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Als ich am Abend des 18. Mai nach 21 Uhr  heimgekommen bin, wurde ich von Matthias mit der Nachricht empfangen, er habe einen Schwarm gefangen und wir müssten noch einmal losfahren, um ihn einzuschlagen. Erst dachte ich, er würde scherzen. Aber dann erzählte Matthias, dass neben den U-Bahn-Gleisen der U8/U9 auf dem Riedberg in Kniehöhe ein kleiner Schwarm hing auf den er telephonisch aufmerksam gemacht worden sei. Ausgerüstet nur mit unserer Plastikkiste hat er ihn dort hinein geschlagen.

Nachdem ich eine Beute entsprechend vorbereitet hatte (Bodenteil, eine Leerzarge und Deckel), fuhren wir los. Die Kiste stand neben den Gleisen und der Schwarm darin war als solcher zu erkennen, aber er war sehr klein. Ein paar restliche Bienen des Schwarmes hatten sich an einem kleinen Zweig gesammelt. Diese Traube war knapp faustgroß und wurde zu den anderen in die Kiste geschlagen.

Den gesamten Schwarm habe ich dann wie gehabt in die Leerzarge gekippt. Für mich hat sich an der Menge der Bienen gezeigt, dass dieses ein sehr kleiner Schwarm war, ein Schwärmchen, ein Schwarmolino. Vermutlich dürfte es sich hierbei um den Nachschwarm eines zuvor abgegangenen größeren Bienenschwarmes gehandelt haben.

Gemeinsam haben wir die verschlossene Beute auf die Streuobstwiese getragen und dort aufgestellt. Nachdem die Bienen einen Tag lang in "Dunkelhaft" verbracht haben, um sich einzuleben und zu beruhigen, werden Mittelwände aufgesetzt, damit sie darin ihr endgültiges Nest bauen können. Erste Wachsspuren waren übrigens bereits in der Plastikkiste von ihnen zu erkennen. Hier zeigt sich wieder einmal, dass Bienenschwärme unglaublich baufreudig sind.

 

 

Beim heutigen Beekeeping beziehungsweise dem Öffentlichen Imkern haben wir bei drei Völkern vorzeitig eine Behandlung gegen die Varroamilbe unternommen. Bei zwei Völkern handelt es sich um eingefangene Schwärme, das dritte Volk ist der verbliebene Rest eines abgeschwärmten Volkes. Von allen drei Völkern ist in diesem Jahr nicht von einer Honigernte auszugehen. Aus diesem Grunde ist es möglich, bereits jetzt mit einer sehr frühgen Behandlung gegen die Milben anzufangen. Dadurch verhindere ich das frühzeitige Einnisten von Milben und ermögliche es so dem Volk, groß und stark zu werden.

Klassisch nimmt man hierfür 15-prozentige Milchsäure. Sie kann in jedem Brutstadium auf die Bienen gesprüht werden. Dazu werden die einzelnen Rahmen aus der Zarge gezogen und von beiden Seiten eingesprüht. Es gibt Imker, die das mehrfach wiederholen. Wir machen das jetzt nur einmal. Im Juli erfolgt als weitere klassische Behandlung die Behandlung mit Ameisensäure.

Im folgenden Video wird die Milchsäurebehandlung an einem Schwarm demonstriert, den wir vor acht Tagen gefangen haben. Vor einer Woche wurde er aus der Leerzarge auf Mittelwände umgesetzt. Dabei hatte ich vergessen, eine Schutzfolie auf die Rahmenoberkanten zu legen. Die Bienen haben das Versäumnis sofort ausgenutzt und am Deckel erheblichen Wildbau betrieben, den wir dann entfernt haben.

Eigener Wachskreislauf. Das klingt zunächst einmal toll. Man muss kein fremdes Wachs in Form von Mittelwänden kaufen, sondern verwertet  das Wachs der eigenen Bienen dazu.

Ich habe derlei Überlegungen zum eigenen Wachskreislauf von mehreren Imkern gehört. Erstaunlicherweise macht es aber kaum ein Imker.

Selber bin ich auf einem Bienenhegekurs darauf gebracht worden. Eine der einfachsten und biologischsten Behandlungsweisen gegen die Varroamilbe ist es, im Volk sogenannte Drohnen- beziehungsweise Baurahmen einzusetzen. Im Frühjahr  herrscht im Brutnest Hochbetrieb. Deshalb empfiehlt es sich, diese Betriebsweise in dieser Zeit durchzuführen.

Dazu werden als zweiter und vorletzter Rahmen in einer Zarge die entsprechenden Drohnenrahmen eingesetzt. Unsere Zargen sind für zehn Rahmen eingerichtet. Dementsprechend werden die Baurahmen bei der Zählweise von links nach rechts in die Positionen 2 und 9 gehängt.  Mittelwände werden vorher nicht eingelötet. Es empfiehlt sich sogar die Spanndrähte zu entfernen. In diesen leeren Rahmen bauen die Bienen fast ausschließlich die etwas größeren Drohnenwaben.

Nach dem Bestiften und dem Maden- oder Larvenstadium werden die einzelnen Zellen in typischer Kuppelweise verdeckelt. Bis zur Entwicklung als fertige Bienen und dem Schlupf brauchen die Drohnen von allen Bienenwesen am längsten. Diese relativ lange Phase nutzen die Varroamilben für sich aus, in dem sie in dieser verdeckelten Brut mehr Nachkommen zeugen können. Über die Drohnenbrut steigt die Anzahl der Milben rasant an.

Der Trick ist nun, die verdeckelte Drohnenbrut aus dem Baurahmen zu entfernen und dann auszuschneiden. Wenn keine Spanndrähte mehr vorhanden sind, muss man dazu nur mit einem Messer an den Innenkanten des Baurahmens entlang schneiden und die gesamte Brut fällt als Scheibe heraus. Sofern die Drähte noch verblieben sind, muss man zusätzlich an den Drähten entlang schneiden, um die Brut zu entfernen. Hierbei werden einzelne Zellen und Puppen angeschnitten und zerstört - eine unappetitliche Angelegenheit.

Die entnommene Drohnenbrut ist für Vögel ein willkommener Leckerbissen. Deshalb wird sie von vielen Imkern entsprechend verfüttert. Leider hat dies einen ganz erheblichen Nachteil: die Varroamilben leben noch und können sich weiter verbreiten, doch soll ja die Verbreitung eigentlich eben durch diese Maßnahme verhindert werden. Deshalb friere ich die komplett entnommene Brut im Gefrierschrank ein. Milben und Brut sterben hierbei ab. Ein Vorteil des Einfrierens ist, dass ich auf diese Weise so lange und so viel Brut sammeln kann, bis ich genügend Material zum weiteren Verarbeiten zusammen bekommen habe. Das setzt natürlich voraus, dass im Gefrierschrank oder der Gefriertruhe genügend Platz vorhanden ist.

Sobald ich genügend Material zusammen habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Ziel ist es dabei das erwünschte Wachs von der unerwünschten Brut und den Milben zu trennen. Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 60 bis 62 Grad. Ich verwende für die Trennung einen elektrisch betriebenen Glühwein- oder Einwecktopf mit einem Thermostaten. Den Topf fülle ich zu etwa einem Drittel mit Wasser und lasse es auf 80 bis 90 Grad heiß werden. Bereits während der Aufheizphase stelle ich in den Topf einen Eimer mit den eingefrorenen Drohnen. Am billigsten sind die schwarzen Eimer aus dem Baumarkt, wie sie auch auf fast allen Baustellen zu finden sind. Sie sind preiswert und sehr robust. Sinnvoll ist es, hiervon gleich zwei Stück zu verwenden. Der eine steht wie beschrieben im Topf. Damit sich in diesem Eimer die einzelnen Stoffe trennen können, gieße ich noch Wasser über die Brut. Wie im Wasserbad oder im Simmertopf erhitzt das äußere heiße Wasser das Material im Eimer. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Glühweintopf auf der Innenseite sauber bleibt und für andere Zwecke weiter verwendet werden kann.

Elektrischer Topf und Baueimer.
Elektrischer Topf und Baueimer.
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Tiefgefrorene Drohnenbrut
Gefrorene Brut im Baueimer
Gefrorene Brut im Baueimer
Baueimer und Brut im elektrischen Topf
Baueimer und Brut im elektrischen Topf

Es dauert einige Stunden bis das Wasser heiß geworden ist und den Inhalt des Baueimers indirekt so stark erhitzt hat, dass das Wachs geschmolzen ist. Deshalb ist die Regelung vom einem Thermostaten sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, mit diesen Gerätschaften auf einen Balkon oder in einen abgetrennten Raum zu gehen. Es riecht ziemlich streng!

Ist das Wachs im inneren Eimer geschmolzen, lege ich den zweiten Baueimer mit einem Jutesack aus. In ihn kippe ich die Drohnen und das flüssige Wachs, hebe den Sack an, wringe ihn aus und fange so im zweiten Eimer das Wachs und das ablaufende Wasser auf. Die Drohnen bringe ich in unsere Biomülltonne. Den Eimer mit dem heißen Wachs-Wasser-Gemisch stelle ich anschließend in da heiße Wasser des elektrischen Topfes zurück. Die Heizung kann ich nun ausschalten. Sehr langsam kühlt die Flüssigkeit ab. Das langsame Abkühlen ist wichtig, damit sich enthaltene Trüb- und Feststoffe der Schwerkraft folgend auf dem Boden absetzen können, während das leichtere Wachs oben auf dem Wasser schwimmen kann.

Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer
Goldgelbes Wachs nach dem Abkühlen im Baueimer

Am besten bleibt dieses Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sieht es wie oben gezeigt im Eimer aus. Das Wachs kann ich als feste Platte entnehmen und zwischenlagern, bis genügend Bienenwachs vorhanden ist.

Die eingesetzten Baurahmen sind leer und werden mit dem Wachs ausgebaut, das die Bienen selber ausgeschwitzt haben. Mit anderen Worten: es ist das reinste und beste Wachs überhaupt, frei von Rückständen und Pestiziden. Das macht es so besonders wertvoll.

Wachsplatte nach dem Abkühlen
Wachsplatte nach dem Abkühlen

Die oben abgebildete Platte ist knapp einen halben Zentimeter dick und wiegt gerade einmal 123 Gramm. Das ist leider das frustrierende daran: der Aufwand ist enorm, das Ergebnis gering, wenn auch wertvoll.

Auf diese Weise habe ich in den letzten beiden Jahren zwei Platten gewonnen. Bis genügend Wachs zusammengekommen ist, um es zum Einschmelzen und Umarbeiten in Mittelwände zu bringen, vergehen durchaus Jahre. Arbeits- und Energieaufwand sind dafür sehr hoch. Mein Fazit nach dieser Erkenntnis ist ernüchternd: ich höre damit auf. Lieber kaufe ich Mittelwände aus Bio-Wachs. Das ist bedeutend preiswerter als wenn ich meine eigene Arbeitskraft und Zeit sowie Energiekosten auf das Ergebnis umrechne.

Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen
Wachsplatte nach dem Abkühlen von der Seite aus gesehen

Soviel Glück ist selten:

Als ich am Nachmittag des 8. Mai 2015 auf der Streuobstwiese kam, um auf die Leerzarge eine Zarge mit Mittelwänden aufzusetzen (siehe vorigen Beitrag), hörte ich im Bereich unserer Bienenstöcke ein kräftiges Sausen in der Luft. Bei einem Volk saßen die Bienen draußen vor der Tür und bildeten einen "Bienenbart". Der hörte sich schon sehr lebendig an, erklärte aber das wahrgenommene Brausen nicht allein. Als ich mich dann suchen umschaute, entdeckte ich die Quelle: wenige Meter weiter hing wieder ein Schwarm an einem Ast vor mir. Im Vergleich zum Vortag war er deutlich kleiner.

Bienenschwarm 02/2015 auf dem Riedberg
Bienenschwarm 02/2015 auf dem Riedberg

Er hing recht frei zugänglich in knapp zwei Meter Höhe. Im Durchmesser hatte er vielleicht 40 bis 50 cm Länge und etwa 15 cm Tiefe. Meine Aufsetzpläne habe ich natürlich sofort aufgegeben. Das Fangen des Schwarmes war mir erst einmal wichtiger. Die anderen "Mädels" können ruhig noch ein paar Stunden weiter auf ihre Mittelwände warten. Nach meinem Anruf bei Matthias fuhr ich schnell heim und belud das Auto mit der Bienenschwarm-Ausrüstung wie am Tag zuvor. Matthias kam von seiner Arbeit direkt zur Streuobstwiese.

In bewährter Manier legten wir los: ich hielt die Plastikkiste unter den Schwarm, Matthias schlug mit einem dicken Ast neben ihn, der Schwarm landete wieder nicht ganz vollständig in der Box. Ich verschloss sie, bereitete die Beute vor, wir schlugen den Schwarm dort hinein und verschlossen die Beute. Das offene gelassene Flugloch zeigte zum Restvolk. Wieder hieß es warten bis zur Dämmerung, um den Bienen die Möglichkeit zu geben ihrer Königin in das Beuteninnere zu folgen und abends das Flugloch zu verschließen.

Als ich dann abends kurz vor der Dunkelheit dorthin kam, war es allerdings nicht zu gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte: eine wesentlich kleinere Traube hing erneut am Ast an gleicher Stelle und auf dem Boden hatte sich an einer hölzernen Wand ein weiterer Rest angesammelt. Beim Verschließen des Fluglochs wären diese Bienen wahrscheinlich am nächsten Morgen auf Nimmerwiedersehen fort gewesen.

Restschwarm 02/2015 in der Dunkelheit
Restschwarm 02/2015 in der Dunkelheit
Restbienen auf dem Boden in der Dunkelheit
Restbienen auf dem Boden in der Dunkelheit

Also begann das Spiel von vorne: Schutzkleidung anziehen, den Schwarm in die Kiste schlagen, die Kiste dann aber gleich in die Beute leeren. Das klappte auch alles recht gut. Jedoch gab es eine neue Erfahrung: die "Nachtbienen", die nicht in der Kiste landeten, flogen nicht einfach davon, sondern setzten sich im Dunkeln auf uns ab. Zudem hatte ich dummerweise auch noch die Abkehrbesen vergessen mitzunehmen. Ich ging einfach davon aus, dass alles wieder so einfach wie am Abend zuvor sein würde ...

Mit einem belaubten Zweig entledigten wir uns gegenseitig der Bienen. Es dauerte recht lang und schien erfolgreich gewesen zu sein. Die Kiste ließen wir vor Ort stehen und gingen in der Schutzkleidung zum Auto zurück. Leider folgten uns auch ein paar Bienen nach. Also hieß es am Auto erneut, sich gegenseitig mit einem belaubten Ast die Bienen abzukehren und dann erst der Kleidung zu entledigen. Drei Bienen sahen das anders: sie saßen plötzlich im Auto und keiner von uns wusste wie sie dahinein gekommen sein mögen ... Matthias griff beherzt zum Eiskratzer und tötete eine Biene nach der anderen, nachdem sie das Angebot in die Freiheit zu fliegen nicht angenommen hatten. Bei aller Aufregung: auch hier gab es wiederum keinen einzigen Bienenstich.

Das Aufsetzen der nächsten Zarge mit den Mittelwänden führen wir am Sonntag, 10. Mai 2015 mit den Neu-Imkern durch. Wir sind jetzt beim Schwarm 02/2015 und die Schwarmzeit ist noch nicht beendet.

Am 7. Mai 2015 kam um 16:25 Uhr  eine E-Mail von Markus Schaufler bei uns an mit der Bitte um dringenden Rückruf: auf der Streuobstwiese, auf der unsere Bienen stehen, habe er soeben einen Schwarm entdeckt.

Matthias und ich waren beide zu dieser Zeit noch auf der Arbeit, haben diese daraufhin zügig beendet, um den Schwarm zu fangen.  Weil ich als erster daheim war suchte ich die nötigen Materialien zusammen und verstaute sie im Auto. Auf einen Schwarm-Alarm waren wir bis dahin noch nicht eingerichtet. Nachdem Matthias eingetroffen war, fuhren wir sofort zu "unserer" Streuobstwiese. Markus Schaufler erwartete uns bereits dort und half uns tatkräftig bei den weiteren Arbeiten.

Unsere Schwarm-Alarm-Einsatz-Ausrüstung: eine große Plastikbox mit Deckel, ein hoher Wanderboden, eine Leerzarge und ein Deckel, eine Sprühflasche mit Wasser, Wasservorrat im Kanister, zwei Abkehrbesen, eine kleine Säge, eine Bügelsäge, eine Astschere und unsere Schutzkleidung (glücklicherweise hatte ich mir einen Tag zuvor noch eine Schutzjacke mit aufgesetzter Haube gekauft....)

Nach kurzer Inspektion sahen wir den Schwarm in knapp 3 Metern Höhe in einem Apfelbaum hängen. Während Markus und Matthias das Geäst ein wenig ausschnitten, legte ich zwei 30 cm hohe Steinquader auf den Boden, um so besser an oder direkt unter das Bienenvolk zu gelangen.

Mit einem Wassernebel aus der Sprühflasche überzogen wir die äußeren Hüllbienen des Schwarmes von allen Seiten mit einem dünnen Wasserfilm. Das verhindert ein Auffliegen.

Bienenschwarm 01/2015 am 7.5.2015 im Apfelbaum auf der Streuobstwiese Riedberg
Bienenschwarm 01/2015 am 7.5.2015 im Apfelbaum auf der Streuobstwiese Riedberg

Angetan mit meiner neuen Schutzkleidung stellte ich mich mit der Plastikbox so dicht wie möglich unter die Traube. Matthias schlug mit einem dicken Ast von oben neben den Schwarm. Durch diese Erschütterung löste er sich und ich fing ihn in meiner Box auf. Ein Großteil der Bienen fiel dort hinein, ein kleinerer Teil schwirrte auf und zog umher und setzte sich anschließend auf meiner Kleidung ab. Ein kleiner Rest von Bienen blieb am ursprünglichen Sitz hängen oder sammelte sich dort erneut.

Restschwarm nach dem Abschlagen
Restschwarm nach dem Abschlagen

Die unverschlossene Box stellte ich auf den Boden, Matthias kehrte die Bienen von meiner Kleidung in die Box, die anschließend mit dem Deckel verschlossen wurde. Damit waren die Bienen erst einmal gefangen und konnten nicht mehr fliehen.

Zwei Bienen waren dummerweise in die nicht vollständig verschlossene Kopfhaube meiner Schutzkleidung eingedrungen und schwirrten nun darin umher. Ein wenig ängstlich gingen wir zur Seite und öffneten die Reißverschlüsse der Haube, so dass die beiden gefangenen Bienen entweichen konnten. Insgesamt gab es allerdings keinen einzigen Bienenstich.

Die mitgebrachten Einzelteile der neuen Bienenbeute (Wanderboden, Leerzarge) baute ich danach in Ruhe zusammen auf. Die gefangenen Bienen schlugen oder kippten wir dann in die inzwischen vorbereitete leere Beute und verschlossen sie nach oben mit dem zugehörigen Deckel. Das Flugloch zeigte in Richtung des Baumstammes, wir ließen es bewusst offen. Der Hintergedanke dabei war der, dass sich die Bienen am Pheromonduft ihrer Königin orientieren und ihm folgen würden. Unter der Annahme, dass wir die Königin mit in die Beute gebracht haben, brauchen wir nun nur noch zu warten, bis die übrigen Bienen über das Flugloch in das Beuteninnere gefolgt sind. Dieser Vorgang zieht sich in der Regel über mehrere Stunden bis zur Dämmerung hin.

Allerdings sammelten sich noch viele weitere Bienen am ursprünglichen Sitz des Schwarmes. Wir waren verunsichert und fragten uns, ob wir die Königin auch wirklich eingefangen hätten. Zur Sicherheit wiederholten wir das Abschlagen noch einmal und leerten den Fang sofort in die Beute.

Als es fast dunkel war, bin ich nochmals auf die Streuobstwiese gegangen. Alle Bienen waren verschwunden. Beim Anheben des Deckels hörte ich ein Brausen und wusste nun sicher, dass das Volk in der Beute bei seiner Königin war. Das Flugloch wurde dann von mir verschlossen, damit die Bienen sich erst einmal in der neuen Behausung beruhigen konnten. Es gibt Imker, die die Ansicht vertreten, dass ein so gefangener Schwarm erst einmal zur Beruhigung für drei Tage im kühlen Keller abgestellt werden sollte. Den Bienen schadet diese Prozedur nichts, sie verhungern nicht, weil sie vor dem Abschwärmen sich die Mägen voll gefressen haben und mehrere Tage ohne Futter auskommen können. Wir haben dieses Keller-Abkühl-Verfahren niemals angewendet. Meines Erachtens ist es völlig ausreichend, wenn die Bienen eine Nacht oder einen Tag so zur Ruhe kommen.

Bienenbeute mit dem Schwarm nach Verschluss des Fluglochs am 7.5.2015 um 21:25 Uhr
Bienenbeute mit dem Schwarm nach Verschluss des Fluglochs am 7.5.2015 um 21:25 Uhr

Am nächsten Nachmittag haben wir dann in Schutzausrüstung die Beute geöffnet. Ein großer Teil des Schwarms hing an der Deckelunterseite und hatte bereits die ersten Waben dort gebaut.

Leerzarge mit eingeschlagenem Bienenschwarm
Leerzarge mit eingeschlagenem Bienenschwarm

 

 

Deckelunterseite mit Schwarmbienen und begonnenem Wabenbau
Deckelunterseite mit Schwarmbienen und begonnenem Wabenbau

Auf die Leerzarge vom Tag zuvor haben wir eine mit zehn Mittelwänden ausgestattete zweite Zarge gestellt. In der Mitte hatte ich einen Rahmen mit bereits ausgebauten Waben von der letzten Honigernte positioniert. Unsere Überlegung war dabei die, dass die Königin dann zügiger mit der neuen Eiablage beginnen könne und nicht erst auf die neu ausgebauten Mittelwände warten müsse.

Es ist unglaublich wie schnell ein gefangener Schwarm mit dem Wabenbau vorankommt. Bereits nach wenigen Tagen sind die Mittelwände in der Regel voll zu Waben ausgebaut. Das Flugloch hatte ich natürlich wieder geöffnet. Das Ausschwitzen von Wachs aus den Wachsdrüsen am hinteren Unterleib kostet die Bienen sehr viel Energie und die Vorräte in den Honigmägen sind begrenzt. Also müssen die Bienen die Möglichkeit bekommen Nachschub zu besorgen.

Markus Schaufler hat einen Teil der Aktion mit seinem Smartphone gefilmt. Sobald ich diese Videodatei erhalten habe, werde ich sie hier an dieser Stelle einfügen. Deshalb kann es sich lohnen, in wenigen Tagen erneut auf diesen Beitrag zu schauen.

Als kleinen Dank an Markus habe ich dieses neue Volk "San Marco" genannt. Weil es in diesem Jahr unser erster Schwarm war, bekommt er die Nummer 01/2015. Die Schwarmsaison 2015 ist in vollem Gange. Wer weiß, bei welcher Zahl wir noch landen werden....

 

 

Ende April 2015 haben wir wieder mit unserem öffentlichen Imkern, dem public beekeeping, begonnen. Einer der Gäste, die uns dabei über die Schulter geschaut und teilweise sogar mitgemacht haben, hat mit seiner Kamera Videos davon gedreht. Diese Videos habe ich mit seiner Erlaubnis bei Youtube hochgeladen und stelle sie hier gerne vor.

Vieles tut sich inzwischen an, in und mit unseren Völkern auf dem Riedberg. Bei der Völkerkontrolle am 26.April 2015 waren in einem Volk vermehrte Weiselzellen zu sehen. Sie sahen für mich alt aus. Inzwischen sind wir klüger. Am 1. Mai waren wir  zum Einsäen der Bienenweide auf der Streuobstwiese. Dabei fiel mir auf, dass an diesem Volk relativ wenig Flugbetrieb  herrschte. Um dieses Volk am Schwärmen zu hindern, wollte ich deshalb am 3. Mai mit der Neu-Imkergruppe dort einen Zwischenableger einrichten. Hierbei trennt man durch Umordnen der einzelnen Räume oder Zargen die Flugbienen von der Königin. Etwa nach drei bis vier Wochen würde man das Ganze zurückbauen und so die alte Ordnung wieder herstellen. Das Volk wäre dann nicht abschwärmen, sondern erhalten bleiben. Soweit die Theorie.

Als wir gestern in dieses Volk schauten, um mit den Vorbereitungen für den Zwischenableger zu beginnen, sahen wir sehr schnell, dass dieser nicht mehr nötig sein würde: das Volk war abgeschwärmt. Zurück blieb nur noch ein Rumpfvolk. Wieder einmal habe ich die Zeichen der Bienen nicht rechtzeitig erkannt und wieder war es das gleiche Volk, das sich auch im letzten Jahr durch Schwärmen geteilt hatte. Mit einem konsequenten und raschen Handeln am 26.April 2015 hätten wir das Volk retten können. Nun ist es ausgeflogen und hat ein Restvolk zurückgelassen. Wären wir Bio-Imker, könnten wir stolz sein, denn dieses Verhalten des Abschwärmens ist für die Anerkennung als Bio-Imkerei als natürliche Betriebsweise zwingend vorgeschrieben. Aber wir sind keine Bio-Imker, wenngleich unser Honig natürlich auch biologisch ist.

Fazit: wir müssen die Zeichen früh(er) erkennen und dann schnell und konsequent zu handeln.

Im Restvolk wird der neue Königinnennachwuchs bereits herangezogen. Hier bleibt für uns die Überlegung, ob wir die neue Königin, die ja genetisch aus diesem schwarmfreudigen und wenig sanftmütigen Volk stammt, später gegen eine fremde austauschen, ob wir also umweiseln. Der Vorteil  wäre, dass dadurch neues genetisches Material in das Volk kommen und es seine Lust am Schwärmen verlieren und sanftmütiger könnte.

Bei anderen Völkern haben wir inzwischen Brutableger gemacht. Das Wetter gestern am 3. Mai 2015 war feucht und ein wenig schwül. Das mögen die Bienen in der Regel nicht so gerne und prompt erhielt ich gestern beim Vorbereiten des letzten Ablegers meinen ersten Bienenstich - nicht nur einen, nein, es folgten kurz danach zwei weitere. Der erste Stich ging in die Stirn oberhalb des rechten Auges, der zweite in die linke Wange und der dritte in die Außenkante der rechten Hand. Bis auf die Wange waren das alles Körperstellen mit wenig Weichteilunterlage. Entsprechend schwollen die Einstichstellen auch an:

"Matschauge" nach Bienenstich in die Stirn
"Matschauge" nach Bienenstich in die Stirn

Von der linken Wange zog die Schwellung in die Halsweichteile, die plötzlich dick wurden und mir eine leichte Ähnlichkeit mit dem Kamm eines Puters verschafften. Allerding fehlte die nötige Röte dazu.

Das Bild oben entstand am nächsten Morgen beim Frühstück. Inzwischen ist die Schwellung deutlich rückläufig und juckt nur noch bei Berührungen.

 

Heute, am 8. April 2015, war ich wieder auf der Streuobstwiese, um die gerodete Fläche weiter einzuebnen. Neben diesen Arbeiten war am Mittag ein lautes Gesumme und Gebrumme zu hören. Die Bienen hatten es heute bei dem schönen Wetter besonders eilig auszufliegen und Pollen einzutragen. Mit meiner Kamera habe ich ein paar Photos geschossen. Sie lassen den gewaltigen Betrieb nur erahnen. Schön zu erkennen sind jedoch die Pollenhöschen an den Beinen. Dort sammeln die Bienen den Blütenpollen für den Transport in ihren Stock. Je nach Blüte sieht der Pollen andersfarbig aus.

Betrieb am Flugloch am 8. April 2015
Betrieb am Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch am 8. April 2015

 

Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015
Betrieb vor dem Flugloch des Volkes Nr. 4 am 8. April 2015

Die nächsten Tage soll es deutlich wärmer werden. Für die Bienen bedeutet dies, dass der Brutbetrieb rasant steigt und somit in knapp drei Wochen die Bienenbevölkerungszahlen zu explodieren beginnen.

Für uns als Imker heißt es nun aufzupassen und rechtzeitig die Bruträume zu erweitern oder gar schon die Honigräume aufzusetzen.

Parallel dazu beginnt nun auch die biologische Behandlung gegen die Varroamilben: wir werden in jede Beute sogenannte Baurahmen oder Drohnenrahmen einhängen, die die Bienen für die Brut von Drohnen verwenden. Diese Rahmen sind leer, also ohne Mittelwände. Die Bienen bauen sie mit Drohnenwaben aus, die etwas größer als die von den Mittelwänden vorgegebenen Waben für die weiblichen Bienen sind. In der Drohnenbrut sammeln sich die meisten der Varroamilben. Durch Entfernen der Drohnenbrut halten wir die Milbenzahlen klein.

Ostersonntag erhielten wir verabredeten Besuch: von der Frankfurter Neuen Presse [FNP] kamen Jannis Gollub und Leonard Hamerski. Es sollte einen Artikel über unsere Bienen und uns geben. Bereits im letzten Jahr war Frau Dietermann von der FNP bei uns und beschrieb uns in unseren Anfängen als Imker. Inzwischen ist ein Jahr vergangen ...

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir den Artikel selber nicht in den Blog stellen, wohl aber den Link dorthin. Jannis Gollub hatte ihn uns heute gesendet:

http://m.fnp.de/lokales/frankfurt/Zwei-Maenner-und-acht-Voelker;art675,1341811

 Viel Spaß beim Lesen.

 

Gestern kam endlich der langerwartete Brief mit dem Ergebnis von Sillas Imkerhundeprüfung! Um es kurz zu machen: Sie hat bestanden und ist somit der erste Hund in Deutschland, der sich offiziell Imkerhund nennen darf!

Die Prüfung erfolgte nach den Regularien des Japanischen Hundezüchterverbandes (Nippon Chikuken Renmei -日本畜犬連盟), der sich vorbildlich um die traditionelle japanische Imkerhundeausbildung bemüht.

Diplom Japanischer Imkerhund
Diplom Japanischer Imkerhund

 

Diese Imkerhundeprüfung ist in Deutschland noch so gut wie unbekannt und wurde vor gut vier Wochen von Herrn Inuyama, Vorsitzender der Sparte Imkerhundeausbildung beim obengenannten Verband und selbst Imkerhundehalter in der achten Generation, hier in Frankfurt durchgeführt. Herr Inuyama nutzte dankenswerterweise einen mehrstündigen Zwischenstopp in Frankfurt auf seinem Weg von Belgien zurück in seine japanische Heimat, um bei Silla die Prüfung abzunehmen. Er hatte eigentlich im belgischen Thuin die Féderation Cynologique Internationale besucht, um die ursprünglich japanische Imkerhundeausbildung zu propagieren und sich für ihre internationale Anerkennung stark zu machen.

Die Prüfung, auf die wir uns mit Silla (und natürlich auch Emma, die aber wegen ihrer zu geringen Körpergröße nicht teilnehmen durfte) in den letzten Monaten intensiv vorbereitet hatten, bestand aus:

  • Fährtenarbeit (es wurde eine künstliche Fährte mit Bienenduft aus der Spraydose ausgebracht, der Silla zu folgen hatte; damit soll erreicht werden, daß der Imkerhund innerhalb kürzester Zeit ein geschwärmtes Bienenvolk auffindet, damit der Imker es wieder einfangen kann)
  • Hüten (Silla mußte allein auf Zuruf die vor dem Stock fliegenden Bienen zurück in ihre Beute treiben; hier wird sichergestellt, daß bei plötzlichen Wetterumschwüngen keine Bienen zu Schaden kommen)
  • Gehorsam (Silla mußte vier Minuten vor einer Honigwabe sitzen, ohne diese anzuschlecken, wobei alle Personen mindestens 15 Meter Abstand zu halten hatten; so sollen jederzeit einwandfrei hygienische Zustände bei der Honigproduktion garantiert werden)
  • Schutzdienst (eine fremde Person, die sich den Bienenstöcken näherte, sollte von Silla verbellt werden; diese Übung dient zum Diebstahlschutz - danke auch an den Passanten, der so bereitwillig mitgespielt hat).

 

Silla - erster Imkerhund und erster Sapsaree in Deutschland und Europa
Silla - erster Imkerhund und erster Sapsaree in Deutschland und Europa

 

Interessenten an der Imkerhundeausbildung können uns gerne kontaktieren oder einfach bei einem der nächsten Termine für unser Public Beekeeping vorbeischauen! Neben Informationen zur traditionellen japanischen Imkerhundeausbildung kann Deutschlands erster Imkerhund auch bei der Arbeit bewundert werden!

Heute, 22. März 2015, haben wir die erste Völkerkontrolle durchgeführt.

Unsere verbliebenen neun Völker sind unterschiedlich groß. In allen herrscht ein lebendiges Treiben, auch wenn im Moment die Temperaturen noch niedrig sind.

Bei zwei Völkern wird es sich wohl lohnen zur Sicherheit eine zusätzliche Futterwabe mit einzuhängen, damit die Bienen jetzt nach der Winterpause und voll am Brüten nicht doch noch verhungern müssen.

Ein Volk wird in den nächsten Tagen von der zweizargigen Überwinterung auf eine Zarge eingeengt. Dieses Volk hat sich im oberen Brutraum etabliert während der untere Brutraum leer ist. Durch diese vorübergehende Einengung haben die Bienen in der Brutttraube es leichter: sie müssen nicht unnötiges Raumvolumen mitheizen. Sobald es ihnen in der einen Zarge zu eng wird, wird ein neuer Brutraum oben aufgesetzt.

Verdeckelte Brut ist vorhanden, Larven haben wir gesehen. Das heißt: die Brut ist in vollem Gange und hat begonnen. In wenigen Wochen dürften die Beuten dann wieder so viel Brut erzeugt haben, dass es dann aufzupassen gilt, damit nicht wieder ein Volk abschwärmt.

Auf dem Bodenschieber, der Varroakontrolle oder Windel, lag überall viel Gemüll. Zum Teil waren es tote Varroamilben, aber auch bereits abgeschrotete Wachsedeckel von den ersten geschlüpften Frühjahrsbienen sowie gelber und orangefarbener Pollen. Pollen ist zurzeit für die Aufzucht der wichtigste Stoff. Je mehr Pollen die Bienen eintragen, desto stärker wird das Volk werden.

Die nächste Völkerkontrolle wird an Ostern erfolgen.

Am ersten Frühlingstag 2015 ging es los. Die Aktion Baumstumpfentfernung oder Stubbenentfernung mit einer Bodenfräse hatte zwar nicht geklappt. Aber wir konnten dabei feststellen, dass die Wurzeln der Bäume mit ca. 20 bis 30 cm eher flach unter dem Boden verliefen und kamen dadurch auf den Gedanken, einen Bagger einzusetzen, um die Stümpfe dem Boden zu entreißen.

Markus Schaufler von der IG Riedberg besorgte den Bagger am frühen Morgen, danach ging es gleich los. Als ich selber zur Streuobstwiese kam, war er bereits dort und machte sich die Zufahrt zum Grundstück frei. Gemeinsam montierten wir die kleinste der drei mitgelieferten Schaufeln für die ersten Arbeitsversuche. Nach Erkenntnisgewinn tauschten wir sie später jedoch gegen eine mit drei Zähnen bewehrte Baggerschaufel aus. Das Greifen unter die Baumwurzeln funktionierte damit deutlich besser.

Im ersten Teil des Clips sieht man die allerersten Versuche im Umgang mit dem Bagger, im zweiten Teil lief es bereits wesentlich besser und eingeübter. Auch, wenn es dadurch zügig ging, dauerte es etliche Stunden, bis die Fläche frei war.

Übrig blieb zunächst eine Kraterlandschaft.

Sobald der Boden dieser Kraterlandschaft geglättet ist, kann im April die Aussaat der "Veitshöchheimer Bienenweide" erfolgen. Das ist eine Mischung aus 32 heimischen Pflanzen, die den Bienen besonders reichhaltigen Nektar zu Zeiten anbieten, in denen die nektarproduzierenden Blüten eher knapp sind. Wir schaffen damit nicht nur für Bienen eine freundliche Lebensumgebung. Zur Zusammensetzung der Veitshöchheimer Bienenweide kommt ein eigener Beitrag hier.

Zurzeit kommen die Bienen aus ihrer Winterruhe. Je nach Wetterlage werden wir wieder im März oder spätestens Anfang  April mit den Arbeiten an den Völkern beginnen.

Geplant ist, dass wir dann wieder zum public beekeeping, dem öffentlichen Imkern,  einladen werden.

Diese Termine finden wieder am Sonntagmorgen um 11 Uhr statt. Start wird je nach Witterungslage vermutlich der 22. März 2015 sein. Bei schlechtem Wetter fällt das public bee-keeping aus.

Aller Termine finden Sie im Blog unter der Registerkarte "Kontakt - Termine und Besuche" aufgeführt. Bitte melden Sie sich vorher per eMail dazu bei uns an.

Vor wenigen Tagen, als zum ersten Mal es draußen sonnig und vorfrühlingshaft war, hatte ich unsere Bienenvölker auf mögliche Verluste hin kontrolliert. Von unseren elf Völkern haben zwei Völker den Winter nicht überlebt.

Heute nachmittag hatte ich den ersten Bienenstock eingehend untersucht, um eine mögliche Ursache des Sterbens zu finden. Ich zeige hierzu verschiedene Bilder und am Ende des Beitrages einen Videoclip.

Beute von außen
Beute von außen

Auffällig ist die Ruhe trotz erster Sonnenstrahlen und Betrieb in den anderen Völkern. Oberhalb vom Einflugloch sieht man braune Flecken. Zufall? Ursache des Sterbens?

Wabengassen mit toten Bienen
Wabengassen mit toten Bienen

Nach dem Öffnen des Deckels sieht alles wie im Bilderbuch aus: in der Mitte Bienen aus dem Brutnest oder der Wintertraube, seitlich davon jeweils die Futterwaben, ganz rechts im Bild eine nicht ausgebaute Mittelwand. Nur herrscht hier kein Leben mehr, alle Bienen sind tot.

Wabengassen mit toten Bienen
Wabengassen mit toten Bienen

Ausschnitt aus dem oberen Bild. Eigentlich sieht es auf dem Photo ganz normal aus.

Tote Bienen auf einer Wabe
Tote Bienen auf einer Wabe

Eine herausgenommene Wabe mit unbeweglichen Bienen, die sehr lebendig wirken, aber alle tot sind. Sie haften auf dem Wachs fest.

Zwei Seiten einer Wabengasse mit toten Bienen
Zwei Seiten einer Wabengasse mit toten Bienen

So sieht es zwischen zwei Rahmen in einer Wabengasse aus. Die Wintertraube hat sich in die Mitte verzogen, dem wärmsten Ort in der Beute. So ähnlich sieht später auch das Brutnest aus.

Tote Bienen in den einzelnen Waben
Tote Bienen in den einzelnen Waben

Nach dem Abkehren der toten Bienen sieht man in den einzelnen Waben die Hinterleiber weiterer Bienen herausragen. Vermutlich waren sie auf der Suche nach Futter. Dieser Anblick ist typisch für ein verhungertes Volk.

Waben mit toten Bienen
Waben mit toten Bienen

Im Detail sind die verblieben toten Bienen noch besser zu erkennen. Sie sind auf der Suche nach Futter verhungert.

Leere Bienenwaben aus einem toten Volk
Leere Bienenwaben aus einem toten Volk

Alle übrigen Waben waren leer. Vor dem Winter waren sie noch gefüllt mit Honig. Doch hat diese Menge zum Überleben nicht ausgereicht.

Nachträglich fragen wir uns natürlich wie das geschehen konnte, dass ein Volk von uns verhungern musste. Im Spätsommer haben wir mit Futterteig gut aufgefüttert und waren der Ansicht, dass dieses Volk reichlich Futter zur Verfügung haben müsste, um gut über den Winter zu kommen. Doch scheinen wir hier trotzdem nicht ausreichend genug Futter zur Verfügung gestellt zuhaben. War das Volk einfach zu groß als es in den Winter ging und die nötige Futtermenge dafür dann doch nicht passend gewesen? Gab es vielleicht noch andere Ursachen für das Sterben? Haben die braunen Flecken eine Bedeutung? Wir wissen es (noch) nicht, werden aber gegebenenfalls dazu berichten.

Heute war der erste warme Tag nach dem Winter, die Temperatur stieg auf ein Maximum von 14,5 Grad.

Ich nutzte diese Gelegenheit, um nach den gestrigen ersten Beobachtungen und der Völkerschau mit der ActionCam den Flugbetrieb an den Bienenstöcken zu filmen. Vor den einzelnen Fluglöchern war der Betrieb sehr unterschiedlich. Von fast noch null bis zu äußerst rege reichte die Skala hierbei. Viele Bienen trugen orange- oder gelbfarbene Pollenhöschen. Pollen ist jetzt die erste Eiweißquelle nach dem Winter und dient vor allem der Aufzucht von neuer Brut. Faustregel: je mehr Pollen desto stärker die Brut und damit das Volk.

Den Link zu Youtube habe ich nachfolgend eingefügt:

 

An diesem Wochenende sind die Außentemperaturen das erste Mal wieder deutlich angestiegen und so hoch, dass die Bienen bereits ausgeflogen sind.

Gegen Mittag setzte in den Beuten ein unterschiedlich reges Summen, Brummen und der Flugbetrieb ein. Zu dritt haben wir auf der Streuobstwiese gearbeitet und konnten den Bienen zusehen und zuhören und miterleben, wie sie ihren Reinigungsflug unternommen hatten. Selber hatte ich mehrfach das Gefühl von Regentropfen auf dem Kopf verspürt. Beim Anfassen und Wischen zeigte sich jedoch, dass die Tropfen ockerfarben bis braun waren. Ein klares Indiz: ein "Kotangriff". Die Bienen sind aus ihrer Wintertraube im Stock nun wieder nach außen in die Natur geflogen.

Wie ursprünglich für heute vorgesehen, habe ich neben den Rodungs- und Pflanzarbeiten auf der Streuobstwiese auch nach den Bienenvölkern sehen, um festzustellen wieviele Völker den Winter überlebt haben. Laut Voraussage war mit großen Verlusten zu rechnen.

Von den elf aufgestellten Völkern haben neun den Winter überlebt, zwei Völker sind leider eingegangen. Nach meinen Unterlagen vom Herbst 2014 war ein Volk damals bereits schon recht schwach entwickelt, so dass wir damit rechnen konnten, es würde den Winter nicht überstehen. So war es dann auch.

Das zweite Volk war der im letzten Jahr gezogenen Ableger mit der durch Umlarven gezüchteten Königin. Dieses Volk ist sehr stark in den Winter gegangen, so dass es mich wundert. Schade, das tut mir besonders leid, weil an diesem Ableger schon eine Portion Herzblut hing.

Mit neun Völkern starten wir nun in den Frühling.

Am 1. März 2015 waren wir auf einer Lehrveranstaltung des Frankfurter Imkervereins. Bernhard Jaesch aus Springe bei Hannover, seines Zeichens Gärtner- und Imkermeister, stellte hierbei Pflanzen vor, die besonders für Bienen geeignet sind. Zum Teil blühen sie zu Zeiten, in denen die normale Tracht eher spärlich ist, oder erst spät im Sommer, so dass die Bienen durch sie noch eine biologische Futterquelle für den kommenden Winter finden.

Wir haben für die Streuobstwiese, auf der unsere Bienen stehen, ein paar von den erwähnten Pflanzen gekauft und stellen sie hier vor.

  1. Wilsons Berberitze [Berberis wilsoniae] wird bis 1,50 Meter hoch und blüht im Juli. Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilsons_Berberitze Strauch mit einer Höhe bis zu 1,80 Meter. Hellgelbe Blüten in der Zeit von Juni bis Juli. Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken und frisch.
  2. Schneebeere [Symphoricarpos albus] – bekannt auch als Knallerbsenpflanze Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliche_Schneebeere - Strauch bis zu 2 Meter Höhe, rosa Blüten von Juni bis August, Standort Sonne bis Schatten, trocken.
  3. Blauraute [Perovskia superba] – Link: http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=19943 - Halbstrauch bis zu 1,50 Meter Höhe; blaue Blüten von Juli bis September, Standort kann sonnig und trocken sein.
  4. Bienenbaum / Duftraute [Euodia hupehensis] - Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Samthaarige_Stinkesche - Baum, der bis zu 12 Meter Höhe erreichen kann. Die Blüte geht vom Juli bis zum September, die Hauptblüte ist im August. Die Blüten bestehen aus gelbweißen Dolden ähnlich dem Holunder. Standort: Sonnig, Boden anspruchslos, trocken, frisch. Beste Bienenweide! Zieht magisch viele Insekten an
  5. Immerblühende Mandelweide [Salix continua triandra semperflorens] – Link: http://www.eggert-baumschulen.de/products/de/Laubgehoelze/deutsch-botanisch/M/Salix-triandra-Semperflorens.html Zweimal blühende Strauchweide, als Baum bis zu 7 Meter hoch, Blütezeiten sind April-Mai und Juli bis September. Standort Sonne bis Halbschatten, trocken bis feucht. Blütenfarbe gelb-grün.
  6. Diels Zwergmispel [Cotoneaster dielsianus] – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Diels_Zwergmispel - Strauch bis 2 Meter Höhe, rosa Blüten im Juni und Juli. Aufgrund des intensiven Besuchs von Bienen, Hummeln und Hornissen "hört" ihn geradezu blühen. Ist auch ein Vogelnährgehölz. Standort: sonne und frisch.
  7. Bartblume [Caryopteris clandonensis] "White Surprise" - Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Bartblumen Halbstrauch bis 1,0 Meter Höhe. Blüte September in weiss bis hellblau, ein wertvoller Spätblüher. Benötigt Sonne und einen trockenen Standort. Ist besonders bienenfreundlich. Wird im Frühjahr zurückgeschnitten.
  8. Korea-Berberitze [Berberis koreana], ein Strauch mit einer Höhe bis zu 1,80 Meter. Die Blüten sind gelb und erscheinen im Mai. Die Pflanze benötigt Sonne bis Halbschatten. Der Standort kann trocken bis frisch sein. Die Früchte sind rot, essbar und enthalten sehr viel sehr Vitamin C. Im Herbst erfolgt eine intensive Rotfärbung des Laubes.
  9. Fiederspiere [Sorbaria sorbifolia] – Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirische_Fiederspiere – Strauch bis 3 Meter Höhe, Blüten weiß von Juni bis Juli, Standort Sonne bis Schatten, trocken

 

All diese Maßnahmen machen wir, damit den Bienen auf dem Riedberg in Frankfurt ein optimaler Lebensraum geschaffen werden kann. Die Streuobstwiese, auf der die Bienenvölker stehen, ist über viele Jahre lang verwildert. Alte Luftaufnahmen von Google Earth lassen den ursprünglichen systematischen Aufbau des Grundstücks als Streuobstwiese sehr gut erkennen. Die seinerzeit angepflanzten Bäume stehen dort parallel in zwei Reihen, von Wildwuchs ist dabei nichts zu erkennen. Viele Wildpflanzen haben sich im Lauf der vergangenen Jahre dazwischen gedrängt und bilden teilweise ein dichtes Unterholz. In zwei aufeinander folgenden Wintern haben wir begonnen den Wildwuchs zu entfernen und das Unterholz zu lichten. Als eine Folge war bereits nach dem ersten Schnitt zu erkennen, dass die alten Obstbäume plötzlich vermehrt Früchte getragen haben. Natürlich hatte die Bestäubungsleistung unserer Bienen ebenfalls dazu beigetragen.

Im Winter 2013/14 ging es mit den ersten Arbeiten los. Auf einem kleinen "Versuchsareal" hatte ich im Frühjahr 2014 eine Saatmischung von bienenfreundlichen Pflanzen ausgesät. Die Keimung erfolgte leider erst sehr spät. Die ersten Pflanzen standen zum Ende des Sommers in  Blüte. Überwiegend war es Borretsch.

Nach einem von der IG Riedberg veranstalteten Baumschnittkurs im April 2014 und im Herbst 2014 waren plötzlich bereits Teile des weiter bestehenden Unterholzes verschwunden. Im Januar/Februar 2015 sägte ich dann weitere Stellen frei und schuf so etwas größere zusammenhängende Flächen. Das Holz haben wir in den folgenden Wochen abtransportiert und zu einem Randwall an der Westseite des Grundstückes aufgeschichtet. Dort bleibt es liegen und bildet ein Biotop für heimische Tiere.

 

 

Am 7. März 2015 startete Markus Schaufler von der IG Riedberg den Versuch mit einer Bodenfräse den Boden aufzuarbeiten und die verbliebenen Baumstümpfe zu entfernen. Beides misslang. denn der Vorwärtsantrieb der Fräse war leider defekt. Deshalb mussten wir diese Aktion aufgeben.

Die oben erwähnten Pflanzen habe ich trotzdem schon ausgesetzt. Sie waren abgehärtet und haben nur darauf gewartet in den Boden zu gelangen.

 

 

Freigelegtes Gelände
Freigelegtes Gelände

 

 

Bienenbaum-0327
Bienenbaum - Euodia hupehensis

 

Cotoneaster dielsianus -0334
Cotoneaster dielsianus

 

Perovskia superba-0329
Perovskia superba - Blauraute

 

 Sorbaria sorbifolia - Federspiere

Sorbaria sorbifolia - Fiederspiere

 

Pflanzareal, auf dem im letzten Jahr versuchsweise die Bienenweide ausgesät worden ist.
Pflanzareal, auf dem im letzten Jahr versuchsweise die Bienenweide ausgesät worden ist.

Auf diesem Areal habe ich zwei Berberitzen, zwei Bartblumen und eine Blauraute ausgepflanzt. Sie stehen zwischen zwei Reihen von Bienenbeuten. Das Prinzip der kurzen Wege .... Auch Bienen sind faul.

Der Winter scheint nun doch auf sein Ende zuzugehen. Auf der Streuobstwiese war ich heute Nachmittag gerade mit Holzarbeiten beschäftigt, als ein Vater mit seinen zwei Söhnen kam und fragte, wann die Bienen denn wieder fliegen.

Noch herrscht Ruhe in den Völkern. Wir haben bisher keine Beute geöffnet, um nach dem Überlebensstand zu sehen. Auf den Anflugbrettern liegen teilweise tote Bienen, der sogenannte Totenfall.

Die Winterbienen leben länger als die Frühjahrs- oder Sommerbienen. Im Winter herrscht keine Tracht. Es gibteine Suche nach Pflanzen mit Nektar, der in den Bienenstock transportiert werden soll. Die Winterbienen dienen mehr oder minder dem Fortbestand ihres Volkes. Sie halten im Inneren die Temperatur bei etwa 20 Grad in der Wintertraube, zu der die Bienen sich im Spätherbst mit Beginn der kalten Zeit zusammengezogen haben. In der Beute hängen sie deshalb dicht aufeinander und wärmen sich so gegenseitig.

Die toten Bienen fallen zu Boden und werden zumeist abtransportiert. Wenn es draußen dann doch einmal warm geworden sein sollte, fliegen einige Bienen auch aus. Nicht alle überleben diesen Ausflug, weil es dann für die Bienen doch zu kalt ist und sie wegen Energiemangels erschöpft sterben. Diese Zeit im Bienenjahr ist so etwas wie eine Ruhe vor dem Sturm.

Wenn es jetzt allmählich wieder wärmer wird, fliegen die Bienen als erstes zu ihrem Reinigungsflug aus. Dabei entleeren sie ihre Kotblase und hinterlassen draußen in der Umgebung braune Tröpfchen. Langsam kommt dann wieder Leben in das Volk. Die Königin beginnt mit der Eiablage und zeugt so die neuen Nachkommen. Sobald die Hasel erblüht ist, finden die Bienen ihre ersten Pollenquellen. Pollen ist als Eiweißquelle für die Aufzucht unerlässlich. Je reichlicher er vorhanden ist, desto stärker wird die Eiablage und somit das neue Volk werden. Heute Morgen habe ich übrigens die ersten blühenden Gänseblümchen entdeckt!

Die Aufgabe des Imkers ist es in dieser Zeit dafür zu sorgen, dass die Bienen bald gut brüten und Honig produzieren können. Das heißt, die alten Rahmen und Zargen werden gesäubert, die Absperrgitter gereinigt, Mittelwände in neue Rahmen eingelötet. Lauter Arbeiten der Logistik, von denen man als Nichtimker nur wenig oder gar nichts mitbekommt.

Daneben bereiten wir derzeit noch etwas anderes vor: auf der Streuobstwiese haben wir in den letzten Wochen wildwachsende Bäume und Unterholz gefällt, um den Charakter des Geländes als Streuobstwiese wieder herzustellen, nachdem das Grundstück etwa 15 bis 20 Jahre lang verwildert war. Hierüber kommt demnächst ein eigener Beitrag.

Im März werden wir die erste Völkerkontrolle vornehmen und dabei sehen, welche Völker überlebt haben, welche eventuell zu schwach geworden und welche gestorben sind. Die toten Bienen werden dann aus allen Stöcken beseitigt. Schwache Völker kann man zusammenlegen, damit sie gemeinsam ein starkes Volk bilden. Das aber werden wir erst nach der Beschau sehen und dann entsprechend handeln. Hier im Blog halten wir die Leser auf dem Laufenden.

 

 

In den letzten Wochen hat der Specht – vermutlich der Grünspecht – an unseren Beuten gehämmert und Holzschäden verursacht.

Um zu verhindern, dass er wieder zuschlägt, haben wir unsere Beuten mit Vogelschutznetzen gesichert. Diese Netze sind eher ein Saisonartikel. Also woher sie im Winter bekommen?

Ich habe diverse Baumärkte abgeklappert und bin in Offenbach bei Obi fündig geworden. So schaut es nun zurzeit bei unseren Bienenbeuten aus:

 

 

Am 27. Dezember 2014 ist in Frankfurt der Winter eingebrochen und es hat zu schneien begonnen. Vor der Haustür steht unsere Ape, die italienische Biene. Sie ist inzwischen ein wenig mit Schnee beladen. Hier ein paar winterlich geprägte Eindrücke von der "Biene":

 

 

 

 

 

 

Als wir am 21.12.2014 unsere Oxalsäurebehandlung an den Bienen durchführten, mussten wir leider eine weniger schöne Entdeckung machen: unsere Beuten hatten Besuch, unerwünschten Besuch bekommen. An mehreren Stellen war das Holz aufgesplittert. Bislang kannte ich das nur aus Erzählungen und war der felsenfesten Annahme, dass uns das natürlich niemals passieren wird. Ein Specht hat hier seine Spuren hinterlassen. Befallen ist etwa ein Drittel unserer Beuten.

Auf der Rückseite einer Beute in der oberen Zarge

 

 

Die Rückseite einer anderen Zarge. Hier sieht man sogar, dass der Specht ein kleines Löchlein in die Wand gehämmert hat.

 

Die Konsequenz wird nun sein, dass wir über die Beuten ein weitmaschiges Kunststoffnetz oder eventuell Kaninchendraht spannen werden, um so weitere Schäden zu verhindern. Sobald es wieder warm geworden ist im nächsten Frühjahr, werden wir die entstandenen Löcher mit Holzspachtelmasse wieder ausbessern und verschließen.

Am 4. Advent 2014 haben wir bei einer Außentemperatur von 6 Grad Celsius unsere diesjährige zweite Behandlung gegen die Varroamilbe durchgeführt. Unterstützt wurden wir dabei von drei Mitgliedern unserer Neuimkergruppe 2014.

Die einzelnen Völker waren sehr unterschiedlich von ihrer Größe her, aber auch von ihrem Verhalten. Bereits das erste geöffnete Volk war ziemlich aggressiv, die übrigen weniger. Beim Reflektieren und gemeinsamen Besprechen mit allen fünf Imkern kamen wir zu interessanten Resultaten:

- seit den letzten Arbeiten im Sommer sind wir in der dadurch entstandenen Pause wieder ein wenig unsicherer im Umgang mit den Bienen geworden, es fehlte die gewohnte Routine,

- ab dem zweiten Volk haben wir einfach zügiger gearbeitet und uns weniger um Details gekümmert.

 Alle Völker sind zurzeit brutfrei. Die Völkergröße ist sehr unterschiedlich. Bei einem Volk rechnen wir vorsichtshalber damit, dass es den Winter wohl nicht überleben wird, weil es recht klein zu sein scheint. Ein Teil der Bienen in den einzelnen Beuten hält sich im oberen, ein anderer im unteren Brutraum auf. In diesen Fällen ist die obere Zarge nahezu bienenfrei. Erst beim Kippen der oberen Zarge war das Volk unten in seiner Größe erkennbar. Freudig überrascht waren wir von unserem jüngsten Kind, dem Sammelbrutableger. An und mit ihm hatten wir die ersten Versuche einer Königinnenzucht durch Umlarven unternommen. Dieses Volk ist kräftig und sehr aktiv. Wir sind gespannt wie es den Winter überstehen wird.

In jedem der Völker haben sich die vorhandenen in der Beutenmitte zu einer Traube zusammengezogen. In die zugehörigen Wabengassen haben wir ein Gemisch aus 3,5%iger Oxalsäure und Zucker geträufelt. Die Bienen wurden damit benetzt. Wenn sie sich anschließend gegenseitig putzen, nehmen sie die Oxalsäure mit dem Zucker auf. Die Oxalsäure geht in das Blut, genauer gesagt in die Hämolymphe, der Bienen über und säuert das Blut an. Wenn die vorhandenen Varroamilben die Bienen beißen und durch die Bißwunde die angesäuerte Hämolymphe aufnehmen, sterben sie ab, weil sie diesen veränderten pH-Wert nicht vertragen. Für die Bienen ist der etwas angesäuerte pH-Wert unschädlich.

 

Mit einer klassischen Injektionsspritze wird die Oxalsäure aufgezogen

 

und anschließend in die Wabengassen geträufelt. Die Bienen werden dabei durchaus benetzt. Dies ist übrigens der erwähnte Sammelbrutableger vom Sommer.

 

                                Die obere Zarge oder der obere Brutraum ist leer. Man kann durch die Wabengassen hindurch sehen. Die Wintertraube sitzt unten.                       Die Oxalsäure wird auch hier in die Mitte der Wabengassen geträufelt.

"Gerade habe ich den ersten Löffel von Ihrem Honig probiert (Zwietracht): wirklich sehr, sehr lecker!!

Ich weiß nicht, wem das Kompliment gebührt, den Bienen oder dem Imker, aber ich werde jeden Löffel genießen."

"Vorhin habe ich die wenigen Sonnenstrahlen genutzt, um mal schnell ein Foto vom Honigglas zu machen. Oskar hat sein Übriges dazu beigetragen, ein besseres Ergebnis zu verhindern, aber ich denke, es reicht, um es auf eine Homepage zu Referenzzwecken zu stellen... Vielleicht können Sie, bzw. Herr Drews das Bild ja auch für Ihren Blog gebrauchen..."

Das schrieb uns heute Frau Schulz aus Japan. Dort lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Tokyo. Sie ist die Graphikerin, die für uns die Entwürfe für unsere Honigglasetiketten, die Ape die neuen Visitenkarten erstellt hat. In der letzten Woche hat sie von unseren Honigen als Dankeschön entsprechende Kostproben erhalten.

Wir haben es an unseren eigenen Völkern selber erlebt: die Honigernte im Jahr 2014 war nicht sehr groß gewesen. Bei Recherchen zu einem anderen Thema habe ich im Internet den Hinweis gefunden, dass es in Österreich zu einem Ernteeinbruch von 90 % gegenüber dem Vorjahr gekommen sein soll.

In der FAZ stand zur diesjährigen Honigernte ein kurzer Artikel, allerdings nicht sehr aussagekräftig. Demnach ging die Durchschnittsernte um 25 % je Volk von 40 auf 30 Kg Honig zurück. Selbst auf diese Mengen sind wir mit unseren Bienenvölkern nicht gekommen. Bei uns haben wir etwas über 20 Kg Honig je Volk ernten können.

Eine der Ursachen dafür war der zu warme Winter 2013/2014. Zum Teil haben die Bienen keinerlei Brutpause eingelegt. Durch den frühen Beginn der Blüte und das ebenso recht frühe Ende der Hauptblüteperiode etwa im Juni/Juli war es den Bienen nicht gut möglich, den gesammelten Nektar einzutragen. Hoffen wir auf einen kalten Winter 2014/2015, dann besteht die Chance, dass im nächsten Jahr alles besser wird.

Offizielle Zahlen zu den Mengenangaben habe ich bin zum 27. Oktober 2014 noch nicht gefunden.

Der FAZ-Artikel ist hier nachzulesen: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/geringe-honigernte-fuer-hessens-imker-13229427.html

Heute nachmittag erreichte mich die Nachricht, dass in einem Naturschutzgebiet an der Nidda zwischen Frankfurt-Heddernheim und dem Mertonviertel Bienen gestohlen worden sind.

Gestern besuchten zwei Imkerinnen ihre dort stehenden Völker und mussten feststellen, dass bei sechs von zwölf Völkern die Brutwaben und Königinnen "entfernt" worden sind.

Von daher gilt für alle Imkerinnen und Imker mal wieder erhöhte Wachsamkeit. Unsere eigenen Völker stehen nur etwa einen Kilometer in der Luftlinie entfernt. Bei meiner Durchsicht war alles intakt.

Zur Sicherheit habe ich jedoch in diesem Blog alle Hinweise auf den Standort entfernt. Wer unsere Bienen besuchen möchte, muss sich deshalb bei mir die Wegbeschreibung individuell abholen. Per Telephon oder eMail ist das heutzutage ja auch kein großes Problem mehr.

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