Sonnenwachsschmelzer – Wachskreislauf

Ende März 2017 hatte ich einen Sonnenwachsschmelzer auf der Streuobstwiese aufgestellt. Wochenlang tat sich darinnen nichts, doch jetzt, nachdem die Temperaturen angestiegen sind, gibt es erste brauchbare Ergebnisse.

Bild mit einer Wärmekamera
Bild mit einer Wärmekamera

Heute nachmittag war es draußen laut Thermometer über 30 Grad warm. Mit der Wärmekamera habe ich die Temperatur von außen über derlichtdurchlässigen Abdeckung des Sonnenwachsschmelzers bestimmt. Wie auf den beiden Bildern oben zu erkennen ist, waren es dort über 36° C gewesen.

Nachdem ich den Deckel und die eingehängten Rahmen entfernt hatte, sah es folgendermaßen aus:

Auffangwanne für Bienenwachs

Geschmolzenes Wachs hat sich in einer Auffangwanne (im Bild oben) gesammelt. Die Wanne selber stand äußerlich in einem Fuß aus Flüssigkeit, ebenso innen das genannte Wachs. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich um Honig, der aus den Waben freigesetzt worden ist. Zum Hintergrund: ich schmelze hier gerade sehr viele Waben ein, die aus im Winter abgestorbenen Völkern stammen. In deren Beuten waren unter anderem auch noch viele Futterwaben mit Honig. Aus seuchenhygienischen Gründen werden diese Waben nicht wieder verwendet und in andere Völker eingehängt, sondern komplett eingeschmolzen und somit entsorgt. Erst nach gründlicher Reinigung und Desinfektion gelangen sie wieder in Bienenbeuten.

Reste auf dem Metallboden des Sonnenwachsschmelzers. Die Auffangwanne steht unten.

In den zu schmelzenden Waben sind neben den Futterresten auch noch Reste von den Häutungsvorgängen der Bienen gewesen. Jeder Imker kennt das Phänomen, dass die Waben im Laufe der Zeit immer dunkler und unansehlicher werden. Diese Farbveränderung stammt von den vielen Häutungen der in den einzelnen Waben geschlüpften Bienen. Während das Wachs um sie herum ausgeschmolzen wird, bleiben diese Reste übrig. Sie fallen teilweise auf den Metallboden herab. Dort werden sie durch ein Trenngitter jedoch daran gehindert, in die Wachsauffangwanne zu gelangen. Der Großteil dieser Reste bleibt allerdings in den Waben hängen. Von dort werden sie mechanisch entfernt. Bei ihrem Anfassen und Berühren sind an manchen Stellen die papierartige Beschaffenheit zu spüren.

Wachsklumpen und Häutungsreste in den ausgeschmolzenen Waben
Übriggebliebene Häutungsreste

Gegenüber dem Dampfwachsschmelzer hat dieses Verfahren einen Vorteil: diese Reste stinken nicht so intensiv und sind damit wesentlich nasenfreundlicher. Beim Ausräumen war übrigens sowohl an den Häutungsresten, mehr aber noch an den anklebenden Wachsresten eine recht hohe Temperatur an den Fingern zu verspüren. Allerdings nicht so hoch, dass nicht mehr anzufassen waren.

Die Ausbeute an Wachs war im Sonnenwachsschmelzer relativ gering. Im Dampfwachsschmelzer erschien sie mir wesentlich höher zu sein. Darüber werde ich später berichten.

Ausbeute an Bienenwachs aus dem Sonnenwachsschmelzer

Dampfwachsschmelzer – Wachskreislauf und Ekel

Das Ausschneiden der Drohnenrahmen zur biologischen Bekämpfung der Varroamilben fand ich ja schon recht unangenehm bis eklig, wenn es beim Ausschneiden der verdeckelten Zellen plötzlich weiß in alle Himmelsrichtungen zu spritzen beginnt, sobald ein Messer die Maden zerschneidet. Das alles ist aber nichts gegen das Schmelzen mit einem Dampfwachsschmelzer.

Aus alten Waben lässt sich das darin enthaltene Bienenwachs wiedergewinnen und nach Aufarbeitung zu Mittelwänden gießen. Sofern man auf diese Art und Weise sein eigenes Wachs wieder verwerten kann, hat man einen geschlossenen Wachskreislauf. Der Vorteil dessen ist, dass die eigenen Bienen dieses Wachs produziert haben. Weil der Imker weiß, was er in seinen Beuten hat, wie und womit er seine Bienen und Varroamilben behandelt hat, kann dieses Wachs rückstandsfrei von Pestiziden und Chemikalien sein. Somit ist es wertvoller als zugekauftes fremdes Wachs, dessen Herkunft unbekannt ist. Es ist reinstes Bienenwachs ohne (betrügerische) Zusätze wie Paraffin in sogenanntem Bio-Wachs wie es im letzten Winter 2016/2017 oft der Fall war.

Das klingt alles gut und vernünftig. Aber es ist mit viel Arbeit verbunden. Das Wachs in den vorhandenen Rahmen muss zuerst eingeschmolzen und gesammelt werden. Hierzu kann man sich der Hilfe der Sonne bedienen und einen Sonnenwachsschmelzer einsetzen. Hierüber hatte ich bereits vor wenigen Wochen berichtet. Der Vorteil dieses Schmelzertyps ist, dass er keine Fremdenergie benötigt. Sein Nachteil: er funktioniert nur, wenn die Sonne scheint und wenn es draußen dadurch sehr warm ist. Unsere erstmal so eingesetzten Rahmen sind bis heute noch nicht geschmolzen.

Aus diesem Grund und weil wir durch die Winterverluste 2016/2017 eine große Menge an Rahmen mit Wachs besitzen, habe ich umgesattelt und einen Dampfwachsschmelzer gekauft. Mit ihm bin ich vom Sonnenschein und den Außentemperaturen unabhängig, könnte also auch im tiefen Winter Wachs einschmelzen.

Am 17.5.2017 hatte ich das Gerät erstanden und wollte es nachmittags bereits einsetzen. Doch hatte ich Pech gehabt: ein spezielles Stromanschlusskabel für den Dampferzeuger war leider nicht mit dabei. Auf mein Nachfragen beim Händler wurde es umgehend per Post nachgesandt, war sehr schnell angekommen und ich konnte am Sonntagmorgen, 21.5.17, meine ersten Schmelzversuche starten.

Der Schmelzer besteht aus einer runden Metalltrommel, die in ihrem Inneren bis zu 12 Rahmen aufnehmen kann. Der nötige Dampf und damit die Hitze wird extern in einem eigenen Dampferzeuger produziert und über einen Schlauch durch den Deckel von oben in die Trommel geleitet. Am Boden ist ein Auslaufstutzen, durch den später das Gemisch aus Wachs, Wasser und Dampf nach außen fließen kann. Die Rahmen stehen dabei senkrecht in einem Siebkorb, der die festen Rückstände auffängt und nicht hindurch lässt.

Dampfwachsschmelzer (vorne links) und Dampferzeuger (hinten rechts)
Das Innere des Dampfwachsschmelzers. Die beiden Griffe gehören zum Siebeinsatz

Soweit so gut. Die Trommel wurde befüllt, ebenso der Dampfgenerator mit vier Litern Wasser, der Schlauch durch eine passende Deckelöffnung in das Innere geführt. Dann ging es los. Unter den Ausflussstutzen stellte ich einen blauen 10-Liter-Eimer. Nach etwa 30 Minuten floss das erste Wachs heraus.

Es sammelte sich an der Oberfläche des Wassers im Eimer.

Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in den Rahmen waren noch reichlich Nektarvorräte vorhanden. Alle diese Rahmen stammen aus Beuten, deren innewohnende Völker im letzten Winter gestorben sind. Aus hygienischen Gründen werden deshalb alle zugehörigen Rahmen eingeschmolzen und wie die zugehörigen Zargen anschließend gereinigt, im Idealfall desinfiziert, um keine Krankheitserreger  auf spätere neue Völker zu übertragen.

Die Mengen an flüssigem Wachs, Nektar und kondensiertem Dampf waren deutlich mehr als der Eimer fassen konnte. Bei einem Wechsel der Gefäße bin ich dann leider mit dem vollen Eimer gegen eine Stuhllehne gestoßen, so dass ein Teil des Inhalts als feuchte, flüssige, süße und klebrige Masse übergeschwappt und auf den Stuhl und den Fußboden geflossen ist. Mit anderen Worten: Schweinerei pur. Nach dem Erkalten haben sich recht schnell Bienen auf das süße Gemisch gestürzt, versucht es aufzunehmen und abzutransportieren. Wobei der Fleck nicht merklich kleiner geworden ist.

Mit diesem Pech fand die Premiere statt. Doch damit noch nicht genug. Nach dem Ausschalten und Abkühlen wollte ich die leeren Rahmen entnehmen. Leider waren sie keineswegs leer, sondern enthielten noch die Reste der Bienenentwicklung. Auf dem Boden lagen lauter dampfgegarte Drohnenmaden, in den Rahmen klebte eine dunkle schwarze widerlich stinkende Masse von Puppenhäuten, die das Innere der ursprünglichen Waben ausgefüllt haben.

Jeder Imker kennt das Phänomen, dass das Wachs in den Rahmen im Lauf der Zeit immer dunkler und unansehnlicher wird, bis es dunkelschwarz geworden ist. Diese Färbungen werden durch die im Inneren verbliebenen Häutungsreste der Maden und Puppen verursacht. Deshalb sagt man ja auch, dass Waben, die älter als drei Jahre sind, konsequent ausgetauscht und entsorgt werden sollen. Wabenerneuerung und Wabenhygiene heißen die Stichworte hierzu. Allerdings besitzen wir solche dunkeln Waben gar nicht mehr, weil diese bereits vorher über den Hausmüll in der Müllverbrennungsanlage vollständig entsorgt worden sind.

Reste in den Waben
Reste aus den Waben. Einzelne Häutchen sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Das gewonnene Wachs enthält noch immer Verschmutzungen. Die meisten hängen an der Unterseite der erkalteten Platte. Einige lassen sich unter fließendem Wasser abspülen. Trotzdem muss dieses Wachs in einem zweiten Schritt noch einmal erhitzt und zum Schmelzen gebracht werden.

Das gewonnene Wachs im ersten Schmelzvorgang.

Damit es sich dann endgültig klärt, wendet man einfache Physik an. Das gesamte Wachs wird mit etwas Wasser vermischt und in einem Wasserbad erhitzt. Sobald es darin geschmolzen ist, beginnt die erste physikalische Trennung. Der Schwerkraft folgend sinken die schwereren Teilchen zu Boden. Weil Wachs leichter als Wasser ist, bleibt es an dessen Oberfläche und schwimmt dort. Wenn das Abkühlen bewusst sehr langsam erfolgt, trennen sich somit in der Zeit das Wachs und die Verunreinigungen. Als erstarrte Scheibe kann es nach dem Erkalten von der Oberfläche gelöst werden. Das restliche Wasser mit den Trubteilchen wird anschließend entsorgt.

Wachs aus dem zweiten Schmelzvorgang vom 21.5.2017

Im dritten Schritt kann das so gewonnene Wachs entweder selbst eingeschmolzen und zu Mittelwänden gegossen werden oder es wird zu einem Händler gegeben, der diese Arbeit dann übernimmt. Hierzu gibt es inzwischen immer mehr Händler, die dem Imker das eigene Wachs aufarbeiten und zurücksenden, ohne es mit anderen Wachsen zu vermischen.

Unser eigener Wachskreislauf beginnt in diesem Jahr

Die große Zahl an Völkerverlusten hat uns in diesem Jahr dazu genötigt, die Rahmen aus den  verlassenen Bienenbeuten aus hygienischen Gründen nicht wieder zu verwenden, um auf diese Weise keine Bienenkrankheiten innerhalb unserer Bienenstöcke zu übertragen. Das in den Rahmen enthaltene Wachs wird statt dessen vollständig eingeschmolzen.

Nicht nur deshalb haben wir uns vor wenigen Tagen einen Sonnenwachsschmelzer zugelegt und auf der Streuobstwiese bereits aufgestellt. Um einen eigenen Wachskreislauf zu starten, war dieser Schritt längst überfällig gewesen. Dreizehn Rahmen im Zanderformat passen in ihn hinein. Sobald die Sonne intensiv genug scheint, beginnt in seinem Inneren die Wachsschmelze.

Sonnenwachsschmelzer 26.03.2017

Das dann abtropfende Wachs läuft in eine teflonbeschichtete Wanne am tiefsten Punkt des Schmelzers. Dort wird es entnommen und gesammelt. Sobald genügend Wachs auf diese Weise zusammengekommen ist, muss es noch weiter aufbereitet werden. Dieses Wachs enthält noch immer eine große Menge an Fremdkörpern und Fremdstoffen wie Häutungsreste, Puppenreste, Pollen oder Honig. Im Wasserbad wird es in einem Metalleimer erneut eingeschmolzen und anschließend gefiltert. Dieses gereinigte Bienenwachs wird danach zur Wiederaufbereitung verschickt und kehrt in Form neuer Mittelwände zu uns zurück. Diese Mittelwände werden später wieder in unsere Rahmen eingelötet und von den Bienen als Start zum weiteren Wabenbau genutzt. Damit schließt sich der Kreis. Wir benötigen dann kein fremdes Wachs mehr von außerhalb.

Unser zu schmelzendes Wachs wird in zwei Gruppen eingeteilt. Einerseits wird  es aus den Beuten der toten Völker gesammelt. Theoretisch könnte es noch mit den Krankheitserregern belastet sein, an denen die Völker zuvor gestorben sind. Die andere Gruppe nenne ich einfach mal Bio-Wachs. Hierbei handelt es sich um das beim Entdeckeln der Honigwaben gewonnene Material und um den Wildbau aus den Drohnenrahmen. All dieses Wachs ist ohne Hilfe von Mittelwänden direkt von den Bienen produziert worden. Damit ist es weitgehend frei von Schadstoffen und ungleich wertvoller als das der anderen Gruppe.

 

Vom Drohnenrahmen zum eigenen Wachskreislauf. Eine nüchterne Bilanz

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört – eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer
Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Honigräume aufgesetzt

Im Moment explodiert es fast in unseren Bienenbeuten. Teilweise ist kaum noch Platz in den beiden Zargen vorhanden, weil die Bienen sehr viel Nektar eingetragen haben und fest am Brüten sind. Bei den ersten Völkern haben wir bereits jetzt die Bau- oder Drohnenrahmen eingehängt. Das sind leere Rahmen ohne Mittelwände. Die Bienen bauen dort Waben für die Drohnenaufzucht. Sobald deren Brut verdeckelt ist, werden die Rahmen vom Wachs und der Drohnenbrut befreit, ausgeschnitten. Der leere Rahmen wird anschließend wieder zurückgehängt. Das entnommene Material landet in der Tiefkühltruhe, damit die darin enthaltene Brut abgetötet wird. Anschließend wird das Wachs eingeschmolzen und später wieder aufbereitet als Mittelwand neu verwendet. Damit haben wir einen eigenen Wachskreislauf begründet.

Die erfreuliche Situation  hat uns heute bewogen, bei einigen Völkern schon sehr früh im Jahr  als dritte Zarge Honigräume aufzusetzen.

Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen

Bei insgesamt fünf Völkern haben wir diesen Schritt unternommen. Aufgesetzt wurden in der dritten Zarge jeweils 10 Rahmen mit Mittelwänden. Als Starthilfe habe ich je einen Rahmen mit ausgebauten leeren Waben benutzt. Sie stammen vom Honigschleudern aus dem letzten Jahr .

Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen

Neben diesem erfreulichen Teil gab es leider auch das Gegenteil. Auf beiden Bildern ist das einzargige Volk mit dem gelben Anflugbrett zu sehen. In ihm ist keine Königin und folglich auch keine Brut zu erkennen gewesen. Wir hatten für heute Morgen geplant, dieses Rumpfvolk auf ein anderes stärkeres aufzusetzen und so zwei Völker zu vereinigen. Nach der Durchsicht dieses Volkes haben wir uns dann aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Auf den rechtsseitigen Rahmenoberträgern waren Durchfallreste zu erkennen. Das Volk ist ist eh nicht mehr sehr stark, so dass wir es nun sterben lassen. Die leere Beute wird anschließend innen gereinigt und ausgeflämmt, um mögliche Keime restlos abzutöten. Es ist wie im Kinderlied von den 10 kleinen Afroamerikanerlein (politisch korrekt formuliert!): jetzt sind es nur noch 8.

Für uns ist es erstaunlich wie sehr in den Beuten die einzelnen Rahmen mit Nektar und Honig bereits gefüllt sind. Wir sehen mit unseren Augen nur wenige Blüten, Die Bienen sind uns hierbei mit ihren Sinnenorganen weit überlegen. Woher sollte sonst dieser riesige Eintrag (Tracht) bereits gekommen sein.

 Zwei Blüten stelle ich hier vor, die Bilder stammen vom 11. April 2015:

Apfelblüte April 2015
Apfelblüte April 2015
Kirschblüte April 2015
Kirschblüte April 2015

 

Eigener Wachskreislauf – Der Anfang

Schon früh habe ich dieses Wort vom eigenen Wachskreislauf gehört. Viele Imker erzählen davon, doch wohl nicht allzu viele praktizieren ihn.

Auf einem Lehrgang in diesem Jahr bin ich für mich darauf gekommen, den eigenen Wachskreislauf zu versuchen.

Der Hintergedanke hierbei: zur Behandlung der Varroamilbe haben wir in jede Beute zwei Drohnenrahmen, jeweils an den Positionen 2 und 9 im oberen Brutraum gehängt. Diese Rahmen werden regelmäßig ausgeschnitten und leer wieder eingehängt. Dieses Verfahren dient dazu, die Menge der Varroamilben in einem Bienenvolk deutlich zu reduzieren. Zum Thema Drohnen(bau)rahmen folgt ein eigener Blogbeitrag.

Das gewonnene Material friere ich bei -18° in einer Schublade unseres zweiten Gefrierschrankes ein. Dadurch kann ich über einige Zeit das Wachs ansammeln.

 

                

Frisch ausgeschnittene Waben aus dem Drohnenrahmen im Eimer.                             Tiefgefrorene Waben in der Schublade des Gefrierschrankes

 

Ist genügend Material vorhanden, wird es eingeschmolzen. Hierzu habe ich mir einen billigen elektrischen Einweck- oder Dampfkochtopf gekauft. Die Temperatur ist stufenlos von 30 bis 100 Grad regelbar.

Fünf Liter Wasser erhitze ich im Topf auf 70 Grad Celsius. Die Schmelztemperatur des Bienenwachses liegt bei 62 bis 65 Grad Celsius. Sobald das Wasser heiß genug ist, gebe ich portionsweise die Masse aus Waben, Drohnenbrut und Honig dazu. Damit es wegen des tiefgefrorenen Materials schneller geht, hatte ich die Solltemperatur dann doch auf 90 – 100 ° C eingestellt. Bis sich das Wachs dann letztlich verflüssigt hatte, dauerte es etwa eine bis zwei Stunden. Auf der Oberfläche des Gemisches schwamm eine unansehnliche Mischung aus toten Maden, Fremdkörpern und Wachs.

Einen 20 Liter fassenden Baueimer stellte ich in die Badewanne und legte einen Jutesack als Filter hinein. Die heiße Wasser-Wachs-Maden-Mischung gossen wir zu zweit in den Sack. Nach wenigen Minuten hob ich ihn an, setzte ihn in einen zweiten Eimer zum Abtropfen. Die verbleibende heiße Flüssigkeit enthält sowohl geschmolzenes Wachs, als auch Honig und diverse Trub- und Schwebstoffe. Beim langsamen Abkühlen setzen sie sich ab. Da Wachs leichter als Wasser ist, schwimmt es nach geraumer Zeit oben und bildet beim Erkalten eine feste gelbe Schicht. An der Unterseite hängt noch ein Schmierfilm, den ich mit einem Spatel entfernen konnte.

            

Links die frische heiße Wachsschicht, in der Mitte das Wachs am nächsten Morgen nach dem Erkalten und Aufbrechen, rechts eine Platte von der Seite

 

Die erkaltete Wachsschicht ist etwa 7 mm dick und wiegt 318 Gramm. Es ist die Ausbeute von etwa vier bis sechs Wochen und stammt nur aus den ausgeschnittenen Drohnenrahmen. Weil diese leer in die jeweiligen Zargen gehängt werden, müssen die Bienen das Wachs aus ihren eigenen Wachsdrüsen hergestellt haben. Dieses Wachs ist somit völlig biologisch und unbelastet von Schadstoffen. Ich sammle es und schicke es später ein, damit daraus meine neuen Mittelwände hergestellt werden können. Das wäre eine Möglichkeit in eine biologische Imkerei einzusteigen.

 

 

 

Bienenbart – Drohnenrahmen – Varroakontrolle

Ostern 2014

Wir waren heute bei den Bienen sowohl auf der Streuobstwiese als auch im Rapsfeld gewesen. Während auf der Streuobstwiese im Volk 1 der Honigraum noch immer nicht ausgebaut worden ist, war das im Rapsfeld anders. Volk 3 (gelbes Anflugbrett) baut die Mittelwände im Honigraum klar erkennbar aus.

Volk 2 (blaues Anflugbrett) haben wir nicht im Inneren angeschaut. Außen hingen viele Bienen wie eine Traube. Die Flügel schlugen heftig. Beim Einsprühen mit Wasser zogen sie sich in die Beute zurück, kamen jedoch bald wieder heraus. Wenn die Bienen außen an der Behausung hängen und teilweise recht große Trauben bilden, nennt man das einen Bienenbart. Den Bienen war es innen schlicht zu warm. Deshalb sind sie an die kühlere Luft gegangen.

Die Völkerkontrolle haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt. Lediglich den Varroaschieber,, die Windel, hatten wir uns angesehen.

Später, am Abend,  bin ich nochmals ins Rapsfeld gefahren. Die Bienen waren dann wieder zurückgewandert. Aus beiden Völker habe ich jeweils einen der beiden Drohnenrahmen entfernt, ausgeschnitten und wieder leer eingehängt.

 Drohnenrahmen

Imkerlich ist dieses ein Kunstgriff. Ein Volk besteht aus den drei Wesen Biene (weiblich), Königin (weiblich) und Drohne (männlich). Die Entwicklungszeiten für die drei Wesen sind unterschiedlich lang. Die einzelnen Wabenzellen für diese Wesen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Königin schlüpft in einer tropfenförmigen Weiselzelle, die Bienen und Drohnen in sechseckigen Waben. Lediglich die Größe der Waben ist bei den Drohnen um 1 mm größer als bei den Bienen.

In jedem Volk leben inzwischen neben den Bienen auch die Varroamilben. Sie bevorzugen zur Entwicklung von Nachkommen die Drohnenzellen und Drohnenbrut. Diese Eigenschaft nutzen Imker aus, um die Zahl der Milben im Volk klein zu halten. Hängt man einen leeren Rahmen in ein Volk, wird er mit Drohnenzellen ausgebaut, in denen Drohnen heranwachsen sollen. Bis ihre Brut nach der Eiablage verdeckelt ist, dauert es 9 Tage. Am 10. Tag wird die Made verdeckelt und entwickelt sich zur Vorpuppe und Puppe. Im Idealfall sollte man die Drohnenbrut alle 9 Tage deshalb entfernen.

Durch die Wegnahme der Drohnenbrut werden viele Milben mit entfernt. Damit sind sie nicht mehr im Volk und können dort kein Unheil anrichten.

Viele Imker hängen die entnommenen Rahmen draußen auf und geben sie den Vögeln zum Fraß. Die Maden sind ein Festfutter für Vögel. Leider bleiben dadurch aber die Varroamilben erhalten und können erneut in das Bienenvolk gelangen. Damit ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv.

Deshalb schneiden wir den gesamten Rahmeninhalt aus und frieren ihn bei -18° C ein. Die Kälte tötet sowohl die Milben als auch die Maden ab. Wenn auf diese Weise genügend Material zusammengekommen ist, wird dieses Gemisch aus Wachs, Maden und Milben eingeschmolzen. Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte trennen sich die Einzelbestandteile. Mit dem so gewonnenen Wachs beginnen wir einen eigenen Wachskreislauf. Dieses Wachs ist originär von unseren Bienen hergestellt worden und dadurch absolut rückstandsfrei. Wir schmelzen es später ein und bilden daraus unsere eigenen Mittelwände.

Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)
Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)

 

Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.