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Dieses Wort klingt äußerst ungewöhnlich bis befremdlich. Was ist damit gemeint? In der Imkersprache hieße das Umweiseln und sofort weiß jeder (Imker), was damit gemeint ist. Ein passendes "normal"sprachliches Wort dafür wäre Königinnenwechsel.

In Bienenvölkern geschieht dieser Prozess nicht einmal so ganz selten. Sobald zum Beispiel ein Bienenvolk mit seiner Königin nicht mehr zufrieden ist, sorgt es für einen Wechsel. Aus jedem befruchteten Ei kann ein Bienenvolk entweder eine Arbeiterin oder eine Königin werden lassen. Je nach Fütterung in den ersten Tagen ist das Schicksal der werdenden Biene bestimmt. Wenn die Bienen beschlossen haben, dass sie eine neue Königin haben möchten, wird die aus dem Ei geschlüpfte Larve eben mit Königinfuttersaft und nicht mit Bienenbrot gefüttert.

Dieser Vorgang spielt sich zum Beispiel in der Vorbereitung zum Schwärmen ab. Aber auch im Sommer und Spätsommer kann es zu einem Wechsel kommen. Die bestehende Königin lebt zunächst weiter während ihre Nachfolgerin bereits im Entwicklungsstadium ist. Damit es zu keiner Rivalität zwischen ihnen kommt, wird die alte Königin rechtzeitig vor dem Schlupf der neuen getötet. Natur kann sehr grausam sein!

Aber auch wir Imker wollen manchmal einen Königinnenwechsel. Der Grund kann in einer schwachen Volksentwicklung bestehen, aber auch in Krankheiten wie Steinbrut, in einer nachlassenden Legeleistung und damit Volksstärke, in nachlassender Tracht, also aus wirtschaftlichen Gründen.

Bei einigen unserer eigenen Völker ist die Königin inzwischen recht alt. Ein anderes kommt als Ableger nicht so richtig in Gang, heißt, die Königin legt zu wenige Eier. Um diesen Ableger mit einem anderen Volk zu vereinigen, ist er zu stark. Würde ich ihn sich selber überlassen, würde er vermutlich jedoch den Winter nicht überleben. Also habe ich mich dazu entschieden, diesen Bienen eine neue Königin zu geben.

Dazu muss die alte Königin aber erst einmal aus dem Volk entfernt werden, das Volk muss "weisellos" sein. Für die Nicht-Imker: Weisel ist ein anderer Begriff für die Königin.

Zu diesem Zweck habe ich im Volk die Königin gesucht, aber leider nicht gefunden. Deswegen greife ich auf einen Trick zurück: ich entferne die Bruträume (in diesem Fall nur einen) und lege auf den verbleibenden Boden ein Absperrgitter.

Boden mit Absperrgitter

Anschließend stelle ich eine Leerzarge auf diesen Boden mit dem Absperrgitter und setze alle Bienen vor das Einflugloch. Dazu nehme ich jeden einzelnen Rahmen des Brutraums und schüttele die ansitzenden Bienen vor das Flugloch. Die leeren Rahmen hänge ich anschließend in die neue Leerzarge. Dem Volk geht damit also nichts an Raum verloren.

Sämtliche Bienen einschließlich der Königin sitzen danach vor dem Flugloch auf dem Anflugbrett. Von hier aus krabbeln sie in den nächsten Minuten wieder zurück in ihre Beute. Dabei müssen sie das eingelegte Absperrgitter passieren. Die Arbeiterinnen sind schlank genug, um das Gitter durchqueren zu können. Die Königin ist etwas dicker und passt nicht zwischen den Stäben des Gitters hindurch. Sie bleibt deswegen an der Unterseite hängen.

Es hat keine halbe Stunde gedauert, bis die Bienen wieder in ihrer Beute sind.

Dies ist der erste Schritt zur Umweiselung. Wie es damit weitergeht, berichte ich morgen.

(28.08.2023) Gestern habe ich wieder einmal alle Bienenvölker unseres Bienenstandes angesehen. Die sommerliche Varroabehandlung ist inzwischen abgeschlossen, die Völker werden aufgefüttert. Mein Ziel ist es gewesen zu wissen, wie es um die Vorratsbestände in den Völkern aussieht.

Um es vorweg zu nehmen: sehr unterschiedlich! Ein Volk existiert schon gar nicht mehr. Sämtliche Rahmen und Waben sind absolut leer. Weder Futter noch Bienenreste sind zu sehen. Das sieht sehr deutlich nach Räuberei aus. Mein möglicher Fehler dabei: ich habe das Flugloch nicht verkleinert.

Bei allen anderen Bienenvölkern scheint es relativ gut in den Herbst zu gehen. Einige Ableger müssen noch ein wenig an Bienenmasse zulegen. Andere Völker sind sehr groß und stark.

Gleich in der ersten Beute, einem Sammelbrutableger nach der Totalen Brutentnahme, habe ich große Brutflächen vorgefunden, die ich hier nicht vorenthalten möchte:

Das sind doch gute Aussichten für den kommenden Herbst und Winter. Jetzt, mit dem Ende der Tracht, müssen die Bienen nicht mehr so viel eintragen und arbeiten sich entsprechend nicht so schnell zu Tode. Gleichzeitig beginnt jetzt allmählich die Anlage der zukünftigen Winterbienen.

Noch sind nicht alle Völker winterfertig. Bei etlichen werde ich weiter auffüttern müssen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt im September eine zusätzliche Varroabehandlung mit Oxalsäure durchzuführen, um einer Reinvasion wie im letzten Jahr vorzubeugen.

(22.08.2023) In dieser Art haben wir das noch nie erlebt: eine Ernte und drei verschiedene Honige! Das ist sehr ungewöhnlich.

Das Ergebnis unserer ersten Honigernte heißt bei uns Riedberg-Imkern stets Eintracht. Mit dem bekannten Frankfurter Fußballverein hat dieses nichts zu tun. Das, was die Bienen in ihren Bienenstock eintragen, nennt man in der Imkersprache Tracht. Das Wort stammt aus dem Althochdeutschen und soll "das, was getragen wird" bedeuten. In der (früheren) Mode spielt das Wort heute noch eine Rolle. Hier bezeichnet man als Tracht eine landes- oder regionaltypische Kleideranordnung für bestimmte Anlässe.

Unsere diesjährige Eintracht hat uns drei verschiedene Honige geschenkt. Zwar sind alle Honige zur selben Zeit geerntet und geschleudert worden, aber bereits nach zwei Wochen hat der erste Teil davon schon zu kristallisieren begonnen. Der Rest hat sich mehr Zeit gelassen. Trotzdem hat die Kristallisation wieder zu zwei unterschiedlichen Zeiten kristallisiert. Den mittleren Teil habe ich vor wenigen Tagen abgefüllt, den dritten Teil heute, gerade eben.

Dieser Honig befand sich in seinem Lagereimer und hat hat sehr schnell mit der Kristallisation begonnen, während ich noch am Rühren und Abfüllen des mittleren Eintracht-Anteiles gewesen bin.

Auch dieser Honig ist äußerlich wieder von den anderen beiden etwas verschieden. Er ist wesentlich heller als der mittlere, jedoch etwas dunkler als der erste Anteil dieser Ernte. Die Geschwindigkeit seiner Kristallisation und jetzt seine helle Farbe lassen darauf schließen, dass auch hier der Rapsanteil etwas erhöht sein dürfte, jedoch nicht so hoch wie im ersten Anteil.

Unsere drei Eintracht-Honige im Vergleich: links der erste Anteil, in der Mitte der zweite und rechts der dritte Anteil der gleichen Ernte.

Die Farbe des Honigs hängt von der Zusammensetzung der eingetragenen Pollen ab. Übrigens verändert sich die Honigfarbe auch nach dem Abfüllen noch weiter. Ganz klassisch: Rapshonig wird im Laufe der Zeit fast schneeweiß, andere Honige dagegen eher gelber und/oder dunkler. Um diesen Prozess zu verlangsamen, soll der Honig ja auch kühl und dunkel gelagert werden.

(17.08.2023) Diesen Begriff gibt es nicht nur in Geschichtsbüchern, auch heute noch finden Völkerwanderungen statt. Momentan meine ich natürlich mit Völkern Bienenvölker.

Im Rahmen der Varroabehandlung habe ich bei etlichen Völkern eine Totale Brutentnahme (TBE) durchgeführt. Hierbei werden sämtliche Rahmen, die Brut, egal in welchem Zustand, tragen aus dem Volk entnommen. Aus ihnen lässt sich beispielsweise über Sammelbrutableger eine Völkervermehrung erzielen. Allerdings sollten diese hoch mit Varroamilben kontaminierten Brutableger weit weg von den Muttervölkern aufgestellt werden.

Genau so habe ich es auch gemacht. Heute morgen, nach dem verheerenden Unwetter über Frankfurt, habe ich die ersten Völker umgezogen. Gestern Abend, nach Einbruch der Dämmerung, habe ich bei den Völkern noch schnell die Fluglöcher verschlossen, damit alle Bienen in ihrer Beute bleiben und mitgenommen werden können.

Heute Morgen dann habe ich die Beute verschnürt, ins Auto gestellt und zu uns zum neuen (alten) Standort verbracht.

Dort hat diese Beute mit dem Sammelbrutableger ihren neuen Stammplatz gefunden. Vorher allerdings sind die Bienen in dieser Beute gegen die Varroamilbe behandelt worden. Bei der Nachkontrolle hat sich gezeigt, dass die gesamte (alte) Brut ausgelaufen ist. Die Bienen haben sich inzwischen eine neue Königin angeschafft, die übrigens bereits in die Eiablage gegangen ist. Von daher ist es genau der richtige Zeitpunkt jetzt gewesen, dieses Volk umzuziehen.

So sieht der Sammelbrutableger nun an seinem neuen Platz aus. Er hat ein Anflugbrett erhalten und auf die untere Zarge, dem unteren und einzigen Brutraum, habe ich eine zweite Zarge, gefüllt mit Tierstreu als "Dampfabzugshaube" gesetzt. Die Bienen stehen bei uns auf einem Nordhang, dort ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel etwas erhöht. Um Wabenschimmel zu vermeiden, erhalten unsere Bienenvölker nach und nach ihre "Dunstabzugshaube". Die Feuchtigkeit innerhalb der jeweiligen Beute ist dadurch signifikant niedriger, was sich nebenbei auch beim etwas geringeren Wassergehalt des Honigs bemerkbar macht.

Was jetzt noch weiterhin geschehen wird, ist die Auffütterung, damit die Bienen gut in den Winter hineingehen und ebenso gut aus ihm herauskommen können.

Aufgrund entsprechend schlechter Erfahrungen des letzten Jahres werde ich Ende August oder Anfang September zusätzlich noch eine weitere Varroabehandlung durchführen, indem ich die Bienen mit Oxalsäure besprühe.. Dadurch versuche ich eine späte Reinvasion von Varroamilben, wie wir sie in den letzten warmen Sommern erlebt haben, zu verhindern.

Der erste Teil der ersten Honigernte ist inzwischen bereits im Glas. Dabei hat es sogar eine interessante Überraschung gegeben.

Wenn wir Honig schleudern, beginnen wir bei einer Zarge mit ihren zehn Rahmen. Sobald diese geschleudert worden sind, kommen die Rahmen der nächsten dran. Eine Zarge entspricht in diesem Fall dem Honigraum eines Bienenvolkes. Den aus der Schleuder ablaufenden Honig fangen wir in einem Hobbock, einem lebensmittelgerechten Kunststoffeimer, auf. Sobald er zur Hälfte gefüllt ist, wechseln wir zum nächsten Eimer. Ein solcher Eimer enthält etwa 20 kg Honig, wenn er halb gefüllt ist. Das ist ein Gewicht, dass sich noch gut tragen lässt. Ein anderer Vorteil der halben Füllung ist der, dass sich darin der Honig später besser rühren lässt, sobald dessen Kristallisation beginnt.

Bei der ersten Schleuderung haben wir mehrere Hobbocks auf diese Weise gefüllt und alle anschließend zum Reifen des Honigs in den Keller gestellt. Man könnte nun glauben, dass alle Eimer den gleichen Honig enthalten würden. Das ist leider ein Irrtum. Bienen sind blütenstet. Das heißt, sie besuchen immer nur eine bestimmte Sorte von Blüten. Das geht solange, bis deren Nektarproduktion erloschen ist. Dann erst wechseln sie zur nächsten Blüte. Die Konsequenz ist, dass dann plötzlich in einem Honigraum beispielsweise nur oder überwiegend Rapsnektar, in einem anderen hingegen Apfelnektar eingelagert wird. Normalerweise durchmischt sich das alles später beim Schleudern.

Die Überraschung: in diesem Jahr haben wir aus zwei dieser Hobbocks einen Honig abgefüllt, der bereits zwei Wochen nach der Ernte zu kristallisieren begonnen hat, während in den anderen Gefäßen nicht die Spur davon zu erkennen gewesen ist. Das bedeutet, dass in diesen Eimern ein sehr hoher Rapsanteil gewesen sein muss. Wegen seines relativ hohen Traubenzuckeranteiles beginnt ein Rapshonig recht früh zu kristallisieren. Üblicherweise dauert es bei uns vier bis sechs Wochen, bis dieser Prozess beginnt. Deshalb ist es um so erstaunlicher, dass es hier so rasant abgelaufen ist.

Die Folge: die Honige der ersten beiden Eimer mussten schon nach zwei Wochen gerührt werden, um den Vorgang der Kristallisation zu unterbrechen. Kurze Zeit später wäre der Honig sonst steinhart geworden. Zugleich hat dieser Honig eine typische Farbe für den Rapshonig angenommen: hellgelb bis fast weiß.

Links ist der Rapshonig, rechts der andere Honig aus der gleichen Ernte zu sehen.

Inzwischen ist die Hälfte dieser Ernte im Glas und mit Etiketten versehen. Damit können wir diesen ersten Honig nun in den Verkehr bringen.

Übrigens heißen bei uns die erste Ernte immer Eintracht, die zweite stets Zwietracht, die von unserem Standort im Niddapark Niedertracht. Jetzt ist es das allererste Mal, dass wir von der Eintracht sogar zwei unterschiedliche Honige haben.

Eintracht 2023 in Gläsern abgefüllt.

Nach der Ernte und dem Schleudern ruhen und reifen die Honige in unserem Keller heran. Wir stellen bewusst keine Sortenhonige her, sondern ganz normale 1000-Blüten-Honige. Bei einem Sortenhonig muss mindestens 60% der Honigmenge von einer einzigen Blütensorte stammen. Mit Hilfe einer Pollenanalyse läßt sich das gut kontrollieren.

Um einen Sortenhonig zu erzeugen, müssen die Bienen während der Blütezeit der gewählten Sorte in der Nähe dieser Quelle sein. Dazu bringen viele Imker ihre Völker direkt in die Nähe der gewünschten Blüten. In der Imkersprache nennt man das Wandern. Weil hierfür die Völker fast immer aus dem Amtsbereich eines Veterinäramtes in den Zuständigkeitsbereich eines anderen Veterinäramtes transportiert werden müssen, sind Gesundheitszeugnisse erforderlich. Sie sollen verhindern, dass Bienenseuchen wie zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut sich ausbreiten können. Wir verzichten auf diesen Aufwand und lassen die Völker an ihrem gewohnten Standort stehen. Deswegen gibt es bei uns ja auch keine Sortenhonige. Wir haben das Glück auf dem Riedberg in einer Großstadtrandlage zu leben. Hier gibt es sowohl viele parkähnliche Strukturen, Landschaftsschutzgebiete, Vorgärten und Ackerflächen. Bienen finden in dieser abwechslungsreichen Gegend genügend Nahrung. Und, um ehrlich zu bleiben: mir persönlich ist der Aufwand des Wanderns zu groß, zumal so ein Bienenvolk in seiner Beute bis zu 70 kg schwer sein kann.

Doch zurück zum Honig: im Keller lagern mehrere Hobbocks mit verschiedenen Honigen. Sie sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie riechen auch verschieden. Unmittelbar nach der Ernte sieht jeder Honig wie Bernstein aus. Abhängig von seiner Zusammensetzung aus Enzymen und verschiedenen Zuckern verändert sich im Laufe der Wochen die Farbe, das Aussehen und die Konsistenz.

Die Bilder oben zeigen vier verschiedene Honigeimer. Links oben und rechts unten ist der gleiche Honig photographiert, einmal vor und später nach dem Abschäumen, dem Entfernen der aufgestiegenen Luftbläschen. Der Honig links oben ist inzwischen (13.8.2023) zum Abfüllen in Gläser fertig gereift und gerührt.

Irgendwann ist es dann soweit und der Honig bekommt einen perlmuttartigen Schimmer und wird trüb. Jetzt ist Kristallisation so weit fortgeschritten, dass der Honig unbedingt gerührt werden muss, damit er nicht fest wie Beton wird. Die Kristallisation wird durch das Rühren mechanisch unterbrochen, damit der Honig am Ende cremig wird und bleibt.

Das Rühren muss mehrfach wiederholt werden. Solange er im Hobbock ist, geht das einfach und gut, später im Glas wird es bedeutend schwieriger.

Der fertig gerührte Honig tropft ab und fällt in seinen Lebensmitteleimer zurück. Anschließend wird er Hobbock in einen Metalleimer umgefüllt, an dessen unterem Ende ein Ausflussrohr angebracht ist.

Dieser Metalleimer wird auf einem Holzgestell deponiert. Der Honig ist jetzt abfüllbereit.

Die gespülten Gläser stehen bereit und los geht es nun:

Die Gläser werden einzeln von Hand mit Honig befüllt. Zum Abschluss erhalten sie noch ihr Etikett, dann sind sie fertig. Wie man sieht, ist alles vom Ernten bis zum Abfüllen reine Handarbeit.

Und was noch wichtig ist, wonach wir häufig gefragt werden: dem Honig wird nichts (!) zugesetzt. Vor allem mit Zucker scheint der Honig in vielen Ländern gestreckt zu werden. Aber nicht bei uns. Damit meine ich nicht nur uns Riedberg-Imker persönlich, sondern auch alle anderen Imker in Deutschland, die traditionell arbeiten. Das bezieht auch die Großimkereien mit ein. Denn nach der Honigverordnung darf dem natürlichen Honig weder etwas hinzugefügt noch etwas entzogen werden. Sonst ist das Produkt kein Honig mehr.

(17.08.2023) Weil ich heute Bienenvölker verstellt habe, bin ich erneut auf unserem Grundstück gewesen und habe noch dem vielbesuchten Bienenvolk von gestern gesehen.

Heute sieht es sehr viel ruhiger und entspannter aus. Viele Bienen sind im Landeanflug, weniger als gestern, aber alle mit Pollenhöschen an ihren Beinen.

Also doch keine Räuberei? Ich habe nicht in das Volk hineingesehen. Aber, um ein wenig Vorsorge vor Räuberei zu treffen, habe ich das Flugloch auf etwa ein Viertel seiner Größe mit einem Stück Holz eingeengt. Somit haben die Wächterbienen es wesentlich leichter ihr Volk zu verteidigen.

Drei Bilder vom Flugloch habe ich als eine Galerie angehängt.

Sehr schön sind die Pollenhöschen auf allen Bildern zu erkennen. Nach Räuberei sieht es jedenfalls heute nicht aus!

Kleiner Nachtrag zum Thema Räuberei. Der Name sagt es ja bereits: es wird etwas geraubt. Bei den Bienenvölkern setzt die Räuberei im Sommer und Spätsommer ein. Bienen von fremden Völkern, aber auch Wespen, dringen in ein Volk ein, überwinden die Barriere der Wächterbienen und rauben die Futtervorräte. Bei einem starken Bienenvolk gelingt so ein Überfall oft nicht. Wenn ein Volk jedoch schwächlich ist, ist es für die angreifenden Räuber wesentlich leichter einzudringen und lebend wieder herauszukommen. Schon manche Völker sind der Räuberei zum Opfer gefallen und an den Folgen zugrunde gegangen. Deswegen ist eine mögliche Maßnahme, das Flugloch zu verkleinern, damit die Wächterbienen die Angreifer leichter besiegen können. Im Extremfall kann man das Flugloch so verengen, dass es gerade nur noch eine einzelne Biene passieren kann. Die Räuberei findet hauptsächlich im Sommer/Spätsommer statt, wenn die Futterquellen in der Natur weniger werden und die Imker die Bienen in ihren Beuten mit Futter versorgt haben. Dann beginnt auch die Hochzeit der Wespen, die ebenfalls auf Futterjagd gehen.

(17.08.2023) Die Tracht, also der Eintrag von Nektar aus Blüten, ist gewöhnlich im Juli/August eines Jahres beendet, weil ab dieser Zeit kaum noch etwas Interessantes für die Bienen blüht. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen.

Von einer habe ich bereits berichtet: dem Bienenbaum, Euodia hupehensis.

Eine weitere Ausnahme stellt die "Durchwachsene Silphie" dar. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ihre Blütezeit beginnt im Juli und dauert bis zum September. Aus diesem Grund ist sie für Bienen und Insekten als Spätblüher und Nektarlieferant von großer Bedeutung. Die Durchwachsene Silphie wird in Europa noch wenig angebaut. Ihre Domäne liegt eigentlich in der Eigenschaft, ein starker Biomasseproduzent für Biogasanlagen zu sein. Damit könnte sie den ansonsten genutzten Mais gut verdrängen. Allerdings stehen die anfangs höheren Kosten im ersten Jahr dem etwas entgegen. Einmal angepflanzt, kommt die Silphie dann viele Jahre lang immer wieder. Somit wird sie dann auf Dauer rentabel.

Ich habe bei uns mit fünf Durchwachsenen Silphien begonnen. Inzwischen haben sie sich auf ein Vielfaches davon vermehrt und sind durch ihre Anzahl fast schon ein wenig lästig wie Unkraut geworden. Aber nicht nur für Bienen, sondern auch andere Insekten, sind sie ein Segen.

Beim heutigen Völkerumzug habe ich unsere Silphien photographiert und stelle die Bilder hier als kleine Galerie ein.

(16.08.2023) Gerade eben bin ich bei den Bienen gewesen, um einen Völkerumzug vorzubereiten. Wenn ich schon einmal vor Ort bin, schaue ich natürlich an den Völkern vorbei mit der Frage im Hinterkopf, ob denn äußerlich alles in Ordnung sei.

Bei allen Völkern ist vor dem Flugloch und am Anflugbrett zwar ein reger Betrieb zu sehen, aber bei einem Volk, #21, ist der Flugbetrieb enorm. Vor dem Flugloch tummeln sich sehr viele Bienen direkt auf dem Holz der Beute. Gleichzeitig schweben sehr viele direkt davor in der Einflugschneise als ob sie auf die Freigabe der Flugsicherung warten würden.

Zufälligerweise habe ich mein Smartphone dabei gehabt und mir erlaubt ein kleines Video nur von diesem Volk zu erstellen.

Das Volk steht im Halbschatten. Draußen sind zur gleichen Zeit etwa 26° Celsius. Am 4.8.2023 hat dieses Volk 15 kg Apifonda zum Auffüttern erhalten. Für Nicht-Imker: Apifonda ist Futterteig aus Zucker für die Bienen.

Was ist also los? Ist es dem Volk drinnen nur zu warm? Oder wird es gerade von außen "überfallen" und soll seines Futters beraubt werden?

Laut Medienmeldungen sei die Honigernte 2023 überdurchschnittlich gut ausgefallen. Das kann ich so nicht bestätigen. Unsere eigene Ernte ist gut, aber nicht überdurchschnittlich.

Unabhängig davon möchte ich im Folgenden zeigen wie der Honig ins Glas kommt, was alles an Arbeiten dafür erledigt werden müssen.

Honigwabe

So wie oben gezeigt sieht idealerweise eine Honigwabe aus. Sie ist nahezu vollständig verdeckelt. Die weißen Deckel auf den einzelnen Wabenzellen sind von den Bienen als Verschluss ihres Vorratsdepot angelegt worden.

Bei der Honigernte "rauben" wir den Bienen diese Vorräte und bringen sie zu uns nach Hause. Dort steht in der Küche dann unsere Honigschleuder aufgebaut. Um an den Honig zu gelangen, müssen die Wachsdeckel erst einmal entfernt werden. Dazu werden die einzelnen Rahmen auf ein Entdeckelungsgeschirr gelegt:

Mit einer speziellen Entdeckelungsgabel werden die Wachsdeckel abgehoben und im Auffangkorb zwischengelagert:

Wir sammeln dieses Wachs, an dem noch Honigreste anhaften. Hieraus stellen wir eine portugiesiche Spezialität her: Agua mel.

Sobald die Rahmen auf beiden Seiten entdeckelt sind, werden sie hochkant in die Schleuder gestellt. Bei uns passen vier Rahmen in die Trommel hinein.

Wenn sie gefüllt ist, setzen wir die Trommel mit einem Motor langsam in Bewegung.

Weil die Rahmen den Honig auf beiden Seiten enthalten, müssen sie mindestens einmal, besser sogar zweimal gewendet werden. Im Idealfall kann so ein Rahmen bis zu drei Kilogramm Honig enthalten.

Am Boden der Schleuder ist ein Auslassrohr mit einem Ventil angebracht. Hierunter stellen wir einen Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff. Solche Eimer heißen Hobbock. Darauf legen wir ein Spitzsieb. Es besteht ebensfalls aus Kunststoff. Seine Maschen sind sehr fein gewebt. Sie lassen den flüssigen Honig hindurch und halten alle festen Bestandteile zurück.

Der ausfließende Honig enthält noch feste Bestandteile wie Wachsreste, Pollenklumpen, aber auch tote Bienen. Das alles hat in dem Lebensmittel Honig natürlich nichts zu suchen. Deswegen dieser feine Filter.

Als nächster Schritt muss das Sieb entfernt werden. Dazu wird es bis über den Hobbock hinaus angehoben. Eine zweite Person schiebt dann schnell einen Ring in passender Größe auf einem Dreibeinstativ darunter. Die Füße werden auf dem Eimerrand abgestellt und das Sieb auf den Ring gelegt. Der darin befindliche Honig fließt ab und die festen Reste bleiben zurück.

Zusammen mit dem Honig werden viele Luftbläschen im Eimer gesammelt. Diese Bläschen steigen in den nächsten Tagen langsam an die Oberfläche, bilden dort einen dünnen Schaum, der dann abgeschöpft wird.

Jetzt beginnt zunächst die Reifung und Lagerung. In luftdicht verschlossenen Hobbocks ruht der Honig bei 16° Celsius in unserem Keller. In dieser Phase sieht er aus wie flüssiger Bernstein. Die in ihm von den Bienen eingebrachten Enzyme beginnen zu wirken und verändern den frischen Honig langsam, lassen ihn reifen. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern.

(15.08.2023) Schon einmal in diesem Jahr habe ich ihn erwähnt. Wenn nichts mehr blüht, dann ist seine Zeit gekommen. Gemeint ist der Bienenbaum, botanisch Euodia hupehensis genannt. Einer seiner bürgerlichen Namen lautet "Stinkesche". Während seiner Blüte strömt ein Duft von ihm...

Während ich heute morgen bei den Bienenvölkern gewesen bin, habe ich nach ihm gesehen und ein paar Bilder gemacht.

Allmählich geht seine Blütezeit aber auch auf ihr Ende zu.... Bis zum nächsten Jahr wieder.

Auf den Tag genau sind es heute 10 Jahre her, dass ich den ersten Blogbeitrag hier geschrieben und veröffentlicht habe.

Das ist ein Grund, mich bei allen Followern und Lesern zu bedanken!

Den allerersten Beitrag habe ich zum Vergnügen hier hereinkopiert:

Wie alles anfing

Nachdem ich mich entschlossen hatte, mit dem Imkern zu beginnen, bin ich von vielen Leuten angesprochen und gefragt worden, wie das denn so gehe. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich entschlossen, dieses Blog zu schaffen und zu erzählen. Imkern ist spannend und bringt viel Spaß. Daran dürfen und sollen andere gerne teilhaben....... Da viele Menschen hiervon wenig wissen, werde ich versuchen in diesem Blog auch vieles über die Imkerei zu erklären.

Als Kind war ich öfter bei einem Nachbarn und Schrebergartennachbarn meiner Eltern. In der Schrebergartenanlage besaß er ein großes Bienenhaus und hatte mich öfters dorthin mitgenommen. An Erinnerungen ist nicht mehr viel geblieben. Oft sehe ich den Mann noch mit seinem Schleier und einer rauchenden Pfeife.

Am 14. April fand in Frankfurt auf dem Lohrberg ein Vortrag des Frankfurter Imkervereins zum Thema Bienen und Imkern statt. Nachdem ich vorher immer wieder meinem Mann erklärt hatte, dass ich Lust zum Bienenzüchten hätte, aber niemals "in die Puschen gekommen" bin, hatte er mich zu diesem Vortrag geschleppt. Dort war beim ersten Sonnentag nach dem Winter alles hoffnungslos überfüllt. Stinkig und sauer wollte ich wieder verschwinden, ließ mich aber überreden, dort zu bleiben und beim Kaffeetrinken auf die Wiederholung des Vortrages um 10 Uhr zu warten.

Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Zum einen waren es nur noch knapp zehn Zuhörer und zum anderen war der Vortrag von Alfred Meixner sehr motivierend für mich bzw. für uns.

Nach einem kurzen Gang zu den Bienenstöcken auf dem Lohrberg waren wir uns sehr schnell einig, dass wir beide am angebotenen Praktikum des Frankfurter Imkervereins teilnehmen werden. Fast jeden folgenden Mittwoch fand dann um 17 Uhr im Frankfurter Wasserpark dieses Praktikum statt.

Unter Anleitung von Alfred Meixner, der Vorsitzenden des Frankfurter Imkervereines, haben wir dann viele der anfallenden Tätigkeiten geübt und gelernt bis hin zur Königinnenzucht.

Natürlich haben wir auch mehrere Ableger gebildet. Oft kam das Thema auf, woher jeder denn sein erstes eigenes Volk bekommen könnte. Eine Möglichkeit war, eines der Ablegervölker zu erwerben. Doch solange wollte ich nicht mehr warten und es war auch bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen ungewiss, ob ich eines davon abbekommen könnte.

Über das Internet habe ich dann Imker gesucht, die Völker verkaufen wollen. Bei den Ebay-Kleinanzeigen habe ich viele Anzeigen gefunden. Leider waren die angebotenen Ableger oft sehr weit entfernt oder in einem Rähmchenmaß, mit dem ich nicht arbeiten wollte oder es fehlte ein neues Gesundheitszeugnis. Nach langem Suchen fand ich dann eine Imkerin in der Nähe von Karlsruhe. Es entspann sich ein sehr schöner Email-Kontakt und daraus resultierte die Zusage, ich könnte drei Ableger übernehmen, wenn sie soweit wären. Soweit sein hieß, dass das Volk stark genug für eine Abgabe und Umzug ist.

Zwischenzeitlich habe ich in Schlüchtern die Beuten bestellt. Für die Nicht-Imker: Beuten sind die "Häuser" eines jeden Bienenvolkes. In Schlüchtern werden sie von einer Behindertenwerkstätte gebaut. Aus den Erfahrungen des Praktikums heraus habe ich mich für das Zandermaß entschieden. Zum Start habe ich drei komplette Holzbeuten mit allem nötigen Zubehör und hundert Rahmen zum Einhängen bestellt.

Für Nicht-Imker: so eine Beute besteht aus mehreren Teilen: zuunterst steht der Boden mit dem Flugloch, der "Haustür" zum Rest des Hauses. Der Boden ist nach unten offen und durch Drahtgitter gesichert. Auf diesen Boden kommen die "Zargen". Sie stellen den eigentlichen Wohnraum der Bienen dar. In jeder Zarge werden Rähmchen gehängt. Diese sind mit einer Mittelwand aus Bienenwachs bestückt. Auf ihnen bauen die Bienen auf beiden Seiten der Wand ihre Waben. Zehn Rahmen passen in eine Zarge hinein. Je nach Stärke und Größe des Volkes kommt auf diese erste noch eine zweite Zarge mit Rahmen. Um später Honig zu ernten, fügt man eine dritte Zarge mit Rahmen hinzu. Zwischen die zweite und dritte Zarge wird ein Absperrgitter gelegt. Seine Maschen sind so weit, dass die Bienen gut durchschlüpfen können und so eng, dass die Königin nicht hindurch kommt. Auf diese Weise wird verhindert, dass im Honigraum die Königin ihre Eier ablegt und Brut entsteht.

Inzwischen hatten wir ein riesiges Glück. Wir wußten noch nicht, wo wir unsere Bienen aufstellen konnten. Durch Zufall ergab es sich, dass in unserem Neubaugebiet eine Interessengemeinschaft von der Stadt Frankfurt die Betreuung einer Streuobstwiese übernommen hatte. Als ich davon erfuhr und nachfragte, lief ich nur offene Türen ein. Vom Vorstand wurden Bienenzüchter gesucht.... So wurden wir uns schnell und unkompliziert einig.

Auf dem Gelände dieser Streuobstwiese bereiteten wir den Unterbau für die Beuten vor, ebneten das Gelände ein wenig ein, stellten Steine aus Beton auf, legten waagerecht Balken darüber, auf die die Beuten dann später gestellt werden sollten.

Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen
Aufbau des Unterbaus für die künftigen Bienenwohnungen

Am 8. Juni 2013 war es dann soweit. Spät am Nachmittag sind wir nach Nordbaden gefahren, im Kofferraum die leeren Beuten, um die neuen Bienen, unsere Bienen, zu holen. Wir haben je Beute zehn Rahmen erhalten, die gut mit Brut und Bienen besetzt waren. Um die noch draußen fliegenden Bienen nicht alleine zurückzulassen, haben wir noch eine Stunde gewartet, damit sie gleich in ihr neues Zuhause fliegen konnten.

Gegen 23 Uhr waren wir mit ihnen daheim und haben sie auf einer Streuobstwiese aufgestellt. Im Dunkeln trugen wir die Beuten zu ihrem zukünftigen Standort. Hierbei geschah es, nachdem ich die Fluglöcher geöffnet hatte, dass ich quasi zum Dank von einer Biene beim Bücken an einer äußerst empfindlichen Stelle am Allerwertesten gestochen worden bin.

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(c) Markus Schaufler von der IG Riedberg

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So sieht es dann nach einigen Wochen und dem Aufsetzen der zweiten Zarge aus. Die Bienen hatten sich kräftig vermehrt und brauchten mehr "Wohnraum".

Gemeinsam mit Freunden vom Frankfurter Riedberg werden wir dieses Ereignis heute nachmittag während eines Geburtstagskaffeetrinkens gebührend feiern......

Ein paar Zahlen zum Blog: seit dem 12. August 2013 haben - Stand 11.8.2023 um 18:15 Uhr - 575.421 Menschen den Blog besucht und dabei 1.251.417 Seiten aufgerufen. DANKE!

PS.: Aus den ursprünglichen drei Völkern sind zu Spitzenzeiten über 20 und momentan 18 Völker geworden.

(10.08.2023) Das klingt ungewöhnlich, komisch. Aber der Jahresablauf bei den Bienen ist von unserem sehr verschieden. Mit der Sommersonnenwende beginnt bei manchen Autoren und Imkern bereits ein neues Bienenjahr. Die kürzer werdenden Tage signalisieren dem Bienenvolk, dass die Tracht auf ihr Ende zugeht und die Winterbienen demnächst entstehen werden.

Parallel dazu verlaufen auch unsere imkerlichen Aktivitäten. Im Juli erfolgt meistens eine zweite Honigernte, anschließend wird gegen die Varroamilbe behandelt und danach aufgefüttert.

In dieser Phase sind wir gerade, wir füttern auf. Normalerweise dient der gesammelte Honig den Bienen als Wintervorrat. Weil wir bösen Imker ihnen den Honig aber wegnehmen, müssen wir für ein Ersatzfutter sorgen. Hierfür bieten sich zwei unterschiedliche Produktgruppen auf der Basis von Zucker an: Futtersirup oder Futterteig, anders ausgedrückt: flüssig oder fest.

Flüssigfutter hat den Vorteil, dass es sehr schnell aufgenommen und eingelagert werden kann. Das ist jedoch zugleich dessen Nachteil. Durch die schnelle Aufnahme werden viele Zellen belegt, die anschließend für die Eiablage und Brut nicht mehr genutzt werden können. Das kann soweit gehen, dass die Königin in eine Brutpause getrieben wird. Deswegen ist der imkerliche Trick, die erste Fütterung mit Festfutter durchzuführen. Die Aufnahme und Einlagerung sauert länger, so dass genügend Zellen für die Brut freibleiben können.

Ich habe von Beginn an nur mit Futterteigen gearbeitet. Für die Wirtschaftsvölker und stärkeren Ableger verwende ich normalerweise pro Beute je einen 15-kg-Block, den ich mittig auf die Oberträger der Rahmen positioniere. Drum herum kommt eine Leerzarge, damit ich die Beute wieder gut verschließen kann.

Für die Ableger ist diese Menge meistens zu groß. Deshalb verwende ich hier Portionsbeutel von jeweils 2,5 kg Futterteig. Je nach Appetit muss ich dann gegebenenfalls mehrmals nachfüttern.

Gestern habe ich die letzten Völker wie beschrieben aufgefüttert. Die Tage zuvor ist es hier in Frankfurt vom Wetter her ja sehr kühl und regnerisch gewesen. Seit gestern hat sich das wetter verändert. Dies ist sofort an den Bienen zu erkennen. Kaum ist es draußen wieder trocken, fliegen sie vermehrt aus und kehren mit Pollenhöschen zurück. Bei den beiden Völkern im Niddapark ist das so auffällig, dass ich vor dem Arbeiten an den Völkern erst einmal schnell ein kleines Video drehen musste.

Pollenhöschen im August

Was steht jetzt noch an Arbeiten bei den Bienen an? Von der Totalen Brutentnahme haben wir Sammelbrutableger gebildet. Sie müssen jetzt durchgesehen und gegebenenfalls nachbehandelt werden. Sollten sie sich noch keine Königin nachgezogen haben, ist es jetzt an der Zeit, ihnen eine unserer Königinnen aus den Begattungskästchen zuzusetzen, damit sie vor dem Winter noch ein ausreichend großes und starkes Volk bilden können.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, alles zu tun, damit ich kein einziges Bienenvolk im Winter verlieren muss. Ob das auch gelingen wird, ist eine andere Sache.

(31.07.2023) Anfang Juli 2023 habe ich bei der Totalen Brutentnahme (TBE) aus den dabei entnommenen Brutwaben zwei Sammelbrutableger gebildet. Diese mit Varroamilben stark belasteten Bienenstöcke sind anschließend entfernt von unserem Bienenstand aufgestellt, "geparkt", worden.

Bei der gestrigen Kontrolle stellte sich heraus, dass alle Brut inzwischen - wie erwartet - geschlüpft ist. Zur weiteren Varroabehandlung haben diese Ableger wenige Tage nach dem Umstellen eine Wanne mit drei Litern 15%iger Ameisensäure in den Boden gestellt bekommen. Dieses Verfahren ist vor Jahren im Bieneninstitut Oberursel entwickelt worden. Es hat sich nicht durchgesetzt und keine "amtlichen Weihen" der Anerkennung erhalten. Trotzdem funktioniert es sehr gut. Die Ameisensäure verbleibt vier und mehr Wochen in der Beute. In dieser Zeit schlüpft sämtliche Brut und die Ameisensäure wirkt auf die Varroamilben ein.

Zugleich ziehen die mitgenommenen Bienen aus der zu Beginn noch vorhandenen unverdeckelten Brut sich eine Königin nach. Auf den Rahmen sind mehrere aufgebrochene Königinnenzellen zu erkennen. Das bedeutet, dass die Nachschaffung einer Königin vermutlich geklappt hat. Frische Brut ist noch keine vorhanden. Gleichzeitig sind sämtliche Futtervorräte, die ich den Bienen mitgegeben habe, inzwischen aufgebraucht. Die Bienen dürften also Hunger haben.

Für die Brutaufzucht und -pflege ist ein gutes Nahrungsangebot unerlässlich. Aus diesem Grunde haben die Bienen heute ein massives Futterangebot erhalten nach dem Motto: "nicht kleckern, sondern klotzen!" Soll im Einzelnen heißen: auf die Rahmenoberträger habe ich drei Packungen mit Futter gelegt. Eine Packung mit Flüssigfutter "Apiinvert", eine Packung mit Futterteig "Apifonda" und wegen des zu erwartenden erhöhten Pollenbedarfs eine Packung Neopoll (Futterteig mit Pollenversetzt).

Nun bin ich gespannt, wie es mit diesen beiden Ablegern weitergehen wird. Die Königin dürfte ihren Hochzeitsflug inzwischen absolviert haben und zurückgekehrt sein. Im Volk habe ich übrigens nicht gezielt nach ihr gesucht! Mit dem jetzt vorhandenen Nahrungsangebot sollte die Eiablage und Brutpflege starten. In zwei Wochen werde ich weiter dazu berichten.

Im Bild von links oben im Uhrzeigersinn: 2,5, kg Flüssigfutter Apiinvert, 1 Kg Neopoll und unten 2,5 kg Apifonda Futterteig.

(21.07.2023) Gerade bin ich bei unseren Bienen und entdecke während der Arbeiten an den Völkern, dass unser Bienenbaum blüht.

Mitte/Ende Juli ist normalerweise die Tracht für die Bienen beendet. In diesem Jahr ist dies wie in 2022 aufgrund der Trockenheit und des Klimawandels sogar früher aus sonst der Fall. Die Folge dessen ist, dass die Bienen inzwischen ihre eigenen Honigvorräte auffressen.

Ein leuchtender Lichtblick ist dann der Beginn der Blüte des Bienenbaumes. Vor einigen Jahren habe ich ihn gepflanzt.Inzwischen ist er gut acht Meter hoch. Sein großer Wert liegt darin, dass er zu blühen beginnt, wenn nahezu alle anderen Blütezeiten vorbei sind. Er gilt deswegen als sehr bienen- und insektenfreundlicher Baum.

Sein botanischer Name lautet Euodia hupehensis. Sein bekanntester deutscher Name ist Bienenbaum, aber er wird auch Stinkesche, samthaarige Stinkesche, Tausendblütenstrauch, Tausendblütenbaum, Honigesche oder Wohlduftraute genannt. Seine Heimat ist in China und Korea. Dort wächst er in Höhen zwischen Meereshöhe und 3200 Metern. An den Boden stellt er keine zu hohen Ansprüche. Er ist ein Tiefwurzler und kommt somit auch gut mit Trockenheit zurecht, wenn er angewachsen ist. In unserer Gegend gilt er als winterharter Baum. Durchschnittlich wächst er im Jahr bis zu 50 Zentimetern und kann eine Wuchshöhe zwischen 7 und 12 bis 20 Metern erreichen. Ein Charakteristikum ergibt sich bereits aus seinem Namen: er verströmt einen angenehmen Duft!

Gerade in der trachtarmen Zeit gilt er als wahren Schatz für Bienen und andere Insekten. Er produziert sehr viel Nektar, den die Bienen sehr gerne und reichlich aufnehmen.

So sehen seine Blüten aus:

En Detail so:

Vor wenigen Jahren galt er noch als Rarität. Inzwischen ist er in vielen Versand- und Baumarkgärtnereien erhältlich und das zu einem recht moderaten Preis!

(20.07.2023) Für Fehler muss man büßen und bezahlen. So geht es mir heute. Am letzten Wochenende haben wir Honig geschleudert. Hierfür werden die Honigräume unserer Bienenvölker zu uns in die Küche gebracht. Dummerweise habe ich bei einem Volk im Frankfurter Niddapark die Bienenflucht an der falschen Stelle angebracht, nämlich zwischen zwei Honigräumen statt unter dem niedrigsten der beiden. Die bittere Konsequenz: da werde ich nacharbeiten müssen. Und das habe ich heute erledigt. Um 7 Uhr habe ich den Honigraum abgeholt und im Laufe des Vormittags dann geschleudert. Davon gibt es tagesaktuelle Bilder.

Vier Waben passen in unsere Schleuder gleichzeitig hinein. Das erspart durchaus Zeit und Mühe, zumal wir statt einer Handkurbel einen elektrischen Motor als Antrieb verwenden können. Vor der Schleuder steht unter dem Ausflussstutzen der Honigeimer, gefüllt mit einem Spitzsieb. Es hält die Wachsrückstände zurück und lässt den gefilterten Honig durch.

Das sieht dann so von oben gesehen aus.

Die einzelnen Waben (auch Rahmen genannt) werden auf eine pultähnliche Halterung des Entdeckelungsgeschirrs gelegt und darauf bequem entdeckelt. Hierbei werden die verschließenden obersten Wachsschichten einer jeden Honigwabe mechanisch abgehoben, so dass die Waben alle geöffnet sind.

Um an den darin eingelagerten Honig zu gelangen, werden die Waben anschließend in einer Zentrifuge ausgeschleudert.

Beim Blick in sie hinein stehen zu allen Seiten die Rahmen in einem drehbaren Korb, unten schwimmt der bereits freigesetzte Honig. Ich habe einmal Spaßes halber mein Smartphone auf den Deckel gelegt und das Schleudern gefilmt.

Der Honig sammelt sich auf dem Boden an. Er enthält noch viele Wachsteilchen. Um ihn in den Handel zu bringen, lässt man ihn durch ein Sieb laufen, dass mechanisch alle Verunreinigungen entfernt.

Im weiteren Verlauf:

Am Ende wird das Spitzsieb angehoben und der darin befindliche Honig fließt fremdkörperfrei heraus:

Je zähflüssiger der Honig jetzt ist, desto mehr Falten bildet er beim Auftreffen auf eine Oberfläche. Viele kleine Luftbläschen sind nun noch in ihm enthalten, dass lässt ihn leicht getrübt aussehen. Sie steigen in den nächsten Tagen an die Oberfläche und bilden einen dünnen Schaum, der dann abgeschöpft wird. Diesen Vorgang nennen wir Imker "klären".

Aber damit ist der Honig noch immer nicht fertig. In den nächsten Wochen muss er noch reifen. Die von den Bienen zugesetzten Enzyme fangen an zu wirken und verändern ihn. Das merkt man sowohl am Aussehen als auch am Geschmack. In den nächsten Wochen kontrolliere ich regelmäßig sein Aussehen. Sobald er einen perlmuttartigen Schimmer entwickelt, muss er gerührt werden. Ein Kristallisationsprozess hat dann begonnen. Aus dem anfangs flüssigen wir nun ein fester Honig. Das kann so weit voranschreiten, dass ein Honig fest wie Beton werden kann. Um das zu verhindern, wird er mechanisch gerührt und bleibt dann streichfähig. Dann kann er in endlich Gläser abgefüllt werden.

Übrig geblieben ist noch das Entdeckelungswachs.

Wir sammeln es und stellen vom daran noch anhaftenden Honig eine portugiesische Honigspezialität her, die sich Agua mel (süßes Wasser) nennt. Aber das gibt einen gesonderten Beitrag hier.

2

(18.7.2023) Vor zehn Tagen habe ich bei unseren ersten Völkern - noch vor der Honigernte - die Totale Brutentnahme, abgekürzt TEB, durchgeführt. Mit der Äußerung, nach einer Woche noch eine Oxalsäurebehandlung anzuschließen, bin ich zu vorschnell gewesen. Der Grund: natürlich muss vorher der Honig geerntet worden sein. Erst danach ist eine Behandlung mit einer Säure oder ggfs. Chemikalien zulässig.

Die Honigernte haben wir vor zwei Tagen durchgeführt. Heute Morgen haben die Bienen ihre Oxalsäurebehandlung erhalten. Hierbei werden die Bienen auf ihren einzelnen Rahmen mit Oxalsäure eingesprüht. Der Vorteil dieser Methode zu diesem Zeitpunkt ist, dass nach der Brutentnahme noch keine verdeckelte Brut im Volk zu finden ist. Sämtliche Brutwaben habe ich seinerzeit entnommen und als Ersatz dafür Mittelwände eingefügt. Diese müssen erst einmal von den Bienen zu Waben ausgebaut werden. Für gewöhnlich dauert dieses ein paar Tage. Während dieser Zeit erhalten sie die Oxalsäure, um die auf den Bienen sitzenden Milben zu reduzieren. Sie auf Null zu bringen, halte ich für Wunschdenken, aber ihre Anzahl nach der TEB noch weiter zu verringern und damit eine gute Ausgangsbasis für den Winter zu erhalten, scheint mir recht realistisch zu sein.

In zwei folgenden Bildern zeige ich eine Mittelwand, jeweils die Vorder- und Rückseite. Der Baufortschritt ist hier bereits sehr deutlich zu erkennen.

Sobald auf einer Mittelwand Bienen vorhanden sind, sprühe ich sie mit der handelsüblichen Oxalsäure (Oxuvar) ein.

Behandlung meiner Bienen mit Oxalsäure als Teil der Varroabehandlung

(08.07.2023) Es ist Anfang Juli 2023. Draußen herrscht wieder ein "viel zu"-Wetter. Es ist viel zu heiß mit über 34°C und viel zu trocken. Zwar hat es in der letzten Woche etwas geregnet, doch die wenigen Liter haben nicht ausgereicht. Die Konsequenzen heißen deshalb Trachtende und frühe Varroabehandlung. Trachtende bedeutet, die Bienen tragen nichts mehr ein. Zwar blüht noch vieles, aber wegen der anhaltenden Trockenheit "honigen" die Blüten kaum noch. Das heißt, sie produzieren keinen Nektar mehr. Das wiederum heißt in der Folge, dass die Bienen ihren eingetragenen Nektar oder Honig selber verzehren, also von der Substanz leben. Und das bedeutet in der weiteren Konsequenz, dass wir die Sommerhonigernte und die darauf folgende Varroabehandlung vorziehen müssen.

Eine Form der Varroabehandlung besteht darin, dass wir Imker im Volk eine Brutpause künstlich herbeiführen. Die Varroamilbe vermehrt sich nur in der Brut der Bienen. Demnach ist es nur logisch, dass, wenn keine Brut existiert, die Milben sich auch nicht vermehren können.

So eine Brutpause entsteht im Winter durch den Kältereiz automatisch. Das ist also für die Bienen nichts ungewöhnliches. Wir nutzen bei einem Teil unserer Völker dieses Phänomen aus, indem wir künstlich die Brutpause herbeiführen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die eine ist die, dass wir das Volk öffnen und sämtliche Waben, auf denen gebrütet wird, entfernen. Das ist die Totale Brutentnahme.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Königin daran gehindert wird, ihre Eier zu legen. Hierzu wird die Bienenkönigin ein einen Käfig gesperrt, der im Volk belassen wird. Die Arbeiterinnen können in den Käfig hinein und wieder heraus, damit ist die Ernährung der Königin gesichert. Weil keine Waben vorhanden sind, kann sie nirgendwo ihre Eier ablegen. In den Anfängen dieses Verfahrens hat man das für vier Wochen gemacht. Diese Zeit erklärt sich dadurch, dass ein normaler Brutzyklus 21 Tage, drei Wochen, dauert. Während dieser Zeit der Käfighaltung läuft sämtliche vorhandene Brut aus. In den überzähligen Tagen sterben die Varroamilben ab.

Mittlerweile gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es möglich ist, die Königin sogar über Monate in einem etwas größeren Käfig zu halten. Dazu später in einem gesonderten Beitrag.

Ich habe damit begonnen, die Totale Brutentnahme, TBE, durchzuführen. Das hat sogar vor der Honigernte noch einen möglichen praktischen Nutzen. Weil die Bienen keine Brutpflege betreiben müssen, können sie theoretisch noch ein wenig mehr Honig sammeln.

Die TBE ist eine Materialschlacht. Was benötigt man hierfür?

Hier sind bereits die wichtigen Dinge im Bild zu sehen. Benötigt wird ein Boden, auf den eine leere Zarge gestellt wird. Ebenso sind viele Mittelwände oder bereits vorhandene zu Waben ausgebaute Mittelwände nötig.

Vom zu behandelnden Volk wird zunächst der Honigraum abgenommen und zur Seite gestellt. Dann geht es los: Der oder die Bruträume werden durchgesehen und jeder Rahmen, der Brut enthält, wird entnommen und in die bereitgestellte Leerzarge gehängt. Die ansitzenden Bienen werden bis auf einen kleinen Rest abgeschüttelt oder abgekehrt. Wichtig ist hierbei, dass die Königin im Volk bleibt und nicht mitgenommen wird. Etwa eine Handvoll Bienen dürfen sitzen bleiben und werden mitgenommen.

Auf diese Weise werden sämtliche Rahmen durchgesehen. Alle brutfreien Rahmen bleiben zurück. Als Ersatz für die entnommenen Waben werden Mittelwände eingehängt. Das ist damit gleichzeitig auch eine Wabenerneuerung.

Vier Waben sind im oben abgebildeten Bienenvolk zurückgelassen, sechs Mittelwände hinzugefügt. Dieses Volk ist vorher auf zwei Bruträumen, zwei Zargen, geführt worden. Mit der Brutentnahme wird es auf nur noch eine Zarge eingeengt.

In das "Altvolk" könnte ich nun noch eine Fangwabe hängen. Das wäre eine der vorhandenen Waben mit offener Brut. Hinge ich sie wieder ein und beließe ich sie dort, würde die offene Brut die noch vorhandenen Varroamilben anziehen. Nach einer Woche käme diese Wabe dann auch aus dem Volk, so dass eine gewisse Restentmilbung erfolgt. Dieses habe ich nicht gemacht!

Aus den entnommenen Brutwaben bilde ich Sammelbrutableger. Konkret heißt das, dass ich die Brut von drei Völkern in zwei Zargen gesammelt habe. Diesen zweizargigen Sammelbrutableger habe ich anschließend abtransportiert und an einem entfernten Ort aufgestellt. Hierbei habe ich zugleich aus dem einen zweizargigen Ableger zwei einzargige erstellt.

Natürlich sind diese Sammelbrutableger ziemlich voll mit Varroamilben. Deswegen gilt auch hier, dass nach dem Auslaufen der Brut, also spätestens nach drei Wochen, gegen die Milben mit 60%-iger Ameisensäure behandelt wird, um eine umfassende Entmilbung zu erzielen. Auch dieses mache ich nicht!

Stattdessen stelle ich in jeden Boden eine Wanne mit drei Litern 15%-iger Ameisensäure. Diese Wanne bleibt vier Wochen im Volk. Die Ameisensäure verdunstet langsam und tötet die Mehrzahl der Milben ab. Damit schütze ich zugleich auch die umgebenden Bienenvölker.

Dieses Verfahren geht auf Nikolaus Koeniger und seine Frau zurück. Beides sind Biologen und in der Bienenforschung im Bieneninstitut Oberursel tätig gewesen. Allerdings hat sich diese Methode nicht durchgesetzt. "Amtlich" anerkannt ist nur die Verwendung der 60%-gen Ameisensäure. Mir hingegen gefällt diese Anwendung außerordentlich gut. Sie ist wesentlich schonender als der amtliche Standard. Ich verwende sie bereits seit Jahren erfolgreich.

Neben der Ameisensäure ist inzwischen auch die Verwendung von Oxalsäure zur Varroabehandlung als Verfahren amtlich zugelassen. Aber alle diese Säurebehandlungen dürfen logischerweise erst dann durchgeführt werden, wenn die Honigernte abgeschlossen ist.

Noch etwas: auch auf den Bienen der Altvölker sitzen natürlich noch Varroamilben. Um auch deren Menge zu reduzieren, werden diese Bienen nach einer Woche mit Oxalsäure besprüht. Das geht auch deswegen sehr gut, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine verdeckelte Brut gibt bzw. geben kann.

(08.07.2023) Die ersten Tage mit der neuen Stockwaage sind sehr gut angelaufen. Den Sensor für den Brutraum habe ich erst nachträglich eingebaut. Der Grund: die Bedienungsanleitung ist in diesem Punkt für mich wenig verständlich gewesen und ich habe Zeit gebraucht, sie zu verstehen.

Aber nun ist es geschehen. Dazu habe ich eine Leerzarge daheim an der Rückseite angebohrt. Das Bohrloch habe ich so kleine gewählt, dass der Sensor gerade noch hindurch geht. Hier bleibt für den Winter natürlich eine Kältebrücke erhalten.

Innen wird der Sensor oben über die Oberträger der Rahmen gelegt und in der Mitte zwischen zwei Rahmen abgesenkt.

Von außen sieht die Beute nun sehr verkabelt aus.

Nach dem Zusammenbau des Bienenvolkes befindet sich der Sensor nun in der Mitte des oberen Brutraumes. Mal sehen wie das wird, wenn wir das Volk bearbeiten. Wie weit werden dann die Kabel hinderlich sein?

Eine gute Nachricht: die Daten des Sensor, nämlich die Temperatur im Volk, sind ziemlich schnell erhoben und übermittelt worden. Draußen haben wir in Frankfurt zurzeit Temperaturen von über 30°, gestern sogar 33°. Die Innenraumtemperatur im oberen Brutraum ist dabei jedoch ziemlich konstant geblieben, sie schwankt zwischen 32° und 34°.

Inzwischen habe ich auch die Stockwaage beim TrachtNet angemeldet. Sobald die Seriennummer der Waage dort eingearbeitet worden ist, sind wir ein Teil dieses Netzwerkes. Hier können dann die Werte nach Postleitzahlen geordnet abgerufen werden. Hier der Link dazu:

https://www.bienenkunde.rlp.de/Bienenkunde/Trachtnet/Waagen-nach-PLZ-D

Sobald ich über Messdaten eines längeren Zeitraums verfüge, werde ich sie hier veröffentlichen.

(4.7.2023) Seit Tagen fällt es nicht nur mir, sondern auch vielen Imkerkollegen auf: die Königinnen legen derzeit in fast allen Völkern kaum noch Eier, die Bienen tragen so gut wie nichts mehr ein. Bei uns in der Straße ist in den Linden zwar ein Summen zu hören, aber auch unter den Bäumen bleiben die parkenden Autos frei vom herabfallenden Sekret.

Was ist los? Ganz einfach: es ist viel zu trocken in der letzten Zeit gewesen. Die noch blühenden Pflanzen produzieren aus diesem Grund zu wenig bis gar keinen Nektar mehr. Der Regen der letzten Tage hat nur 3,5 Liter auf den Quadratmeter gebracht. Das ist nicht einmal homöopathisch zu nennen. Es ist nichts!

Das hat Konsequenzen für uns Imker. Normalerweise sammeln die Bienen im Juni/Juli noch einmal erhebliche Nektarmengen ein, doch dieses Jahr ist es äußerst spärlich. Damit sich das ändert, müsste es jetzt mehre Tage hintereinander heftig regnen. Das ist jedoch nicht zu erwarten. Leider für Umwelt und Natur. Zeichen des Klimawandels?

Also bedeutet das, dass wir jetzt recht schnell die zweite Honigernte einbringen und anschließend mit der Varroabehandlung und dem Einfüttern für den Winter starten müssen. Normalerweise führe ich etwa eine bis zwei Wochen vor der zweiten Honigernte als biologische Varraobekämpfungsmaßnahme die Totale Brutentnahme (TBE) durch. Wegen des Fehlens der Brutpflege steigert sich dann der Honigertrag noch ein wenig. Letzteres wird in diesem Jahr allerdings entfallen. Wo nichts ist, kann nichts gesammelt werden (nicht nur alte Imkerweisheit).

Das zwingt mich nun, in den nächsten Tagen viele Mittelwände einzulöten und Zargen zu reinigen, damit ich die TBE vorzeitig durchführen kann. Die Honigschleuder steht sowieso schon startbereit. Ameisensäure für eine Ameisensäurebehandlung ist ebenfalls ausreichend vorhanden. Mit anderen Worten: die nächsten Tage werden arbeitsintensiv werden.

(01.07.2023) Vor wenigen Tagen ist es gekommen, ein Paket, zugesagt von unserem Landesverband Hessischer Imker. Normalerweise schreibe ich hier überwiegend über unsere eigenen Bienen. Doch heute geht es um die Bienenvölker unseres Imkervereines auf dessen Lehrbienenstand.

Für den Verein habe ich das genannte Paket in Empfang genommen. Der Inhalt: eine Stockwaage. Der Landesverband hat ein begrenztes Kontingent davon seinen Mitgliedsvereinen zur Verfügung gestellt. Bedingung hierfür ist jedoch, dass die erhobenen Daten an das TrachtNet weitergegeben werden.

Das TrachtNet ist ein deutschlandweiter Zusammenschluss von über 500 Imkern, die ihre Völker mit elektronischen Stockwaagen beobachten und die Daten zur Auswertung einem Zusammenschluss von drei Bieneninstituten überlassen. Näheres dazu siehe https://de.wikipedia.org/wiki/TrachtNet

Neugierig geworden, habe ich natürlich zügig die Stockwaage provisorisch aufgebaut. So sieht sie aus und so steht sie da:

Auf den ersten Blick erscheint sie unscheinbar. Die Stockwaage enthält allerdings außer einer klassischen Waage für ein Bienenvolk noch ein paar zusätzliche Messvorrichtungen. Angeschlossen werden kann (und muss noch) ein Sensor, der in das Innere eines Brutraum verlegt wird. Er misst dort die Temperatur und Feuchtigkeit im Brutraum. Hierfür muss ich eine Zarge entsprechend anbohren und innen einen Schlitz für die Aufnahme des Kabels anbringen.

Im obigen Bild kommt aus dem linken Loch ein Kabel heraus. Es ist eine Art Multifunktionskabel. An seinem Ende ist ein wetterfester Stecker, an dem später der genannte Feuchtigkeitssensor für den Innenraum angeschlossen werden kann. Sollte sich der Akku der Waage im Laufe der Zeit entleeren, kann er hierüber auch mit Hilfe einer Powerbank wieder aufgeladen werden.

Weiterhin gehört eine Wetterstation dazu. Sie misst die äußeren Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Regen, Wind.

Alle Daten werden regelmäßig per Funk sowohl zum TrachtNet als auch zu mir übertragen. Momentan ist noch nicht alles im vollen Umfang installiert. Die Wetterstation wird in der nächsten Zeit an einem noch zu errichtenden senkrechten Pfosten aufgehängt. Eine Zarge des Bienenvolkes muss angebohrt und präpariert werden, damit sie den Feuchtigkeitssensor aufnehmen kann.

Aber inzwischen schaue ich mir - meinem Spieltrieb und meiner Neugierde folgend - schon einmal die ersten Daten an. Ein Bild von der graphischen Darstellung werde ich später zeiten.

Vor wenigen Tagen klingelt mein Telephon. Eine sehr sympathische weibliche Stimme mit leichtem angelsächsischen Akzent fragt mich, ob sie bei uns in der Imkerei einmal vorbeischauen dürfte. Sie ist in Neuseeland selber Imkerin und möchte gerne erleben, wie wir hier imkern. Die Person zu dieser Stimme heißt Alessa und ist hier zu Besuch bei ihrer Familie. Als ein neugieriger Mensch sage ich natürlich zu dem Ansinnen nicht nein, sondern zu. Wir treffen uns zur vereinbarten eine Uhrzeit und fahren an diesem Tag zum Lehrbienenstand unseres Imkervereines Bee Friends Frankfurt.

Alessa erzählt von sich, dass sie seit etwas über einem Jahr in Neuseeland in einem Profibetrieb imkert. Innerhalb eines Jahres hat sie sich mit Hilfe von Fragebüchern und im learning-by-doing alles beibringen müssen, was sie im Job braucht. Ihr Betrieb hat sich im letzten Jahr verkleinert von über 4000 auf jetzt etwas über 2000 Völkern. Alleine schon diese letzte Zahl finde ich gigantisch.

Ich habe den Eindruck, dass sie die Ruhe und Zeit, die wir bei der Neuimkerausbildung haben, mehr als genießt. Bei ihrer Arbeit hat sie im Durchschnitt pro Volk zwei Minuten Zeit, mehr nicht. Anders ist es bei dieser Menge n Bienenvölkern auch nicht zu schaffen.

Interessante Details erzählt sie uns: pro Woche bekommen sie etwa 50 neue Bienenköniginnen, die sie bedarfsweise einsetzen. In jedem Volk wird die Königin nach einem Jahr ausgetauscht. Bei der Honigernte entdeckelt man in ihrem Betrieb noch die Waben und zentrifugiert sie. Anschließend wird der Honig an eine andere Firma zum weiteren Bearbeiten abgegeben. Mein Eindruck: alles, was zeitintensiv ist, wird ausgelagert. Ich staune mit offenem Mund darüber wie in einem Großbetrieb gearbeitet wird und bin sehr zwiegespalten dabei. Einerseits ist es faszinierend, andererseits aber auch erschreckend für mich. Aber vielleicht bin ich da dann doch zu sehr der Romantiker ....

Als Dank für diese Erlebnisse bei uns hat Alessa ein Glas Honig aus Neeseeland mitgebracht.

Die URL ihres Betriebes füge ich als Link bei: https://beeplus.co.nz

(29.06.23) Erste Zwischenbilanz: Wir haben fünfzehn Begattungskästchen mit Bienen und unbegatteten Königinnen befüllt und aufgestellt. Inzwischen sind die Königinnen aus ihren Transportbehältern herausgekommen. Nach einer Woche habe ich heute erstmals die Deckel geöffnet und in die Kästchen geblickt.

Erster Eindruck: das ist frustrierend. Der Grund: alles ist leer. Keine Bienen, keine Königin! Alle sind sie verschwunden, ausgeflogen. Von 15 Kästen sind vier Kästen leer. Dafür geht es in den anderen äußerst lebendig zu. Die Bienen haben sich über den Futterteig hergemacht. In mehreren Kästchen habe ich die rot markierte Königin entdeckt während sie herumgelaufen ist.

Sehr deutlich sind die kleinen gelben Transportbehälter (Zusetzkäfig) zu sehen, die wir zwischen die Rähmchen gehängt haben. An ihrem unteren Ende, dem Fuß, befindet sich ein Verschluss aus Futterteig. Er wird von zwei Seiten - innen von den Begleitbienen der Königin und außen von den Pflegebienen im Völkchen - aufgefressen. Danach ist für die Königin der Weg in ihr Volk hinein frei.

Eine Tatsache ist momentan allen Pflegevölkchen gemeinsam: es ist nichts gebaut worden. Sämtliche eingeklebten Anfangsstreifen sind nicht zu Mittelwänden ausgebaut worden. Theoretisch sollte die Königin inzwischen ihren Hochzeitsflug beendet haben und mit der Eiablage starten. Aber ohne Waben, in die sie die Eier hineinlegen kann, geht es nun einmal nicht. Aber vielleicht kommt das ja jetzt noch ....

(26.06.2023) Äußerlich sehen alle Begattungskästchen gleich aus, nämlich grün. Durch die zugesetzten Bienen sind sie jedoch unterschiedlich geworden.

Bei den meisten ist der Flugbetrieb unterschiedlich von kaum vorhanden bis hin zu sehr intensiv. Vor einem Volk, besser Völkchen, liegt etwas Totenfall herum. Vermutlich sind das die Bienen, die das Einsprühen vor dem Befüllen doch nicht überlebt haben. Vor einem Begattungskästchen hat sich ein regelrechter Bienenbart entwickelt. Außen ist ein großer Teil der Fassade, der Vorderfläche, mit Bienen bevölkert.

Auch, wenn die Bienen die Vorderseite belagern, ist doch zu erkennen, wie ankommende Bienen landen und nach innen zum Einflugloch laufen und dort verschwinden.

In wenigen Tagen werde ich zum ersten Mal die Deckel abheben und in die Anzuchtvölker schauen. Bei dieser Gelegenheit werde ich dann auch die Zusetzkäfige für die neuen Königinnen entfernen. Dabei hoffe ich dreierlei: dass die Königin angenommen worden ist, ihren Hochzeitsflug erfolgreich hinter sich gebracht und inzwischen bereits mit der Eiablage begonnen hat.

Sollte das alle geglückt sein, können die neuen Königinnen noch eine Zeit lang in der neuen Behausung bleiben, bevor sie später Ablegern und Völkern zugesetzt werden.

(22.06.2023) Die Begattungskästchen und ihre einquartierten Bienen haben inzwischen eine Nacht abgesperrt bei geschlossenem Flugloch verbracht. Als ich heute den Raum in dem sie die Nacht verbracht haben, betrete, höre ich mit Freude und Staunen ein kräftiges Summen. Also haben die Bienen diese Prozedur überstanden.

Heute soll es zum nächsten Schritt gehen: sie Bienenvölkchen sollen gleich draußen aufgestellt werden. Alle Kästchen sehen äußerlich gleich aus nämlich grün. Damit ist sowohl für die Bienen als auch die Königin die Orientierung möglicherweise etwas erschwert. Bei den Bienen sehe ich das als weniger gravierend als bei der Königin an. Letztere soll ja nicht nur zu ihrem Hochzeitsflug starten, sondern danach auch noch begattet wieder in ihr "richtiges" Zuhause zurückfinden und dort viele Eier legen. Um ihr die Orientierung für den Rückweg zu erleichtern, ergreife ich verschiedene Maßnahmen.

Alle Begattungskästchen werden unterschiedlich graphisch markiert. Bienen sehen bekanntlich etwas anders als wir Menschen. Für sie sind graphische Muster zum Erkennen und Orientieren wichtig. Zusammen mit den optischen Eindrücken beim Fliegen bilden sie das, was man den optischen Fluß nennt. Er hilft ihnen bei der Wegorientierung zurück. Jedes Völkchen hat hierfür sein eigenes Muster in der eigenen Farbe.

Zusätzlich stelle ich die Kästchen abwechselnd mit dem Flugloch nach vorne und nach hinten ausgerichtet auf und verschiebe sie gegeneinander ein wenig. Viele Imker und Königinnenzüchter stellen ihre Kästen in einer langen Reihe auf. Wir verfügen auf dem Lehrbienenstand unseres Imkervereines Bee Friends Frankfurt (noch) nicht über eine entsprechende Konstruktion. Deshalb wähle ich mehrere kleine Standorte auf dem Gelände und erleichtere dadurch den Königinnen das Zurechtfinden während des Heimfluges. Die Bienen leben dort in drei Gruppen in je fünf Begattungskästchen.

Kaum habe ich sie aufgestellt und die Fluglöcher geöffnet, kommen bereits die ersten Bienen heraus aus der Behausung. Sie müssen sich neu orientieren, sich "einfliegen", damit sie Pollen und Nektar sammeln und zu ihrem Bienenstöckchen zurück finden. Dort sollen sie ja schließlich derzeit noch die neue Königin und später die frische junge Brut versorgen. Vorher allerdings müssen sie noch Waben bauen.

Zum Schutz vor Sturm und Wind werden alle fünf Kästen einer Reihe abschließend noch mit einem Holzbalken beschwert.

Jetzt kann das Königinnenschicksal seinen Lauf nehmen. Sobald ich zum ersten Mal die Kästen öffne, werde ich wieder berichten.

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