Umweiseln – schwieriger als zunächst gedacht

Die Königinnen sind angekommen. Nun also heißt es, sie zügig in die Bienenvölker zu bringen.

Zu diesem Zweck hatte ich vor knapp einer Woche einen Ableger durch den Marbuger Feglingskasten „gejagt“ und entweiselt. Heute sollte eine neue Königin diesem Volk zugesetzt werden.

Zum Glück habe ich mich hierbei an eine alte Erfahrung erinnert: vor dem Zusetzen einer neuen Königin das Volk noch einmal durchsehen, ob nicht doch irgendwo noch eine versteckte Königin existiert oder ob nicht irgendwo Nachschaffungszellen vorhanden sind. Sonst wäre alles Bemühen vergeblich gewesen.

In der Tat war es auch tatsächlich so. Beim Durchsehen der Rahmen fand ich nämlich in einem Rahmen folgendes Bild:

Rahmenvorderseite mit drei Weiselzellen

und auf der Rückseite:

Rahmenhinterseite mit zwei Weiselzellen

Das macht zusammen fünf Weiselzellen. Natürlich habe ich sie ausgebrochen und entfernt. Alle Zellen waren mit Maden bzw. Puppen belegt. Mit anderen Worten: der Grundstein für die Bildung einer potentiellen Rivalin war hier mehrfach bereits gelegt.

Ausgebrochene Weiselzellen

Auf einem anderen Rahmen wuselten die Bienen eng an eng herum und verbargen damit die Sicht auf das Wabenwerk. Damit ich die darunter liegenden Waben oder Zellen beurteilen konnte, habe ich immer wieder auf die Bienen gepustet. Zum Glück, kann ich hinterher nur sagen. Denn unter den Bienen waren noch drei weitere Königinnenzellen verborgen, die ebenfalls mit Leben gefüllt waren. Hier waren also noch einmal weitere Königinnen im Anmarsch.

Nachdem ich auch diese Zellen zerstört hatte, habe ich dann einen Käfig mit der Königin in das Volk eingehängt.

Nicot-Zusetzkäfig in der geöffneten Wabengasse

Damit die Königin aus diesem Käfig in das Volk laufen kann, muss auf der Unterseite ein kleines Kunststoffplättchen entfernt werden. Es verhindert, dass entweder von innen die gefangenen Bienen nach außen gelangen oder von außen die Bienen den Futterteigverschluss fressen und somit den Weg für die Königin freimachen können. Erst wenn dieser Sicherheitsverschluss entfernt ist, kann das Zusetzen der Königin erfolgen. Diese Zeitverzögerung sorgt dafür, dass die Bienen sich an das Pheromon der neuen Königin gewöhnen können und sie nicht von Anbeginn an als Fremdkörper ansehen und töten. Nachdem der Weg frei geworden ist, schlüpft die neue Königin in den Bienenstock. Wenn sie vom Volk als Königin angenommen wird, dauert es noch ein paar Tage und sie beginnt mit der Eiablage. Dadurch vermehrt sich das Volk als Ganzes wieder.

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