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In einem Hobbock haben wir noch einen nicht abgefüllten Honigrest von wenigen Kilogramm. Aus ihm wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten wieder einmal den klassischen Honigwein, den Met, herstellen.

Wie der Prozess abläuft, werde ich in mehreren Folgebeiträgen kontinuierlich beschreiben.

Grundzutat für die Met-Herstellung: Honig

Honig selbst enthält sehr viel Zucker. Dadurch ist er nahezu unbegrenzt haltbar. Das bedeutet aber auch, dass er in seiner reinen Form nicht zur Metherstellung geeignet ist. Durch die hohe Zuckerkonzentration würde keine Gärung entstehen können. Also heißt es nun, den Honig in Wasser aufzulösen, seine in ihm enthaltenen Zuckermengen zu vermindern, den Wassergehalt zu erhöhen und damit eine gärungsfähige "Maische" für den Wein zu erzeugen. Das ist der erste von mehreren Schritten.

english version:

We still have a few kilograms of unfilled honey left in a hobbock. Over the next few weeks and months, we want to use it to make the classic honey wine, mead, once again.

I will describe how the process works in several subsequent posts.

Honey itself contains a lot of sugar. This means that it has an almost unlimited shelf life. However, this also means that it is not suitable for methanisation in its pure form. Due to the high sugar concentration, fermentation would not be possible. So the next step is to dissolve the honey in water, reduce the amount of sugar it contains, increase the water content and thus produce a fermentable "mash" for the wine. This is the first of several steps.

Translated with DeepL.com (free version)

versione italiana:

Abbiamo ancora qualche chilogrammi di miele non riempito in una Hobbock. Nelle prossime settimane e mesi vogliamo utilizzarlo per produrre nuovamente il classico vino al miele, l'idromele.

Descriverò come funziona il processo in diversi post successivi.

Il miele contiene di per sé molti zuccheri. Ciò significa che ha una durata di conservazione quasi illimitata. Tuttavia, questo significa anche che non è adatto alla metanizzazione nella sua forma pura. A causa dell'elevata concentrazione di zuccheri, la fermentazione non sarebbe possibile. Il passo successivo consiste quindi nello sciogliere il miele in acqua, ridurre la quantità di zucchero contenuta, aumentare il contenuto di acqua e produrre così un "mash" fermentabile per il vino. Questa è la prima di diverse fasi.

(19.12.2023) Beim Aufräumen habe ich heute im Keller eine Flasche aus Steingut gefunden.

Neben vielen anderen Spirituosen wollte ich sie schon entsorgen. Aber ein Blick auf das Etikett hat mich dann doch neugierig gemacht. Der Inhalt besteht aus einer Mischung von Honigwein, Wacholderbeeren sowie weiteren Gewürzen wie Nelkenblüte, Pappelknospen, Eicheln, und diversen Kräutern. Hinzu kommen Säfte von Beeren, schwarzen Johannisbeeren, und Himbeeren. Diese Mischung reift über 18 bis 20 Monate bevor sie abgefüllt wird und hat am Ende einen deklarierten Alkoholgehalt von 50%.

Wieviele Jahre es im Keller steht, weiß ich nicht. Natürlich habe ich diese ungewöhnliche Flasche geöffnet und den Inhalt probiert. Es schmeckt süß, sehr süß und aromatisch. Der hohe Alkoholgehalt kommt dadurch nicht so zum Tragen. Geschmacklich erinnert es mich sehr an den aromatisierten Met auf Mittelaltermärkten. Mein Geschmack ist es nicht.

Sämtliche Informationen hierzu stammen aus dem Internet von der Seite honigwein.de:

https://ehonigwein.de/module/iqitsearch/searchiqit?s=suktinis

Der Name dieses Getränks stammt von einem litauischen Volkstanz ab. Nachfolgend der Link dazu:

(16.12.2023) Seit gestern ist er eröffnet, unser Weihnachtsmarkt in Frankfurt-Riedberg auf dem zentralen Riedbergplatz. Unser Stand ist aufgebaut. Hier sind die ersten Bilder davon:

Auf dem Riedbergplatz ist unser Stand im großen Gemeinschaftszelt zu finden. Dort stehen wir mit sechs weiteren Standbetreibern. Am Freitagabend sind wir noch alleine im Zelt gewesen, ab Sonnabend wird sich das ändern. Dann soll das Zelt voller Leben sein. Am 16.12.2023 beginnt der Weihnachtsmarkt um 16 UHr, nach dem Schluss des Wochenmarktes, am Sonntag, 17.12., 3. Advent ist der Weihnachtsmarkt bereits ab 11 Uhr geöffnet.

(14.12.2023) Alle Jahre wieder.... In diesem Jahr ist es nach einer pandemiebedingten Pause wieder so weit: wir sind auf dem Riedberger Weihnachtsmarkt mit einem Stand vertreten. Dort bieten wir unsere drei unterschiedlichen Honige zum Kauf an. Alle Honige sind lokal und regional erzeugt in einem Umkreis von zwei Kilometern Entfernung.

Unsere Bienen haben fleißig und gut gearbeitet. Die Honige sind wie gewohnt von sehr guter Qualität. Sie heißen unterschiedlich nach dem Erntezeitpunkt beziehungsweise nach dem Standort des Bienenvolkes: "Eintracht" ist die erste Ernte und stammt vom Frühjahr 2023, "Zwietracht" heißt die zweite Ernte, die vom Übergang Frühling zum Sommer 2023 stammt, "Niedertracht" ist der Honig von der benachbarten Nidda, einem Fluß aus dem Vogelsberg, der unterhalb vom Riedberg fließt. Dort im Niddapark haben wir einen zweiten Bienenstand errichtet. Übrigens sind alle Honige Mischhonige oder 1000-Blüten-Honige. Im nächsten Jahr wollen wir nach langer Zeit wieder einmal versuchen einen Sortenhonig herzustellen, einen Kastanienhonig. Noch etwas tolles haben wir dieses Jahr im Angebot: einen Honig-Essig. Auch er ist ein Produkt unserer Bienen. Ihren Honig haben wir erst zu Met und im nächsten Schritt zu Essig verarbeitet.

English version:

(14.12.2023) Every year again…. This year, after a break due to the pandemic, the time has come again: we are represented with a stand at the Riedberg Christmas market. There we offer our three different honeys for sale. All honeys are produced locally and regionally within a radius of two kilometres.

Our bees have worked hard and well. As usual, the honeys are of very good quality. They are named differently according to the time of harvest or the location of the bee colony: "Eintracht" is the first harvest and comes from spring 2023, "Zwietracht" is the name of the second harvest, which comes from the transition from spring to summer 2023, "Niedertracht" is the honey from the neighbouring Nidda, a river from the Vogelsberg that flows below the Riedberg. We have set up a second apiary there in Niddapark. Incidentally, all the honeys are mixed honeys or 1000-flower honeys. Next year, after a long time, we want to try making a variety of honey again, a chestnut honey. We have something else great on offer this year: a honey vinegar. This is also a product of our bees. We first processed their honey into mead and then into vinegar.

Versione italiana

(14.12.2023) Ogni anno di nuovo…. Quest'anno, dopo una pausa dovuta alla pandemia, è arrivato di nuovo il momento: siamo presenti con uno stand al mercatino di Natale di Riedberg. Lì offriamo in vendita i nostri tre diversi mieli. Tutti i mieli sono prodotti localmente e regionalmente nel raggio di due chilometri.

Le nostre api hanno lavorato sodo e bene. Come sempre, i mieli sono di ottima qualità. I nomi sono diversi a seconda del periodo di raccolta o della posizione della colonia di api: "Eintracht" è il primo raccolto e proviene dalla primavera del 2023, "Zwietracht" è il nome del secondo raccolto, che proviene dal passaggio dalla primavera all'estate del 2023, "Niedertracht" è il miele del vicino Nidda, un fiume del Vogelsberg che scorre sotto il Riedberg. Abbiamo creato un secondo apiario nel Niddapark. Per inciso, tutti i mieli sono mieli misti o mieli di 1000 fiori. L'anno prossimo, dopo tanto tempo, vogliamo provare a produrre di nuovo una varietà di miele, un miele di castagno. Quest'anno abbiamo un'altra grande offerta: un aceto di miele. Anche questo è un prodotto delle nostre api. Abbiamo trasformato il loro miele prima in idromele e poi in aceto.

(07.12.2023) Derzeit bin ich in Venedig. Während der Besichtigung einer der beiden großen Kirchen dieser Stadt, habe ich zufällig eine Kapelle für den Patron und Schutzheiligen der Bienen und Imker gefunden. Der 7. Dezember ist der Tag, der ihm und damit den Bienen und Imkern gewidmet ist. Mir gefällt, dass es mal ein Tag im Winter ist. Im Frühjahr und Sommer haben wir ja genug zu tun. Da ist es fast schon wohltuend, zu wissen, dass auch im Winter an die Bienen gedacht wird.

Der Schutzheilige, um den es hier geht, ist der Heilige Ambrosius, hier in Italien San Ambrogio genannt. Am 7. Dezember ist er in Mailand zum Bischof ernannt und geweiht worden. Deshalb ist auch dort sein Feiertag, zumal er auch der Schutzheilige und Patron dieser Stadt ist. Ihm zu Ehren wird deshalb traditionell auch immer am 7.12. eines jeden Jahres in Mailand die Opernsaison im Teatro alla Scala (der "Scala") eröffnet. Neben den Imkern ist er auch noch der Schutzheilige der Lebkuchenbäcker und Wachszieher. Ob das wohl damit zusammenhängt, dass in diesen Berufsfeldern Produkte verwendet werden, die von den Bienen stammen? Auch, wenn ich nicht katholisch bin, ist dieses doch für mich ein nettes und schönes Zeichen von Anerkennung und Wertschätzung all dessen, was mit der Imkerei verbunden ist.

Der Heilige Ambrosius in der Kirche Santa Maria delle Frari in Venedig

Wie jeder anständige Heilige hat auch Ambrosius seine Attribute, Gegenstände oder Zeichen, die ihm zugeschrieben werden, um ihn erkenntlich zu machen. Bei ihm sind das ein Bienenkorb, ein Buch und eine Geißel. Zugegebenermaßen kann ich nichts davon hier in der obigen Darstellung entdecken.

Wie kommt es zu seiner Anbindung an die Bienen? Der Legende nach soll er in seiner Kindheit von einem Bienenschwarm heimgesucht worden sein. Die Bienen sollen in seinen Mund gekrochen sein und ihn mit Honig ernährt haben. Eine schöne Legende, aber wer Bienenschwärme kennt, wird da eher wohl ein wenig skeptisch sein.

Nachtrag: der heutige Tag ist in manchen Ländern wie Österreich und Italien zugleich auch der Tag des Honigs.

(19.10.2023) Im Keller stehen sie bereits seit einigen Tagen: neun Kartons, gefüllt mit jeweils 12 Honiggläsern zu 500 g Bienenhonig. Sie warten auf den Abholdienst der Frankfurter Tafel e.V.

Heute, am 19.10.2023, sind diese 108 Gläser Bienenhonig abgeholt worden und werden hoffentlich 108 Menschen, die sich sonst einen Bienenhonig nicht leisten können, beglücken und ein wenig zufrieden machen können.

Dies ist die zweite Spendenaktion von uns, den Riedberg-Imkern, an die Frankfurter Tafel. Wir haben beschlossen, dass es nicht die letzte sein wird.

Die beiden Photographien stammen von Andreas Woitun aus Frankfurt.

An die Tafel kann man neben Sachen wie den Honig oder andere Lebensmittel auch Geld spenden. In der Zeit nach der Corona-Pandemie leiden sämtliche Tafeln im gesamten Bundesgebiet unter Mangel an Geldern und Lebensmitteln, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Deshalb die Bitte an alle: helfen auch Sie mit, die Tafeln zu unterstützen. Beispielhaft hier die Webseite und Kontoverbindung der Frankfurter Tafel:

IBAN: DE91 5019 0000 0077 0089 26 BIC: FFVBDEFF

https://www.frankfurter-tafel.de/

(22.08.2023) In dieser Art haben wir das noch nie erlebt: eine Ernte und drei verschiedene Honige! Das ist sehr ungewöhnlich.

Das Ergebnis unserer ersten Honigernte heißt bei uns Riedberg-Imkern stets Eintracht. Mit dem bekannten Frankfurter Fußballverein hat dieses nichts zu tun. Das, was die Bienen in ihren Bienenstock eintragen, nennt man in der Imkersprache Tracht. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen und soll "das, was getragen wird" bedeuten. In der (früheren) Mode spielt das Wort heute noch eine Rolle. Hier bezeichnet man als Tracht eine landes- oder regionaltypische Kleideranordnung für bestimmte Anlässe.

Unsere diesjährige Eintracht hat uns drei verschiedene Honige geschenkt. Zwar sind alle Honige zur selben Zeit geerntet und geschleudert worden, aber bereits nach zwei Wochen hat der erste Teil davon schon zu kristallisieren begonnen. Der Rest hat sich mehr Zeit gelassen. Trotzdem hat die Kristallisation wieder zu zwei unterschiedlichen Zeiten kristallisiert. Den mittleren Teil habe ich vor wenigen Tagen abgefüllt, den dritten Teil heute, gerade eben.

Dieser Honig befand sich in seinem Lagereimer und hat hat sehr schnell mit der Kristallisation begonnen, während ich noch am Rühren und Abfüllen des mittleren Eintracht-Anteiles gewesen bin.

Auch dieser Honig ist äußerlich wieder von den anderen beiden etwas verschieden. Er ist wesentlich heller als der mittlere, jedoch etwas dunkler als der erste Anteil dieser Ernte. Die Geschwindigkeit seiner Kristallisation und jetzt seine helle Farbe lassen darauf schließen, dass auch hier der Rapsanteil etwas erhöht sein dürfte, jedoch nicht so hoch wie im ersten Anteil.

Unsere drei Eintracht-Honige im Vergleich: links der erste Anteil, in der Mitte der zweite und rechts der dritte Anteil der gleichen Ernte.

Die Farbe des Honigs hängt von der Zusammensetzung der eingetragenen Pollen ab. Übrigens verändert sich die Honigfarbe auch nach dem Abfüllen noch weiter. Ganz klassisch: Rapshonig wird im Laufe der Zeit fast schneeweiß, andere Honige dagegen eher gelber und/oder dunkler. Um diesen Prozess zu verlangsamen, soll der Honig ja auch kühl und dunkel gelagert werden.

Der erste Teil der ersten Honigernte ist inzwischen bereits im Glas. Dabei hat es sogar eine interessante Überraschung gegeben.

Wenn wir Honig schleudern, beginnen wir bei einer Zarge mit ihren zehn Rahmen. Sobald diese geschleudert worden sind, kommen die Rahmen der nächsten dran. Eine Zarge entspricht in diesem Fall dem Honigraum eines Bienenvolkes. Den aus der Schleuder ablaufenden Honig fangen wir in einem Hobbock, einem lebensmittelgerechten Kunststoffeimer, auf. Sobald er zur Hälfte gefüllt ist, wechseln wir zum nächsten Eimer. Ein solcher Eimer enthält etwa 20 kg Honig, wenn er halb gefüllt ist. Das ist ein Gewicht, dass sich noch gut tragen lässt. Ein anderer Vorteil der halben Füllung ist der, dass sich darin der Honig später besser rühren lässt, sobald dessen Kristallisation beginnt.

Bei der ersten Schleuderung haben wir mehrere Hobbocks auf diese Weise gefüllt und alle anschließend zum Reifen des Honigs in den Keller gestellt. Man könnte nun glauben, dass alle Eimer den gleichen Honig enthalten würden. Das ist leider ein Irrtum. Bienen sind blütenstet. Das heißt, sie besuchen immer nur eine bestimmte Sorte von Blüten. Das geht solange, bis deren Nektarproduktion erloschen ist. Dann erst wechseln sie zur nächsten Blüte. Die Konsequenz ist, dass dann plötzlich in einem Honigraum beispielsweise nur oder überwiegend Rapsnektar, in einem anderen hingegen Apfelnektar eingelagert wird. Normalerweise durchmischt sich das alles später beim Schleudern.

Die Überraschung: in diesem Jahr haben wir aus zwei dieser Hobbocks einen Honig abgefüllt, der bereits zwei Wochen nach der Ernte zu kristallisieren begonnen hat, während in den anderen Gefäßen nicht die Spur davon zu erkennen gewesen ist. Das bedeutet, dass in diesen Eimern ein sehr hoher Rapsanteil gewesen sein muss. Wegen seines relativ hohen Traubenzuckeranteiles beginnt ein Rapshonig recht früh zu kristallisieren. Üblicherweise dauert es bei uns vier bis sechs Wochen, bis dieser Prozess beginnt. Deshalb ist es um so erstaunlicher, dass es hier so rasant abgelaufen ist.

Die Folge: die Honige der ersten beiden Eimer mussten schon nach zwei Wochen gerührt werden, um den Vorgang der Kristallisation zu unterbrechen. Kurze Zeit später wäre der Honig sonst steinhart geworden. Zugleich hat dieser Honig eine typische Farbe für den Rapshonig angenommen: hellgelb bis fast weiß.

Links ist der Rapshonig, rechts der andere Honig aus der gleichen Ernte zu sehen.

Inzwischen ist die Hälfte dieser Ernte im Glas und mit Etiketten versehen. Damit können wir diesen ersten Honig nun in den Verkehr bringen.

Übrigens heißen bei uns die erste Ernte immer Eintracht, die zweite stets Zwietracht, die von unserem Standort im Niddapark Niedertracht. Jetzt ist es das allererste Mal, dass wir von der Eintracht sogar zwei unterschiedliche Honige haben.

Eintracht 2023 in Gläsern abgefüllt.

Nach der Ernte und dem Schleudern ruhen und reifen die Honige in unserem Keller heran. Wir stellen bewusst keine Sortenhonige her, sondern ganz normale 1000-Blüten-Honige. Bei einem Sortenhonig muss mindestens 60% der Honigmenge von einer einzigen Blütensorte stammen. Mit Hilfe einer Pollenanalyse läßt sich das gut kontrollieren.

Um einen Sortenhonig zu erzeugen, müssen die Bienen während der Blütezeit der gewählten Sorte in der Nähe dieser Quelle sein. Dazu bringen viele Imker ihre Völker direkt in die Nähe der gewünschten Blüten. In der Imkersprache nennt man das Wandern. Weil hierfür die Völker fast immer aus dem Amtsbereich eines Veterinäramtes in den Zuständigkeitsbereich eines anderen Veterinäramtes transportiert werden müssen, sind Gesundheitszeugnisse erforderlich. Sie sollen verhindern, dass Bienenseuchen wie zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut sich ausbreiten können. Wir verzichten auf diesen Aufwand und lassen die Völker an ihrem gewohnten Standort stehen. Deswegen gibt es bei uns ja auch keine Sortenhonige. Wir haben das Glück auf dem Riedberg in einer Großstadtrandlage zu leben. Hier gibt es sowohl viele parkähnliche Strukturen, Landschaftsschutzgebiete, Vorgärten und Ackerflächen. Bienen finden in dieser abwechslungsreichen Gegend genügend Nahrung. Und, um ehrlich zu bleiben: mir persönlich ist der Aufwand des Wanderns zu groß, zumal so ein Bienenvolk in seiner Beute bis zu 70 kg schwer sein kann.

Doch zurück zum Honig: im Keller lagern mehrere Hobbocks mit verschiedenen Honigen. Sie sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie riechen auch verschieden. Unmittelbar nach der Ernte sieht jeder Honig wie Bernstein aus. Abhängig von seiner Zusammensetzung aus Enzymen und verschiedenen Zuckern verändert sich im Laufe der Wochen die Farbe, das Aussehen und die Konsistenz.

Die Bilder oben zeigen vier verschiedene Honigeimer. Links oben und rechts unten ist der gleiche Honig photographiert, einmal vor und später nach dem Abschäumen, dem Entfernen der aufgestiegenen Luftbläschen. Der Honig links oben ist inzwischen (13.8.2023) zum Abfüllen in Gläser fertig gereift und gerührt.

Irgendwann ist es dann soweit und der Honig bekommt einen perlmuttartigen Schimmer und wird trüb. Jetzt ist Kristallisation so weit fortgeschritten, dass der Honig unbedingt gerührt werden muss, damit er nicht fest wie Beton wird. Die Kristallisation wird durch das Rühren mechanisch unterbrochen, damit der Honig am Ende cremig wird und bleibt.

Das Rühren muss mehrfach wiederholt werden. Solange er im Hobbock ist, geht das einfach und gut, später im Glas wird es bedeutend schwieriger.

Der fertig gerührte Honig tropft ab und fällt in seinen Lebensmitteleimer zurück. Anschließend wird er Hobbock in einen Metalleimer umgefüllt, an dessen unterem Ende ein Ausflussrohr angebracht ist.

Dieser Metalleimer wird auf einem Holzgestell deponiert. Der Honig ist jetzt abfüllbereit.

Die gespülten Gläser stehen bereit und los geht es nun:

Die Gläser werden einzeln von Hand mit Honig befüllt. Zum Abschluss erhalten sie noch ihr Etikett, dann sind sie fertig. Wie man sieht, ist alles vom Ernten bis zum Abfüllen reine Handarbeit.

Und was noch wichtig ist, wonach wir häufig gefragt werden: dem Honig wird nichts (!) zugesetzt. Vor allem mit Zucker scheint der Honig in vielen Ländern gestreckt zu werden. Aber nicht bei uns. Damit meine ich nicht nur uns Riedberg-Imker persönlich, sondern auch alle anderen Imker in Deutschland, die traditionell arbeiten. Das bezieht auch die Großimkereien mit ein. Denn nach der Honigverordnung darf dem natürlichen Honig weder etwas hinzugefügt noch etwas entzogen werden. Sonst ist das Produkt kein Honig mehr.

Laut Medienmeldungen sei die Honigernte 2023 überdurchschnittlich gut ausgefallen. Das kann ich so nicht bestätigen. Unsere eigene Ernte ist gut, aber nicht überdurchschnittlich.

Unabhängig davon möchte ich im Folgenden zeigen wie der Honig ins Glas kommt, was alles an Arbeiten dafür erledigt werden müssen.

Honigwabe

So wie oben gezeigt sieht idealerweise eine Honigwabe aus. Sie ist nahezu vollständig verdeckelt. Die weißen Deckel auf den einzelnen Wabenzellen sind von den Bienen als Verschluss ihres Vorratsdepot angelegt worden.

Bei der Honigernte "rauben" wir den Bienen diese Vorräte und bringen sie zu uns nach Hause. Dort steht in der Küche dann unsere Honigschleuder aufgebaut. Um an den Honig zu gelangen, müssen die Wachsdeckel erst einmal entfernt werden. Dazu werden die einzelnen Rahmen auf ein Entdeckelungsgeschirr gelegt:

Mit einer speziellen Entdeckelungsgabel werden die Wachsdeckel abgehoben und im Auffangkorb zwischengelagert:

Wir sammeln dieses Wachs, an dem noch Honigreste anhaften. Hieraus stellen wir eine portugiesiche Spezialität her: Agua mel.

Sobald die Rahmen auf beiden Seiten entdeckelt sind, werden sie hochkant in die Schleuder gestellt. Bei uns passen vier Rahmen in die Trommel hinein.

Wenn sie gefüllt ist, setzen wir die Trommel mit einem Motor langsam in Bewegung.

Weil die Rahmen den Honig auf beiden Seiten enthalten, müssen sie mindestens einmal, besser sogar zweimal gewendet werden. Im Idealfall kann so ein Rahmen bis zu drei Kilogramm Honig enthalten.

Am Boden der Schleuder ist ein Auslassrohr mit einem Ventil angebracht. Hierunter stellen wir einen Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff. Solche Eimer heißen Hobbock. Darauf legen wir ein Spitzsieb. Es besteht ebensfalls aus Kunststoff. Seine Maschen sind sehr fein gewebt. Sie lassen den flüssigen Honig hindurch und halten alle festen Bestandteile zurück.

Der ausfließende Honig enthält noch feste Bestandteile wie Wachsreste, Pollenklumpen, aber auch tote Bienen. Das alles hat in dem Lebensmittel Honig natürlich nichts zu suchen. Deswegen dieser feine Filter.

Als nächster Schritt muss das Sieb entfernt werden. Dazu wird es bis über den Hobbock hinaus angehoben. Eine zweite Person schiebt dann schnell einen Ring in passender Größe auf einem Dreibeinstativ darunter. Die Füße werden auf dem Eimerrand abgestellt und das Sieb auf den Ring gelegt. Der darin befindliche Honig fließt ab und die festen Reste bleiben zurück.

Zusammen mit dem Honig werden viele Luftbläschen im Eimer gesammelt. Diese Bläschen steigen in den nächsten Tagen langsam an die Oberfläche, bilden dort einen dünnen Schaum, der dann abgeschöpft wird.

Jetzt beginnt zunächst die Reifung und Lagerung. In luftdicht verschlossenen Hobbocks ruht der Honig bei 16° Celsius in unserem Keller. In dieser Phase sieht er aus wie flüssiger Bernstein. Die in ihm von den Bienen eingebrachten Enzyme beginnen zu wirken und verändern den frischen Honig langsam, lassen ihn reifen. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern.

(20.07.2023) Für Fehler muss man büßen und bezahlen. So geht es mir heute. Am letzten Wochenende haben wir Honig geschleudert. Hierfür werden die Honigräume unserer Bienenvölker zu uns in die Küche gebracht. Dummerweise habe ich bei einem Volk im Frankfurter Niddapark die Bienenflucht an der falschen Stelle angebracht, nämlich zwischen zwei Honigräumen statt unter dem niedrigsten der beiden. Die bittere Konsequenz: da werde ich nacharbeiten müssen. Und das habe ich heute erledigt. Um 7 Uhr habe ich den Honigraum abgeholt und im Laufe des Vormittags dann geschleudert. Davon gibt es tagesaktuelle Bilder.

Vier Waben passen in unsere Schleuder gleichzeitig hinein. Das erspart durchaus Zeit und Mühe, zumal wir statt einer Handkurbel einen elektrischen Motor als Antrieb verwenden können. Vor der Schleuder steht unter dem Ausflussstutzen der Honigeimer, gefüllt mit einem Spitzsieb. Es hält die Wachsrückstände zurück und lässt den gefilterten Honig durch.

Das sieht dann so von oben gesehen aus.

Die einzelnen Waben (auch Rahmen genannt) werden auf eine pultähnliche Halterung des Entdeckelungsgeschirrs gelegt und darauf bequem entdeckelt. Hierbei werden die verschließenden obersten Wachsschichten einer jeden Honigwabe mechanisch abgehoben, so dass die Waben alle geöffnet sind.

Um an den darin eingelagerten Honig zu gelangen, werden die Waben anschließend in einer Zentrifuge ausgeschleudert.

Beim Blick in sie hinein stehen zu allen Seiten die Rahmen in einem drehbaren Korb, unten schwimmt der bereits freigesetzte Honig. Ich habe einmal Spaßes halber mein Smartphone auf den Deckel gelegt und das Schleudern gefilmt.

Der Honig sammelt sich auf dem Boden an. Er enthält noch viele Wachsteilchen. Um ihn in den Handel zu bringen, lässt man ihn durch ein Sieb laufen, dass mechanisch alle Verunreinigungen entfernt.

Im weiteren Verlauf:

Am Ende wird das Spitzsieb angehoben und der darin befindliche Honig fließt fremdkörperfrei heraus:

Je zähflüssiger der Honig jetzt ist, desto mehr Falten bildet er beim Auftreffen auf eine Oberfläche. Viele kleine Luftbläschen sind nun noch in ihm enthalten, dass lässt ihn leicht getrübt aussehen. Sie steigen in den nächsten Tagen an die Oberfläche und bilden einen dünnen Schaum, der dann abgeschöpft wird. Diesen Vorgang nennen wir Imker "klären".

Aber damit ist der Honig noch immer nicht fertig. In den nächsten Wochen muss er noch reifen. Die von den Bienen zugesetzten Enzyme fangen an zu wirken und verändern ihn. Das merkt man sowohl am Aussehen als auch am Geschmack. In den nächsten Wochen kontrolliere ich regelmäßig sein Aussehen. Sobald er einen perlmuttartigen Schimmer entwickelt, muss er gerührt werden. Ein Kristallisationsprozess hat dann begonnen. Aus dem anfangs flüssigen wir nun ein fester Honig. Das kann so weit voranschreiten, dass ein Honig fest wie Beton werden kann. Um das zu verhindern, wird er mechanisch gerührt und bleibt dann streichfähig. Dann kann er in endlich Gläser abgefüllt werden.

Übrig geblieben ist noch das Entdeckelungswachs.

Wir sammeln es und stellen vom daran noch anhaftenden Honig eine portugiesische Honigspezialität her, die sich Agua mel (süßes Wasser) nennt. Aber das gibt einen gesonderten Beitrag hier.

Bald ist es soweit und die erste Honigernte des Jahres 2023 kann beginnen. Die Bienen tragen fleißig den Nektar ein und lagern ihn nach einem Reifeprozess in den Honigräumen. Bei einigen Völkern sind die Honigräume inzwischen so schwer, dass sie kaum noch von einer Person getragen werden können.

Das sind schon gute Vorzeichen, wenn die Honigwaben vollständig oder nahezu vollständig verdeckelt sind wie hier am 3.6.2023. Das heißt, dass wir wohl spätestens Mitte Juni unseren Honig ernten und schleudern werden.

Heute, am 15.6.2023, habe ich bei unseren Völkern die Bienenfluchten eingelegt.

In einem Zwischenboden ist mittig ein Loch, in das die eigentliche Flucht eingelegt werden kann.

Die Bienen folgen hierbei dem Geruch ihrer Königin und laufen unter den gelben Zähen hindurch nach unten in die Bruträume. Weil die Zähne nach unten fallen, ist ihnen der Rückweg in den Honigraum damit versperrt. Das ist im Prinzip eine Art Drehtüreffekt: der Weg führt nur in eine Richtung. Dadurch werden die Honigräume frei von den Bienen. Uns Imker erleichtert das die Arbeit sehr, weil wir die vorhandenen Bienen dann nicht mehr abkehren müssen.

Früher habe ich mit anderen Bienenfluchten gearbeitet. Meistens mit den sogenannten italienischen Bienenfluchten. Hierbei ist es häufig vorgekommen, dass die Bienen sich überhaupt nicht darum gekümmert und die Bienenflucht gar nicht erst beachtet haben. Seit drei oder vier Jahren verwende ich das oben abgebildete Modell. Es funktioniert hervorragend!

Der Tag der Honigernte ist ein anstrengender Tag. Die Honigräume sind schwer und können durchaus bis 30 kg wiegen. Sie müssen vom Bienenstock abgehoben und zur Schleuder transportiert werden. Wenn dann noch Bienen auf den Honigwaben sitzen, kostet es Zeit und Mühe, sie abzukehren und die Waben möglichst bienenfrei wegzutragen.

In diesem Jahr sind unsere Honigräume richtig schwer. Deshalb rechne ich mit einer guten Ernte.

Wie es dabei zugeht wird in einem der nächsten Berichte stehen.

Nachträglich zeige ich hier die früher benutzen italienischen Bienenfluchten:

Die linke Seite ist diejenige Hälfte, die direkt auf der Unterseite der Flucht unter dem Bodenloch hängt. In der Mitte ist eine Vertiefung zu erkennen, von der sternförmig stetig schmaler werdende Gänge nach außen führen. Dadurch soll den Bienen der Weg nach außen und unten in die Bruträume vorgegeben sein. In der Theorie klingt es gut. Die Praxis entspricht allerdings nicht der Theorie. Häufig bleiben Bienen im Honigraum zurück. Durch die mittige Perforation gelangt der Duft des Königinnenpheromons nach oben in die Honigräume und lockt die Bienen an.

Am 1. Mai habe ich nach nicht ganz zwei Wochen wieder unsere Völker kontrolliert. Sie sind unterschiedlich stark entwickelt. Gleich beim zweiten Volk hat es eine Überraschung gegeben:

Hier ist beim letzten Mal ein Honigraum aufgesetzt worden. Bei der Kontrolle habe ich darin allerdings Brut vorgefunden, sowohl verdeckelte Brut als auch Stifte. Die logische Schlussfolgerung: dann muss ich versehentlich die Bienenkönigin mit im Honigraum eingesperrt haben. Bei der Durchsicht des Brutraums habe ich aber ebenfalls frische Eier und verdeckelte Brut gefunden. Das ist schon merkwürdig!

Fakt ist: die Eier können nur von jeweils einer Königin stammen. Der Honig- und der Brutraum sind durch ein Absperrgitter voneinander getrennt. Das bedeutet, dass eine Königin nicht durch dieses Gitter schlüpfen kann. Für sie ist der Weg nach oben als auch nach unten dadurch versperrt. Ergo müssen in jedem der genannten Räume sich eine Königin befinden. Und ich habe sie vorher nicht gesehen.

Ich habe bereits vor Jahren einen Versuch unternommen, die 2-Königinnen-Betriebsweise in einer Beute zu implementieren. Damals ist es mir nicht gelungen. Sollte es jetzt durch Zufall geglückt sein?

Um das zu überprüfen, habe ich nicht nicht jeweiligen Königinnen gesucht, sondern mich entschlossen, einfach der Biologie zu vertrauen. Auf den eigentlichen Brutraum ist wieder ein Absperrgitter gekommen. Darüber habe ich dann den Honigraum als zweiten und getrennten Brutraum gestellt. In ihm sind sämtliche bebrüteten Waben mit den ansitzenden Bienen verblieben. Die mit Honig oder Nektar gefüllten Waben habe ich darüber abgeschlagen, so dass die Bienen in diesen Raum gefallen sind bevor auch er ein Absperrgitter erhalten hat. Einen neuen Honigraum habe ich darüber dann errichtet. Er enthält die Honig- und Nektarwaben. Natürlich habe ich dann kontrolliert und mich vergewissert, dass keine Königin dabei ist.

Diese Konstruktion lasse ich so erst einmal einige Tage stehen. Sollten tatsächlich zwei Königinnen vorhanden sein, müsste die Brutentwicklung in jedem dieser genannten Räume das anzeigen, d.h. es sollten weitere Stifte vorhanden sein.

Schematisch sieht das jetzt so aus wie in den beiden Photos:

  • Deckel (im Bild links auf dem Boden liegend)
  • Honigraum (liegt auf dem Boden links im Bild)
  • Absperrgitter
  • alter Honigraum = neuer Brutraum (ist im Turm bereits aufgesetzt und an derzeit oberster Stelle)
  • Absperrgitter
  • Brutraum = alter Brutraum (im Bild über dem Boden und an zweiter Stelle im Turm)
  • Boden (im Bild an unterster Stelle des Turms)

Den Boden benutzen alle Bienen gemeinsam, ebenso den Honigraum ganz oben. In kurzer Zeit sollte sich dieses Rätsel nun lösen lassen. Zum Spekulieren über das gesehene Phänomen gibt es noch weitere Möglichkeiten. Erst einmal bleibe ich bei dieser Sichtweise und werde weiter berichten.

Nachtrag: die Photos stammen von Norbert Smetana, der mich beim Imkern heimlich photographiert hat. Danke!

Vor einer Woche habe ich photographierte Rapsblüten gezeigt, die am Entstehen sind. In dieser Woche hat es geregnet, die Temperaturen sind tagsüber so um 10° C gewesen und die Wuchshöhe des Rapses hat sich nahezu verdoppelt.

Gestern habe ich das erste Gelb der Blütenblätter entdeckt und heute davon Photos erstellt. Hier ist eines davon:

Zum Vergleich dazu eines der Bilder der letzten Woche:

Das sind schon sehr deutliche Unterschiede. In wenigen Tagen ist es dann soweit, die Rapsblüte ist eröffnet!

Die Tagestemperaturen sind zwar noch niedrig, aber schon so hoch, dass die Bienen ausfliegen, bestäuben und Nektar eintragen können.

Sind die letzten Tage doch feucht, regnerisch und relativ kühl bis fast zu kalt schon gewesen. Aber auf unseren benachbarten Feldern entwickelt sich der im Herbst ausgesäte Raps unwahrscheinlich schnell. Innerhalb weniger Tage schießen die einzelnen Pflanzen in die Höhe und entwickeln in rekordverdächtiger Zeit ihre Blütenstände.

Das bedeutet, dass in wenigen Tagen diese ersten Knospen sich öffnen und die bereits zu ahnenden gelben Blüten erscheinen werden. Damit der Raps für die Bienen "interessant" wird, bedarf es zweier Voraussetzungen: 1.) es sollte nicht zu kalt sein, d.h. die Tagestemperatur sollte nicht unter 10-12 Grad Celsius sinken, und 2.) der Raps sollte einen feuchten Fuß haben. Das bedeutet, es sollte draußen und auf dem Boden nicht zu trocken sein. Wenn der Raps nicht genügend Feuchtigkeit an seinen Wurzeln hat, produziert er zu wenig bis keinen Nektar, der die Bienen anlocken könnte.

Leider fallen in unserer Region sehr oft die Zeiten der Obst- und Rapsblüte zusammen. Für die Gegner des Rapshoniges ist das ein Grund zur Freude, für die Liebhaber des Sortenhoniges Rapshonig jedoch nicht. Der Grund liegt in der Vermischung dieser beiden Honig- genauer geschrieben Nektarquellen. Je höher der Rapsanteil, desto heller und fester wird der Honig. Einen reinen Obstblütenhonig gibt es aus dieser Gegend leider nicht. In diesem Jahr ist die Anbaufläche für Raps allerdings relativ gering. Sollte es ab jetzt keine stärkeren Fröste mehr geben, könnte die Nektarausbeute von Obstbäumen relativ hoch werden.

In meiner Heimat Schleswig-Holstein blüht der Raps erst sehr viel später. Dadurch ist es - auch aufgrund der vorhandenen großen Felder - möglich, reine Rapshonige zu erzeugen. Von einem Sortenhonig kann man dann erst sprechen, wenn von einer Blütenart mehr als 60% des eingetragenen Nektars stammt.

Krimis sind seit Jahren sehr beliebt. Kaum ein Genre, dass inzwischen nicht kriminalisiert worden ist. Jetzt geht es auch ans Süße, an den Honig. Aber nicht nur das, auch an die Bienen.

In Luxemburg wird ein Stadtimker getötet, der seinen Honig unter anderem auch an ein früheres Sternenrestaurant liefert. Dessen Inhaber und Koch beginnt daraufhin Nachforschungen anzustellen und arbeitet sich in die Welt der Imkerei zusehends tiefer ein. Parallel dazu entdeckt seine Pariser Freundin, eine Restaurantkritikerin, deren Arbeitgeber die berühmten Sterne vergibt, in den USA ungewöhnliche Vorkommnisse an Bienenstöcken. Beide Handlungsstränge laufen erst parallel, werden dann aber zusammengeführt und dienen der Aufklärung verschiedener "Schweinereien" in der Bienenhaltung.

Dieser Krimi ist typisch für ein bestimmtes Genre: Lokalkolorit und aktuelles Thema. Eigentlich könnte man das Buch um mindestens ein Viertel kürzen, weil sich der Autor sehr häufig und sehr ausführlich in weitschweifigen Beschreibungen des Ortes ergeht. Das ist langweilig und dient dem Handlungsablauf überhaupt nicht. Vielleicht soll es zeigen, dass der Autor den Ort der Handlung gut kennt. Für mich wirkt dieses sehr aufgebläht, macht das Buch dick und unnötig teurer. Das ist leider der große Nachteil. Aber es gibt auch Vorteile. Die Angaben zur Bienenhaltung und Imkerei sind sehr gut und gründlich recherchiert. Da hat sich jemand intensiv in das Thema eingearbeitet. Das gilt ebenso für den naturwissenschaftlichen Teil, den ich zuvor gar nicht erwähnt habe. Das ist spannend und lohnenswert. Und natürlich werden die üblichen Klischees bedient.

Der Stil hat mich anfangs wenig eingenommen. Sehr kurze Sätze. Das ist fast so wie inzwischen die schnellen Schnitte im Film. Dazu die erwähnten langweiligen Ortsbeschreibungen und Stereotypien. Insgesamt ist das Buch recht ordentlich gemacht und von daher durchaus empfehlenswert.

Das Buch ist bei Kiepenheuer und Witsch erschienen. Der Autor ist Tom Hillenbrand, ein früherer Spiegeljournalist. Preis 12€. Erschienen ist das Buch im Jahr 2021.

Es ist kalt geworden im Dezember 2022. Während der November zu warm gewesen ist, haben wir jetzt, am 11.12.22, gefühlt "normale" Temperaturen für den Winter. Passend dazu ist heute Nacht auch noch etwas Schnee gefallen. Das hat mich dazu verlockt, kurz bei den Bienenvölkern vorbeizuschauen und Photos zu machen.

Viel ist es zwar nicht gewesen, aber noch liegt ein wenig Schnee auf dem Boden der Streuobstwiese und den Schutzdächern unserer aufgestellten Völker.

Gestern, am späten Nachmittag, hat es bei uns einen zweiten Weihnachtsmarkt gegeben. Vor einer Woche nebenan in Kalbach in der Alten Turnhalle, gestern auf dem Riedberg vor dem Jugendhaus. Die Organisatoren haben den Markt "Weihnachtsflimmern" genannt. Wir Riedberg-Imker haben natürlich mit einem Stand mitgeflimmert.

Draußen, unter der Galerie des Jugendhauses, haben wir unseren Verkaufsstand aufgebaut. Dementsprechend haben wir auch zum Ende hin bei Minustemperaturen immer mehr gefroren. Trotzdem - oder gerade deswegen? - ist es schön gewesen. Ein kleines astronomisches Schmankerl am Rande: der Abendhimmel ist wolkenlos gewesen, so dass wir direkt unter dem Schein der sichtbaren Planeten Jupiter und Mars zu bibbern begonnen haben.

Weihnachtsflimmern auf dem Frankfurter Riedberg

Von links sind dabei die Düfte von Bratwurst und Glühwein, aber auch einiger anderer heißer Speisen an der Nase vorbeigezogen. Rechts gab es viele handgearbeitete Dinge zu sehen und zu kaufen. Und gegenüber hat ein Weinstand mit Glühwein aufgemacht. Und wir sind mittendrin gewesen. Alles in allem ist das nach langer Pause mal wieder ein tolles Weihnachtsmarktgefühl gewesen!

Die Weihnachtsmarktsaison hat begonnen. Leider gibt es in diesem Jahr auf dem Frankfurter Riedberg keinen klassischen Weihnachtsmarkt, dafür einen kleineren im Stadtteil Kalbach und eine Woche später ein "Weihnachtsflimmern" vor dem Frankfurter Jugendhaus auf dem Riedberg.

In Kalbach sind wir - völlig neu und ungewohnt für uns - in einer alten Turnhalle gewesen, also nicht draußen, sondern drinnen. Veranstalter ist der Sport- und Kulturverein Riedberg gewesen, der uns dort sehr herzlich empfangen und unterstützt hat. Es ist für alle das erste Mal dort gewesen. Insofern liegen keinerlei Erfahrungen vor. Das macht das Ganze natürlich besonders reizvoll und unter den Ausstellern sehr angenehm.

Natürlich haben wir an unserem Stand unsere Honige dabeigehabt, Eintracht und Zwietracht genannt. Matthias hat aus dem dem Entdeckelungswachs anhaftenden Honig Àgua mel gekocht und in Gläser mit portugiesischem Aussehen gefüllt.

Unser Stand in der Alten Turnhalle in Kalbach am 3.12.2022
Àgua mel

Etwas Neues hat es in diesem Jahr bei uns gegeben. Aus unserem vorhandenen Met haben wir den Sommer über einen Essig hergestellt. Auf diesem Weihnachtsmarkt fand dessen Premiere statt. Wir haben ihn Imkeressig getauft.

Unser neuestes Kind: Honig- bzw. Imkeressig mit selbstgeflochtenen Bastbienen

Fast schon typisch für uns, steht auch ein Bienenkorb mit auf dem Standtisch. Er ist ein Hingucker, nicht nur für die Kinder. Vor allem die angeklebten Holzbienen haben es ihnen sehr angetan.

In diesem Jahr ist unsere eigene Honigernte recht groß gewesen. inzwischen sind alle Honige in Gläser abgefüllt, etikettiert und stehen bis auf eine Ausnahme im kühlen Keller.

Aufgrund der derzeitigen politischen und ökonomischen Verhältnisse und in Anbetracht der vorhandenen Honigmengen, habe ich mich entschlossen, einen Teil unseres Honigs Menschen zu schenken, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht.

Knapp 100 Kilogramm Honig sind am Mittwoch, 28.09.2022, von einem Fahrzeug der Frankfurter Tafel abgeholt worden. Das sind etwa 200 Gläser Honig, die demnächst in den Mündern und Mägen von mindestens 200 Personen landen und sie hoffentlich glücklich machen werden.

Mein persönliches Fazit dabei: Helfen bringt Spaß, es tut nicht weh und macht gute Laune!

Noch etwas Schönes: ein Mitglied unseres Imkervereins Bee Friends Frankfurt hat mir ein Paket mit Honig geschickt, das ebenfalls für die Frankfurter Tafel bestimmt ist.

Übrigens, falls jemand der Frankfurter Tafel etwas spenden möchte, hier die Webseite:

https://www.frankfurter-tafel.de/

Das Jahr 2022 ist ein ganz besonderes Jahr gewesen. Zum einen ist es viel zu heiß und zum anderen viel zu trocken gewesen. Trotzdem haben wir auf dem Frankfurter Riedberg eine sehr erfolgreiche Honigernte gehabt. Nach der Pleite des letztes Jahres hat mich das angenehm überrascht.

Ende September 2022 sind nun alle Honiggläser fertiggestellt worden: gefüllt, etikettiert, im Keller gelagert. Die erste Erne des Frühjahrs ist deutlich größer ausgefallen als die des Sommers. Diese Honige schmecken auch sehr unterschiedlich.

Beide Honige sind kristallisiert, d.h. sie sind nicht (mehr) flüssig wie bei der Ernte und dem Schleudern. Sie haben einen Reifungsprozess durchlaufen. Damit sie cremig bleiben und nicht fest wie Stein werden, sind die Honige in der Zeit vor dem Abfüllen kräftig und ausdauernd gerührt worden. Hierdurch werden Zuckerkristalle mechanisch verkleinert, so dass der Honig nicht weiter aushärtet.

Bei uns heißt die erste Ernte immer Eintracht, die zweite Zwietracht. Zwischen beiden Ernten liegen keine sechs Wochen. Den Nektar, den die Bienen jeweils eintragen, nennen wir Imker Tracht. Daher auch die ungewöhnlichen Bezeichnungen unserer Honige.

In der Eintracht sind die Nektare der Frühblüher hauptsächlich enthalten. Dazu zählen Löwenzahn, Raps, die Apfel-, Birnen und Kirschblüte, aber auch viele Wiesenblumen. Hingegen sind in der Zwietracht hauptsächlich Wiesenblumen, aber auch einige unserer Baumblüten wie Linde und Akazie vertreten. Diese unterschiedliche Zusammensetzung erklärt die unterschiedliche Farbe, aber natürlich auch den Geschmack und Geruch. Die Zwietracht ist zurzeit noch relativ dunkel, sie wird im Laufe der nächsten Wochen noch ein wenig heller werden.

Heute, 11. März 2022, bin ich zu Besuch bei H. Celebi in Frankfurt gewesen. Neben der Autobahn hat er seine Bienen stehen und sich auf die Produktion von Bienenköniginnen spezialisiert. Hierzu züchtet er auch durchaus besondere Königinnen ein. So hat er vor Kurzem zwei Königinnen für 700 € gekauft und in seine Zucht integriert.

Auf den ersten Blick sieht es auf seinem Gelände verwirrend aus. Es müssen weit über 100 Bienenstöcke sein, die hier in Reihen aufgestellt sind, aber zum kleinen Teil auch ungeordnet herumstehen. Daneben entdecke ich an den Rändern noch viele weitere leere Kästen, die er als Begattungskästen nimmt. Beim Nachzählen komme ich auf 122 lebendige Bienenstöcke. Das ist enorm viel.

So weit, so normal.

H. Celebi zeigt mir nach dem Öffnen einer Beute etwas für mich ungewöhnliches: im rechteckigen Rahmen ist ein Kreis mittig eingeflochten. Beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass die Bienen im Wildbau lauter Zellen geschaffen haben, die für Drohnen bestimmt sind.

Auf meine Frage, wozu das dient, erklärt er mir, dass er diese Waben zum Verkauf von Scheibenhonig nimmt. Das ist für mich völlig neu, ich bin begeistert, auch wenn ich selber kein Anhänger dieser Honigsorte bin.

An einer anderen Stelle zeigt er mir etwas, was für unsere moderne Imkerei völlig untypisch geworden ist und heute fast nur noch in der Heide oder in Bienenmuseen anzutreffen ist:

einen Bienenkorb. Ich besitze selbst einen, allerdings nur für Dekorationszwecke. So sieht es darin von innen aus:

Im klassischen Wildbau hängen die Waben herab und sind gefüllt mit vielen Bienen, Nektar, Pollen und Brut. So aus der Nähe habe ich das noch nie gesehen und freue mich über dieses Erlebnis.

Und noch eine Besonderheit hat H. Celebi zu bieten: mitten in seinen Bienenvölkern stehen diese Personen:

Zugegeben, links und rechts sind es Schaufensterpuppen und Herr Celebi hat mich für dieses Photo in ihre Mitte gestellt. Übrigens dürfte dieses das erste Photo mit mir selber als bewusstes Motiv sein, dass im gesamten Bienenblog erschienen ist. Aber darum geht es nicht. Ich zeige hier ein Detail:

Auf der linken Brust befindet sich ein Einflugloch mit kleinem Anflugbrett. Das bedeutet, dieser Mann ist ein Bienenstock! Und so sieht sein Innenleben von hinten aus:

Hier hängen im Wildbau erstellte Waben, auf denen sich Bienen tummeln. Diese Bienen haben den Winter überlebt. Diejenigen der benachbarten weiblichen Schaufensterpuppe leider nicht.

Es ist schon sehr spannend gewesen, Herrn H. Celebi und seine Bienen zu erleben. Für Frankfurter Verhältnisse dürfte er vermutlich einen der größten Imkerbetriebe haben. Er bewirtschaftet dies alles alleine und hat ein unglaubliches Gespür für seine Bienen. Als wir ein Volk öffnen und hineinsehen, sagt er spontan ohne einen Blick in das Volk geworfen zu haben, dieses Volk hat keine Königin. Er hört dies an den Tönen der Bienen. In der Tat fehlte hier eine Königin. Bei anderen Völkern sagt er innerhalb von Millisekunden, ob dieses Volk bereits eine Brut hat oder nicht. Und er hat Recht. Ich hingegen muss bei den Bienen erst einmal gründlich Wabe für Wabe durchsuchen, um dies als gleiches Ergebnis sagen zu können. Dabei geht es noch nicht einmal um die verdeckelte Brut, die relativ leicht zu erkennen ist!

Mein Fazit dieses Besuches: hier kaufe ich in diesem Jahre meine neuen Königinnen! Sollte jemand Interesse haben, Herr Celebi ist über Facebook zu finden.

Sant’Erasmo ist eine Insel in der Lagune von Venedig. Sie ist eine - die (!) - grüne Insel, nämlich das Anbaugebiet, dass die Stadt Venedig mit Gemüse versorgt. Man nennt sie auch die grüne Lunge von Venedig.

Die Fläche von Sant'Erasmo beträgt 3,26 km2. Damit ist sie die größte Insel innerhalb der Lagune. Zum Vergleich: Venedigs Fläche (nur das historische Zentrum) beträgt 5,2 km2 und setzt sich aus mehr als 100 Inseln zusammen.

Während meines Aufenthaltes in Venedig bin ich auf die Insel Sant’Erasmo gefahren und habe dort festgestellt, dass diese Insel voller Bienen ist. Zwei sehr unterschiedliche Typen von Bienen gibt es hier. Der wissenschaftliche und zoologische Name für Biene lautet ja ape.

Das Wetter zum Zeitpunkt meines Besuches war nicht sehr freundlich: der Himmel eher regnerisch bewölkt bei Temperaturen von etwas über zehn Grad. Direkt an der Haltestelle des Vaporettos sind schon die ersten Bienen, ape, zu sehen. Sie stehen ungeordnet am Stationsausgang im Grünen herum.

Beim Durchwandern der Insel entdecke ich immer mehr von ihnen. Einige kommen mir in raschem Tempo entgegen, andere überholen mich schnell. Sie sind dort massenhaft sowohl auf den asphaltierten Straßen, als auch auf den Feldern oder in Hauseinfahrten zu finden und stellen für die wenigen Bewohner und Gemüsebauern das wichtigste Transportmittel dar. Gemeint ist hier natürlich das typische italienische Fahrzeug auf drei Rädern, die Ape von Piaggio. Sie ist übrigens aus der Wespe, zoologisch und italienisch vespa, durch Umbauten hervorgegangen.

Es gibt allerdings auch richtige Bienen. Mitten auf der Insel, fast genau im Zentrum, habe ich einen Imker angetroffen. Er besitzt tatsächlich echte Bienen. Geschätzte 120 bis 130 Völker stehen auf seinem Grundstück. Lange habe ich mich mit Elio Mavaracchio unterhalten. Während ich ihn auf Italienisch frage, antwortet er mir nuschelnd und verwaschen in einer Mischung aus Italienisch und seinem Dialekt, dem Veneziano. Trotzdem schaffen wir beide es, uns vergnügt miteinander zu verständigen.

Seine Bienen sind Carnica-Bienen. Er ist Autodidakt und hat sich das Imkern selber beigebracht. Gut zu wissen: er hat die selben Probleme wie wir in Deutschland. 2021 ist auch für ihn ein schlechtes Ertragsjahr gewesen, auch er hat mit der Varroamilbe zu kämpfen und auch sonst läuft es bei ihm im Bienenjahr wie bei uns.

Jetzt, zum Zeitpunkt meines Besuchs Mitte November 2021, ist er noch dabei, seine Bienen aufzufüttern und Völker zu vereinigen, um für den kommenden Winter starke Bienenvölker zu haben. Er nimmt mich mit in seine Werkstatt. Dort sehe einen mir sehr vertrauten gelben Karton mit der Aufschrift: "Apifonda". Für die Nicht-Imker: das ist die Marke einer süddeutschen Zuckerfabrik, die unter anderem auch Bienenfutterteige zum Auffüttern vor dem Winter herstellt. Wir Imker entnehmen den Bienen im Sommer nahezu ihren gesamten gesammelten Wintervorrat, den Honig. Damit sie in der kalten Jahreszeit nicht verhungern müssen, erhalten sie im Spätsommer ein Ersatzfutter aus Zucker, das sie statt des entnommenen Honigs in ihren Waben einlagern.

Neben Elio Mavaracchio gibt es auf Sant’Erasmo noch einen weiteren Imker. Er vertreibt einen in Venedig bekannten Honig namens Miele del Doge. Dieser Honig stammt sowohl von Sant'Erasmo, aber auch von den Randbezirken der Lagune und besonders von den Barene, den äußerst niedrigen flachen Sumpfinseln der Lagune. Legt man den gewöhnlichen Flugradius einer Biene von drei Kilometern zugrunde, werden die meisten Barene kaum von den auf Sant'Erasmo lebenden Bienen erreicht. Elio Mavaracchio geht mit seinen Bienenvölkern nicht auf Wanderschaft. Das ist ihm zu viel Aufwand. Seinen Honig verkauft er an seiner Haustür beziehungsweise auf seinem Grundstück inmitten der Insel. Auch ohne den Titel des Dogenhonigs kann er sich über mangelnden Absatz nicht beklagen. Beim Abschied schenkt er mir ein Gläschen seines Honigs. Das Glas ähnelt einer Amphore, durch deren Henkel ein rotes Band mit dem Etikett geführt ist.

Nicht weit von Sant'Erasmo entfernt, auf der Insel Certosa gibt es den dritten Imker der Lagune. Ihn werde ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Venedig besuchen.

Besonders in der Zeit vor Weihnachten, der Adventszeit, wird nicht nur bei uns viel gebacken. Eine der möglichen und sehr passenden Zutaten ist Honig, am besten sogar der eigene Honig. Das ist dabei dann bei uns herausgekommen:

Bienenkekse

Was wird hierfür benötigt? Natürlich die passende Ausstechform und der Teig. Das Rezept dazu stammt aus der Dezemberausgabe der Zeitschrift "Bienen und Natur" Nr. 12/2021 und ist ein wenig abgewandelt worden:

80 g Butter

250 g Puderzucker

1 Ei

1 Teelöffel (TL) geriebene Muskatnuss

1 TL gemahlene Nelken

3 gestrichene TL Zimt

375 g Honig

1 Päckchen Backpulver

1/8 Liter Bier

20 g Pottasche

abgeriebene Schale je einer unbehandelten Orange und Zitrone

250 g gemahlene Mandeln

750 g Weizenmehl

250 g Roggenmehl

So geht's:

Pottasche im Bier auflösen.

Butter, Zucker, Puderzucker und das Ei sowie die Gewürze schaumig rühren.

Die im Bier gelöste Pottasche und das Backpulver, die abgeriebenen Schalen der Orange und Zitrone sowie die gemahlenen Mandeln und die Hälfte des Mehls einrühren.

Anschließend das restliche Mehl unterkneten.

Diesen Teig jetzt 24 Stunden bei normaler Raumtemperatur zugedeckt stehen lassen.

Am nächsten Tag den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig dünn ausrollen, dass er etwa 3 bis 4 mm dick ist. Dann mit gewünschten Formen die Kekse ausstechen oder Rechtecke mit dem Messer ausschneiden.

Wir haben diese Form gewählt. Sie erlaubt die entsprechenden Linien im Teig, um die Bienenform darzustellen.

Den Backofen auf etwa 175 bis 180 Grad vorheizen. Die Plätzchen darin dann etwa 8 bis 9 Minuten backen; ggfs die Zeit etwas verlängern oder verkürzen.

Die Kekse können sogleich verzehrt werden. Allerdings schmecken sie noch besser, wenn sie eine Zeit in einer geschlossenen Dose gelagert worden sind.

Dieser Tag, dieses Datum klingt zunächst unspektakulär. Der 7. Dezember ist ein für uns Imker durchaus interessanter tag. Es ist der Tag des Heiligen Ambrosius von Mailand. Er ist der Schutzpatron der Imker. In Österreich ist dieser Tag auch der Tag des Honigs.

In seiner Kindheit und Jugendzeit soll sich, der Legende nach, ein Bienenschwarm auf dem Gesicht des Ambrosius niedergelassen haben. Anschließend sollen die Bienen in den Mund des Kindes gelaufen sein und es mit Honig genährt haben. Dieses ist als ein Wunderzeichen Gottes gesehen worden, das auf eine große Zukunft dieses Kindes hinweisen sollte.

Ambrosius ist der Stadtheilige der Stadt und Gemeinde Mailands. Am 7. Dezember eines jeden Jahres wird seiner in besonderer Weise dort gedacht in der Form der L'inaugurazione, der Eröffnung der Opernsaison in der Mailänder Scala. Im Jahr 2021 wird hierzu die Oper Macbeth von Giuseppe Verdi aufgeführt.

Näheres dazu siehe unter dem Stichwort Ambrosius von Mailand bei Wikipedia. Von dieser Quelle stammt auch ein Teil der Informationen.

Dieses Mal hat es lange gedauert, obwohl die Erntemenge des Jahres 2021 nur sehr gering, um nicht zu sagen: bescheiden, gewesen ist. Auch wenn die Erntemenge einheimischer Honige dieses Jahr sehr knapp und dadurch die Nachfrage groß ist, haben wir unsere Preise nicht erhöht. Wir bleiben auf dem Vorjahresniveau.

Einer der Gründe, weswegen wir so spät dran sind, liegt auch in unseren Etiketten. Etwas umständlich haben wir mit den bisherigen unsere Gläser beklebt, das hat sich jetzt geändert. Unsere Grafikdesignerin hat sich die bisherigen Entwürfe vorgenommen und an moderneres Arbeiten angepasst ohne dabei den Gewährstreifen aufzugeben.

Wer mehr über die Grafikdesignerin und die Druckerei erfahren möchte, hier sind die Links dazu:

ksgrafikdesign.de und honigetiketten.de

So wie oben sehen jetzt unsere Honiggläser aus.

Ab sofort ist die "Eintracht", unsere erste - und in diesem Jahr einzige - Ernte bei uns daheim erhältlich.

Zudem können wir in diesem Jahr zusätzlich noch ein richtiges "Schmankerl" als Rarität anbieten. Wir haben eine kleine Menge eines cremig gerührten Waldhonigs im Programm. Waldhonig ist normalerweise relativ dunkel und flüssig. Dieser hier stammt aus dem Taunus und enthält einen Anteil an Raps. Dadurch sieht er hell aus und schmeckt trotzdem wie ein typischer Waldhonig. Ferner sorgt der Rapsanteil mit seinem recht hohen Traubenzuckergehalt dafür, dass dieser Honig ohne entsprechendes Rühren kristallisiert und hart wird. Das wird durch das Rühren unterbunden. Ein großer Vorteil: dieser Honig fließt nun nicht mehr vom Brot oder Brötchen und tropft nicht herab.

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