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Beim Spazierengehen in dem Bereich zwischen Oberursel und Frankfurt am Main haben wir neben dem Weg einen kleinen Bienenstand entdeckt. Auf früheren Spaziergängen gab es ihn noch nicht. Er muss also relativ neu sein.

Mehreres ist an diesem Stand auffällig: alle Beuten sind dunkelbraun gestrichen; alle Beuten sind mit jeweils einem Spanngurt zusammengehalten und damit gegen einen möglichen Sturm gesichert; die Flugöffnungen sind wechselnd rot und gelb; die Einfluglöcher sind wintergerecht deutlich verkleinert.

Beim Blick von der Seite erklärt sich manches:

Dieser Bienenstand gehört zum Bieneninstitut Oberursel. Dieses Institut ist 1937 gegründet worden und heute ein Teil der Goethe-Universität Frankfurt. Schwerpunkt der Forschung dort ist die Neurobiologie und das Verhalten der Bienen.

Das könnte auch etwas anderes erklären:

Das Bild zeigt einen Regenmesser. Ein Kabel führt von ihm zum Bienenstock. Eingehender habe ich die Technik vor Ort nicht untersucht, das geht mich als Außenstehenden und Nichteigentümer ja auch nichts an. Bei den Beuten mit den roten Flugöffnungen ist ganz unten deutlich je eine hölzerne Platte zu erkennen, auf der die gesamte Beute steht. Dieses ist eine Stockwaage. Indirekt lässt sich über das von ihr in definierten Abständen ermittelte Gewicht eine Menge an Informationen über den Zustand des Bienenvolkes erfahren. Meistens sind im Inneren noch weitere Messfühler für die Temperatur und Luftfeuchtigkeit angebracht. Die erhobenen Daten werden dann in regelmäßigen Abständen an das Institut gesendet und dort ausgewertet.

25.7.2020 Wir wandern heute auf Teilen des Rheinhöhenweges im Rheingau.

In der Nähe von Hausen probiere ich neue Teile meiner Photoausrüstung aus und entdecke dabei zufällig eine fast mannshohe blühende Distel. Auf ihren Blüten tummeln sich vor allem Hummeln.

Neben dem Wanderweg in der Nähe der Hallgarter Zange entdecke ich plötzlich vier Bienenstöcke.

Auf äußerst linken Seitenwand ist vorbildlich ein Schild mit dem Namen der Besitzer und dem Gesundheitszeugnis der Bienen angebracht. Es handelt sich um eine Imkerei aus Wiesbaden, die hier im Wald ihre Beuten aufgestellt haben.

Ein Bienenstock fällt hierbei besonders auf.

Er steht auf einer sogenannten Stockwaage. Mit ihr wird kontinuierlich das Gewicht der gesamten Beute gemessen. Das Gewicht wird regelmäßig an die Besitzer per Funk übermittelt. Dadurch kann über die Entfernung hinweg stetig der Nektareintrag im Volk gemessen werden. Gleichzeitig ist dies auch eine Form von Diebstahlsicherung.

Der Aufbau auf dem Deckel verrät noch mehr.

Als schmaler horizontaler Strich nur zu erkennen, liegt eine etwa smartphonegroße Photovoltaikzelle. Sie stellt die Energiequelle für dieses System dar.

Das graue Plastikgehäuse ist ein Regenmesser. Es würde mich nicht wundern, wenn im Inneres des Bienenstocks sich noch weitere Messinstrumente befinden. Neben einem Temperatursensor wäre ein Feuchtigkeitsmesser und sogar eine Infrarotkamera möglich. Forschungsinstitut statten ihre Bienenstöcke häufig so aus.

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