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(05.06.2024) Heute bin ich auf einem fremden Bienenstand zu Besuch gewesen. Dort wird auf Langstroth geimkert. Das heißt, dass die Rahmen größer als bei Zander sind. Die Honigräume sind jedoch wesentlich kleiner als die Bruträume.

Das hat den Vorteil, dass sie leichter zu tragen sind und dass gut und gerne zwei übereinander gestellt werden können. Aber es gibt auch Nachteile: weil die Rahmen kleiner sind, können sie nicht zum Wabentausch verwendet werden und umgedreht kann zum Triggern keine Brutwabe in den Honigraum gehängt werden.

Die Bienenwaben werden durch die Brutzyklen im Laufe der Brutsaison immer dunkler bis hin zu einem tiefen schwarz. Dabei verfärbt sich nicht das Wachs, sondern die Häutchen, die beim Häuten der verdeckelten Brut entstehen, bleiben in den Zellen. Diese werden dadurch stetig kleiner und dunkler. Jeder Imker kennt dieses Phänomen. Deshalb tauscht man nach der Honigernte die Waben: die frischen, jungen und unbebrüteten Waben des Honigraumes kommen nach unten in den Brutraum und ersetzen dort die dunklen und schwarzen Waben. Diese können dann eingeschmolzen werden. Das umgebende Wachs wird aufgefangen und kann erneut zu Mittelwänden geformt werden. Somit entsteht hierdurch ein eigener kleiner Wachskreislauf, weil die so gewonnenen Mittelwände wieder in das Bienenvolk gelangen.

Es geht aber auch anders. Bisher habe ich das nur vom Hörensagen gekannt, aber noch nie gesehen. Man kann Mittelwände nämlich auch aus Kunststoff verwenden. Und genau das habe ich heute zum ersten Mal gesehen und mit der Kamera festgehalten.

Jeweils rechts unten ist in beiden Bildern die Kunststoffmatrix mit dem sechseckigen Wabenmuster zu erkennen. Die Bienen bauen darauf dann wie gewohnt ihre Zellen auf. Der besuchte Imker recycelt seine alten Waben nicht, sondern entsorgt sie zu gegebener Zeit thermisch. Auf gut deutsch: sie werden verbrannt. Ich finde das sehr schade, aber so ist es nun mal, dass jeder sein eigenes System hat und auslebt.

(20.04.2024) Dieses Thema ist sowohl spannend als auch unangenehm zugleich. Auf das letztere komme ich später zurück.

Gerade im Frühling fällt in der Imkerei viel Wachs an. Um die Varroabelastung in den Bienenvölkern niedrig zu halten, verwenden wir eine biologische beziehungsweise biotechnische Methode. Hierbei wird an bestimmten Stellen innerhalb des Bienenvolkes ein normaler Rahmen gegen einen Bau- oder Drohnenrahmen ausgetauscht. Das sind völlig leere Rahmen ohne Draht und ohne Mittelwände. Die Bienen bauen hier im Wildbau ihre Waben auf. In fast allen Fällen sind diese Waben um einen Millimeter größer als üblich. Sie sind damit speziell für die Aufzucht von Drohnen gedacht.

Sind die Waben (Zellen) darin verdeckelt, brauchen die Drohnen genau 14 Tage bis zum Schlupf. Das sind zwei Tage mehr als bei den Arbeiterinnen. In dieser Zeit und in den Drohnenzellen kann sich die Varroamilbe wesentlich besser und stärker vermehren, weil sie hier zwei Tage besser geschützt ist. Dieses Phänomen nutzen wir aus. Sobald möglichst viele, im Idealfall alle, Zellen verdeckelt sind, wird der Rahmen aus dem Volk genommen und "geschnitten".

Die gesamte Masse an Wachs und den verdeckelten Waben wird dadurch entfernt. Der nun wieder leere Rahmen kommt zurück ins Volk. Die Bienen bauen ihn erneut aus und das Spiel beginnt von vorne.

Die entnommene Masse enthält sehr viel Bienenwachs, die Drohnenpuppen und viele Varroamilben. Ich friere dieses alles ein und sammle auf diese Weise genügend Material, damit ich die Trommel des Dampfwachsschmelzers damit füllen kann.

Manchmal fallen jedoch auch andere Waben an, die ausgeschmolzen werden sollen. Dazu zählen dunkle, also alte, Waben. Aber auch mit Wachsmotten befallene Rahmen kommen zum Ausschmelzen in die Trommel.

Was benötigt man hierfür? Ich verwende einen Metallbehälter (Trommel) und einen zugehörigen Dampferzeuger, von dem ein Schlauch in die Trommel hineinführt.

In die Trommel stelle ich die Rahmen und/oder die ausgeschnittenen Blöcke von den Drohnenrahmen.

Mit einem Deckel wird die Trommel verschlossen. Vom Dampferzeuger führt ein Schlauch durch den Deckel in das Trommelinnere. Der Dampf des siedenden Wassers wird darüber in die Trommel geleitet. Seine hohe Temperatur bring das Wachs zum Schmelzen.

Das geschmolzene Wachs läuft am Boden durch ein Auslassrohr nach außen und wird aufgefangen. Selten steht in der Trommel das reine Wachs. Meistens sind noch Nektar- oder Honigreste in den Waben mit dabei. Deshalb ist das erste, das unten erscheint, eine Mischung aus kondensiertem Wasserdampf und Honig/Nektar, Honigwasser (Vorlauf). Das eigentliche Wachs kommt erst daran anschließend.

Das flüssige Wachs schwimmt auf dem Honigwasser und erstarrt zu einer goldgelben Masse. Das sieht dann so aus:

Nach dem Erkalten sieht das dann wie folgt aus:

Am nächsten Morgen habe ich nochmals die Form mit dem gewonnenen Wachs photographiert. Es schwimmt noch im Honigwasser und sieht goldgelb aus.

Das Honigwasser wird abgegossen und vernichtet. Die gewonnene Scheibe Wachs sammle ich mit anderen bis zum Herbst.

Im Laufe des Jahres kommen auf diese Weise etliche Kilogramm reines Bienenwachs zusammen. Sie werden dann zum Aufarbeiten weggegeben. Hierbei wird das Wachs erneut erhitzt, geschmolzen und vor allen gereinigt. Das flüssige Wachs wird danach zu Mittelwänden umgearbeitet, die später wieder über die Rahmen in die Bienenvölker zurückkehren. Damit haben wir einen in sich geschlossenen Wachskreislauf. Das besonders Gute daran ist die Tatsache, dass das meiste von den Bienen selber im Wildbau erzeugt worden ist. Damit ist es das allerbeste Wachs überhaupt.....

Aber zurück zum angekündigten Unangenehmen: in den verdeckelten Waben befindet sich die Brut. Meistens ist es die Drohnenbrut, aber manchmal auch normale Arbeiterinnenbrut. Genauer gesagt sind das die Puppen, die sich in den Zellen zur Bienen entwickeln sollten. Diese Puppen werden in der Trommel dampfgegart. Das heißt, ihre Körper werden quasi gekocht und bleiben später als Abfall am Boden der Trommel liegen. Damit die Abflusswege nicht verstopfen, müssen sie regelmäßig entsorgt werden. Das ist das Unangenehme daran. Noch unangenehmer wird es, wenn die Entsorgung zu spät erfolgt und die Puppenkörper in der Trommel zu schimmeln und zu riechen beginnen ....

Manche Imker hängen ihre Drohnenrahmen draußen auf und bieten sie damit den Vögeln als Futter an. Auch Hühner freuen sich über dieses eiweißreiche Futter und picken die Puppen gerne auf. Bienenhygienisch betrachtet, geht das aber gar nicht! Bienen setzen sich auf den Rahmen nieder, nehmen die enthaltenen Varroamilben auf und tragen sie in ihr angestammtes Volk ein. Das enthaltene Wachs landet dann meistens im Müll. Wesentlich aufwändiger ist dagegen das Einschmelzen, trotz den unangenehmen Seiten daran. Dafür gibt es dann als Gewinn eben die eigenen Mittelwände im Wachskreislauf zurück!

(5. und 6.April 2024) Die Kuriositäten nehmen kein Ende. Vor wenigen Tagen ist es noch kühl gewesen. Plötzlich entsteht eine Wetterlage, in der es innerhalb von zwei Tagen auf Temperaturen um die 25° bis 30° gehen soll.

Gestern habe ich die ersten unserer Bienenvölker durchsucht. Alleine der bereits sichtbare Flugbetrieb ist eine Augenweide gewesen.

Heute, einen Tag später, ist er noch intensiver geworden.

In diesem Jahr sind wir mit allen biologischen Phänomen um etwa vier Wochen früher als üblich dran. In den Bienenvölkern wird es eng. Die ersten Honigräume sind bei einigen Völkern schon vor zwei Wochen aufgesetzt worden. Bei dieser Durchsicht kommen weitere hinzu! Nahezu alle Völker haben inzwischen ihren Honigraum.

Die Brutnester sind teilweise riesig. Hier zeige ich ein Beispiel davon:

Brutnest - füllt fast den gesamten Rahmen aus

Auch die Produktion der Drohnen läuft auf Hochtouren. Weil die Drohnen, die männlichen Bienen, in ihrer Entwicklung drei Tage länger als die Arbeiterinnen brauchen, sind ihre Zellen der ideale Nährboden für die Vermehrung der Varroamilben. Dieses Phänomen nutzen wir Imker aus: wir hängen leere Rahmen in ein Volk. Die Bienen bauen im Wildbau dort größere Waben, die für die Drohnenaufzucht geeignet sind. Sobald die Zellen verdeckelt sind, nehmen wir Imker die Waben heraus, schneiden sie ab und hängen den leeren Rahmen für einen erneuten Ausbau zurück. Die ausgeschnittene Drohnenbrut wird eingefroren und später eingeschmolzen. Damit vernichten wir die Varroamilben darin, halten somit ihren Bestand niedrig, und gewinnen wertvollen Wachs, das wir später den Bienen als Mittelwände in einem eigenen Wachskreislauf zurückgeben.

Drohnenrahmen im Ausbau - noch unvollständig
Drohnenrahmen voll ausgebaut und verdeckelt
Drohnenrahmen - ausgebaut und verdeckelt - dieses Mal ohne die ansitzenden Bienen

Jetzt ist die Zeit gekommen, in der es heißt, regelmäßig, einmal pro Woche, die Völker durchzuschauen. Auf den Rahmen habe ich während der Durchsicht bereits die ersten Spielnäpfchen zerstört. Sie sind die ersten Anzeichen für die beginnende Schwarmzeit. Um das Schwärmen zu verhindern, müssen die Bienen genügend Platz in den Beuten haben, den sie bebauen und bewirtschaften können. Und natürlich muss ausreichend Platz für weitere Brut vorhanden sein, damit das Volk sich bis zum Sommer weiter vergrößern kann.

(05.03.2024) Imker haben im Grunde genommen nie so richtig Pause. Selbst im Winter, wenn die Bienen in den Beuten überwintern, gibt es viel zu tun. Ich bin da mir selber gegenüber sehr ehrlich: in dieser Zeit mache ich nichts! Viele Tätigkeiten müsste man draußen in der Kälte oder feuchtem Wetter verrichten, aber dazu bin ich zu bequem! Stattdessen werde ich dann so am Ende des Winters, im März, etwas aktiver und hole viele Arbeiten nach.

Was ist denn alles zu erledigen? Demnächst, wenn die Völker wieder in Brut gehen, werden bald viele Rahmen mit Mittelwänden benötigt. Also heißt es, die Mittelwände in Rahmen vorher einzulöten, um mir damit später unnötigen Stress zu vermeiden. Das habe ich übrigens bereits im Februar gemacht, im Warmen!

Alte Rahmen müssen gesäubert und wenn erforderlich, auch im Dampfwachsschmelzer ausgeschmolzen werden. Auf der Streuobstwiese haben sich im letzten Jahr viele Zargen angesammelt. Sie sind entweder leer oder enthalten noch Rahmen, deren Wachs mit Wachsmotten infiziert ist. Diese Zargen habe ich am letzten Wochenende zu uns nach Hause geholt. Gestern hat dann die große Reinigungsaktion begonnen. Mit einem Hochdruckreiniger von Kärcher sind die Zargen und Ablegerkästen, aber auch Böden auf allen Seiten und an allen Kanten gereinigt worden.

Für alle Nicht-Imker: so sehen Rahmen aus, die von Wachsmotten befallen sind. Ich habe sie falsch gelagert, nämlich in ihren Zargen, statt sie luftdicht in Kunststoffkisten aufzubewahren.

Vor wenigen Wochen habe ich über das Internet einen Brandstempel nach Wunsch bestellt und anfertigen lassen. Mit ihm werden ab jetzt alle unsere Zargen und Rahmen gekennzeichnet. Der Grund ist ganz einfach: Diebstahlsschutz. Ein Brandzeichen ist relativ schwierig zu entfernen.

Während ich hier am Schreibtisch sitze und diesen Blogbeitrag schreibe, ist vor mir auf dem Balkon der Dampfwachsschmelzer im Betrieb. Sämtliche Rahmen, die Wachsreste enthalten, stehen im Kessel und erhalten von außen Dampf zugeführt, damit das Wachs schmilzt. Dieses geschmolzene Wachs fange ich dann auf und bringe es später, wenn im Laufe des Jahres genügende Mengen zusammengekommen sind, zum Aufarbeiten weg. Daraus werden dann neue Mittelwände hergestellt. Mit anderen Worten: wir haben somit einen eigenen Wachskreislauf und benötigen kein Fremdwachs mehr.

Ab April setzen wir unseren Völkern einen Drohnenrahmen zu. Die Bienen bauen darin ihre Waben im Wildbau (ohne zugesetzte Mittelwände) für die Aufzucht von Drohnen. Diese Rahmen entfernen wir regelmäßig, sobald sie verdeckelt sind. Auch sie werden eingeschmolzen und liefern uns das beste Wachs von allergrößter Qualität.

Im letzten Jahr habe ich auf diese Weise über 30 kg Wachs erhalten und aufarbeiten lassen. Damit haben wir mehr Mittelwände, als wir vermutlich selber bei den Bienenvölkern verbrauchen können.

Was gibt es sonst noch in der nächsten Zeit zu tun?

Das Auswintern unserer Völker steht an. Davon berichte ich dann gesondert hier.

Immer wieder rede und schreibe ich hier über Drohnenrahmen. Ein Beitrag für die Nicht-Imker

Nahezu alle Bienenvölker in unseren Breiten leiden inzwischen seit mehreren Jahrzehnten unter einem Tierchen, dass es hier ursprünglich nicht gegeben hat, sondern aus dem Osten eingeschleppt worden ist. Gemeint ist eine Milbe namens Varroa destruktor.

Sie lebt bei den Bienen und im Bienenstock und ernährt sich von ihnen. Sie ist zwar klein, aber sehr wirkungsvoll. Von querovaler Form misst sie etwa 2x1 mm Breit mal Länge.

Sie sitzt auch auf den Bienen und saugt deren "Blut", die Hämolymphe. Im Vergleich zu uns Menschen wäre es etwa so, als ob wir ständig im Nacken ein Kaninchen mit uns herumtrügen, dass fest auf uns aufsitzt.

Die Vermehrung der Varroa destruktor findet im Bienenstock statt. Kurz bevor eine Zelle mit einer Made darin verdeckelt wird, krabbelt sie hinein. Drinnen schlängelt sie sich an der Made vorbei bis zum Grund und versteckt sich dort in einer Nische.

Nach dem Verdeckeln der Zelle beginnt sie sich zu vermehren. Je länger das Puppenstadium der einstigen Made dauert, desto mehr Zeit hat die Milbe, um Nachkommen zu zeugen. Am längsten dauert diese Phase bei den Drohnen.

Deshalb benutzen wir die natürliche Aufzucht der Drohnen als eine biologische Methode, um die Belastung mit der Varroa-Milbe so niedrig wie möglich zu halten. Kurz vor der Verdeckelung einer Drohnenzelle schlüpft die Milbe in die Zelle und hat nun mehrere Tage Zeit, sich zu vermehren.

Dieses Phänomen und diese Eigenschaft nutzen wir wie folgt aus:

Wir hängen einen leeren Rahmen, den Drohnen- oder auch Baurahmen, an den Rand eines Brutnestes in einem Bienenstock. Die Bienen bauen diesen Rahmen mit Wildbau zu einem Wabenwerk aus, dessen Zellen sehr dazu geeignet sind, die Drohnen darin aufzuziehen. Drohnenzellen sind etwa einen Millimeter größer als die normalen Arbeiterinnenzellen.

Drohnenrahmen zu Beginn seines Ausbaus

Die Königin legt in diese Zellen je ein unbefruchtetes Ei am Boden ab. Die Eier reifen zu Maden heran. Nach 9 bis 10 Tagen ist es dann soweit: für die Zeit der Verpuppung wird die Zelle geschlossen, verdeckelt. Unmittelbar vorher schlüpft die Milbe dort hinein und lässt sich mit einschließen. Die Zeit der Verdeckelung beträgt bei den Drohnen zwei Tage mehr als bei den Arbeitrinnen, nämlich 14 Tage. Während dieser Zeit werden deutlich mehr neue Milben gebildet als in einer Arbeiterinnenzelle. Aus diesem Grund ist dieses biologische Bekämpfungsverfahren auch so effektiv. Es hält die Zahl der Milben in einem Bienenstock bis zum Sommer erstaunlich niedrig.

Drohnenrahmen - teilweise ausgebaut

Für uns Imker heißt es also darauf zu warten, bis der eingehängte Drohnenrahmen ausgebaut und möglichst großflächig verdeckelt ist. In diesem Stadium heben wir den Rahmen heraus und schneiden den Wachsblock mit all seinen verdeckelten und auch unverdeckelten Zellen vom Rahmen ab.

Drohnenrahmen ausgebaut

Dieses Paket mit Puppen und Milben gilt es nun zu vernichten. Am einfachsten geht es, wenn das Wachs sofort in einen Dampf- oder Sonnenwachsschmelzer eingelegt wird. Durch Wärme und Hitze wird das Wachs ausgeschmolzen und die Drohnenpuppen werden thermisch getötet, ebenso die Milben dabei auch.

Das Wachs fließt dabei ab und kann aufgefangen werden. Dies ist reinstes Wachs. Es ist ohne Mittelwände von den Bienen direkt erzeugt worden. Es aufzufangen und weiter zu neuen Mittelwänden zu verarbeiten, baut einen eigenen Wachskreislauf für den Imker auf.

Der folgende Film auf You Tube zeigt das Verhalten der Milbe sehr verständlich:

https://www.youtube.com/watch?v=G9-FGA3bwEw&t=21s

In den letzten Jahren haben wir das Wachs unserer Bienen gesammelt. Es stammt überwiegend aus dem Dampfwachsschmelzer, teilweise auch vom Entdeckeln bei der Honigernte. Mittlerweile ist die Menge recht ansehnlich. Ich habe sie zwar nicht gewogen, schätze sie aber auf ___ kg.

Jetzt, in der ruhigen Zeit, ist ein idealer Zeitpunkt dafür, dieses Wachs aufzubereiten, damit daraus Mittelwände hergestellt werden können, die den Bienen wieder zurück gegeben werden. Dann schließt sich der Kreislauf aus Entnahme, Verarbeitung und Rückgabe.

Unsere gesammelten Wachsvorräte enthalten von eine Menge von Verunreinigungen. Meistens kleben sie an der Unterseite eines Wachsblockes fest. Um sie zu entfernen, wird das Wachs in einem Wasserbad langsam erhitzt und eingeschmolzen. Hierzu stelle ich einen Metalleimer in einen elektrisch betriebenen Kochtopf, den man beispielsweise zum Einwecken oder für die Glühweinherstellung benutzen kann. Die Temperatur lässt sich hier gut von außen regeln.

festes Bienenwachs im Metalleimer, der wiederum im Wasserbad steht

Wachs schmilzt bei 62°. Also muss die Wassertemperatur deutlich höher sein, ich wähle hierzu etwa 80 bis 90°. In den Metalleimer gieße ich etwa 2 Liter Wasser und fülle ihn anschließend mit den Wachsteilen auf. Aus Erfahrung weiß ich inzwischen, dass ich nicht zuviel Wachsreste verwenden sollte, der Eimer sollte später nicht zu mehr als 3/4 mit dem flüssigen Wachs gefüllt sein. Sonst gibt es Überlaufschwierigkeiten beim Umfüllen und Filtern.

Bis das Wachs vollständig geschmolzen und verflüssigt ist, dauert es einige Stunden. Im Prinzip lässt sich das gut über Nacht erledigen. Das flüssige Wachs gieße ich durch eine Babywindel oder Spucktuch in einen leeren Eimer. Dadurch filtere ich die festen Verschmutzungen heraus wie Hüllhäute. Das so gereinigte Wachs kommt dann in eine Art Kuchen- oder Kastenform. In dieser Kastenform erkaltet es und wird somit gut und vor allem platzsparend lagerfähig bis es erneut eingeschmolzen wird.

erkalteter Wachsblock in Kastenform
fertiger Wachsblock

Jetzt im Frühjahr ist die Zeit für die biologische Varroabekämpfung. Das heißt, es werden die Baurahmen oder Drohnenrahmen geschnitten, wenn die darin befindliche Drohnenbrut verdeckelt ist. In diesen verdeckelten Zellen sind die Bedingungen für die Vermehrung der Varroamilben ideal. Drohnen brauchen ein paar Tage länger bis sie reif sind zum Schlüpfen. Diese Zeit nutzt der Varroamilbe, um sich intensiv in den Drohnenzellen zu vermehren. Aus diesem Grunde werden die Zellen entfernt, sobald die Brut verdeckelt ist. Das nennt man Drohnenbrut schneiden.

Das so entfernte frische Wachs ist eines der besten Wachse der Bienen überhaupt. Da bietet es sich gerade zu an, es wieder zu verwenden. Eine Möglichkeit ist es, das ausgeschnittene Material in einem Dampfwachsschmelzer einzuschmelzen. Hierbei werden sowohl die Brut als auch die Milben sofort abgetötet und damit unschädlich gemacht.

Das geschmolzene Wachs tropft aus dem Schmelzer und wird in einem Eimer darunter aufgefangen. Die Brutreste wandern bei uns in die Biotonne zur weiteren Entsorgung.

Das gleiche machen wir auch mit den Altwaben, die im Lauf der Zeit unansehnlich und dunkel geworden sind. Spätestens im dritten Jahr werden so die entsprechenden Waben eingeschmolzen.

Wachs aus drei Schmelzvorgängen

Das aufgefangene Wachs muss allerdings noch nachbearbeitet werden. Dazu wird es erneut eingeschmolzen und vorsichtig über eine lange Zeit abgekühlt. Die Fremdstoffe singen dabei zu Boden und das reine Wachs schwimmt oben. Näheres dazu in einem späteren Blogbeitrag.

 

Zwei beziehungsweise drei große Themen beherrschen derzeit den Imker bei der Arbeit an seinen Völkern: 1.) Bienenschwärme, 2.) Honigernte und 3.) die Varroamilbe.

Jetzt, Mitte Juni, kurz vor der Sommersonnenwende, ist die Schwarmzeit noch nicht beendet. Zu diesem Zeitpunkt erreichen die Völker zahlenmäßig ihre größte Stärke. Dadurch ist der Schwarmtrieb noch nicht wieder erloschen. Also gilt es weiterhin achtsam zu sein und die Völker regelmäßig auf neu gebildete Königinnenzellen (Spielnäpfchen) hin zu prüfen. Bei allen Völkern zusammen haben wir heute etwa zehn Spielnäpfchen gefunden und zerstört.

Um den Schwarmtrieb zu dämpfen, muss der Imker dafür Sorgen, dass die Bienen im Stock gut zu tun haben. Das erreicht man unter anderem dadurch, dass komplette Rahmen aus dem Volk entfernt und durch Mittelwände ersetzt werden. Aus den entnommenen Waben lassen sich sehr gut Ableger bilden, also Tochtervölker. Letzteres haben wir vor einer Woche gemacht. Heute war das noch nicht wieder erforderlich.

Dafür haben wir heute mehreren Völkern, die nur einen einzigen Brutraum haben und denen es darin zu eng wird, einen zweiten Brutraum aufgesetzt. Besonders bei Völkern mit vorhandenen großen verdeckelten Brutnestern ist diese Maßnahme wichtig. Nach der Eiablage dauert es neun Tage, bis die Brut verdeckelt wird. Nach weiteren zwölf Tagen erfolgt der Schlupf. Fast schlagartig wird es dann im Volk eng.

Großes Brutnest in einem Volk - Vorderseite

Großes Brutnest - Rückseite

Hier gilt es also vorausschauend zu planen und zu handeln.

Das zweite große Thema dieser Jahreszeit ist die Honigernte. Bei vielen Völkern sind sowohl die Honigräume als auch die Bruträume gut mit Nektar beziehungsweise Honig gefüllt. Auch dies führt zur Enge im jeweiligen Volk. Abhilfe schafft man durch Ernten, ggfs. auch Umhängen von mit Nektar gefüllten Rahmen aus den Bruträumen in den Honigraum. Noch ist in unseren Honigräumen Platz genug, um diesen Tausch zu ermöglichen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, hilft nur eines: Ernten und Schleudern. Das hat bei uns zum Glück noch ein wenig Zeit, aber sehr lange wird es nicht mehr dauern. Dieses Jahr wollen wir - Neuland für uns - bereits vor der nächsten Honigernte die vollständige Brutentnahme durchführen als weitere biologische Methode zur Bekämpfung der Varroamilbe. Davon jedoch zu einem anderen Zeitpunkt.

Als drittes der genannten Themen steht die Varroamilbe im Raum. Wir versuchen konsequent eine biologische Bekämpfungsmethode der Milbe mit dem Entfernen der  Drohnen- oder Baurahmen. Hierauf werden im ungeordneten Wildbau überwiegend Drohnen groß gezogen. Weil ihre Entwicklung ein paar Tage längert als bei den Arbeiterinnen, hat die Milbe entsprechend mehr Zeit, sich in den geschlossenen Zellen zu vermehren. Ab Mitte Juli etwa kann es im Volk kritisch werden. Dann steigt die Milbenzahl explosionsartig an. Um das zu verhindern, entnehmen wir so oft wie möglich bereits vorher über das Ausschneiden der Drohnenrahmen ("Drohnenschneiden") größere Teile der Varroamilben. Dadurch halten wir den Befallsgrad im Bienenvolk so niedrig wie möglich. Im Sommer kommt es deshalb nicht zu diesem rasanten Anstieg der Varroamilben in den Bienenvölkern.

Von den Rahmen müssen zunächst die darauf sitzenden Bienen entfernt werden. Sie mechanisch abzuschlagen geht selten gut, weil durch den Schwung das Wachs einreißt und mit den enthaltenen Drohnen zu Boden fällt. Schonender, aber aufwändiger, ist das Abkehren der Bienen. Mit einem Kehrbesen werden sie vom Rahmen vor das Flugloch des jeweiligen Bienenvolkes gekehrt. Über das Flugloch wandern sie zurück ins Volk und arbeiten dort weiter.

Abkehren der ansitzenden Bienen von Drohnenrahmen

Die danach ausgeschnittenen Drohnenwaben werden entweder sofort im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen oder, wenn das zeitlich nicht möglich ist, eingefroren und im Tiefkühlschrank zwischengelagert.

Heute habe ich beides gemacht: sowohl die frisch geschnittenen und die tiefgefrorenen Drohnenwaben sind im Bauch des Dampfwachsschmelzers gelandet und inzwischen bereits ausgeschmolzen. Das heiße flüssige Wachs habe ich aufgefangen. Es wird demnächst zum Reinigen nochmals eingeschmolzen und später zu Mittelwänden gegossen. Das ist dann unser eigener Wachskreislauf.

Jeder Nicht-Imker kennt sie die gelben Kerzen aus reinem Bienenwachs, die meistens zur Advents- und Weihnachtszeit entzündet werden. So gelb sieht Bienenwachs aus.

Aber nicht in der Natur. Wenn die Bienen das Wachs aus ihren vier paarig angelegten Drüsen am Hinterleib herausschwitzen, ist es zunächst farblos. Kleine helle Schüppchen von nicht einmal einem Viertelquadratmillimeter. Gelegentlich  findet man sie beim Imkern auf auf dem Einlegeboden unter der Bienenbeute. Diese Wachsplättchen sind buchstäblich durch das Gitter gefallen. Sie sind farblos wie Wasser.

Die Bienen, die das meiste Wachs produzieren, sind in der Regel gerade einmal 12 bis 18 Tage alt. In diesem Lebensalter sind ihre Wachsdrüsen am aktivsten. Danach verkümmern sie zwar, aber nicht ganz. Bei Bedarf können sie wieder reaktiviert werden.

Die Wachsplättchen werden erwärmt, geknetet und zu den typischen sechseckigen Waben verbaut. Dabei werden sie mit Propolis vermischt und erhalten so ihre gelbe Farbe. Anfangs sind diese Waben noch rund und röhrenförmig. Erst beim Erkalten ziehen sie sich aus physikalischen Gründen in die klassische Sechseckform.

Beim Wachsbau geben die Imker gerne ein wenig Starthilfe. Hierfür löten sie eine wächserne Mittelwand mit dem entsprechenden Sechseckmuster in einen Rahmen ein. Diese  Strukturvorgabe erleichtert den Bienen das Bauen. Ansonsten entstünde ein tropfenförmiger Wildbau.

Erst im Laufe der Be- und Verarbeitung durch die Bienen bekommt es seine gelbe Farbe. In den so geschaffenen Zellen werden Pollen, Nektar und Honig eingelagert. Auch die Brut und Brutpflege findet in den Zellen statt.

Nach der Eiablage durch die Königin entwickelt sich in der bestifteten Zelle zunächst eine Larve, auch Made genannt. Später wird daraus eine Puppe und aus ihr zuletzt die fertige Biene. Während dieser Entwicklung finden, bedingt durch das Wachstum, sehr viele Häutungen statt. Die abgestreiften Häute verbleiben in der Zelle. Putzbienen entfernen zwar nach dem Schlupf einen Teil der Häute, aber nicht alle. Dadurch wird die Zellwand im Laufe der Zeit immer dicker. Es ist vergleichbar so, als ob wir Menschen in unseren vier Wänden immer wieder eine neue Tapete über die vorhandene kleben.

Rahmen vor dem Einschmelzen. Oben ist verdeckelter Honig als Futterkranz, das dunkle sind bereits verfärbte Brutzellen

Die Häutesammlung lässt das ursprünglich gelbe Wachs immer dunkler werden. Am Ende ist es tiefschwarz. Der innere Zelldurchmesser wird hierbei stetig kleiner, so dass die sich entwickelnden Bienen immer wenig Raum darin zur Verfügung haben. Spätestens jetzt sollte der Imker es austauschen.

Das Wachs dieser schwarzen Rahmen kann man mit einem Sonnenwachs- oder Dampfwachsschmelzer einschmelzen. Bei Temperaturen von über 62 Grad schmilzt das Wachs und fließt ab. Übrig bleiben die Häutchen, die die Zellen ausgekleidet haben. So sieht das dann aus:

Rahmen nach dem Ausschmelzen des Bienenwachses

Nach dem Schmelzen sind diese Häutchen übrig geblieben

Nach dem Schmelzvorgang werden die verblieben Häutungsreste mechanisch entfernt. Sie wandern bei uns in die Bio-Mülltonne.

Das Wachs wird aufgefangen, gereinigt und zu neuen Mittelwänden gegossen. Damit haben wir unseren eigenen geschlossenen Wachskreislauf.

Diese Arbeiten sind klassische Winterarbeiten. Zugegebenermaßen hatte ich dazu im Winter keine Lust. Dafür erledige ich sie jetzt im beginnenden Frühjahr quasi auf den letzten Drücker. Die Rahmen und Beuten müssen für die kommenden Monate vorbereitet sein, damit wir für die Honigproduktion und Völkervermehrung genügend Material und Platz haben.

Ende März 2017 hatte ich einen Sonnenwachsschmelzer auf der Streuobstwiese aufgestellt. Wochenlang tat sich darinnen nichts, doch jetzt, nachdem die Temperaturen angestiegen sind, gibt es erste brauchbare Ergebnisse.

Bild mit einer Wärmekamera

Bild mit einer Wärmekamera

Heute nachmittag war es draußen laut Thermometer über 30 Grad warm. Mit der Wärmekamera habe ich die Temperatur von außen über derlichtdurchlässigen Abdeckung des Sonnenwachsschmelzers bestimmt. Wie auf den beiden Bildern oben zu erkennen ist, waren es dort über 36° C gewesen.

Nachdem ich den Deckel und die eingehängten Rahmen entfernt hatte, sah es folgendermaßen aus:

Auffangwanne für Bienenwachs

Geschmolzenes Wachs hat sich in einer Auffangwanne (im Bild oben) gesammelt. Die Wanne selber stand äußerlich in einem Fuß aus Flüssigkeit, ebenso innen das genannte Wachs. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich um Honig, der aus den Waben freigesetzt worden ist. Zum Hintergrund: ich schmelze hier gerade sehr viele Waben ein, die aus im Winter abgestorbenen Völkern stammen. In deren Beuten waren unter anderem auch noch viele Futterwaben mit Honig. Aus seuchenhygienischen Gründen werden diese Waben nicht wieder verwendet und in andere Völker eingehängt, sondern komplett eingeschmolzen und somit entsorgt. Erst nach gründlicher Reinigung und Desinfektion gelangen sie wieder in Bienenbeuten.

Reste auf dem Metallboden des Sonnenwachsschmelzers. Die Auffangwanne steht unten.

In den zu schmelzenden Waben sind neben den Futterresten auch noch Reste von den Häutungsvorgängen der Bienen gewesen. Jeder Imker kennt das Phänomen, dass die Waben im Laufe der Zeit immer dunkler und unansehlicher werden. Diese Farbveränderung stammt von den vielen Häutungen der in den einzelnen Waben geschlüpften Bienen. Während das Wachs um sie herum ausgeschmolzen wird, bleiben diese Reste übrig. Sie fallen teilweise auf den Metallboden herab. Dort werden sie durch ein Trenngitter jedoch daran gehindert, in die Wachsauffangwanne zu gelangen. Der Großteil dieser Reste bleibt allerdings in den Waben hängen. Von dort werden sie mechanisch entfernt. Bei ihrem Anfassen und Berühren sind an manchen Stellen die papierartige Beschaffenheit zu spüren.

Wachsklumpen und Häutungsreste in den ausgeschmolzenen Waben

Übriggebliebene Häutungsreste

Gegenüber dem Dampfwachsschmelzer hat dieses Verfahren einen Vorteil: diese Reste stinken nicht so intensiv und sind damit wesentlich nasenfreundlicher. Beim Ausräumen war übrigens sowohl an den Häutungsresten, mehr aber noch an den anklebenden Wachsresten eine recht hohe Temperatur an den Fingern zu verspüren. Allerdings nicht so hoch, dass nicht mehr anzufassen waren.

Die Ausbeute an Wachs war im Sonnenwachsschmelzer relativ gering. Im Dampfwachsschmelzer erschien sie mir wesentlich höher zu sein. Darüber werde ich später berichten.

Ausbeute an Bienenwachs aus dem Sonnenwachsschmelzer

Das Ausschneiden der Drohnenrahmen zur biologischen Bekämpfung der Varroamilben fand ich ja schon recht unangenehm bis eklig, wenn es beim Ausschneiden der verdeckelten Zellen plötzlich weiß in alle Himmelsrichtungen zu spritzen beginnt, sobald ein Messer die Maden zerschneidet. Das alles ist aber nichts gegen das Schmelzen mit einem Dampfwachsschmelzer.

Aus alten Waben lässt sich das darin enthaltene Bienenwachs wiedergewinnen und nach Aufarbeitung zu Mittelwänden gießen. Sofern man auf diese Art und Weise sein eigenes Wachs wieder verwerten kann, hat man einen geschlossenen Wachskreislauf. Der Vorteil dessen ist, dass die eigenen Bienen dieses Wachs produziert haben. Weil der Imker weiß, was er in seinen Beuten hat, wie und womit er seine Bienen und Varroamilben behandelt hat, kann dieses Wachs rückstandsfrei von Pestiziden und Chemikalien sein. Somit ist es wertvoller als zugekauftes fremdes Wachs, dessen Herkunft unbekannt ist. Es ist reinstes Bienenwachs ohne (betrügerische) Zusätze wie Paraffin in sogenanntem Bio-Wachs wie es im letzten Winter 2016/2017 oft der Fall war.

Das klingt alles gut und vernünftig. Aber es ist mit viel Arbeit verbunden. Das Wachs in den vorhandenen Rahmen muss zuerst eingeschmolzen und gesammelt werden. Hierzu kann man sich der Hilfe der Sonne bedienen und einen Sonnenwachsschmelzer einsetzen. Hierüber hatte ich bereits vor wenigen Wochen berichtet. Der Vorteil dieses Schmelzertyps ist, dass er keine Fremdenergie benötigt. Sein Nachteil: er funktioniert nur, wenn die Sonne scheint und wenn es draußen dadurch sehr warm ist. Unsere erstmal so eingesetzten Rahmen sind bis heute noch nicht geschmolzen.

Aus diesem Grund und weil wir durch die Winterverluste 2016/2017 eine große Menge an Rahmen mit Wachs besitzen, habe ich umgesattelt und einen Dampfwachsschmelzer gekauft. Mit ihm bin ich vom Sonnenschein und den Außentemperaturen unabhängig, könnte also auch im tiefen Winter Wachs einschmelzen.

Am 17.5.2017 hatte ich das Gerät erstanden und wollte es nachmittags bereits einsetzen. Doch hatte ich Pech gehabt: ein spezielles Stromanschlusskabel für den Dampferzeuger war leider nicht mit dabei. Auf mein Nachfragen beim Händler wurde es umgehend per Post nachgesandt, war sehr schnell angekommen und ich konnte am Sonntagmorgen, 21.5.17, meine ersten Schmelzversuche starten.

Der Schmelzer besteht aus einer runden Metalltrommel, die in ihrem Inneren bis zu 12 Rahmen aufnehmen kann. Der nötige Dampf und damit die Hitze wird extern in einem eigenen Dampferzeuger produziert und über einen Schlauch durch den Deckel von oben in die Trommel geleitet. Am Boden ist ein Auslaufstutzen, durch den später das Gemisch aus Wachs, Wasser und Dampf nach außen fließen kann. Die Rahmen stehen dabei senkrecht in einem Siebkorb, der die festen Rückstände auffängt und nicht hindurch lässt.

Dampfwachsschmelzer (vorne links) und Dampferzeuger (hinten rechts)

Das Innere des Dampfwachsschmelzers. Die beiden Griffe gehören zum Siebeinsatz

Soweit so gut. Die Trommel wurde befüllt, ebenso der Dampfgenerator mit vier Litern Wasser, der Schlauch durch eine passende Deckelöffnung in das Innere geführt. Dann ging es los. Unter den Ausflussstutzen stellte ich einen blauen 10-Liter-Eimer. Nach etwa 30 Minuten floss das erste Wachs heraus.

Es sammelte sich an der Oberfläche des Wassers im Eimer.

Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in den Rahmen waren noch reichlich Nektarvorräte vorhanden. Alle diese Rahmen stammen aus Beuten, deren innewohnende Völker im letzten Winter gestorben sind. Aus hygienischen Gründen werden deshalb alle zugehörigen Rahmen eingeschmolzen und wie die zugehörigen Zargen anschließend gereinigt, im Idealfall desinfiziert, um keine Krankheitserreger  auf spätere neue Völker zu übertragen.

Die Mengen an flüssigem Wachs, Nektar und kondensiertem Dampf waren deutlich mehr als der Eimer fassen konnte. Bei einem Wechsel der Gefäße bin ich dann leider mit dem vollen Eimer gegen eine Stuhllehne gestoßen, so dass ein Teil des Inhalts als feuchte, flüssige, süße und klebrige Masse übergeschwappt und auf den Stuhl und den Fußboden geflossen ist. Mit anderen Worten: Schweinerei pur. Nach dem Erkalten haben sich recht schnell Bienen auf das süße Gemisch gestürzt, versucht es aufzunehmen und abzutransportieren. Wobei der Fleck nicht merklich kleiner geworden ist.

Mit diesem Pech fand die Premiere statt. Doch damit noch nicht genug. Nach dem Ausschalten und Abkühlen wollte ich die leeren Rahmen entnehmen. Leider waren sie keineswegs leer, sondern enthielten noch die Reste der Bienenentwicklung. Auf dem Boden lagen lauter dampfgegarte Drohnenmaden, in den Rahmen klebte eine dunkle schwarze widerlich stinkende Masse von Puppenhäuten, die das Innere der ursprünglichen Waben ausgefüllt haben.

Jeder Imker kennt das Phänomen, dass das Wachs in den Rahmen im Lauf der Zeit immer dunkler und unansehnlicher wird, bis es dunkelschwarz geworden ist. Diese Färbungen werden durch die im Inneren verbliebenen Häutungsreste der Maden und Puppen verursacht. Deshalb sagt man ja auch, dass Waben, die älter als drei Jahre sind, konsequent ausgetauscht und entsorgt werden sollen. Wabenerneuerung und Wabenhygiene heißen die Stichworte hierzu. Allerdings besitzen wir solche dunkeln Waben gar nicht mehr, weil diese bereits vorher über den Hausmüll in der Müllverbrennungsanlage vollständig entsorgt worden sind.

Reste in den Waben

Reste aus den Waben. Einzelne Häutchen sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Das gewonnene Wachs enthält noch immer Verschmutzungen. Die meisten hängen an der Unterseite der erkalteten Platte. Einige lassen sich unter fließendem Wasser abspülen. Trotzdem muss dieses Wachs in einem zweiten Schritt noch einmal erhitzt und zum Schmelzen gebracht werden.

Das gewonnene Wachs im ersten Schmelzvorgang.

Damit es sich dann endgültig klärt, wendet man einfache Physik an. Das gesamte Wachs wird mit etwas Wasser vermischt und in einem Wasserbad erhitzt. Sobald es darin geschmolzen ist, beginnt die erste physikalische Trennung. Der Schwerkraft folgend sinken die schwereren Teilchen zu Boden. Weil Wachs leichter als Wasser ist, bleibt es an dessen Oberfläche und schwimmt dort. Wenn das Abkühlen bewusst sehr langsam erfolgt, trennen sich somit in der Zeit das Wachs und die Verunreinigungen. Als erstarrte Scheibe kann es nach dem Erkalten von der Oberfläche gelöst werden. Das restliche Wasser mit den Trubteilchen wird anschließend entsorgt.

Wachs aus dem zweiten Schmelzvorgang vom 21.5.2017

Im dritten Schritt kann das so gewonnene Wachs entweder selbst eingeschmolzen und zu Mittelwänden gegossen werden oder es wird zu einem Händler gegeben, der diese Arbeit dann übernimmt. Hierzu gibt es inzwischen immer mehr Händler, die dem Imker das eigene Wachs aufarbeiten und zurücksenden, ohne es mit anderen Wachsen zu vermischen.

Die große Zahl an Völkerverlusten hat uns in diesem Jahr dazu genötigt, die Rahmen aus den  verlassenen Bienenbeuten aus hygienischen Gründen nicht wieder zu verwenden, um auf diese Weise keine Bienenkrankheiten innerhalb unserer Bienenstöcke zu übertragen. Das in den Rahmen enthaltene Wachs wird statt dessen vollständig eingeschmolzen.

Nicht nur deshalb haben wir uns vor wenigen Tagen einen Sonnenwachsschmelzer zugelegt und auf der Streuobstwiese bereits aufgestellt. Um einen eigenen Wachskreislauf zu starten, war dieser Schritt längst überfällig gewesen. Dreizehn Rahmen im Zanderformat passen in ihn hinein. Sobald die Sonne intensiv genug scheint, beginnt in seinem Inneren die Wachsschmelze.

Sonnenwachsschmelzer 26.03.2017

Das dann abtropfende Wachs läuft in eine teflonbeschichtete Wanne am tiefsten Punkt des Schmelzers. Dort wird es entnommen und gesammelt. Sobald genügend Wachs auf diese Weise zusammengekommen ist, muss es noch weiter aufbereitet werden. Dieses Wachs enthält noch immer eine große Menge an Fremdkörpern und Fremdstoffen wie Häutungsreste, Puppenreste, Pollen oder Honig. Im Wasserbad wird es in einem Metalleimer erneut eingeschmolzen und anschließend gefiltert. Dieses gereinigte Bienenwachs wird danach zur Wiederaufbereitung verschickt und kehrt in Form neuer Mittelwände zu uns zurück. Diese Mittelwände werden später wieder in unsere Rahmen eingelötet und von den Bienen als Start zum weiteren Wabenbau genutzt. Damit schließt sich der Kreis. Wir benötigen dann kein fremdes Wachs mehr von außerhalb.

Unser zu schmelzendes Wachs wird in zwei Gruppen eingeteilt. Einerseits wird  es aus den Beuten der toten Völker gesammelt. Theoretisch könnte es noch mit den Krankheitserregern belastet sein, an denen die Völker zuvor gestorben sind. Die andere Gruppe nenne ich einfach mal Bio-Wachs. Hierbei handelt es sich um das beim Entdeckeln der Honigwaben gewonnene Material und um den Wildbau aus den Drohnenrahmen. All dieses Wachs ist ohne Hilfe von Mittelwänden direkt von den Bienen produziert worden. Damit ist es weitgehend frei von Schadstoffen und ungleich wertvoller als das der anderen Gruppe.

 

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört - eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.

Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut

Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer

Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Im Moment explodiert es fast in unseren Bienenbeuten. Teilweise ist kaum noch Platz in den beiden Zargen vorhanden, weil die Bienen sehr viel Nektar eingetragen haben und fest am Brüten sind. Bei den ersten Völkern haben wir bereits jetzt die Bau- oder Drohnenrahmen eingehängt. Das sind leere Rahmen ohne Mittelwände. Die Bienen bauen dort Waben für die Drohnenaufzucht. Sobald deren Brut verdeckelt ist, werden die Rahmen vom Wachs und der Drohnenbrut befreit, ausgeschnitten. Der leere Rahmen wird anschließend wieder zurückgehängt. Das entnommene Material landet in der Tiefkühltruhe, damit die darin enthaltene Brut abgetötet wird. Anschließend wird das Wachs eingeschmolzen und später wieder aufbereitet als Mittelwand neu verwendet. Damit haben wir einen eigenen Wachskreislauf begründet.

Die erfreuliche Situation  hat uns heute bewogen, bei einigen Völkern schon sehr früh im Jahr  als dritte Zarge Honigräume aufzusetzen.

Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 vor dem Aufsetzen

Bei insgesamt fünf Völkern haben wir diesen Schritt unternommen. Aufgesetzt wurden in der dritten Zarge jeweils 10 Rahmen mit Mittelwänden. Als Starthilfe habe ich je einen Rahmen mit ausgebauten leeren Waben benutzt. Sie stammen vom Honigschleudern aus dem letzten Jahr .

Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen
Unsere Beuten am 12.4.2015 nach dem Aufsetzen

Neben diesem erfreulichen Teil gab es leider auch das Gegenteil. Auf beiden Bildern ist das einzargige Volk mit dem gelben Anflugbrett zu sehen. In ihm ist keine Königin und folglich auch keine Brut zu erkennen gewesen. Wir hatten für heute Morgen geplant, dieses Rumpfvolk auf ein anderes stärkeres aufzusetzen und so zwei Völker zu vereinigen. Nach der Durchsicht dieses Volkes haben wir uns dann aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Auf den rechtsseitigen Rahmenoberträgern waren Durchfallreste zu erkennen. Das Volk ist ist eh nicht mehr sehr stark, so dass wir es nun sterben lassen. Die leere Beute wird anschließend innen gereinigt und ausgeflämmt, um mögliche Keime restlos abzutöten. Es ist wie im Kinderlied von den 10 kleinen Afroamerikanerlein (politisch korrekt formuliert!): jetzt sind es nur noch 8.

Für uns ist es erstaunlich wie sehr in den Beuten die einzelnen Rahmen mit Nektar und Honig bereits gefüllt sind. Wir sehen mit unseren Augen nur wenige Blüten, Die Bienen sind uns hierbei mit ihren Sinnenorganen weit überlegen. Woher sollte sonst dieser riesige Eintrag (Tracht) bereits gekommen sein.

 Zwei Blüten stelle ich hier vor, die Bilder stammen vom 11. April 2015:

Apfelblüte April 2015
Apfelblüte April 2015

Kirschblüte April 2015
Kirschblüte April 2015

 

Schon früh habe ich dieses Wort vom eigenen Wachskreislauf gehört. Viele Imker erzählen davon, doch wohl nicht allzu viele praktizieren ihn.

Auf einem Lehrgang in diesem Jahr bin ich für mich darauf gekommen, den eigenen Wachskreislauf zu versuchen.

Der Hintergedanke hierbei: zur Behandlung der Varroamilbe haben wir in jede Beute zwei Drohnenrahmen, jeweils an den Positionen 2 und 9 im oberen Brutraum gehängt. Diese Rahmen werden regelmäßig ausgeschnitten und leer wieder eingehängt. Dieses Verfahren dient dazu, die Menge der Varroamilben in einem Bienenvolk deutlich zu reduzieren. Zum Thema Drohnen(bau)rahmen folgt ein eigener Blogbeitrag.

Das gewonnene Material friere ich bei -18° in einer Schublade unseres zweiten Gefrierschrankes ein. Dadurch kann ich über einige Zeit das Wachs ansammeln.

 

                

Frisch ausgeschnittene Waben aus dem Drohnenrahmen im Eimer.                             Tiefgefrorene Waben in der Schublade des Gefrierschrankes

 

Ist genügend Material vorhanden, wird es eingeschmolzen. Hierzu habe ich mir einen billigen elektrischen Einweck- oder Dampfkochtopf gekauft. Die Temperatur ist stufenlos von 30 bis 100 Grad regelbar.

Fünf Liter Wasser erhitze ich im Topf auf 70 Grad Celsius. Die Schmelztemperatur des Bienenwachses liegt bei 62 bis 65 Grad Celsius. Sobald das Wasser heiß genug ist, gebe ich portionsweise die Masse aus Waben, Drohnenbrut und Honig dazu. Damit es wegen des tiefgefrorenen Materials schneller geht, hatte ich die Solltemperatur dann doch auf 90 - 100 ° C eingestellt. Bis sich das Wachs dann letztlich verflüssigt hatte, dauerte es etwa eine bis zwei Stunden. Auf der Oberfläche des Gemisches schwamm eine unansehnliche Mischung aus toten Maden, Fremdkörpern und Wachs.

Einen 20 Liter fassenden Baueimer stellte ich in die Badewanne und legte einen Jutesack als Filter hinein. Die heiße Wasser-Wachs-Maden-Mischung gossen wir zu zweit in den Sack. Nach wenigen Minuten hob ich ihn an, setzte ihn in einen zweiten Eimer zum Abtropfen. Die verbleibende heiße Flüssigkeit enthält sowohl geschmolzenes Wachs, als auch Honig und diverse Trub- und Schwebstoffe. Beim langsamen Abkühlen setzen sie sich ab. Da Wachs leichter als Wasser ist, schwimmt es nach geraumer Zeit oben und bildet beim Erkalten eine feste gelbe Schicht. An der Unterseite hängt noch ein Schmierfilm, den ich mit einem Spatel entfernen konnte.

            

Links die frische heiße Wachsschicht, in der Mitte das Wachs am nächsten Morgen nach dem Erkalten und Aufbrechen, rechts eine Platte von der Seite

 

Die erkaltete Wachsschicht ist etwa 7 mm dick und wiegt 318 Gramm. Es ist die Ausbeute von etwa vier bis sechs Wochen und stammt nur aus den ausgeschnittenen Drohnenrahmen. Weil diese leer in die jeweiligen Zargen gehängt werden, müssen die Bienen das Wachs aus ihren eigenen Wachsdrüsen hergestellt haben. Dieses Wachs ist somit völlig biologisch und unbelastet von Schadstoffen. Ich sammle es und schicke es später ein, damit daraus meine neuen Mittelwände hergestellt werden können. Das wäre eine Möglichkeit in eine biologische Imkerei einzusteigen.

 

 

 

Ostern 2014

Wir waren heute bei den Bienen sowohl auf der Streuobstwiese als auch im Rapsfeld gewesen. Während auf der Streuobstwiese im Volk 1 der Honigraum noch immer nicht ausgebaut worden ist, war das im Rapsfeld anders. Volk 3 (gelbes Anflugbrett) baut die Mittelwände im Honigraum klar erkennbar aus.

Volk 2 (blaues Anflugbrett) haben wir nicht im Inneren angeschaut. Außen hingen viele Bienen wie eine Traube. Die Flügel schlugen heftig. Beim Einsprühen mit Wasser zogen sie sich in die Beute zurück, kamen jedoch bald wieder heraus. Wenn die Bienen außen an der Behausung hängen und teilweise recht große Trauben bilden, nennt man das einen Bienenbart. Den Bienen war es innen schlicht zu warm. Deshalb sind sie an die kühlere Luft gegangen.

Die Völkerkontrolle haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt. Lediglich den Varroaschieber,, die Windel, hatten wir uns angesehen.

Später, am Abend,  bin ich nochmals ins Rapsfeld gefahren. Die Bienen waren dann wieder zurückgewandert. Aus beiden Völker habe ich jeweils einen der beiden Drohnenrahmen entfernt, ausgeschnitten und wieder leer eingehängt.

 Drohnenrahmen

Imkerlich ist dieses ein Kunstgriff. Ein Volk besteht aus den drei Wesen Biene (weiblich), Königin (weiblich) und Drohne (männlich). Die Entwicklungszeiten für die drei Wesen sind unterschiedlich lang. Die einzelnen Wabenzellen für diese Wesen sind ebenfalls unterschiedlich. Die Königin schlüpft in einer tropfenförmigen Weiselzelle, die Bienen und Drohnen in sechseckigen Waben. Lediglich die Größe der Waben ist bei den Drohnen um 1 mm größer als bei den Bienen.

In jedem Volk leben inzwischen neben den Bienen auch die Varroamilben. Sie bevorzugen zur Entwicklung von Nachkommen die Drohnenzellen und Drohnenbrut. Diese Eigenschaft nutzen Imker aus, um die Zahl der Milben im Volk klein zu halten. Hängt man einen leeren Rahmen in ein Volk, wird er mit Drohnenzellen ausgebaut, in denen Drohnen heranwachsen sollen. Bis ihre Brut nach der Eiablage verdeckelt ist, dauert es 9 Tage. Am 10. Tag wird die Made verdeckelt und entwickelt sich zur Vorpuppe und Puppe. Im Idealfall sollte man die Drohnenbrut alle 9 Tage deshalb entfernen.

Durch die Wegnahme der Drohnenbrut werden viele Milben mit entfernt. Damit sind sie nicht mehr im Volk und können dort kein Unheil anrichten.

Viele Imker hängen die entnommenen Rahmen draußen auf und geben sie den Vögeln zum Fraß. Die Maden sind ein Festfutter für Vögel. Leider bleiben dadurch aber die Varroamilben erhalten und können erneut in das Bienenvolk gelangen. Damit ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv.

Deshalb schneiden wir den gesamten Rahmeninhalt aus und frieren ihn bei -18° C ein. Die Kälte tötet sowohl die Milben als auch die Maden ab. Wenn auf diese Weise genügend Material zusammengekommen ist, wird dieses Gemisch aus Wachs, Maden und Milben eingeschmolzen. Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte trennen sich die Einzelbestandteile. Mit dem so gewonnenen Wachs beginnen wir einen eigenen Wachskreislauf. Dieses Wachs ist originär von unseren Bienen hergestellt worden und dadurch absolut rückstandsfrei. Wir schmelzen es später ein und bilden daraus unsere eigenen Mittelwände.

Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)
Ostern 2014: das im Bild rechte Volk ist außen voll besetzt mit Bienen (Bienenbart)

 

Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.
Ostern 2014: die gleichen Beuten am Abend. Die Bienen haben sich wieder nach innen verzogen.

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