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Jeden Sonnabendvormittag findet in Bozen ein wunderbarer Wochenmarkt statt. In den mediterranen Ländern haben Wochenmärkte eine andere Bedeutung als bei uns. Neben dem üblichen Obst und Gemüse gibt es hier zusätzlich viele andere Dinge des täglichen Bedarfs. Im Grunde ist es hier wie in einem großen open air Supermarkt.

Wir sind nicht das erste Mal hier gewesen. Beim Schlendern durch die Gassen entdecken wir sowohl einen uns bekannten Imkerstand als auch einen für uns neuen mit lauter Bienenprodukten.

Der neue Stand nennt sich apifiemme.it

Lauter Tuben und Tiegel liegen hier aus. Insgesamt sind das wenig Bienenprodukte, wenn man mal von etwas Propolis absieht. Der Name erweckt in mir zunächst andere Erwartungen.

Der andere Stand vertreibt weiterhin seine Honige.

Hier gibt es viele verschiedene Honige, die zum Teil aus der Gegend stammen, zu einem kleineren Teil aber auch aus EU-Ländern. Auch, wenn er ansonsten relativ wenig verbreitet ist, hier gibt es auch Scheiben- oder Wabenhonig zu kaufen. In einer kleinen Plastikbox liegt ein rechteckiges Stück einer Honigwabe, die zum Teil sogar noch verdeckelt ist.

Der Vollständigkeit halber füge ich noch die Links zu beiden Betrieben an:

apifiemme.it

peterlini.eu

Scheibenhonig. Das Wort ist vielen Menschen bekannt. Meist dient es als vornehmer Ersatz wie "Scheibenkleister" für eine unanständiges Schimpfwort, das ebenfalls mit Sch.. beginnt.

Aber Scheibenhonig gibt es wirklich. Heute mittag haben wir ihn in Bozen auf dem Markt gefunden:

Waben- oder Scheibenhonig - Eukalyptus
Waben- oder Scheibenhonig - Eukalyptus

In kleinen Plastikboxen wird er verkauft und kostet vor Ort etwa 9 € je Packung.

Waben- oder Scheibenhonig - Akazie
Waben- oder Scheibenhonig - Akazie

Der Händler führte ihn je nach Herkunftsblütenart in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Waben- oder Scheibenhonig - Orange
Waben- oder Scheibenhonig - Orange

Scheibenhonig wurde früher oft in der Heide als Heidehonig verkauft. Um in den Korbbeuten der Heideimkerei an den Honig zu gelangen, mussten die Waben herausgeschnitten werden. So wurden sie scheibenweise verkauft.

Per Definition wäre das allerdings ein Wabenhonig: aus dem Naturbau der Bienen (auch Wildbau genannt) werden ausgeschnittene Stücke samt umgebendem Bienenwachs verkauft.

Beim Scheibenhonig sind die Waben jedoch auf einer zuvor eingesetzten Mittelwand (aus Bienenwachs) gebaut. Sie werden zur Ernte und zum Verkauf aus den Rahmen geschnitten. Wie die Bilder zeigen, können die einzelnen Waben unverdeckelt oder verdeckelt sein.

Übrigens ist die für ein Kilogramm Honig benötigte Menge an Bienenwachs äußerst gering: es reichen 40 Gramm Wachs völlig aus, um diese Menge aufzunehmen. Daran sieht man wieder einmal, wie effizient und sparsam es in der Natur zugehen kann.

 

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