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Mir scheint, dass ich es in diesem Jahr mit den Königinnen habe... Heute erfolgt wieder ein Bericht über sie.

Bei der EZB betreue ich drei Völker. Von allen habe ich vor 10 Tagen je zwei Rahmen gezogen und diese zu einem Sammelbrutableger vereint. Bei dieser Aktion habe ich natürlich streng darauf geachtet, dass ich die - grün markierte - Königinnen nicht mit aus den Bienenvölkern entferne. Um dabei sicher zu sein, muss ich die Königin gesehen haben. Das ist auch der Fall gewesen.

Für die entnommenen Rahmen habe ich Mittelwände eingefügt. Diese sind bei der heute erfolgten Kontrolle allesamt gut ausgebaut. In den Beuten ist dadurch wieder Platz für die Brut geworden.

Lediglich im dritten Volk habe ich keine Eier gefunden, wohl aber Larven in unterschiedlicher Größe. Demnach muss die Königin noch vor wenigen Tagen in ihrem Volk vorhanden gewesen sein.

Umso erstaunlicher ist für mich die Überraschung, dass ich bei der Rahmendurchsicht insgesamt acht (!) verdeckelte Weiselzellen entdecken musste. Genau genommen sind es nur sieben vollständig verdeckelte und eine noch unten offene Weiselzelle. Mit anderen Worten: die Bienen haben versucht sich eine Königin nachzuschaffen. Auch bei sorgfältiger Kontrolle habe ich keine Königin mehr im Volk finden können.

Die Menge der vorhandenen Bienen hat im Vergleich zur letzten Durchsicht nicht abgenommen. Ein Abschwärmen hat demnach nicht stattgefunden. Was bleibt also an Möglichkeiten übrig?

Theoretisch könnte ich die Königin doch mit in den Ableger genommen haben. Dagegen sprechen die noch relativ kleinen Larven. Sie sind keine Woche alt. Die Königin muss also noch vorhanden gewesen sein. Ebenso könnte ich beim Hantieren die Königin zerdrückt haben. Aber hier sprechen die vorhandenen kleinen Larven dagegen.

Vielleicht wollten die Bienen ihre Königin einfach nicht mehr und haben von sich aus mit dem Bau von Nachschaffungszellen begonnen.

Ich zeige im Folgenden die Bilder von den oben erwähnten Königinnen- beziehungsweise Nachschaffungszellen.

Weiselzelle am eingehängten Drohnenrahmen

Weiselzelle am oberen Rand eines Rahmens

Weiselzelle und Spielnäpfchen am linken Rand eines Rahmens
Weiselzelle am linken Rand eines Rahmens
Weiselzelle
zwei Weiselzellen nebeneinander am oberen Rand eines Rahmens
Weiselzelle, dieses Mal rechts unten
Weiselzelle, noch nicht verschlossen. Eine Biene ist darin gerade zu Besuch

Was ist zu tun? Wie so oft heißt es ganz einfach: abwarten. Nachdem ich auch bei einer erneuten Kontrolle keine markierte Königin gefunden habe, kann ich - theoretisch - davon ausgehen, dass das weisellos ist. In diesem Fall kann ich die Nachschaffungszellen hängen lassen.

Eine neue Königin, die als erste schlüpft, kümmert sich quasi selbst um den Rest. Für die Nicht-Imker heißt das, die erste geschlüpfte Königin setzt sich durch und tötet ihre potentiellen Rivalinnen in deren Weiselzellen ab. Auf alle Fälle kommt es somit zu einer neuen Königin. Nach einem anzunehmenden Hochzeitsflug wird es noch ein paar weitere Tage dauern, bis die Eiablage wieder erfolgen wird. Also: früheste Kontrolle erst in zwei Wochen wieder.

Ein Bienenhaus besitzen wir zwar nicht, dafür aber viele Bienenstöcke. Aus ihnen zeige ich heute in diesem Beitrag einige Bilder und erläutere sie. Der größte Teil der Photos ist am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, entstanden.

Nach dem Öffnen einer Beute, fällt der erste Blick auf die Oberseite der eingehängten Rahmen.

Rahmenoberträger

Hier wimmeln und wuseln die Bienen scheinbar plan- und ziellos herum. Den Spalt zwischen den einzelnen Rahmen nennen wir Imker Wabengasse. In ihr hängen sich jeweils zwei Seiten zweier benachbarter Mittelwände gegenüber. Die Bienen haben ihre Waben auf die Mittelwände aufgebaut und somit den Abstand in der Wabengassen verringert, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Will man ein Bienenvolk untersuchen, durchsehen, wird dazu einer der beiden randständigen Rahmen herausgezogen und beiseite gestellt. In der Regel sind diese Randwaben eher die Futterwaben des Volkes, sozusagen die Speisekammer. Üblicherweise befindet sich das Brutnest in der Mitte einer Beute. Dementsprechend sind die Randwaben nicht bis kaum bebrütet.

Wir führen in diesem Jahr erstmals unsere Völker einzargig. Das heißt, es gibt nur eine Zarge, einen Brutraum. Entsprechend eng und voll ist es darin. Ab einer gewissen Volksstärke stellt man einen zweiten Brutraum auf diese Zarge. Darin kann sich das Bienenvolk dann nach oben hin ausweiten und vergrößern. Die Randwaben bleiben entsprechend dann oft leer oder dienen tatsächlich als Vorratskammer.

Bei der einzargigen Völkerführung ist es ein wenig anders. Bedingt durch die Raumnot, müssen die Bienen jeden sich bietenden Platz ausnutzen. Dies zwingt sie beispielsweise, sehr früh den Honig nach oben in einen aufgesetzten Honigraum zu transportieren und einzulagern. Dadurch entsteht im Brutraum wieder mehr Fläche für die Brut, den Nachwuchs.

Die Enge, der knappe Raum, zwingen uns dazu, die Völker konsequent und regelmäßig zu kontrollieren. Die Schwarmneigung ist hier möglicherweise höher als sonst. Also heißt es dann, mögliche Anzeichen hierfür frühzeitig zu erkennen und zu handeln.

Eines der Anzeichen ist die Bildung von Spielnäpfchen. Die Bienen bilden sie als Vorbereitung für ein mögliches Schwärmen, damit der verbliebene Völkerrest schnell wieder eine Königin bekommt, wenn das "alte" Volk ausgeflogen, abgeschwärmt ist. Das Schwärmen ist die Vermehrung eines Volkes als Ganzes, als Gesamtheit beziehungsweise als Gesamtorganismus. Auf diese Weise werden aus einem Volk zwei Völker.

Spielnäpfchen von oben

Die Spielnäpfchen sind halbkugelige Gebilde aus Wachs mit einer Öffnung nach unten. In Ihnen kann und soll eine neue Bienenkönigin gebildet werden.

Spielnäpfchen von unten

In der Regel hängen sie am unteren Rand der Waben. Eigentlich sollte es dann reichen, einen Brutraum an der einen Seite anzuheben, zu kippen, und so die Unterkanten der Rahmen sichtbar zu machen. Hier sollten die Spielnäpfchen dann leicht zu finden sein.

Das stimmt leider nicht immer. Oft sind sie versteckt angebracht und hängen mitten im Raum und unsichtbar von unten her. Deshalb funktioniert diese Kippkontrolle bei der einzargigen Völkerführung weniger gut als bei der zweizargigen Betriebsweise. Hier reicht es häufig aus, nur den oberen Brutraum anzukippen und nach den Spielnäpfchen Ausschau zu halten.

Nach dem Entfernen der Randwabe wird ein Volk systematisch Wabe für Wabe untersucht. Dazu werden die Rahmen einzeln herausgehoben und begutachtet.

Brutnest

So sieht eine Wabe aus, bei der fast die gesamte Fläche bebrütet wird. Dieses Brutnest ist riesig. Von der Oberfläche her ist sofort zu erkennen, dass in den jeweiligen Zellen Arbeiterinnen entstehen werden. Drohnen und Königinnen haben andere Brutzellen.

Königinnen- beziehungsweise Weiselzellen sehen so aus:

Königinnenzellen

Die Königinnenzelle ist die größte Brutzelle in einem Bienenstock. Auf dem Bild oben sind sogar zwei Weiselzellen zu erkennen. Eine ist links unten im Bild, die andere wird etwas weiter nach rechts oben von anderen Bienen verdeckt. Dieses Volk hat plötzlich keine Königin mehr besessen. Bei der Bildung eines Ablegers habe ich sie versehentlich mit in das Ablegervolk genommen. Unsere Königinnen sind nicht markiert und ich habe nicht genügend aufgepasst bei der Ablegerbildung. Zum Glück sind genügend Bieneneier vorhanden gewesen. Aus ihnen haben die Bienen sofort diese und andere Königinnenzellen gebildet. Die erste geschlüpfte Königin tötet ihre möglichen Rivalinnen in den Zellen ab, bevor diese selber schlüpfen können. Es kann natürlich nur eine Primadonna geben! Die abgebildeten Weiselzellen sind solche, deren Inhalt von außen getötet worden ist. Das Schlupfloch einer Königin ist am unteren Ende zu finden. Hier jedoch nicht....

Königinnenzelle mit Schlupfloch

Während ich die Photos erstellt habe, ist es in der Beute zu einer "Kettenreaktion" gekommen. Mehrere Bienen haben sich zu Ketten formiert, die von einem Rahmen bis zur Beutenwand reichen.

"Kettenreaktion"

Dieses Verhalten beobachten wir bei den Bienen recht häufig. Bei dem Versuch einen Drohnenrahmen zu photographieren, bin ich mit der Einstellung der Kamera zu langsam gewesen. Zwischen dem Wildbau und dem Rahmenrand hing eine Kette aus vielen Bienen, die sich dann leider doch sehr schnell wieder aufgelöst hatte.

Drohnenrahmen - Baubeginn

Zwischen dem Rand des Rahmens und dem tropfenförmigen Wildbau hing zunächst eine Kette von Bienen, die etwa bis zum unteren Bildrand gereicht hat. Nur bin ich zu langsam gewesen. Während ich mit dem Einstellen der Kamera beschäftigt gewesen bin, hat die Kette sich rasch wieder aufgelöst.

Um den starken Befall eines Volkes mit der Varroamilbe zu verhindern, benutzen wir seit Jahren schon eine biologische Methode. Dazu hängen wir einen leeren Rahmen in das Bienenvolk ein. Die Bienen betreiben daran Wildbau. Tropfenförmig beginnen sie mit dem Aufbau ihres Wabenwerkes.

Drohnenrahmen - Beginn

Manches Mal starten sie auch gleichzeitig an mehreren Stellen.

Drohnenrahmen - Wildbau - Baubeginn

Oben ist der zweite Tropfen zu sehen, der erste hängt weiter links:

Drohnenrahmen - Baubeginn

Von hier aus füllen sie den Großteil des Rahmens mit Wachs aus. Die Zellen sind dabei um einen Millimeter größer. Damit weiß die Königin, dass sie hier nur unbefruchtete Eier ablegen soll. Aus ihnen entstehen die etwas größeren Drohnen, die männlichen Bienen. Ihre verdeckelten Zellen ragen wie Buckel hervor.

verdeckelte und unverdeckelte Drohnenbrut

Auf den Rahmen lassen sich manchmal leicht, manchmal weniger leicht, die Bieneneier erkennen:

Bieneneier - Stifte

Am Boden dieser offenen Zellen sind kleine weiße Striche zu erkennen. Das sind die Bieneneier. Die Königin steckt ihren Hinterleib senkrecht in die Zellen hinein. Deswegen stehen die gelegten Eier am Anfang auch senkrecht nahezu in der Zellenmitte. Dort ragen sie wie kleine Stifte empor. Wir Imker nennen diese Eier deshalb auch so: Stifte. Den Vorgang des Eierlegens nennen wir bestiften. Im Laufe der nächsten Tage neigen sich die Eier zur Seite. Nach drei Tagen schlüpfen aus ihnen kleine Maden, auch Larven genannt.

Offene Brut in allen Stadien

An anderer Stelle im gleichen Volk sind hier alle Stadien gut zu erkennen: die Eier, die klitzekleinen Rundmaden und die immer größer gewordenen Maden. Dieses Bild zeigt die offene Brut. Sobald die Maden groß genug sind, verdeckeln die Bienen die Zelle mit Wachs. In dieser verdeckelten Zelle reift die Made über mehrere Häutungen und Puppenstadien schließlich zu einer Arbeiterin heran, die nach genau 21 Tagen, ab der Eiablage, schlüpfen wird. Etwas weiter oben in diesem Beitrag sehen wir einen Rahmen mit der verdeckelten Brut.

Natürlich hätte es besser "bei Königinnens" heißen sollen, denn Könige gibt es bei den Bienen nicht. Während des heutigen Imkers, am 15. Mai 2020, haben wir wieder einige Besonderheiten gefunden.

Vor wenigen Wochen habe ich einen Ableger erstellt, in den ich eine Mittelwand mit mehreren verdeckelten Königinnenzellen gehängt habe. Diesen Ableger haben wir heute durchgesehen. Hierbei haben wir die übrig geblieben Reste der Zellen entdeckt.

Sind mehr als eine Königin in einem Volk in ihrer Entwicklung, geht die erste geschlüpfte unbarmherzig nach festem Schema vor und tötet die noch ungeschlüpften Rivalinnen ab.

Eine typische Weisel- beziehungsweise Königinnenzelle sieht so aus:

Wie ein Tropfen hängt sie vor den eigentlichen Waben und ist deutlich größer als eine normale Zelle. Die Spitze zeigt nach unten. Hierin entwickelt sich gerade eine Königin. Acht Tage dauert diese Zeit, dann schlüpft sie an der untersten Spitze heraus..

Nahezu kreisrund wird das untere Ende abgefressen, so dass die Königin herausschlüpfen kann. Kaum ist sie draußen, geht es zu den möglichen Rivalinnen. Sie werden regelrecht abgestochen.

Genau in der Bildmitte sind die Reste einer Königinnenzelle zu erkennen. Das untere ende sowie die linke Seitenwand sind noch vorhanden. Der Rest ist Geschichte. Hier ist eine Königin in ihrem "Schloss" umgebracht worden. Mich erinnert diese Wabe an eine archäologische Ausgrabung. Zu sehen sind nur die verbliebenen Reste. Aus ihnen können Rückschlüsse auf das mögliche Geschehen in der Vergangenheit geschlossen werden. In diesem Fall auf den Mord an einer potentiellen Königin.

Das Imkern und Arbeiten an Bienen lässt manchmal tolle Einblicke zu. So auch heute.

Vor einer Woche habe ich von einem Volk einen Ableger erstellt und hierbei doch nicht richtig aufgepasst: ich habe versehentlich die Königin mit in den Ableger genommen. Demnach ist das Muttervolk eine Woche ohne Königin gewesen. Bei seiner Durchsicht habe ich mich schon gewundert. Es gibt viel verdeckelte Brut, aber keine Eier zu sehen.

Am Ende der Durchsicht ist der Donnerschlag gekommen. Auf zwei Waben habe ich mindestens fünf verdeckelte Königinnenzellen gefunden. Nach dem ersten Erschrecken ist dann das Nachdenken gekommen.

Habe ich vor einer Woche etwa die Spielnäpfchen übersehen? Auszuschließen ist so etwas niemals. Allerdings habe ich selber nicht daran glauben gewollt. Als rettende Idee ist mir der versehentliche Mitnahmetransport der alten Königin gekommen. Überlegung: wenn das so stimmt, dann müßten ja im Ableger bereits Eier vorhanden sein. Also schaue ich im Ableger nach und werde sehr schnell fündig: frische Stifte sind dort zu sehen.

Bei einem normalen Ableger kann das aus biologischen Gründen gar nicht sein. Ergo: ich muss die Königin doch mitgenommen haben trotz sorgfältiger Kontrolle. Die Königin ist übrigens nicht gekennzeichnet....

Damit wird verständlich, dass die Muttervolkbienen sich sehr schnell eine Königin nachgezogen haben. Eier sind vor einer Woche ja reichlich im Volk vorhanden gewesen. Vom Ablauf her kommt es zeitlich auch gut hin: nach acht Tagen ab Eiablage sind die Weiselzellen bereits verdeckelt.

Weiselzellen in einem Volk

Genau so sieht es auch aus. Das Bild zeigt eine der beiden Waben mit den tropfenförmig nach unten hängenden Weiselzellen.

So sieht es in der Vergrößerung aus. Im Grunde ist dies ein phantastisches Geschehen, das ich hier sehen darf. Die Natur der Bienen regelt das von selber so schnell wie möglich. Dies ist sozusagen ein Einblick in die Kinderstube einer noch nicht einmal geborenen Königin.

Eine dieser beiden Waben mit den Weiselzellen habe ich entnommen und als Grundlage für einen Sammelbrutableger benutzt. Aus zwei anderen Völkern sind jeweils noch eine weitere Wabe mit offener und verdeckelter Brut sowie eine Futterwabe in den neuen Ableger gewandert.

Beide Kästen, den des Muttervolkes und den des Ablegers, gilt es nun für die nächste Zeit völlig in Ruhe zu lassen. Die Königinnen müssen darin heranwachsen. Das dauert ab jetzt noch etwa acht Tage bis zum Schlupf. Anschließend benötigt die neue Königin noch ein paar Tage bis sie zu ihrem Hochzeitsflug startet. Nach der hoffentlich erfolgreichen Rückkehr wird es ebenfalls noch ein paar Tage dauern bis sie in die erste Eiablage geht. Das heißt, dass in etwa zwei Wochen eine erste vorsichtige Völkerkontrolle wieder möglich sein dürfte. Gegebenenfalls ist es sogar sinnvoll, noch eine weitere Woche abzuwarten, um ganz sicher zu sein.

Diese beschriebenen Vorgänge laufen normalerweise im Verborgenen ab. Von daher ist es ein glücklicher Zufall, diesen Blick in die Kinderstube einer Königin werfen zu können. Nach der Eiablage dauert es acht Tage, bis eine Königinnenzelle komplett ausgebaut und verdeckelt ist. Anschließend macht die Made der zukünftigen Königin noch eine Metamorphose über verschiedene Puppenstadien durch, bis sie nach weiteren acht Tagen schlüpfen wird.

Hier haben wir nun sogar die Besonderheit, dass gleich mehrere Königinnen in der Entwicklung parallel vorhanden sind. Die erste, die schlüpft, wird dann später als eine der ersten "Amts"handlungen die noch nicht geschlüpften potentiellen Rivalinnen abtöten. Es kann nur eine Königin im Volk geben. Die Natur ist schon grausam.... Irgendwie erinnert das durchaus an den derzeitigen amerikanischen Präsidenten......

16. Juni 2019, morgens 7 Uhr. Es regnet. Schlechte Voraussetzungen zum Imkern, aber noch ist es noch etwas Zeit bis dahin. 10 Uhr. Es regnet noch immer. 10:20. Es hat aufgehört und der Boden trocknet bereits ab.

Um 10:45 bin ich mit allem nötigen "Gepäck" einschließlich meiner Kamera bei den Bienen auf der Streuobstwiese. Die Sonne scheint, die Wiese ist natürlich noch feucht. Zum Glück habe ich mir meine Gummistiefel angezogen.

Beim ersten Rundgang ist alles ruhig. Die Bienen schlafen mit Sicherheit nicht mehr, sind aber entweder noch nicht oder nur erst spärlich an den Fluglöchern und Flugbrettern zu sehen. Innerhalb weniger Minuten ändert sich das schnell. Kaum ist es trocken und nicht mehr bewölkt, sonnig, sind sie draußen und beginnen zu fliegen.

Wir haben uns heute nicht einmal so viel vorgenommen. Beim letzten Mal haben wir festgestellt, dass die Ableger hungern. Also sollen sie heute zusätzliches Futter erhalten.

Während ich an den Ablegern arbeite, geht Matthias zu den Wirtschaftsvölkern. Wir arbeiten parallel.

Die Ableger haben wir fast ausschließlich in normalen Zargen untergebracht. Beginnend mit drei Waben, füllen wir sie je nach Entwicklungszustand allmählich auf. Die zugesetzten Futtervorräte sind letzten Sonntag schon so gut wie aufgebraucht. Matthias hat ihnen deshalb jeweils eine Portion Futterteig zugegeben.

Beim Blick in die Beuten sieht es in der Tat recht trostlos aus. Die Speisekammern sind leer. Vom Futterteig sind nicht einmal mehr Reste zu finden. So kann sich der Ableger kaum zu einem starken Volk entwickeln. Aus unseren Vorräten habe ich deshalb weiteres Futter mitgebracht. Es ist ja in unserem eigenen Interesse, dass wir möglichst viele und möglichst starke Ableger und Jungvölker entwickeln, mit denen wir in den kommenden Winter gehen können.

Ableger in seiner Zarge
Futtersirup Apiinvert im Portionsbeutel

Die Oberseite dieses Portionsbeutel steche ich mehrfach mit einem sehr dünnen Nagel ein. Mit dieser Seite nach unten, wird der Beutel auf die Oberseite der Rahmen gelegt. Die Schwerkraft drückt den Sirup nach außen und die Bienen können das Futter einfach abnehmen.

Ableger mit Futtersirup

Dies sind jetzt 2,5 kg Zuckersirup, den die Bienen hier erhalten haben. Ich bin gespannt wie lange diese Menge ausreichen wird.

Ableger in seiner Zarge
gleicher Ableger mit aufgelegtem Futtersirup

Auf diese Weise habe ich fünf Ableger versorgt. Das reicht leider noch nicht aus, weil wir wesentlich mehr besitzen. Auf alle Fälle werde ich deshalb in den nächsten Tagen neues Futter besorgen für eine ausreichende Menge an Nachschub für alle Ableger sorgen.

Zum Spätsommer füttern wir unsere Bienen normalerweise auf die gleiche Weise mit einem festen Futterteig auf. Das ist bei den gebildeten Ablegern allerdings nicht sonderlich hilfreich. Ihnen fehlen noch die Flugbienen, die von außerhalb Wasser eintragen können. Also muss das Wasser per Futter gleich mit ins Haus geliefert werden.

Während ich an den Ablegern zugange bin, sieht Matthias einen Teil der Wirtschaftsvölker durch. Er fragt mich, ob wir noch einen Ablegerkasten übrig hätten. In einem Volk habe er einen Rahmen voller Weiselzellen entdeckt. Diese Weiselzellen sind vollständig verdeckelt. Wenn man die Entwicklungszeiten einer Bienenkönigin erinnert, sind diese Zellen in diesem Stadium bereits mindestens acht Tage alt.

Auflösung: auf dieser Wabe sind es zusammen auf der Vorder- und Rückseite zwanzig Weiselzellen gewesen. Alle verdeckelt und mit Puppen gefüllt.

Aus einem weiteren Rahmen, der vier Weiselzellen enthält, und entsprechenden Begleitrahmen mit Futter und Brut bildet Matthias einen neuen Ableger.

Ablegerkasten mit Weiselzellen innen

So viele Ableger wie in diesem Jahr haben wir schon lange nicht mehr gebildet. Wir werden sie hegen und pflegen, d.h. füttern und damit kräftig wachsen lassen. Zum Spätsommer kommt dann die Entscheidung, ob wir sie einzeln so belassen wie sie dann sind oder mit einem anderen Ableger zu einem doppelt so starken Volk vereinigen werden. Davon werde ich später berichten.

Noch ist die Schwarmzeit bei den Bienen nicht zu Ende. In einem anderen Wirtschaftsvolk habe ich bei der Kontrolle ein Spielnäpfchen gefunden, dass von den Bienen gerade zu einer neuen Weiselzelle umgebaut wird.

Vom Spielnäpfchen zur Weiselzelle

Das ursprünglich kugel- oder becherförmig aussehende Spielnäpfchen wird an seiner Wurzel bereits wabenförmig zur Königinnenzelle umgebaut. Das bedeutet, dass dieses Volk durchaus noch in Schwarmstimmung ist und wir aufpassen müssen, dass es nicht abschwärmt. Anfang bis Mitte Juli ist die Schwarmzeit in der Regel wieder vorbei. Bis dahin müssen wir noch aufpassen.

Neben dem oben erwähnten Volk steht ein vor kurzem gefangener Bienenschwarm. Bei seiner Durchsicht zeigt sich, dass alles in bester Ordnung ist. Dieses Volk ist stark, brütet kräftig, hat sämtliche ihm zugegebenen Mittelwände im Brutraum inzwischen voll ausgebaut. Auch in dem vor einer Woche aufgesetzten Honigraum sind die ersten Ausbauten im Gange.

Honigraum im Schwarmvolk

Der Blick in die Wabengassen, den Raum zwischen den einzelnen Rahmen, im Honigraum offenbart, dass auch hier kräftig gebaut wird. Die ersten Zellen sind bereits mit Nektar gefüllt.

In der Reihe dieser Völker stehen ebenfalls noch zwei Ableger. Bei einem habe ich einen kuriosen Wildbau entdeckt. Von der Abdeckfolie ausgehend wächst ein Tropfen mit Zellen nach unten.

Wildbau an Abdeckfolie, stehend
Wildbau an Abdeckfolie, hängend wie im Original

Dieser Wildbau hängt unmittelbar neben der letzten Wabe von der Decke im freien Raum.

Auf unserer Streuobstwiese blüht es zur Zeit kräftig. Eine Blüte ist mir dabei besonders aufgefallen:

Blüte auf unserer Streuobstwiese: orangerotes Habichtskraut

Daheim habe ich sogleich mein Bestimmungsbuch zu Rate gezogen. Es handelt sich hierbei um das orangefarbene Habichtskraut. Laut Information aus dem Bestimmungsbuch kommt es wild ziemlich selten vor. Von daher dürfen wir uns glücklich schätzen, diese seltene Pflanze bei uns zu haben.

Schwarm Teil 2

Gestern Abend hat sich die Situation bei den geschwärmten Bienen erwartungsgemäß schnell beruhigt. Noch vor der Dämmerung sind die Bienen in der Beute gewesen, die Herr T. dann verschlossen hat.

Leere Kiste nach Einlaufen der Bienen in die Beute

Heute, 30.05.2019, bin ich erst gegen 12 Uhr dort aufgeschlagen, um den Schwarm samt Beute abzuholen.

Verschlossener Schwarm

Bei dieser Gelegenheit will ich gleich in die drei dort stehenden Beuten sehen und eine Völkerkontrolle durchführen. Theoretisch hätte der Schwarm auch von dem einen dort aufgestellten Volk sein können. Dagegen spricht für mich allerdings der unverändert rege Betrieb am Einflugloch. Hier sieht es nicht so aus, als ob dem Volk ein großer Teil der Bienen fehlen würde. Nicht nur aus diesem Grunde schaue ich in die dort stehenden Völker hinein.

Der Honigraum des Wirtschaftsvolkes ist schon recht schwer und dürfte so ca. 15 bis 20 kg wiegen. Der obere Brutraum ist mit Bienen gefüllt. Bei der Kippkontrolle entdecke ich beim ersten Blick bereits ein Spielnäpfchen und eine Weiselzelle an der Rähmchenunterseite. Das ist der nun wichtige Grund dieses Volk genauer anzusehen. Erstaunliches tritt dabei zutage. Alleine sieben voll verdeckelte Weiselzellen finde ich auf den mittleren Rähmchen. Dazu aber auch ganz frische Brut und Stifte.

Weiselzellen auf einem Rahmen
Weiselzellen
Arbeiterin füttert zukünftige Königin

Im unteren Brutraum ist es dagegen sehr viel ruhiger. Die Rahmen sind voller Vorräte. Ein großer Teil davon ist eingelagerter Pollen, aber auch Nektar. Der Bienenbesatz ist spärlicher als im oberen Brutraum.

Für mich ist es nun schwer zu entscheiden, ob der Schwarm aus diesem Volk stammt oder nicht. Dagegen spricht die frische unverdeckelte Brut im Volk. Eine schwarmwillige Königin stellt die Eiablage schon rechtzeitig vorher ein und legt nicht bis zum Abflug noch ihre Eier. Also entscheide ich mich dafür, dass der Schwarm ein fremder Schwarm ist.

Mir fällt es schwer diese Königinnenzellen zu vernichten. Gleichzeitig gehören sie aber nicht ins Volk hinein. Also was tun? Ich entschließe mich dazu, das Volk zu schröpfen und einen weiteren Ableger zu erstellen. Ein Rahmen mir vier Weiselzellen bildet dazu die Grundlage. Zwei weitere Rahmen nehme ich dazu und bilde damit den Grundstock für ein neues Volk. Einen weiteren Rahmen mit den verdeckelten Weiselzellen hänge ich in einen Ablegerkasten an Ort und Stelle, der so ein wenig vor sich hinmickert und sich nicht entwickeln will. Diesen Kasten sowie den Schwarm und den neu gebildeten Ableger nehme ich mit auf den Frankfurter Riedberg und stelle beide bei uns auf der Streuobstwiese auf.

Der Schwarm nach Öffnen des Fluglochs

Kaum öffne ich das Flugloch des Schwarmvolkes, quellen auch schon die ersten Bienen hervor. Ob sie etwa weiterziehen wollen?

links der "alte" Ableger mit zugesetzten Weiselzellen, rechts der neu gebildete Ableger ebenfalls mit zugefügten Weiselzellen

Die beiden Ableger stehen nun bei uns und ich hoffe, dass sie sich prächtig entwickeln mögen. Der Schwarm vom Niddapark hat übrigens in der Zwischenzeit (s)einen Namen erhalten. Unabhängig voneinander sind Herr T. und ich sogar auf den gleichen Namen gekommen: Theo.

Zugegeben, das klingt ein wenig ungewöhnlich und schräg.

Vor zwei Wochen habe ich aus einem Ableger - Kunigunde aus Bamberg im Dadant-Maß - eine vollständige Weiselzelle in den zugehörigen Ablegenkasten gehängt. Heute, am 11.5.2019, habe ich am Abend das Flugloch verschlossen und den Ablegerkasten an seinen neuen Standort gestellt, auch auf unserer Streuobstwiese.

Die Königin müsste inzwischen geschlüpft und auf ihrem Hochzeitsflug gewesen sein. Sie könnte sogar nach einer Latenzzeit in ihre erste Eiablage gegangen sein und somit aus dem Ableger langsam ein neues Volk bilden.

Der Ablekerkasten steht - vorsichtig transportiert bei kühlem Wetter - an seinem neuen Standort nur wenige Meter vom alten entfernt.

Am Sonntag, 12.Mai 2019, werden wir das erste Mal in ihn hineinschauen, um zu sehen, was sich in der Zwischenzeit darin alles abgespielt hat. Der Bericht folgt....

Heute, 5. Mai 2019, ist der Spielnäpfchentag. Gegen 11 Uhr ist es noch nicht so warm, dass die Flugbienen unterwegs sind. Nein, fast alle Bienen sind bei den derzeitigen niedrigen Temperaturen noch daheim im Stock. Von daher ist bei der anstehenden Kontrolle zu erwarten, dass wir mehr Bienen als sonst zu sehen bekommen.

Genau so ist es auch. Jetzt, in der Schwarmzeit, müssen die Völker relativ engmaschig auf ihren Schwarmtrieb hin untersucht werden. Wir machen das einmal in der Woche. Meistens reicht hierzu die bereits früher erwähnte Kippkontrolle aus, um einen Überblick über das Volk zu erhalten. Die Spielnäpfchen werden meistens am unteren Ende der Rahmen angebaut und werden beim Kippen sichtbar. Sollten keine Näpfchen vorhanden sein, ist die Kontrolle damit bereits erledigt. Sobald jedoch auch nur ein einziges Spielnäpfchen vorhanden ist, ist es sinnvoll das gesamte Volk durchzusehen, ob weitere Spielnäpfchen sich darin befinden. Die Spielnäpfchen werden zerstört, damit ist der direkte Schwarmtrieb zunächst einmal für ein paar Tage unterbrochen.

Die Völkerdurchsicht erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der Schwarmlenkung. Haben die Bienen zuviel oder zu wenig Platz? Kommt es in der nächsten Zeit zu einer drangvollen Enge? Müssen die Honigräume oder ein zweiter Brutraum aufgesetzt werden? Was machen die Drohnenrahmen? Sind sie ausgebaut, eventuell schon verdeckelt?

Zwei Bau- oder Drohnenrahmen habe ich heute entnommen und die darin befindliche verdeckelte Brut ausgeschnitten. Während ich dieses hier schreibe, liegen die Drohnen mitsamt dem Wachs bereits im Tiefkühlschrank und werden dort durchgefroren. Hierdurch sterben die Varroamilden, die sich bevorzugt in der Drohnenbrut vermehren, ab. Ihre Entnahme, ihr Tod, mindert den Befallsdruck der anderen Bienen. Dadurch bekämpfen wir mit einer biologischen Methode den Befall der Bienen durch die Varroamilbe.

Insgesamt haben wir heute bei den Bienen über zwanzig Spielnäpfchen entdeckt und zerstört.

Spielnäpfchen am Wabenunterrand
Spielnäpfchen
Vier Spielnäpfchen an der Unterkante eines Rahmens
Spielnäpfchen

Zuletzt habe ich bei Heinrich die Durchsicht vorgenommen. Hierbei sehe ich ein paar alte Sielnäpfchen aus dunklem Wachs. Zur Überraschung entdecke ich jedoch eine vollständig verdeckelte Königinnenzelle.

Königinnenzelle, verdeckelt, auf Dadant

Frische Eier sind im Volk vorhanden, frische kleine Larven ebenfalls. Die vorhandene Königin ist also voll funktionstüchtig. Macht sich dieses Volk bereit zum Schwärmen?

Königinnenzelle en detail

Wie dem auch sei, die Weiselzelle zerstöre ich auf alle Fälle und versuche damit, ein mögliches Schwärmen zu unterdrücken und zu verhindern.

Wir sind heute wieder an unseren Völkern zugange und sehen sie durch. Unter anderem blicken wir in einen der neuen Ableger hinein. Die ersten Eier sind am Boden der Zellen zu erkennen. Die zugehörige Königin finden wir allerdings nicht.

Vier Rahmen hängen in der Zarge nebeneinander. Am Unterrand des einen finden wir dies:

Aus dem Wabenmuster ragt etwas wie ein Hörnchen hervor. Es sieht aus wie eine klassische Weiselzelle. Jetzt heißt es zu überlegen: will der Ableger etwa schwärmen? Dafür sind zuwenige Bienen in ihm vorhanden. Dafür ist er noch zu neu. Aber: das könnte die Weiselzelle der neuen Königin gewesen sein, die sich das Volk aus den vorhandenen Eiern selber geschaffen hat! Irgendwo auf den Waben muss sie ja ihre Kinderstube gehabt haben. Das hier ist sie!

Beim Umweiseln ging es heute mit Hilfe des Marburger Feglingkastens weiter. Drei Völker konnte ich auf diese Weise "durchsieben" und entweiseln, also von der Königin befreien.

Allerdings stimmt das so doch nicht. Beim dritten Volk habe ich beim Abheben des Honigraums unter den Seitenteilen, den Ohren, der Rahmen folgendes entdeckt:

Tote Bienenkönigin. Der längere Hinterleib ist hier sehr deutlich zu erkennen.

Es war die Bienenkönigin, die schlicht und ergreifend platt gedrückt worden ist. Dies kann nur beim Aufsetzen des Honigraums oder des Absperrgitters vor wenigen Tagen geschehen sein.

Warum erst dann? Hier kann man kriminalistisches Gespür entwickeln: Zum einen haben wir vor einer Woche den ersten Honig geschleudert und dazu auch den Honigraum dieses Volkes abgenommen. Zum anderen gab es entsprechende Hinweise auch im Volk selbst: keine Eier mehr, aber dafür Rundmaden. Nach drei Tagen schlüpft aus dem Ei die Larve oder Made. Anfangs noch sehr klein, maximal 2 mm lang, wächst sie in den folgenden Tagen heran und füllt kreisförmig zusammen gerollt, den gesamten Boden einer Wabe aus. Es muss demnach die Eiablage vor knapp einer Woche beendet worden sein. Das deckt sich mit dem Zeitpunkt der Honigernte.

Wabe mit klassischem Brutnest. Rechts am Rand zwischen offenem Nektar und verdeckeltem Honig ist ein Spielnäpfchen, eine Weiselzelle, zu erkennen

Gleiche Wabe, Gegenseite mit drei Weiselzellen

Auf der oben abgebildeten Wabe ist alles Wichtige für diesen Kriminalfall zu erkennen. Besonders rechts oberhalb der verdeckelten Brut sind die erwähnten Rundmaden gelegen.

Detail aus der Brutwabe: auf dem Boden sind die erwähnten Rundmaden deutlich zu erkennen

Eier: keine; dafür aber mehrere Nachschaffungszellen, Spielnäpfchen oder Weiselzellen.

Weiselzelle. Im Inneren ist ein Teil einer Made zu erkennen.

Hier in der Detailaufnahme der länglichen Königinnenzelle von oben sieht man wie diese Zelle tropfenförmig nach unten gebaut worden ist. In ihrem Inneren ist eine Made zu sehen, in den Photos allerdings oft nur als heller spiegelnder Fleck zu erkennen. In wenigen Tagen wäre die untere Öffnung verschlossen worden, so dass die neue Königin ungestört im Inneren heranwachsen kann. Man sieht hier übrigens auch wie genial die Bienen bauen: um den Tropfen herum sind Teile der ursprünglichen Wachswände von den Bienen entfernt worden, so dass eine Mulde entstanden ist und genügend Raum für die Weiselzelle vorhanden ist.

Alle Zellen, aus denen in diesem Volk noch weitere Königinnen hätten entstehen können, habe ich zerstört, damit die zugesetzte neue Königin keine Konkurrentinnen bekommt. Insgesamt waren es zehn zerstörte Zellen. Daran ist deutlich zu erkennen, in welcher Notlage sich das Volk befunden haben muss, wenn es so viele neue Königinnen heranzieht, von denen später nur eine einzige überleben würde. Die erste geschlüpfte Königin würde alle weiteren Rivalinnen abstechen und töten.

Sehr schön lassen sich hier anatomische Details der Königin erkennen. Deswegen zeige ich die Bilder noch einmal. Ebenso sind die Verletzungsschäden sichtbar wie abgerissene Beine, der Hinterleib ist durch den Druck etwas aufgequollen.

Tote Bienenkönigin. Am langen Hinterleib sind deutlich die einzelnen Segmentringe aus Chitin zu erkennen, die es der Königin ermöglichen, ihn zu verbiegen und in die Tiefen einer Zelle hinein zu strecken.

Zur Bienenanatomie erfolgt im Winter etwas mehr hier im Blog.

Allmählich kommen die Bienen beim Brüten in Fahrt. Die ersten eingehängten Drohnenrahmen sind inzwischen ausgebaut und bereits mit Eiern versehen. Das bedeutet, dass die Bienen fleißig dabei sind sich zu vermehren.

Tropfenförmiger Wachsbau in einem Drohnen oder Baurahmen

Bieneneier auf dem Boden der Wachszellen im Drohnenrahmen. Die Eier liegen noch nicht ganz auf dem Boden, sind also als "Stifte" noch recht frisch

Diese Eier im obigen Bild sind noch recht frisch, wahrscheinlich keine zwei Tage alt. Ab dem dritten Tag liegen sie für gewöhnlich der Länge nach auf dem Boden ihrer Zelle, damit aus ihnen die Larve oder Made schlüpfen kann.

Diese Drohnen- bzw. Baurahmen sind Bestandteil einer biologischen Methode, um die Ausbreitung der Varroamilbe einzudämmen. Weil die Drohnenbrut von allen Bienenwesen am längsten bis zur Schlupfreife braucht, wandern die Milben bevorzugt in diese Zellen ein. Theoretisch können sie sich in ihnen am stärksten vermehren. Sobald die Zellen verdeckelt sind, werden die Rahmen entnommen und die Brut vernichtet. Damit sind die Milben aus dem Volk entfernt. Dieses rein biologische Verfahren nutzt man aus, solange die Bienen im Frühjahr am brüten sind. Ab dem Sommer werden keine Drohnen mehr in einem Volk benötigt. Deshalb  ist nach diesem Zeitpunkt das Verfahren wenig sinnvoll.

In einigen Völkern beginnt es bereits eng zu werden. Wenn in deren Beuten die jetzt noch verdeckelte Brut in wenigen Tagen schlüpft, werden es in kurzer Zeit sehr viele Bienen auf recht engem Raum sein. Das hat zur Folge, dass das Volk in Schwarmstimmung geraten kann, um sich als Volk zu vermehren und zu teilen.

Die ersten Anzeichen haben wir bereits entdecken können: damit ein Volk abschwärmen kann, zieht es für das verbleibende Restvolk schon vorsorglich eine neue Königin, die in einer besonderen Zelle, der Weiselzelle, aufgezogen wird. Das Auftauchen einer oder mehrerer Weiselzellen zu dieser Zeit weist deshalb  auf eine zunehmende Schwarmlust hin. Die noch unbesetzten Weiselzellen nennt man zu Beginn auch Spielnäpfchen.

Um ein Schwärmen zu verhindern, brechen wir die entdeckten Weiselzellen aus und entnehmen dem Volk möglichst viele Bienen, die wir zu Ablegern zusammenstellen, aus denen ein neues Bienenvolk entstehen kann. Dadurch verringern wir den Schwarmdruck in einem Volk und ziehen uns gleichzeitig neue Bienenvölker heran.

In den nächsten Wochen heißt es nun die Bienen gut zu beobachten und regelmäßig die Völker auf den Schwarmtrieb hin zu untersuchen, damit uns nicht, wie schon einmal geschehen, während wir am Imkern waren, ein Bienenvolk abschwärmt. Hierzu sucht man verstärkt nach Spielnäpfchen und Weiselzellen. Je nach Situation werden die Näpfchen ausgebrochen und eventuell Rahmen entnommen, um wieder Ableger zu bilden.

Vor über vier Wochen hatte ich die neuen Reinzuchtköniginnen einem Teil unserer Völker zugesetzt. Leider wurden die neunen Damen nicht überall angenommen. Bei der Durchsicht am 24. Juli 2016 fanden wir in einem Volk gleich zehn Nachschaffungszellen vor. Einige von ihnen waren noch offen, andere sogar verschlossen. In letzteren war also eine Königin am heranwachsen. Solche Situation ergibt sich, wenn die neue Königin nicht angenommen worden ist. Ein Volk ohne Königin geht gar nicht! Ohne sie ist es nicht überlebensfähig. Deshalb versuchen die Bienen so schnell wie möglich sich eine neue Königin heranzuziehen. Damit das sicher gelingt, benötigen sie eine Wabe mit frischen Eiern oder frisch geschlüpften Larven. Im Idealfall sind diese Larven nicht älter als ein Tag. Sie werden dann mit dem Königinnenfuttersaft gefüttert, ihre Zelle wird umgebaut und nach knapp zwei Wochen würde die neue Königin dann schlüpfen.

Glücklicherweise hatte ich einen Tag zuvor auf meinen Bauch gehört. An diesem Tag war ich beim Imkereibedarfshändler, um dort das Winterfutter zu kaufen und hatte mir, einer Eingebung folgend, drei begattete Königinnen dort bestellt. Eine wird dann diesem weisellosen Volk zugesetzt werden. Weisel ist die historische andere Bezeichnung für die Bienenkönigin.

Die unten stehenden Bilder zeigen einen Teil der nachgeschaffenen Weiselzellen.

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Diese leeren halbkugelförmigen Zellen nennt man auch Spielnäpfchen. Sobald hierin im Königinnenfuttersaft eine neue Königin heranwächst, wird das Spielnäpfchen zu einer Weiselzelle umgebaut und erweitert.

15. Mai 206

Zurzeit erleben wir die Eisheiligen: draußen es ist kühler bis kalt geworden. Aber es ist nicht kalt genug, um die Bienen am Fliegen zu hindern. Bei der heutigen routinemäßigen Völkerkontrolle gab es manche Überraschungen.

Bereits vor etwa zwei Wochen ist mir aufgefallen, dass am Anflugbrett einer leeren Beute einige Bienen landen und in sie hineinwandern. Diese Beute ist seit dem Herbst 2015 leer, ich wollte sie ausflämmen und in 2016 aus Heimat für einen neuen Ableger oder Bienenschwarm verwenden. Zunächst dachte ich, die Bienen dort würden von einem Nachbarvolk stammen. Aus Neugier haben wir die Beute geöffnet und waren mehr als erstaunt: ohne fremdes Zutun hat sich hier ein neues Bienenvolk eingenistet. War es ein Schwarm, der sich darin niedergelassen hat? Flugbetrieb am Anflugbrett gibt es dort erst seit wenigen Tagen. Also liegt die Vermutung nahe, dass sich ein fremder Bienenschwarm dort niedergelassen haben könnte.

 

Volk 1: Anflugbrett
Volk 1: Anflugbrett

Volk 1 - Flugloch
Volk 1 - Flugloch mit ausfliegenden Bienen

Ich weiß, dass ich an dieser Beute seit dem vergangenen Herbst einen imkerlichen Fehler gemacht habe: das Flugloch ist von mir im Herbst nicht verschlossen worden. Weder nach einer Reinigung im Frühjahr noch nachdem Matthias aus dem Inneren eine vertrocknete Feldmaus entfernt hatte, die sich zwischenzeitlich dort hinein verirrt hatte. Dieser wiederholte Fehler ist dem jetzt eingezogenen Volk zum "Verhängnis" geworden. Mal sehen, was daraus wird....

Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir dieses Mal bislang schwarmlos geblieben. Hatten wir in 2015 zu vergleichbarer Zeit bereits vier Schwärme eingefangen, sind es bisher keine, wenn man vom obigen Volk einmal absieht.

Dafür sind umgedreht unsere Bienen teilweise in guter Schwarmstimmung. Der erste Schwarm 2015 erhielt von mir den Namen San Marco nach dem Vornamen seines Entdeckers. Dieses Volk hatte im Sommer 2015 eine Carnica-Reinzuchtkönigin erhalten, die als Eigenschaften neben Ertragsreichtum und Sanftmut auch Schwarmträgheit haben soll. Von letzterem ist allerdings wenig zu spüren. Bereits vor einer Woche hatten wir viele Spielnäpfchen und verdeckelte Weiselzellen darin gefunden, sie ausgebrochen oder zur Gänze  für einen Ableger entfernt.

Volk "San Marco" mit der Unterseite der Rahmen des oberen Brutraums.
Volk "San Marco" mit der Unterseite der Rahmen des oberen Brutraums.

Diese Woche waren erneut viele Schwarmzellen zu finden. Das lässt einerseits den Schluss zu, dass wir wohl nicht alle Schwarmzellen entdeckt und ausgebrochen hatten, was ich für durchaus wahrscheinlich halte, oder aber, dass dieses Volk nicht schwarmträge, sondern im Gegenteil sogar recht schwarmaktiv ist. Das Schwärmen ist ja das normale Verhalten eines Bienenvolks, also wesensgemäß. Doch wollen wir bei unseren Wirtschaftsvölkern genau diesen Trieb verhindern, um das bestehende Volk nicht zu schwächen.

Weiselzellen an der Unterseite des Volkes "San Marco"
Weiselzellen an der Unterseite des Volkes "San Marco"

Aus diesem Grund haben wir erneut einen Ableger erstellt und wieder die Weiselzellen mitgenommen und dort eingehängt. Eine imkerliche Weisheit besagt, dass hierbei das entstehende Volk durchaus noch schwarmfreudiger wird. Trotzdem habe ich dieses Verfahren gewählt, damit sich ein neues Volk erst einmal aufbauen kann. Die junge geschlüpfte Königin wird jedoch im Laufe dieses Jahres durch neue Königin ersetzt werden.

Bedingt durch die vielen entdeckten Weisel- oder Königinnenzellen, haben wir aus anderen Völkern, in denen es inzwischen auch recht eng zugeht, mehrere Ableger erstellt. Hierbei haben wir sowohl Brutrahmen aus verschiedenen Völkern (=Sammelbrutableger) als auch nur aus einem einzigen Volk (=Brutableger) erstellt. Weiselzellen haben wir aus zwei Völkern entnommen und zu den gebildeten Ablegern gehängt. Gleichzeitig haben wir darauf geachtet, dass in diese Ableger Rahmen mit Eiern eingehängt worden sind. Man könnte dieses Vorgehen als "mit Netz und doppeltem Boden" bezeichnen.

Weiselzellen im Volk "San Marco"
Weiselzellen im Volk "San Marco"

Ein königinnenloses Volk kann sich aus den Eisern beziehungsweise aus frisch geschlüpften Larven eine Königin selber nachziehen. Sollte die eine Methode nicht funktionieren, bleibt der andere Weg übrig, so dass auf alle Fälle das Volk seine Königin bekommt. Die erste im Ablegervolk geschlüpfte Königin sorgt übrigens dafür, dass sie keine Rivalinnen bekommt und tötet sehr schnell ihre potentiellen Konkurrentinnen.

Durch die erstellten Ableger haben wir seit gestern alle unsere vorbereiteten zwanzig Stellplätze belegt. Mehr als zwanzig Bienenvölker wollen wir nicht führen. Natürlich werden wir noch mehrere Ableger erstellen, alleine schon, um den Schwarmtrieb zu lenken. Allerdings werden diese Ableger im Laufe des Sommers dann mit  den anderen Völkern wiedervereinigt, um auf diese Weise sehr starke Völker aufzubauen, die dann in den Winter gehen.

 

Ende April 2015 haben wir wieder mit unserem öffentlichen Imkern, dem public beekeeping, begonnen. Einer der Gäste, die uns dabei über die Schulter geschaut und teilweise sogar mitgemacht haben, hat mit seiner Kamera Videos davon gedreht. Diese Videos habe ich mit seiner Erlaubnis bei Youtube hochgeladen und stelle sie hier gerne vor.

Am 1. Mai 2014 hatten wir vom Volk Nr. 1 einen weiteren, unseren zweiten, Ableger gebildet.

Heute, 4. Mai 2014, bei der Kontrolle, fiel mir im Muttervolk eine ungewöhnliche Bildung von vielen Weiselzellen auf. Bei der Ablegerbildung waren sie noch nicht vorhanden.

Haben wir etwas falsch gemacht?

Haben wir die Königin eventuell mit in den Ableger genommen?

Weder im Muttervolk noch im Ableger haben wir frische Stifte oder Eier gefunden. Eiablage hieße, dass die Königin vorhanden sein muss.

Bei der Durchsicht aller Waben im Ursprungsvolk oder im Ableger konnten wir die Königin nicht entdecken. Im Ableger war auch keine Weiselzelle zu finden, wohl aber junge Larven.

Ein Volk ohne Königin, ein weiselloses Volk, vermisst ab etwa zwei Stunden nach Trennung sein "Wir-Gefühl". Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wird durch ein Pheromon erzeugt, das die Königin abgibt. Fehlt es nach einiger Zeit, beginnt das Rest-Volk mit der Nachzüchtung einer Königin. Hierzu ist frische Brut erforderlich. Für alle drei Bienenwesen gilt die 3-Tage-Regel: aus dem Ei schlüpft erst nach drei Tagen die Larve. Durch die Gabe von Futtersaft entscheidet sich jetzt erst die weitere Entwicklung. Fünf Tage Fütterung mit dem besonderen Futtersaft, dem Gelee Royale reichen aus, um dann die Königin zu "ziehen" und ihre Zelle zu verdeckeln. Nach weiteren acht Tagen schlüpft sie dann.

Für uns bedeutet das nun, sowohl das Ursprungsvolk als auch den Ableger nach wenigen Tagen erneut zu kontrollieren.

 

Viele Weiselzellen bei der Kippkontrolle auf der Unterseite des oberen Brutraumes


Ableger haben mehrere Funktionen.

Zum einen dienen sie der Vermehrung der Anzahl der Völker, zum anderen können sie dem ursprünglichen Volk in seiner eigenen Entwicklung helfen. Letzteres zum Beispiel bei der Verhinderung des Schwärmens. Aber auch im frühen Frühjahr, wenn ein Volk als Gesamtheit zu stark ist, kann man es „schröpfen“ und seine Entwicklung dadurch steuern.

Viele (Berufs)Imker leben beispielsweise auch davon, dass sie zeitig beginnen, Ableger zu erstellen und zu verkaufen.

Wir haben vor, von unseren Völkern Ableger zu ziehen und dadurch mehr Völker zu erhalten.

Hierzu machen wir folgendes:

Aus einem Volk entnehmen wir mehrere Rahmen mit Brut und Eiern. Die Königin sollte dabei möglichst nicht auf den Waben sitzen, dafür aber umso mehr Ammen- oder Stockbienen. Diese besorgen im Stock die klassische Brutpflege. Die Flugbienen würden aus dem Ableger recht schnell zurück ins Ursprungsvolk ziehen. Wir nehmen sie aus diesem Grund gar nicht erst mit. Jedoch sorgen die Flugbienen für Futter, damit die Bienen nicht verhungern. Deshalb kommen in den Ableger Futterwaben: Waben mit eingetragenem Nektar und/oder Honig. Diese Waben können aus Altbeständen stammen oder frisch sein.

Ablegerbildung. Im Brutraum sind vier Rahmen. An den Positionen 1 und 4 hängen Futterwaben von diesem Jahr, an den Positionen 2 und 3 hängt das Brutnest.
Ablegerbildung. Im Brutraum sind vier Rahmen. An den Positionen 1 und 4 hängen Futterwaben von diesem Jahr, an den Positionen 2 und 3 hängt das Brutnest.

Im ersten Ableger, erstellt am 27. April, habe ich zwei Futterwaben und zwei Brutrahmen in die Beute gehängt. Heute, am 1. Mai 2014,  haben wir einen zweiten Ableger erzeugt und insgesamt fünf Rahmen eingehängt.

Sobald die Bienen mehr als zwei Stunden ohne Königin sind, verlieren sie das Wir-Gefühl einer Volkszugehörigkeit, da ihnen das Königinnenpheromon fehlt. Königinnen- oder Weisellos ist es ihr Bestreben, möglichst rasch an eine neue Königin zu kommen, damit die Eiablage und damit der Bestand des Volkes gesichert werden. Wenn die Bienen im Ableger ihre Königin vermissen, beginnen sie schnell, sich eine neue Königin aus der vorhandenen Brut nachzuziehen.

Für alle Bienenwesen sind die ersten drei Tage nach einer Eiablage gleich. Sobald sich jedoch die Larven entwickelt haben, werden je nach Art der Ernährung die unterschiedlichen Bienenwesen (Königin, Biene oder Drohne) entstehen. Das heißt, dass aus den ersten aus den Eiern geschlüpften Larven die Königin-Nachzucht beginnt. Normalerweise dauert die Entwicklung von der Eiablage bis zum Schlupf bei einer Königin 16 Tage. Weil bereits Eier gelegt worden sind, verkürzt sich diese Zeit entsprechend. Allerdings muß die geschlüpfte Königin noch ihren Hochzeitsflug absolvieren, begattet werden und in den Stock zurückkehren. Erst danach beginnt sie mit ihrer eigentlichen Tätigkeit, der Eiablage, und hält dieses Volk am Leben. Diese Übergangsphase dauert also nicht ganz drei Wochen.

Ableger. Links in der Mitte ist das verdeckelte Brutnest zu erkennen. An seinem unteren Rand hängt eine Weiselzelle. Um die Brut lagert sich der Futterkranz aus Nektar an, am rechten Rahmenrand ist verdeckelter Honig.
Ableger. Links in der Mitte ist das verdeckelte Brutnest zu erkennen. An seinem unteren Rand hängt eine Weiselzelle. Um die Brut lagert sich der Futterkranz aus Nektar an, am rechten Rahmenrand ist verdeckelter Honig.

In der kugel- oder tropfenförmigen Weiselzelle wird eine Königin herangezogen.
In der kugel- oder tropfenförmigen Weiselzelle wird eine Königin herangezogen.

 

Wie geht es mit den Ablegern weiter?

Eine Honigernte wird in diesem Jahr bei den Ablegern noch nicht stattfinden können. Diesen Umstand nutzt man aus, um recht zügig eine Behandlung gegen die Varroamilbe durchzuführen. Diese Behandlung macht man mit 15%-iger Milchsäure, die auf jede Wabenseite aufgesprüht wird, sobald es keine verdeckelte Brut mehr gibt. Für die Bienen ist die Milchsäure unschädlich, die Varroamilben sterben jedoch dadurch ab.

Sobald die Königin mit der Eiablage begonnen hat, wird das Volk über eingehängte Rahmen mi Mittelwänden langsam erweitert. Ziel ist, daß es bis zum Ende des Sommers eine Größe erreicht hat, die ihm das Überleben im Winter ermöglicht. Im nächsten Jahr kann es dann als Jungvolk ganz normal als Wirtschaftsvolk für die Honigernte angesehen werden.

 

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