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(31.10.2023) In fünf Tagen starten wir auf dem Gelände des Lehrbienenstandes unseres Imkervereins Bee Friends Frankfurt eine Pflanzaktion von 22 Bäumen historischer Obstsorten. Zu dessen Vorbereitung bin ich heute auf dem Gelände gewesen und habe bei dieser Gelegenheit Photos von Blüten und Bienen gemacht. Es ist Ende Oktober. Die Temperaturen sind mild, zu mild mit über 12°C. Dort draußen blüht es noch unverdrossen und die Blüten werden weiterhin von Bienen besucht. Zwar nicht mehr so häufig wie in den Monaten zuvor, aber doch besucht. Einige der Bilder stelle ich hier zu einer Galerie zusammen. Alle Photos stammen vom heutigen frühen Nachmittag.

Bienendarstellungen gibt es in der Kunst häufiger. Neu für mich ist, dass es jetzt eine Biene geschafft hat, als Prägung - und auch noch in Farbe! - auf einer aktuellen Münze zu erscheinen.

Der Schatzmeister unseres Imkervereines hat mich darauf aufmerksam gemacht. Die "Münze Deutschland" gibt derzeit eine Serie von Münzen im Farbdruck zum Thema Insekten heraus.

Die Rostrote Mauerbiene ziert seit kurzer Zeit das Gesicht dieser 5€-Münze. Sie wird nur 100000mal geprägt und stellt damit schon eine limitierte Besonderheit dar.

Infos zur rostroten Mauerbiene gibt es hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Mauerbiene

Infos zur Münze Deutschland: https://www.muenze-deutschland.de/muenzen-2023

Für Imker und Bienenfreunde: ohne dafür Werbung zu machen, aber das könnte doch durchaus einmal ein schönes Geschenk sein!

(19.10.2023) Im Keller stehen sie bereits seit einigen Tagen: neun Kartons, gefüllt mit jeweils 12 Honiggläsern zu 500 g Bienenhonig. Sie warten auf den Abholdienst der Frankfurter Tafel e.V.

Heute, am 19.10.2023, sind diese 108 Gläser Bienenhonig abgeholt worden und werden hoffentlich 108 Menschen, die sich sonst einen Bienenhonig nicht leisten können, beglücken und ein wenig zufrieden machen können.

Dies ist die zweite Spendenaktion von uns, den Riedberg-Imkern, an die Frankfurter Tafel. Wir haben beschlossen, dass es nicht die letzte sein wird.

Die beiden Photographien stammen von Andreas Woitun aus Frankfurt.

An die Tafel kann man neben Sachen wie den Honig oder andere Lebensmittel auch Geld spenden. In der Zeit nach der Corona-Pandemie leiden sämtliche Tafeln im gesamten Bundesgebiet unter Mangel an Geldern und Lebensmitteln, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Deshalb die Bitte an alle: helfen auch Sie mit, die Tafeln zu unterstützen. Beispielhaft hier die Webseite und Kontoverbindung der Frankfurter Tafel:

IBAN: DE91 5019 0000 0077 0089 26 BIC: FFVBDEFF

https://www.frankfurter-tafel.de/

(11.10.23) Kaum zu glauben: heute, am 11.10.2023, also knapp vier Wochen nach dem Herbstanfang, herrschen bei uns sowohl Sonnenschein als auch Temperaturen von 23,2°C bei uns daheim, 24,6°C an der Wetterstation auf dem Lehrbienenstand, Tendenz noch steigend. Während eines Kurzbesuches auf dem Lehrbienenstand unseres Imkervereines konnte ich einfach nicht der Versuchung widerstehen, Photos von der Blühwiese dort zu machen. Es ist mehr als erstaunlich zu sehen, wieviel und wie intensiv es dort blüht. Nachträglich habe ich bemerkt, dass ich dabei noch nicht einmal alle Blütenpflanzen und ihre Farben aufgenommen habe. Gelb blüht es dort nämlich auch. Ich fasse die Bilder der Einfachheit halber zu einer Galerie unkommentiert zusammen.

Einerseits ist es für mich faszinierend, diese Menge und Blütenpracht zu dieser Zeit noch sehen zu können und zu dürfen. Andererseits ist es jedoch auch sehr erschreckend, weil dieses ein mehr als deutlicher Hinweis für den stattfindenden Klimawandel ist. Auch, wenn diese Bilder für das Auge schön sein mögen, in den Beuten brüten die Bienen weiter und denken gar nicht daran in die Winterpause zu gehen. Das heißt in der Konsequenz dann eben, dass der Futterverbrauch steigt - und mit ihm das Risiko eines Volkes in den kommenden Monaten zu verhungern, weil das eingelagerte Futter dann eben doch nicht ausgereicht hat. Eine weitere Konsequenz für mich: ich füge noch eine weitere Varroamilbenbehandlung an, um auf diese Weise eine wahrscheinliche Reinvasion eines Milbenbefalles zu vermeiden.

Letzte Rose des Sommers - im Englischen bekannt als 'Last rose of the summer' - ist ein Lied aus der Oper Martha von Friedrich von Flotow. Warum erzähle ich das? Der Sommer ist seit wenigen Tagen beendet, der Herbst hat begonnen. Aber draußen blüht es noch sehr stark, zumindest auf dem Gelände unseres Lehrbienenstandes vom Imkerverein Bee Friends Frankfurt. Dort stehen noch blühende Flächen, die mit Phacelia, Kornblumen und Schafgarben gefüllt sind. Sie sind in der Tat die letzten Blumen dieses (erweiterten) Sommers. Und "Letzte Rose" ist ein Abschiedslied. Vermutlich ist mir dieser Titel deswegen in den Sinn gekommen, weil es nun doch bald endgültig vom Sommer Abschied zu nehmen heißt. Letzte Rose basiert übrigens auf einem irischen Volkslied. Ich erlaube mir, dieses Lied als Link einzufügen.

https://www.youtube.com/watch?v=sV9kDmJFQwU

Beim Besuch dort auf dem Gelände heute am Nachmittag habe ich einige Bilder gemacht und bin sehr angenehm davon überrascht worden, wieviele Insekten die vielen Blüten noch besuchen kommen.

Diese Blüten dürften nun für unsere Bienen in der Tat die letzten Blüten dieses Jahres sein ....

(25.09.2023) Vor vier Tagen bin ich über die Streuobstwiese bei unseren Bienenvölkern gelaufen. Noch blüht dort die durchwachsene Silphie, aber ihre Zeit neigt sich nun deutlich dem Ende zu. Immerhin, auf den leuchtend gelben Blüten sehe ich mit einem Mal eine Biene, deren Bild ich vorher noch nie gesehen habe. Schnell ist eines klar: das ist keine normale Honig-, sondern eine Wildbiene. Sie fliegt von Blüte zu Blüte und bleibt dort nur kurze Zeit. Vermutlich sind die Blüten weitgehend von anderen Bienen und Insekten "abgeerntet", leergesaugt. Glücklicherweise habe ich mein Smartphone dabei gehabt und konnte einige Bilder schießen.

Auffällig ist der deutlich behaarte Brustkorb. Der Hinterleib ist wie bei der Honigbiene schwarz-grau quergestreift. Beim Suchen nach dem Namen dieser Biene bin ich auf die Seidenbienen gestoßen. Vom Bild her passt es zu der "Gemeinen Seidenbiene", auch "Buckel-Seidenbiene" genannt. Der Artname lautet Colletes daviesanus.

In Europa ist sie in ganz Deutschland verbreitet hinauf bis Schweden und Finnland im Norden sowie im Osten bis nach Sibirien und der Mongolei. Im Gegensatz zu den staatenbildenden Honigbienen, sind viele Wildbienen, wie diese auch, Solitärbienen. Das heißt, sie leben für sich alleine. Die Paarung mit Drohnen findet auf Blüten statt. Die Eiablage erfolgt in Niströhren. In ihnen werden die Eier in zwei bis sechs Brutzellen abgelegt. Diese Zellen sind mit einem Sekret cellophanartig ausgekleidet. In ihnen überwintern die Bienen als eine Ruhelarve. Erst im darauffolgenden Frühling geht ihre Entwicklung weiter. Im Juni fliegen sie dann aus.

(14.09.2023) Wie gestern berichtet, existieren im Volk #53 zwei Königinnen. Eine ist gelb markiert, die andere unmarkiert, eine ist erfolgreich begattet, die andere vermutlich (noch) nicht. Weil in einem Bienenvolk nur eine Königin leben kann, habe ich hier also, wie gestern beschrieben, ein Problem.

Deswegen habe ich heute das Volk erneut durchsucht. Die markierte Königin zu finden, ist ganz einfach gewesen. Mit ihrem gelben Punkt leicht zu erkennen wuselte sie munter auf ihrem Rahmen herum. Schwieriger ist es bei der anderen gewesen, aber letztlich ist es mir doch geglückt. Weil ich sie beim Zugreifen nicht richtig gepackt habe, ist sie mir allerdings aus den Fingern gefallen und zu meinem Glück wieder auf dem Rahmen gelandet. Sofort ist sie unter der Masse der Bienen dann erneut verschwunden gewesen. Nach erneuter Suche habe ich sie dann endlich doch aus dem Volk entfernen können.

Damit kann dieses Volk, das im Grunde sogar nur ein Ableger ist, nun stärker als zuvor in den kommenden Winter gehen.

(13.09.2023) Die gestrige Völkerkontrolle habe ich heute fortgesetzt und bin auch an das Volk #53 gekommen. Dort habe ich am 30.8.2023 eine neue Königin zugesetzt. Der Beitrag dazu heißt "Umköniginnen".

Das ist der Zusetzkäfig von Nicot, den ich heute aus dem Volk entfernt habe. Weil er leer ist, heißt das, dass die Königin samt begleitender Bienen inzwischen im Volk sein muss.

Tatsächlich habe ich die gelb markierte Königin dann auch über die Waben laufen gesehen und mich sehr gefreut, als ich kurze Zeit später auch die ersten Eier gefunden habe.

Dann kommt aber die große Überraschung: Bei der Durchsicht der einzelnen Rahmen finde ich einen, dessen Vorder- und Rückseite mit teilweise abgefressenen Weiselzellen versehen ist.

Beim Umweiseln waren diese Zellen nicht vorhanden. Ich bin mir dessen sehr sicher, weil ich seinerzeit die Bienen Rahmen für Rahmen einzeln vor dem Flugloch abgeschlagen habe. Diese Zellen hätten mir dabei nicht nur auffallen, sondern direkt ins Auge springen müssen.

Damit nicht genug. Während ich auf die Königinnenzellen blicke und sie fotografiere, glaube ich einer Sinnestäuschung zu erliegen. Plötzlich sehe ich eine weitere, nicht markierte Königin über die Waben laufen! Wenige Augenblicke vorher habe ich doch die mit einem gelben Punkt markierte Königin auf einem anderen Rahmen gesehen...

Wie kann das sein und angehen? Sämtliche Bienen einschließlich der alten Königin sind seinerzeit durch das im Boden eingelegte Absperrgitter wieder in das Innere des Bienenstocks gelaufen. Damit eine neue Königin erfolgreich zugesetzt werden kann, muss das Volk weisellos, also königinfrei, sein. Sonst wird eine neue Bienenkönigin nicht vom Volk angenommen, sondern abgetötet.

Die Bildung einer Bienenkönigin dauert von der Eiablage bis zu ihrem Schlupf 16 Tage. Davon entfallen alleine auf das Eierstadium drei Tage. Vor 14 Tagen habe ich die neue Königin eingesetzt. In der Konsequenz könnte das heißen, dass das Volk damals bereits weisellos gewesen sein muss. Das würde erklären, warum ich damals keine Königin am Absperrgitter gefunden habe. Aus einigen der vorhandenen Eiern oder Larven müssen die Bienen sich dann von mir unbemerkt Weiselzellen zum Nachschaffen angelegt haben. Das kann auch unmittelbar nach dem Zusetzen der neuen Bienenkönigin noch geschehen sein. Ich vermute jedoch, dass die Weiselzellen über bereits vorhandenen frischen kleinsten Larven entstanden sind. Dies würde den biologischen Entwicklungsprozess um etwa vier Tage abkürzen und das käme dann auch mit dem tatsächlichen Ablauf hin. Zudem dauert es einige Tage bis die neue Königin aus ihrem Zusetzkäfig freigefressen ist und ins Volk einlaufen kann.

Denkt man dieses Geschehen weiter, bedeutet das, dass die nicht markierte Königin vermutlich noch unbegattet sein muss. Jetzt, Mitte September, ist es für einen Hochzeitsflug mit erfolgreicher Begattung im Grunde schon zu spät, weil es zu dieser Zeit keine frei fliegenden Drohnen mehr geben dürfte.

Ein Volk verträgt nur eine Königin. Auch deshalb tauchen Fragen auf: Wieso läuft eine weitere Königin herum? Wer hat die Königinnen in den Weiselzellen abgestochen, die markierte, die unmarkierte? Wie wird es weitergehen? Rivalinnen töten sich normalerweise, so dass nur eine Königin überlebt. Dieses geschieht üblicherweise bereits nach dem Schlupf der Erstgeborenen. Wieso sind es dann hier zwei? Welche der beiden wird überleben? Sollte es die begattete und markierte Königin sein, wäre der Fortbestand des Volkes gesichert. Wäre es die nicht markierte und vermutlich nicht begattete, kann das Volk sich nicht weiter vermehren.

Ich bin beim Anblick der beiden Damen so irritiert und zugleich fasziniert gewesen, dass ich etwas wichtiges vergessen habe, nämlich einzugreifen und die unmarkierte Königin zu fassen und abzudrücken. Sie lief quirlig auf den Waben herum, ich habe sie kurz verfolgt und dann aus den Augen verloren und nicht wieder gefunden. Jetzt bleibt mir nur übrig entweder der Natur zu vertrauen und zu hoffen, dass die gelb markierte Königin ihre Rivalin beseitigt oder morgen beziehungsweise in den nächsten folgenden Tagen mich auf die Suche nach den beiden Königinnen begebe und entsprechend handle.

Für Kommentare, Tipps, Anregungen und Kritik bin ich dankbar. Zu erreichen bin ich unter imker@bienenblog.eu . Entsprechende Rückmeldungen werde ich hier gerne als Update veröffentlichen.

(12.09.2023) Draußen ist es sonnig. Laut Wetterbericht soll es nun der letzte heiße und schöne Spätsommertag dieses Jahres sein. Am Bienenstand ist es ruhig und trotzdem emsig. Die Bienen fliegen fleißig und sammeln Pollen ein, auch wenn die Tracht beendet ist.

Aber, das ist das Faszinierende und Schöne: es blüht noch immer etwas. Derzeit ist Saison für die wenigen Spätblüher. Auf der Streuobstwiese dominieren die leuchtenden Gelbtöne der Durchwachsenen Silphie. Zwar neigt sich auch ihre Blütezeit inzwischen dem Ende zu, aber noch erhalten die Blüten regen Besuch und das nicht nur von Bienen.

Man muss gar nicht lange warten und schon lassen sich auf den Blüten Nahrung sammelnde Insekten nieder.

Bei der Völkerkontrolle geht es in diesen Wochen darum, dass die Bienenvölker genug Wintervorräte einlagern können. Die erste Runde zugegebenen Futters ist bei fast allen Völkern inzwischen aufgebraucht. Sie erhalten nun den ersten Nachschlag.

In den Bienenvölkern hat sich bei aller Betriebsamkeit eine wunderbare Ruhe eingestellt. Aus den geöffneten Völkern dringt ein gleichmäßiges Summen nach außen ohne eine Spur von Hektik. Dieser Klang hat etwas sehr Beruhigendes und Meditatives an sich.

Etwas weiter unten auf der Streuobstwiese sind vor einigen Jahren junge Efeupflanzen gesetzt worden. Efeu blüht erst sehr spät im Jahr. Seine Blüten stellen die letzte natürliche Nahrungsquelle für die Bienen dar. Auch, wenn die Pflanzen noch recht klein sind, sie blühen bereits seit zwei Jahren. Es dauert normalerweise sehr viele Jahre, bis ein eingepflanzter Efeu mit seiner Blüte beginnt. Diese Zeit ist jetzt glücklicherweise vorbei.

In den nächsten Jahren werden die einzelnen Efeupflanzen größer werden und wachsen zu einer Art Hecke zusammen. Nicht nur die Bienen werden dann die Besucher sein, auch viele andere Insekten werden hier zu Gast sein.

(06.09.2023) Ein Ableger, den ich in diesem Sommer gebildet habe, entwickelt sich zurzeit nur noch schwach. Er ist inzwischen auf drei bis vier Rahmen angewachsen und stagniert in seiner Entwicklung. Aus diesem Grunde habe ich mich vor dem kommenden Herbst und Winter dazu entschlossen, dessen Königin auszutauschen. Die Alternative wäre gewesen, ihn mit einem anderen Volk zu vereinigen.

Zur Suche nach der alten Königin habe ich dieses Mal eine andere Methode verwendet und dazu den Marburger Feglingskasten eingesetzt. Das ist ein vielseitig verwendbarer Kasten im Zanderformat.

Marburger Feglingskasten

Auf der Vorderseite befindet sich eine Klappe zum Öffnen. Dahinter verbirgt sich unten ein schmales Absperrgitter. Der Deckel enthält einen diagonal verlaufenden Handgriff, rechts vorne ist eine Öffnung zum Aufsetzen eines Futterballons, links hinten eine Drehklappe zum Zusetzen von Königinnen zu erkennen. Rückseitig ist ein Lüftungsgitter, das durch eine weitere Klappe freigegeben werden kann. Zudem ist auf einer Seite unten ein kleines verschließbares Flugloch.

Marburger Feglingskasten ohne Deckel

Dieser Kasten ist vielseitig verwendbar, jetzt zum Suchen von Königinnen, als Ablegerkasten, als Fangkasten von Bienenschwärmen (wofür er von seinem Gewicht her im Grunde doch zu schwer ist). Dieser Kasten ist für Rahmen im Zanderformat ausgelegt. Es gibt ihn aber auch in vielen anderen gängigen Rahmenmaßen.

Zur Suche nach der Königin werden die Bienen von den Rahmen des betreffenden Volkes vorne vor das Absperrgitter abgeschlagen oder abgefegt. Die Rahmen werden anschließend in den Feglingskasten bienenfrei eingehängt. Die Bienen laufen durch das Gitter hindurch ins dunkle Innere und auf die Waben zurück, während die Königin draußen bleiben muss. Somit ist das Volk schnell weisellos oder königinnenfrei.

Es hat nicht sehr lange gedauert und sämtliche Bienen sind im Feglingskasten verschwunden. Restliche Bienen aus der ursprünglichen Beute habe ich anschließend noch vor den Kasten abgekehrt und die Beute gereinigt. Die Rahmen kommen zurück in die ursprüngliche Bienenbeute, die neue Königin wird im Zusetzkäfig eingehängt. Nun heißt es abzuwarten, ob und wie das Volk die neue Weisel annimmt. Parallel dazu wird natürlich auch aufgefüttert.

Derzeit erleben wir im September eine Hitzewelle. Zuvor hat es hier recht viel geregnet. Dadurch hat die Natur sich wunderbar erholen können. Als Folge dessen tragen viele Bienen noch Pollen ein und kehren mit dicken Pollenhöschen zurück. Auf dem Feglingskasten habe ich einige von ihnen fotografieren können.

(02.09.2023) Ich komme gerade zurück von der Sanierung mehrerer Bienenstände, die mit der Amerikanischen Faulbrut (AFB) verseucht gewesen sind.

Vor wenigen Wochen ist es bereits durch die Medien gegangen: in Mittelhessen hat es einen Befall mit der Amrikanischen Faulbrut gegeben. Mehrere Bienenstände im Umland von Gießen und Lich sind davon betroffen gewesen. Wenn so etwas geschieht, ist ein Alarmfall eingetreten. Damit sich diese bakteriell übertragene Seuche nicht weiter verbreitet und die Brut der Bienen beschädigt, muss gehandelt, saniert, werden. An den Bienen selber macht das Bakterium nichts. Es vermehrt sich lediglich in der Brut und tötet sie. In dem betreffenden Areal wird ein sogenannter Sperrbezirk von Amts wegen errichtet. Die Folge ist, dass an den Bienenständen darin nichts verändert werden darf. Es darf weder etwas herausgenommen noch zugefügt werden, bis die Sperrung wieder aufgehoben ist. Für die betroffenen Imker ist dies eine erhebliche Beeinträchtigung.

In diesem Fall sind Bienenstände mit etwa 100 Bienenvölkern betroffen gewesen, die im errichteten Sperrbezirk stehen. Nach einer mündlichen Auskunft soll dieses die größte entsprechende Maßnahme in Hessen sein, die es jemals gegeben hat.

Für die Sanierung bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit und Planung verschiedener Stellen. Amtlich federführend ist hierbei das zuständige Veterinäramt. Weil die allermeisten Veterinäre jedoch selber über kein großes Wissen von Bienenhaltung und Bienenkrankheiten verfügen, verlassen sie sich auf die Expertise von ausgebildeten Bienensachverständigen (BSV). Es gibt nur sehr wenige Amtstierärzte, die selber imkern.

Die Planung setzt früh ein. Eingebunden sind das Bieneninstitut in Kirchhain, Feuerwehr, BSV, die Imker der befallenen Bienenstände und die lokalen Imkervereine. Weil sehr viel Personal benötigt wird, werden auch die BSV im ganzen Bundesland um Mithilfe gebeten.

Die betroffenen Imker leisten bereits eine wichtige Vorarbeit: sie müssen in jedem ihrer Völker die Königin suchen und in einem Käfig einsperren. Ferner ist es eine riesige Materialschlacht: an den Bienenständen müssen Boxen für Kunstschwärme bereits stehen, an einem zentralen Platz muss eine "Kratzstraße" eingerichtet werden, ein Platz für Bäder in heißer Natronlauge wird benötigt, ein Platz zum Hochdruckreinigen, ein Sammelplatz für verunreinigte und einer für gereinigte Beuten, eine Möglichkeit zum Verbrennen von befallenem Material zum Beispiel in Form einer Feuergrube. Dazu müssen die beteiligten Helfer, die etliche Stunden am Stück tätig sind, mit Essen und Trinken versorgt werden und natürlich müssen für menschliche Bedürfnisse Toiletten vorhanden sein.

Wenn das alles auf den Planungsweg gebracht ist, kann es zum Tag X losgehen. Dieser Tag ist heute gewesen. In diesem Fall möchte ich im Vorfeld den Organisatoren ein großes Kompliment machen. Alles ist hervorragend vorbereitet gewesen. In kurzer Entfernung ist die Feuergrube ausgehoben gewesen, der Bauhof der Stadt Lich steht für die anderen Arbeiten zur Verfügung. Der Platz dort ist ausreichend groß gewesen, um an einem Ort alle nötigen Arbeiten durchzuführen. Beteiligt sind heute etwa 50 Personen!

Wie geht es vor sich? Um 7:00 morgens ist Treffen auf dem Bauhof mit einer Lagebesprechung und Unterweisung. Auf dem Bauhof sind die ersten Vorbereitungen bereits im Gange: Bottiche mit Wasser werden aufgeheizt und Natronlauge zugefügt. Zwei Kratzstraßen sind errichtet. Das Bienenseuchenmobil des Landesverbandes Hessischer Imker ist vor Ort. Es enthält alle nötigen Dinge, die für die Sanierung gebracht werden und dazu sehr viele Teile an Schutzausrüstung.

Etwa 15 bis 20 Bienensachverständige und die gleiche Anzahl an Helfern sind vor Ort. Sie werden auf die einzelnen zu sanierenden Bienenstände aufgeteilt und fahren dorthin.

Dort vor Ort wird in Kleingruppen gearbeitet. Jede Gruppe öffnet die vorhandenen Beuten. Die darin enthaltenen Rahmen werden entnommen und die Bienen über einem großen Trichter in eine Kunstschwarmbox abgeschlagen. Das sieht sehr brutal aus, ist es jedoch nicht.

Weil die AFB ja eine Erkrankung der Brut und nicht der Bienen ist, versucht man auf diese Art und Weise die Bienen zu retten. Sie werden in den Kunstschwarmkisten gesammelt und zwar zusammen mit einer Königin, die der Imker vorher gesucht und in einem Käfig eingesperrt hat.

Die orangenen Würfel sind die Sammelgefäße für die Kunstschwärme. Sie bestehen aus sechs luftdurchlässigen Gitterwänden und einem Deckel auf der Oberseite. In jeden Würfel kommt etwa die Masse von 2,5 kg Bienen hinein. Durch diese Maßnahme werden die Bienen von ihrer Brut getrennt. Ähnlich ist es im Frühjahr, wenn die Bienen schwärmen. Auch dann sind sie von ihrer Brut getrennt und suchen sich eine neue Heimat, um dort ein neues Nest und Brut zu bilden. Dieses ist ein völlig natürlicher Vorgang, den wir künstlich nachahmen, um die Bienen zu retten.

Bei diesem Abkehren gelangen natürlich nicht alle Bienen in die Schwarmbox hinein, sondern fliegen auf. Wie auf den Bildern zu erkennen ist, sammeln sie sich beispielsweise an den Seitenwänden. Doch nicht nur dort lassen sie sich nieder, sondern auch auf den Imkern:

Weil viele Bienen nicht in der Schwarmbox landen, sondern auffliegen, greifen wir zu einem Trick: wir hängen einen oder mehrere Käfige mit den Königinnen an einem Ast auf. Hier sammeln sich die freifliegenden Bienen in den nächsten Stunden und können dann zeitversetzt eingefangen werden.

Die leeren Rahmen mit den Waben werden getrennt gesammelt und später "thermisch entsorgt", also verbrannt. Dadurch werden die Bakterien und ihre Sporen vernichtet. Die leeren Beuten kommen jetzt zum Sammelplatz auf den Bauhof.

In den Kratzstraßen werden sie mechanisch vorgereinigt. Alles an ihnen klebende Wachs und Propolis wird abgekratzt. Dazu sind Böcke aufgestellt und mit horizontalen Balken oder Leitern belegt worden. Auf sie wird jede einzelne Zarge, jeder Boden und jeder Deckel gelegt. Das abgekratzte Material fällt auf Folien, die zuvor auf dem Boden ausgelegt worden sind. Auch dieses Material wird später verbrannt werden. Viele Beuten enthalten Metallteile. Sie werden mechanisch entfernt und mit einem Gasbrenner erhitzt und auf diese Weise keimfrei gemacht.

Die gekratzten Zargen und Beutenteile aus Kunststoff werden anschließend in ein Bad mit heißer Natronlauge getaucht und dort mit Bürsten von restlichem Wachs und Propolis befreit. Vier Bottiche mit Natronlauge stehen uns zur Verfügung.

Die Wannen werden ständig beheizt. Das und die notwendige Schutzkleidung machen diese Arbeit nicht sehr angenehm. Deshalb finden hier häufige Wechsel und Ablösungen statt. Schweiß ist an dieser Stelle vorprogrammiert, besonders dann, wenn auch noch die Sonne dazu scheint.

Die so behandelten Beutenteile werden anschließend noch mit einem Hochdruckreiniger von letzten anhaftenden Materialien und vor allem von Natronlauge befreit.

Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger

Anschließend sind die Sachen zwar noch feucht, aber wieder rein und werden gesammelt. Sie können später von den Imkern wieder verwendet werden.

Wie man sehen kann, ist die Menge an Beuten nicht sehr klein - und dieses ist nur ein Teil des Ganzen

Ein wenig entfernt vom Bauhof ist eine Grube ausgehoben worden. In ihr werden die Rahmen mit dem Wachs und der vorhandenen Brut sowie Holzteile verbrannt.

Die Grube misst etwa drei mal drei Meter und ist einen Meter tief. Zwei Imker, die zugleich in der örtlichen Feuerwehr engagiert sind, halten dort Wache und das Feuer am Brennen.

Wie geht es nun weiter? Die Organisation vor Ort ist so hervorragend gewesen, dass wir alle früher als erwartet fertig geworden sind. Die Schwarmboxen mit den Bienen werden geschützt für einige Tage aufbewahrt. Der Grund: Der Erreger der AFB befällt zwar auch die erwachsenen Bienen, aber verursacht in ihnen keine Erkrankungen. Wohl aber bleiben die Bakterien im Verdauungstrakt. Deshalb werden die Bienen quasi in eine Zwangsfastenkur geschickt und bekommen die nächsten Tage kein Futter. Der Nachteil dieser harten Tour ist, dass ein Teil von ihnen (etwa ein Viertel bis die Hälfte) verhungern wird. Dafür werden die anderen aber gerettet und sind und bkeiben gesund. Sie werden nach zwei bis vier Tagen des Fastens wieder zusammen mit einer Königin in ihre inzwischen gereinigten und getrockneten Beuten eingesetzt. Dort können sie neues Wabenwerk aufbauen und wieder zu brüten beginnen. Zahlenmäßig ist das Volk dann zwar geschwächt, kann sich jedoch wieder gut erholen und bleibt am Leben.

Anmerkung: Ich schreibe diesen Beitrag voller Begeisterung. Dabei können mir möglicherweise einige Fehler unterlaufen sein. Deswegen werde ich diesen Artikel mit etwas zeitlichem Abstand überarbeiten und möglicherweise noch verändern. Nachschauen lohnt sich!

(31.08.2023) Gestern habe ich die Königin im Volk nicht gefunden. Deshalb habe ich sämtliche Bienen aus dem Inneren des Volkes vor dem Flugloch abgekehrt. Durch ein im Bodenteil eingelegtes Absperrgitter sind die Bienen anschließend in die Beute zurückgelaufen. Die Königin jedoch musste draußen bleiben. Für das Absperrgitter ist sie zu dick.

Heute, beim Öffnen des Volkes, klingt das Summen der Bienen ganz anders. Das Volk ist jetzt weisellos, also ohne die alte Königin. Das ist die Voraussetzung, um eine neue Bienenkönigin in ein Volk einzubringen.

Die neue Königin lebt mit einem kleinen Hofstaat in einem besonderen Zusetzkäfig. Im unteren Teil ist ein Pfropf aus Futterteig. Er dient einerseits der Ernährung der gefangenen Bienen und andererseits als Verschluss.

Dieser Käfig wird in ein weiselloses Volk gehängt. Die Bienen können sich nun langsam an den Duft der zugesetzten Königin gewöhnen. Dazu dient auch der Futterteigverschluss. Sowohl die inneren als auch die äußeren Bienen fressen sich durch diesen Propf hindurch. Erst dann ist der Weg frei und die Königin kann in ihr neues Volk laufen. Eine Garantie für ihre Annahme besteht trotzdem nicht, aber die Chancen steigen dafür.

Der Käfig hängt an einem Zahnstocher in der Wabengasse zwischen zwei Rahmen. Jetzt ist es eine Frage der Zeit bis die Königin "freigefressen" ist und in ihr neues Volk laufen kann. Weil sie begattet ist und damit der Hochzeitsflug entfällt, kann sie nun zügig mit der Eiablage beginnen.

Dieses Wort klingt äußerst ungewöhnlich bis befremdlich. Was ist damit gemeint? In der Imkersprache hieße das Umweiseln und sofort weiß jeder (Imker), was damit gemeint ist. Ein passendes "normal"sprachliches Wort dafür wäre Königinnenwechsel.

In Bienenvölkern geschieht dieser Prozess nicht einmal so ganz selten. Sobald zum Beispiel ein Bienenvolk mit seiner Königin nicht mehr zufrieden ist, sorgt es für einen Wechsel. Aus jedem befruchteten Ei kann ein Bienenvolk entweder eine Arbeiterin oder eine Königin werden lassen. Je nach Fütterung in den ersten Tagen ist das Schicksal der werdenden Biene bestimmt. Wenn die Bienen beschlossen haben, dass sie eine neue Königin haben möchten, wird die aus dem Ei geschlüpfte Larve eben mit Königinfuttersaft und nicht mit Bienenbrot gefüttert.

Dieser Vorgang spielt sich zum Beispiel in der Vorbereitung zum Schwärmen ab. Aber auch im Sommer und Spätsommer kann es zu einem Wechsel kommen. Die bestehende Königin lebt zunächst weiter während ihre Nachfolgerin bereits im Entwicklungsstadium ist. Damit es zu keiner Rivalität zwischen ihnen kommt, wird die alte Königin rechtzeitig vor dem Schlupf der neuen getötet. Natur kann sehr grausam sein!

Aber auch wir Imker wollen manchmal einen Königinnenwechsel. Der Grund kann in einer schwachen Volksentwicklung bestehen, aber auch in Krankheiten wie Steinbrut, in einer nachlassenden Legeleistung und damit Volksstärke, in nachlassender Tracht, also aus wirtschaftlichen Gründen.

Bei einigen unserer eigenen Völker ist die Königin inzwischen recht alt. Ein anderes kommt als Ableger nicht so richtig in Gang, heißt, die Königin legt zu wenige Eier. Um diesen Ableger mit einem anderen Volk zu vereinigen, ist er zu stark. Würde ich ihn sich selber überlassen, würde er vermutlich jedoch den Winter nicht überleben. Also habe ich mich dazu entschieden, diesen Bienen eine neue Königin zu geben.

Dazu muss die alte Königin aber erst einmal aus dem Volk entfernt werden, das Volk muss "weisellos" sein. Für die Nicht-Imker: Weisel ist ein anderer Begriff für die Königin.

Zu diesem Zweck habe ich im Volk die Königin gesucht, aber leider nicht gefunden. Deswegen greife ich auf einen Trick zurück: ich entferne die Bruträume (in diesem Fall nur einen) und lege auf den verbleibenden Boden ein Absperrgitter.

Boden mit Absperrgitter

Anschließend stelle ich eine Leerzarge auf diesen Boden mit dem Absperrgitter und setze alle Bienen vor das Einflugloch. Dazu nehme ich jeden einzelnen Rahmen des Brutraums und schüttele die ansitzenden Bienen vor das Flugloch. Die leeren Rahmen hänge ich anschließend in die neue Leerzarge. Dem Volk geht damit also nichts an Raum verloren.

Sämtliche Bienen einschließlich der Königin sitzen danach vor dem Flugloch auf dem Anflugbrett. Von hier aus krabbeln sie in den nächsten Minuten wieder zurück in ihre Beute. Dabei müssen sie das eingelegte Absperrgitter passieren. Die Arbeiterinnen sind schlank genug, um das Gitter durchqueren zu können. Die Königin ist etwas dicker und passt nicht zwischen den Stäben des Gitters hindurch. Sie bleibt deswegen an der Unterseite hängen.

Es hat keine halbe Stunde gedauert, bis die Bienen wieder in ihrer Beute sind.

Dies ist der erste Schritt zur Umweiselung. Wie es damit weitergeht, berichte ich morgen.

(28.08.2023) Gestern habe ich wieder einmal alle Bienenvölker unseres Bienenstandes angesehen. Die sommerliche Varroabehandlung ist inzwischen abgeschlossen, die Völker werden aufgefüttert. Mein Ziel ist es gewesen zu wissen, wie es um die Vorratsbestände in den Völkern aussieht.

Um es vorweg zu nehmen: sehr unterschiedlich! Ein Volk existiert schon gar nicht mehr. Sämtliche Rahmen und Waben sind absolut leer. Weder Futter noch Bienenreste sind zu sehen. Das sieht sehr deutlich nach Räuberei aus. Mein möglicher Fehler dabei: ich habe das Flugloch nicht verkleinert.

Bei allen anderen Bienenvölkern scheint es relativ gut in den Herbst zu gehen. Einige Ableger müssen noch ein wenig an Bienenmasse zulegen. Andere Völker sind sehr groß und stark.

Gleich in der ersten Beute, einem Sammelbrutableger nach der Totalen Brutentnahme, habe ich große Brutflächen vorgefunden, die ich hier nicht vorenthalten möchte:

Das sind doch gute Aussichten für den kommenden Herbst und Winter. Jetzt, mit dem Ende der Tracht, müssen die Bienen nicht mehr so viel eintragen und arbeiten sich entsprechend nicht so schnell zu Tode. Gleichzeitig beginnt jetzt allmählich die Anlage der zukünftigen Winterbienen.

Noch sind nicht alle Völker winterfertig. Bei etlichen werde ich weiter auffüttern müssen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt im September eine zusätzliche Varroabehandlung mit Oxalsäure durchzuführen, um einer Reinvasion wie im letzten Jahr vorzubeugen.

(22.08.2023) In dieser Art haben wir das noch nie erlebt: eine Ernte und drei verschiedene Honige! Das ist sehr ungewöhnlich.

Das Ergebnis unserer ersten Honigernte heißt bei uns Riedberg-Imkern stets Eintracht. Mit dem bekannten Frankfurter Fußballverein hat dieses nichts zu tun. Das, was die Bienen in ihren Bienenstock eintragen, nennt man in der Imkersprache Tracht. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen und soll "das, was getragen wird" bedeuten. In der (früheren) Mode spielt das Wort heute noch eine Rolle. Hier bezeichnet man als Tracht eine landes- oder regionaltypische Kleideranordnung für bestimmte Anlässe.

Unsere diesjährige Eintracht hat uns drei verschiedene Honige geschenkt. Zwar sind alle Honige zur selben Zeit geerntet und geschleudert worden, aber bereits nach zwei Wochen hat der erste Teil davon schon zu kristallisieren begonnen. Der Rest hat sich mehr Zeit gelassen. Trotzdem hat die Kristallisation wieder zu zwei unterschiedlichen Zeiten kristallisiert. Den mittleren Teil habe ich vor wenigen Tagen abgefüllt, den dritten Teil heute, gerade eben.

Dieser Honig befand sich in seinem Lagereimer und hat hat sehr schnell mit der Kristallisation begonnen, während ich noch am Rühren und Abfüllen des mittleren Eintracht-Anteiles gewesen bin.

Auch dieser Honig ist äußerlich wieder von den anderen beiden etwas verschieden. Er ist wesentlich heller als der mittlere, jedoch etwas dunkler als der erste Anteil dieser Ernte. Die Geschwindigkeit seiner Kristallisation und jetzt seine helle Farbe lassen darauf schließen, dass auch hier der Rapsanteil etwas erhöht sein dürfte, jedoch nicht so hoch wie im ersten Anteil.

Unsere drei Eintracht-Honige im Vergleich: links der erste Anteil, in der Mitte der zweite und rechts der dritte Anteil der gleichen Ernte.

Die Farbe des Honigs hängt von der Zusammensetzung der eingetragenen Pollen ab. Übrigens verändert sich die Honigfarbe auch nach dem Abfüllen noch weiter. Ganz klassisch: Rapshonig wird im Laufe der Zeit fast schneeweiß, andere Honige dagegen eher gelber und/oder dunkler. Um diesen Prozess zu verlangsamen, soll der Honig ja auch kühl und dunkel gelagert werden.

(17.08.2023) Diesen Begriff gibt es nicht nur in Geschichtsbüchern, auch heute noch finden Völkerwanderungen statt. Momentan meine ich natürlich mit Völkern Bienenvölker.

Im Rahmen der Varroabehandlung habe ich bei etlichen Völkern eine Totale Brutentnahme (TBE) durchgeführt. Hierbei werden sämtliche Rahmen, die Brut, egal in welchem Zustand, tragen aus dem Volk entnommen. Aus ihnen lässt sich beispielsweise über Sammelbrutableger eine Völkervermehrung erzielen. Allerdings sollten diese hoch mit Varroamilben kontaminierten Brutableger weit weg von den Muttervölkern aufgestellt werden.

Genau so habe ich es auch gemacht. Heute morgen, nach dem verheerenden Unwetter über Frankfurt, habe ich die ersten Völker umgezogen. Gestern Abend, nach Einbruch der Dämmerung, habe ich bei den Völkern noch schnell die Fluglöcher verschlossen, damit alle Bienen in ihrer Beute bleiben und mitgenommen werden können.

Heute Morgen dann habe ich die Beute verschnürt, ins Auto gestellt und zu uns zum neuen (alten) Standort verbracht.

Dort hat diese Beute mit dem Sammelbrutableger ihren neuen Stammplatz gefunden. Vorher allerdings sind die Bienen in dieser Beute gegen die Varroamilbe behandelt worden. Bei der Nachkontrolle hat sich gezeigt, dass die gesamte (alte) Brut ausgelaufen ist. Die Bienen haben sich inzwischen eine neue Königin angeschafft, die übrigens bereits in die Eiablage gegangen ist. Von daher ist es genau der richtige Zeitpunkt jetzt gewesen, dieses Volk umzuziehen.

So sieht der Sammelbrutableger nun an seinem neuen Platz aus. Er hat ein Anflugbrett erhalten und auf die untere Zarge, dem unteren und einzigen Brutraum, habe ich eine zweite Zarge, gefüllt mit Tierstreu als "Dampfabzugshaube" gesetzt. Die Bienen stehen bei uns auf einem Nordhang, dort ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel etwas erhöht. Um Wabenschimmel zu vermeiden, erhalten unsere Bienenvölker nach und nach ihre "Dunstabzugshaube". Die Feuchtigkeit innerhalb der jeweiligen Beute ist dadurch signifikant niedriger, was sich nebenbei auch beim etwas geringeren Wassergehalt des Honigs bemerkbar macht.

Was jetzt noch weiterhin geschehen wird, ist die Auffütterung, damit die Bienen gut in den Winter hineingehen und ebenso gut aus ihm herauskommen können.

Aufgrund entsprechend schlechter Erfahrungen des letzten Jahres werde ich Ende August oder Anfang September zusätzlich noch eine weitere Varroabehandlung durchführen, indem ich die Bienen mit Oxalsäure besprühe.. Dadurch versuche ich eine späte Reinvasion von Varroamilben, wie wir sie in den letzten warmen Sommern erlebt haben, zu verhindern.

Der erste Teil der ersten Honigernte ist inzwischen bereits im Glas. Dabei hat es sogar eine interessante Überraschung gegeben.

Wenn wir Honig schleudern, beginnen wir bei einer Zarge mit ihren zehn Rahmen. Sobald diese geschleudert worden sind, kommen die Rahmen der nächsten dran. Eine Zarge entspricht in diesem Fall dem Honigraum eines Bienenvolkes. Den aus der Schleuder ablaufenden Honig fangen wir in einem Hobbock, einem lebensmittelgerechten Kunststoffeimer, auf. Sobald er zur Hälfte gefüllt ist, wechseln wir zum nächsten Eimer. Ein solcher Eimer enthält etwa 20 kg Honig, wenn er halb gefüllt ist. Das ist ein Gewicht, dass sich noch gut tragen lässt. Ein anderer Vorteil der halben Füllung ist der, dass sich darin der Honig später besser rühren lässt, sobald dessen Kristallisation beginnt.

Bei der ersten Schleuderung haben wir mehrere Hobbocks auf diese Weise gefüllt und alle anschließend zum Reifen des Honigs in den Keller gestellt. Man könnte nun glauben, dass alle Eimer den gleichen Honig enthalten würden. Das ist leider ein Irrtum. Bienen sind blütenstet. Das heißt, sie besuchen immer nur eine bestimmte Sorte von Blüten. Das geht solange, bis deren Nektarproduktion erloschen ist. Dann erst wechseln sie zur nächsten Blüte. Die Konsequenz ist, dass dann plötzlich in einem Honigraum beispielsweise nur oder überwiegend Rapsnektar, in einem anderen hingegen Apfelnektar eingelagert wird. Normalerweise durchmischt sich das alles später beim Schleudern.

Die Überraschung: in diesem Jahr haben wir aus zwei dieser Hobbocks einen Honig abgefüllt, der bereits zwei Wochen nach der Ernte zu kristallisieren begonnen hat, während in den anderen Gefäßen nicht die Spur davon zu erkennen gewesen ist. Das bedeutet, dass in diesen Eimern ein sehr hoher Rapsanteil gewesen sein muss. Wegen seines relativ hohen Traubenzuckeranteiles beginnt ein Rapshonig recht früh zu kristallisieren. Üblicherweise dauert es bei uns vier bis sechs Wochen, bis dieser Prozess beginnt. Deshalb ist es um so erstaunlicher, dass es hier so rasant abgelaufen ist.

Die Folge: die Honige der ersten beiden Eimer mussten schon nach zwei Wochen gerührt werden, um den Vorgang der Kristallisation zu unterbrechen. Kurze Zeit später wäre der Honig sonst steinhart geworden. Zugleich hat dieser Honig eine typische Farbe für den Rapshonig angenommen: hellgelb bis fast weiß.

Links ist der Rapshonig, rechts der andere Honig aus der gleichen Ernte zu sehen.

Inzwischen ist die Hälfte dieser Ernte im Glas und mit Etiketten versehen. Damit können wir diesen ersten Honig nun in den Verkehr bringen.

Übrigens heißen bei uns die erste Ernte immer Eintracht, die zweite stets Zwietracht, die von unserem Standort im Niddapark Niedertracht. Jetzt ist es das allererste Mal, dass wir von der Eintracht sogar zwei unterschiedliche Honige haben.

Eintracht 2023 in Gläsern abgefüllt.

Nach der Ernte und dem Schleudern ruhen und reifen die Honige in unserem Keller heran. Wir stellen bewusst keine Sortenhonige her, sondern ganz normale 1000-Blüten-Honige. Bei einem Sortenhonig muss mindestens 60% der Honigmenge von einer einzigen Blütensorte stammen. Mit Hilfe einer Pollenanalyse läßt sich das gut kontrollieren.

Um einen Sortenhonig zu erzeugen, müssen die Bienen während der Blütezeit der gewählten Sorte in der Nähe dieser Quelle sein. Dazu bringen viele Imker ihre Völker direkt in die Nähe der gewünschten Blüten. In der Imkersprache nennt man das Wandern. Weil hierfür die Völker fast immer aus dem Amtsbereich eines Veterinäramtes in den Zuständigkeitsbereich eines anderen Veterinäramtes transportiert werden müssen, sind Gesundheitszeugnisse erforderlich. Sie sollen verhindern, dass Bienenseuchen wie zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut sich ausbreiten können. Wir verzichten auf diesen Aufwand und lassen die Völker an ihrem gewohnten Standort stehen. Deswegen gibt es bei uns ja auch keine Sortenhonige. Wir haben das Glück auf dem Riedberg in einer Großstadtrandlage zu leben. Hier gibt es sowohl viele parkähnliche Strukturen, Landschaftsschutzgebiete, Vorgärten und Ackerflächen. Bienen finden in dieser abwechslungsreichen Gegend genügend Nahrung. Und, um ehrlich zu bleiben: mir persönlich ist der Aufwand des Wanderns zu groß, zumal so ein Bienenvolk in seiner Beute bis zu 70 kg schwer sein kann.

Doch zurück zum Honig: im Keller lagern mehrere Hobbocks mit verschiedenen Honigen. Sie sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie riechen auch verschieden. Unmittelbar nach der Ernte sieht jeder Honig wie Bernstein aus. Abhängig von seiner Zusammensetzung aus Enzymen und verschiedenen Zuckern verändert sich im Laufe der Wochen die Farbe, das Aussehen und die Konsistenz.

Die Bilder oben zeigen vier verschiedene Honigeimer. Links oben und rechts unten ist der gleiche Honig photographiert, einmal vor und später nach dem Abschäumen, dem Entfernen der aufgestiegenen Luftbläschen. Der Honig links oben ist inzwischen (13.8.2023) zum Abfüllen in Gläser fertig gereift und gerührt.

Irgendwann ist es dann soweit und der Honig bekommt einen perlmuttartigen Schimmer und wird trüb. Jetzt ist Kristallisation so weit fortgeschritten, dass der Honig unbedingt gerührt werden muss, damit er nicht fest wie Beton wird. Die Kristallisation wird durch das Rühren mechanisch unterbrochen, damit der Honig am Ende cremig wird und bleibt.

Das Rühren muss mehrfach wiederholt werden. Solange er im Hobbock ist, geht das einfach und gut, später im Glas wird es bedeutend schwieriger.

Der fertig gerührte Honig tropft ab und fällt in seinen Lebensmitteleimer zurück. Anschließend wird er Hobbock in einen Metalleimer umgefüllt, an dessen unterem Ende ein Ausflussrohr angebracht ist.

Dieser Metalleimer wird auf einem Holzgestell deponiert. Der Honig ist jetzt abfüllbereit.

Die gespülten Gläser stehen bereit und los geht es nun:

Die Gläser werden einzeln von Hand mit Honig befüllt. Zum Abschluss erhalten sie noch ihr Etikett, dann sind sie fertig. Wie man sieht, ist alles vom Ernten bis zum Abfüllen reine Handarbeit.

Und was noch wichtig ist, wonach wir häufig gefragt werden: dem Honig wird nichts (!) zugesetzt. Vor allem mit Zucker scheint der Honig in vielen Ländern gestreckt zu werden. Aber nicht bei uns. Damit meine ich nicht nur uns Riedberg-Imker persönlich, sondern auch alle anderen Imker in Deutschland, die traditionell arbeiten. Das bezieht auch die Großimkereien mit ein. Denn nach der Honigverordnung darf dem natürlichen Honig weder etwas hinzugefügt noch etwas entzogen werden. Sonst ist das Produkt kein Honig mehr.

(17.08.2023) Weil ich heute Bienenvölker verstellt habe, bin ich erneut auf unserem Grundstück gewesen und habe noch dem vielbesuchten Bienenvolk von gestern gesehen.

Heute sieht es sehr viel ruhiger und entspannter aus. Viele Bienen sind im Landeanflug, weniger als gestern, aber alle mit Pollenhöschen an ihren Beinen.

Also doch keine Räuberei? Ich habe nicht in das Volk hineingesehen. Aber, um ein wenig Vorsorge vor Räuberei zu treffen, habe ich das Flugloch auf etwa ein Viertel seiner Größe mit einem Stück Holz eingeengt. Somit haben die Wächterbienen es wesentlich leichter ihr Volk zu verteidigen.

Drei Bilder vom Flugloch habe ich als eine Galerie angehängt.

Sehr schön sind die Pollenhöschen auf allen Bildern zu erkennen. Nach Räuberei sieht es jedenfalls heute nicht aus!

Kleiner Nachtrag zum Thema Räuberei. Der Name sagt es ja bereits: es wird etwas geraubt. Bei den Bienenvölkern setzt die Räuberei im Sommer und Spätsommer ein. Bienen von fremden Völkern, aber auch Wespen, dringen in ein Volk ein, überwinden die Barriere der Wächterbienen und rauben die Futtervorräte. Bei einem starken Bienenvolk gelingt so ein Überfall oft nicht. Wenn ein Volk jedoch schwächlich ist, ist es für die angreifenden Räuber wesentlich leichter einzudringen und lebend wieder herauszukommen. Schon manche Völker sind der Räuberei zum Opfer gefallen und an den Folgen zugrunde gegangen. Deswegen ist eine mögliche Maßnahme, das Flugloch zu verkleinern, damit die Wächterbienen die Angreifer leichter besiegen können. Im Extremfall kann man das Flugloch so verengen, dass es gerade nur noch eine einzelne Biene passieren kann. Die Räuberei findet hauptsächlich im Sommer/Spätsommer statt, wenn die Futterquellen in der Natur weniger werden und die Imker die Bienen in ihren Beuten mit Futter versorgt haben. Dann beginnt auch die Hochzeit der Wespen, die ebenfalls auf Futterjagd gehen.

(17.08.2023) Die Tracht, also der Eintrag von Nektar aus Blüten, ist gewöhnlich im Juli/August eines Jahres beendet, weil ab dieser Zeit kaum noch etwas Interessantes für die Bienen blüht. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen.

Von einer habe ich bereits berichtet: dem Bienenbaum, Euodia hupehensis.

Eine weitere Ausnahme stellt die "Durchwachsene Silphie" dar. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ihre Blütezeit beginnt im Juli und dauert bis zum September. Aus diesem Grund ist sie für Bienen und Insekten als Spätblüher und Nektarlieferant von großer Bedeutung. Die Durchwachsene Silphie wird in Europa noch wenig angebaut. Ihre Domäne liegt eigentlich in der Eigenschaft, ein starker Biomasseproduzent für Biogasanlagen zu sein. Damit könnte sie den ansonsten genutzten Mais gut verdrängen. Allerdings stehen die anfangs höheren Kosten im ersten Jahr dem etwas entgegen. Einmal angepflanzt, kommt die Silphie dann viele Jahre lang immer wieder. Somit wird sie dann auf Dauer rentabel.

Ich habe bei uns mit fünf Durchwachsenen Silphien begonnen. Inzwischen haben sie sich auf ein Vielfaches davon vermehrt und sind durch ihre Anzahl fast schon ein wenig lästig wie Unkraut geworden. Aber nicht nur für Bienen, sondern auch andere Insekten, sind sie ein Segen.

Beim heutigen Völkerumzug habe ich unsere Silphien photographiert und stelle die Bilder hier als kleine Galerie ein.

(16.08.2023) Gerade eben bin ich bei den Bienen gewesen, um einen Völkerumzug vorzubereiten. Wenn ich schon einmal vor Ort bin, schaue ich natürlich an den Völkern vorbei mit der Frage im Hinterkopf, ob denn äußerlich alles in Ordnung sei.

Bei allen Völkern ist vor dem Flugloch und am Anflugbrett zwar ein reger Betrieb zu sehen, aber bei einem Volk, #21, ist der Flugbetrieb enorm. Vor dem Flugloch tummeln sich sehr viele Bienen direkt auf dem Holz der Beute. Gleichzeitig schweben sehr viele direkt davor in der Einflugschneise als ob sie auf die Freigabe der Flugsicherung warten würden.

Zufälligerweise habe ich mein Smartphone dabei gehabt und mir erlaubt ein kleines Video nur von diesem Volk zu erstellen.

Das Volk steht im Halbschatten. Draußen sind zur gleichen Zeit etwa 26° Celsius. Am 4.8.2023 hat dieses Volk 15 kg Apifonda zum Auffüttern erhalten. Für Nicht-Imker: Apifonda ist Futterteig aus Zucker für die Bienen.

Was ist also los? Ist es dem Volk drinnen nur zu warm? Oder wird es gerade von außen "überfallen" und soll seines Futters beraubt werden?

Laut Medienmeldungen sei die Honigernte 2023 überdurchschnittlich gut ausgefallen. Das kann ich so nicht bestätigen. Unsere eigene Ernte ist gut, aber nicht überdurchschnittlich.

Unabhängig davon möchte ich im Folgenden zeigen wie der Honig ins Glas kommt, was alles an Arbeiten dafür erledigt werden müssen.

Honigwabe

So wie oben gezeigt sieht idealerweise eine Honigwabe aus. Sie ist nahezu vollständig verdeckelt. Die weißen Deckel auf den einzelnen Wabenzellen sind von den Bienen als Verschluss ihres Vorratsdepot angelegt worden.

Bei der Honigernte "rauben" wir den Bienen diese Vorräte und bringen sie zu uns nach Hause. Dort steht in der Küche dann unsere Honigschleuder aufgebaut. Um an den Honig zu gelangen, müssen die Wachsdeckel erst einmal entfernt werden. Dazu werden die einzelnen Rahmen auf ein Entdeckelungsgeschirr gelegt:

Mit einer speziellen Entdeckelungsgabel werden die Wachsdeckel abgehoben und im Auffangkorb zwischengelagert:

Wir sammeln dieses Wachs, an dem noch Honigreste anhaften. Hieraus stellen wir eine portugiesiche Spezialität her: Agua mel.

Sobald die Rahmen auf beiden Seiten entdeckelt sind, werden sie hochkant in die Schleuder gestellt. Bei uns passen vier Rahmen in die Trommel hinein.

Wenn sie gefüllt ist, setzen wir die Trommel mit einem Motor langsam in Bewegung.

Weil die Rahmen den Honig auf beiden Seiten enthalten, müssen sie mindestens einmal, besser sogar zweimal gewendet werden. Im Idealfall kann so ein Rahmen bis zu drei Kilogramm Honig enthalten.

Am Boden der Schleuder ist ein Auslassrohr mit einem Ventil angebracht. Hierunter stellen wir einen Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff. Solche Eimer heißen Hobbock. Darauf legen wir ein Spitzsieb. Es besteht ebensfalls aus Kunststoff. Seine Maschen sind sehr fein gewebt. Sie lassen den flüssigen Honig hindurch und halten alle festen Bestandteile zurück.

Der ausfließende Honig enthält noch feste Bestandteile wie Wachsreste, Pollenklumpen, aber auch tote Bienen. Das alles hat in dem Lebensmittel Honig natürlich nichts zu suchen. Deswegen dieser feine Filter.

Als nächster Schritt muss das Sieb entfernt werden. Dazu wird es bis über den Hobbock hinaus angehoben. Eine zweite Person schiebt dann schnell einen Ring in passender Größe auf einem Dreibeinstativ darunter. Die Füße werden auf dem Eimerrand abgestellt und das Sieb auf den Ring gelegt. Der darin befindliche Honig fließt ab und die festen Reste bleiben zurück.

Zusammen mit dem Honig werden viele Luftbläschen im Eimer gesammelt. Diese Bläschen steigen in den nächsten Tagen langsam an die Oberfläche, bilden dort einen dünnen Schaum, der dann abgeschöpft wird.

Jetzt beginnt zunächst die Reifung und Lagerung. In luftdicht verschlossenen Hobbocks ruht der Honig bei 16° Celsius in unserem Keller. In dieser Phase sieht er aus wie flüssiger Bernstein. Die in ihm von den Bienen eingebrachten Enzyme beginnen zu wirken und verändern den frischen Honig langsam, lassen ihn reifen. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern.

(15.08.2023) Schon einmal in diesem Jahr habe ich ihn erwähnt. Wenn nichts mehr blüht, dann ist seine Zeit gekommen. Gemeint ist der Bienenbaum, botanisch Euodia hupehensis genannt. Einer seiner bürgerlichen Namen lautet "Stinkesche". Während seiner Blüte strömt ein Duft von ihm...

Während ich heute morgen bei den Bienenvölkern gewesen bin, habe ich nach ihm gesehen und ein paar Bilder gemacht.

Allmählich geht seine Blütezeit aber auch auf ihr Ende zu.... Bis zum nächsten Jahr wieder.

Auf den Tag genau sind es heute 10 Jahre her, dass ich den ersten Blogbeitrag hier geschrieben und veröffentlicht habe.

Das ist ein Grund, mich bei allen Followern und Lesern zu bedanken!

Den allerersten Beitrag habe ich zum Vergnügen hier hereinkopiert:

Wie alles anfing

Nachdem ich mich entschlossen hatte, mit dem Imkern zu beginnen, bin ich von vielen Leuten angesprochen und gefragt worden, wie das denn so gehe. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich entschlossen, dieses Blog zu schaffen und zu erzählen. Imkern ist spannend und bringt viel Spaß. Daran dürfen und sollen andere gerne teilhaben....... Da viele Menschen hiervon wenig wissen, werde ich versuchen in diesem Blog auch vieles über die Imkerei zu erklären.

Als Kind war ich öfter bei einem Nachbarn und Schrebergartennachbarn meiner Eltern. In der Schrebergartenanlage besaß er ein großes Bienenhaus und hatte mich öfters dorthin mitgenommen. An Erinnerungen ist nicht mehr viel geblieben. Oft sehe ich den Mann noch mit seinem Schleier und einer rauchenden Pfeife.

Am 14. April fand in Frankfurt auf dem Lohrberg ein Vortrag des Frankfurter Imkervereins zum Thema Bienen und Imkern statt. Nachdem ich vorher immer wieder meinem Mann erklärt hatte, dass ich Lust zum Bienenzüchten hätte, aber niemals "in die Puschen gekommen" bin, hatte er mich zu diesem Vortrag geschleppt. Dort war beim ersten Sonnentag nach dem Winter alles hoffnungslos überfüllt. Stinkig und sauer wollte ich wieder verschwinden, ließ mich aber überreden, dort zu bleiben und beim Kaffeetrinken auf die Wiederholung des Vortrages um 10 Uhr zu warten.

Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Zum einen waren es nur noch knapp zehn Zuhörer und zum anderen war der Vortrag von Alfred Meixner sehr motivierend für mich bzw. für uns.

Nach einem kurzen Gang zu den Bienenstöcken auf dem Lohrberg waren wir uns sehr schnell einig, dass wir beide am angebotenen Praktikum des Frankfurter Imkervereins teilnehmen werden. Fast jeden folgenden Mittwoch fand dann um 17 Uhr im Frankfurter Wasserpark dieses Praktikum statt.

Unter Anleitung von Alfred Meixner, der Vorsitzenden des Frankfurter Imkervereines, haben wir dann viele der anfallenden Tätigkeiten geübt und gelernt bis hin zur Königinnenzucht.

Natürlich haben wir auch mehrere Ableger gebildet. Oft kam das Thema auf, woher jeder denn sein erstes eigenes Volk bekommen könnte. Eine Möglichkeit war, eines der Ablegervölker zu erwerben. Doch solange wollte ich nicht mehr warten und es war auch bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen ungewiss, ob ich eines davon abbekommen könnte.

Über das Internet habe ich dann Imker gesucht, die Völker verkaufen wollen. Bei den Ebay-Kleinanzeigen habe ich viele Anzeigen gefunden. Leider waren die angebotenen Ableger oft sehr weit entfernt oder in einem Rähmchenmaß, mit dem ich nicht arbeiten wollte oder es fehlte ein neues Gesundheitszeugnis. Nach langem Suchen fand ich dann eine Imkerin in der Nähe von Karlsruhe. Es entspann sich ein sehr schöner Email-Kontakt und daraus resultierte die Zusage, ich könnte drei Ableger übernehmen, wenn sie soweit wären. Soweit sein hieß, dass das Volk stark genug für eine Abgabe und Umzug ist.

Zwischenzeitlich habe ich in Schlüchtern die Beuten bestellt. Für die Nicht-Imker: Beuten sind die "Häuser" eines jeden Bienenvolkes. In Schlüchtern werden sie von einer Behindertenwerkstätte gebaut. Aus den Erfahrungen des Praktikums heraus habe ich mich für das Zandermaß entschieden. Zum Start habe ich drei komplette Holzbeuten mit allem nötigen Zubehör und hundert Rahmen zum Einhängen bestellt.

Für Nicht-Imker: so eine Beute besteht aus mehreren Teilen: zuunterst steht der Boden mit dem Flugloch, der "Haustür" zum Rest des Hauses. Der Boden ist nach unten offen und durch Drahtgitter gesichert. Auf diesen Boden kommen die "Zargen". Sie stellen den eigentlichen Wohnraum der Bienen dar. In jeder Zarge werden Rähmchen gehängt. Diese sind mit einer Mittelwand aus Bienenwachs bestückt. Auf ihnen bauen die Bienen auf beiden Seiten der Wand ihre Waben. Zehn Rahmen passen in eine Zarge hinein. Je nach Stärke und Größe des Volkes kommt auf diese erste noch eine zweite Zarge mit Rahmen. Um später Honig zu ernten, fügt man eine dritte Zarge mit Rahmen hinzu. Zwischen die zweite und dritte Zarge wird ein Absperrgitter gelegt. Seine Maschen sind so weit, dass die Bienen gut durchschlüpfen können und so eng, dass die Königin nicht hindurch kommt. Auf diese Weise wird verhindert, dass im Honigraum die Königin ihre Eier ablegt und Brut entsteht.

Inzwischen hatten wir ein riesiges Glück. Wir wußten noch nicht, wo wir unsere Bienen aufstellen konnten. Durch Zufall ergab es sich, dass in unserem Neubaugebiet eine Interessengemeinschaft von der Stadt Frankfurt die Betreuung einer Streuobstwiese übernommen hatte. Als ich davon erfuhr und nachfragte, lief ich nur offene Türen ein. Vom Vorstand wurden Bienenzüchter gesucht.... So wurden wir uns schnell und unkompliziert einig.

Auf dem Gelände dieser Streuobstwiese bereiteten wir den Unterbau für die Beuten vor, ebneten das Gelände ein wenig ein, stellten Steine aus Beton auf, legten waagerecht Balken darüber, auf die die Beuten dann später gestellt werden sollten.

Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen
Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen

Am 8. Juni 2013 war es dann soweit. Spät am Nachmittag sind wir nach Nordbaden gefahren, im Kofferraum die leeren Beuten, um die neuen Bienen, unsere Bienen, zu holen. Wir haben je Beute zehn Rahmen erhalten, die gut mit Brut und Bienen besetzt waren. Um die noch draußen fliegenden Bienen nicht alleine zurückzulassen, haben wir noch eine Stunde gewartet, damit sie gleich in ihr neues Zuhause fliegen konnten.

Gegen 23 Uhr waren wir mit ihnen daheim und haben sie auf einer Streuobstwiese aufgestellt. Im Dunkeln trugen wir die Beuten zu ihrem zukünftigen Standort. Hierbei geschah es, nachdem ich die Fluglöcher geöffnet hatte, dass ich quasi zum Dank von einer Biene beim Bücken an einer äußerst empfindlichen Stelle am Allerwertesten gestochen worden bin.

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(c) Markus Schaufler von der IG Riedberg

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So sieht es dann nach einigen Wochen und dem Aufsetzen der zweiten Zarge aus. Die Bienen hatten sich kräftig vermehrt und brauchten mehr "Wohnraum".

Gemeinsam mit Freunden vom Frankfurter Riedberg werden wir dieses Ereignis heute nachmittag während eines Geburtstagskaffeetrinkens gebührend feiern......

Ein paar Zahlen zum Blog: seit dem 12. August 2013 haben - Stand 11.8.2023 um 18:15 Uhr - 575.421 Menschen den Blog besucht und dabei 1.251.417 Seiten aufgerufen. DANKE!

PS.: Aus den ursprünglichen drei Völkern sind zu Spitzenzeiten über 20 und momentan 18 Völker geworden.

(10.08.2023) Das klingt ungewöhnlich, komisch. Aber der Jahresablauf bei den Bienen ist von unserem sehr verschieden. Mit der Sommersonnenwende beginnt bei manchen Autoren und Imkern bereits ein neues Bienenjahr. Die kürzer werdenden Tage signalisieren dem Bienenvolk, dass die Tracht auf ihr Ende zugeht und die Winterbienen demnächst entstehen werden.

Parallel dazu verlaufen auch unsere imkerlichen Aktivitäten. Im Juli erfolgt meistens eine zweite Honigernte, anschließend wird gegen die Varroamilbe behandelt und danach aufgefüttert.

In dieser Phase sind wir gerade, wir füttern auf. Normalerweise dient der gesammelte Honig den Bienen als Wintervorrat. Weil wir bösen Imker ihnen den Honig aber wegnehmen, müssen wir für ein Ersatzfutter sorgen. Hierfür bieten sich zwei unterschiedliche Produktgruppen auf der Basis von Zucker an: Futtersirup oder Futterteig, anders ausgedrückt: flüssig oder fest.

Flüssigfutter hat den Vorteil, dass es sehr schnell aufgenommen und eingelagert werden kann. Das ist jedoch zugleich dessen Nachteil. Durch die schnelle Aufnahme werden viele Zellen belegt, die anschließend für die Eiablage und Brut nicht mehr genutzt werden können. Das kann soweit gehen, dass die Königin in eine Brutpause getrieben wird. Deswegen ist der imkerliche Trick, die erste Fütterung mit Festfutter durchzuführen. Die Aufnahme und Einlagerung sauert länger, so dass genügend Zellen für die Brut freibleiben können.

Ich habe von Beginn an nur mit Futterteigen gearbeitet. Für die Wirtschaftsvölker und stärkeren Ableger verwende ich normalerweise pro Beute je einen 15-kg-Block, den ich mittig auf die Oberträger der Rahmen positioniere. Drum herum kommt eine Leerzarge, damit ich die Beute wieder gut verschließen kann.

Für die Ableger ist diese Menge meistens zu groß. Deshalb verwende ich hier Portionsbeutel von jeweils 2,5 kg Futterteig. Je nach Appetit muss ich dann gegebenenfalls mehrmals nachfüttern.

Gestern habe ich die letzten Völker wie beschrieben aufgefüttert. Die Tage zuvor ist es hier in Frankfurt vom Wetter her ja sehr kühl und regnerisch gewesen. Seit gestern hat sich das wetter verändert. Dies ist sofort an den Bienen zu erkennen. Kaum ist es draußen wieder trocken, fliegen sie vermehrt aus und kehren mit Pollenhöschen zurück. Bei den beiden Völkern im Niddapark ist das so auffällig, dass ich vor dem Arbeiten an den Völkern erst einmal schnell ein kleines Video drehen musste.

Pollenhöschen im August

Was steht jetzt noch an Arbeiten bei den Bienen an? Von der Totalen Brutentnahme haben wir Sammelbrutableger gebildet. Sie müssen jetzt durchgesehen und gegebenenfalls nachbehandelt werden. Sollten sie sich noch keine Königin nachgezogen haben, ist es jetzt an der Zeit, ihnen eine unserer Königinnen aus den Begattungskästchen zuzusetzen, damit sie vor dem Winter noch ein ausreichend großes und starkes Volk bilden können.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, alles zu tun, damit ich kein einziges Bienenvolk im Winter verlieren muss. Ob das auch gelingen wird, ist eine andere Sache.

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