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Dorf Tirol liegt unweit von Meran entfernt. Seine Burg Tyrol gilt als Namensgeber für diese Landschaft. Die Burg Tyrol ist markant und weithin sichtbar.

Burg Tyrol im Bild rechts oben. Lins unterhalb davon die Brunnenburg

In der Brunnenburg liegt unser heutiges Besucherziel: das Landwirtschaftliche Museum Südtirol. Das klingt zunächst wenig spektakulär.

Im Museum werden landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Anhand von Bildern und Videos wird erläutert, wie die Bergbauern mühselig gearbeitet und gelebt haben. Meine ohnehin vorhandene Anerkennung ist dadurch noch gewachsen.

Während des Rundgangs entdeckt Matthias im Außenbereich ein altes Bienenhaus.

Durch die Schlitze sind farbige Beuten zu erkennen. Beim Nähertreten wird deutlich, dass hierin keine Bienen mehr leben. Es ist nur noch ein Museumsstück.

Im Inneren stehen noch ein paar Arbeitsgeräte herum:

Bienenkörbe stehen unter dem Dach
Die alten Beuten werden nicht mehr genutzt
Eine alte Honigschleuder

Mehr als das Gezeigte ist zur Imkerei hier nicht zu sehen.

Das Museum selber wuchert mit dem Namen Ezra Pounds, einem verstorbenen amerikanischen Schriftsteller. Pound hat lange Jahre in Europa gelebt. Er ist ein eifriger Anhänger des faschistischen Gedankenguts gewesen und später deswegen von den Amerikanern verurteilt worden. Nach seiner Entlassung ist er zu seiner Tochter Mary gezogen, die mit dem damaligen Burgherrn Boris de Rachewiltz verheiratet gewesen ist. In der Burg wird an verschiedenen Stellen auf Pound hingewiesen. Die durchaus sehenswerten Videos zum Thema der Landwirtschaft sind von Siegfried de Rachewiltz, einem Enkel Ezra Pounds, gedreht worden.

Zu den eusozialen oder staatenbildenden Insekten zählen auch die Ameisen. Beim Besuch des Naturmuseums Südtirol in Bozen habe ich dort in einem eigenen Raum den Nachbau eines Ameisenhügels mit lebenden Ameisen gefunden und gefilmt.

Waldameisen ernähren sich vor allem vom Honigtau, dem zuckerhaltigen Sekret von Blattläusen. Ergänzt wird diese Nahrung durch tote Tiere, Insekten, Spinnen, Würmer und andere Tiere. Ameisen schätzen auch Frischfleisch. Eine mittlere Ameisenkolonie jagt im Jahr etwa fünf Millionen Insekten. Darunter sind auch viele Parasiten von Waldpflanzen; wenn sich diese zu stark ausbreiten, würden sie den Wald empfindlich schädigen. (1)

Zum Ameisennest:

Um die Sonnenstrahlen gut auszunutzen, bauen die Ameisen das Nest kuppelförmig. Die dünnen Nadeln der Bäume lassen das Regenwasser abfließen und halten die Kälte vom Nest ab. Das eigentliche Nest liegt unterhalb der Bodenoberfläche. Es ist geschichtet, so staut sich kein Wasser, und bietet eine gute Belüftung. Um Temperatur und Luftzufuhr zu regulieren, öffnen oder schließen die Ameisen die Eingänge zum Bau. (1)

Der Friedhof:

An diesen Ort tragen die Arbeiterinnen die toten Ameisen, Speiseabfälle und die Hüllen der Puppen. Friedhöfe liegen entfernt vom Kernbereich des Nestes. Sterbende Ameisen ziehen sich vom Nest zurück und wechseln in die Nähe des Friedhofs. (1)

Die Kahlrückige Waldameise Formica Polyctena

Das Besondere an dieser Art sind mehrere Königinnen im selben Ameisenhaufen. Daher bilden die Kahlrückigen Waldameisen besonders große Nester. Es sind bis zu zwei Meter hohe Haufen belegt. (1)

(1) Quelle: Hinweistafeln im Naturmuseum Südtirol

Im Museum habe ich zwei kleine Videos über diese Ameisen gedreht. Zurzeit muss ich sie noch getrennt hier einbinden. Nach meiner Rückkehr bearbeite ich sie zu einem einzigen Clip.

Teil 1

Teil 2

Auch die Ameisen zählen zu den Hautflüglern, den Hymenoptera. Daneben gibt es wie auch bei den Bienen drei verschiedene "Wesen", die hier Kasten genannt werden. Königinnen sind auch hier die fruchtbaren Weibchen, die für den Nachwuchs sorgen. Die unfruchtbaren Weibchen sind die Arbeiterinnen oder Soldatinnen. Daneben gibt es noch die Männchen. Sie sind beflügelt und entstehen nur, um eine Jungkönigin zu begatten.

Im Unterschied zu Bienen sind Ameisen jedoch variationsreicher. So existieren bei manchen Arten bei den Arbeiterinnen durchaus Unterkasten mit jeweils eigener körperlicher Ausprägung besonderer Merkmale. Ebenso gibt es Ameisenarten mit durchaus fortpflanzungsfähigen Arbeiterinnen.

Derzeit sind wir in Südtirol und haben heute, 2.9.2020, in Bozen das Naturkundliche Museum besucht. Es verteilt sich über zwei Etagen. Die erste ist sehr gesteinslastig, wenn auch nicht uninteressant. Im zweiten Stock geht es um die belebte Natur mit speziellem Blick auf den Südtiroler Alpenraum.

Wespen sind wie Bienen, Ameisen und Termiten soziale staatenbildende Insekten. Auch sie zählen zu den Hautflüglern, den Hymenopteren. Wie bei den Bienen gibt es auch hier eine Königin und eine straffe Arbeitsteilung im Volk.

Anders als bei den Bienen lebt eine Wespenkönigin allerdings nur ein Jahr. Im Spätsommer oder im Herbst entwickeln sich aus einigen Larven mehrere fruchtbare Weibchen. Sie werden die Königinnen der nächsten Generation. Parallel dazu entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern mehrere vermehrungsfähige Männchen, die Drohnen. Sie verlassen zum Begatten das Nest, befruchten Königinnen aus deinem fremden Volk und sterben anschließend. Hier ist es wie bei den Bienen. Allerdings leben die Wespen-Drohnen wesentlich kürzer und werden nicht von den Arbeiterinnen über längere Zeit durchgefüttert.

Eine begattete Wespenkönigin sucht sich nach dem Hochzeitsflug eine neue Heimat, in der sie überwintern kann. Im kommenden Frühling beginnt sie zunächst mit dem Nestbau. Aus gefressenen Holzfasern bildet sie kleine Kügelchen aus einer papierartigen Masse als Grundstock des neues Nestes. In mehrere Zellen legt sie jeweils ein Ei, dass sie aus ihrer Spermathek befruchtet. Hieraus entwickelt sich Larven. Diese werden von der Königin mit zerkleinerten Insekten gefüttert. Nach der Fütterung sondern die Larven einen zuckerhaltigen Tropfen ab. Er dient der Ernährung der Königin. Die Königin verströmt Pheromone. Sie verhindern, das aus den nachfolgenden Larven befruchtungsfähige Weibchen werden. Nach dem Schlupf übernehmen die Weibchen die nötigen Arbeiten im Wespennest. Auch hier sind Parallelen zu den Bienen zu finden.

Es gibt verschiedene Wespenarten. Kenner können sie zum Beispiel anhand der verwendeten Materialien für den Bau ihrer Wespennester unterscheiden.

Zweignest einer Langkopfwespe
Nest einer Mittleren Wespe (Dolichovespula media)
Baumnest einer Kurzkopfwespe (Vespula germanica)

Alle Bilder stammen aus dem Naturkundlichen Museum in Bozen.

Quarktaschen mit Mohnfüllung und Honigzabaione
Südtirol, wir kommen! Ein Urlaub wirft seine Schatten voraus: Ein klassisches Südtiroler Dessert mit ein wenig Italianità! 

Großes Kino für Zuhause!

Knottnkino in Südtirol

Zutaten für 10 Portionen
(Zu viel? Kein Problem! Die Quarktaschen lassen sich prima einfrieren, einfach auf einem großen Schneidebrett oder Teller vorfrieren, damit sie nicht zusammenkleben. Dann direkt in siedendes Wasser geben, die Garzeit erhöht sich um zwei, drei Minuten. Einmal ein wenig Aufwand, gleich mehrfaches Vergnügen!)

Topfentaschen


Quarktaschen:
250 g Quark, 50 g geschmolzene Butter, Saft und Abrieb einer halben Zitrone, eine Prise Salz, 1 Ei, 200 g Mehl (eventuell etwas mehr, wenn der Teig zu sehr klebt).


Füllung:
100 g gemahlener Mohn, 100 g Paniermehl, 170 ml Milch, 75 g Honig, ein Schuss Rum/Obstler/Kirsch o.ä., Abrieb einer halben Zitrone.


Zabaione:
75 g Honig, 3 Eigelb, 150 ml Weißwein.


Zubereitung:
Alle Zutaten für die Quarktaschen zu einem glatten Teig verkneten und im Kühlschrank ruhen lassen. Für die Füllung Milch, Honig und Zitronenabrieb aufkochen, Mohn und Paniermehl unterrühren und auskühlen lassen. Den Teig etwa drei Millimeter dick ausrollen, mit dem Deckel eines Deutscher-Imkerbund-Glases Kreise ausstechen, jeweils eine haselnussgroße Portion Füllung drauf geben, zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Wasser zum Sieden bringen und die Teigtaschen darin knapp zehn Minuten gar ziehen lassen. Währenddessen die Zutaten für die Zabaione in einer Metallschüssel über einem  heißen Wasserbad mit einem Handrührgerät cremig aufschlagen. Quarktaschen abtropfen lassen, mit einer kleinen Kelle Zabaione übergießen und mit Mohn, Puderzucker und Minze nach Belieben garnieren. Guten Appetit!

Topfentaschen

Bienenstiche kommen vor. Das ist leider nun mal eine Tatsache. Sehr viel häufiger als Bienenstiche ist allerdings die Angst vor Bienenstichen. Schon deshalb geraten viele Menschen in Anwesenheit oder der Nähe von Bienen in Panik.

Im Prinzip besteht dazu jedoch kein Grund. Die größte Bienendichte ist natürlich unmittelbar in der Umgebung eines Bienenstocks. Bereits zwei Meter davon entfernt beginnt eine relativ sichere Zone. Besonders sicher ist man seitlich oder hinter dem Bienenstock, denn das Einflugloch ist vorne. Deshalb empfehlen wir auch allen unseren Besuchern: weg von der Einflugschneise, weg vom Flugloch! Wie bereits erwähnt: in zwei Metern Entfernung ist man schon ziemlich sicher, in fünf Metern noch sicherer vor Attacken und Bienenstichen.

Selten schalten Bienen von sich aus in einen Angriffsmodus. Nur, wenn sie sich selber oder ihr Volk bedroht sehen, beginnen sie, sich zu wehren.

Eine erste Maßnahme zur Eigensicherung ist es dann, einfach ein paar Meter wegzugehen und sich zu entfernen, ein paar Minuten zu warten und dann eventuell langsam zurückzukehren.

Auch wir Imker verfahren gelegentlich einmal so, wenn ein Volk schlechte Laune hat und aggressiv wird.

Sollte es dann doch einmal zu einem Bienenstich gekommen sein, gilt es planvoll vorzugehen.

Natürlich schmerzt es, wenn die Bienen ihren Stachel durch die Haut gebohrt und ihr Gift unter der Haut deponiert hat. Wenn die Bienen dann die Flucht ergreift und davonfliegen will, reißt sie sich den gesamten Stachelapparat aus dem Hinterleib heraus. An dieser Verletzung geht die Biene dann zugrunde und stirb. Der Bienenstachel besitzt Widerhaken. Deswegen kann eine Biene den Stachel nicht zurückziehen ohne sich selber dabei zu verletzen. Das ist der Unterschied zu Wespen. Deren Stachel ist weicher und frei von Widerhaken. Wespen können deshalb auch mehrmals stechen.

Nadel und Bienenstachel in Großaufnahme - Quelle: Germeringer Honig-Facebook

Der Bienenstachel besteht aus einem ganzen Apparat. Zwei Stechborsten bohren sich abwechselnd immer tiefer durch und in die Haut. Ihre Widerhaken hindern sie am Zurückziehen. Die Stechborsten umgeben den eigentlichen Giftkanal, durch den sich die Giftblase später entleert.

Stachelapparat - Quelle: Hungerburg
Bienenstich - Quelle: bienenausstellung.de und bienen-blog

Nach dem eigentlichen Stich geschieht im Körper folgendes:

Unmittelbar nach dem Stich kommt es am Einstichort zu einer Schmerzreaktion und kleinen lokalen primären Schwellung. In den folgenden Stunden entwickelt sich daraus am Ort des Geschehens eine langsam größer werdende Schwellung, sekundäre Schwellung. Sie erreicht ihr Maximum nach etwa 12 Stunden und klingt nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Durch die Reizung und Entzündung entsteht zudem ein Juckreiz. Sobald an der Stelle gekratzt wird, werden dadurch mechanisch Stoffe freigesetzt, die den Juckreiz noch verstärken.

Die Stärke und Größe der Schwellung hängen sehr vom Körperteil ab, der gestochen worden ist. Stiche im Gesichts- und Halsbereich können besonders stark anschwellen.

Bienenstich an der linken Augenbraue. Die Stichstelle ich mit dem roten Pfeil markiert
Bienenstich am linken Augenbrauenrand, Minuten nach dem Einstich

1,5 Stunden nach dem Bienenstich

Wichtig: die beschriebene sekundäre Schwellung kann auch einstichfern entstehen. Besonders, wenn sie im Mund- und Halsbereich auftaucht, kann sie zu Problemen wie Atemnot und Ersticken führen.

Wir Imker werden ja häufiger von Bienen gestochen. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Körper daran und die auftretende sekundäre Schwellung wird immer geringer. Trotzdem sind Bienenstiche lästig!

Bei manchen Menschen führen wiederholte Bienenstiche, auch wenn zwischen ihnen lange Pausen gelegen haben, zu einer allergischen Reaktion. Diese macht sich dann mit einer übersteigerten Reaktion bemerkbar: es können Hautrötung, Nesselfieber, Asthmatische Symptome, Erstickungsanfälle, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit auftreten. Hier herrscht dann durchaus Lebensgefahr!

Ganz praktisch nun, was ist zu tun:

  1. nach einem Stich: Ruhe bewahren und ein paar Schritte zur Seite treten
  2. den Bienenstachel entfernen. Das geht mit einem Fingernagel relativ gut, aber auch eine Kreditkarte kann dabei hilfreich sein. Mit dem Fingernagel oder einem stumpfen flachen Gegenstand den Stachel gegen die Stichrichtung rasch nach außen schieben. Oft hängt am Stachel noch die Giftblase. Sie sollte hiernach nach Möglichkeit nicht nicht gedrückt werden, damit nicht noch mehr Bienengift durch den Stachel in das Körperinnere gepresst wird.
  3. Einstichstelle möglichst kühlen, damit sich die Gefäße darum zusammenziehen und die Ausbreitung des Giftes im Körper verlangsamen. Kalte Umschläge, Essigwasser, Alkohol helfen dabei recht gut. Auch Kälteakkus sind hilfreich. Hierbei aber bitte ein stück Stoff erst auf die Haut legen, damit es keine Erfrierungen gibt.
  4. Wer mag, kann die Einstichstelle auch mit Allergiesalben einreiben oder eine Allergietablette einnehmen. Beides lindert die Folgen ein wenig.
  5. Kommt es innerhalb der nächsten halben Stunde zu einem Unwohlsein, Kribbeln, Schwindel, Juckreiz am ganzen Körper, Anschwellung der Zunge und Lippen, erschwertem Atmen, Kreislaufkollaps oder ähnliches, dann sofort den Betreffenden hinlegen, dessen Beine hochhalten, damit Blut in den Körper zurückfließen kann, und sofort die Notrufnummer wählen, in Deutschland die 112. Dann könnte es sich möglicherweise um eine allergische Schockreaktion handeln, die notärztlich versorgt werden muss.
  6. Im Areal des Einstichs und der sich bildenden Schwellung kommt es zu einem Juckreiz. Spontan beginnt man dann, dort zu kratzen. Das Resultat: es juckt noch intensiver. Wenn schon kratzen, dann bitte ein bis zwei Zentimeter daneben. Der Körper nimmt es wahr, als ob es am Ort der Schwellung wäre. Noch besser: auch, wenn es schwerfällt: die Finger davon lassen, die Hände in die Hosentaschen stecken oder sich auf die eigenen Hände setzen, um sich am Kratzen zu hindern.

Bienenstachel mit einer Karte entfernen - Quelle. wikiHow

Manche Menschen wissen um ihre Bienengiftallergie. Es gibt auch Imker, die diese Allergie haben und trotzdem weiter imkern. Das ist durchaus möglich. Sie tragen während des Umgangs mit ihren Bienen einen Vollschutz, einen den ganzen Körper bedeckenden Schutzanzug, durch den die Bienen nicht hindurchstechen können. Kommt es dann doch einmal zu einem Bienenstich, greifen sie - wie viele andere Allergiker auch - zu einem Notfallset. Eines ist zum Beispiel der Fastjekt: ein mit Notfallmedikamenten gefüllter Pen, der auf die Kleidung aufgesetzt wird und durch sie hindurch ein Medikament in beziehungsweise unter die Haut abgibt.

Fastjekt - Quelle: bienen.ch

Übrigens können auch Tiere von Bienen gestochen werden. Deren Haut ist jedoch anders aufgebaut, so dass die Bienen ihren Stachel wieder zurückziehen können. Unsere Hunde können davon durchaus ein Lied singen.....

Kommt es tatsächlich einmal zu einer Bienengiftallergie, besteht heute die Möglichkeit, sich hyposensibilisieren zu lassen. Das Verfahren nennt sich SIT Spezifische ImmunTherapie und funktioniert ähnlich der normalen Hyposensibilisierung wie bei einer Pollenallergie. Der wichtige Unterschied: diese Therapie wird nur in speziellen Zentren durchgeführt und nur in Notfallbereitschaft.

Manche Imker benutzen auch ein Instrument namens "bite away". Wir haben es auch dabei, verwenden es jedoch kaum (noch).

bite away - Quelle: Imkereibedarf Tyroller

Es wird mit einem Goldplättchen, das im Bild am rechten unteren ende sich befindet, auf die Stichstelle gesetzt. Auf Knopfdruck erhitzt sich das Plättchen und erhitzt das darunter liegende Gewebe auf etwa 50°. Durch diese Temperatur soll das Bienengift denaturiert werden. Es wird zwar warm bis heiß, kommt aber zu keinen Verbrennungen dabei.

Die tatsächliche Wirkung ist nach unseren Erfahrungen unsicher. Etwa nur bei der Hälfte unserer Anwendungen klingen die Stichsymptome schneller wieder ab. Aber es ist durchaus eine gute Ergänzung.

Nach etlichen Wochen ist das Corona-Virus nun auch bei den Bienen und Imkern angekommen. Unklar ist noch, ob und ab wann überhaupt Masken angelegt werden müssen.

Auf alle Fälle gibt es schon einmal hervorragende Prototypen.

Mund-Nase-Schutzmaske mit Bienen- und imkerlichen Motiven
Mund-Nase-Schutz-Maske

So sehen sie an einem unserer Modelle getragen aus:

Mund-Nase-Schutz-Maske

oder auch so:

Mund-Nase-Schutzmaske

Diese Maske ist nicht nur für Drohnen, sondern auch für Arbeiterinnen und Königinnen geeignet. Das Design stammt von Bianca Schuster

Ein kleiner Teil unserer Völker steht in Frankfurt in der Römerstadt im Niddapark. Dort hat der Besitzer des Grundstücks nicht nur ein Herz für Bienen, sondern auch für Wildbienen. Stück für Stück hat er ihnen ein Hotel gebaut.

Bei der heutigen Völkerdurchsicht habe ich die Gelegenheit genutzt und ein paar Bilder davon live aufgenommen. "Heute ist aber nicht viel los!" war der Begleitkommentar....

Bei den Recherchen zu einem anderen Thema bin ich im April 2019 im Internet auf das Wort Bienenkorbglocken gestoßen. Neugierig geworden, habe ich hier weiter gesucht und vieles dazu gefunden, das ich nicht vorenthalten möchte. Schließlich soll dieses Blog ja auch über den Tellerrand hinausschauen und sich auch kulturell mit allem beschäftigen, das mit Bienen zu tun hat.

Der Name lässt es vermuten: die Glocken ähneln in ihrer Form einem Bienenkorb. Diese Glockenform stellt mit den ältesten Typ von Glocken dar. Sie wird in der Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert verwendet. Später wird sie von der Zuckerhutglocke und noch später von der Gotischen Rippe abgelöst.

Bienenkorbglocken werden gelegentlich auch karolingische oder salische Glocken genannt. Wer noch von seiner Schulzeit her einigermaßen geschichtlich bewandert ist, dem fallen hierzu sofort die Epochen deutscher Könige und Kaiser ein.

Kennzeichen der Bienenkorbglocken ist ihre Herstellungsweise: auf einen Kern aus Lehm wird die Form der Glocke mit Wachs aufgetragen und passend modelliert. Hierüber wird eine weitere Schicht aus Lehm aufgebaut. Anschließend wird diese Form gebrannt. Der Lehm erhärtet. Das verwendete Wachs schmilzt und hinterlässt einen Hohlraum. In diesen wird die flüssige Bronze gegossen. Nach dem Erkalten muss der Lehm zerschlagen werden, um die bronzene Glocke vom Kern abzuheben. Dieses Prinzip kennt man künstlerisch heute noch und spricht dabei vom Prinzip der verlorenen Form. Damit ist jeder so hergestellte Gegenstand ein Unikat.

Die Wand einer Bienenkorbglocke besitzt überall die gleiche Stärke. Hierdurch sind die Teiltöne etwas unharmonisch und sie besitzt keinen eindeutigen Schlagton wie die späteren Glocken.

Insgesamt sind Bienenkorbglocken selten geworden. Etwa 20 Exemplare gibt es in Deutschland noch. Die älteste Glocke dieser Art nördlich der Alpen befindet sich in Haithabu bei Schleswig.

Sie wurde erst 1978 bei Ausgrabungen entdeckt und befindet sich heute im Wikingermuseum. Eine 29 kg schwere Kopie hängt im Glockenmuseum Herrenberg.

Die Lullusglocke hängt in Bad Hersfeld in der Stiftsruine. Hier ist die Bienenkorbform besonders gut zu erkennen, weil der untere Rand nicht sonderlich verbreitert ist.

So klingt sie, die Lullusglocke, als älteste gegossene und erhalten gebliebene Glocke Deutschlands:

Im Bamberger Dom hängt die Kunigundenglocke, etwa von 1185 n.Chr. Sie ist die schwerste aller Bienenkorbglocken, wiegt 3450 kg und wird heute noch geläutet. Auf Youtube habe ich dazu etwas gefunden:

Kunigundenglocke im Bamberger Dom

So sieht die Kunigundenglocke im Ruhezustand aus.

Inzwischen gibt es auch wieder moderne Bienenkorbglocken. Das Kaufhaus Manufactum hat welche in seinem Programm. Um Rechtsstreigikeiten mit dem Urheberrecht zu vermeiden, setze ich hier den Link zu der entsprechenden Katalogseite ein:

Manufactum Bienenkorbglocke

Sehenswert ist auch dieser folgende Link vom Glockenladen in Berlin.

Glockenladen Berlin

Für Interessierte: es gibt in Deutschland durchaus einige Glockenmuseen. hier eine kleine, sicher unvollständige Auswahl:

Glockenmuseum Herrenberg

Glockenmuseum / Glockenwelt Burg Greifenstein

Deutsches Glockenmuseum

Glockenmuseum Laucha

Vor ziemlich genau einem Jahr ist bei uns auf dem Frankfurter Riedberg eine neue Streuobstwiese angelegt worden. Das Gelände ist eine Ausgleichsfläche, die bis dahin von einem der lokalen Landwirte für den Ackerbau benutzt worden.

Viele junge Bäume sind 2018 dort gepflanzt worden. Das besonders Schöne: zwischen ihnen ist eine Bienenweide ausgesät worden. Im letzten Jahr ist von der ihr allerdings noch wenig bis nichts zu sehen gewesen. Doch in diesem Jahr sieht es völlig anders aus und stellt mich als Imker sehr zufrieden.

Nach dem Pflanzen und Setzen der Bäume, lauter verschiedene alte Obstsorten, ist der trockene und heiße Sommer 2018 gekommen. Wieviele der Bäume wohl überleben werden, habe ich mich da gefragt. Nächste Überraschung: nur ein einziger hat es nicht geschafft. Die Gärtner haben gute Arbeit geleistet!

2019 - fast ein Jahr nach der Anpflanzung

Die obigen Bilder stammen aus dem Jahr 2019. Sie zeigen die üppige Bienenweide und das Grün der Obstbäume, die bis auf die eine Ausnahme, alle in diesem Frühjahr geblüht haben.

Jetzt jedoch, am 3. Juli 2019, sieht das Bild der Streuobstwiese völlig anders aus. Ein Kahlschlag hat stattgefunden. Die Bienenweide ist komplett abgemäht worden.

Was auf den ersten Blick entsetzlich aussieht, erweist sich jedoch nicht als schlimm. Damit die Wiese nicht verunkrautet, muss sie regelmäßig gemäht werden. Die Pflanzen wachsen nach und geben später den Bienen und Insekten erneut Nahrung. In der Regel werden die Wiesen deshalb auch nur zweimal im Jahr gemäht.

Der gewählte Zeitpunkt scheint mir jedoch unglücklich gewählt zu sein. Die Tracht hat weitgehend nachgelassen. Wiesen und Weiden stellen jetzt die Hauptfutterquelle für die Bienen dar. Jetzt, in der Trachtlücke zu mähen, erscheint mir deshalb unsinnig, ungeschickt und wenig durchdacht zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass wir es mit einer bestehenden und bestehen bleibenden Trockenheit zu tun haben. D.h. so schnell wächst dort nun erst einmal nichts nach.....

Mit diesem Begriff kann wohl kaum jemand etwas anfangen. Apiana klingt nach apis, die Biene.

Vor wenigen Wochen erhielten wir ein Weinprobierpaket, in dem ein Weißwein aus Süditalien, genauer gesagt, aus der Basilicata, enthalten war. Bei dem Wein handelte es sich um eine Mischung zweier Rebsorten: Greco und Fiano. Den meisten Leuten wird das wohl wenig sagen. Beides sind uralte Rebsorten, die nur in einem eng umschriebenen Gebiet wachsen. Man nennt so etwas autochthone Reben.

Fiano wurde bereits zu Zeiten der Römer angebaut und kultiviert. Sie wächst  fast nur in der Campagna  und in einigen wenigen angrenzenden Gebieten.

Greco Bianco wächst ebenfalls autochthon im Süden Italiens und ist eine weiße Rebsorte wie Fiano.

Das diese beiden Weinsorten in einem Blog über Bienen stehen, ist schon seltsam. Aber es erklärt sich recht einfach:

Fiano - bzw. dessen Blüten - übt eine große Anziehungskraft auf Bienen aus. Viel stärker als andere Trauben. Daher auch der botanische Name Vitis apiana: Bienenrebe.

Mehr zur Rebe unter diesem Link: Fiano 

und hier bei Wikipedia

So lautet eine Überschrift, die ich heute in Spiegel-online gelesen habe. Das klingt interessant. Wenn Bienen mit ihrem Flügenschwirren an den Blütenblättern einer Königskerze auftauchen, reagiert die Pflanze darauf und produziert einen süßeren Nektar.

Der Link zum Artikel:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wie-pflanzen-geraeusche-wahrnehmen-a-1248276.html

Am Mittwochabend, 22.09.2018,  lief in der Kulturzeit auf 3sat ein Bericht über eine Ausstellung im Kunstmuseum Heidenheim. Dabei geht es um Bienen.

Hier der Link zum Museum:

zippel

 

Der Link zur 3sat-Mediathek:

Bienenreich in Heidenheim

Unumstritten waren Mark Twain und seine Werke nie. Sein Huckleberry Finn belegt in der Liste der American Library Associaton (ALA) den achtbaren 14. Rang der „most challenged books“. Ein Euphemismus für Zensur und Zensurversuche von Gruppierungen mit oftmals durchaus zweifelhafter Zielsetzung.

Twain hat auch einen Kurzessay über die Biene verfasst, in dem er sie zur menschlichen Familie zählt. Sein Urteil gründet auf den Forschungs- und Wissensstand um die vorletzte Jahrhundertwende, somit bezieht der Text einen Teil seines Reizes für den Imker nicht zuletzt aus dem Abgleich zum heutigem Wissen über die Insekten:

Mark Twain

Die Biene

Maeterlinck war es, der mir die Biene nähergebracht hat. Damit meine ich auf übersinnliche und poetische Weise. Einen geschäftlichen Kontakt hatte ich früher gehabt. Damals, als ich ein Junge war. Es ist seltsam, dass ich mich an eine solche Formsache so lange erinnere; es muss annähernd sechzig Jahre her sein.

Bienenforscher sprechen von der Biene immer als „sie“. Das kommt daher, dass all die wichtigen Bienen von diesem Geschlecht sind. Im Bienenstock gibt es eine verheiratete Biene, Königin genannt. Sie hat 50.000 Kinder, von denen sind etwa einhundert Söhne, der Rest sind Töchter. Einige der Töchter sind junge Jungfern, einige alte Jungfern – und alle sind Jungfrauen und bleiben es auch.

In jedem Frühling kommt die Königin aus dem Stock und fliegt mit einem ihrer Söhne davon und ehelicht ihn. Die Flitterwochen dauern nur eine Stunde oder zwei, dann verstößt die Königin ihren Gatten und kehrt nach Hause zurück, fähig, zwei Millionen Eier zu legen. Das wird reichen, das Jahr zu überdauern, doch nicht für mehr als genug, denn Hunderte von Bienen ertrinken jeden Tag, und weitere Hunderte werden von Vögeln gefressen, es ist die Aufgabe der Königin, den Bestand auf dem üblichen Niveau zu halten – sagen wir 50.000. Sie muss während der Hauptsaison, welche der Sommer ist, immer so viele Kinder zur Verfügung und zur Leistung bereit haben, ansonsten würde der Winter die Gemeinschaft bei einer Lebensmittelknappheit erwischen. Sie legt 2.000 bis zu 3.000 Eier pro Tag, gemäß Erfordernis. Und sie muss ihr Urteilsvermögen einsetzen, während einer mageren Blütentracht nicht mehr als nötig zu legen, doch nicht weniger als gefordert während einer üppigen, sonst wird sie der Aufsichtsrat entthronen und eine Königin mit mehr Gespür wählen.

Es gibt immer einige königliche Erbinnen im Bienenstock, die bereit sind, ihren Platz zu übernehmen – bereit und mehr als begierig darauf, obwohl sie ihre eigene Mutter ist. Diese Mädchen werden unter sich gehalten und von Geburt an königlich genährt und gehütet. Keine anderen Bienen bekommen solch ausgezeichnetes Futter wie sie oder leben solch ein hohes und luxuriöses Leben. Demzufolge sind sie größer und länger und gepflegter als ihre arbeitenden Schwestern. Und sie haben einen gebogenen Stachel, geformt wie ein Krummsäbel, während die anderen einen geraden haben.

Eine gewöhnliche Biene wird alle und jeden stechen, aber ein Mitglied des Königshauses nur seinesgleichen. Eine gewöhnliche Biene wird eine andere gewöhnliche Biene aus triftigen Gründen stechen und töten, aber wenn es notwendig wird, die Königin zu töten, werden andere Methoden eingesetzt. Wenn eine Königin alt und matt geworden ist und nicht genügend Eier legt, ist es einer ihrer königlichen Töchter erlaubt, sie zu attackieren. Der Rest der Bienen schaut dem Duell zu und erlebt ein faires Spiel. Es ist ein Duell mit den gebogenen Stacheln. Wenn in arger Bedrängnis eine der Kombattantinnen aufgibt und davonläuft, wird sie zurückgebracht und muss es wieder versuchen – einmal, vielleicht zweimal. Dann, wenn sie noch einmal um ihr Leben rennt, wird ihr der Tod durch Gerichtsurteil zuteil. Ihre Kinder formen sich um ihre Person zu einer Kugel und halten sie zwei oder drei Tage in diesem festen Griff, bis sie zu Tode hungert oder erstickt wird. Währenddessen empfängt die obsiegende Biene die königlichen Ehren und verrichtet die eine königliche Aufgabe: Eier legen.

Was die Moral des Mordes per Gerichtsurteil anbelangt, so ist das eine politische Angelegenheit und wird später an geeigneter Stelle diskutiert werden.

Den überwiegenden Teil ihres kurzen Lebens von fünf oder sechs Jahren lebt die Königin in der ägyptischen Finsternis und der vornehmen Abgeschlossenheit ihrer königlichen Gemächer mit niemandem um sich herum außer ihren plebejischen Bediensteten, die ihr anstelle der Liebe, nach der ihr Herz hungert, die leere Zuneigung ihrer Lippen geben, die sie im Interesse ihrer wartenden Erbinnen ausspionieren und ihnen ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten zutragen und ihnen gegenüber aufbauschen, die vor ihr um sie herumscharwenzeln und sie umschmeicheln, aber sie hinterrücks verleumden, die zu Zeiten ihrer Macht vor ihr kriechen und sie in ihrem Alter und ihrer Schwäche im Stich lassen. Dort sitzt sie, ohne Freunde, die lange Nacht ihres Lebens hindurch auf ihrem Thron, durch eine goldene Sperre abgeschnitten vom tröstenden Mitgefühl, von der süßen Kameradschaft und der liebenden Zärtlichkeit, nach der sie sich verzehrt; ein tristes Exil in ihrem eigenen Haus und Hof, mattes Objekt feierlicher Zeremonien und maschineller Verehrung, geflügeltes Kind der Sonne, heimisch in der freien Luft und dem blauen Himmel und den blumenübersäten Feldern, vom trefflichen Zufall ihrer Geburt dazu verdammt, diese unschätzbare Erbschaft gegen eine schwarze Gefangenschaft zu tauschen, eine rauschgoldene Würde und ein liebloses Leben mit Schimpf und Schande am Ende und einem grausamen Tod – und vom menschlichen Instinkt in ihr dazu verurteilt, die Abmachung als kostbar anzuerkennen!

Huber 1), Lubbock 2), Maeterlinck 3) – genau genommen alle bedeutenden Experten – waren sich einig in ihrem Bestreiten, dass die Biene ein Mitglied der menschlichen Familie sei. Ich weiß nicht, warum sie das getan haben, aber ich denke aus unredlichen Beweggründen. Nun, die unzähligen Fakten, die durch ihre eigenen gewissenhaften und gründlichen Versuche ans Licht kamen, beweisen, dass, falls es auf der Welt einen führenden Narren gibt, dieser die Biene ist. Das scheint es zu klären.

Aber das ist die Art des Wissenschaftlers. In der Absicht, eine bestimmte Theorie zu beweisen, wird er dreißig Jahre damit zubringen, ein Gebirge an Fakten aufzuhäufen. Dann ist er mit dem Erreichten so glücklich, dass er üblicherweise das wichtigste Hauptfaktum von allen übersieht: dass seine Anhäufung etwas ganz Anderes beweist. Wenn man ihn auf diesen Fehlschlag hinweist, antwortet er nicht auf die Briefe; wenn man vorspricht, um ihn zu überzeugen, macht der Bedienstete Ausflüchte und lässt einen nicht vor. Wissenschaftler haben abscheuliche Umgangsformen, es sei denn, man unterstützt ihre Theorien. Dann kann man von ihnen Geld leihen.

Um ganz fair zu bleiben gestehe ich ein, dass hin und wieder einer von ihnen einen Brief beantworten wird, aber wenn sie einer Erörterung ausweichen, kann man sie nicht festnageln. Als ich entdeckte, dass die Biene menschlich ist, schrieb ich darüber all jenen Wissenschaftlern, die ich gerade erwähnt habe. Hinsichtlich Ausflüchten ist mir nichts unter die Augen gekommen, dass den erhaltenen Antworten gleichgekommen wäre.

Nach der Königin ist die Persönlichkeit, die als nächste hinsichtlich der Wichtigkeit im Bienenstock kommt, die Jungfer. Die Jungfern zählen 50.000 oder 100.000 an der Zahl und sie sind die Arbeiterinnen, die Arbeitskräfte. Keine Arbeit wird erledigt, sei es im Bienenstock oder außerhalb, wenn nicht von ihnen. Die Männchen arbeiten nicht, die Königin arbeitet nicht, es sei denn, Eier legen ist Arbeit, aber das scheint mir nicht so. Es gibt eh nur zwei Millionen davon, und fünf Monate, den Auftrag auszuführen. Die Verteilung der Arbeit in einem Stock ist so ausgeklügelt und aufwändig arbeitsteilig wie in einem riesigen amerikanischen Maschinensaal oder einer Fabrik. Eine in einer der vielen und verschiedenen Gewerbe des Unternehmens ausgebildete Biene vermag es nicht, irgendein anderes auszuführen und wäre beleidigt, wenn man sie fragte, bei irgendetwas außerhalb ihrer Profession zur Hand zu gehen. Sie ist so menschlich wie ein Koch. Und wenn man vom Koch forderte, bei Tisch zu bedienen, dann weiß man, was passieren würde. Köche würden, sofern gewünscht, Klavier spielen, aber da würden sie die Grenze ziehen. Zu meiner Zeit habe ich von einem Koch verlangt, Holz zu hacken – ich weiß, wovon ich spreche. Selbst ein Dienstmädchen hat ihre Grenzen; sicher, sie sind undeutlich, sie sind unzureichend definiert, gar anpassungsfähig, aber es gibt sie. Das ist keine Vermutung, es gründet auf dem Absoluten. Und dann die Butler. Tragen Sie mal dem Butler auf, den Hund zu säubern. Es ist genau wie ich sage; es gibt auf diese Weise so viel zu lernen, ohne in Büchern nachzuschlagen. Bücher sind sehr gut, aber Bücher decken nicht das gesamte Spektrum der ästhetischen menschlichen Kultur ab. Berufsstolz ist einer der härtesten Knochen, die es gibt, wenn nicht gar der härteste. Zweifellos ist das im Bienenstock genauso.

1) Ludwig Huber (* 02.02.1814; † 10.10.1887), „Vater der badischen Imker“, Verfasser des Handbuchs „Die neue, nützliche Bienenzucht“(1857; englische Übersetzung?). Zeitlich gesehen kann es sich nicht um François Huber (* 02.07.1750 † 22.12.1831, Naturforscher aus der Schweiz) gehandelt haben, dessen Werk „Nouvelles observations sur les abeilles” (1792) ab 1806 in englischer Übersetzung unter dem Titel „New Observations on the Natural History Of Bees“ verfügbar war. Twain gibt im Text an, Huber einen Brief geschrieben zu haben, François Huber starb jedoch vor seiner Geburt.

2) John Lubbock, 1. Baron of Avebury (* 30.04.1834 † 28.05.1913) war ein bedeutender britischer Anthropologe, Paläontologe, Botaniker und Entomologe. Eines seiner Hauptwerke war „Ants, bees and wasps“ (1882).

3) Maurice Maeterlinck (* 29.08.1862; † 06.05.1949), belgischer Schriftsteller und Dramatiker, Träger des Nobelpreises für Literatur (1911); „La vie des abeilles“ (1901), noch im selben Jahr auf Deutsch und Englisch erhältlich („Das Leben der Bienen“, „The life of bees“).

Originaltext mit dem Titel “The bee” in „What is man? And other essays“, Harper & Brother Publishers, New York and London, 1917 – also mehrere Jahre nach dem Tod von Twain. Die Entstehungszeit von “The bee” ist nicht genau zu datieren. Twain schreibt jedoch, dass sein „geschäftlicher Kontakt“ zur Biene als Junge annähernd 60 Jahre her sei, zudem ist Maeterlincks Werk „Das Leben der Bienen“ erst 1901 erschienen, somit dürfte der Text um 1901 oder kurz darauf entstanden sein.

© der deutschen Übersetzung: Matthias Adler-Drews

Zugegeben, das Wort klingt für "normale" Ohren zunächst ungewöhnlich. Bei Sonnenblumen denkt jeder sofort an etwas Schönes, Helles. Die meisten Sonnenblumen, die heute angepflanzt werden, sehen nur schön aus. Mehr nicht. Sie geben in den meisten Fällen zwar Pollen für die Bienen, aber keinen Nektar.

Im Internet habe ich nach Sorten gesucht, die in diesem Sinne bienenfreundlich sind. Ich bin damit etwas spät dran im Jahreslauf, lasse mich davon jedoch nicht irritieren. Zumal sie noch lange ausgesät werden können...

Eine alte Sorte Sonnenblumen, die Nektar abgibt

 

eine weitere nektarspendende Sorte

Der theoretische Vorteil dieser Sorten: sie würden dann blühen, wenn die normale Tracht beendet ist und somit den Bienen noch am Ende des Sommers Nahrung geben.

Heute (24.6.2018) habe ich die Samen in Töpfen ausgesät. Die Keimdauer beträgt bis zu 18 Tagen. Sobald sie ausgepflanzt worden sind, werde ich davon berichten.

Heute am 29.6.18, 5 Tage nach der Aussaat haben die ersten der Sonnenblumen bereits gekeimt. Das Ergebnis ist hier zu sehen. Wenn die Entwicklung dann in diesem Tempo weitergeht, dürfen die Bienen in der trachtlosen Zeit sich über das zusätzliche Nahrungsangebot sehr freuen.

Sonnenblumen - 5 Tage nach der Aussaat

Sonnenblumen - 5 Tage nach Aussaat

In der heutigen Onlineausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ steht der folgende interessante Artikel. Zudem sind hier mehrere Links zum gleichen Thema:

Kampf gegen Insektensterben

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steht hierzu ein sehr lesenswerter Artikel in der Wochenbeilage "Forschung und Lehre (13.6.18) mit der Überschrift: "Das geistige Leben der Bienen"

Neueste Forschungsergebnisse zeigen auf, dass Bienen planen und lernen können, Situationen durchzuspielen, Konsequenzen voraussehen und sogar unterschiedliche emotionale Zustände erleben können. Sie können Gesichter erkennen und bis drei zählen. Sie können strategisch denken und sich beispielsweise, wenn sie zwischen mehreren Orten hin- und herfliegen müssen, die dafür kürzeste Route planen.

Diese und andere spannende Beispiele sind in diesem Artikel aufgeführt. Autor ist Wolfgang Krischke. Sobald der Artikel in der Online-Ausgabe der FAZ veröffentlicht sein sollte, füge ich den zugehörigen Link unten an.

Hier ist der Link jetzt:

Geistiges Leben der Bienen

Heute ist erstmals der Weltbienentag, ausgerufen durch die UN. Was einige Medien dazu berichten, steht unten:

Frankfurter Neue Presse

Frankfurter Rundschau

Frankfurter Rundschau

Stern

Focus

Focus

Spiegel online: Biene Maja muss nicht sterben

Von unserem Imkerverein, den Bee Friends Frankfurt, haben wir zusammen mit dem Gartencenter Sunflower einen Aktionstag veranstaltet.

Vor dem Haupteingang steht ein Tisch mit Informationsmaterial und echten insektenfreundlichen Pflanzen. Damit machen wir darauf aufmerksam, dass es bereits mit ganz einfachen Mitteln möglich ist, sowohl bienen- als auch insektenfreundlich in Gärten, Vorgärten oder kleinen Grünstreifen etwas für die Umwelt und gegen das Insekten- und Bienensterben zu tun.

Aktionsstand der Bee Friends Frankfurt zum ersten Weltbienentag bei Sunflower in Frankfurt-Kalbach

 

Danke an alle Leser. In diesem Monat hat der Blog 7050 Zugriffe gehabt. Das ist seit Bestehen absoluter Rekord. Im August 2013 haben wir mit insgesamt 310 Lesern in einem Monat begonnen und waren stolz darauf. Jetzt hat sich die Leserschaft gerade in diesem Monat verzwanzigfacht. Um wieviel stolzer dürfen wir nun darauf sein ....

Ganz herzlichen Dank an alle, die den Blog angeklickt haben. Wir arbeiten weiter an diesem Thema.

Eine wichtige Entscheidung für das Bienenleben ist heute auf der EU-Ebene gefallen. Drei Neonikotinoide sind in der Anwendung so beschränkt worden, dass sie nicht mehr im Freiland verwendet werden dürfen!

Spiegelartikel über NeoNix

 

Es ist kaum zu glauben und wunderschön: in diesem Monat erreichen wir so hohe Leserzahlen wie noch nie. REKORD! Nach der 5000er Marke haben wir jetzt bereits die 6000 Besucher in einem Monat überschritten. Soviele Besucher haben wir noch nie in einem Monat gehabt. Bis jetzt ist das der absolute Besucherrekord.

Ein herzliches Dankeschön an alle treuen Leser und Leserinnen !

Vor drei Tagen fanden Bauarbeiter bei den Ausschachtarbeiten für den neuen Spielplatz auf dem Riedberg zwei Artefakte. Die Arbeiten wurden sofort eingestellt und die zuständigen Behörden informiert. Prof. Dr. Kluge vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz sicherte den Fundort wissenschaftlich, seinem ersten Eindruck zufolge handelt es sich um zwei römische Votivgaben in Bienenform aus gebranntem Ton, die wahrscheinlich von römischen Legionären aus dem Süden mitgebracht wurden. Für diese Theorie spreche vor allem die mittelbare Nähe zur historischen Römerstraße, der sogenannten Saalburgstraße von Nida (heute etwa Heddernheim) zum Kastell Saalburg. Ungewöhnlich sei jedoch, dass es sich bei den Votivgaben weder um Waffen noch um den üblichen Frauenschmuck oder andere Gegenstände des Matronenkultes handele. Eine genaue wissenschaftliche Einordnung des Fundes stehe noch aus.

Ein Team des HR war anwesend, der entsprechende Beitrag soll heute um 19:30 Uhr in der Hessenschau gesendet werden. Hier schon einmal Fotos des Fundes, die wir machten, als wir mit den Hunden beim Gassigehen am Fundort vorbeikamen.

In mehreren Städten Deutschlands ist ein Projekt angelaufen, dass den Bestand der natürlichen Insektenvorkommen sichern oder vermehren soll. Bestimmte Wiesen werden zukünftig nur nur zweimal im Jahr gemäht, um die Blütenvielfalt zu erhalten. Hierdurch wird der natürliche Lebensraum vieler Insekten erhalten und nicht zerstört. Das Mähen verhindert hauptsächlich das Verunkrauten der Flächen. Hierdurch sollen die Blühpflanzen die Oberhand behalten und als Nahrungsquelle dienen. Die erhaltene Blütenpracht kommt natürlich auch den Bienen und Hummeln zugute.

So werden in Frankfurt die entsprechenden Areale für alle Menschen sichtbar gekennzeichnet:

Insektenschutz - Projekt in Frankfurt

Am Ende des Winters kommt die Stunde der manchmal bitteren Wahrheit: wieviele Bienenvölker haben überlebt? Völkerverluste sind nicht selten, in gewissen Grenzen gehören sie - leider - dazu.

Manche Imker, die es besonders stark betroffen hat, greifen in solchen Fällen zu einer Notlösung: sie füllen schwache Völker einfach mit anderen Bienen auf. In der Imkersprache nennt man das Völker vereinigen. Das ist durchaus sinnvoll, um schwache Völker nicht vollends zu verlieren. Dabei werden die Bienen eines schwachen mit denen eines starken Volkes vereinigt. Jeder Imker hat das in seinem Leben mehrfach gemacht.

Schwierig wird es, wenn allerdings fremde oder gar importierte Bienen den eigenen zugefügt werden.

In spiegel-online stand dazu der folgende Artikel in der Ausgabe vom 3. März 2018:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bienensterben-imkerverbaende-warnen-vor-importbienen-a-1196323.html

 

Gestern war Heiligabend, der Abend der Bescherung zu Weihnachten. Was schenken sich Imker wohl zu Weihnachten?

Hier ein Beispiel:


So sah es noch eingepackt, aber befreit vom Geschenkpapier aus. Und so kam der Inhalt zum Vorschein:

Aufgebaut - fast schon wie eine Krippe - sieht es dann so aus:

So kommt man als Imker auch zu seinen Bienenvölkern ....

Frohe Weihnachten allen Lesern und ebenso viel Vergnügen wie ich es hatte.

PS.: Auf Youtube gibt es einen Kurzfilm mit dieser Ausstattung. Hier ist der Link

oder

 

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