Springe zum Inhalt

Im April hat es bereits angefangen, jetzt zum Beginn des Mai ist sie schon im Hochbetrieb. Gemeint ist die Schwarmzeit. Gestern hat sich, während wir geimkert haben, über unseren Köpfen ein Schwarm niedergelassen, leider in unerreichbarer Höhe.

In den Bienenstöcken geht es momentan sehr lebhaft zu. Die meisten Königinnen legen ihre Eier in die Zellen, Larven schlüpfen daraus hervor und werden zu Puppen in verdeckelten Zellen. Diese bilden an einigen Stellen große flächige Brutnester. Drum herum ist der Futterkranz. Bienen sind intelligent und ersparen sich lange Wege, indem sie wichtige Vorräte in der Näher des Brutnestes einlagern.

Brutnest mit Spielnäpfchen links unten

Aber nicht nur das wird im Bienenstock gebildet. Während die Königin durch die Eiablage die geschlechtliche Vermehrung der Bienen als einzelne Tiere fördert, gibt es auch eine ungeschlechtliche Vermehrung der Bienen. Hierbei ist ein Bienenvolk wie eine Amöbe: durch Zellteilung vermehrt und verdoppelt sie sich.

Ähnlich ist es bei den Bienen. Auch hier teilt sich das Volk und vermehrt sich dadurch. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange: auf den einzelnen Rahmen bilden die Bienen sogenannte Spielnäpfchen. Sie sollen später die möglichen Königinnenzellen werden, damit nach eine Volksteilung der verbleibende Rest schnell wieder zu einer Bienenkönigin kommt. Mit anderen Worten ist das Erscheinen der Spielnäpfchen ein Hinweis auf eine mögliche Volksteilung. Diese Teilung erfolgt durch das Schwärmen, auch Abschwärmen, eines Teiles der vorhandenen Bienen zusammen mit der alten Königin.

Übrig bleibt dann ein Restvolk, das sich nach dem Schlüpfen einer neuen Bienenkönigin und ihrem erfolgten Hochzeitsflug erst wieder neu aufbauen muss. Das dauert einige Wochen. In dieser Zeit tragen die Bienen weniger Nektar ein. Für ein Wirtschaftsvolk bedeutet dies, dass es später eine geringere Honigernte geben wird. Aus diesem Grunde versuchen wir Imker die Bienen möglichst am Schwärmen zu hindern. Dazu brechen wir die Spielnäpfchen aus und kontrollieren in diesen Wochen die Völker engmaschig daraufhin, ob sie neue Spielnäpfchen oder gar Weiselzellen gebildet haben.

Spielnäpfchen

Wenn die Bienen in ihrer Beute zu wenig Platz zum leben haben, sei es durch einen zu hohen Futtereintrag oder durch zu große Brutnester, steigt die Gefahr des Schwärmens an. In der Konsequenz bedeutet dies, dass wir Imker bei der Völkerkontrolle auch darauf achten müssen, dass den Bienen für ihre Entwicklung genügend Raum zur Verfügung steht. Hierbei kann sowohl die Bildung eines Ablegers, aber auch die Erweiterung des Brutraumes oder das Aufsetzen eines Honigraumes durchaus als probates Mittel zur Schwarmverhinderung angesehen werden.

Auch am 1. Mai sind wir wieder am Imkern. Die Bienen kennen keine Feiertage. Während wir so an den Völkern arbeiten, den Bienen im Stock zusehen und ihrem Summen lauschen, bin ich etwas irritiert. Das Summen und Brummen ist unmerklich lauter geworden und scheint mir nicht mehr nur aus einer Bienenbeute zu kommen. Während ich mich umschaue, entdecke ich über mir am Himmel lauter Bienen in etwa acht bis zehn Metern Höhe. Sie fliegen alle auf einen Baum zu.

Mir schwant Übles: das sollte doch nicht etwa ein Bienenschwarm sein? Und wenn doch, ist er hoffentlich nicht von unseren eigenen Völkern?

Nach kurzem Überblick bin ich sehr erleichtert: es sind nicht unsere Bienen, die abgeschwärmt sind und sich dort oben gerade sammeln!

Sich sammelnde schwärmende Bienen genau über unseren Völkern

Wir arbeiten an unseren Völkern weiter und finden es bestätigt, dass es wirklich nicht unsere eigenen Bienen sind, die ausgeschwärmt sind. Das ist schon einmal sehr beruhigend.

Weniger beruhigend, sondern vielmehr sehr ärgerlich, ist die Tatsache, dass der sich bildende Schwarm in unerreichbarer Höhe von etwa 8 Metern hängt. Dorthin gelangt man nicht mehr, auch nicht mit einer Leiter. Also ist dieser Schwarm leider verloren.

Das ist beim Schwarmfangen die normale Risikoabwägung: ist der Schwarm so zu erreichen und zu bergen, dass der Fänger sich nicht in Gefahr begibt? Bei aller Liebe zu den Bienen und dem Reiz des Schwarmfangens, aber kein Bienenschwarm ist es wert, einen Unfall zu erleiden, zu stürzen und sich eventuell Knochen zu brechen.

So hängt der Schwarm letztlich im Baum:

Wie auf den Bildern zu erkennen ist, ist der Schwarm ziemlich groß. Ich schätze sein Gewicht auf über 3 Kilogramm. Da tut es dann schon sehr in der Seele weh, ihn nicht bergen zu können.

Am späten Nachmittag hängt er noch immer an gleicher Stelle. Vielleicht gibt es morgen für jemanden eine Chance ihn zu bergen, wenn die Bienen weiter fliegen und sich möglicherweise an einem besser erreichbaren Ort niederlassen.

Die Schwarmzeit 2022 hat begonnen und ist bereits in vollem Gange. Eine der Voraussetzungen für das Abschwärmen eines Bienenvolkes ist die Produktion einer nachfolgenden Königin. Die allerersten Anzeichen für die Schwarmbereitschaft sind die Spielnäpfchen, aus denen sich später die Weiselzellen entwickeln können.

Aus diesem Grunde legen wir Imker in diesen Wochen einen Schwerpunkt in unserer Arbeit auf die Schwarmverhinderung. Wir durchsuchen die Völker auf mögliche Spielnäpfchen. Haben wir welche entdeckt, werden sie vernichtet. Dabei werden mitunter auch welche übersehen. Aus ihnen entwickeln sich im Laufe der nächsten Tage die erwähnten Weiselzellen. Sind sie erst einmal verdeckelt, reift in ihnen innerhalb von acht Tagen eine neue Königin heran.

Bei meinen Kontrollen in den letzten Tagen habe ich bei zwei Völkern etliche Königinnenzellen gefunden und fotographiert.

Damit sind natürlich nicht die Kleidungsstücke gemeint, die als Tracht in manchen Gegenden noch gebräuchlich sind, sondern das Eintragen (=Tracht)von Nektar und Pollen. Jetzt, im letzten Drittel des April, sind die ersten Obstbäume bereits am Ende ihrer Blütezeit angelangt oder haben eventuell bereits ausgeblüht. Andere folgen noch.

Bei uns in Frankfurt auf dem Riedberg blühen an wenigen Stellen inzwischen die Rapsfelder. Wenige sind es nur in diesem Jahr. Leider. Fast bin ich geneigt, sie nur "Räpselchen" in der Verkleinerung zu nennen. Die Flächen sind dieses Mal wirklich nur klein. Sollte es, wie angekündigt, in den nächsten Tagen etwas regnen, dann hätten die Pflanzen einen feuchten Fuß und können ihren Nektar besser produzieren. Wir Imker hätten damit die Chance, später etwas mehr vom Rapshonig zu ernten .....

Beim Spazierengehen habe ich heute die erste Blüte der Rosskastanie in diesem Frühjahr entdeckt. Auch sie ist also schon soweit und geht in die Blüte.

Kastanie am 24.04.2022

Die Bienenbeuten sind zum großen Teil bereits gut mit Brutnestern und eingelagertem Futter gefüllt. Die ersten Spielnäpfchen sind angelegt, auch die ersten verdeckelten Weiselzellen habe ich schon gefunden. Nicht nur mit der Tracht geht es los, auch mit dem Schwärmen dauert es nicht mehr lange. Der erste Schwarm in Frankfurt ist bereits gesichtet und nach Meldung über unsere Schwarmhotline geborgen worden.

Die Bienen sind ausgewintert und vermehren sich bei recht warmem Wetter sehr gut. Allerdings verläuft die Entwicklung in einzelnen Völkern sehr unterschiedlich. Eines unserer Völker schwächelt vor sich hin. Es hat zwei Wochen zuvor so ausgesehen, als ob es eingehen würde. Inzwischen hat die Königin Eier gelegt. Nun bleibt zu hoffen, dass es sich langsam erholt und erstarken könnte. Die Nachbarvölker sind wesentlich weiter. Einige laufen inzwischen auf einen "Wohnungsmangel" zu, soll heißen, der Platz im Bienenstock zum Eiablegen wird langsam knapp. Hier hilft nur konsequentes Erweitern.

Mitte April tauchen jetzt auch die ersten "Spielnäpfchen" auf. Das sind halbkugelförmige Gebilde aus Wachs mit der Öffnung nach unten. Aus ihnen können später die "Weiselzellen" entstehen, wenn sie "bestiftet" worden, also mit einem Ei versehen sind. Wir Imker achten ab jetzt in den nächsten Wochen und Monaten vermehrt auf das Auftauchen dieser Näpfchen, denn sie können ein wichtiger Hinweis dafür sein, dass ein Bienenvolk in Schwarmstimmung gerät und sich teilen und vermehren will. Dies gilt es zu verhindern.

klassisches Spielnäpfchen am Rande eines Rahmens

Typische Orte für das entstehen der Spielnäpfchen sind in der Regel die oberen und unteren Ränder der Rahmen. Häufig hängen sie an der unteren Rahmenkante, aber nicht immer. Wie im obigen Bild können sie auch einmal am oberen Querträger sein, aber auch mitten innerhalb der Wabenfläche können sie entstehen:

Spielnäpfchen mitten auf den Zellen eines Rahmens. Oben ist das zuvor erwähnte Näpfchen zu erkennen.

Ab etwa Mitte April beginnt die Schwarmzeit. Sie dauert bis Ende Juni oder Anfang Juli eines Jahres. Wenn eine neue, zweite, Königin im Volk im Entstehen ist, schwärmt ein großer Teil der Bienen aus dem Volk, zusammen mit der alten Königin, und sucht sich eine neue Bleibe. Leider sind die meisten Schwärme nicht überlebensfähig, weil es für sie kaum noch geeignete neue Wohnorte gibt. Spätestens im Herbst/Winter sind die Bienen dann tot. Aus diesem Grunde versuchen wir Imker das Schwärmen weitgehend zu verhindern. Dazu ergreifen wir lenkende Maßnahmen. Die erste und einfachste: wir zerstören die Spielnäpfchen. Allerdings müssen wir die Völker nun konsequent in engen Abständen regelmäßig daraufhin kontrollieren, ob es nicht neue Näpfchen gibt.

Eine weitere Maßnahme könnte sein, dass ein Volk rechtzeitig so geschwächt wird, dass es gar nicht erst in Reise- und Aufbruchstimmung gerät. Hier hilft die Bildung von Ablegern. Aus dem Muttervolk werden ein oder mehrere Rahmen herausgenommen und zu einem Ableger vereint und in einer Bienenbeute untergebracht. Durch dieses Schröpfen hat das Ursprungsvolk wieder mehr Platz bekommen. Eine Erweiterung der Bruträume kann hier ebenfalls den Bienen mehr Platz zur Brutentwicklung geben. Mehr als zwei Bruträume sind allerdings nicht sinnvoll.

Die genannten Maßnahmen betreffen nur die Bienenhaltung in bestimmten Magazinbeuten wie z.B. nach Zander, Deutsch-Normal, Langstroth u.a. Beim Imkern in Großraumbeuten wie z.b. Dadant geht man anders vor. Hier kann der Brutraum selber in seiner Breite den Bedürfnissen der Bienen angepasst werden. Vereinfacht ausgedrückt geschieht die Brutraumerweiterung in Großraumbeuten in der Horizontalen, in den anderen Beutenformen in der Vertikalen.

Sollte alles nicht mehr helfen und es zu spät sein, hilft nur noch der Zwischenableger. Das ist eine sehr schnell wirkende Maßnahme, bei der innerhalb weniger Augenblicke in einem Bienenstock die Flugbienen von den Stockbienen getrennt werden. Hierzu schreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Vor zwei Tagen hat es hier bei uns geschneit. Bis gestern Abend lag er noch, der Schnee. Der angekündigte Kälteeinbruch hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Heute Morgen um 7 Uhr ist die Temperatur bei uns bei -1,6° C gewesen. Im Laufe des Morgens ist die Wolkendecke aufgerissen und die Sonne hat zu scheinen begonnen. Nachmittags um 15:30 haben wir bereits schon wieder 5,9° C gehabt.

Bei diesen niedrigen Temperaturen haben wir heute Mittag unsere Beuten nicht wie ursprünglich geplant geöffnet, damit die vorhandene Brut keinen Schaden nimmt. Während eines nachmittäglichen Besuchs auf der Streuobstwiese ist es dann bereits wieder so warm geworden, dass die Bienen schon ausgeflogen sind, spärlich zwar, aber sie haben sich nach draußen gewagt. Der Schnee ist inzwischen geschmolzen. Allenfalls Reste sind noch zu sehen. Es ist wie ein typisches Aprilwetter.

Natürlich habe ich von den Bienen schnell ein paar Photos gemacht, um das zu dokumentieren.

So schnell kann es gehen - und das ist kein Aprilscherz!

Pflaumenblüten

So wie oben im Bild hat es vor wenigen Tagen noch ausgesehen. Frühlingshaft warm ist es schon gewesen. Derzeit erleben wir nun einen Wintereinbruch. Die Tagestemperaturen haben sich von +3°C heute Morgen auf -0,1°C heute Abend beim Schreiben dieses Blogbeitrages entwickelt. Und: es hat am Mittag zu schneien begonnen.

Schnee im Kirschbaum am 1. April 2022

Für die Bienen ist diese Temperatur natürlich nicht sehr gut. Zum Ausfliegen ist es viel zu kalt. Auch zum Arbeiten an den Bienenvölkern ist die Außentemperatur viel zu niedrig. Jedes Öffnen der Beuten kann zu Schäden an der Brut und an der Menge der Futtervorräte führen. Um die Temperatur im Inneren des Volkes hoch zu halten, benötigen die Bienen Energie, die derzeit nur aus den gesammelten Vorräten stammen kann.

Eine weitere Gefahr sind jetzt mögliche Nachtfröste. Wobei Fröste weniger für die Bienen bedrohlich sind. Die ersten Blüten und Knospen an den Obstbäumen sind bereits ausgebildet. Sie könnten jetzt erfrieren. Die Folge kennen wir von vor wenigen Jahren: keine oder nur eine sehr geringe Obsternte, aber auch entsprechend wenig Nektar für die Bienen. Futterabriss! Das ist nicht gut so.

Sommerflieder im Schnee am 1. April 2022

Alle Bilder habe ich übrigens unmittelbar vor dem Schreiben bei uns aufgenommen, es sind keine Archivbilder.

Zum Glück soll es in den nächsten Tagen wieder etwas wärmer werden, allerdings sollen die Temperaturen im einstelligen Bereich bleiben. Kälteeinbrüche im April sind gar nicht so selten in unseren Breitengraden. Ich erinnere mich an manches Osterfest mit Schneefall oder "nur" Kälte. Zum Ostereiersuchen ist das natürlich nicht besonders schön, aber das gehört auch in Zeiten des Klimawandels noch dazu.

In der letzten Woche haben wir unsere Bienen ausgewintert. Momentan sind die Völker dabei, sich zu "durchlenzen". Das bedeutet einen Generationswechsel: noch sind von den Winterbienen des Jahres 2021 welche vorhanden. Sie sterben jetzt langsam ab und werden durch die neuen Bienen, die aus der ersten Eiablage der Königin stammen, ersetzt.

Nach einer Woche später sieht es in unseren Bienenstöcken schon wesentlich anders aus als zuvor. Einige Völker haben bereits den Turbogang eingelegt, so, dass es im Inneren schon jetzt langsam eng wird. Riesige Brutflächen, teilweise offen, teilweise verdeckelt, und relativ viele Flächen mit alten und frischen Futtervorräten sind vorhanden. Die Konsequenz: in wenigen Tagen wird es so eng, dass wir schon jetzt die Völker erweitern und aufsetzen müssen. Die meisten Völker haben wir einzargig überwintert. Da böte es sich an, einen zweiten Brutraum aufzusetzen. Bis auf eine Ausnahme haben wir uns dagegen entschieden und statt dessen den Honigraum aufgesetzt. So früh sind wir noch nie gewesen. Meistens werden die ersten Honigräume um die Zeit der Kirschblüte hinzugefügt. Bis dahin dürfte es aber wohl noch gut drei bis vier Wochen dauern.

Etwas besonderes: unten ist der Brutraum, dann folgt der Honigraum und ganz oben ist die "Dunstabzugshaube", eine mit Streu gefüllte Leerzarge, um überschüssige Feuchtigkeit aus dem Volk zu lassen.

Wie es gerade blüht, zeigen die folgenden Bilder:

Derzeit gehen die Temperaturen rasant nach oben. Sonne pur heißt es in den letzten Tagen. Unter diesen Umständen habe ich gestern unseren Bienenstand im Niddapark besucht und die Bienen ausgewintert.

Das ist eine große Überraschung geworden. Dort steht ein Volk, das im letzten Jahr aus einem Ableger gebildet worden ist und sich anfangs nur langsam entwickelt hat. Das Gegenteil davon ist jetzt zu sehen. Es scheint förmlich zu explodieren und zu wachsen. Die junge Königin legt ihre Eier wie wild. Wenn das in diesem Tempo so weitergeht, dann wird in spätestens zwei Wochen ein zweiter Brutraum oder bereits ein Honigraum notwendig.

Derselbe Bienenstock

Das Schöne an dieser Lage im Niddapark ist, dass die Tracht normalerweise sehr stark ist. Eine Ausnahme stellt davon allerdings - wie fast überall - das letzte Jahr dar.

Seit wenigen Tagen liegen zwei Hoch über uns und bescheren uns kalte, frostige Nächte und am Tag sehr viel Sonnenschein. Dabei steigen die Temperaturen in Bereiche, dass die Bienen ausfliegen können.

Heute, am 9. März 2022, bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf die Streuobstwiese zu unseren Bienen gegangen und habe dort nach dem Rechten gesehen.

Das Ergebnis ist sehr erfreulich gewesen. Die Winterverluste halten sich in engen Grenzen. Die Bienen fliegen und tragen fleißig Pollen ein.

Ich zeige hier exemplarisch einige Photos von unseren Bienen:

Das sieht alles schon wunderbar aus. Aber die kritische Zeit herrscht gerade jetzt. Die Königinnen haben mit der Eiablage begonnen. Folglich benötigen die Bienen sehr viel Futter, um die neue Brut aufzuziehen. In diesen Zeiten können nun Mangelzustände entstehen, wenn die Vorräte im Volk zu klein sind und draußen in der Natur noch nichts blüht, von dem die Bienen den Nektar sammeln können. Die Konsequenz wäre dann, dass das Volk verhungert, obwohl es durch den Winter gekommen ist.

In wenigen Tagen, wenn es noch wärmer geworden ist, werden wir die Völker auswintern. D.h. wir sehen sie durch, schauen, ob sie "weiselrichtig" sind, also eine Königin haben, ob genügend Futter noch vorhanden ist, wie die Brutentwicklung ist. Außerdem wird hierbei der Totenfall beseitigt, die gestorbenen Bienen aus dem Stock entfernt.

Noch sind die Temperaturen draußen sehr wechselhaft zwischen 0° und heute 11°. Die Hasel blüht bei uns nicht nur vor der Haustür, sondern inzwischen an verschiedenen Stellen in der freien Natur.

Bei dieser Temperatur von 11° sind die Bienen in der Lage ihren Reinigungsflug durchzuführen und bereits die ersten Pollen aufzunehmen und in den Bienenstock zu tragen.

Vor wenigen Tagen habe ich mit einem Teleobjektiv Haselblüten photographiert. Heute hingegen habe ich für einzelne Blüten ein Makroobjektiv verwendet und dabei spannende Einsichten bekommen. Die Bilder sind nicht optimal, aber trotzdem lohnenswert.

Solcherlei Detailaufnahmen bis hin zu den einzelnen Härchen sind schon faszinierend.

Kalendarisch noch lange nicht, klimatisch? Hat er überhaupt angefangen, der Winter? In diesen Tagen haben wir für gewöhnlich die kälteste Zeit des Jahres. Aber was ist? Die Temperaturen sind fast schon im zweistelligen Bereich.

Ein Blick aus dem Fenster bestätigt dieses auf phänologische Weise: die Hasel blüht bereits. Der Winter geht auf sein Ende zu.

Seit über einer Woche sehe ich die Blütenstände hängen und sich langsam verfärben. Die Hasel ist einer der ersten Pollenspender für die Bienen. Sobald die Außentemperaturen es zulassen, verlassen sie ihren Bienenstock und sammeln die ersten Pollen ein. Als Eiweißquelle ist er sehr wichtig für die Aufzucht und Ernährung ihrer Nachkommen, der Brut. Jetzt, da die Königin wieder mit der Eiablage begonnen hat, ist der Bedarf entsprechend hoch.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herrscht derzeit bei uns in Frankfurt am 5.1.2022 in und vor den Bienenstöcken so etwas wie winterliche Ruhe. Winterruhe ist aber nicht Winterschlaf. Die Bienen gehen im Herbst zwar in eine Ruhephase, jedoch nicht in einen Winterschlaf.

Im Herbst stellen die Bienen allmählich ihren Flugbetrieb und damit ihre Sammelaktivitäten ein. Draußen ist es entweder zu kalt für sie oder das Nahrungsangebot geht gegen Null oder es trifft beides zu. Das ist einer der Gründe, weswegen die Winterbienen sich nicht mehr wie die Sommerbienen zu Tode arbeiten, sondern länger leben können. Während die Sommerbienen durchschnittlich 42 Tage, also 6 Wochen, leben, schaffen die Winterbienen es auf bis zu 6 Monate Lebensdauer.

Sobald es draußen kälter wird oder gar friert, stellt die Königin durch diesen Kältereiz ihre Eiablage ein. Drei Wochen nach ihrem letzten Eierlegen schlüpfen die letzten jungen Bienen. Sie alle verbleiben im Stock und ziehen sich mit den übrigen Bienen zu einer Art Traube zusammen. Dadurch wärmen sie sich gegenseitig und halten in dieser Wintertraube die Temperatur bei etwa 20°.

Wenn es gegen Ende des Winters wieder wärmer wird, werden die Bienen wieder lebendiger. Bei Temperaturen über 10° starten sie zum Reinigungsflug und entleeren dabei ihre Kotblase. Zu erkennen ist das oft an vielen braunen Flecken in der nahen Umgebung. Die Königin beginnt wieder Eier zu legen, die Bienen sammeln den ersten Pollen von Krokussen, Gänseblümchen, Weide und Hasel.

Während der folgenden Wochen nimmt die Zahl der neuen Bienen stark zu und die alten Winterbienen sterben allmählich ab. Bis auf die überlebende Königin hat sich das Volk dann in kurzer Zeit vollständig erneuert.

Drei Tage später hat es in der Nacht geschneit. Auf der Streuobstwiese sieht es jetzt so am 8.1.2022 aus:

Besonders in der Zeit vor Weihnachten, der Adventszeit, wird nicht nur bei uns viel gebacken. Eine der möglichen und sehr passenden Zutaten ist Honig, am besten sogar der eigene Honig. Das ist dabei dann bei uns herausgekommen:

Bienenkekse

Was wird hierfür benötigt? Natürlich die passende Ausstechform und der Teig. Das Rezept dazu stammt aus der Dezemberausgabe der Zeitschrift "Bienen und Natur" Nr. 12/2021 und ist ein wenig abgewandelt worden:

80 g Butter

250 g Puderzucker

1 Ei

1 Teelöffel (TL) geriebene Muskatnuss

1 TL gemahlene Nelken

3 gestrichene TL Zimt

375 g Honig

1 Päckchen Backpulver

1/8 Liter Bier

20 g Pottasche

abgeriebene Schale je einer unbehandelten Orange und Zitrone

250 g gemahlene Mandeln

750 g Weizenmehl

250 g Roggenmehl

So geht's:

Pottasche im Bier auflösen.

Butter, Zucker, Puderzucker und das Ei sowie die Gewürze schaumig rühren.

Die im Bier gelöste Pottasche und das Backpulver, die abgeriebenen Schalen der Orange und Zitrone sowie die gemahlenen Mandeln und die Hälfte des Mehls einrühren.

Anschließend das restliche Mehl unterkneten.

Diesen Teig jetzt 24 Stunden bei normaler Raumtemperatur zugedeckt stehen lassen.

Am nächsten Tag den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig dünn ausrollen, dass er etwa 3 bis 4 mm dick ist. Dann mit gewünschten Formen die Kekse ausstechen oder Rechtecke mit dem Messer ausschneiden.

Wir haben diese Form gewählt. Sie erlaubt die entsprechenden Linien im Teig, um die Bienenform darzustellen.

Den Backofen auf etwa 175 bis 180 Grad vorheizen. Die Plätzchen darin dann etwa 8 bis 9 Minuten backen; ggfs die Zeit etwas verlängern oder verkürzen.

Die Kekse können sogleich verzehrt werden. Allerdings schmecken sie noch besser, wenn sie eine Zeit in einer geschlossenen Dose gelagert worden sind.

Dieses Mal hat es lange gedauert, obwohl die Erntemenge des Jahres 2021 nur sehr gering, um nicht zu sagen: bescheiden, gewesen ist. Auch wenn die Erntemenge einheimischer Honige dieses Jahr sehr knapp und dadurch die Nachfrage groß ist, haben wir unsere Preise nicht erhöht. Wir bleiben auf dem Vorjahresniveau.

Einer der Gründe, weswegen wir so spät dran sind, liegt auch in unseren Etiketten. Etwas umständlich haben wir mit den bisherigen unsere Gläser beklebt, das hat sich jetzt geändert. Unsere Grafikdesignerin hat sich die bisherigen Entwürfe vorgenommen und an moderneres Arbeiten angepasst ohne dabei den Gewährstreifen aufzugeben.

Wer mehr über die Grafikdesignerin und die Druckerei erfahren möchte, hier sind die Links dazu:

ksgrafikdesign.de und honigetiketten.de

So wie oben sehen jetzt unsere Honiggläser aus.

Ab sofort ist die "Eintracht", unsere erste - und in diesem Jahr einzige - Ernte bei uns daheim erhältlich.

Zudem können wir in diesem Jahr zusätzlich noch ein richtiges "Schmankerl" als Rarität anbieten. Wir haben eine kleine Menge eines cremig gerührten Waldhonigs im Programm. Waldhonig ist normalerweise relativ dunkel und flüssig. Dieser hier stammt aus dem Taunus und enthält einen Anteil an Raps. Dadurch sieht er hell aus und schmeckt trotzdem wie ein typischer Waldhonig. Ferner sorgt der Rapsanteil mit seinem recht hohen Traubenzuckergehalt dafür, dass dieser Honig ohne entsprechendes Rühren kristallisiert und hart wird. Das wird durch das Rühren unterbunden. Ein großer Vorteil: dieser Honig fließt nun nicht mehr vom Brot oder Brötchen und tropft nicht herab.

Hier handelt es sich jetzt nicht um eine Parodie eines Romanes von John Steinbeck, sondern tatsächlich um die ersten Früchte unseres Bienenbaumes. Er steht bei uns auf der Streuobstwiese nun schon einige wenige Jahre, hat inzwischen eine Höhe von etwas über 4 Metern erreicht und in diesem Jahr wieder geblüht.

Von den klimatischen Bedingungen im Monat Mai hängt es ab, ob der Baum im Spätsommer blüht oder nicht. Nachtfröste können sehr schnell die Blütenansätze schädigen. Außerdem gibt es bei diesem Baum die "Alternanz": er blüht abwechselnd in einem Jahr schwach und im nächsten Jahr wieder kräftiger. Das ist bei anderen Bäumen ähnlich.

In diesem Jahr habe ich das erste Mal seine Früchte gesehen:

Noch sind sie nicht reif. In diesen Kapseln reifen schwarze Samenkörner heran. Aus ihnen lassen sich neue Pflanzen heranziehen, aber das braucht Geduld. Die Bienenbäume wachsen am Anfang nur langsam. Nach dem Auspflanzen dauert es einige Jahre bis zur ersten Blüte. In der Regel sind es so zwischen drei und fünf Jahre, die der Baum benötigt, um erstmals zu blühen. Die Blütezeit liegt etwa von Juni/Juli bis September/Oktober, also genau zu der Zeit, in der die Bienen kaum noch ihre gewohnte Tracht vorfinden.

Inzwischen werden die Bienenbäume in Deutschland immer beliebter. Die Botanische Bezeichnung lautet Euodia hupehensis, aber auch Tetradium danielli. Deutsche Bezeichnungen hier sind Bienenbaum, Honigesche, Duftbaum, aber auch samthaarige Stinkesche, Stinkesche, Tausendblütenbaum, Tausendblütenstrauch. Botanisch zählt er zu den Rautengewächsen. Für Bienen und andere Insekten stellt er wegen seiner späten Blüte eine ideale Nahrungsergänzung dar. Nektar und Pollen werden reichlich produziert.

Alles hat einmal ein Ende. So auch die Anzahl der Etiketten für unsere Honiggläser. Beim letzten Etikettieren habe ich feststellen müssen, dass unsere rückseitigen Aufkleber fehlen. Fürs Erste habe ich mir mit dem Etikettendruckprogramm meines PC beholfen, aber das ist natürlich keine Dauerlösung.

Zum großen Glück gibt es ja unsere Graphik-Designerin, die damals den Entwurf erstellt hat und mittlerweile wieder in Deutschland lebt. Zum zweiten Glück können wir jetzt etwas grundlegend verändern:

Bislang haben wir für unsere Gläser stets drei Aufkleber benutzen müssen: einen langen Streifen als Gewährverschluss. Auf dessen vorderes und hinteres Ende ist zusätzlich noch je ein rechteckiges Etikett mit den rechtlich erforderlichen Angaben gekommen. Das heißt: mindestens drei Handgriffe für ein einziges Etikett. Ein weiterer Nachteil: der benutzte Kleber hat sich nur äußerst schwer wieder vom Glas lösen lassen.

Also heißt das, wir nutzen diese Gelegenheit, satteln komplett um und lassen neue Etiketten entwerfen, die alle zuvor erwähnten Nachteile nicht mehr haben sollen. Frau Schulz, unsere Graphikdesignerin, hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und uns diese Entwürfe präsentiert:

Entwürfe für die neuen Honigetiketten der Riedberg-Imker durch Katharina Schulz

Der große Vorteil: es ist nur noch ein einziges Etikett sowohl für die 500g- als auch die 250g-Gläser. Zudem sind diese Etiketten auch noch leicht ablösbar, so dass wir ohne großen Aufwand alle Gläser wieder mehrfach verwenden können. Das ist dann sehr ökologisch und nachhaltig gedacht und passt somit sehr gut zum Thema Bienenhaltung und Imkerei.

Die abgebildeten Etiketten sind an einem Glas des Deutschen Imkerbundes (DIB) ausprobiert worden. Normalerweise werden für diese Gläser standardisierte DIB-Etiketten benutzt. Hier geht es nur um eine Mustervorlage zum Ausprobieren. Wie das dann endgültig aussehen wird, zeige ich später an den von uns verwendeten Honiggläsern.

Die entworfenen Etiketten lassen wir in einer darauf spezialisierten online-Druckerei herstellen. Für Interessierte stelle ich die URL der Beteiligten vor: ksgrafikdesign.de und honigetiketten.de

Zugegeben, das ist eine sehr lange Überschrift. Aber sie beschreibt das Wesentliche genau.

Heute, am 16. Oktober 2021, habe ich damit begonnen, unseren Honig in Gläser zu füllen. Diese Gelegenheit nutze ich für einen Blogbeitrag, um zu zeigen, wieviel Handarbeit erforderlich ist, damit ein Glas Honig später verkauft oder verschenkt werden kann.

Im Juli haben wir den Honig geerntet. Auch dies ist alles Handarbeit. Der geschleuderte Honig wird erst einmal in Hobbocks gelagert. Das sind Eimer aus lebensmittelgerechtem Kunststoff. In ihnen "reift" der Honig eine Zeit lang. Während dieser Zeit verändert er sich. Die vorhandenen verschiedenen Zucker wandeln sich um. Je nach Mischungsverhältnis von Traubenzucker und Fruchtzucker bekommt der Honig in dieser Zeit eine andere Viskosität.

Überwiegen die Traubenzucker sehr deutlich, kann der Honig fast so fest wie Beton werden. Sind die Fruchtzuckeranteile dagegen dominierend, bleibt der Honig flüssig wie Wasser. Beispiele für fest sind Raps- und Löwenzahnhonige, für flüssig ist es der Akazienhonig.

Wird der Honig fest, nennen wir Imker das "kristallisieren". Zum Glück läuft der Kristallisationsprozess nicht schlagartig, sondern allmählich über Tage und Wochen. Das bedeutet, dass wir Imker regelmäßig nach dem Honig sehen müssen. Sobald die Kristallisation beginnt, verändert der Honig seine Farbeigenschaften. Ist er zu Beginn noch bernsteinfarben, bekommt er jetzt ein leicht trübes Aussehen, das perlmuttartig oder opaleszierend sein kann.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um imkerlich einzugreifen. Die Zucker lagern einander an und formen auf diese Weise die Festigkeit des Honigs. Wir greifen hier ein und beginnen den Honig zu rühren. Das geschieht mit einer Spirale, wie man sie vom Haushaltsmixer her kennt, oder mit einer Stampfvorrichtung.

Das Prinzip: der noch flüssige Honig wird mechanisch in Bewegung gebracht. Dadurch lösen sich die Kristallketten wieder auf. Diesen Vorgang wiederholen wir mehrmals. Dadurch bekommt der Honig am Ende eine Konstistenz, die wir im Idealfall als "feincremig" bezeichnen. Er ist jetzt dickflüssig und cremig und tropft nicht mehr so schnell vom Brötchen herab.

So sieht Honig aus, wenn er mit seiner Kristallisation beginnt.

Nach mehrfachem Rühren ist dieser Honig bereit zum Abfüllen. Ich gieße ihn dazu in einen speziellen Hobbock, der am Boden ein verschließbares Auslaufventil besitzt.

Die benötigten Gläser befinden sich noch in ihren Kartons.

Geöffnet sieht es so wie unten aus:

Weil es sich bei Honig um ein Lebensmittel handelt, gelten natürlich besondere hygienische Anforderungen. Das bedeutet, dass alle Gläser und Deckel vor dem Befüllen noch gereinigt werden müssen. Diesen Teil übernimmt zum Glück das Spezialprogramm unserer Spülmaschine.

Jetzt kann es losgehen. Auf der Arbeitsfläche steht links der Abfülleimer, rechts davon die gespülten Gläser.

In Handarbeit wird jedes Glas einzeln gefüllt.

Wenn alle Gläser befüllt sind, werden sie mit Deckeln verschlossen.

Damit ist aber noch längst nicht alles fertig und getan. Diese Gläser sind noch "nackt". Ihnen fehlen die nötigen Etiketten mit den rechtlichen Mindestangaben, die erforderlich sind, um ein Glas Honig in den Verkehr zu bringen.

Alle oben beschriebenen Arbeiten von der Honigernte bis zum Etikettieren der abgefüllten Honiggläser werden von Imkerinnen und Imkern manuell durchgeführt. Für die allermeisten Imker lohnt sich eine Anschaffung von Maschinen nicht. Anders sieht es in Großbetrieben oder in Erwerbsimkereien aus. Sie leben vom Verkauf ihrer Produkte und müssen von daher sehr effizient und kostengünstig arbeiten. Wir "kleinen" Imker und Hobbyimker können dabei nicht mithalten. Dafür aber ist eines ganz sicher: diese Honige werden in allen nötigen Arbeitsschritten in Handarbeit hergestellt. Das verleiht ihnen dadurch ein besonderes Ansehen und eine besondere Qualität.

Es ist eines der bekanntesten antiken Bauwerke, das Kolosseum in Rom. Erbaut worden ist es von Menschen zur Zeit der Römer. Der Einfluss Roms ging bekanntlich weit über die Stadt hinaus, die Römer haben ganze Landstriche erobert und zu ihren Provinzen gemacht.

Eine nicht so bekannte römische Stadt liegt auf dem heutigen Gebiet der Stadt Frankfurt im Stadtteil Heddernheim. Sie hieß Nida. Ihre Existenz ist historisch gesichert. Von hier aus gibt es eine direkte Verbindungsstraße zu einem römischen Kastell am Taunus im heutigen Bad Homburg. Das Kastell ist rekonstruiert und ein Publikumsmagnet. Es ist die Saalburg.

Bei einer Frankfurter Stadterweiterung Ende der 1920er Jahre ist die hier neu errichtete Siedlung Römerstadt genannt worden. Einer der führenden Köpfe in dieser Stadtentwicklung ist übrigens der Architekt Ernst Mey gewesen.

Weswegen erzähle ich das? In diesem Areal stehen auch einige unserer Bienenstöcke. Heute, am 8. Oktober 2021, bin ich dort gewesen, um diese letzen Bienenbeuten winterfest zu machen. Beim Öffnen der ersten habe ich eine kleine nette Überraschung erlebt.

"Römische" Bienenbauten in der Frankfurter Römerstadt

Auf die Oberträger der Rahmen habe ich zum Einfüttern einen Block mit Futterteig gestellt. Um sein vorzeitiges Austrocknen zu verhindern, habe ich den umgebenden Plastikbeutel nicht entfernt, sondern belassen. Die Unterseite des Blockes ist für die Bienen frei erreichbar.

Jetzt, beim Öffnen, sehe ich, dass die Bienen den blauen Beutel als Führungsschiene benutzt haben, um daran Wände hochzuziehen. Erster Eindruck meinerseits: das sieht doch aus wie das Kolosseum in Rom.

Zugegeben, das Kolosseum ist noch nicht fertiggestellt und es könnte vielleicht auch die Arena von Verona sein. Ähnlichkeiten sind zumindest vorhanden. Amüsant, dass dies genau auf dem historischen Boden der früheren römischen Stadt geschehen ist. Dabei sind diese Bienen noch nicht einmal italienische, sondern klassische Carnica-Bienen.

Efeu 2021

Gestern, am 3. Oktober 2021, habe ich die letzten Arbeiten an den Bienen auf unserer Streuobstwiese abgeschlossen. Alle Bienenbeuten sind nun im Prinzip winterfertig, eingewintert. Genügend Futter ist in jedem Stock vorhanden. Zwei schwache habe ich mit zwei starken Völkern vereinigt.

Das Wetter ist in den letzten Tagen noch sehr angenehm warm gewesen. Die Bienen sind immer noch fleißig unterwegs und sammeln aus den restlichen Blüten Nektar ein. Und hierdurch komme ich voller Stolz auf den gepflanzten Efeu zurück. Mittlerweile blühen fast alle Setzlinge. Das zu beobachten, ist eine richtige Freude. Zeigt es sich doch tatsächlich, dass Efeu eine der letzten Nektarquellen für die Bienen darstellt. Ich hoffe nun, dass die Pflanzen wachsen, gedeihen und in den nächsten Jahren immer kräftiger blühen mögen. Natürlich habe ich von den Blüten einige Photos gemacht, die ich hier zeige.

Efeu 2021
Efeu 2021

Sofern jetzt nichts mehr dazwischen kommt, haben wir als Imker nun bis etwa Weihnachten Ruhe. Die Bienen nicht. Sie ziehen sich in den kälter werdenden Tagen in ihrer Beute zur Wintertraube zusammen. Die Brutaktivität der Königinnen lässt weiter nach, so dass jetzt nur noch die Winterbienen erzeugt werden. Sie müssen bis zum kommenden Frühjahr durchhalten. Dann erwacht das Volk zu neuem Leben.

Eines wird noch geschehen: sofern es kalt genug gewesen sein wird, erfolgt im Winter die zweite Behandlung gegen die Varroamilbe. Der Kältereiz durch die niedrigen Außentemperaturen sollte im Grunde dafür sorgen, dass die Königin ihre Eiablage einstellt. Das ist dann die ideale Zeit für die Behandlung mit der Oxalsäure.

Bei uns im Rhein-Main-Gebiet haben wir leider diese kalten Winter so gut wie nicht mehr. Deshalb kann es geschehen, dass die Königin keine Brutpause einlegt, sondern den gesamten Winter über durchbrütet. Deshalb haben wir es uns angewöhnt, die Oxalsäure zwischen Weihnachten und Silvester anzuwenden, auch, wenn die Umstände dann suboptimal sein sollten. Die Verringerung der Varroamilben steht hier absolut im Vordergrund. Über die Vorgehensweise berichte ich demnächst an dieser Stelle.

Gestern Morgen ist es erstmals über Stunden neblig gewesen. Ein sicheres Zeichen, dass der Sommer nun endgültig vorbei ist. Aber wie sieht es bei den Bienen aus?

Ableger

Ich habe alle Beuten durchgesehen. Die Wirtschaftsvölker stehen gut im Futter. Bei den Ablegern sieht es da allerdings nicht so gut aus. Einige von ihnen sind sehr stark geworden, andere leben vor sich hin. Jetzt ist es an der Zeit, diese schwachen Ableger mit stärkeren Ablegern oder Völkern zu vereinigen. Dadurch sichern wir die Überlebenschancen der Bienenvölker.

Abräumen

Auffüttern

So wie im Bild oben, hat es beim Auffüttern ausgesehen. Der Block mit 15 kg Futterteig wird kopfüber auf die Rahmenoberträger stellt. Den blauen Plastikbeutel habe ich um den Teig herum belassen, damit er nicht durch Austrocknen hart wie Beton und für die Bienen ungeeignet wird.

Gestern - bei einem anderen Volk - habe ich während der Nachschau alles unnötige Material wieder entfernt. Der Teig ist vollständig erst in den Mägen und später in den Vorratszellen der Bienen gelandet. Übrig bleibt dann lediglich der Kunststoffbeutel. Aber hier sieht es ein wenig anders aus:

Um den Beutel herum haben die Bienen fleißig gearbeitet und Wildbau geschaffen. Beides und die Leerzarge habe ich entfernt. Nebenbei bemerkt: das obige Volk ist ein eingefangener Schwarm. Anfangs ist er in den ersten Wochen sowohl baufreudig als auch recht stechlustig gewesen. Die Stechlust ist abgeklungen, die Baufreudigkeit wohl noch nicht so ganz ....

Letzte Sommerblüten

Derzeit freue ich mich sehr über die gelungene Anpflanzung des Efeus. hier noch drei aktuelle Bilder dazu:

Efeublüte
Mal ein etwas anderer Besuch

Im späten Sommer gibt es ja auch noch andere spät tragende Blüten. Eine möchte ich hier noch zeigen. Sie gehört zu einem hier nicht ursprünglich beheimateten Baum, dem Duftbaum oder Bienenbaum. Er stammt ursprünglich aus Ostasien und wird hier immer häufiger angepflanzt. Er blüht im Hochsommer erst, so ab Ende Juli bis Anfang September. Die Bienen stürzen sich förmlich auf seine Blüten und scheinen den relativ späten Nektar zu genießen. Der Botanische Name lautet Euodia hupehensis.

So sehen die Blüten (in diesem Jahr) aus:

Euodia hupehensis - Bienenbaum

Nach wenigen Tagen habe ich erneut unsere Efeublüten besucht. Erfreulich: immer mehr Blüten entwickeln sich, sie sind sehr unterschiedlich weit in ihrer Entwicklung.

Blütenknospen
Efeublüte
Efeublüte

Mich freut es sehr zu sehen, wie die Blüten sich entwickeln und dass ich mit der Entscheidung Efeusetzlinge auszupflanzen den Bienen etwas Gutes getan habe. Das sind jetzt in der Tat die letzten bienenfreundlichen Blüten. Sie bilden die letzte Trachtquelle. Da hoffe ich doch sehr, dass sich hieraus in den nächsten Jahren eine große Hecke entwickeln möge!

Der Sommer 2021 geht eindeutig zu Ende. Zwar ist es dieser Tage nochmals angenehm warm geworden, die Bienen leben auf, aber schlussendlich bleibt es eine Tatsache, dass dieser Sommer nicht "sehr groß gewesen" ist.

Und doch gibt es immer wieder schöne Momente der Überraschung. Nach meinem Verständnis gehört zur Bienenhaltung nicht nur das eigentliche Imkern, sondern auch die Sorge um das leibliche Wohl der Bienen. Hiermit meine ich jetzt das angemessene Nahrungsangebot. Die Tracht ist beendet. Trotzdem finden die Bienen noch immer Blüten, die sie besuchen und an deren Nektar sie sich laben können. Aber auch das hat demnächst ein Ende.

Eine Pflanze hingegen legt jetzt erst so richtig los. Im letzten Herbst und in diesem Frühjahr habe ich davon Setzlinge ausgepflanzt. Spärlich zwar, aber sie fangen doch an zu blühen. Sie stellen so ziemlich die letzten für Bienen interessanten Blüten im Jahreslauf dar. Gemeint ist der Efeu.

So richtig glauben wollte ich das ja nie, auch, wenn ich es schon oft gehört habe. Vor einem genau Jahr sind wir im Urlaub in Südtirol gewesen. In Tramin, nahe dem Kalterer See, habe ich es dann zum ersten Mal selber gesehen: blühende Efeuhecken, aus denen es gewaltig gesummt hat. Unglaublich, wie viele Bienen sich auf den Blüten niedergelassen haben!

Das ist für mich die Initialzündung gewesen, um auf unserer Streuobstwiese selber Efeu auszupflanzen. Auch hier sollen zukünftig kleinere Hecken aus Efeu entstehen und den Bienen eine letzte frische Nahrung vor dem Herbst geben.

So wie oben im Bild sieht es im Moment am Efeu aus. Die Blüten sind schon da, wenngleich noch nicht aufgegangen. In wenigen Tagen dürfte es wohl soweit sein, dass die Bienen sich darauf stürzen werden. Das Photo stammt vom 5.9.2021 von unserer Streuobstwiese.

Last blossom of the summer .....

In diesem Jahr ist vieles anders als sonst. Bedingt durch die Kälte und Nässe im April und Mai haben wir eine mehrwöchige zeitliche Verzögerung erlebt, die sich bis heute, mitten im August, auswirkt.

Statt, wie üblich, zweimal den Honig zu ernten, hat es in diesem Jahr nur eine einzige Ernte gegeben. Und diese ist sogar noch ziemlich mager ausgefallen. Auch die fälligen Maßnahmen im Sommer wie Varroabehandlungen und Auffüttern haben sich zeitlich nach hinten verschoben.

Am Freitag, 13.8.2021, habe ich bei drei Völkern in einem einzigen Akt sowohl die Honigernte, die Säurebehandlung und das Auffüttern durchgeführt. So spät in einem Jahr habe ich dieses noch nie getan.

Normalerweise schließen sich jeweils zwei Tätigkeiten parallel aus. So kann man nicht zugleich den Honig ernten und gegen die Säure behandeln oder Honig ernten wollen und Auffüttern. In den klassischen Methoden schließen sich auch die Säurebehandlung und das gleichzeitige Füttern aus.

Trotzdem habe ich in diesem Jahr das alles in einem einzigen Block erledigt. Wie, das beschreibe ich jetzt.

Honigernte - Teil 1

Tage vor der eigentlichen Ernte kommen die Bienenfluchten unter den Honigraum. Sie sollen die Bienen dazu veranlassen, den Honigraum zu verlassen und nicht wieder zu besuchen. Das hat auch gut geklappt. Lediglich zwei einzelne Bienen sind in den beiden Honigräumen verblieben. Der nächste Schritt ist die Abnahme der Honigräume und Transport in den Schleuderraum. Dort können die Magazine mit den Waben erst einmal stehen bleiben.

Säurebehandlung

Sobald die Honigräume von den Bienenstöcken entfernt worden sind, kann ich mit der Säurebehandlung starten. Klassisch nimmt man dafür 60%ige Ameisensäure. So mache ich das nicht (mehr). Stattdessen verwende ich 3 Liter 15%ige Ameisensäure, die in eine Wanne gegossen und mit einem Metallgitter abgedeckt wird.

Diese Wanne deponiere ich unten im Boden jedes Bienenstocks. Dort bleibt sie vier Wochen stehen. Diese Methode ist sehr viel bienenschonender als die hochprozentigen Betriebsweisen. Dafür dauert sie aber auch länger. Wichtig ist dabei, dass die Säuredämpfe etwas länger als ein vollständiger Brutzyklus dauert, in der Beute zur Verfügung stehen. Deshalb auch die Zeit von vier Wochen. Der normale Brutzyklus dauert drei Wochen. Dieses Verfahren ist von den Lehrinstituten und klassischen Lehrmeinungen nicht abgesegnet! Es funktioniert allerdings auch ohne diesen göttlichen amtlichen Segen.

Auffüttern

Das praktische an dieser niederprozentigen Säurebehandlung ist, dass ich dabei parallel mit dem Auffüttern beginnen kann.

Als erstes füttere ich dazu mit festem Futterteig. Auf die Rahmenträger stelle ich einen 15 kg schweren Futterteigblock. Die Kunststoffverpackung belasse ich um den Block herum, damit er nicht austrocknet. Ansonsten wird Futter hart wie Beton und kann von den Bienen nicht mehr aufgenommen werden.

Vorbereiteter Futterteig
Umgebende Zarge oberhalb des Brutraumes
Futterteig auf den Oberträgern des Brutraumes in der umgebenden Zarge

Der Futterteigblock wird auf die Oberseiten der Rahmenträger gestellt. Damit die Bienenbeute wieder geschlossen kann, kommt um das Futter herum einfach eine leere Zarge.

Wichtig sind hierbei zwei Aspekte. Die Bienen benötigen beim Futterteig eine Wasserquelle in der Nähe. Ideal ist eine Bienenträne am Standort. Aber Hühnertränken oder ein Gewässer in der Nähe tun es auch.

Ein anderer wichtiger Punkt: das Einfüttern mit einem festen Teig dauert länger als wenn die Bienen flüssiges Futter einlagern. Beim Flüssigfutter werden sehr schnell die vorhandenen freien Zellen belegt. Dabei kann es passieren, dass nicht mehr ausreichend Fläche für die Brut zur Verfügung steht. Aus diesem Grunde sollte die erste Futtergabe unbedingt fester Teig sein, die folgenden Fütterungen können dann ruhig flüssig erfolgen.

Wieviel wird eingefüttert? Am Ende sollten Bienen, wenn sie ein Wirtschaftsvolk sind, knapp 25 kg Futter für den kommenden Winter eingelagert haben. Bei Ablegern dürfen es je nach Größe etwas weniger sein, Faustregel ca. 15 kg. Die vorhandenen Honigvorräte in der Beute werden dabei mitgerechnet.

Honigernte - Teil 2

Nachdem die oben beschriebenen Arbeiten erledigt sind, geht es an die eigentliche Honigernte. Die entnommenen Zargen mit den Honigwaben stehen bereits in dem Raum, in dem geschleudert wird.

Dazu werden in Handarbeit die einzelnen Waben zunächst entdeckelt.

Verdeckelte Honigwabe

Mit einer speziell geformten Gabel werden die Verschlüsse der einzelnen Zellen abgehoben und der Honig freigelegt.

Teilweise entdeckelte Honigwabe

Am Ende sieht die Wabe dann so aus:

Das Glänzende ist der eingelagerte Honig. Er wird nun in einer Zentrifuge aus den Waben herausgeschleudert und anschließend gesammelt. Anschließend muss er noch einige Zeit reifen, bevor er gerührt und abgefüllt werden kann.

Das alles geschieht bei den Nicht-Erwerbsimkern in der Regel in Handarbeit.

Gestern haben wir Honig geerntet und geschleudert. Beide sonst üblichen Ernten haben wir dabei zu einer einzigen zusammenfassen müssen. Die Ausbeute ist - wie zu vermuten gewesen ist - gering.

Unsere Beuten zum Abtransport - Bild: Florian Egle

Wie zu erkennen ist, haben wir nur von sieben Völkern den Honig entnehmen können. Einige der abgebildeten Zargen sind sogar noch nicht einmal komplett gefüllt.

Die Menge des geschleuderten Honigs habe ich nicht gewogen. Anhand der Füllungszustände der Lebensmitteleimer, in denen der Honig bis zum Abfüllen aufbewahrt wird, schätze ich, dass wir so zwischen 120 und 140 kg geerntet haben könnten. Die genaue Menge weiß ich natürlich erst nach dem Abfüllen.

Für dieses Jahr ist das wenig. Im Durchschnitt wären das dann 17 bis 20 kg je Volk. Das Beruhigende ist, dass es allen Imkern in diesem Jahr so geht. Schuld daran ist die ungewöhnliche Wetterlage vom April und Mai 2021. In dieser Zeit ist es einfach zu kalt und zu feucht gewesen.

Jetzt ruht der geschleuderte Honig erst einmal in seinen Gefäßen. Sobald er in wenigen Wochen zu kristallisieren beginnt, wird er gerührt und anschließend in Gläser abgefüllt. Dann kann ich genau sagen, wie groß die diesjährige magere Ernte gewesen ist.

Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: