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Bislang haben wir vier Ableger von unseren Bienen erstellt. Die Kästen habe ich unmittelbar danach in einem Garten in über zwei Kilometer Entfernung aufgestellt. Am Sonntag, 3.6.18, habe ich die ersten beiden Ableger in ihren Kästen zurückgeholt.

Etwas über vier Wochen standen sie bei Herrn T. in dessen Garten. Diese Zeit ist wichtig, damit die Bienen sich aus der vorhandenen eigenen Brut ihre neue Königin ziehen können. Genetisch stammt die Königin damit aus dem Muttervolk. Die von ihr produzierten Bienen nur noch zur Hälfte, die andere Hälfte des Erbgutes steuert eine unbekannte Drohne bei. Damit sind alle Bienen in diesem neuen Volk Halbgeschwister über die Königin als Mutter.

Herr T. hat die Bienen in seinem Garten sehr genossen. Vom Liegestuhl aus sieht er ihnen häufig und lange zu.

Ablegerkästen bei Herrn T. in der Frankfurter Römerstadt

Die beiden kleinen Kästen in der oberen Reihe stehen seit dem 3.6.2018 wieder auf dem Riedberg. Beide Ableger haben sich unterschiedlich entwickelt: der eine wird recht groß und stark, der andere ist noch ein wenig schwach auf der Brust, aber wird kommen und benötigt nur noch etwas Zeit.

In beiden Kästen hat die neue Königin bereits Eier gelegt, die ersten Maden sind auch schon zu sehen. Damit kann sich hieraus nun ein neues Volk entwickeln.

Flugbetrieb am Ableger
Flugbetrieb am Ablegerkasten

Die Bienen dieses Ablegers sind schon sehr fleißig am Erkunden der neuen Heimat. Die des zweiten Ablegers sind hingegen noch etwas zögerlich. Aber sie sind ja auch etwas später als Ableger zusammengestellt worden.

Beide Ableger-Rahmen haben wir in eine normale Zarge mittig eingehängt und von beiden Seiten mit jeweils zwei Mittelwänden umrahmt. Mehr ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht nötig. Natürlich hoffen wir, dass hieraus bald und zügig jeweils zweizargige Jungvölker werden.

Vor acht Tagen haben wir ihn im Norden Frankfurts gefangen und anschließend auf dem Riedberg aufgestellt.

Der Schwarm entwickelt sich gigantisch. Nach einer Woche sind bereits sämtliche Mittelwände ausgebaut. In der unteren Zarge sind trotzdem noch sehr viele Bienen, von oben herab haben die Bienen bereits Wildbau angelegt.

Unser Bienenschwarm nach einer Woche

Beim Aufklappen der Zargen hängen Bienen traubenförmig herab bis in die untere Leerzarge. Der Schwarm ist in der Tat recht groß.

Schnell beschließen wir daraufhin, die untere leere Zarge zu entfernen. Wir füllen sie komplett mit Mittelwänden auf und stellen sie als 2. Etage oben wieder auf. Aber nicht als zweiten Brutraum, sondern gleich als Honigraum. Das hat zur Folge, dass zwischen die beiden Zargen natürlich noch ein Absperrgitter gelegt wird, damit die Königin im oberen Raum keine Eier legen kann.

Für uns ist dieses Vorgehen Neuland. Bislang haben wir einen gefangenen Schwarm immer erst im nächsten Jahr zur Honigernte herangezogen. Ich bin auf das Ergebnis schon sehr gespannt.

Vor dem Flugloch herrscht reger Hochbetrieb, ein ständiges Kommen und Gehen.

Flugbetrieb am Schwarm
Flugbetrieb am Schwarm

Es geht intensiver zu als am nahe gelegenen Frankfurter Flughafen.

 

 

 

Noch in der Nacht des Fangens bringen wir den Schwarm auf den Frankfurter Riedberg. Bis zum nächsten Mittag lassen wir ihn dort unverändert stehen. Das Flugloch der Beute bleibt zunächst verschlossen.

Am nächsten Tag  wird es dann mittags spannend: ich öffne das Flugloch und befestige sofort ein Anflugbrett, damit die Bienen es beim Landen leichter haben.

Kaum ist das Loch geöffnet, strömen die ersten Bienen orientierungslos nach draußen. Sie müssen sich nun neu in der Umgebung orientieren. In der Imkersprache heißt dieser Vorgang "Einfliegen".

Der Schwarm in seiner Beute

Große Futtervorräte haben sie nicht mitnehmen können. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich jetzt zügig Futtervorräte anlegen können während sie parallel dazu mit dem Bau neuer Waben beginnen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, in welcher Geschwindigkeit ein Bienenschwarm innerhalb weniger Tage seine Waben aufgebaut hat. Zur Erleichterung haben wir ihnen in der oberen Zarge bereits die Mittelwände eingehängt. Bauen kostet die Bienen Energie. Die Trachtbedingungen sind günstig hierfür zurzeit, so dass der neue Aufbau schnell erfolgen kann.

In wenigen Tagen schauen wir in das Schwarmvolk hinein. Dann gibt es vielleicht schon Neues zu berichten.

Die große Zahl an Völkerverlusten hat uns in diesem Jahr dazu genötigt, die Rahmen aus den  verlassenen Bienenbeuten aus hygienischen Gründen nicht wieder zu verwenden, um auf diese Weise keine Bienenkrankheiten innerhalb unserer Bienenstöcke zu übertragen. Das in den Rahmen enthaltene Wachs wird statt dessen vollständig eingeschmolzen.

Nicht nur deshalb haben wir uns vor wenigen Tagen einen Sonnenwachsschmelzer zugelegt und auf der Streuobstwiese bereits aufgestellt. Um einen eigenen Wachskreislauf zu starten, war dieser Schritt längst überfällig gewesen. Dreizehn Rahmen im Zanderformat passen in ihn hinein. Sobald die Sonne intensiv genug scheint, beginnt in seinem Inneren die Wachsschmelze.

Sonnenwachsschmelzer 26.03.2017

Das dann abtropfende Wachs läuft in eine teflonbeschichtete Wanne am tiefsten Punkt des Schmelzers. Dort wird es entnommen und gesammelt. Sobald genügend Wachs auf diese Weise zusammengekommen ist, muss es noch weiter aufbereitet werden. Dieses Wachs enthält noch immer eine große Menge an Fremdkörpern und Fremdstoffen wie Häutungsreste, Puppenreste, Pollen oder Honig. Im Wasserbad wird es in einem Metalleimer erneut eingeschmolzen und anschließend gefiltert. Dieses gereinigte Bienenwachs wird danach zur Wiederaufbereitung verschickt und kehrt in Form neuer Mittelwände zu uns zurück. Diese Mittelwände werden später wieder in unsere Rahmen eingelötet und von den Bienen als Start zum weiteren Wabenbau genutzt. Damit schließt sich der Kreis. Wir benötigen dann kein fremdes Wachs mehr von außerhalb.

Unser zu schmelzendes Wachs wird in zwei Gruppen eingeteilt. Einerseits wird  es aus den Beuten der toten Völker gesammelt. Theoretisch könnte es noch mit den Krankheitserregern belastet sein, an denen die Völker zuvor gestorben sind. Die andere Gruppe nenne ich einfach mal Bio-Wachs. Hierbei handelt es sich um das beim Entdeckeln der Honigwaben gewonnene Material und um den Wildbau aus den Drohnenrahmen. All dieses Wachs ist ohne Hilfe von Mittelwänden direkt von den Bienen produziert worden. Damit ist es weitgehend frei von Schadstoffen und ungleich wertvoller als das der anderen Gruppe.

 

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