf der Rückseite, also hinten, während er bei der Oberbehandlungsbeute von oben erfolgt. In Deutschland war lange Zeit die Hinterbehandlungsweise verbreitet. Die Oberbehandlung kam aus Amerika und hat sich bei uns inzwischen als Standard durchgesetzt.

Im Prinzip haben alle Oberbehandlungsbeuten den gleichen Aufbau. Ich beschreibe ihn analog zum Hausbau:

 

Dachgeschoß Außendeckel aus Blech als Abschluss zum Schutz des gesamten Baus, der flach und überkragend auf dem Innendeckel aufliegt
6. Etage Innendeckel, der die Beute in der Höhe abschließt
5. Etage Absperrfolie, die die Bienen am weiteren Wachstum in die Höhe hindert
4. Etage Zarge für den Honigraum: hier deponieren die Bienen ihren Honig.
3. Etage Absperrgitter: die Maschen sind so gewählt, dass nur die Arbeiterinnen hindurch schlüpfen können, nicht aber die etwas größere Königin. Dadurch ist der Honigraum frei von Bienenbrut.
2. Etage Zarge, die den oberen Brutraum bildet
1. Etage Zarge, die den unteren Brutraum bildet
Erdgeschoß Bodenkonstruktion mit dem Einflugloch vorne und weiteren Einbaumöglichkeiten, nach oben hin offen, nach unten hin meist auch, aber durch ein engmaschiges Gitter für Bienen unpassierbar
Keller nicht vorhanden

 

 

In alle Zargen werden Rahmen gehängt, in die zu Beginn eine dünne Wachsplatte gelötet oder geschmolzen wird. Auf dieser Mittelwand errichten die Bienen zu beiden Seiten ihre Waben. Erst nach deren Fertigstellung können die Waben für die Brut oder den Honigeintrag verwendet werden.

Dieses Prinzip ist für alle Beuten gleich, doch unterscheiden sie sich in vielen verschiedenen Punkten: Größe und Anzahl der Rahmen, Material der Beuten, Aufbau der Zargen, Richtung, in die die Rahmen gehängt werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beutentypen wie Dadant, Deutsch Normalmaß (DN oder DNM), Zander, Langstroth. Darüber schreibe ich an anderer Stelle ausführlich weiter.

Anmerkungen/Quellenangaben

[1] Der Wochenendimker , Karl Weiß, Kosmos Verlag, S. 34, 12. Auflage 2003

Wie alles anfing

Nachdem ich mich entschlossen hatte, mit dem Imkern zu beginnen, bin ich von vielen Leuten angesprochen und gefragt worden, wie das denn so gehe. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich entschlossen, dieses Blog zu schaffen und zu erzählen. Imkern ist spannend und bringt viel Spaß. Daran dürfen und sollen andere gerne teilhaben……. Da viele Menschen hiervon wenig wissen, werde ich versuchen in diesem Blog auch vieles über die Imkerei zu erklären.

Als Kind war ich öfter bei einem Nachbarn und Schrebergartennachbarn meiner Eltern. In der Schrebergartenanlage besaß er ein großes Bienenhaus und hatte mich öfters dorthin mitgenommen. An Erinnerungen ist nicht mehr viel geblieben. Oft sehe ich den Mann noch mit seinem Schleier und einer rauchenden Pfeife.

Am 14. April fand in Frankfurt auf dem Lohrberg ein Vortrag des Frankfurter Imkervereins zum Thema Bienen und Imkern statt. Nachdem ich vorher immer wieder meinem Mann erklärt hatte, dass ich Lust zum Bienenzüchten hätte, aber niemals „in die Puschen gekommen“ bin, hatte er mich zu diesem Vortrag geschleppt. Dort war beim ersten Sonnentag nach dem Winter alles hoffnungslos überfüllt. Stinkig und sauer wollte ich wieder verschwinden, ließ mich aber überreden, dort zu bleiben und beim Kaffeetrinken auf die Wiederholung des Vortrages um 10 Uhr zu warten.

Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Zum einen waren es nur noch knapp zehn Zuhörer und zum anderen war der Vortrag von Alfred Meixner sehr motivierend für mich bzw. für uns.

Nach einem kurzen Gang zu den Bienenstöcken auf dem Lohrberg waren wir uns sehr schnell einig, dass wir beide am angebotenen Praktikum des Frankfurter Imkervereins teilnehmen werden. Fast jeden folgenden Mittwoch fand dann um 17 Uhr im Frankfurter Wasserpark dieses Praktikum statt.

Unter Anleitung von Alfred Meixner, der Vorsitzenden des Frankfurter Imkervereines, haben wir dann viele der anfallenden Tätigkeiten geübt und gelernt bis hin zur Königinnenzucht.

Natürlich haben wir auch mehrere Ableger gebildet. Oft kam das Thema auf, woher jeder denn sein erstes eigenes Volk bekommen könnte. Eine Möglichkeit war, eines der Ablegervölker zu erwerben. Doch solange wollte ich nicht mehr warten und es war auch bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen ungewiss, ob ich eines davon abbekommen könnte.

Über das Internet habe ich dann Imker gesucht, die Völker verkaufen wollen. Bei den Ebay-Kleinanzeigen habe ich viele Anzeigen gefunden. Leider waren die angebotenen Ableger oft sehr weit entfernt oder in einem Rähmchenmaß, mit dem ich nicht arbeiten wollte oder es fehlte ein neues Gesundheitszeugnis. Nach langem Suchen fand ich dann eine Imkerin in der Nähe von Karlsruhe. Es entspann sich ein sehr schöner Email-Kontakt und daraus resultierte die Zusage, ich könnte drei Ableger übernehmen, wenn sie soweit wären. Soweit sein hieß, dass das Volk stark genug für eine Abgabe und Umzug ist.

Zwischenzeitlich habe ich in Schlüchtern die Beuten bestellt. Für die Nicht-Imker: Beuten sind die „Häuser“ eines jeden Bienenvolkes. In Schlüchtern werden sie von einer Behindertenwerkstätte gebaut. Aus den Erfahrungen des Praktikums heraus habe ich mich für das Zandermaß entschieden. Zum Start habe ich drei komplette Holzbeuten mit allem nötigen Zubehör und hundert Rahmen zum Einhängen bestellt.

Für Nicht-Imker: so eine Beute besteht aus mehreren Teilen: zuunterst steht der Boden mit dem Flugloch, der „Haustür“ zum Rest des Hauses. Der Boden ist nach unten offen und durch Drahtgitter gesichert. Auf diesen Boden kommen die „Zargen“. Sie stellen den eigentlichen Wohnraum der Bienen dar. In jeder Zarge werden Rähmchen gehängt. Diese sind mit einer Mittelwand aus Bienenwachs bestückt. Auf ihnen bauen die Bienen auf beiden Seiten der Wand ihre Waben. Zehn Rahmen passen in eine Zarge hinein. Je nach Stärke und Größe des Volkes kommt auf diese erste noch eine zweite Zarge mit Rahmen. Um später Honig zu ernten, fügt man eine dritte Zarge mit Rahmen hinzu. Zwischen die zweite und dritte Zarge wird ein Absperrgitter gelegt. Seine Maschen sind so weit, dass die Bienen gut durchschlüpfen können und so eng, dass die Königin nicht hindurch kommt. Auf diese Weise wird verhindert, dass im Honigraum die Königin ihre Eier ablegt und Brut entsteht.

Inzwischen hatten wir ein riesiges Glück. Wir wußten noch nicht, wo wir unsere Bienen aufstellen konnten. Durch Zufall ergab es sich, dass in unserem Neubaugebiet eine Interessengemeinschaft von der Stadt Frankfurt die Betreuung einer Streuobstwiese übernommen hatte. Als ich davon erfuhr und nachfragte, lief ich nur offene Türen ein. Vom Vorstand wurden Bienenzüchter gesucht…. So wurden wir uns schnell und unkompliziert einig.

Auf dem Gelände dieser Streuobstwiese bereiteten wir den Unterbau für die Beuten vor, ebneten das Gelände ein wenig ein, stellten Steine aus Beton auf, legten waagerecht Balken darüber, auf die die Beuten dann später gestellt werden sollten.

Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen
Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen

Am 8. Juni 2013 war es dann soweit. Spät am Nachmittag sind wir nach Nordbaden gefahren, im Kofferraum die leeren Beuten, um die neuen Bienen, unsere Bienen, zu holen. Wir haben je Beute zehn Rahmen erhalten, die gut mit Brut und Bienen besetzt waren. Um die noch draußen fliegenden Bienen nicht alleine zurückzulassen, haben wir noch eine Stunde gewartet, damit sie gleich in ihr neues Zuhause fliegen konnten.

Gegen 23 Uhr waren wir mit ihnen daheim und haben sie auf einer Streuobstwiese aufgestellt. Im Dunkeln trugen wir die Beuten zu ihrem zukünftigen Standort. Hierbei geschah es, nachdem ich die Fluglöcher geöffnet hatte, dass ich quasi zum Dank von einer Biene beim Bücken an einer äußerst empfindlichen Stelle am Allerwertesten gestochen worden bin.

 

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(c) Markus Schaufler von der IG Riedberg

 

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So sieht es dann nach einigen Wochen und dem Aufsetzen der zweiten Zarge aus. Die Bienen hatten sich kräftig vermehrt und brauchten mehr „Wohnraum“.