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Alle Jahre wieder heißt es nicht nur in einem Weihnachtslied. Alle Jahre wieder kommt auch Weihnachten. So auch in diesem Jahr.

Allen Lesern und Leserinnen des Bienenblogs wünsche ich ein frohes, gesegnetes und gesundes Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr 2024.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 20231224-IMG_1413-2-768x1024.jpg

I wish all readers of the bee blog a happy, blessed and healthy Christmas and a happy new year 2024.

Auguro a tutti i lettori del blog delle api un felice, benedetto e sano Buon Natale e un felice anno nuovo 2024.

(07.12.2023) Derzeit bin ich in Venedig. Während der Besichtigung einer der beiden großen Kirchen dieser Stadt, habe ich zufällig eine Kapelle für den Patron und Schutzheiligen der Bienen und Imker gefunden. Der 7. Dezember ist der Tag, der ihm und damit den Bienen und Imkern gewidmet ist. Mir gefällt, dass es mal ein Tag im Winter ist. Im Frühjahr und Sommer haben wir ja genug zu tun. Da ist es fast schon wohltuend, zu wissen, dass auch im Winter an die Bienen gedacht wird.

Der Schutzheilige, um den es hier geht, ist der Heilige Ambrosius, hier in Italien San Ambrogio genannt. Am 7. Dezember ist er in Mailand zum Bischof ernannt und geweiht worden. Deshalb ist auch dort sein Feiertag, zumal er auch der Schutzheilige und Patron dieser Stadt ist. Ihm zu Ehren wird deshalb traditionell auch immer am 7.12. eines jeden Jahres in Mailand die Opernsaison im Teatro alla Scala (der "Scala") eröffnet. Neben den Imkern ist er auch noch der Schutzheilige der Lebkuchenbäcker und Wachszieher. Ob das wohl damit zusammenhängt, dass in diesen Berufsfeldern Produkte verwendet werden, die von den Bienen stammen? Auch, wenn ich nicht katholisch bin, ist dieses doch für mich ein nettes und schönes Zeichen von Anerkennung und Wertschätzung all dessen, was mit der Imkerei verbunden ist.

Der Heilige Ambrosius in der Kirche Santa Maria delle Frari in Venedig

Wie jeder anständige Heilige hat auch Ambrosius seine Attribute, Gegenstände oder Zeichen, die ihm zugeschrieben werden, um ihn erkenntlich zu machen. Bei ihm sind das ein Bienenkorb, ein Buch und eine Geißel. Zugegebenermaßen kann ich nichts davon hier in der obigen Darstellung entdecken.

Wie kommt es zu seiner Anbindung an die Bienen? Der Legende nach soll er in seiner Kindheit von einem Bienenschwarm heimgesucht worden sein. Die Bienen sollen in seinen Mund gekrochen sein und ihn mit Honig ernährt haben. Eine schöne Legende, aber wer Bienenschwärme kennt, wird da eher wohl ein wenig skeptisch sein.

Nachtrag: der heutige Tag ist in manchen Ländern wie Österreich und Italien zugleich auch der Tag des Honigs.

Das klingt - zugegebenermaßen - ziemlich absurd und ungewöhnlich. Aber es gibt sie tatsächlich die Bienenkörbe an einem Weihnachtsbaum. Eine Freundin und Kollegin hat sie mir geschenkt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um echte Bienenkörbe, sondern um Weihnachtsbaumschmuck in Form von Bienenkörben.

Seit Heiligabend 2022, 24.12.22, hängen sie nun an unseren Weihnachtsbaum und fallen durch ihre ungewöhnliche Form sehr auf.

In diesem Sinne wünsche ich allen Imkern und Nicht-Imkern noch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr!

Die Weihnachtsmarktsaison hat begonnen. Leider gibt es in diesem Jahr auf dem Frankfurter Riedberg keinen klassischen Weihnachtsmarkt, dafür einen kleineren im Stadtteil Kalbach und eine Woche später ein "Weihnachtsflimmern" vor dem Frankfurter Jugendhaus auf dem Riedberg.

In Kalbach sind wir - völlig neu und ungewohnt für uns - in einer alten Turnhalle gewesen, also nicht draußen, sondern drinnen. Veranstalter ist der Sport- und Kulturverein Riedberg gewesen, der uns dort sehr herzlich empfangen und unterstützt hat. Es ist für alle das erste Mal dort gewesen. Insofern liegen keinerlei Erfahrungen vor. Das macht das Ganze natürlich besonders reizvoll und unter den Ausstellern sehr angenehm.

Natürlich haben wir an unserem Stand unsere Honige dabeigehabt, Eintracht und Zwietracht genannt. Matthias hat aus dem dem Entdeckelungswachs anhaftenden Honig Àgua mel gekocht und in Gläser mit portugiesischem Aussehen gefüllt.

Unser Stand in der Alten Turnhalle in Kalbach am 3.12.2022
Àgua mel

Etwas Neues hat es in diesem Jahr bei uns gegeben. Aus unserem vorhandenen Met haben wir den Sommer über einen Essig hergestellt. Auf diesem Weihnachtsmarkt fand dessen Premiere statt. Wir haben ihn Imkeressig getauft.

Unser neuestes Kind: Honig- bzw. Imkeressig mit selbstgeflochtenen Bastbienen

Fast schon typisch für uns, steht auch ein Bienenkorb mit auf dem Standtisch. Er ist ein Hingucker, nicht nur für die Kinder. Vor allem die angeklebten Holzbienen haben es ihnen sehr angetan.

Heute, 11. März 2022, bin ich zu Besuch bei H. Celebi in Frankfurt gewesen. Neben der Autobahn hat er seine Bienen stehen und sich auf die Produktion von Bienenköniginnen spezialisiert. Hierzu züchtet er auch durchaus besondere Königinnen ein. So hat er vor Kurzem zwei Königinnen für 700 € gekauft und in seine Zucht integriert.

Auf den ersten Blick sieht es auf seinem Gelände verwirrend aus. Es müssen weit über 100 Bienenstöcke sein, die hier in Reihen aufgestellt sind, aber zum kleinen Teil auch ungeordnet herumstehen. Daneben entdecke ich an den Rändern noch viele weitere leere Kästen, die er als Begattungskästen nimmt. Beim Nachzählen komme ich auf 122 lebendige Bienenstöcke. Das ist enorm viel.

So weit, so normal.

H. Celebi zeigt mir nach dem Öffnen einer Beute etwas für mich ungewöhnliches: im rechteckigen Rahmen ist ein Kreis mittig eingeflochten. Beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass die Bienen im Wildbau lauter Zellen geschaffen haben, die für Drohnen bestimmt sind.

Auf meine Frage, wozu das dient, erklärt er mir, dass er diese Waben zum Verkauf von Scheibenhonig nimmt. Das ist für mich völlig neu, ich bin begeistert, auch wenn ich selber kein Anhänger dieser Honigsorte bin.

An einer anderen Stelle zeigt er mir etwas, was für unsere moderne Imkerei völlig untypisch geworden ist und heute fast nur noch in der Heide oder in Bienenmuseen anzutreffen ist:

einen Bienenkorb. Ich besitze selbst einen, allerdings nur für Dekorationszwecke. So sieht es darin von innen aus:

Im klassischen Wildbau hängen die Waben herab und sind gefüllt mit vielen Bienen, Nektar, Pollen und Brut. So aus der Nähe habe ich das noch nie gesehen und freue mich über dieses Erlebnis.

Und noch eine Besonderheit hat H. Celebi zu bieten: mitten in seinen Bienenvölkern stehen diese Personen:

Zugegeben, links und rechts sind es Schaufensterpuppen und Herr Celebi hat mich für dieses Photo in ihre Mitte gestellt. Übrigens dürfte dieses das erste Photo mit mir selber als bewusstes Motiv sein, dass im gesamten Bienenblog erschienen ist. Aber darum geht es nicht. Ich zeige hier ein Detail:

Auf der linken Brust befindet sich ein Einflugloch mit kleinem Anflugbrett. Das bedeutet, dieser Mann ist ein Bienenstock! Und so sieht sein Innenleben von hinten aus:

Hier hängen im Wildbau erstellte Waben, auf denen sich Bienen tummeln. Diese Bienen haben den Winter überlebt. Diejenigen der benachbarten weiblichen Schaufensterpuppe leider nicht.

Es ist schon sehr spannend gewesen, Herrn H. Celebi und seine Bienen zu erleben. Für Frankfurter Verhältnisse dürfte er vermutlich einen der größten Imkerbetriebe haben. Er bewirtschaftet dies alles alleine und hat ein unglaubliches Gespür für seine Bienen. Als wir ein Volk öffnen und hineinsehen, sagt er spontan ohne einen Blick in das Volk geworfen zu haben, dieses Volk hat keine Königin. Er hört dies an den Tönen der Bienen. In der Tat fehlte hier eine Königin. Bei anderen Völkern sagt er innerhalb von Millisekunden, ob dieses Volk bereits eine Brut hat oder nicht. Und er hat Recht. Ich hingegen muss bei den Bienen erst einmal gründlich Wabe für Wabe durchsuchen, um dies als gleiches Ergebnis sagen zu können. Dabei geht es noch nicht einmal um die verdeckelte Brut, die relativ leicht zu erkennen ist!

Mein Fazit dieses Besuches: hier kaufe ich in diesem Jahre meine neuen Königinnen! Sollte jemand Interesse haben, Herr Celebi ist über Facebook zu finden.

Dorf Tirol liegt unweit von Meran entfernt. Seine Burg Tyrol gilt als Namensgeber für diese Landschaft. Die Burg Tyrol ist markant und weithin sichtbar.

Burg Tyrol im Bild rechts oben. Lins unterhalb davon die Brunnenburg

In der Brunnenburg liegt unser heutiges Besucherziel: das Landwirtschaftliche Museum Südtirol. Das klingt zunächst wenig spektakulär.

Im Museum werden landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Anhand von Bildern und Videos wird erläutert, wie die Bergbauern mühselig gearbeitet und gelebt haben. Meine ohnehin vorhandene Anerkennung ist dadurch noch gewachsen.

Während des Rundgangs entdeckt Matthias im Außenbereich ein altes Bienenhaus.

Durch die Schlitze sind farbige Beuten zu erkennen. Beim Nähertreten wird deutlich, dass hierin keine Bienen mehr leben. Es ist nur noch ein Museumsstück.

Im Inneren stehen noch ein paar Arbeitsgeräte herum:

Bienenkörbe stehen unter dem Dach
Die alten Beuten werden nicht mehr genutzt
Eine alte Honigschleuder

Mehr als das Gezeigte ist zur Imkerei hier nicht zu sehen.

Das Museum selber wuchert mit dem Namen Ezra Pounds, einem verstorbenen amerikanischen Schriftsteller. Pound hat lange Jahre in Europa gelebt. Er ist ein eifriger Anhänger des faschistischen Gedankenguts gewesen und später deswegen von den Amerikanern verurteilt worden. Nach seiner Entlassung ist er zu seiner Tochter Mary gezogen, die mit dem damaligen Burgherrn Boris de Rachewiltz verheiratet gewesen ist. In der Burg wird an verschiedenen Stellen auf Pound hingewiesen. Die durchaus sehenswerten Videos zum Thema der Landwirtschaft sind von Siegfried de Rachewiltz, einem Enkel Ezra Pounds, gedreht worden.

Während eines Spazierganges in der Weinstadt Tramin in Südtirol haben wir das Hinweisschild "Vereinsbienenstand" entdeckt und sind, neugierig geworden, diesem Wegweiser gefolgt.

Neben einem Altenheim führt ein Fußweg bergan. Plötzlich taucht das Schild auf:

Wegweiser Vereinsbienenstand in Tramin

Wir queren eine kleine Wiese und stehen vor einem mannshohen Insektenhotel. Klasse, so soll es ja auch sein, dass wir Imker uns auch um die Belange der Wildbienen und anderer Insekten kümmern!

Insektenhotel in Tramin

Eine Schulklasse hat dieses Hotel im Jahre 2011 hier etwas unterhalb des Bienenstandes errichtet.

Nur wenige Meter und Höhenmeter entfernt steht der eigentliche Vereinsbienenstand. Hangabwärts gewandt sind die Flugöffnungen mehrerer Bienenstöcke zu erkennen.

Vereinsbienenstand in Tramin
Eingang Vereinsbienenstand in Tramin

Mehrere von ihnen sind auf der Vorderseite bemalt. Ein Teil der Motive dürfte vielen bekannt vorkommen.

Bienen Maja und Willi als Frontbemalung
Frontbemalung
Frontbemalung

Auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite steht neben klassischen Magazinbeuten auch ein Bienenkorb.

verschiedene Beuten und ein Bienenkorb

Vor dem Bienenhaus steht übrigens noch eine kleine imkerliche Besonderheit: eine Klotzbeute. Das ist ein ausgehöhlter Baumstamm, in dem ein Bienenvolk leben kann. Das ist eine der ganz alten Formen der mitteleuropäischen Form der Bienenhaltung, der Zeidlerei.

Klotzbeute auf dem Gelände des Vereinsbienenstandes in Tramin

Im Eingangsbereich finde ich etwas wieder, was mir schon im letzten Jahr im Valle Maira an Bienenständen aufgefallen war: es scheint in Italien so etwas wie eine zentrale Registrierung der Bienenstände zu geben. Die Datenbank heißt Anagrafe Apistica. In ihr werden zentral die Imkereien, Imkernamen und die Geodaten der Bienenstände gespeichert.

Etwas oberhalb des Vereinshauses steht eine Bienentränke, die auf den ersten Blick eher wie ein hier häufig anzutreffender Brunnen in einem ausgehöhlten Baumstamm aussieht. Die Überraschung schwimmt auf der Wasseroberfläche. Hier hat sich jemand wirklich gute Gedanken und ans Werk gemacht: es ist ein schwimmendes Brett, in das kreuzförmige Vertiefungen eingefräst sind. So können die Bienen auf dem Brett landen und in den "Kanälen" Wasser zu sich nehmen. Eine einfache und hervorragende Idee!

Bienentränke

Von außen betrachtet, scheint hier in diesem Vereinsbienenstand eine vielfältige und abwechslungsreiche Art der Bienenhaltung vorgeführt zu werden. So, wie es auf einem guten Lehrbienenstand ja auch sein sollte.

Bei den Recherchen zu einem anderen Thema bin ich im April 2019 im Internet auf das Wort Bienenkorbglocken gestoßen. Neugierig geworden, habe ich hier weiter gesucht und vieles dazu gefunden, das ich nicht vorenthalten möchte. Schließlich soll dieses Blog ja auch über den Tellerrand hinausschauen und sich auch kulturell mit allem beschäftigen, das mit Bienen zu tun hat.

Der Name lässt es vermuten: die Glocken ähneln in ihrer Form einem Bienenkorb. Diese Glockenform stellt mit den ältesten Typ von Glocken dar. Sie wird in der Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert verwendet. Später wird sie von der Zuckerhutglocke und noch später von der Gotischen Rippe abgelöst.

Bienenkorbglocken werden gelegentlich auch karolingische oder salische Glocken genannt. Wer noch von seiner Schulzeit her einigermaßen geschichtlich bewandert ist, dem fallen hierzu sofort die Epochen deutscher Könige und Kaiser ein.

Kennzeichen der Bienenkorbglocken ist ihre Herstellungsweise: auf einen Kern aus Lehm wird die Form der Glocke mit Wachs aufgetragen und passend modelliert. Hierüber wird eine weitere Schicht aus Lehm aufgebaut. Anschließend wird diese Form gebrannt. Der Lehm erhärtet. Das verwendete Wachs schmilzt und hinterlässt einen Hohlraum. In diesen wird die flüssige Bronze gegossen. Nach dem Erkalten muss der Lehm zerschlagen werden, um die bronzene Glocke vom Kern abzuheben. Dieses Prinzip kennt man künstlerisch heute noch und spricht dabei vom Prinzip der verlorenen Form. Damit ist jeder so hergestellte Gegenstand ein Unikat.

Die Wand einer Bienenkorbglocke besitzt überall die gleiche Stärke. Hierdurch sind die Teiltöne etwas unharmonisch und sie besitzt keinen eindeutigen Schlagton wie die späteren Glocken.

Insgesamt sind Bienenkorbglocken selten geworden. Etwa 20 Exemplare gibt es in Deutschland noch. Die älteste Glocke dieser Art nördlich der Alpen befindet sich in Haithabu bei Schleswig.

Sie wurde erst 1978 bei Ausgrabungen entdeckt und befindet sich heute im Wikingermuseum. Eine 29 kg schwere Kopie hängt im Glockenmuseum Herrenberg.

Die Lullusglocke hängt in Bad Hersfeld in der Stiftsruine. Hier ist die Bienenkorbform besonders gut zu erkennen, weil der untere Rand nicht sonderlich verbreitert ist.

So klingt sie, die Lullusglocke, als älteste gegossene und erhalten gebliebene Glocke Deutschlands:

Im Bamberger Dom hängt die Kunigundenglocke, etwa von 1185 n.Chr. Sie ist die schwerste aller Bienenkorbglocken, wiegt 3450 kg und wird heute noch geläutet. Auf Youtube habe ich dazu etwas gefunden:

Kunigundenglocke im Bamberger Dom

So sieht die Kunigundenglocke im Ruhezustand aus.

Inzwischen gibt es auch wieder moderne Bienenkorbglocken. Das Kaufhaus Manufactum hat welche in seinem Programm. Um Rechtsstreigikeiten mit dem Urheberrecht zu vermeiden, setze ich hier den Link zu der entsprechenden Katalogseite ein:

Manufactum Bienenkorbglocke

Sehenswert ist auch dieser folgende Link vom Glockenladen in Berlin.

Glockenladen Berlin

Für Interessierte: es gibt in Deutschland durchaus einige Glockenmuseen. hier eine kleine, sicher unvollständige Auswahl:

Glockenmuseum Herrenberg

Glockenmuseum / Glockenwelt Burg Greifenstein

Deutsches Glockenmuseum

Glockenmuseum Laucha

Heute waren wir im Etschtal in Lana und haben dort das Südtiroler Obstbaumuseum besucht.

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Dort gibt es vielerlei über die Südtiroler Landwirtschaft und besonders den Obstanbau zu erfahren. Spannend für mich: wir gingen durch die Museumsanlage und folgten dem Schild:

IMG_9549-SOM-Lana

Was fanden wir dort am Eingang vor?

So etwas:

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Honigschleuder, Bienenkorb und rechts unten: Bienenstock

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Bienenstock (li.) und Wachspresse für Mittelwände

Spannend! Hier wird nämlich demonstriert, welche wichtige Bedeutung die Bienen und die Imkerei für den Obstanbau haben. Obstbäume sind Fremdbestäuber. Ohne die Hilfe von Bienen wären sie nicht in der Lage bestäubt zu werden und Früchte anzusetzen.

20. Oktober 2014

Bereits vor geraumer Zeit habe ich gehört, dass es inzwischen im Hessenpark einen historischen Bienenstand geben solle. Auf der Webseite des Hessenparks stand darüber allerdings recht wenig. Freunde erzählten mehrmals davon, doch zu einem gemeinsamen Besuch kam es leider nicht.

Heute sind wir dort gewesen. Das Areal im Hessenpark ist in mehrere Baugruppen aufgeteilt, die sich nach der geographischen Herkunft richten. In der Baugruppe Rhein-Main sind wir fündig geworden. Zwei alte Bienenhäuser stehen dort. Sie sind sehr unterschiedlich, allein schon von ihrer Größe her.

 

Die obige Abbildung zeigt einen alten Bienenstand mit acht Hinterbehandlungsbeuten, deren Fluglöcher vorne zu erkennen sind. Auf allen Seiten außer der Vorderseite begrenzen lauter Latten oder Streben aus Holz den Innenraum. Sie schließen nicht bündig ab, so dass der Bau im Grunde nach hinten und seitwärts offen ist. Durch die Zwischenräume lässt es sich gut ins Innere sehen und Photos machen.

Das obere Bild zeigt die untere, das untere Bild die obere Reihe der Hinterbehandlungsbeuten. Sie werden von hinten, der Rückseite, wie ein Schrank geöffnet. Dadurch ist eine Übersicht wie in den modernen Oberbehandlungsbeuten nicht gegeben.

Wesentlich größer und dadurch imponierender ist das zweite Haus. Es bietet Platz für 36 Beuten. Damit die Bienen sich nicht verfliegen, sind die einzelnen Beuten unterschiedlich farblich markiert. Das Haus stand früher in Mammolsheim und gehörte später dem Institut für Bienenkunde. Nach einer Translokation des Hauses wurde es auf ein festes Fundament gestellt. Das stehende Wasser sog sich allerdings in die Balken und so begann es zu faulen. Das Institut übergab es dem Hessenpark. Der Bau wurde abgeschlagen und in Einzelteilen zu seinem neuen Standort gebracht, dort gelagert und nach dem Wiederaufbau vor zwei Jahren der Öffentlichkeit übergeben. Die verfaulten Wände mussten natürlich ausgetauscht werden.

 

 

In seinem Inneren birgt das Bienenhaus ein kleines Museum. Auf der Fluglochseite stehen viele unterschiedliche Beuten und Körbe während an der gegenüberliegenden Wand imkerliche Arbeitsgeräte aufgestellt sind. Mein erster Eindruck war, dass sich gegenüber der heutigen Art Bienen zu halten nichts mehr wesentlich geändert hat.

Das Ungewöhnliche an dieser Beute ist für mich das Gitter und der Futterballon aus Glas auf der Oberseite. Sie zeigen, dass diese Beute sicher nicht im Freien aufgestellt worden ist, sondern im Inneren eines Bienenhauses.

Historisch gesehen waren die Bienenkörbe die ersten Formen von Behältnissen außerhalb der ausgehöhlten Baumstämme. Durch die Körbe wurde es möglich mit Bienen zu einzelnen Trachten zu wandern. Bienenkörbe üben bis heute eine starke Faszination aus. Sie sind zugleich ein klassisches Symbol für die Imkerei. Nicht umsonst hatte die Sparkasse von 1822 in Frankfurt den Bienenkorb zum hauseigenen Logo gemacht und ihre Verwaltung im Haus zum Bienenkorb etabliert. Heute sind die Körbe weitgehend verschwunden. In der Heideimkerei sind sie allerdings nach wie vor stark vertreten.

Oben sind zwei Lüneburger Stülper zu sehen, im Stand und liegend. Die eingezogenen Spangen (Speilen) ermöglichen einen etwas weniger wilden und gelenkten Wabenbau. Dieser Korb stammt etwa von 1900 und wurde im Raum Gießen verwendet. Eine andere Form ist der folgende fränkisch-hessische Kugelstülper.Er besitzt einen Untersatzkasten,stammt ebenfalls aus der Zeit um 1900 und wurde im Marburger Raum genutzt.

 

 

Die Körbe müssen nicht immer rund sein. Es gibt sie auch in eckiger Bauweise wie das folgende Bild eines liegenden Stülpers zeigt. Auch dieser Korb stammt aus der Zeit um 1900.

 

Spannend war für mich der folgende Kanitz-Korb. Er hat auf seiner Unterseite ein Wandertuch und gilt als Vorläufer der Magazinbeute. Dieser Korb stammt von etwa 1950 und wurde bis 2010 noch in Hermannsburg genutzt. Der Kanitzkorb ist aus Stroh und in Magazinform. Auf dem folgenden Videoclip von Youtube sieht man, wie er aus seinem Regal geholt und geöffnet wird, damit der Honig geerntet werden kann. Nebenbei sieht man hier auch noch ein anderes Relikt: die Dathe-Pfeife. Sie ist der Vorläufer unseres heutigen Smokers und dient der Raucherzeugung. Dazu bläst der Imker in die Pfeife hinein, damit der Rauch an der gegenseitigen Düse entweichen kann.

 http://www.youtube.com/watch?v=ApAxBMQRp94

Auf der gegenüberliegenden Innenseite des Bienenhauses sind mehrere imkerliche Arbeitsgeräte ausgestellt. Den Anfang machen zwei Honigschleudern:

 

Die untere Schleuder ist eine Tangentialschleuder um 1920, die in Neuhof genutzt worden ist. Die obere stammt etwa von 1930 von der Firma Carl Buss aus Wetzlar.

Das Auffüttern zum Winter ist etwas lange Praktiziertes. Die Galerie der aufgestellten Glasballons zeigt dies deutlich. Auf der weiter oben dargestellten Zanderbeute sieht man den Ballon, wie er im Deckel eingesetzt worden ist.

 

Zur Vermehrung der einzelnen Bienen und damit zur Vermehrung eines gesamten Volkes ist die Nachzucht von Königinnen unerlässlich. Bei einem Blick in eine Schauvitrine erkennt man die dazu notwendigen Hilfsmittel wie links ein Begattungskästchen aus Kunststoff, rechts oben einen Zuchtkalender für die planmäßige Abfolge der einzelnen Schritte, in der Mitte Zeichengeräte, um die Königin zu kennzeichnen.

Alles in allem: auch wenn die Ausstellungsfläche nur klein ist, es lohnt sich unbedingt ein Besuch bei diesem Schatzkästchen vor den Frankfurter Toren. Die URL lautet http://www.hessenpark.de, die Tageskarte kostet 8 €.

Oberhalb von Bozen liegt in Wolfsgruben der Plattnerhof. In dessen altem und restaurierten Haus befindet sich heute ein Bienenmuseum. Die Besitzerfamilie hatte über mehrere Jahre hinweg alte Bienenstöcke und Bienenkörbe gesammelt, dazu jene Utensilien und Hilfsmittel, die auch heute noch in der modernen Imkerei benötigt werden.  

Eingang zum Museum

Der Plattnerhof – Bienenmuseum in Oberbozen

Das Museum besteht aus dem restaurierten Gebäude des ehemaligen Plattnerhofes und einem Bienenlehrpfad. Letzterer beginnt und endet vor der Eingangstür des Plattnerhofes. Das Hausinnere enthält im Erdgeschoß weitgehend die Einrichtung des früheren Anwesens. In einzelnen Räumen gibt es Schautafeln und Ausstellungsobjekte zum Thema Honig, Imkerei sowie eine gläserne Schaubeute, deren Flugloch nach draußen zeigt.

  Eine Schautafel zeigt die Definition von Honig der früheren Europäischen Gemeinschaft (EG), aus der später die EU geworden ist:

"Honig ist die Substanz,

deren Grundlage der Nektar und andere zuckerhaltige Lösungen sind,

welche die Bienen auf den Pflanzen sammeln,

durch körpereigene Stoffe bereichern,

sie dort umbilden,

in Waben ablegen und reifen lassen."

Im Untergeschoß imponiert eine große Zahl von sehr verschiedenen Beuten und Beutentypen aus der Vergangenheit.

Das System der Magazinbeuten wie sie heute verwendet werden, zeigt sich hier bereits in frühen Anfängen. Eine Beute sieht aus wie eine zusammengehaltene Zieharmonika. Sie stammt aus der Schweiz. Durch Einsätze ist sie erweiterbar. Die Einsätze werden wie in einem Schraubstock zusammengehalten. Erfinder dieses Systems war ein Herr Hubert.

      Viele der Holzbeuten waren vorne am Flugloch mit religiösen Motiven bemalt. Hierzu erzähle ich im Teil 2 dieses Beitrags ein wenig mehr.                          

Hier sind verschiedene Holzbeuten ausgestellt. Die Fluglöcher zeigen nach vorne zum Betrachter. Oben rechts steht die variable Magazinbeute von Herrn Hubert. Auf dem Tisch liegt eine Presse zur Herstellung von Mittelwänden.

In dieser Beute ist Platz für vier Völker. Damit die Bienen unterscheiden können zu welchem Volk sie gehören, sind ihre Fluglöcher farbig markiert worden.

Schwer zu erraten, dass diese Beuten aus der Schweiz stammen.

Rudolf Steiner bestimmte, dass in anthroposophisch orientierten Beuten eine Mischung aus Holz und Stroh die Wände bilden sollten.

Böse und niederträchtige Menschen gab es schon immer. Honigraub galt zwar als Frevel und wurde schwer bestraft, fand dessen ungeachtet trotzdem statt. Um ihn einzudämmen, wurde als Diebstahlsicherung ein Bügelverschluß über dem Deckel angebracht.

Ein anderer Schwerpunkt sind die Korbbeuten, auch Bienenkörbe oder nur Körbe genannt. Sehr verschiedene Formen und Typen sind im Hause ausgestellt.         Diese hier sind fast wie die Zargen der modernen Magazinimkerei zu verstehen. Je nach Situation können die Körbe vergrößert oder verkleinert werden.   Zusätzlich gibt es im Keller noch die Möglichkeiten der Filmvorführungen. Wir hatten mehrere Filme zum Imkern gesehen. Sie sind hochinteressant, erzählen allerdings die Wirklichkeit in den Bergen mit ihren doch ein wenig anderen Bedingungen. Lohnenswert sind die Filme auf alle Fälle. Mein Respekt und meine Wertschätzung für die alpinen Imker sind dadurch erheblich gestiegen.   Im Erdgeschoß gibt es eine kleine Infoecke. In ihr ist dieses Schnittmodell eine Biene ausgestellt. Sehr beeindruckend für mich ist hierbei die Honigblase oder der Honigmagen. Er enthält eine Art Ventilverschluß zum nachfolgenden Darm. In dieser Blase bzw. dem Magen sammeln die Bienen den Nektar. Zurück im Bienenstock geben sie ihn an die Stockbienen weiter, die ihn dann in mehreren Etappen in die Waben einlagern (siehe auch die Honigdefinition der EG weiter oben). Selten habe ich ein so anschauliches Modell gesehen.  

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