Flieger im Piemont

Seit gestern bin ich aus den Piemonteser Alpen zurück. Während einer Wanderung vorgestern, leider unserer letzten, sprach mich eine Mitläuferin darauf an, ob ich nicht soeben die Bienen dort mit ihrem Nest gesehen habe. Ich hatte sie nicht gesehen, sondern war in meinen Gedanken beim Wandern auf der Suche nach Blumenmotiven gewesen.

An einem Stein hing eine tropfenförmige von sechseckigen Waben gebildete Struktur, etwa 7 cm lang. Bienen waren zunächst nicht zu sehen. Aber nach einem kurzen Warten kamen zwei „Ufos“ an. Dies waren allerdings keine Bienen, sondern Wespen gewesen. Klassisch waren ihre Wespentaille zu sehen und die gelbe Färbung der Hinterleibsringe zu erkennen. Auch die Wabenstruktur beziehungsweise das Wabenmaterial passte nicht dazu. Bienen bauen ihre Waben aus Wachs und bevorzugen das Dunkel. Hier jedoch waren die Wände aschgrau und eher papier- oder pappefarben. Ein weiteres Argument gegen das Vorhandensein von Bienen an diesem Ort.

Apropos Ort: der Stein mit seinem Wabenanhangsgebilde lag ungeschützt dem Wetter ausgesetzt auf etwa 2000 Meter Meereshöhe oder sogar noch höher.

Im Val Varaita im Piemont an einem Stein
Wespennest im Val Varaita im Piemont

Selten sieht man ein solches Wespennest von außen, meistens sind sie verborgen.