Frühjahr 2017

Mit großen Verlusten sind wir dieses Jahr in den Frühling gestartet. Zurzeit neigt sich die erste markante Blüte bereits ihrem Ende zu. Eine der allerersten Blüten für die Bienen ist in unseren gemäßigten Breiten die Blüte der Salweide. Die klassischen Weidenkätzchen kennt so ziemlich jeder. Sie stellen mit ihren charakterischen gelben Staubgefäßen die ersten und damit wichtigsten Eiweißlieferanten für die Aufzucht der kommenden Bienen dar.

Salweide 2017
Salweide 2017
Salweide 2017

Die Bienen tragen diesen gelben Pollen in Form von gelben „Pollenhöschen“ an ihren Hinterbeinen in den Bienenstock ein. Dort wird er zwischengelagert und dient den Ammenbienen als Eiweißquelle für Aufzucht der neuen Brut.

Winterfest

Die Temperaturen fallen derzeit deutlich und jahreszeitengemäß. Heute Morgen waren es bei uns auf dem Riedberg nur 4 Grad. Tagsüber schien hier die Sonne, kurzfristig dürften es am Mittag so an die 10 bis 11 Grad gewesen sein.

In dieser Zeit war ich draußen bei den Bienen gewesen. Nach dem Einfüttern und der ersten Varroabehandlung hatten wir die Windeln, die Einlagen zur Varroakontrolle, noch nicht wieder entfernt.

Diese Windeln dichten die Beuten von unten her ab und sorgen dafür, dass es in der Beute nicht allzu kalt wird. Unter den Windeln ist der Boden einer Bienenbeute offen, auch wenn er mit einem Schutzgitter versehen ist. Für die Bildung der Wintertraube ist Kälte jedoch zwingend erforderlich. Wenn es im Inneren eines Bienenstocks noch (zu) warm ist, würden die Bienen weiterhin brüten und nicht in die Brutpause gehen. Die Hauptaufgabe der Windeln liegt im Sommer beim Auffangen und Sammeln toter Varroamilben und des herabfallenden Gemülls. Die regelmäßige Durchsicht gibt einen ungefähren Überblick über die Belastung und den Befall der Bienen mit der Varroa destructor.

Sämtliche Windeln habe ich heute entfernt. Auf allen Einschubböden war das annähernd gleiche Bild: viele Beine, Flügel, Leiber und Köpfe toter Bienen, einige tote Wespen, ebenfalls bereits in Einzelteilen und sehr viele Knospen aus grauem Schimmel. Bei dem Schimmel dürfte es sich um herabgefallene Pollenbröckchen handeln, die durch das sich an dieser Grenzfläche bildende Kondenswasser zu schimmeln begonnen haben.

Vereinzelt habe ich mehrere weiße Gespinste entdeckt. Bei einem bin ich mir sicher, dass es sich um Produkte von Wachsmotten handelt. Bei den anderen denke ich eher an Spinnweben oder Kokons anderer Insekten.

Die für sie derzeit zu niedrigen Aussentemperaturen verhindern ein weiteres Anwachsen der Wachsmotten. Trotzdem werden wir in der nächsten Zeit dieses Volk unter Beobachtung halten und ggfs. noch auf andere Zargen umsetzen. Die Rahmen mit dem vorhandenen Wachs  und ansitzenden Bienen müssen allerdings noch erhalten bleiben. Erst im Frühjahr, mit dem Beginn der Bruttätigkeit, können sie behandelt werden.

Kurz vor Weihnachten 2016 ist es hoffentlich kalt genug (und über längere Zeit kalt genug gewesen), damit unsere Völker brutfrei geworden sind und wir dann die zweite Behandlung gegen die Varroamilben durchführen können. Zu dieser Zeit kommt die Oxalsäure zur Anwendung.

 

Honigernte abgeschlossen – Bericht von der Honiganalyse

  1. Oktober 2015 um 22:47 – Soeben bin ich fertig geworden: der letzte Honig unserer Saison 2015 wurde in Gläser abgefüllt und etikettiert. Damit haben wir jetzt fünf verschiedene Honige:
  • Eintracht – die erste Ernte vom Frühjahr, rapsbetont und voll mit Honig aus der Obstblüte,
  • Niedertracht – ein 1000-Blüten-Honig, ebenfalls rapsbetont und ebenfalls von der Obstblüte,
  • Zwietracht (A) – die zweite Ernte als Sommerblütenhonig mit noch vorhandenem Rapsanteil,
  • Zwietracht (B) – die zweite Ernte, bei der der Honig wegen seines nicht vorhandenen Rapsanteils später kristallisiert ist,
  • Niedertracht (B) – ebenfalls die zweite Ernte, ein Sommerblütenhonig.

Mit diesen Honigen waren wir am 10. Oktober 2015 auf dem Riedbergplatz anzutreffen zuammen mit dem Infostand der IG-Riedberg während der Aktion „Riedberg putzt sich raus“.

Vorankündigung: Am 3. Advent werden wir ebenfalls auf dem Riedbergplatz zu finden sein und während des Weihnachtsmarktes Honig und andere Bienenprodukte zum Kauf anbieten. Die Bienenprodukte stammen vom Frankfurter Imkerverein. Der Verkaufserlös ist für die Unterhaltung des neuen Frankfurter Lehrbienenstands bestimmt.

Am 12.10.15 ist die Honiganalyse eingetroffen. Damit wissen wir nun, was sich in unserem Honig befindet. Eingesandt hatte ich die Zwietracht (A).

Bei der Pollenverteilung Nektar liefernder Pflanzen ergab sich nach der Auszählung von 500 Pollen

  • 53 % stammen vom Brassica napus-Typ (Raps-Typ), – Raps
  • 24 % stammen vom Prunus-Typ  und Pyrus Typ (Steinobst- und Kernobst-Typ) – Kernobst – Steinobst 
  • 5 % stammen von Phacelia (Büschelschön) – Phacelia
  • weitere stammen von folgenden Typen, die zum Teil nektarlos sind (*):
  • Asteraceae – Carduus-Typ, Distel-Typ // thistle-type – Carduus
  • Betulaceae* – Betula* / Birke // birch – Birke
  • Boraginaceae – Myosotis / Vergissmeinnicht // forget me not – Vergissmeinnicht
  • Brassicaceae – Brassica napus-Typ / Raps-Typ // rape-type – Raps
  • Caesalpiniaceae – Gleditsia / Gleditschie // honey locust – Gleditschie
  • Campanulaceae –  Campanula / Glockenblume // bellflower – Glockenblume
  • Caprifoliaceae –  Lonicera / Heckenkirsche // honeysuckle – Heckenkirsche
  • Fabaceae – Lotus / Hornklee // brid’s foot trefoil – Hornklee
  • Fabaceae –  Trifolium repens / Weißklee // white clover – Weißklee
  • Fagaceae – Castanea sativa / Edel-Kastanie // sweet chestnut – Edelkastanie 
  • Hippocastanaceae – Aesculus / Rosskastanie // horse chestnut – Rosskastanie
  • Hydrangeaceae –  Hydrangea-Typ / Hortensien-Typ // hydrangea-type – Hortensie
  • Hydrophyllaceae – Phacelia / Büschelschön // fiddle neck – Phacelia
  • Oleaceae –  Ligustrum / Rainweide // privet – Rainweide
  • Plantaginaceae* – Plantago* / Wegerich // plantain – Wegerich
  • Poaceae* – Süßgräser // Grass family – Süßgräser
  • Ranunculaceae – Anemone-Typ* / Windröschen-Typ // windflower-type – Windröschen
  • Rosaceae – Prunus-Typ / Steinobst-Typ // stone fruits – Steinobst
  • Rosaceae – Pyrus-Typ / Kernobst-Typ // pomaceous fruits – Kernobst
  • Rosaceae – Rosengewächse // Rose family – Rosengewächse
  • Salicaceae – Salix / Weide // willow – Weide
  • Taxaceae* – Taxus* – Eibe // yew – Eibe

Auslandspollen (nicht der geographischen Herkunft entsprechend): keine

Honigtauelemente: wenig Pilzelemente

Für mich ist es anhand der oben erwähnten Pollen spannend zu sehen, was hier bei uns auf dem Riedberg so alles wächst. So ist mir zum Beispiel neu, dass wir hier Edelkastanien stehen haben…

Der Rapsanteil von 53 % in der Zwietracht (A) erklärt wie schon vermutet, dass dieser Teil der zweiten Ernte relativ früh kristallisiert ist. Die Honige der ersten Ernte, die Frühtrachten Eintracht und Niedertracht, sind von der Farbe hell bis eher weiß. Diese Farbe spricht für einen recht hohen Anteil vom Raps darin.  Die Sommerhonige der zweiten Ernte sind hingegen relativ dunkel dagegen.

Im nächsten Jahr werden wir versuchen, von jeder Ernte eine Analyse durchführen zu lassen. Dazu reichen wir unsere Honige in den DIB-Gläsern vom Deutschen Imkerbund zur Honigprämierung ein. Die Analyse ist ein Bestandteil dieses Wettbewerbsverfahrens. Der Vorteil für uns ist dabei, dass wir somit nachträglich erfahren, war in jedem unserer Honige so alles enthalten ist.

Es geht los. Die Bienen geben Gas.

Heute, 22. März 2015, haben wir die erste Völkerkontrolle durchgeführt.

Unsere verbliebenen neun Völker sind unterschiedlich groß. In allen herrscht ein lebendiges Treiben, auch wenn im Moment die Temperaturen noch niedrig sind.

Bei zwei Völkern wird es sich wohl lohnen zur Sicherheit eine zusätzliche Futterwabe mit einzuhängen, damit die Bienen jetzt nach der Winterpause und voll am Brüten nicht doch noch verhungern müssen.

Ein Volk wird in den nächsten Tagen von der zweizargigen Überwinterung auf eine Zarge eingeengt. Dieses Volk hat sich im oberen Brutraum etabliert während der untere Brutraum leer ist. Durch diese vorübergehende Einengung haben die Bienen in der Brutttraube es leichter: sie müssen nicht unnötiges Raumvolumen mitheizen. Sobald es ihnen in der einen Zarge zu eng wird, wird ein neuer Brutraum oben aufgesetzt.

Verdeckelte Brut ist vorhanden, Larven haben wir gesehen. Das heißt: die Brut ist in vollem Gange und hat begonnen. In wenigen Wochen dürften die Beuten dann wieder so viel Brut erzeugt haben, dass es dann aufzupassen gilt, damit nicht wieder ein Volk abschwärmt.

Auf dem Bodenschieber, der Varroakontrolle oder Windel, lag überall viel Gemüll. Zum Teil waren es tote Varroamilben, aber auch bereits abgeschrotete Wachsedeckel von den ersten geschlüpften Frühjahrsbienen sowie gelber und orangefarbener Pollen. Pollen ist zurzeit für die Aufzucht der wichtigste Stoff. Je mehr Pollen die Bienen eintragen, desto stärker wird das Volk werden.

Die nächste Völkerkontrolle wird an Ostern erfolgen.